
von FreyaLi
Untitled
Hallo ihr!
Heute ist es also soweit, eines der wichtigsten Chaps dieser FF. Ich will gar nicht zu weit vorgreifen sondern kann nur sagen: viel Spaß beim Lesen!
LG
F.L.
@VeriLepakka: Hallo und Danke für dein Review! Für den bösen Cliff beim letzten Mal gibt's heute dann ein ganz eindeutiges Ende, versprochen! Mmmh … Daria? Mal sehen, auf welcher Seite sie kämpft … hoffe auf jeden Fall, dass dir dieses Chap gefällt!
@KateFlemming: Hallo und Danke für dein Review! Ich hoffe, du erlebst einen schönen Urlaub und wenn du zurück kommst, warten wahrscheinlich schon zwei neue Kapitel auf dich :) wünsche dir inzwischen gute Erholung und für später dann viel Spaß mit dem neuen Chap!
@Suschi: Hallo und Danke für dein Review! Ob es wohl Daria war? Mmmh … dazu sage ich mal gar nichts, man wird schon sehen, auf welcher Seite sie heute kämpft … wünsche dir viel Freude am heutigen Chap und hoffe, dass es dir gefällt!
@Chellie: Hallo und danke für die tollen Reviews, haben mich wie immer sehr gefreut! Dass ich dir mit dem letzten Kapitel die Sprache verschlagen habe, interpretiere ich einfach mal als Lob :) Was Daria mit dem allen zu tun hat, wird heute noch nicht ganz klar - aber Vermutungen dürfen nach Kapitelende natürlich gerne angestellt werden ;) zu Snapes Kälte in den vorherigen Kapiteln: ja, das war wirklich arg (hat sogar beim Schreiben fast weh getan …) aber irgendwie konnte ich die Situation gar nicht anders auflösen - Snape ist, denke ich, ein Mann, der ziiiiiemlich lange braucht um sich selbst etwas einzugestehen und dann noch ein Weilchen länger um es mit jemand anderem zu teilen - und genau so will ich ihn auch beschreiben (auch wenn ihr Leser dann darunter leiden müsst ;) ). Und jetzt will ich dich gar nicht länger vom Lesen abhalten! Wünsche dir viel Spaß!
@Lillian: Hallo und Danke für dein Review! Die Spannungsbögen richtig zu nutzen musste ich auch erst lernen, das kommt mit Zeit und Übung! Und wie es bei den beiden heute weitergeht bzw. ob es weitergeht erfährst du gleich anschließend :) viel Spaß dabei!
Für einen Moment war Hermine wie gelähmt, nicht im Stande, auch nur einen einzigen Finger zu rühren. Sie sah zu, wie Snape seinen Zauberstab zog, auf Lucius richtete und irgendetwas rief, was sie nicht hörte. Von dem Augenblick an, als sie ihren eigenen Zauberstab zückte, verlief alles wie in Trance. Sie sah keine Menschen mehr vor sich, schleuderte nur noch einen Fluch nach den anderen in die Maße. Instinktiv wusste sie, dass sie jenen Mann finden musste, unter dessen Zauber Harry und Ron standen. Rote und grüne Blitze erhellten die Lichtung, schossen von überall hervor, es grenzte an ein Wunder, dass sie keiner davon traf. Aus dem Augenwinkel sah sie wie Snape sich duckte, sich bewegte - egal was er tat, er war noch am Leben und das war im Moment alles was zählte. Sie sah den in einen dunklen Umhang gekleideten Mann vor sich stehen, sie direkt anblickend. Er griff nach seinen Zauberstab, hatte die Situation wohl noch nicht begriffen. Hermine war vielleicht um eine Zehntelsekunde schneller als er, entwaffnete in mit einer Wucht, die ihn nach hinten fallen und stürzen ließ.
Sie sah, wie Harry zu Boden fiel und ein leiser Schrei entwich ihrer Kehle - doch schon Sekunden später rappelte er sich auf, einen Zauberstab in der Hand, den wohl der eben Gestürzte gerade verloren hatte. Sie sah nur noch aus dem Augenwinkel, wie er einen Zauber sprach, der sogleich die fließend silberne Gestalt eines Hirsches aus seinem Stab hervor schießen ließ, der gen Waldrand galoppierte. Sie dankte ihm im Stillen für seine Geistesgegenwart. Unweigerlich hatte er ihn los geschickt um Hilfe zu holen - sie selbst war im Eifer gar nicht auf die Idee gekommen. Trotzdem würde es seine Zeit dauern, bis die Auroren hier sein würden und in dieser Zeit galt es, sich nicht umbringen zu lassen.
