
von **Minimuff**
Kapitel 1 β Eine Welt bricht zusammen
Ginny:
Es war ein Gefühl endloser Leere, als ich an diesem Morgen aufwachte. Es fühlte sich an, als ob ich stundenlang geweint hätte und ich deshalb so ausgelaugt wäre, doch β¦ gestern Abend war doch alles normal gewesen. Ich hatte gelacht und geplaudert und nichts war passiert.
Lag es daran, dass Weihnachten näher rückte und ich immer noch das Bedürfnis hatte, zu Harry zu rennen und ihn zu küssen? Direkt vor allen anderen? Oder lag es daran, dass ich wusste, dass ich ihn niemals bekommen würde? Dass Harry viel zu weit entfernt für mich war?
Er war ein Held und daran ließ sich nichts ändern. Genau genommen, wollte ich daran auch nichts ändern.
Wäre er aber kein Held, wäre er für dich auch nicht unerreichbar., flüsterte mir eine innere Stimme zu und mir war sofort bewusst, dass sie die Wahrheit sagte. Oder aber, wäre ich nicht so ein Niemand β¦
Seufzend stand ich auf. Vielleicht würde dieses Gefühl ja nach einer ordentlichen Dusche und etwas zu Essen im Magen wieder verschwinden.
Ich hatte einmal davon gelesen, dass Essen einen äußerst glücklich machen könnte β¦ und ich musste diesem zustimmen. Ich lief ins Bad und zog meinen Schlafanzug aus. Es war kurz vor den Ferien und heute war unser letztes DA-Treffen. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, heute mit Harry zu reden β ich hatte allen meinen Mut zusammengekratzt, um das zu tun β doch nach einem Blick in den Spiegel wusste ich, dass heute ehrlich nicht mein Tag war. Genau genommen sah ich grausam aus. Meine Haare standen in alle möglichen Richtungen ab, während ich tiefe, dunkle Schatten unter den Augen hatte. Meine Augen selber waren rot gerendert, obwohl ich β wie schon gesagt β nicht geweint hatte. Ich sah einfach nur müde und erschöpft aus und war weiß Gott keine Schönheit.
Heute war sicher NICHT der richtige Tag.
Schnell sprang ich unter die Dusche und ließ mich von dem heißen Wasser überströmen, dass schnell meine Anspannung löste und mir ein Gefühl vollkommen behaglicher Wärme übermittelte. Nach einer Viertelstunde stellte ich die Dusche ab und zog mich wieder an. Vor der Tür war es laut geworden und Jane Houston, eine meiner Freundinnen, hämmerte gegen die Tür.
β Ginny Weasley! Wenn du nicht sofort diese verdammte Tür aufmachst, dann breche ich sie auf! Ich muss mal aufs KLO!β rief sie durch die Tür β charmant wie eh und je.
Ich raffte meine Sachen zusammen und schloss die Tür auf. Jane stolperte an mir vorbei und funkelte mich wütend an.
β Früher wach sein, Schätzchen.β zwinkerte ich ihr zu und ging gelassen in den Schlafsaal zurück. Tatsächlich hatte die Dusche mir schon weitestgehend geholfen und mit einem Brötchen im Bauch würde ich mich wieder völlig normal fühlen.
Mein Mut wegen Harry hatte mich jedoch wirklich verlassen, denn als ich Minuten später mit Jane in den Gemeinschaftsraum trat und Harry sah, wurden meine Beine weich und wackelig wie Pudding. Ich brachte nicht einmal ein βHi Harryβ hervor.
Wir gingen also schweigend und kommentarlos an den drei Gryffindors vorbei, wobei ich Hermines nachdenklichen Blick noch in meinem Rücken spürte. Es war so klar, dass sie etwas mitbekam. So war Hermine.
Sie hatte mir schon öfters gesagt, ich solle in Harrys Gegenwart lockerer sein. Das Problem war, ich versuchte es wirklich, aber ich schaffte es oft genug nicht!
β Ginny.β ertönte Janes Stimme leise von rechts und langsam wurde sie lauter, wie wenn man ein Radio lauter drehte. β Ginny!β
β Hm?β erwiderte ich, nun völlig aus meinen Gedanken herausgerissen. β Was ist?β
Jane schüttelte den Kopf über mich und grinste dann nur noch.
