
von FreyaLi
Untitled
Guten Morgen! Bevor ich in den Frühdienst starte gibt's mal schnell ein neues Chap - ich hoffe, ihr mögt es! ;)
LG und einen schönen Montag
F.L.
@*Lillian*: Danke für dein Review! Jaah, Alkohol lässt die Hemmschwelle ganz schön sinken - was man, nun ja, zu Beginn des heutigen Chaps noch merkt ;) wünsch dir viel Spaß dabei!
@Suschi: Danke für dein Review! Freut mich immer wieder, wenn „mein“ Snape gut rüber kommt - ich bemühe mich wirklich, auch wenn es, je näher sich die beiden kommen, immer schwieriger wird … ich hoffe einfach mal, dass ich es schaffe in so zu behalten ;) wünsche dir viel Freude mit dem heutigen Chap!
@NicoleSnape: Danke für dein Review! Jaah, ich mag solche Cliffanhänger immer gern ;) heute kommen wir aber mal ganz ohne aus, dafür ist aber auch einiges los im und ums Hause Snape … hoffe dir gefällt das heutige Kapitel!
Es war ein Moment der Stille, der vor Spannung prickelte und nur darauf wartete, zu explodieren. Schließlich war es Snape der mit einer einzigen Bewegung die Frage beantwortete, die keiner der beiden zu stellen gewagt hatte und sich mit einem Ruck nach vorne beugte. Der Kuss war nicht schüchtern, wie es erst Küsse meist an sich haben, oder vorsichtig oder scheu. Er war fordernd, forsch und ließ sogar in Hermine Granger jede Rationalität Rationalität sein lassen - dass es Severus Snape war, den sie küsste, drang nicht mehr bis zu ihrem Verstand durch, genauso wenig wie die Gefahr, in die sie sich hier begab. Er dauerte an, keiner der beiden trat daraus zurück, keiner wollte sich dem Blick des anderen und den Gedanken seiner selbst stellen - bis das Knallen der Haustür sie auseinander schrecken ließ, taumelnd. Hermine verstand nicht, wovor sie gerade zurück geschreckt war. Sie streifte Snapes Blick, der nicht zu deuten war. Wieder ein Moment der Stille, doch dieses Mal war er von tausend unausgesprochenen Fragen durchzogen.
„Severus“ die Stimme Malfoys drang aus dem Erdgeschoss, ließ Hermine zusammen zucken und Snape sich aufrichten. Er blickte zu ihrer Zimmertür, sie nickte.
Als sie die Tür hinter sich schloss versuchte sie ihre vom Whisky benebelten Gedanken zu ordnen. Sie fuhr sich panisch durch die Haare, versuchte, klar zu denken. Der Kuss … nein, der Kuss war nicht wichtig! Er war nichtig, mehr als nichtig, sie durfte gar nicht daran denken, egal was es gewesen war. Sie musste ihre Gedanken auf das Wichtige lenken und das war Malfoy, der vielleicht gekommen war um seinen Plan auszuführen. Snape hatte doch gesagt, es könne sich noch um Wochen handeln … hatte er sich so sehr irren können? Egal! Fahrig suchte sie nach ihrem Zauberstab, fand ihn in ihrer Hosentasche und legte mit zittriger Stimme einen Tarnzauber darauf, der ihn für jedermann außer ihr selbst unsichtbar machte. Sie steckte ihn zurück, ging im Zimmer auf und ab, hielt es nicht mehr aus und setzte sich aufs Bett. Was besprachen die beiden nur? Sie fragte sich, wie es ablaufen würde. Sie würden sie in Malfoys Haus bringen, ohne Zweifel. Würde Harry dort sein? Und Ron? Ihr verschwommener Blick wanderte zur Uhr. Bereits drei Minuten waren seit Malfoys Eintreffen vergangen. Was taten die beiden Männer nur? Was, wenn Malfoy ihnen am Ende auf die Schliche gekommen war? Vielleicht hatte Snape einen Fehler gemacht, das Haus zu wenig geschützt und irgendjemand hatte etwas gehört, was er nicht hätte hören sollen … vier Minuten. Sie sah Snape vor sich, tot am Küchenboden, Jahrelang von nichts nieder gestreckt und schließlich von jemandem wie Malfoy getötet. Sie glaubte bei jedem Geräusch, dass das alte Haus von sich gab, bei jedem Ticken der Uhr, Malfoys Schritte auf der Treppe zu hören. Sie erhob sich wieder, versuchte darüber nachzudenken, was sie tun sollte. Der Schreck hatte sie nüchtern werden lassen, oder machte es ihren Körper wenigstens glauben. Ihr Blick wanderte zum Fenster. Wenn Snape wirklich tot war, dann müsste sie fliehen. Sie verbot sich den Gedanken sofort. Dass Malfoy Snape irgendetwas angetan hatte wusste sie nicht - es war nur ihr panischer Verstand, ihr Selbsterhaltungstrieb, der ihr das einredete. Sie atmete tief durch, erhob sich und stellte sich neben die Tür, den Zauberstab umklammert. Wenigstens der Überraschungsmoment sollte der ihre sein. In Gedanken ging sie alle Flüche durch, die sie kannte, doch keiner schien ihr der Richtige zu sein. Sie verfluchte sich selbst dafür, Snape darum gebeten zu haben, ihr Okklumentik beizubringen - wenn sie es nicht getan hätte, hätte er ihr vielleicht etwas zeigen können, was ihr auch gegen Malfoy nützte. Fünf Minuten. Was zum Teufel ging hier vor? Sie horchte auf - nun hörte sie tatsächlich leise Schritte über die Treppe hinauf kommen, das war keine Einbildung. Hermine richtete sich auf, den Zauberstab erhoben. Sie würde in entwaffnen und wenn er keinen Zauberstab mehr hatte, würde ihr schon etwas einfallen - das redete sie sich zumindest ein. Die Schritte waren am oberen Ende der Treppe angelangt und als sei vor der Tür zu ihrem Zimmer angelangt waren hielten sie kurz inne. Hermine hielt den Atem an und als die Zimmertür sich öffnete trat sie einen Schritt vor.
„Experlia … Elly?“ der Zauber war ihr beim Anblick der Hauselfe, die vor Schreck beinahe wieder rückwärts aus dem Zimmer gefallen wäre, im Hals stecken geblieben. Sie blickte Hermine erschrocken aus ihren großen Augen an. Hermine schloss rasch die Tür und kniete sich zu der Elfe hinunter.
„Elly es tut mir so Leid, ich dachte Malfoy …“ begann sie, doch die Elfe schüttelte den Kopf.
„Master Snape und Master Malfoy sind gegangen, Miss“ Hermine runzelte die Stirn- Elly drückte ihr ein Blatt Papier in die Hand.
„Master Snape sagte, ich solle Ihnen das geben, Miss“ sagte sie pflichtschuldig. Hermine nahm das Blatt in die Hand, faltete es auseinander und musste fest stellen, dass es leer war. Einen Moment lang war sie vollkommen irritiert, dann verstand sie. Sie zückte ihren Zauberstab, tippte das Blatt an und sprach einen einfachen Endtarnungszauber. Worte, in eiliger Handschrift notiert, erschienen darauf.
Malfoy braucht mich - wahre den Schein. Wenn ich in drei Stunden nicht zurück bin, geh!
Sie las die Worte zwei und drei Mal, fand aber nicht den geringsten Hinweis darauf, was Malfoy von Snape wollte; vermutlich wusste er es selbst nicht. Aber offenbar rechnete er mit dem schlimmsten. Mit zitternden Händen faltete sie das Blatt zusammen und sah wieder zu der Hauselfe hoch, die genauso verängstigt schien wie sie.
„Hat Snape sonst noch etwas zu dir gesagt?“ fragte sie und legte so viel Ruhe in ihre Stimme wie sie konnte.
„Ja, Miss“ begann die Elfe mit Tränen erstickter Stimme „er hat gesagt, ich solle gehen … einfach fort geschickt hat er mich! Ich bin ihm immer treu gewesen!“ Snape ließ seine Elfe frei - zweifelsohne um sie zu schützen. Und er hielt immer noch daran fest, ein schlechter Mensch zu sein.
„Aber Elly, das hat er doch nur getan, weil er dich beschützen will!“ sagte sie sanft. Elly schüttelte den Kopf und schnäuzte lautstark in ihr Geschirrtuch.
„Aber ich werde doch nicht einfach so gehen, nein nein. Ich werde hier bleiben und auf Miss aufpassen“ sagte sie bestimmt. Hermine konnte nicht umhin, sie musste die Hauselfe einfach in den Arm nehmen „Miss ist immer nett zu mir gewesen und ich werde sie hier nicht alleine lassen!“ Hermine wusste, dass sie die Elfe nicht würde umstimmen können, also nickte sie einfach.
„Snape sagte, ich solle drei Stunden warten“ murmelte sie, weil sie einfach wollte, dass die Hauselfe ebenfalls wusste, was geschehen würde.
„Dann werde ich Kaffee machen, Miss“ erklärte Elly, ganz so, als ob es die natürlichste Reaktion der Welt wäre. Sie wandte sich um und verließ das Zimmer. Hermine, zurück bleibend, fuhr sich nervös durch die Haare. Sie schüttelte den Kopf. Sie würde einfach warten. Rasch warf sie einen Blick auf die Uhr. Die letzten fünf Minuten waren ihr vorgekommen wie Stunden - wie würden dann die nächsten drei Stunden werden? Seufzend erhob sie sich, klopfte sich den Staub von den Kleidern und machte sich auf den Weg in die Küche. Wenn den Schein zu wahren hieß, Kaffee zu trinken, dann musste das eben so sein.
Sie setzte sich an den Küchentisch während Elly mit der Kaffeemaschine beschäftigt war. Als der Geruch des Getränkes sich ausbreitete und die Hauselfe zwei Tassen auf den Tisch stellte, war sie dankbar über die warme Tasse. Sie fröstelte, obwohl es gar nicht kalt war. Elly hievte sich auf einen Stuhl, der eigentlich zu groß für sie war, und sah Hermine an. Etwas schien ihr in den Sinn zu kommen.
„Wenn Master Snape nicht hier ist, sitze ich manchmal hier“ sagte sie schuldbewusst und Hermine war sich sicher, dass sie rot geworden wäre, wenn Elfen das könnten.
„Hat er dir das verboten?“ fragte sie stirnrunzelnd.
„Nein, aber es gehört sich nicht, Miss“ erwiderte die Elfe und nahm einen Schluck Kaffee. Hermine nickte. Sie hatte nun nicht die Kraft, ihr zu widersprechen, B.Elfe.R hin oder her.
„Master Snape wird zurück kommen“ sagte Elly leise „er ist immer wieder zurück gekommen. So viele Male hat er mir schon gesagt, ich solle gehen. Ich habe immer auf ihn gewartet“ Hermine stutzte bei ihren Worten.
„Du meinst, Snape hat dich schon einmal frei gelassen?“ fragte sie vorsichtig.
„Schon vor langer Zeit, Miss. Bevor der alte Krieg zu Ende war hat er gesagt, er würde nicht mehr zurück kommen. Er hat mir ein Hemd geschenkt, Miss. Und er ist lange nicht zurück gekommen, aber ich bin immer hier geblieben. Und irgendwann kam er zurück.“ sie reckte sich voller Stolz ein wenig nach oben, so dass sogar ihr Hals über die Tischplatte hinweg lugte.
„Warum bist du hier geblieben?“ fragte Hermine vorsichtig weiter.
„Weil Master Snape gegen die Bösen kämpft und dabei das Essen vergisst“ erwiderte Elly überzeugt und Hermine musste bei dieser Aussage, die so wunderbar ehrlich war, lächeln. Wenn sogar diese Elfe hier Snape für einen guten Menschen hielt, wie konnte sie dann daran zweifeln?
„Du bist sehr mutig Elly“ murmelte sie gedankenverloren und sah aus dem Augenwinkel wie das Gesicht der Hauselfe bei ihren Worten aufleuchtete. Das quälende Ticken der Uhr brachte sie aus dem Konzept, kaum eine Viertelstunde war vergangen.
„Aber Sie sind auch mutig, Miss. Sie sind auch hier geblieben.“ warf Elly ein und Hermine nickte gedankenverloren „ich kenne Master Snape schon sehr lange, Miss. Sie tun ihm gut“ Sie sah auf und wieder huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Es entwischte ihr sofort wieder, als ihre Gedanken zu dem Kuss wanderten. Dafür hatte sie noch keine Zeit gehabt, ihr Gehirn hatte diesen Moment in den hintersten Teil ihres Gehirns gedrängt. Nun, wo das Adrenalin verflog und nur noch Sorge blieb kehrte die Erinnerung zurück und überrannte sie wie eine Welle eiskalten Wassers. Sie legte die Hände vor ihr Gesicht - was hatte sie dazu getrieben? Der Alkohol war das nächstliegendste, natürlich. Er war auf sie zu getreten, es war von ihm ausgegangen. Seufzend griff sie nach ihrer Kaffeetasse. Sie musste damit aufhören, Ausreden dafür zu suchen. Es war ihr nicht klar gewesen, aber nun, wo sie vor Sorge um ihn fast umkam, musste sie es sich eingestehen. Sie war fasziniert von ihm, wollte das Dunkle in dem er sich versteckte unbedingt durchbrechen. Sie hatte Gefallen daran gefunden, dass sich jemand gegen sie stellte, ja sogar daran, dass er ihren Verstand und ihr Wissen immer wieder in Frage stellte. Er zog sie an, beinahe magisch. Wem wollte sie noch etwas vormachen? Sie mochte Severus Snape, vielleicht sogar mehr, als gut für sie war.
„Er ist immer wieder zurück gekommen, Miss“ Ellys Stimme holte sie wieder zurück, sie sah zu der kleinen Hauselfe die, voller Hoffnung dasaß. Wenn sie es schaffte nicht in Verzweiflung zu versinken, dann würde Hermine es auch schaffen.
Die nächsten Stunden vergingen schleppend, jede Minute schien länger an zu dauern als die davor. Hermine wusste nicht, wie viele Tassen Kaffee sie getrunken hatte, wie oft sie die Küche vom Fenster bis zur Tür durchschritten und wie oft ihr Elly versichert hatte, dass alles gut werden würde. Sie versuchte zu lesen, sich irgendwie abzulenken, doch der Versuch scheiterte beim ersten Wort. Es blieb nichts als quälendes Warten, die Zeiger der Uhr anzustarren und auf das monotone Ticken zu lauschen. Jedes andere Geräusch lies Hermine hochfahren, gleichermaßen erwartend dass Snape oder Malfoy in der Tür stehen würden. Von Minute zu Minute wurde ihre Angst, dass sie Malfoy zu Gesicht bekommen würde, größer.
Als die Uhr viertel nach zwölf anzeigte und die dritte Stunde voll war ließ Hermine sich auf den Küchenstuhl fallen, die Hände kraftlos auf dem Tisch liegend. Elly, die sich bereits angeschickt hatte eine weitere Kanne Kaffee zu kochen sah sich fragend zu ihr um. Eigentlich hatte sie diese Entscheidung doch schon gefällt, als sie das Pergament mit seinen Worten in Händen gehalten hatte.
„Ich werde hier bleiben“ sagte sie bestimmt. Die Elfe nickte zustimmend.
„Ich ebenso, Miss“
Sie ließ sich gegen die Lehne fallen, massierte ihre müden Augenlider und nahm die nächste Tasse dampfenden Kaffees dankbar entgegen. Es war irrsinnig hier zu bleiben, noch irrsinniger, als es beim letzten Mal gewesen war. Und doch hielt sie daran fest, was sie sich selbst vorgenommen hatte. Sie würde diesen Kampf zu Ende kämpfen.
Die Uhr schlug eins und die Verzweiflung wuchs. Hermine war hellwach, keine Sekunde war auch nur an Schlaf zu denken. Was zum Teufel wollte Malfoy von Snape? Die Frage kreiste um sich selbst, gewiss, ohne Antwort zu bleiben. Sie würde es nicht heraus finden ehe Snape - oder Malfoy - vor der Tür standen.
Eine Weitere Stunde verstrich, Elly war bereits vor einiger Zeit am Küchentisch eingeschlafen. Hermine beschwor eine Decke hervor und legte sie über die leise schnarchende Hauselfe. Für sie war es einfach, sie war so voller Gewissheit, dass ihr Herr zurück kommen würde, dass sich kein Zweifel einschleichen konnte. Hermine war ihr dankbar. Wenn sie sie heute Nacht nicht gehabt hätte, wäre sie vollends in Panik verfallen. Nun waren schon beinahe fünf Stunden seit Snapes Verschwinden vergangen - zwei mehr, als er sich bis zu seiner Rückkehr zugestanden hatte. Sie wollte sich gerade wieder erheben, da sie das Stillsitzen nicht aushielt, als sie ein Geräusch aus dem Wohnzimmer vernahm. Sie hielt inne, darauf bedacht, keine Bewegung zu machen, die sie verraten konnte. Dann, als wieder Stille eingekehrt war, schlich sie mit erhobenem Zauberstab zur Küchentür, die einen Spalt offen stand. Ein schmaler Lichtstreifen schien herein und sie war sich sicher gewesen, alle Kerzen ausgeblasen zu haben. Sie zählte im Stillen bis drei, dann riss sie die Tür auf, fest damit rechnend, Malfoy vor sich zu sehen. Sie konnte das Gefühl, als sie Snape in mitten des Raumes stehen sah, nicht beschreiben, viel zu groß war die Last die von ihr wich. Erleichternd ließ sie ihren Zauberstab sinken und erwiderte seinen Blick schweigend. Er war es, der schließlich die Stille durchbrach.
„Du bist noch hier“ stellte er unnötigerweise fest.
„Ich weiß“ erwiderte Hermine nur, schloss die Küchentür hinter sich um Elly nicht zu wecken. Es war auch noch früh genug wenn sie am Morgen erfuhr, dass ihr Herr wieder gekommen war.
„Was wollte Malfoy?“ fragte Hermine, an die Tür gelehnt. Die Kraft zum Stehen fehlte ihr.
„Er hat ein Gefäß gefunden“ bei Snapes schlichten Worten krampfte sich Hermines Magen zusammen. „er weiß noch nicht, wie er es kriegen kann, aber es kann sich höchstens noch um Tage handeln“. Tage. Das Wort hallte in Hermines Kopf wieder. Sie schloss für einen verlängerten Reflex die Augen. Snape legte seinen Mantel ab und warf ihn unachtsam auf die Couch. Er sah ausgelaugt aus, als wäre er in den letzten fünf Stunden um fünf Jahre gealtert. Hermine betrachtete ihn eingehend.