Beinahe im selben Moment wurde ihre Aufmerksamkeit von einem dunkelgrüner Lichtblitz eingenommen, der zum Himmel fuhr und diesen hell leuchten ließ. Hermine musste nicht darüber nachdenken, was er zu bedeuten hatte. Sie kannte diesen Zauber, er war eine Warnung, ein Signal, ein Aufruf. Zweifelsohne von irgendeinem der Todesser ausgesprochen bedeutete er nichts anderes, als dass es hier bald nur so vor Feinden wimmeln würde. Vielleicht hatte es immer schon zum Plan gehört, vielleicht war irgendjemand von Harrys Patronus alarmiert worden - es spielte keine Rolle.
Ihre Gedanken wurden abrupt von einem an ihr vorbei ziehendem Zauber abgelenkt, sie wandte sich blitzschnell um, ließ einen Stupor aus ihrem Stab schießen, der den Gegner zwar nicht völlig außer Gefecht setzte aber zumindest von ihr ablenkte. Direkt hinter ihm sah sie Daria stehen, den Zauberstab umklammert auf die Szene vor sich blickend.
Sie wirkte wie versteinert, ihr Gesicht lag im Schatten und wurde nur ab und an von den umher schießenden Lichtblitzen erhellt. Hermine wich geschickt einem Fluch aus, den ihr Gegenüber auf sie gerichtet hatte und bemerkte nur am Rande, dass Harry ihn mit einem seiner Zauber gestreift hatte. Blitzartig griff sie nach einem zu Boden fallenden Zauberstab und schaffte es, Ron in der Hitze des Gefechts ausfindig zu machen um ihm den Stab zu zu werfen. Er fing ihn, offenbar perplex ob der ganzen, für ihn sicherlich mehr als seltsamen Situation. Doch es dauerte keine zwei Sekunden bis er sich gefangen hatte und aus ihrem Blickfeld verschwand. Sie würde ihm später alles erklären können - hoffentlich. Wieder fiel ihr Blick auf Daria, die immer noch dastand ohne irgendetwas zu tun, keine einzige Regung ging von ihrem Körper aus. Hermine konnte nicht darüber nachdenken, ob Malfoy ihretwegen heraus gefunden hatte, dass Snape nicht auf seiner Seite stand. Das dunkle Gefühl, dass sie etwas damit zu tun haben könnte, beschlich sie zwar, doch hier und jetzt war zweifelsohne nicht der richtige Augenblick um darüber nachzudenken.
„Langsam solltest du dich für eine Seite entscheiden!“ rief sie ihr zornig entgegen und schien die Frau damit tatsächlich aus ihrer Starre zu lösen. Einen Moment lang glaubte Hermine einen Fehler gemacht zu haben und gleich von ihr verflucht zu werden, doch sie nickte ihr nur einmal kaum merklich zu.
Ein leiser Laut der Erleichterung verließ Hermines Kehle als sie Gestalten vom Waldrand her auf sie zu eilen sah, die sie kannte - allesamt Auroren, Mitglieder des Ordens, durch Harrys Patronus her gerufen. Gleichzeitig schien es ihr, als würden die Todesser um sie herum stetig mehr und mehr. Immer wieder kamen neue Gestalten dazu und für ein paar Sekunden verharrte Hermine in dem nun aufgekommenen Chaos um sie herum, sah Duelle und kleine, errungene Siege, Menschen zu Boden fallen und überall Flüche umher jagen. Dieser Anblick erinnerte sie unweigerliche an die letzte Schlacht in Hogwarts und es drückte ihr die Kehle zu. Dies musste ein Ende finden und ganz plötzlich wusste sie, dass sie es setzen musste. Sie musste Malfoy finden.
Sie wollte sich umwenden, die Situation wieder ins Auge fassen, doch kaum hatte sie sich einen Millimeter bewegt sah sie direkt in einen erhobenen Zauberstab. Sie strauchelte, hielt inne und blieb auf der Stelle stehen, bedacht, nun keine unüberlegte Bewegung zu machen. Draco Malfoy stand vor ihr, sein Gesicht war vor Wut verzerrt. Aus dem Augenwinkel heraus konnte Hermine erkennen, dass sein linker Arm verletzt war, er hing in einem seltsamen Winkel von seinem Körper herab. Genugtuung durchströmte sie, wurde aber sogleich wieder von lähmender Angst ersetzt. Dieser Mann war gefährlich und sie war ihm völlig ausgeliefert - abermals. Dieses Mal konnte sie sich nicht darauf verlassen, gerettet zu werden. Ihr Herz schien für einen Moment auszusetzen als er ihr näher trat, so dass sein Zauberstab beinahe ihr Gesicht berührte.
„Vater wird sich jemand anderen für seinen Zauber aussuchen müssen“ giftete er sie an, Hermine zwang sich, ruhig zu bleiben.
„Draco, du musst das nicht tun“ sagte sie leise, aber eindringlich „du hast noch eine Chance“
„Halt den Mund!“ er schrie sie an, doch sein Zögern verriet ihn. Draco Malfoy mochte ein abgrundtief schlechter Mensch sein, aber ganz verloren schien er noch nicht. Schreie ertönten aus dem Hintergrund, die Hermine aufhorchen ließen.
„Wenn du es wirklich wolltest, hättest du mich schon längst getötet“ erwiderte sie so gefasst wie möglich. Es bedurfte riesiger Anstrengung, so ruhig zu bleiben, doch sie wusste, dass sie ihn zum Explodieren bringen würde, wenn sie ihren Zauberstab auch nur einen Zentimeter weit hob. Es galt ihn abzulenken, den Moment abzuwarten, in dem er unvorsichtig wurde.
„Du ...“ begann Draco und hob seinen Zauberstab, sie griff bereits nach dem ihren - als er von hinten von einem roten Strahl getroffen wurde und seitlich zu Boden sackte. Hermine starrte den leblosen Körper an, war wie gelähmt. Als sie aufblickte erkannte sie Daria, ihren Zauberstab immer noch auf Draco gerichtet.
„Verdammt, beweg' dich. Noch einmal rette ich dich nicht“ warf sie ihr unwirsch entgegen, Hermine nickte und wandte sich dann wieder um, nicht über das eben Geschehene nachdenkend. Auch dieser Gedanke wurde auf später verschoben. Die Todesser schienen tatsächlich immer mehr zu werden, kaum hatte sie einen erledigt, traten zwei weitere an ihre Stelle. Sie konnte nichts anderes mehr ausmachen als Feinde, hatte Harry, Ron, Snape und die restlichen Auroren völlig aus den Augen verloren, starrte nur noch in unbekannte Gesichter, eines wutentbrannter und entschlossener als das andere. Am Rande bemerkte sie, dass sie plötzlich auch Seite an Seite mit Mitgliedern des Ordens kämpfte, fing immer wieder verwirrte Blicke auf. Sie zwang sich, den Ankommenden keine Beachtung zu schenken und spürte in eben jenem Moment wie ein Fluch ihr Bein streifte, sie umknicken und zu Boden fallen ließ. Ihr Zauberstab glitt ihr aus den Händen und sie prallte unsanft auf dem steinigem Untergrund auf. Ein paar Augenblicke lang wurde es still um sie herum, ihr Blickfeld verschwamm und wurde immer dunkler, ein dumpfer Schmerz breitete sich in ihrem Kopf aus und wanderte in ihre Glieder. Sie keuchte, griff um sich, bekam erst nichts zu fassen und fand schließlich doch ihren Zauberstab wieder. Mühevoll rappelte sie sich auf, wischte sich über die Stirn, ignorierte das Blut, das auf ihrer Hand kleben blieb. Sie musste weiter machen, zwang sich selbst dazu, nicht wieder unter den Schmerzen zusammen zu sinken, gab fast nach, wollte sich schon wieder fallen lassen, ergeben - als sie, am Rande des Getümmels, Snape erkannte.
