
von Primrose
Als ich mit dem Blick auf den Vorhang über mir aufwachte, flog ein Lächeln über mein Gesicht. Endlich in Hogwarts, endlich in Slytherin, endlich dort wovon ich jahrelang geträumt hatte. Meine Schwester hatte schon vor einem Jahr ihren Brief bekommen. Ich wollte auch endlich ihrem Beispiel folgen. Und nun lag ich hier in meinem Himmelbett in den Kerkern. Bestimmt würde bald der Gong die Schüler aus den Betten holen. Doch noch schliefen die Mädchen um mich herum, oder taten wenigstens so. Also schloss ich noch einen Moment die Augen und freute mich auf meinen ersten Tag in Hogwarts.
Es dauerte nicht mehr lange, bis die aufgehende Sonne und der darauf folgende Gong das große Schloss mit Leben füllte. Die aufgeregten Erstklässler wuselten durcheinander und fanden ihre Socken nicht. Im Schlafsaal der zweiten Klasse dagegen ging es etwas ruhiger zu. Hier kannte man sich ja schon aus. Auch Diana Riddle suchte sich ihren Umhang heraus und plauderte mit ihren Freundinnen. Dann gingen sie hinunter in die große Halle. Die Hauselfen hatte sich am ersten Morgen nach den Ferien wohl besonders viel Mühe gegeben, denn es duftete nach Eiern und Speck. Diana ließ sich auf den Platz neben ihrer besten Freundin Kessie fallen und hielt Ausschau nach Johanna. Sie entdeckte sie in einer Gruppe verwirrt aussehen der Erstklässler, die anscheinend nicht wussten, wo sie jetzt hinsollten. Doch Professor Snape führte seine neuen Hausmitglieder schon zu ihren Plätzen am Slytherintisch. Diana wandte sich beruhigt ihrem Toast zu.
Das schrille Kreischen einer Eule kündigte die morgendliche Post an. Vor Johanna ließ sich eine Schleiereule nieder und sie nahm ihr den Stundenplan aus dem Schnabel. In der ersten Stunde hatte sie Verwandlung. Zusammen mit ihren Mitschülern machte Johanna sich auf den Weg zum angegebenen Klassenzimmer. „Zum Glück gibt’s hier am ersten Tag Schlosspläne!“, dachte sie während die Gruppe die Treppen zum Klassensaal hinaufstieg. Bei diesen vielen Korridoren, Treppe und Türen würde sie sich nie zurechtfinden! Vor dem Klassenzimmer warteten schon die Erstklässler aus Hufflepuff. Mit ihnen würden sie Unterricht haben. Die Hufflepuffs schienen über ihr Los nicht erfreut zu sein. Slytherins waren laut Diana in Hogwarts nicht sehr beliebt. Doch all ihre Vorfahren waren in diesem Haus gewesen und Johanna mochte ihre Mitschülerinnen.
Die Tür zum Klassenraum öffnete sich und Professor McGonagall trat heraus. „Treten sie ein. Ich wäre nun soweit.“, forderte sie ihre Schüler auf, wobei sie den schmalen Mund zu einem Lächeln verzog. An diesem ersten Schultag hatte wohl jeder gute Laune. Die Schüler betraten den Saal und setzten sich auf ihre Plätze. Neben Johanna ließ sich ein blondes Mädchen auf die Bank fallen. „Hallo! Ich heiße Claire. Wir sind in einem Schlafsaal! Ist das nicht alles super hier? Also ich möchte nie wieder nach Hause! Das große Schloss, dass wir jetzt Zaubern lernen, …“, doch ein mahnender Blick von Professor McGonagall brachte sie zum Schweigen. Den Rest der Stunde verbrachten sie damit der Lehrerin bei ihrem mehr oder weniger interessanten Vortrag über Hausregeln, den Unterricht und den Unterrichtsstoff des kommenden Schuljahres zuzuhören. Am Ende der Doppelstunde war Johanna erleichtert mit Claire hinunter zum See zu gehen und wie alle Schüler eine kleine Pause einzulegen. Ein mürrischer Filch schlurfte gefolgt von Mrs Norris vorbei und beschwerte sich grummelnd über „So viele schmutzige Schuhe im Sand! Das muss ich alles wieder sauber machen!“ Johanna schmunzelte. „Der ist ja genauso, wie Diana ihn beschrieben hat!“
Auch Diana war mit ihren Freundinnen zum See heruntergekommen und ließ am Steg ihre Füße im Wasser baumeln. Sie hatte schon eine interessante Stunde Zaubertränke hinter sich. Als Slytherin war diese Stunde bei Snape die besten des Tages. „Was haben wir als nächstes?“, fragte sie Kessie. „Also laut unserem Stundenplan müssen wir jetzt in Geschichte. Wie ich diese Stunden bei Professor Binns hasse! Da könnte ich grad einschlafe!“ „Und das schon am ersten Tag!“, maulte Diana. Doch es stellte sich heraus, dass auch Professor Binns einen guten Tag hatte, und so ließ er die Schüler über ihre Ferien erzählen. Diana konnte mal wieder nicht mitreden. Als Tochter Lord Voldemorts lebte sie zusammen mit ihrem Vater und ihrer Schwester auf einem verborgenen Landsitz in Nordengland. In Hogwarts waren sie unter dem falschen Namen Tomsen angemeldet, damit ihre Identität nicht aufflog. Ihre Mutter hatten die beiden Schwestern noch nie gesehen und sie wagten nicht nach ihr zu fragen. Sie konnte nicht behaupten, dass sie eine vollkommene Kindheit gehabt hatten. Doch sie bewunderte ihren Vater und seine Pläne voller Ehrfurcht.
Am Ende des Schultages wusste Johanna drei Dinge. Ersten: Eulenpost ist das größte! Zweitens: Sie mochte Filch nicht. Und Drittens: Die Jahre in Hogwarts würden die schönsten ihres Lebens werden!
------------------------------
@alle: ich hoffe mein neues Kapitel hat euch gefallen! Ich hoffe auf einige Kommentare von euch.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel