
von **Minimuff**
Kapitel 2 β Eine schreckliche Nachricht β¦
Ginny:
Nun war ich wirklich reif fürs Bett. Ich hatte stundenlang da draußen gehockt und vor mich hingestarrt und jetzt endlich hätte ich einschlafen können, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit mir. Ich hatte mich gerade hingelegt, als eine aufgescheuchte Professor McGonagall in den Schlafsaal kam und mich in wahrsten Sinne des Wortes aus dem Bett schmiss.
β Miss Weasley! Stehen sie auf, Miss Weasley.β rief sie leise, damit niemand anders wach wurde und ich richtete mich in meinem Bett auf.
β Was ist denn los, Professor?β fragte ich müde. Ich gähnte.
β Ihr Vater, Miss, das ist los. Mister Potter hatte eine β¦ Vision, ihr Vater wurde angegriffen.β erklärte sie mir schnell und dummerweise fing mein Herz heftig an zu schlagen, als sie Harrys Namen erwähnte. Jedoch fühlte es sich so an, als würde es nur Sekunden später erstarren und mir wurde kalt. Genau da, wo ich endlich begriffen hatte, was Professor McGonagall mir sagen wollte β¦
Ich sprang auf und sah sie mit kugelrunden Augen an.
β Nein. β¦ Was? Was ist passiert?β flüsterte ich, während die Eiseskälte jeden Zentimeter meines Körpers ausfüllte.
β Das weiß ich noch nicht ganz. Ich bin sie sofort holen gegangen und wir müssen jetzt auch erst noch die Jungen Weasley holen.β sagte Professor McGonagall und ich rannte aus dem Schlafsaal die Treppe runter in den Gemeinschaftsraum, den ich erst vor einer Viertelstunde verlassen hatte.
β Ich nehme an, Ron ist schon β¦β stotterte ich.
β Mister Weasley ist schon bei Professor Dumbledore.β nickte McGonagall. Also eilte ich die Treppe zu den Jungenschlafsälen hoch und in die der Siebtklässler rein.
β George! Fred.β
Ich zog den beiden die Decken weg und sie wachten langsam und schwerfällig auf.
β Ginny, was willst du hier? Lass uns schlafen.β grummelte Fred und ich gab ihn eine Ohrfeige.
β Nein! Ich lasse euch ganz sicher nicht schlafen. Ihr kommt jetzt sofort mit mir. Es geht um Dad.β schrie ich fast und die Zwillinge standen auf.
Wir liefen die Treppe wieder runter, wo Professor McGonagall wartete.
β Kommen sie mit.β sagte sie mitleidig und ich griff nach den Händen der Zwillinge.
β Was ist denn passiert?β flüsterte mir George von links ins Ohr.
Ich zuckte mit den Schultern.
β Ich weiß nur, dass er angegriffen wurde.β sagte ich wahrheitsgemäß.
Professor McGonagall führte uns lange Gänge entlang, bis wir vor den Wasserspeiern zu Professor Dumbledores Büro stehen blieben. Sie sah uns noch einmal mitleidig an, bevor sie das Passwort sagte und wir die Treppe bestiegen. Sie drehte sich langsam mit uns nach oben und ich verfluchte sie dafür, dass sie so langsam war. Ich hatte inzwischen angefangen zu zittern. Es war nachts wirklich kalt im Schloss.
Ich stieß die Tür zum Büro auf und wir stolperten zu dritt rein, weil ich die Jungs ja immer noch an den Händen hielt.
β Harry!β rief ich aus und sprang auf den Jungen zu. Er nahm mich in den Arm, aber ich ließ ihn schnell los, weil ich daran denken musste, wie er CHO geküsst hatte.
β Harry β was geht hier vor?β fragte ich fordernd und er sah mich traurig an. β Professor McGonagall sagt, du hast gesehen, die Dad verletzt wurde -β
β Dein Vater wurde während seiner Arbeit für den Orden des Phönix verletzt. Er wurde ins St. Mungo-Hospital für Magische Krankheiten und Verletzungen gebracht. Ich schicke euch jetzt wieder in das Haus von Sirius, von dort aus ist das Hospital viel bequemer zu erreichen als vom Fuchsbau. Dort werdet ihr auch eure Mutter treffen.β erklärte Dumbledore, bevor Harry überhaupt den Mund aufmachen konnte.
β Und wie kommen wir dorthin? Flohpulver?β fragte Fred und sah ziemlich erschüttert aus β so hatte ich ihn lange nicht mehr gesehen.