Er kauerte am Boden, offenbar entwaffnet, über ihm stand Lucius Malfoy. Das Duell der Beiden hatte offenbar bis gerade an gedauert und noch war kein Sieger daraus hervor gegangen - doch es war nur eine Frage der Zeit, wenn niemand eingriff. Entschlossen bahnte Hermine sich ihren Weg durch die Kämpfenden, wurde von einem weiterem Fluch gestreift, den sie kaum wahrnahm.
„Experliarmus!“ rief sie, vielleicht genau im richtigen Moment, und Malfoys Zauberstab flog im hohen Bogen von ihm weg. Er selbst strauchelte, teils vor Überraschung, teils von der Wucht des Fluches, und fiel schließlich.
„Vielleicht doch kein so unnötiger Fluch“ murmelte sie, an Snape vorbei eilend, der wieder nach seinem eigenen Stab griff. Lucius indessen war bereits dabei, wieder aufzustehen, als Hermine bei ihm ankam. Sie blickte ihn sein Gesicht und erkannte keinen Anflug von Angst, keine Reue, nur den gewohnten Ausdruck der Überlegenheit und der Abscheu. Unendliche Wut stieg in ihr hoch, gegen diesen Mann, der so vielen Unschuldigen Leid angetan hatte. Er hätte sie getötet ohne mit der Wimper zu zucken, ohne in Frage zu stellen, was er da eigentlich tat, ohne das Leben, das er genommen hatte, im geringsten zu bedauern. Für ihn war sie wertlos, nichts weiter als ein Hilfsmittel für seinen Plan, keine Gefahr. Nicht einmal jetzt, wo sie mit erhobenem Zauberstab über ihm stand und vor Zorn zitterte, schien er sie als Bedrohung zu sehen. Sie musste sich zusammen reisen, mit aller Macht, um nicht all ihren Hass und ihre Wut heraus zu lassen, beobachtete jede seiner Bewegungen genau.
„Was ist los, kleines Schlammblut, bringst du es nicht fertig?“ fragte er leise, beinahe flüsternd. Und dann explodierte die Wut in Hermine, sie konnte nicht anders, auch wenn sie sich später selbst dafür hassen würde.
„Crucio!“ Schrie sieh, mit einer Stimme, die nicht nach ihr klang. Die Wucht des Zaubers überraschte sie nicht, viel mehr erschrak sie vor ihrer eigenen Genugtuung, mit der sie Lucius Malfoy am Boden sah, sich vor Schmerzen windend und schreiend. Sie schaffte es kaum ein paar Sekunden lang den Zauber aufrecht zu erhalten, dann ließ sie ihren Stab hinab sinken, den Blick starr auf den nun schnell atmenden Zauberer vor sich gerichtet. Lucius rang nach Atem, griff sich an die Brust. Der schmerzverzerrte Gesichtsausdruck wich nur langsam von seinem Gesicht. Als er die Augen wieder öffnete starrte er Hermine direkt an, verachtend, beinahe spöttisch.
„Ist das alles, was du kannst? Gib es zu, du hast nicht den Mumm dazu mich zu töten!“ presste er heraus „das ist es, was euch so schwach macht. Deshalb werdet ihr uns nie ganz besiegen. Niemals. Euch fehlt es an Willensstärke, an Durchsetzungsvermögen …“ In Hermine zog sich etwas zusammen. Er hatte Recht. Wie hatte Snape es ausgedrückt? Feuer muss man mit Feuer bekämpfen. Wenn dieser Mann am Leben blieb, dann würde er weiterhin Schaden anrichten, selbst wenn man ihn bis zu seinem Tod nach Askaban schickte. Es würden andere folgen, die durch nichts abgeschreckt wurden. Wie viele würden noch sterben, die für das Gute kämpften? Sie spürte, wie der Kloß in ihrer Brust anwuchs, wie das dunkle Gefühl sie wieder einnahm, völlig einhüllte, von ihrem Körper und ihren Gedanken Besitz ergriff. Vorhin hatte sie es ganz deutlich gewusst: dies hier musste beendet werden, von ihr. Hass und Wut und Abscheu flossen durch ihre Adern, brachten sie dazu ihren Zauberstab zu heben. Das Gefühl, das in ihr wohnte, war nicht zu vergleichen mit dem, dass sie ihn Snapes Wohnzimmer erlebt hatte. Damals hatte sie sich zwingen müssen, diese Gefühle zu empfinden, hatte sie beherrschen müssen - nun wurde sie davon beherrscht, gänzlich eingenommen. Sie musste sich nichts in Erinnerung rufen, alles schien wie von selbst zu gehen. Sie öffnete den Mund um die Worte zu sprechen, die versprachen, diesem Wahnsinn hier ein Ende zu machen, als jemand sie heftig am Arm packte und zurück hielt.