β Nichts besonderes, aber ich dachte, du würdest wissen wollen, dass Harry deinen Namen schon vier Mal gerufen hat.β lachte sie und ich blieb erschrocken stehen. Mit weit aufgerissenen Augen sah ich meine Freundin an.
β Bist du sicher, dass HARRY mich gerufen hat?β fragte ich sie eindringlich und sah mich um. Tatsächlich bogen die drei gerade um die Ecke und Harry winkte mir munter zu. Mein Herz begann, wild zu klopfen und eine Stimme in meinem Kopf fragte sich, ob ich hübsch genug wäre, um ihm gegenüber zu treten.
β Hey. Ginny. Wir haben dich gerufen.β meinte Harry fröhlich und lächelte mich süß an. Woher hatte er dieses Lächeln bloß??
β Schön, dass du uns noch erkennst, Schwesterchen.β grummelte Ron und Hermine gab ihm einen kleinen Stoß in die Seite.
β Sie hat uns halt nicht gehört, Ron.β flüsterte sie und langsam beunruhigte mich ihr Grinsen ernsthaft.
Daran konnte ich allerdings nicht lange denken, denn Harry musterte mich immer noch und ich musste darauf achten, zu atmen.
β Ja? Was wolltet ihr denn?β fragte ich möglichst locker, während Jane versuchte, das Lachen zu unterdrücken.
β Ich wollte nur noch mal sicher gehen, dass du auch ja zum DA-Treffen heute Abend kommst. Es ist das letzte vor den Ferien.β sagte er und ich verlor mich in seinen Konturen. Seine grade Nase und der Mund. Wie schön seine Augen waren β¦
β Äh β¦ ja klar, ich komme. Wieso auch nicht?β stotterte ich und drehte mich halb weg. β Wir sehen uns ja dann β¦ heute Abend.β
Harry nickte und Hermine rief mir noch ein eiliges βTschüssβ hinterher, während Ron immer noch vor sich hin grummelte. Endlich ließ Jane ihrer Lachattacke freien Lauf und ihr erheitertes Lachen befreite mich zum Teil aus meiner Starre. Ich fiel in ihr Kichern ein und wurde trotzdem rot.
β Er ist so süß β¦β hauchte ich und meine liebe, tolle Freundin überhörte es einfach. Wie sehr ich sie manchmal liebte β¦ grade weil sie so sein kann, wie sie ist.
β Wow, nicht nur Blutverräter, sondern auch noch gackernde Schnepfen.β ertönte da die nasale Stimme Malfoys und ich sah auf. Seit meinem ersten Jahr hier in Hogwarts verabscheute ich ihn. Vielleicht nur wegen seines Vaters β¦ obwohl, wenn ich darüber nachdachte, war er ja wie sein Vater β¦
β Besser gackernde Schnepfe als ein lächerlicher Nachmacher mit Halbtrolls zu Freunden.β konterte ich und ließ ihn blöd guckend hinter mir.
β Hey Weasley. Was meinst du mit Nachmacher?β rief er mir wütend hinterher, doch ich drehte mich nicht einmal mehr zu ihm um. Wenn er es selber nicht wusste β¦
Wir erreichten die große Halle und setzten uns an den Gryffindortisch, wo Dean und Seamus sofort begannen, auf uns einzureden, wobei Dean eher auf mich einredete und Seamus auf Jane β¦
Ich nahm mir ein Brötchen und schmierte es mit Kirschmarmelade β meine Lieblingsmarmelade.
β Und dann β¦ ich weiß einfach, dass ich es nächstes Jahr ins Team schaffe β¦ weißt du? Ich werde es schaffen β¦β plapperte er immer weiter, während meine Gedanken zu heute Abend abschweiften. Harry hatte vorhin so gewirkt, als wäre er aufgeregt und so hatte er noch nie vor einem DA-Treffen gewirkt. Ich war fest davon überzeugt, dass er mich heute etwas fragen würde. Vielleicht β¦ ja, vielleicht würde er mich sogar küssen. Heute Abend würde der Abend sein, auf den ich schon so lang wartete.
Ein Grinsen stahl sich auf mein Gesicht und ich schreckte erst aus meinen Gedanken auf, als Dean mir mit seiner Hand vorm Gesicht her wedelte.
β Erde an Ginny.β rief er, während Jane erneut einen Lachanfall bekam. Das Mädchen lachte eindeutig zu oft β¦
β Ja?β fragte ich lieb lächelnd.
β Oh super, du bist noch bei uns. Wo warst du nur mit deinen Gedanken? Die Halle leert sich, wir müssten dann los.β meinte Dean und ich nickte.
Ich stand auf und trottete neben ihm aus der Halle. Auch wenn wir nicht den gleichen Unterricht hatten, gingen wir immer zusammen los.
Am Portal trennten wir uns jedoch schon wieder, weil Jane und ich jetzt Pflege magischer Geschöpfe hatten und die älteren Jungs halt nicht.
Ich winkte ihnen zum Abschied zu und Jane und ich eilten nebeneinander den Pfad zu Hagrids Hütte hinunter. Kaum waren wir da, fing Hagrid mit seinem Unterricht an.
Ich achtete nicht sonderlich auf das, was er sagte und beobachtete nur die Regungen der anderen. Nach fünf Minuten gingen wir los β mal wieder in den verbotenen Wald. Was Hagrid uns wohl dieses Mal zeigen würde?
Es war egal, denn erneut schweiften meine Gedanken ab. Was sollte ich mit meinen Haaren machen? Ich wollte hübsch aussehen und trotzdem normal. Nicht, dass er dachte, ich würde mich für ihn extra noch mal hübsch machen, auch wenn es stimmte. Das sollte der Junge einfach nicht bemerken β¦
Wir blieben stehen und vor uns öffnete sich eine große Lichtung, die umzäunt war. Drinnen standen sechs Einhörner.
β Oh mein Gott, sind die Süß!β rief ich aus und die Mädchen aus unserer Gruppe stimmten mir mit glückstrahlenden Mienen zu, während die Jungen uns musterten, als wären wir verrückt. Klar, die waren ja alle zu cool, um zuzugeben, dass die Tiere ihn gefielen.
β Okay. Ihr dürft da rein und versuchen, die Einhörner für euch zu gewinnen.β rief Hagrid und en Rest der Stunde verbrachten wir damit, uns den Einhörnern zu nähren, ohne sie aufzuschrecken.
Nach ungefähr einer halben Stunde gelang es Jane und mir und wir bekamen zehn Punkte für Gryffindor.
Die ersten Stunden verflogen ziemlich schnell und irgendwann war es dann auch schon wieder Zeit zum Mittagessen.
Wir löffelten Suppe in uns rein und ich verbrannte mich prompt an der Zunge.
β Oh scheiße, ist das heiß!β schrie ich und fächelte mir kühle Luft zu. Die Hälfte meiner Freunde fing an zu lachen. Nur Hermine und Harry blieben ernst. Dafür war ich ihnen total dankbar.
β Eiswürfel?β unterbrach eine Stimme, die ich sehr wohl kannte, mein Luft zu fächern. Harry hielt mir zwei Eiswürfel hin, die langsam auf seiner Hand schmolzen. Ich lächelte und nahm sie entgegen. Schnell nahm ich sie in den Mund und die Kühle ließ mich aufseufzen. Der Schmerz verebbte fast sofort.
β Danke Harry.β nuschelte ich und versuchte, so deutlich zu sprechen, wie es halt mit Eiswürfeln im Mund ging. Hermine musterte mich wieder mit diesem Blick und ich verdrehte in ihre Richtung die Augen.
Der Nachmittag verging ziemlich schnell, als Angelina plötzlich zu mir hastete.
β Ginny!β rief sie hinter mir her und ich blieb stehen und drehte mich um.
β Ja?β fragte ich ahnungslos, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, was Angelina von mir wollen könnte.
β Hey Ginny. Fred und George haben mir erzählt, dass du ziemlich gut in Quidditch wärst und da dachte ich β¦β fing sie an, doch ich unterbracht sie.
β Sie haben was? Aber nicht freiwillig, oder?β rief ich und Angelina grinste.
β β¦ da dachte ich, dass du unbedingt mal versuchen solltest, die Position des Suchers zu spielen. Wenn du gut bist, bist du so lange dabei, bis Harry wieder darf.β endete sie und ich nickte eifrig. Das wäre so cool β¦
Also liefen wir gemeinsam zum Quidditchfeld, wobei ich öfters ausrutschte, weil der Schnee über Nacht zu Eis geworden war. Außerdem war er schon fest getrampelt worden. Angelina neben mir grinste den ganzen Weg über vor sich hin.
Sie gaben mir einen Besen und ich flog in die Luft. Ich liebte es, auf einem Besen zu sitzen und machen zu können, was ich will.
β Okay Ginny. Wir werfen jetzt Bälle und du versuchst, sie zu fangen, in Ordnung?β schrie Angelina zu mir hoch und ich nickte.
Sie warf den ersten Ball nach weit hinten und ich raste los. Ich fing den Ball, kurz bevor er auf dem Boden aufkommen konnte.
So ging es die ganze Zeit weiter. Die anderen warfen Bälle β mal nah, mal weit β und ich fing jeden einzelnen.
Am Ende gratulierten sie mir und meinten, ich wäre ab heute die neue Sucherin.
Ich war stolz auf mich und brannte danach, es Harry erzählen zu können. Ob er es wohl für toll halten würde? Schließlich war es sein Posten β¦ na egal, er würde sich für mich freuen!
Da ich die Zeit vergessen hatte, konnte ich mich vor dem DA-Treffen nicht mehr umziehen. Also sprintete ich in den nassen Klamotten in den siebten Stock und kam gerade noch rechtzeitig an.
Harry würdigte mich keinen einzigen Blickes, als er anfing, zu sprechen.
β Okay. Ich habe mir gedacht, heute Abend sollten wir einfach noch mal wiederholen, was wir bisher gemacht haben, weil es das letzte Treffen vor den Ferien ist und es keinen Sinn hat, kurz vor einer dreiwöchigen Pause noch was Neues anzufangen -β erklärte er und Zacharias Smith stöhnte auf.
β Wenn ich das gewusst hätte, wär ich nicht gekommen.β fluchte er laut und alle sahen ihn an. Einige kicherten, als Fred zu ihm sagte: β Tut uns allen ja so leid, dass Harry es dir nicht gesagt hat.β
β - wir können paarweise trainieren. Fangen wir mit dem Lähmzauber an, zehn Minuten lang, dann können wir die Kissen rausholen und es noch einmal mit dem Schockzauber probieren.β redete Harry einfach locker weiter und die Schmetterlinge in meinem Bauch begannen Samba zu tanzen. Er war so niedlich.
β Impedimenta!β rief ich und lähmte Jane, die daraufhin eine geschlagene Minuten da rum stand und sich nicht bewegte. Ich beobachtete solange Harry, der sich mit Neville abmühte und dann seine Runde drehte. Demnach sah ich auch, wie er an Cho vorbeiging und sie breit anlächelte.
Mein Herz machte einen kurzen, stolpernden Aussetzer. Er kam auch an mir vorbei und lächelte mich leicht an, als er meinen Blick bemerkte.
Sein Grinsen ist nicht so wie bei Cho β¦, wurde mir eiskalt klar und ich schluckte schwer.
Nach den zehn Minuten holten wir die Kissen hervor und verteilten sie auf dem Boden. Wir teilten uns in zwei Gruppen und übten abwechselnd.
Ich traf immer öfters und war am Ende richtig stolz auf mich.
β Ihr werdet allmählich richtig gut. Wenn wir aus den Ferien zurückkommen, packen wir mal was von den großen Sachen an β vielleicht sogar den Patronus.β strahlte Harry und wir begannen zu murmeln. Den Patronus?!
Da Harry keinerlei Anstalten machte, auf mich zuzugehen, beobachtete ich ihn nur einen Moment. Hermine und Ron gingen aus dem Raum und ich dachte, jetzt wäre es soweit, doch ich hatte mich getäuscht β gewaltig getäuscht. Nicht ich war diejenige gewesen, mit der er reden wollte, sondern Cho. Nicht auf mich kam er jetzt zu, sonder auf Cho.
Wie hatte ich nur so blind sein können?
β Komm Jane.β flüsterte ich und wir verließen den Raum der Wünsche.
Das letzte, was ich hörte, war Harrys Stimme, die etwas zu Cho sagte, bevor die Tür sich schloss. Ich versuchte, die Tränen zu unterdrücken.
Na und? Will er halt nicht heute mit dir reden?! Das heißt doch nicht, dass er jetzt sonst was mit Cho macht. Nur weil die beiden alleine in einem Raum sind β¦ sie sind verdammt noch mal ALLEINE in einem Raum!
Ich war versucht, umzudrehen und so zu tun, als hätte ich was verloren. Doch ich ermahnte mich, denn Harry war schließlich auch mein Freund und somit konnte ich ihm das nicht antun. Ich konnte einfach nicht β¦
Ich wartete im Gemeinschaftsraum auf ihn und nach einer halben Stunde kam er endlich. Er setzte sich zu Hermine uns Ron ans Feuer β¦ wusste nicht, dass ich nur einen Meter von ihm entfernt saß.
β Was hat dich aufgehalten?β fragte der Hornochse β mein Bruder. Harry antwortete nicht, was mir ein Gefühl gab, dass wirklich etwas passiert war!
β Alles in Ordnung mit dir, Harry?β fragte jetzt Hermine und ich wollte so unbedingt was sagen. Ich wollte mich in das Gespräch einmischen, doch wieder einmal traute ich mich nicht.
Er zuckte mit den Achseln.
β Was ist los?β sagte Ron und sah zu Harry rüber. Mich entdeckte er zum Glück nicht, denn ich saß im Schatten. β Was ist passiert?β
β Geht es um Cho?β fragte Hermine in geschäftsmäßigem Ton und ich wurde sofort eifersüchtig. β Hat sie dich nach dem Treffen abgefangen?β
Harry nickte und Ron fing an zu kichern. Er verstummte erst, als Hermine ihn böse ansah. Ich wusste auf irgendeine dumme und komische Art schon, was passiert war und eine Träne rann meine Wange herunter. Wie gut, dass sie mich nicht sehen konnten β¦
β Und β ähm β was wollte sie?β
β Sie β Sie β ähm -β
β Habt ihr euch geküsst?β
β Na?β
Harry nickte. Ich erstarrte.
NEIN! Das kann nicht sein!, rief die Stimme in meinem Kopf und meine Welt zerbrach um mich herum. Ich hatte das Gefühl, die Stimmen nur noch aus weiter Ferne zu hören.
β HA! Und wie war´s?β
β Nass. Weil sie geweint hat.β
β Oh. Bist du so schlecht im Küssen?β
β Weiß nicht. Vielleicht schon.β
β Nein, natürlich nicht.β
β Woher willst du das denn wissen?β
β Weil Cho in letzter Zeit fast dauern weint. Sie weint beim Essen, auf dem Klo, einfach überall.
β Da könnte ein bisschen Küssen sie doch aufmuntern.β
β Ron. Du bist der unsensibelste Rüpel, den ich je das Pech hatte zu treffen.β
β Was soll das jetzt wieder heißen? Wer heult denn schon, wenn man ihn küsst?β
β Ja? Wer tut das?β
β Versteht ihr nicht, wie Cho sich im Moment fühlt?β
β Nein.β
Dann erzählte Hermine von Chos βruiniertemβ Leben. Ernsthaft? Ihr Leben sollte ruiniert sein? Was war denn dann meines? Sie war doch gerade vom wundervollsten Jungen der Welt geküsst worden! Da würde ich doch nicht mehr über Cedric nachdenken β¦ Okay, wenn ich ihn geliebt hätte schon, aber dann würde sie Harry ja nicht küssen. Sie konnte doch nicht in zwei gleichzeitig verliebt sein!
Nach einer Weile waren sie dann weg und ich saß alleine hier und starrte in die Glut, die langsam verlöschte.
Es wollten einfach keine Tränen kommen, obwohl ich mir jetzt endgültig klar war, dass ich keine Zukunft mit Harry hatte. Alles war zerstört, vielleicht sogar nur, weil ich nie die Initiative ergriffen hatte β¦ Wie konnte ich ihn aber auch so falsch verstanden haben? Wieso war ich eigentlich so blöd?
Über diese Fragen machte ich mir Gedanken, während es immer kälter wurde und sich eine eiserne Hand um mein Herz schloss, um es immer weiter zusammen zu quetschen. Ich war mir sicher, irgendwann würde es zerplatzen.
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