β Nein.β schüttelte Dumbledore den Kopf.β Flohpulver ist im Moment nicht sicher, das Netzwerk wird überwacht. Ihr werdet einen Portschlüssel nehmen.β
Er deutete auf den alten Kessel auf seinem Schreibtisch.
β Wir warten nur noch auf Phineas Nigellus, damit er uns Bericht erstattet β¦ ich möchte sichergehen, dass die Luft rein ist, bevor ich euch wegschicke.β sagte er, wurde aber von einer Flamme unterbrochen, die mitten im Büro entflammte und eine goldene Feder flog zu Boden.
β Das ist eine Warnung von Fawkes. Professor Umbridge weiß offenbar, dass ihr nicht mehr in euren Betten seid β¦ Minerva, gehen Sie und halten Sie sie auf β erzählen sie ihr irgendwas -β meinte Dumbledore und Professor McGonagall verschwand wieder durch die Tür.
β Er meint, er würde sich freuen. Mein Ururenkel hatte immer schon einen merkwürdigen Geschmack, was Hausgäste anbelangt.β ertönte da die Stimme von Phineas, der in sein Porträt zurückgekommen war.
β Also kommt her. Und rasch, bevor noch jemand zu uns stößt.β winkte uns Dumbledore zu sich. Wir verteilten uns um den alten Kessel herum. Mein Herz blieb fast stehen, wenn ich nur daran dachte, wie es meinem Vater gehen könnte β¦
β Ihr habt alle schon einmal einen Portschlüssel benutzt?β fragte Dumbledore und wir nickten. Wir berührten den Kessel.
β Gut. Ich zähle also bis drei β eins β¦ zwei β¦drei β¦β
Ich spürte wie ich weggezogen wurde, weil der Boden unter meinen Füßen verschwand. Wir verschwanden in einem Wirbel aus Farben und dann β¦ dann landeten wir auf dem Boden im Grimauldplace.
β Da sind sie ja, die Blutsverräter-Gören. Stimmt es, dass ihr Vater im Sterben liegt?β wurden wir von der krächzenden Stimme Kreachers begrüßt. Bei seinen Worten fingen die Tränen an zu kullern.
β RAUS HIER!β brüllte Sirius aber auch schon und ich sah, wie Harry sich auf rappelte und nach ihm Ausschau hielt.
Nun rannen die Tränen in Sturzbächen aus meinen Augen und ich schluchzte auf. Wir entdeckten Sirius, der mir seine Hand hinhielt, um mir aufzuhelfen. Dankbar nahm ich sie entgegen.
β Was ist los? Phineas Nigellus meinte, Arthur sei schwer verletzt -β fragte er und Fred meinte:
β Frag Harry.β
β Ja, ich will das auch hören.β stimmte George ihm zu und mein Blick fiel auf Harry. Ich starrte ihn auffordern an.
β Es war β Ich hatte - so was wie eine β Vision β¦β stotterte Harry und erzählte es uns dann. Mit jedem seiner Worte wurde ich bleicher und meine Angst um Dad stieg.
Und noch etwas anderes schoss mir durch den Kopf: Wieso sah Harry so was? Was sollte das?
β Ist Mom hier?β fragte Fred dann und wandte sich an Sirius.
β Sie weiß wahrscheinlich noch gar nicht, was passiert ist. Das Wichtigste war, euch fortzuschaffen, bevor Umbridge sich einmischen konnte. Ich vermute, Dumbledore teil es Molly jetzt mit.β erklärte dieser.
β Wir müssen ins St. Mungo.β drängte ich und drehte mich zu den Jungs um. β Sirius, kannst du uns Mäntel oder sonst was leihen?β
β Wartet mal, ihr könnt jetzt nicht einfach zum St. Mungo abhauen.β meinte Sirius.
β Natürlich können wir, wenn wir wollen. Er ist unser DAD!β widersprach Fred mit störrischer Miene.
β Und wie wollt ihr erklären, woher ihr erfahren habt, dass Arthur angegriffen wurde, noch bevor das Hospital seine Frau unterrichtet hat?β sagte Sirius wütend und meine Hoffnung schwand.
β Weshalb sollte das wichtig sein?β fragte George hitzig.
β Es ist wichtig, weil wir keine Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken wollen, dass Harry Visionen von etwas hat, das Hunderte von Meilen entfernt geschieht. Könnt ihr euch vielleicht vorstellen, was das Ministerium von einer solchen Information halten würde?β fuhr Sirius wütend fort.
Da die Jungs nichts mehr sagten, versuchte ich mein Glück noch mal. Aber ich war wahrscheinlich total kläglich.
Ich sah bestimmt aus wie Ron, aschfahl.
β Irgendjemand hätte es ums sagen können β¦β warf ich ein. β Wir hätten es doch auch von jemand anderem als von Harry hören können.β
Und ich verfluchte mich. Tatsächlich machte mein Herz selbst in dieser Situation einen Sprung, als ich Harrys Namen sagte.
β Und von wem? Hört zu, euer Dad wurde verletzt, während er im Auftrag des Ordens tätig war, und die Umstände sind ohnehin schon verdächtig genug, ohne dass seine Kinder Sekunden später davon erfahren. Ihr könntet die Sache des Ordens schwer beschädi-β meinte er weiter.
β Der blöde Orden ist uns egal!β β Es geht darum, dass unser Dad stirbt.β schrien die Zwillinge.
β Euer Vater wusste, worauf er sich einließ, und er wird sich nicht bei euch bedanken, wenn ihr dem Orden alles vermasselt. So ist es nun mal β deshalb seid ihr nicht im Orden β ihr versteht nicht . Es gibt Dinge, für die es wert ist, zu sterben.β rief Sirius nun ebenso wütend und zornig.
β Du hast ja leicht reden, wo du hier drinhockst! Du riskierst ja nicht deinen Kopf!β schrie Fred.
Die Farbe schwand aus Sirius Gesicht und er sah so aus, als wolle er Fred schlagen, doch dann sprach er ruhig weiter.
β Ich weiß, es ist schwierig, aber wir müssen alle so tun, als ob wir noch nichts wüssten. Wir müssen hier bleiben, zumindest bis wir von eurer Mutter hören, klar?β
Die Jungs sahen immer noch sauer aus, doch ich konnte nicht mehr. Ich ging zum nächsten Stuhl und setzte mich erschöpft darauf.
Harry und Ron setzten sich in die entgegengesetzte Richtung, woraufhin auch die Zwillinge sich setzten.
β Gut so. also, lasst uns β lasst uns was trinken, während wir warten. Accio Butterbier.β
Er hob den Zauberstab und ein Dutzend Flaschen kamen aus der Speisekammer und blieben vor uns stehen. Ich trank in kurzen und kleinen Schlücken, immer noch geschockt. Wie konnte so etwas nur passieren?
Wir warteten und warteten β als plötzlich Fawkes kam.
β Fawkes1 Das ist nicht Dumbledores Handschrift β das muss eine Nachricht von eurer Mutter sein β hier -β sagte Sirius und drückte den Brief George in die Hand. Ich hörte gespannt zu.
β Dad ist noch am Leben. Ich mache mich jetzt auf den Weg ins St. Mungo. Bleibt, wo ihr seid. Ich benachrichtige euch, sobald ich kann. Mom.β
β Noch am Leben β¦ Aber das hört sich an, als ob β¦β stotterte George und ich fing wieder an zu schluchzen.
β Ich will nicht, dass Dad stirbt β¦β hauchte ich, so dass mich niemand hören konnte und rollte mich auf dem Stuhl zusammen.
Ich starrte auf eine Kerbe im Fußboden, bis der Rest vor meinen Augen verschwand.
Um zehn nach fünf am Morgen kam Mom. Sie lächelte leicht.
β Er wird durchkommen. Er schläft jetzt. Später können wir ihn alle besuchen. Bill ist noch bei ihm; er nimmt sich den Morgen frei.β flüstert sie und ich sprang auf, rannte zu ihr rüber und umarmte sie zusammen mit George.
β Frühstück! Wo ist dieser verfluchte Hauself? Kreacher! KREACHER!β rief Sirius nun glücklich und zufrieden. Kreacher kam nicht.
β Ach, was soll´s. Also, Frühstück für β wie viele sind wir β sieben β¦ Speck und Eier, denke ich, und etwas Tee und Toast -β
Ich ging Sirius helfen und nach fünf Minuten war der Tisch gedeckt und wir setzten uns drum herum.
Nach dem Essen ging ich ins Bett, denn ich war ehrlich müde. Ich hatte die Nacht keine Minute lang geschlafen.
Vielen Dank an Ginny the Weasley für dein liebes Kommentar. Die Überschrift wird im nächsten Kapitel fortgesetzt.
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