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Fanfiction

Von roten Rosen, gelben Nelken und vielen, vielen Narzissen - Eine schwerwiegende/überflüssige Entscheidung und ein schlimmer/nützlicher „Vorfall“

von summer_123

so heir bin ich weider ;) Ich hoffe, das neue Kapitel gefällt euch <3

°°KAPITEL 17°°
Eine schwerwiegende/überflüssige Entscheidung und ein schlimmer/nützlicher „Vorfall“


Einmal ritt eine junge Frau einen Weg entlang. An einer Kreuzung traf sie auf zwei Männer. Der eine war in dunkel gekleidet und war von schwarzem Licht umgeben, der andere, dessen Kleider weiß waren, leuchtete golden. Jeder von ihnen blockierte einen der Wege und würden sie nur durchlassen, würde sie ihre Bedingung erfüllen.
Der schwarze Mann fing als erster an zu sprechen:
„Dieser Weg führt weit über die ganze Welt. Er ist dein, wenn du mir versprichst mein zu sein.“
Kaum hatte er geendet begann der weiße Mann.
„Hier findest du einen Weg in ein Land in dem Freiheit und Frieden herrscht. Aber wirst du diesen Weg wählen, so bist du mir verfallen und ich lasse dich nicht so leicht wieder gehen.“
Die junge Frau sah zwischen ihnen hin und her. Beide Wege sahen genau gleich aus, nur die Männer unterschieden sich.
Sie musste sich entscheiden. Sie musste wählen. Sie konnte nicht beide haben.
* * *
Mit einem Schrei wachte Hermine auf.
Diesen Traum zu deuten war leider nur zu einfach. Welche Rollen Malfoy, Ron und Harry spielten waren nur zu klar und die Nachricht, die ihr ihr Unterbewusstsein schickte auch.
Ach Unsinn! Noch nie hatte sie an solche Dinge wie Traumdeutung geglaubt.
Trotzdem lies sie die Vorstellung der beiden Männer nicht los. Der schwarze Mann würde sie besitzen und sie nicht mehr gehen lassen. An dem Weißen jedoch würde sie selber festhalten.


Als Hermine an diesem Donnerstag nach dem Mittagessen zurück zu dem Gemeinschaftsraum ging, fühlte sie sich krank. Ihre Beine waren schlapp und ihre Glieder schmerzten. Aber da ihre Stirn und ihre Wangen sich vollkommen normal anfühlten ging sie nicht in den Krankenflügel sondern machte sich sofort an die Hausaufgaben.
Wie sie krank sein hasste.
Die Übelkeit, die Hitze und die Kälte, den verpassten Unterrichtsstoff, die Schlappheit. Und ganz besonders die Langeweile. Oft war sie zu müde um zu lesen, aber wenn sie eingeschlafen war plagten sie verwobene und anstrengende Fieberträume, die sie regelmäßig aus dem Schlaf rissen und die Nächte zur Hölle machten.

Nachdem Hermine eine halbe Stunde an einer Sternkarte für Astronomie gearbeitet hatte und sie fünf Mal nacheinander einen Stern falsch beschriftet hatte, packte sie ihre Sachen wieder zusammen und machte sich doch auf den Weg in den Krankenflügel um sich etwas gegen die Übelkeit zu holen.
Sie hätte so oder so nicht in dem Gemeinschaftsraum arbeiten können. Noch immer konnte sie sich nur schwer mit Kathleen in einem Raum aufhalten. Sie hatte auf einem der Sessel gesessen und Hermine angestarrt. Aber eigentlich sah es nicht so aus, als würde sie überhaupt irgendwen anstarren. Mit ihren Gedanken war sie wohl kaum bei Hermine, viel mehr bei ihrer toten Mutter und Hermine tat es weh, dass sie ihr nicht helfen konnte. Denn was hätte sie auch sagen sollen? Es wird alles gut? Wie konnte sie das versprechen, wenn sie es doch nicht sicher wusste.

Zum Glück hatte Madam Pomfrey einen passenden Trank für Hermine da. Doch auf dem Rückweg in den Gemeinschaftsraum fingen plötzlich ihre Hände an zu zittern. Hermine hatte sie in den schwarzen Stoff ihres Schulumhangs gegraben und hielt ihn fest umklammert um ihre Hände wieder zu beruhigen.
In dem ersten Stock, nahe dem Klo der Maulenden Myrte, stieß sie, als sie um die Ecke schnellte, plötzlich gegen zwei Schüler.
Gegen zwei ihr nur allzu bekannte Schüler.
Die Eine war ihr so ziemlich egal, der Andere…nicht wirklich.

„Pass auf wo du hinläufst, Schlammblut!“, schnauzte Pansy Parkinson sie an und warf ihr einen zutiefst verabscheuenden Blick zu.

Malfoy legte seine Hand auf Parkinson's Rücken und ohne Hermine auch nur eines Blickes zu würdigen, schob er seine Freundin um die Ecke davon.

Hermine spürte die Eifersucht. Die nervende, unangenehme, in ihrem Falle eigentlich vollkommen deplatzierte Eifersucht.
Die beiden hatten nahe aneinander gestanden. Viel zu Nahe.
Hermine versuchte den Gedanken aus ihrem Kopf zu scheuchen. Schließlich war Parkinson seine Freundin und sie selber nur… ja, was war sie eigentlich? Sein Betthäschen? Oder wie Zabini es ausgedrückt hatte, seine Privathure?

Nach der letzten Stunde machte Hermine sich auf in Richtung Eingangshalle. Harry und Ron, die eine Freistunde gehabt hatten, hatten mit ein paar anderen Mitgliedern der Gryffindormannschaft Quidditch gespielt.
Hermine hatte vorgeschlagen, dass sie an diesem bewölkten Nachmittag runter zu Hagrid gehen konnten. Sie wollten sich in der Eingangshalle treffen. Doch treffen tat Hermine jemand ganz anderen.

Die Korridore waren immer noch mit ein paar Schülern bevölkert, die in ihre Gemeinschaftsräume zurück kehrten oder mit ihren Freunden durch das Schloss streiften.
Und obwohl sie sicher zehn Augenpaare beobachten konnten, beeilte sie sich Malfoy einzuholen.

Er staunte nicht schlecht, als ihm plötzlich seine geheime Affäre mitten auf dem Gang auf den Rücken klopfte und leise darum bat mit ihm sprechen zu können.

Sie bogen in einen etwas weniger begangenen Korridor ein. Malfoy sah etwas besorgt über seine Schulter, als die beiden um die Ecke verschwanden. Aber hermine wollte seine gesamte, ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie packte sein Kinn und richtete seinen Kopf in ihre Richtung.
Hermine faselte nicht lange drum herum, sondern kam sofort zum Punkt.

„Wieso bist du noch mit Parkinson zusammen?“, fragte sie.
Er zog nur seine Augenbrauen hoch.

„Wieso nicht?“, fragte er. „Sie ist seit Anfang des Jahres meine Freundin.“

„Schläfst du mit ihr?“
Malfoy sah sie ungläubig an. Doch dann lehnte er sich gegen die Steinwand.

„Vielleicht.“, antwortete er kühl.
Hermine spürte den Stich in ihrem Brustkorb.
Einmal hatte sie sich besonders gefühlt. Einmal nur. Sie hatte gedacht, dass er sie ausgewählt hatte. Vielleicht nicht gerade wegen ihrem Charakter oder ihrem besonderen Aussehen, aber trotzdem war sie es. Und jetzt stellte sich heraus dass sie nur eine unter vielen war.

„Ich bin nicht deine kleine Schlampe, die du dir herbestellen kannst, wann immer du von deiner aktuellen Freundin nicht bekommst was du brauchst.“

„Soll heißen?“, fragte er und Hermine hätte 10 Galleonen dafür gegeben, nur um herauszufinden, was er in diesem Moment dachte.

„Soll heißen, dass du entscheiden musst.“
Malfoy sah sie spöttisch an.

„Du würdest mich einfach so stehen lassen?“, fragte er schließlich und Hermine konnte die Feindseligkeit von früher zurückkehren hören. „Noch vor kurzem hast du mir noch gesagt, dass du mich brauchst und jetzt würdest du mich sofort in Ruhe lassen, wenn ich jemand anderen dir vorziehen würde?“

Nein. Sie könnte nicht einfach so weitermachen. Nicht nach allem was passiert war.
Aber würde ihre Moral es zulassen, dass sie in dieser Art weitermachte? Konnte sie mit ihm zusammenbleiben, wenn sie alles aufgab, was ihr an ihr selber wichtig war?
Und was ihr am meisten Angst machte war, dass sie sich diese Frage nicht mehr beantworten konnte.