Sie taumelte, fühlte sich wie aus dem Schlaf gerissen und starrte in Snapes Gesicht.
„Was zum ...“ begann sie und wollte sich aus seinem Griff lösen, das Begonnene zu beenden, doch seine Hand schloss sich nur noch fester um ihren Arm, ließ ihr keine Möglichkeit sich los zu reißen.
„Tu es nicht“ sagte er und es hörte sich tatsächlich an wie eine Bitte, nicht wie ein Befehl. Sie kannte den Ausdruck seines Gesichtes nicht, hatte ihn noch nie an ihm gesehen. Vielleicht war es Furcht - doch wovor? Sie war doch gerade dabei gewesen, die Gefahr zu beseitigen. Weshalb wollte er Malfoy schützen? Er selbst wäre beinahe von ihm getötet geworden, es war nur ein glücklicher Zufall gewesen, dass dies nicht geschehen war.
„Du bringst mir erst bei, zu töten, und willst mich dann davon abhalten?“ fragte sie, wütend auf diesen Mann, der sie bis jetzt nur gedemütigt und verhöhnt hatte. Er nickte lediglich.
„Du würdest nicht damit leben können“ erwiderte er still und für einen Moment glaubte Hermine etwas in seinen Augen zu erkennen, was sie hoffen ließ - hoffen, dass es irgendetwas in diesem Mann gab, von dem sie nichts wusste, was noch nicht zerstört und zermürbt worden war, was noch nach Leben schrie. Sie belehrte sich still eines besseren; sie würde doch nicht wirklich ein weiteres Mal so naiv sein?
„Mein Leben hat dich bis jetzt recht wenig geschert.“ antwortete sie kälter, als sie es ihrer eigenen Stimme je zugetraut hätte. Sie wollte fortfahren, ihm noch etwas sagen, doch aus dem Augenwinkel heraus sah sie Malfoy, der nach seinem am Boden liegenden Zauberstab griff. Sie drehte sich zu ihm um, doch indem Moment, in dem sie ihren Mund öffnete, flog ihr Zauberstab schon beiseite. Sie bleib stehen, mit offenem Mund, darauf harrend, was geschehen würde. Unfähig sich zu bewegen oder auch nur ein Wort zu sagen sah sie Malfoy zu, wie sein Mund die Worte formten, die ihr selbst auf den Lippen gelegen hatte.
Sie sah es enden. Sie sah sich selbst am Boden liegen, in ihrem eigenen Blut, die Augen vor Schreck weit aufgerissen. Alles umsonst gewesen. Still und bewegungslos gen Himmel starrend, blind für alles, was um sie geschah. Den letzten Luftzug tätigen in der Gewissheit, dass sie es selbst hätte beenden können, dass es anders hätte kommen können. Sie sah ihre Freunde über ihr stehend, weinend, trauernd, ein weiteres Mal. Snape sich abwenden, ohne irgendeine Emotion.
All diese Bilder jagten durch Hermines Gehirn, während sie Malfoy anstarrte, den Blick nicht von dem erhobenen Zauberstab wenden könnend. Noch ehe er die letzte Silbe aussprach hörte sie den dumpfen Aufprall eines Körpers, der zu ihrer Überraschung nicht der ihre war. Sie verstand nicht, weshalb ihre Augen immer noch Bilder wahrnahmen. Wieso hörte sie noch die umher jagenden Flüche? Woher kamen diese Schreie, woher das Knallen? Müsste sie nicht tot sein, nichts mehr von alldem hören und sehen und fühlen, erlöst sein von dem Schmerz, der durch ihren Körper jagte? Wieso schmeckte sie immer noch Blut im Mund, wieso fühlte sie immer noch, wie ihre Beine sie trugen?
