
von blackhaert
Am nächsten Morgen, wachte James auf. Es war noch früh am Morgen. Lily schlief neben ihm noch. James stand leise auf und setzte sich seine Brille auf. Er wollte Lily nicht wecken. Leise zog er sich an und ging nachdem er Lily eine kurze Nachricht auf ein Stück Pergament geschrieben hatte hinunter in den Gemeinschaftsraum und von dort aus hinunter in die Eingangshalle. Er wollte nach draußen. Die Sonne schien James ins Gesicht und er genoss die Wärme. Dann ging er zum schwarzen See und setzte sich unter eine Buche. Er dachte an alles was er auf Hogwarts erlebt hatte. Er würde Hogwarts vermissen. Vielleicht, dachte er, kann ich ja als Lehrer hier unterrichten. Dann würde er Hogwarts wiedersehen.
James erhob sich und machte sich auf den Weg zurück zum Schloss.
Im Schloss war es still. Nur aus der Großen Halle kamen gedämpfte Stimmen. James ging die Steintreppen hoch, die ihn zurück zum Gemeinschaftsraum führten. Plötzlich hörte er eine Stimme hinter sich rufen:,, James da bist du ja, ich hab dich schon gesucht. Wo warst du denn?" Es war Lily.
,,Ich war draußen am schwarzen See!" , antwortete er und umarmte Lily. Lily lächelte ihn an. Sie wusste das James Lieblingsplatz der schwarze See war. Gemeinsam gingen sie in die Große Halle und setzten sich an den Griffendortisch Plötzlich stand Amy neben James und hielt ihm ein Becher Kürbissaft hin. ,, Oh, hallo Amy!", sagte James überrascht. Amy sagte nur :
,, Aus Frankreich. Selbstgepresster Kürbissaft!" und verschwand wieder. James nahm den Becher, den Amy vor ihm hingestellt hatte und nahm einen großen Schluck. Plötzlich schrie er laut auf als ein höllischer Schmerz sich in seinem Körper ausbreitete. Dann wurde ihm schwindelig, dann kippte er vom Stuhl und der Becher mit dem Kürbissaft fiel ihm aus seiner schlafgewordenen Hand und er blieb reglos am Boden liegen. Lily wollte James helfen wusste aber nicht wie. Sie kniete sich neben ihn und brach über ihm in Tränen aus. Mari und Vany waren sofort bei ihr. Sirius und Lupin, die gerade erst die Große Halle betreten hatten rannten zu Lily. Gemeinsam hoben sie James auf eine Trage, die Sirius rasch heraufbeschworen hatte. Lupin zog Lily sanft von James herunter. Lily ließ es nach einem kurzen sträuben zu. Dann ging sie von Vany und Mari gestützt zum Krankenflügel. Mme Pomfrey half ihnen James auf ein Krankenbett zu legen. Dann fragte Sirius Lily: ,, Was ist passiert?"
,, Amy hat ihm ein Becher mit selbstgemachtem Kürbissaft aus Frankreich gegeben und dann hat James was davon getrunken und hat plötzlich laut geschrien, dann ist er zusammengeklappt!",erzählte Lily schluchzend.
Wie kleine Bäche liefen ihr die Tränen an den Wangen hinunter. Sirius, der neben Lily stand schniefte leise. Lily blickte auf. Auch Sirius Augen waren mit Tränen gefüllt. Lily sah, wie Sirius versuchte sie zurückzuhalten. Vergeblich. Schließlich gingen Reamus und Sirius aus dem Krankenflügel. Mme Pomfrey war damit beschäftigt James zu untersuchen. Sein Gesicht war blass und es schien als wäre alle Farbe davon gewichen. James dachte sie bitte verlass mich nicht! ,, Mrs.Evans!"
Lily drehte sich um. Professor McGonegal war soeben in den Krankenflügel gekommen. ,, Was ist in der Großen Halle mit Mr. Potter passiert?"
Lily erzählte ihrer Hauslehrerin was passiert war. McGonegal hörte ihr zu und am Ende sagte sie: ,, Ich denke, es ist besser wenn Sie sich in ihren Gemeinschaftsraum begeben und sich von dem Vorfall zu erholen. Ich glaube das wird ihnen gut tun. In diesem Zustand können sie unmöglich am Unterricht teilnehmen."
Lily nickte dankbar und machte sich nach einem letzten Blick auf James auf den Weg zum Gemeinschaftsraum. Lily fühlte sich elend. Sie wollte nur noch in ihr Bett. Als sie den Gemeinschaftsraum betrat, sah sie das Sirius in einem der Sessel am Kamin saß. Lily hörte ein leises Schluchzen. Sie ging zu Sirius und setzte sich zu ihm. Sirius hob den Kopf, vergrub ihn gleich wieder in seinen Händen. Lily sollte nicht sehen das er weinte. James war sein bester Freund. James war immer für ihn da gewesen, sie hatten zusammen Streiche ausgeheckt und gemeinsam geplant wie sie zu Animagie wurden um Lupin während den Vollmondnächten Gesellschaft zu leisten und nun sollte diese Freundschaft zu Ende sein? Sirius mochte gar nicht erst daran denken.
Lily wusste wie Sirius sich fühlte. Schließlich hatte er vielleicht seinen allerbesten Freund verloren. Lily stand auf und ging in Richtung der Mädchenschlafsäle. Dort setzte sie sich auf ihr Bett und fing wieder an zu weinen. Ihre Tränen liefen ihr das Gesicht hinunter und tropften auf ihre Uniform.
Lily wusste nicht wie lange sie einfach so dagesessen hatte, denn plötzlich klopfte es leise an der Tür zum Mädchenschlaf.
,, Herein!", rief Lily mit Tränenerstickter Stimme. Die Tür öffnete sich und zu ihrer Überraschung betrat Sirius in den Mädchenschlafsaal. Seine Augen waren rot und verquollen vom weinen. Sirius setzte sich neben Lily.
Nach einer Weile sagte Lily:,, Hat McGonegal dir auch Unterrichtsfrei gegeben?"
Sirius nickte. ,,Lily ich....."
,,Ich weiß wie du dich fühlst Sirius. Mir geht es genauso, wie dir auch wenn ich James nicht so lange kenne wie du..."
,,Lily, das was wir beide fühlen hat nichts damit zutun, wie lange wir James kennen. Ich weiß nur das er mir ein Leben ermöglicht hat, das besser ist als das in meiner Familie. Wie du weißt fahre ich am Ende des Schuljahres immer mit zu James. Seit ich von zu Hause abgehauen bin. Er ist der beste Freund den es gibt."
Lily wollte etwas sagen, aber Sirius sprach weiter:,, Als James sich in dich verliebt hatte, wollte er plötzlich mit keinem anderen Mädchen mehr zusammen sein. Er hat alles mögliche versucht um mit dir zusammen zu sein und er hat es geschafft. Ich weiß, das du ihn für ein Idioten gehalten hast, er war jedes mal wenn du ihn abgewiesen hast, traurig. Er wollte beweisen, dass er anders sein konnte."
,,Ich weiß..und er hat es geschafft! Ich hab mich so furchtbar geschämt, das ich so gemein zu ihm war. Das wurde mir klar als er ein Lied für mich im Gemeinschaftsraum gesungen hatte. Ich hätte mir für mein Verhalten gegenüber James nie verzeihen können, aber James tat es. Ich ..."
Lily brach wieder in Tränen aus. Sirius umarmte sie. Es tat gut, dass sie Jemanden hatte bei dem sie ihr Herz ausschütten konnte.
Sie hatte zwar Vany und Mari, aber denen erzählte Lily nicht alles was ihr auf dem Herzen lag.
~ Für immer verloren? ~
Sirius und Lily saßen lange auf Lilys Bett. Lily hatte aufgehört zu weinen. Sirius wusste nicht wie viel Zeit vergangen war. Er hatte das Gefühl, das Lily ihn immer verstehen konnte, es war als könnte sie ihm in sein Herz sehen. Er erzählte James zwar vieles was ihm auf dem Herzen lag, aber einiges behielt er für sich. Schließlich stand er auf und umarmte sie zum Abschied und ging. Lily legte sich auf ihr Bett und dachte an James. Bitte, dachte sie ich will dich nicht verlieren James! Und mit dem Gedanken schlief Lily ein. Sie schlief so fest, dass sie nicht bemerkte wie ihre Freundinnen versuchten sie wach zu rütteln, nur um mit ihr zum Abendessen in die Große Halle zu gehen, aber ihre Versuche scheiterten.
Lily schlief bis zum nächsten Morgen. Als sie aufwachte sah sie das die Betten von Mari und Vany leer waren. Lily stand auf und beschloss unter die Dusche zugehen. Nachdem sie ausgiebig geduscht hatte, zog sie sich um und ging hinunter zur Großen Halle. Doch bevor Lily den Griffendortisch erreicht hatte, kam ihr Professor McGonegal entgegen. ,, Guten Morgen Mrs. Evans! Bitte kommen sie mit mir in mein Büro! Mr. Black ist auch bereits dort. Außer mir befinden sich dort noch Professor Slughorn und Mme Pomfrey."
Lily folgte Professor McGonegal aus der Großen Halle bis hin zu ihrem Büro. ,, Da wir jetzt vollzählig sind können sie beginnen, Horace!", sagte Professor McGonegal. ,, Also Sie und Mr. Black sind hier in Minervas Büro, weil wir ihnen sagen wollen wie es um Mr. Potter steht. Um es kurz zu machen: Mr. Potter wurde vergiftet! Das Gift, das sich im Becher befand war einmal Bestandteil der Zaubertrankutensilien vor vielen Jahren. Es wurde nicht mehr auf die Liste gesetzt, weil es zu viele Unfälle gegeben hatte. Wenn ein Mensch dieses Gift trinkt verspürt er große Schmerzen. Das Gift breitet sich langsam im Körper aus. Zum Glück konnte Mme Pomfrey die Ausbreitung des Giftes durch ein Heiltrank ein wenig aufhalten. Allerdings wissen wir nicht für wie lange wir das Gift aufhalten können."
,,Kann man denn nichts dagegen unternehmen?", unterbrach ihn Lily.
,, Doch, aber die Zubereitung eines Gegengiftes dauert ungefähr ein Jahr oder länger."
,, Sie wollen ihn also sterben lassen? Das können Sie doch nicht machen!", rief Sirius verzweifelt.
,, Beruhigen Sie sich Mr. Black! Wir werden natürlich alles tun, damit ihr Freund nicht stirbt!", sagte McGonegal mit ernster Stimme.
,, Und nun gehen Sie beide in die Große Halle und frühstücken dort!"
Lily und Sirius verließen nur widerwillig McGonegals Büro.
In den nächsten Tagen schlief Lily kaum, sie erschien immer seltener zu den Mahlzeiten in der Großen Halle, und sie weinte viel. Sirius und die anderen versuchten Lily aufzumuntern, aber jeder ihrer Versuche scheiterte. Sirius konnte nicht länger mit ansehen, wie Lily langsam an ihrer Liebe zu James kaputt ging. Es reichte ihm ihr zu sagen, dass James es nicht ertragen könnte, wenn sie sich weiter in ihr Schneckenhaus zurück zog. Sirius hatte das Gefühl, dass sie ihm nicht zuhörte und er ließ es bleiben.
Lily wollte James im Krankenflügel besuchen. Und als sie ihn scheinbar reglos in seinem Krankenbett liegen sah kam ihr plötzlich eine Idee. Ihre Mutter hatte ihr früher mal ein Märchen erzählt, aber Lily wusste nicht mehr, wie es hieß. Sie wusste nur das ein Prinz darin vorkam, der eine Prinzessin durch einen Kuss wieder zum Leben erweckt hatte. Lily beugte sich über James Gesicht und küsste seine blassen Lippen. Und als sie sich wieder aufrichtete war nichts passiert. Es war ja auch nur ein Märchen gewesen. Lily hatte das Gefühl, das ihr Leben ohne James plötzlich kein Sinn mehr hatte. Ohne ihn fühlte Lily sich nicht ganz.
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