„Ich glaube du willst nur, dass ich mich ganz offiziell für dich entscheide.“, fuhr er fort und sein schneidende Stimme tat mit jedem Wort, das er Sprach, mit jedem Satz, der über seien Lippen kam, mehr weh. „Aber wieso bist du dir dann so sicher, dass ich nicht Pansy wähle? Woher willst du wissen, dass du es wärst?“

Das tat weh. Er hatte sie durchschaut. Sie wollte, dass er sie wählte. Natürlich. Und sie war sich sicher gewesen, dass er sie nehmen würde. Aber woher konnte sie das alles nur wissen? Sie hatte keine Ahnung wie viel Zeit er mit Parkinson verbracht hatte.
Hermine konnte ihre zitternden Hände immer noch spüren aber viel größer war nun die Angst, dass er sie wirklich stehen lassen würde. Aber bedeutete sie ihm den wirklich rein gar nichts?
Selbst wenn man bei ihnen nie von einem Liebespaar sprechen könnte, so verband sie doch etwas, das nicht mehr nur rein körperlich war.

Hermines wütende Blicke durchbohrten ihn und als sie sprach war ihre Stimme fest und stark.

„Benimm dich wie ein Arschloch, okay. Beleidige mich weiterhin, meinetwegen. Lauf als arroganter Widerling durch die Schule, kein Problem. Aber tu nicht so als würde dir nichts an mir liegen, das nehme ich dir nämlich nicht eine Sekunde lang ab. Ich hatte dich schon als du mich damals im Besenschrank geküsst hast.“

Malfoy wusste anscheinend nicht was er dazu sagen konnte. Oder er wusste so allerhand, aber nichts davon würde ihn als Gewinner aus diesem Streit ziehen lassen.

„Du kannst mich nicht zwingen, eine von euch zu wählen. Ich verlange schließlich auch nicht, dass du dich zwischen mir und Potter und Weasley entscheidest.“

„Wie kannst du eine Beziehung zwischen Freunden mit der eines Paares vergleichen?“, meinte sie und ihre Stimme schwoll an. „Harry und Ron sind meine Freunde und würdest du mich auch nur ein bisschen respektieren, dann wäre dir das egal.“

Hermine war so froh, dass ihr die Tränen in diesem Moment erspart blieben. Wo war nur der Junge aus der Heulenden Hütte? Der Junge, mit dem sie gekuschelt hatte, der sie geküsst hatte. Der Junge, mit dem sie geschlafen hatte.

„Komm schon! Freunde? Glaubst du wirklich, dass sie noch ein Wort mit dir reden würden, wenn sie das von uns wüssten? Nennst du das etwa Freunde?“

„Nur weil du keine wirklichen Freunde hast, heißt das nicht, dass meine Freunde nicht zu mir halten würden.“, schrie sie zornig. Ob Harry und Ron wirklich noch mit ihr reden würden, wenn sie von ihr und Malfoy erfahren würden, wusste sie nicht. Sie wollte sich gar nicht ausmalen wie sie reagieren würden. Sie könnten ihr wahrscheinlich nicht mehr in die Augen sehen, geschweige denn mit ihr befreundet sein oder mit ihr im gleichen Raum sitzen. Genau wie Neville. Genau wie Ginny. Genau wie der Rest ihres Hauses.

„Ich habe Freunde.“, entgegnete er empört. Als sie ihre Stirn runzelte fing er an aufzuzählen.
„Grabbe, Goyle, Zabini, Nott-“

„Richtige Freunde Malfoy.“, erwiderte sie zornig. „Freunde für die du sterben würdest. Die du in allem unterstützen und niemals verraten würdest. Du nennst deine Freunde noch nicht mal beim Vornamen!“

„Dich nenn ich auch nicht beim Vornamen.“, entgegnete er wütend. „Und erzähl mir nicht, dass du für Potter oder das Wiesel sterben würdest!“

„Natürlich würde ich das.“, antwortete sie ohne zu zögern. „Du verstehst das nicht. Du magst es doch nur andere zu beeinflussen und kontrollieren zu können.“

„Man sieht ja wie weit du mit deiner Liebe und deinen tollen Freunden gekommen bist.“ Auch seine Stimme wurde immer lauter. „All das hat dich nicht vor der ganzen Grausamkeit beschützt. Im zweiten Jahr warst du versteinert, im fünften bist du im Ministerium fast umgekommen. Und deine Liebe wird dich auch nicht vor dem Krieg beschützen.“

„Vielleicht wird sie das nicht.“, schrie sie aufgebracht „Aber das werden dein sogena-“ Plötzlich verstummte sie und verzog das Gesicht.
Malfoy schien nichts bemerkt zu haben.

„Verdammt, spiel dich doch nicht immer als große Heldin auf und werde endlich mal erwachsen! Deine Kleinmädchenträume und deine Vorstellung vom Krieg hat rein gar nichts mit der Realität zu tun!“ Sie antwortete nicht. „Granger?“

Hermine sah in sein fragendes Gesicht. Es verschwamm und seine Stimme wirkte als käme sie von weit entfernt. Ihre Hände tasteten haltsuchend nach seinem Arm, doch sie griff immer wieder daneben und im nächsten Moment spürte sie, wie sie auf dem Boden aufkam.
Ihr war speiübel und es flackerte immer wieder schwarz vor ihren Augen. Sie hörte Malfoy über ihr atmen und fühlte seine Hände die hilflos über ihren Körper tasteten.

„Granger?“, fragte er unsicher. „Scheiße…scheiße.“

Hermine wollte ihm antworten aber sie konnte keinen Ton von sich geben. Sie glaubte zu spüren wie jemand an ihr rüttelte und sie schließlich hochhob. Kurz darauf, sie spürte das vertraute Schaukeln des getragen Werdens, verspürte sie einen stechenden Schmerz im Unterleib. Ein keuchen verließ ihre leicht geöffneten Lippen. Sie merkte, wie Malfoy seine Schritte beschleunigte.

Auf einmal vernahm Hermine viele Stimmen.
Auch eine sehr vertraute.

„WAS HAST DU MIR IHR GEMACHT?“, brüllte die Stimme.
Wem gehörte sie nur? Hermine konnte sie beim besten Willen nicht einordnen.

Die schwankenden Bewegungen hörten auf. Hermine öffnete leicht die Augen. Die hohe Steindecke flackerte schwarz, plötzlich schob sich ein Kopf über sie. Harry legte seine Hand an ihre Wange.

„Hermine?“, fragte er panisch.
Plötzlich kam auch Rons roter Haarschopf in ihr Blickfeld. Auf einmal spürte sie wie sie Arme wechselte und schwerfällig drehte sie ihren Kopf und sah nun Malfoy mit erhobenen Armen, als wolle er sich verteidigen.

„Ich habe sie nur gefunden.“

„Gefunden und verflucht wohl eher!“, brüllte Harry. Seine Stimme schien etwas entfernt, woraus sie schließen konnte, dass sie sich auf Rons Armen befand.

Als sie wegdämmerte hörte sie noch wie Malfoy zischte: „Ich habe nichts gemacht! Bring sie einfach in den Krankenflügel bevor sie dir noch verreckt!“
Sie glaubte Ron etwas antworten zu hören, doch bevor sie es verstehen konnte, war alles schwarz.


Als Hermine wieder zu Bewusstsein kam, wurde sie gerade so sanft es ging in ein Krankenbett gelegt. Jede Bewegung tat weh. Ihr Unterleib protestierte heftig und neue Krampfanfälle befielen sie. Vor Schmerz schrie sie auf und krümmte sich. Weitere Schmerzenslaute entfuhren ihr, doch schon wieder holte die Dunkelheit sie wieder.
Als sie schließlich endgültig aufwachte war es dunkel im Krankenflügel. Die Krämpfe hatten aufgehört, Hermine verspürte überhaupt keine Schmerzen mehr. Ein nasses Tuch lag auf ihrer Stirn. Als sie es in die Hand nahm und in eine Schale mit kühlem Wasser auf ihrem Nachttisch legte, merkte sie, dass ihre Hände noch immer leicht zitterten. Sie fühlte sich vollkommen fertig und ausgelaugt.
Außer ihr war niemand in dem Krankenflügel. Alle restlichen Betten waren leer und feinsäuberlich gemacht.
Innerhalb der nächsten Stunde, versuchte Hermine wieder einzuschlafen aber so müde sie auch war, es gelang ihr nicht. Immer wieder drehte sie sich von einer zur anderen Seite, drehte ihr Kissen um weil sie die Seite ungemütlich fand oder rutschte im Bett umher um eine kühlere Stelle zu finden. Total erschöpft schlief sie schließlich in der Morgendämmerung ein.

Geweckt wurde sie von einem Schnarchen, das von ihrer Linken kam. Als Hermine ihre Augen aufschlug, blickte sie geradewegs in einen Schopf roter Haare.

Kurz blinzelte sie verwirrt, dann realisierte sie, dass Ron in einem Stuhl neben ihr eingeschlafen war und mit dem Kopf auf ihr Bett gesunken war. Langsam setzte sie sich auf und erblickte Harry, der in einen Stuhl zu ihrer rechten gesunken war und ebenfalls seelenruhig schlief. Die beiden mussten kurz nachdem sie endlich eingeschlafen war gekommen sein.

Kurzerhand griff sie nach dem kalten Lappen, der in der Wasserschale neben ihrem Bett lag und warf ihn nach Harry. Während er mit einem Keuchen hochschrak, legte Hermine ihre nasse und kalte Hand in Rons Nacken und auch er ließ ein leises Japsen hören und fuhr augenblicklich hoch. Hermine musste bei ihrem Anblick lachen. Beide sahen sie sie vollkommen verwirrt an. Ron war aufgesprungen und hatte sich an seinen feuchten Nacken gefasst während der nasse Lappen quer über Harrys Gesicht lag.

„Hey ihr beiden Schlafmützen!“, grinste Hermine.

Die beiden Jungs atmeten aus, dann ließ Ron sich wieder in seinen Stuhl fallen und Harry fingerte den Lappen von seinem Gesicht und warf ihn nach Hermine, die diesem geschickt auswich. Und das Tuch landete direkt auf dem Gesicht von Ron, der sich gerade müde die Augen rieb und zum zweiten Mal erschrocken aufsprang. Auch er entfernte das Tuch hastig von seinem Gesicht.
Kurz sahen Ron und Harry sich an, dann sprang Harry vor und hielt Hermine an den Armen fest, während Ron ihr mit dem Lappen das gesamte Gesicht mit eisigem Wasser befeuchtete. Hermine schrie und lachte so laut, bis Madam Pomfrey empört um Ruhe bat. Anschließend saßen Harry, Ron und Hermine allesamt lachend auf dem Bett.

„Ich sehe dir geht es wieder gut!“, grinste Harry und Ron sah sie lächelnd an.
Hermine nickte nur. „Was war da verdammt noch mal los? Hat Malfoy etwas gemacht?“

„Nein, nein er war's wirklich nicht. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung was passiert ist.“, antwortete Hermine matt. Und das entsprach der Wahrheit. Als sie umgekippt war, hatte sie Todesangst gehabt. Aber was passiert war, konnte sie sich beim Besten Willen nicht erklären.

„Ich weiß nicht. Ich meine ich habe in den letzten Nächten wenig geschlafen, hatte viel Stress, aber wenn ich ehrlich bin, auch nicht mehr als sonst auch. Vielleicht…es hätte…ich- “

Hermine war sehr erleichtert, als Madam Pomfrey plötzlich erschien und ihr aus ihrer Erklärungsnot half. Sie schickte Harry und Ron hinaus und meinte, dass die Kranke Ruhe bräuchte.
Harry und Ron protestierten, doch gegen die sture Krankenschwester hatten sie keine Chance und als die beiden murrend den Raum verlassen hatten, stellte sie sich vor Hermines Bett und musterte sie mit gerunzelter Stirn.

„Sie sind nicht wieder zu mir gekommen, Miss Granger.“, sagte sie schließlich und es klang etwas vorwurfsvoll.
Zum Glück erwartete sie keine umfangreiche Antwort, denn sie fuhr sofort fort.

„Ich denke, sie haben sich einen Plan gemacht. Wegen der Schwangerschaft meine ich.“
Hermine nickte.

„Und sie halten es noch immer geheim.“
Hermine nickte erneut.
Madam Pomfrey seufzte auf.

„Ich denke, sie sollte ihre eigenen Entscheidungen treffen, aber glauben sie mir, nicht jeder Schülerin würde ich einen so freien Weg lassen. Ich vertraue ihnen, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen werden.“

„Danke, ich weiß was ich tue.“ Wie leicht ihr die Lüge über die Lippen kam, sie glaubte sie beinahe selbst.
Madam Pomfrey sah sie noch einen Moment an, dann räusperte sie sich und fing mit dem sachlichen Teil und ihrer eigentlichen Aufgabe als Krankenschwester an.

„Hatten sie Schmerzen?“

„Ja.“, antwortete Hermine. „Im Unterleib. Krämpfe. Dazu noch Zittern, etwas Übelkeit und Schwächeanfälle.“
Die Krankenschwester nickte.

„Übelkeit und Schwächeanfälle sind normal. Letzteres liegt an der Veränderung des Blutkreislaufes. Die Krämpfe könnten an der intensiven Blut Versorgung rund um die Gebärmutter liegen. Das ist nötig, damit die Gebärmutter durch Muskeln, Bänder, Venen und Organe gestützt werden kann und ist im Grunde auch nichts Unnatürliches. In welcher Schwangerschaftswoche befinden sie sich?“

„Ich bin jetzt in der vierzehnten.“, antwortete Hermine.

„Und ich denke sie waren auch schon bei dem Frauenarzt?“
Hermine nickte. „Zwei Mal. Beides ohne Komplikationen. Aber solche Schmerzen hatte ich noch nie.“
Madam Pomfrey ging zu einem Schrank und holte ein Fläschchen heraus, dessen Inhalt sie in ein Wasserglas auf Hermines Nachttisch schüttete.

„Vielleicht hatte es etwas mit dem Trank zu tun, den ich ihnen heute Morgen gegen ihre Übelkeit gegeben habe. Aber ich denke, dass es hauptsächlich an Stress und Überarbeitung lag. Ihre Werte sind in Ordnung, sie und das Baby stabil. So lange solche Vorfälle sich nicht wiederholen müssen sie keine Angst haben. Aber falls so etwas in der Art noch einmal vorkommt, dann müssen sie zu mir kommen.“

Mit diesen Worten wuselte sie zurück in ihr Büro und Hermine war heilfroh sie wieder loszusein. Wo der Stress herkam war leicht zu erklären. Malfoy und sie waren nicht gerade sanft miteinander umgegangen.
Aber Hermine war zu fertig und verwirrt um darüber nachzudenken und nachdem sie das Glas ausgetrunken hatte schlief sie benebelt wieder ein.

Aufgeweckt wurde sie von einem leichten Rütteln. Es war immer noch Tag, aber höchstwahrscheinlich ging es auf den Abend zu, denn der Raum war nicht mehr ganz so hell erleuchtet.
Eigentlich hatte sie erwartet, dass er kommen würde. Natürlich hatte sie ihn erwartet.
Malfoy stand etwas hilflos neben ihrem Bett, ging ein paar Schritte nach links und ein paar Schritte nach rechts. Schließlich stellte er sich hinter das Bett und legte seine Hände auf das eiserne Bettende.

Wie gewöhnlich nach einem außernächtlichen Nickerchen, musste sie sich erst einmal orientieren.
Mit müden Augen setzte sie sich etwas in dem Bett auf.

Plötzlich war ihr furchtbar heiß.

„Was ist?“, fragte sie und es kam schneidender und kalter rüber als beabsichtigt.

Verdammt, wieso war es so heiß?
Hermine stand auf und öffnete das Fenster. Sie war sehr froh, dass es nicht verschlossen war, frische Luft hatte sie jetzt dringend nötig. Zum einen zum wach werden aber zum anderen zum… na ja, zum Luft holen halt.
Seit wann fühlte sie sich so unwohl in seiner Nähe?
Sie hatte ihm den Rücken zugekehrt und lehnte sich noch etwas weiter aus dem Fenster. Von hier aus konnte man auf den Verbotenen Wald sehen. Unmittelbar davor lag Hagrid's kleine Hütte.
Während eine kühle Brise ihre Haut umwehte, bemerkte sie, dass jemand ihr den Schulumhang abgenommen haben musste, als sie bewusstlos gewesen war und sie nur noch die Klamotten darunter trug: Eine einfach Jeans und ein etwas weiterer Pullover. Umständlich zog sie sich den Pulli über den Kopf. Durch das Top war sie nun schulter- und armfrei und sie bekam sofort viel besser Luft.

„Nein.“
Hermine drehte sich verwundert zu Malfoy um. Hermine wollte ihn gerade fragen, was er denn meinte, da fuhr er schon fort.

„Nein, ich schlafe nicht mit ihr.“, sagte er. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich sie seit Wochen nicht richtig angefasst. Wenn du willst mache ich mit ihr Schluss.“

Das war doch eigentlich was sie wollte. Das war das, was sie von ihm verlangt hatte.
Damit hatte er sich für sie entschieden.
Aber das Triumphgefühl blieb aus.
Da war eine Sache, die sie störte: Dass er es einfach so sagte. Es war beunruhigend, dass er seine Freundin von einem Tag auf den anderen aufgeben wollte. Als wären Frauen in seinen Augen nur Spielzeuge. War sie auch nur ein Spielzeug? Würde er auch sofort mit ihr Schluss machen, wenn irgendwer ihn darum bitten würde?

Plötzlich löste er sich von dem Bettende und kam zu ihr an das Fenster.
Hermine hatte ihm wieder den Rücken zugedreht und blickte aus dem Fenster, weniger wegen der tollen Aussicht, sondern mehr wegen der Person, die hinter ihr stand und der sie um alles in der Welt nicht in die Augen sehen wollte, aus Angst er könnte sehen wie unsicher und unentschlossen sie war.
Direkt hinter ihr blieb er stehen.

„Ich mache mit ihr Schluss.“

Mit einer Hand schob er ihr braunes Haar zur Seite und legte es ihr über die Schulter. Hermine wusste, was ihm jetzt von ihrer Schulter gerade zu anlächelte.
Mit ein paar Fingern fuhr er über die Schlange und den Löwen.
Und in diesem Moment wurde Hermine klar, dass es nichts ändern würde, wenn er mit Pansy Schluss machen würde. Er wäre danach nicht weniger Slytherin oder sie weniger Gryffindor.
Nach Außen hin gehörten sie genauso wenige zusammen wie vor ein paar Wochen.
Und Hermine hatte sich getäuscht. Es war keine Eifersucht gewesen, es war Neid.
Während Eifersucht sich hauptsächlich auf Menschen bezog, fixierte sich Neid auf Dinge oder Lebensweisen.
Ja, sie wollte ihn. Aber als sie die beiden gesehen hatte, hatte sie ihn so gewollt. Nicht versteckt, nicht verheimlicht, nicht unerwidert. Sondern etwas vollkommen Normales und Natürliches.

Hermine schluckte.

„Nein.“, meinte sie schließlich leise und drehte sich zu ihm um. „Nein, bleib mit ihr zusammen.“

„Aber…du woll-“

„Es deckt uns.“, sagte sie und lächelte. Hätte er gewusst was sie dachte, hätte er gesehen, dass es ein wehmütiges Lächeln war. „Du solltest sie nicht verlassen. Zu auffällig.“
Wie konnte sie auch sagen, was sie wirklich dachte? Sie verstand es ja selber nicht.

Und wie schon so oft fragte sie sich: War es Liebe?
Und es machte sie immer traurig, wenn sie sich eingestehen musste, dass es von beiden Seiten nicht mehr als Zuneigung war. Vielleicht ging nicht mehr.
Dass Liebe alles überwinden konnte war einfach nicht richtig. Bis zu einem bestimmten Grad war sie stark, aber irgendwann ging es für sie einfach nicht mehr weiter. Irgendwann gab es dann doch zu viele Hindernisse.
Und doch war die Zeit zwischen den Hindernissen so, als wären sie schon am Ziel.
Als sie mit beiden Händen sein Gesicht umfasste spürte sie, dass sie sich wieder wohl fühlte.
Er legte ihr seine Hände auf die Hüften.

„Ich wollte dir noch etwas-“, begann er, doch er wurde von dem Zuschlagen der Tür unterbrochen.

Die beiden fuhren herum und sahen in ein weibliches, wutverzerrtes Gesicht, das mit langen schwarzen und gewellten Haaren umrandet war.


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