Sie blinzelte. Atmete. Tatsächlich konnte sie noch atmen. Sie sah Malfoy am Boden liegend, die Hand ausgestreckt, den Blick starr nach vorn gerichtet. Sie hörte Snape neben sich ausatmen, erleichternd. Sie wandte sich zu ihm um, er stand da, den Zauberstab immer noch erhoben, scheinbar konnte er selbst nicht fassen, was gerade passiert war. Doch dieser Zustand dauerte nur kurz an, gleich schien er sich wieder gefasst zu haben, senkte den Zauberstab und ließ jegliche Emotion von seinem Gesicht verschwinden, als wäre sie nie da gewesen.
„Es ist vorbei“ sagte er laut und irgendwie schien es allgemeine Gültigkeit zu haben. Die Flüche wurden leiser, vereinzelter. Hermine blickte sich um, sah Körper am Boden liegen. Auroren nahmen Todesser gefangen, knieten neben Getroffenen. Bekannte Gesichter rappelten sich auf, sahen sich um. Zauberstäbe wurden eingesammelt, Gruppen bildeten sich. All das erinnerte ersckreckend an die Schlacht vor drei Jahren, die sie mit Müh und Not verarbeitet hatte. Dies hier war kürzer gewesen, in kleinerem Ausmaß und doch hatte sie das Gefühl, dass sie gerade etwas im Keim erstickt hatten, was zu einer wirklichen Gefahr hätte werden können.
„Es ist vorbei“ wiederholte sie, leiser, um es sich selbst klar zu machen. Lucius Malfoy war tot. Snape starrte sie an und rührte sich nicht von der Stelle. Sie spürte, langsam und schleichend, wie das dunkle Gefühl in ihrer Brust verschwand und Erleichterung Platz machte. Der Kloß löste sich auf, zerbröckelte zu nichtssagendem Staub. Sie konnte wieder frei atmen, das Zittern verschwand. Es war vorbei, tatsächlich. Trotzdem war sie noch nicht imstande, sich von der Stelle zu rühren, starrte Snape an, als ob sie ihn noch nie gesehen hätte. Erst jetzt bemerkte sie den blutigen Riss in seinem Umhang, die Schürfwunden in seinem Gesicht, den noch seltsameren als sonst wirkenden Winkel seiner Nase. Gleichzeitig schmeckte sie den metalernen Geschmack in ihrem Mund, der von ihrem eigenen Blut herrührte, spürte den Schmerz in ihrer Schläfe und ihrem Bein. Doch das alles war kein Preis für die Erlösung, die sie eben erlebt hatte.
Sie erkannte erst spät, dass jemand auf sie zu trat. Erst als Harry vor ihr stand und sie in eine Umarmung zog - ganz so, als wolle er sicher gehen, dass sie auch wirklich real war - bemerkte sie ihn. Seine Arme um sie bedeuteten mehr als tausend Worte, mehr als alles, was sie ihm sagen und er wissen wollte. Für Erklärungen gab es später noch Zeit genug, jetzt, in diesem Moment, war sie einfach nur unglaublich erleichtert darüber, ihren Freund hier bei sich zu haben. Sie schaffte es, ihn anzulächeln. Der Blick, den er ihr zuwarf, war besorgt und froh gleichermaßen.
„Du solltest dich verarzten lassen“ sagte er ruhig, an ihr hinab blickend „sie ebenfalls, Professor“ er warf Snape einen Seitenblick zu „und dann solltet ihr uns vielleicht erklären, was, bei Merlin, hier eigentlich vor sich gegangen ist“
„Ich wüsste nicht, wann ich angefangen hätte, Anweisungen von dir entgegen zu nehmen Potter“ schnarrte Snape ihn an und wandte sich um. Obwohl sie so unsagbar wütend auf ihn war, konnte Hermine nicht anders, als bei diesen Worten ein schiefes Lächeln aufzusetzen. Irgendwie, auf sehr sonderbare Weise, war die Welt wieder gerade gerückt worden.
---
Wieder ein Kapitelende und wieder warte ich gespannt darauf, was ihr davon haltet :) da diese Geschichte auf meinem PC nun so gut wie vollendet ist, kann ich euch sagen, dass es insgesamt wohl ziemlich genau 28 Kapitel werden - es folgen also noch einige!
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel