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Fanfiction

Dämmerung - Dem Bösen verfallen

von FreyaLi

Untitled
Hallo ihr Lieben!
Hier kommt auch schon das nächste Chap, wieder mal ein Ausschlaggebendes, wie ich meinen darf ;) Ich hoffe es gefällt euch und ihr sagt mir, was ihr davon haltet!
LG
F.L.

Und natürlich ein Dankeschön an die lieben Revieschreiber!
@SevFanXXX: Danke fürs Review! Ja, Snape ist ein wenig langsam - wenn nicht im Verstehen, dann im vor sich selbst zugeben ;) Dass er nicht zu Daria gegangen ist war tatsächlich ein Schlüsselmoment - auch wenn das heute noch ein paar Klitzekleine Auswirkungen hat … Wünsche dir viel Spaß beim Lesen!
@*lillian: Danke fürs Review! Es ist auf jeden Fall mal ein Anfang - aber bei Snape ist ja bekanntlich auch ein erster Schritt schon sehr viel ;) wünsche dir viel Vergnügen beim heutigen Chap!
@NicoleSnape: Danke für deinen Kommentar! Das mit dem Licht hast du sehr schön gesagt ;) dafür tut Hermine heute aber einen Schritt in die andere Richtung * mysteriös tu * Daria vergeblich warten zu lassen passiert aber natürlich nicht ohne ein kurzes Aufeinandertreffen am Tag danach zu provozieren. Wünsche dir viel Spaß beim heutigen Chap!
@Suschi: Danke für dein Review! Die Normalität in unserer netten Wohngemeinschaft ist nicht von Dauer, da hast du schon Recht. Und Daria … nun, es wäre doch seltsam, wenn sie sich einfach so tatenlos versetzen lassen würde? Was genau sie so veranstaltet erfährst du gleich weiter unten - ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass es dir gefällt!


So, jetzt aber:





Das Rauschen des einlaufenden Wassers schaffte es für eine kurze Zeit, Hermines Kopf zu leeren. Sie schaffte es ein paar Minuten an nichts anderes zu denken, dann musste sie vor ihrer Neugierde kapitulieren und griff nach dem aufgeschlagenen Tagespropheten, den sie neben der Wanne deponiert hatte. Sie hoffte gleichermaßen darauf, dass sie etwas über ihre Freunde daraus erfuhr, wie sie sich davor fürchtete. Sie überflog die ersten Seiten, dann verwarf sie sie die Zeitung wieder und seufzte. Das hatte alles keinen Sinn. Wie hatte es nur soweit kommen können, dass sie eine Zeitung zu Rate ziehen musste um heraus zu finden, was in ihrem Freundeskreis vorging? Sie könnte jetzt zu Hause sein, mit Ron und Harry gemeinsam überlegen, was sie gegen Malfoy unternehmen würden. Natürlich hätte sie gehen können, doch solange sie auch darüber nachdachte - sie kam zu keinem anderen Schluss, als dass es das Richtige gewesen war. Aber auch diese Gewissheit konnten ihre Gedanken nicht daran hindern immer wieder zu ihren Freunden zu wandern.
Es würde nicht mehr lange dauern, und Harry und Ginny wären verheiratet. Sie schüttelte den Kopf um diese Gedanken zu vertreiben. Sie würde all diese Erlebnisse irgendwann nacherleben können, das versuchte sie sich zumindest einzureden. Trotzdem kam sie nicht umhin sich zu fragen was sie gerade tun würde, wenn sie nicht zu so leichtsinnig gewesen wäre. Neun Uhr morgens, vermutlich wäre sie schon seit vier Stunden wach und würde in ihrem Büro im Ministerium sitzen. Wenn nichts besonderes vorgefallen war dann würde sie sich gleich mit den beiden Jungs zum Kaffee treffen, die einzige halbe Stunde am Tag, in der sie sich nicht über Todesser oder Kämpfe oder Arbeit unterhielten, das hatten sie schon vor zwei Jahren vereinbart. Es war dann fast so wie früher gewesen, wie in den Stunden in denen sie trotz Voldemort und all den anderen Gefahren, Kinder gewesen waren und sich an völlig perfiden Dingen gefreut hatten. Harry hätte irgendetwas von Ginny erzählt, sie hätten Witze über den schrecklichen Kaffee in der Mensa gemacht, Ron hätte bei dem von Molly eingepackten Frühstück den Mund verzogen. Sie seufzte. Ron. Mit ihm wäre alles so einfach gewesen. Er war ein netter Junge, er war einfach Ron. Sie sollte an seinem Krankenbett sitzen. Wenn er überhaupt noch im St. Mungos war. Sie sollte das wissen. Und was tat sie stattdessen? Sie lag in der Badewanne eines Mannes, den sie nicht ausstehen konnte, um darauf zu warten, dass Malfoy mit ihrem Tod einen Horcrux erstellte. Sie schüttelte den Kopf. Was machte sie sich vor? Sie hatte Snape früher nicht gemocht, aber immer respektiert. In den den letzten Wochen war ihr Respektgefühl ihm gegenüber gestiegen. Und irgendwie, seit gestern Abend, hatte sich etwas verändert. Sie hatte die Diskussion mit ihm genossen und auch wenn er sie vorher zutiefst beleidigt hat - sie konnte nichts dagegen tun, sie mochte Severus Snape.

Abermals seufzend drehte sie das Wasser ab, stieg aus der Wanne und schlang sich eine Handtuch um. Nachdem sie sich notdürftig abgetrocknet hatte drückte sie ihr Ohr an die Badezimmertür, um sicher zu gehen, dass Snape sie nicht schon wieder leicht bekleidet im Flur antraf. Sie hörte nichts also wagte sie sich auf den Flur und huschte so schnell sie konnte und ungesehen in ihr Zimmer. Bedächtig drehte sie den Schlüssel im Schloss um und öffnete die Kommode. Während sie nach etwas zum Anziehen suchte, hörte sie Snapes Zimmertür aufgehen - ein Glück für sie, dass dieses Haus so hellhörig war. Keine Sekunde darauf hörte sie Darias Stimme und ihre Neugierde überwog ihre moralischen Anschauungen über das Lauschen.
„Du bist gestern nicht gekommen“ sie hörte den Vorwurf sofort - das hier hatte offensichtlich nichts mit Malfoy zu tun und war insofern nicht wichtig für sie. Trotzdem trat sie ein Stück näher an die Wand.
„Offensichtlich“ in Snapes Stimme lag nicht die Spur einer Emotion.
„Du hättest schreiben können“
„Keine Verpflichtungen. Das war unsere Abmachung“ Hermine stutzte. Was war zwischen den beiden?
„Das heißt nicht, dass du nicht wenigstens absagen könntest“
„Was Absagen? Wenn du mich zu dir rufst?“ Hermine kannte diesen Tonfall. Sie hätte in dieser Situation mit den Wiederworten aufgehört, Daria tat es nicht.
„Warum bist du hier geblieben? Wegen deiner kleinen Schlammblutfreundin?“ diese Worte waren so kalt und beleidigend, sie hätten sie vielleicht verletzen sollen. Aber Hermine fühlte nichts dabei. Die letzten Wochen hatten sie in dieser Hinsicht mehr als abgehärtet.
„Das geht dich nichts an“
„Also ist es wahr“
„Das habe ich nicht gesagt“
Eine Weile lang herrschte Stille, Hermine jedenfalls hörte nichts, so sehr sie ihr Ohr auch an die Wand presste. Erst das Knallen der Zimmertür ließ sie aufschrecken. Sie bewegte sich rasch von der Wand weg und fühlte, wie sich ihr schlechtes Gewissen meldete. Das eben hätte sie sicherlich nicht hören sollen und es hatte sie auch in rein gar nichts weiter gebracht - bis auf die Tatsache, dass die beiden irgendeine Art von Beziehung führte und sie der Grund dafür war, dass Daria wütend war. Das ungute Gefühl beschlich sie, dass es nicht von Vorteil sein konnte eine Frau wie Daria gegen sich aufgebracht zu haben. Rasch zog sie sich an um von der verleitenden Wand weg zu kommen, dann verließ sie ihr Zimmer. Gerade als sie die erste Stufe nach unten nehmen wollte ging Snapes Schlafzimmertür auf und sie wandte sich um, um herauszufinden, in welchem Gemütszustand er sich befand. Doch anstatt Severus Snape gegenüber zu stehen, stand Daria vor ihr. Also war nicht sie es gewesen, die das Zimmer wutentbrannt verlassen hatte. Daria starrte sie an, sie sah genauso aus wie immer, absolut keine Emotion machte sich auf ihrem Gesicht breit. Keine Spur von dem kurzen Streitgespräch vor wenigen Minuten.
„Ich ...“ begann Hermine, doch Daria ließ sie nicht zu Wort kommen. Sie trat auf sie zu bis sie kaum mehr ein paar Zentimeter voneinander trennten.
„Er wird dich kaputt machen.“
„ ... Wir sind nicht …“
„Irgendwann wirst du denken, dass er gar kein schlechter Kerl ist. Dass es nur seine Vergangenheit ist, die ihn so dunkel erscheinen lässt. Er zieht dich in seinen Bann, bis er dich hat - und glaub mir, irgendwann hat er jeden. Und dann zerstört er dich. Mädchen, du bist nicht stark genug für ihn. Was du ihm auch geben wirst, er wird es dir mit nichts als Kälte danken. Er wird das Dunkle in dir hervorholen. Du solltest gehen, bevor es zu spät ist“ damit war sie schon von Hermine weggetreten und über die Treppe nach unten verschwunden. Hermine blieb verdutzt auf der obersten Stufe stehen und blickte ihr nach. Von was bei Merlin sprach diese Frau? Sie schüttelte den Kopf, wartete ein paar Momente und ging dann ebenfalls nach unten. Sie hatte sich selten mit der weiblichen Psyche befasst, hatte nie eine wirkliche Freundin gehabt, die sich bei ihr ausgeweint oder mit der sie Schlachtpläne zur Eroberung eines Jungen geschmiedet hatte; deswegen schob sie diese sonderbare Rede darauf, dass Daria befürchtete, Snape nicht mehr halten zu können. Doch hatte sie das überhaupt je können? Es hatte sich eben nicht so angehört, als ob sie wirklich zusammen wären. Hermine schüttelte den Kopf als sie die Küche betrat. Es war zu früh am Morgen als dass sie sich Gedanken über Severus Snapes Liebesleben machen sollte. Eigentlich, dachte sie als sie sich ihre erste Tasse Kaffee an diesem Tag einschenkte, gab es keine Tageszeit die angebracht für solche Gedanken wäre.
Sie setzte sich an die Stuhlkante und nippte an ihrer Tasse, die vorherige Situation noch einmal überdenkend. War es eine Art Zeichen, dass genau an dem Morgen, an dem sie sich eingestanden hatte, Snape zu mögen, diese Frau kam und so etwas zu ihr sagte? Sie hatte einige Bedenken in Snapes Hinsicht, doch sicherlich nicht, dass er sie in seinen Bann zog. Sie musste bei dem Gedanken beinahe schmunzeln. Noch ein paar Schlucke an ihrem Kaffee ließen sie soweit aufwachen, dass sie sich vom Stuhl und von diesen Gedanken trennen konnte und vorsichtig in das Wohnzimmer lugte. Sie hatte gerade die Mitte des Zimmers durchquert als Snape aus dem Labor trat, nichts an ihm ließ ahnen, was eben für ein Gespräch stattgefunden hatte. Er hielt einen Zauberstab in der Hand, sie erkannte das dunkle Holz des Weinstockes sofort.

Er drückte ihn ihr in die Hand. Hermine, die Hand darum schließend, fühlte sich nun endgültig und unwiderruflich nicht mehr gefangen in diesem Haus - nun war sie wirklich frei, frei sich selbst zu verteidigen. Sie blickte zu Snape und sein Gesichtsausdruck sagte ihr, dass er keinen Dank erwartete.
„Wir müssen uns unterhalten“ es klang nicht so, als wäre es eine Bitte und Hermine betete, dass es nichts mit dem belauschtem Gespräch von eben zu tun hatte.
„Na gut“ erwiderte sie und setzte sich, samt ihrer Kaffeetasse, auf das Sofa.
„Du willst immer noch bleiben, nehme ich an“ begann Snape, der sich gar nicht erst gesetzt hatte. Es klang abschätzig, genau wie Hermine erwartet hatte. Sie nickte nur.
„Dann musst du lernen, dich richtig zu verteidigen“ Snape zog seinerseits seinen Zauberstab und Hermine erhob sich protestieren.
„Ich kann mich verteidigen - was denkst du habe ich in dem Jahr vor Voldemorts Fall getan? Gestrickt?“ fragte sie erbost. Snape sah sie zweifelnd an.
„Du kämpfst nicht mehr mit Potter. Wenn du hier bleiben willst, dann musst du nach meinen Regeln spielen. Und ich bin kein Anhänger des Experliarmus“ unbewusst richtete Hermine sich auf.
„Und was heißt das?“ fragte sie herausfordernd.
„Du wirst Flüche lernen, deren Namen in Hogwarts nicht einmal ausgesprochen wird. Schwarze Magie die Dinge anrichten, die du dir wahrscheinlich nicht vorstellen kannst. Wir müssen Feuer mit Feuer bekämpfen. Wenn es darauf ankommt musst du wissen, wie du jemanden tötest“ er blickte Hermine direkt an, sie schluckte. Wieder wurde sie daran erinnert, wen sie vor sich hatte. Er wusste es sicherlich. Auch wenn Darias Worte verrückt geklungen hatten, in einem hatte sie Recht: Severus Snape war sicherlich kein guter Kerl.
„Willst du immer noch bleiben?“ Hermine zögerte keine Sekunde bevor sie nickte. Snape musterte sie eingehend, in seinem Blick lag Zweifel, das konnte sie sehen, doch da war noch etwas anders: Vorfreude, vielleicht, oder Faszination. Sie wusste es nicht zu deuten und selbst wenn sie ihre Angst vor Snape schon vor einer Weile abgelegt hatte so fragte sie sich trotzdem, ob sie sich hier auf etwas eingelassen hatte, was zu groß für sie war. Doch sie war nicht umsonst nach Gryffindor gekommen. Ihr Mut und ihr Stolz ließen nicht zu, dass sie jetzt noch einen Rückzieher machte.
„Wir werden mit dem einfachsten schwarzmagischem Fluch beginnen. Dem Imperio“ Snape schien die Worte geradezu zu genießen, sprach sie aus, als ob sie ein Gedicht wären. Hermine fröstelte, bevor sie protestierte.
„Ich glaube kaum, dass ich diesen Fluch jemals benötigen werde“ sagte sie entschlossen. Snape fixierte sie mit seinem Blick.
„Meine Regeln.“ zischte er „Wenn du dich nicht daran halten willst, dann geh“ Hermine starrte ihn an, bewegte sich aber nicht vom Fleck. Genugtuung machte sich auf dem Gesicht ihres Gegenübers breit.
„Schwarze Magie unterscheidet sich von der herkömmlichen, das solltest du wissen“ fuhr er fort und Hermine konnte sich in ihre Rolle als Schülerin wieder absolut einfühlen, so durchdringend erinnerte er sie an den Lehrer, der er einmal gewesen war - auch wenn er damals Dinge unterrichtet hatte, die weit entfernt von diesen hier lagen „außerdem sollst du lernen, ihn zu brechen, wenn er auf dich angewandt wird. Wenn man einen Fluch beherrschen will - wirklich beherrschen, dann muss man ihn sowohl anwenden als auch abwehren können. Und wenn Malfoy dich zu dir holt, dann wird er dich demütigen wollen - glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Todesser lassen Feinde nicht erhobenen Hauptes sterben“ Hermine atmete hörbar aus. Sie erinnerte sich an jene unheimliche Unterrichtsstunde in ihrem vierten Unterrichtsjahr, in dem Barty Crouch jr., den sie alle für Moody gehalten hatten, ihnen die unverzeihlichen Flüche an Spinnen demonstriert hatte. Einen hatte sie zur Genüge kennen gelernt, die anderen beiden schienen auf sie zu warten. Wenn sie diesem Irrsinn nur entkommen konnte indem sie diese Flüche selbst erlernte, dann sollte es eben so sein.
„Du kennst die Theorie?“ fragte Snape sachlich. Sie nickte nur, einen Ton würde sie schwerlich heraus bekommen.
„Natürlich“ murmelte Snape, mehr zu sich selbst als zu Hermine. Er legte seinen Zauberstab beiseite und stellte sich vor sie hin. „Na los!“ harschte er sie an. Sie blickte ungläubig zurück.
„Glaub mir, ich kann mich stärkeren Imperio widersetzen als dem, den du wahrscheinlich zu Stande bringst, wenn ich will“ sagte er scharf „trotzdem solltest du nicht versuchen, mich lächerlich zu machen. Ich beherrsche den Fluch sehr wohl“ Ein hämisches Lächeln huschte über sein Gesicht. Da war er wieder - der Snape, vor dem sie gezittert und vor dem Daria sie - ob sie es nun ehrlich gemeint hatte oder nicht - gewarnt hatte. Sie zögerte kurz, rief sich die Bewegung des Zauberstabes wieder in den Sinn.

„Imperio“ die Worte fühlten sich falsch an, absolut unangebracht und nicht in diese Situation oder zu diesem Ort passend. „Geh nach vorne.“ Dachte sie angestrengt, doch noch während die Worte durch ihren Kopf hallten wusste sie, dass es nicht funktionieren würde. Wie erwartet rührte sich Snape nicht von der Stelle. Sie ließ ihren Zauberstab sinken und wartete auf das vernichtende Urteil, doch es blieb aus.
Stattdessen griff Snape nach seinem Zauberstab und ehe sie darüber nachdenken konnte, was er vorhatte, sprach er das Wort aus.
„Imperio“
Ein Gefühl überkam sie, das sie noch nie erlebt hatte. Alles um sie herum verschwamm zu einer umfassenden Leere, die sich nicht nur im Raum, sondern auch in ihrem Kopf breit machte. All ihre Gedanken über Malfoy und Snape verschwanden und machten dem Gefühl breit, dass schon alles seine Richtigkeit hatte, so wie es war. Dass Snape vor ihr stand nahm sie nur beiläufig wahr. Es war nicht wichtig - eigentlich war doch gar nichts wirklich wichtig.
„Dreh dich um“ sie erkannte Snapes Stimme, die auf wundersame Art und Weise in ihrem Kopf zu sein schien und sie sah keinen Grund, nicht zu tun was er sagte.
„Steig auf die Couch“ wieder folgte sie den weit entfernten Worten in ihrem Kopf, stieg auf die Couch. Sie fühlte sich wohl, alles war in Ordnung.
„Spring“ wieder ein Wort, das sie nicht hinterfragte. Sie beugte die Knie und sprang, doch noch während sie in der Bewegung war, verschwand das wundersame Gefühl um sie und in ihr und als sie mit dem Knie an die Kante des Couchtisches stieß war die Welt um sie wieder so real und schmerzhaft wie sie vorher gewesen war. Erbost sah sie zu Snape auf.
„Das hat weh getan“
„Das sollte es auch!“ schnarrte Snape „das war lächerlich! Du hast nicht einmal den Versuch gemacht, dich zu widersetzten!“
„Ich konnte nicht“ erwiderte Hermine, beinahe trotzig, während sie sich aufrappelte. Ihr Knie schmerzte und sie sah nicht ein, warum diese Erfahrung hatte weh tun müssen.
„Du konntest nicht - du hast es nicht einmal versucht!“ seine Stimme war gehässig und er bedachte sie mit einem Blick, der mehr als abschätzig war. Nun gut - es hatte noch keinen Zauber gegeben, denn sie nicht früher oder später beherrscht hatte. Er warf ihr ihren Zauberstab zu, den sie wohl während ihrer kleinen Vorführung verloren hatte. Ihr Ehrgeiz war erwacht und wuchs gleichsam mit ihrer Wut auf Snape.
„Du bist dran“ sie konzentrierte sich, nahm alle Kraft zusammen die sie hatte.
„Imperio“sie richtete ihren Zauberstab auf Snape und dieses Mal spürte sie etwas, irgendetwas, das ihr sagte, dass es vielleicht funktioniert haben könnte. „Geh nach vorne“ dachte sie wieder, kräftiger als vorher - doch Snape rührte sich keinen Zentimeter von der Stelle.
„Jämmerlich“ erwiderte er und schon hatte er seinen eigenen Zauberstab erhoben „Imperio!“ wieder wurde Hermine von dem Gefühl der absoluten Schwerelosigkeit umhüllt.
„Dreh dich im Kreis“ sie setze zu der Bewegung an, drehte sich einmal um ihre eigene Achse.
„Weiter“ sie setzte wieder zu der Bewegung an, führte sie halb durch, bis eine weitere Stimme in ihrem Kopf zu sprechen begann, die sie entfernt als ihre eigene erkannte.
„Tu es nicht“ flüsterte sie leise und Hermine wusste nicht, auf welche sie nun hören sollte. Sie vollführte die Drehung obwohl ihr ein ungutes, plötzlich auftauchendes Gefühl sagte, dass sie es nicht wollte.
„Weiter“ wieder Snape und dieses Mal übertönte er ihre eigene Stimme völlig. Als sich der Schleier um sie langsam löste war ihr schwindelig und übel, sie strauchelte kurz. Sie war sich sicher, dass Snape ihren kurzen Kampf bemerkt hatte und wartete darauf, dass er etwas dazu sagte, was er nicht tat. Ihre Wut auf ihn wuchs.
„Lass mich raten, du konntest nicht?“ fragte er ironisch „was, wenn Draco Malfoy hier mit dir alleine wäre? Würdest du dann auch nicht können wollen? Kannst du dir vorstellen, was er mit dir machen würde? Vermutlich das. Imperio!“ zum dritten Mal vergaß Hermine alles um sich herum, sah nur noch einen weißen Schleier, der alles in etwas Schönes und Gutes verwandelte.
„Komm her“ sie folgte der Anweisung von Snapes Stimme, trat auf ihn zu bis sie dicht vor ihm stand.
„Zieh deine Bluse aus“ wie der ganze Rest hatte auch das seine Richtigkeit, sie begann mit dem obersten Knopf und löste ihn. Sie fuhr fort, doch wieder tauchte eine hartnäckige Stimme in ihrem Kopf auf.
„Lass das bleiben - du willst das nicht tun!“ sie spürte wie ihre Hand inne hielt, den zweiten Knopf immer noch zwischen den Fingern.
„Weiter!“ Wieder Snape - und wieder tat sie folgsam das, was er von ihr verlangte. Sie war bereits am vierten Knopf angelangt, als sich ihre eigene Stimme wieder meldete.
„Hör auf damit, das ist schwachsinnig!“ und dieses Mal schaffte sie es, ihre Gedanken halbwegs zu befreien und einzusehen, dass sie das gerade wirklich nicht tun wollte. Ihre Hände zitterten, hin und her gerissen zwischen den verschiedenen Aufforderungen, die ihr Kopf ihnen gab.
„Weiter!“ Snape. Snape! Ja, es war Snape der ihr hier sagte was sie tun sollte, nicht sie selbst. Langsam begann der Nebel sich zu lichten, auch wenn das Gefühl sich noch immer nicht gelegt hatte.
„Nein!“ rief die Stimme in ihrem Kopf und gleichzeitig wurde alles um Hermine wieder klar und sie merkte, dass sie die Worte laut ausgesprochen hatte. Die plötzliche Nähe zu Snape brachte sie aus dem Konzept und als ihr klar wurde, zu was er sie eben gebracht hatte, überwog der Zorn in ihr endgültig jedes andere Gefühl.
„Mach das nie wieder“ sagte sie, so ruhig sie konnte.
„Sonst was?“ fragte Snape herausfordernd. Hermine ballte die Faust - ja, was? Sie wollte ihn genauso demütigen wie er es mit ihr getan hatte.
„Imperio“ sie spie das Wort förmlich aus, den Zauberstab erhoben, mit aller Kraft die ihre Stimme aufbringen konnte. Sie legte all ihren Zorn und ihre Wut in dieses eine Wort und schleuderte es Snape entgegen und plötzlich spürte sie eine Kraft, die durch sie strömte und sie nicht mehr loszulassen schien.
„Nach hinten“dachte sie, denn sie wollte Snape von sich weg haben und tatsächlich trat für eine Sekunde ein verklärter Ausdruck auf sein Gesicht und er ging einen Schritt nach hinten. Doch der Moment war blitzschnell wieder vorbei und Snape sah sie wieder direkt an. Sie spürte förmlich wie er das Band, dass sie zwischen sich selbst und seinem Kopf hergestellt hatte, mühelos durchbrach.
„Gut.“ erwiderte Snape trocken. Wenn er beeindruckt von ihr war, dann versteckte er es gut „Genauso funktioniert es, mit diesem Fluch wie mit allen anderen schwarzmagischen Flüchen. Du musst es wollen. Du musst jedes dunkle Gefühl, allen Hass der in dir ist darauf verwenden. Nur dann funktioniert es.“ Er warf ihr einen flüchtigen Blick zu „die Unterrichtsstunde ist für heute beendet“ fügte er noch ironisch hinzu, dann wandte er sich um und verschwand im Büro. Hermine blieb zurück, erst jetzt bemerkte sie das sie zitterte. Ihr Blick fiel auf den Zauberstab in ihrer Hand, der bis jetzt noch nie einen derartigen Fluch ausgeführt hatte und sie legte ihn mit spitzen Fingern auf den Couchtisch. Nie im Leben hätte sie gedacht, dass sie jemals einen der unverzeihlichen Flüche aussprechen würde - und nun hatte sie es getan. Wer diesen Fluch an einem Mitmenschen ausführte, der würde für viele Jahre nach Askaban gehen. Er war Teil einer der finstersten Zweige der Magie. Sie dachte an Darias Worte. Er wird das Dunkle in dir hervorholen.

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und beim nächsten Mal? Small Talk und Whisky ;)
Über Reviews freue ich mich natürlich immer wie ein Keks!


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Wenn mir früher jemand erzählt hatte, was einmal alles passieren würde, hätte ich kein einziges Wort geglaubt.
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