„Da du noch hier bist werden wir Morgen damit fortfahren, dich darauf vor zu bereiten. Wir haben wenige Zeit, als ich dachte“ Snapes Stimme war tonlos, beinahe schon kapitulierend. Er hatte anscheinend wirklich nicht damit gerechnet, dass alles so schnell gehen würde „du solltest dich schlafen legen“ sie nickte. Nun, wo er wieder da war, würde sie es auch können. Sie sollte der Sicherheit, die er ihr gab, misstrauen, doch heute Nacht fand sie dafür keine Kraft mehr. Am Treppenansatz blieb sie stehen und wandte sich noch einmal zu ihm um. Ohne irgendein Wort über den Kuss konnte sie nicht gehen. Es schien, als ob er ihre Gedanken lesen könnte.
„Du solltest es vergessen. Wir waren betrunken und ich bin nur ein Mann. Es hatte keine Bedeutung“ sagte er steif. Ob es wohl Erleichterung war, was sie empfand? Sie wusste es nicht mehr zu deuten und entschied, dass jegliche Überlegungen dieser Art auf Morgen zu vertagen. Nur eine einzige Sache, über die sie die letzten Stunden sinniert hatte, musste sie noch loswerden.
„Severus“ sagte sie leise in das Halbdunkle des Raumes hinein. Sein Name fühlte sich aus ihrem Mund seltsam an. Er sah auf „Könnten wir nach heute diese ganze ich-mag-dich-nicht-Geschichte sein lassen und Freunde sein? Ich könnte zur Zeit wirklich einen gebrauchen“ sie konnte sein Gesicht nicht erkennen, doch allein das kurze Schweigen das er einlegte strafte sie ihrer Worte. Sie wollte sich schon umwenden um der barschen Antwort zu entgehen.
„So was ähnliches vielleicht“ murmelte er. Wenn sie noch genügend Kraft dafür gehabt hätte, hätte sie gelächelt.
Snape wartete darauf, dass er Hermines Zimmertür zufallen hörte, dann ließ er sich erschöpft auf der Couch nieder. Die Lage war weitaus gefährlicher, als er gedacht hätte. Malfoys Plan schien wasserdicht - er wusste nicht, wie er da wieder heraus kommen sollte. Wie sie da wieder heraus kommen sollten. Hermine war hier geblieben. Es machte ihn wütend auf der einen Seite, weil sie zu dumm zu sein schien um ihr eigenes Leben zu schützen. Auf der anderen Seite … wer hatte für ihn in den letzten Jahren schon so etwas getan? Allerhöchstens seine Hauselfe. Seine Gedanken wanderten zu dem Kuss, der ihn die ganze Zeit über nicht los gelassen hatte. Ein Moment der Schwäche, den er nun büßen musste. Vorher hatte er sein Verlangen vielleicht erahnen können, nun, wo er eine Winzigkeit von dem, was er haben wollte, in Händen gehalten hatte wuchs es bis ins Unermessliche. Er verfluchte sich selbst dafür, soviel Schwäche zu zeigen - für nichts als ein junges Mädchen. Der Gedanke, zu Daria zu gehen, streifte ihn nur kurz, dann verwarf er ihn wieder. Aus welchem Grund … nun, darüber wollte er besser nicht nachdenken. Bevor der Schlaf ihn eben dort übermannte, wo er sich nieder gelassen hatte, dachte er an Hermines letzte Worte. Sie hatte ihm die Freundschaft angeboten - war tatsächlich so naiv zu glauben, dass er irgendjemandes Freund sein könnte! Ihr Begriff von Freundschaft meinte das, was sie mit Potter und Weasley geteilt hatte: ein unbedingtes füreinander Eintreten. Wie kam sie nur auf den Gedanken, dass er zu so etwas imstande war? Er nannte sich selbst einen Idioten, dass er es zugelassen hatte, dass sie so über ihn dachte. Jede Freundschaft die er eingegangen war, zumindest in den letzten Jahren, war eigennütziger Natur gewesen. Es hatte sich schon sehr lange Zeit niemand mehr um seine Freundschaft bemüht. So was wie Freundschaft … er sollte froh sein, dass es überhaupt jemanden gab, der es ihm anbot.
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