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Fanfiction

Von roten Rosen, gelben Nelken und vielen, vielen Narzissen - Liebe macht sowas von blind

von summer_123

°°KAPITEL 18°°
Liebe macht sowas von blind




Als Hermine noch klein war, hatte sie sich manchmal nachts aus ihrem Zimmer geschlichen um mit ihrer Freundin im Dunkeln auf den Spielplatz zu gehen. Sie war aus ihrem Zimmerfenster im Erdgeschoss auf den Rasen gesprungen und durch ein Loch im Zaun geklettert, wo Romy schon auf sie gewartet hatte.
Natürlich hätte sie auch einfach das Gartentor benutzen können, aber so war es spannender gewesen.
Auf dem Spielplatz waren sie die Rutschen hinuntergesaust, die Stangen heruntergerutscht und sie hatten sich unter dem Klettergerüst verkrochen. Im Großen und Ganzen war es genau wie bei Tageslicht, aber es war viel aufregender.
Irgendwann hatte Mrs. Marple, Hermines nervige, alte, verklemmte Nachbarin sie entdeckt und an den Ohren nach Hause geschleift.
Von da an schlichen Romy und sie sich nachts nicht mehr hinaus.
Irgendwann entdeckten Jugendliche den Spielplatz und hingen abends und nachts dort ab um zu kiffen und zu trinken.
Hermines Mutter hatte ihr für eine Woche Hausarrest gegeben und ihr eine Strafpredigt gehalten über die Gefahren die es mit sich brachte, sich als siebenjähriges Mädchen um zwölf Uhr nachts aus dem Haus zu schleichen. Dabei hatte Hermine es nicht einmal böse gemeint.
Die nächtlichen Ausflüge gab es von da an nicht mehr, aber die Blicke ihrer Mutter waren geblieben. Immer wenn sie etwas falsch gemacht hatte, was zugegebenermaßen nicht all zu oft geschehen war, hatte ihre Mutter sich die Hände in die Hüften gestemmt und sie mit dem Blick angesehen. Vorwurfsvoll. Verraten. Wütend. Und furchtbar verletzt.

Und genau diesen Blick warf sie ihr zu, auch wenn die Menge der Gefühle etwas anders dosiert war, denn die Wut nahm definitiv einen größeren Teil ein.
Kathleen stürmte auf sie zu, während ihre Haare ihr hinterher wehten, riss sie auseinander und schubste Malfoy fest gegen die Steinwand. Er wehrte sich nicht, vollkommen perplex von dem Wutausbruch der Gryffindor.
„Lass deine dreckigen Finger von ihr!“, brüllte sie mit einer Stimme die schon beinahe animalisch klang. Hermine hatte gar nicht gemerkt, dass Kathleen ihren Zauberstab gezückt hatte, aber plötzlich stach er in Malfoys Kehle und hinterließ eine deutliche Blutspur.

„Kathleen!“, brachte Hermine schließlich über die Lippen. „Verdammt, was tust du denn da?“

Das Mädchen wirbelte zu ihr herum. Erst jetzt erkannte Hermine was ihr eben entgangen war. Ungesund blasse Haut, sich deutlich abhebende Augenringe, ungepflegte stumpfe Haare. Nur ihre beinahe schwarzen Augen glänzend, ja sie leuchteten gar. Und ihre rissigen Lippen bildeten ein leichtes Lächeln.

„Was tust du, Hermine?“, fragte sie und es klang weder friedlich noch freundschaftlich. „Was machst du wenn du dich abends wegschleichst?“

„Ich weiß nicht wovon du redest.“, antwortete sie kleinlaut.

„Lügnerin!“, kreischte Kathleen und ihre Worte hallten in an den Wänden des leeren Krankensaals wieder. „Du bist doch nur seine kleine Schlampe! Ich weiß ganz genau was ihr seit Wochen treibt!“

Hermine trat einen Schritt zurück, doch Kathleen hob ihren Zauberstab, sodass er nun auf sie gerichtet war.

„Du würdest mir wehtun?“, fragte Hermine leise. „Ich fasse es nicht. Wir schlafen seit der ersten Klasse im gleichen Schlafsaal, gehen zusammen in den Unterricht, essen am selben Tisch, leben-“

„Darauf scheißt du doch!“, schrie Kathleen „Dein Haus, deine Freunde, deine Ehre. Das hast du alles aufgegeben, als du ihn gefickt hast.“

Hermine schluckte.

„Nein…Nein, ihr seit mir alle immer noch wichtig.“, sagte sie mit schwacher Stimme und ihre Augen wurden wässrig. „Ihr seit noch immer … ihr werdet immer… ich…das bedeutet nicht, dass ich euch den Rücken zuwende es war nur-“

Hermine zuckte zusammen als Kathleen plötzlich nach hinten gerissen und gegen die Wand hinter ihr geschleudert wurde. Bevor Kathleen auch nur verstehen konnte was soeben passiert war, hatte Malfoy ihr auch schon den Zauberstab aus der Hand gerissen.
Er hatte während Hermine mit Kathleen geredet hatte seinen eigenen aus seinem Umhang geholt.

Das Mädchen schrie und schlug um sich, während Malfoy sie mit seiner gesamten Kraft und vollem Körpereinsatz versuchte an der Wand zu halten und Hermine den Muffliato Zauber auf die Tür zu dem Büro von Madam Pomfrey legte.

„Shaw, komm mal wieder runter.“, zischte er.

„Todesser!“, kreischte Kathleen. „Todesser, nimm deine dreckigen Finger von mir!“
Malfoy ließ von ihr ab. Hermine sah sie entgeistert an. Wie konnte sie nur.

„Er ist kein-“

„Woher willst du das wissen?“, unterbrach Kathleen sie herausfordernd. „Sein Vater ist einer und er auch. Frag ihn nach seinem Arm! Los frag ihn! Dort ist es eingebrannt.“
Hermine hatte seinen Arm oft genug gesehen um sagen zu können, dass sich dort rein gar nichts befand. Hermine sah entschuldigend zu Malfoy der etwas blass aussah. Nun ja, das war ja auch kein Wunder, bei dem das Kathleen ihm vorwarf.

„Er ist einer!“, schrie Kathleen und ihre Stimme wurde nun immer hysterischer. „Er hat sie umgebracht! Er und seine Anhänger haben ihr in die Augen gesehen und sie kaltblütig ermordet. Dabei hat sie nichts getan. Genau so wenig wie du getan hast, Hermine und trotzdem werden sie dich irgendwann umbringen. Wahrscheinlich wird er es tun. Ein Schlammblut mehr oder weniger was macht das schon aus.“

Knall.

Hermine sah Malfoy entgeistert an, dann zu Kathleen die ihre Wange hielt und Malfoy tödliche Blicke zuwarf.

„Wieso hast du sie geschlagen?“, fragte Hermine entsetz.
Malfoy packte Kathleen an beiden Oberarmen und zog sie zu einem der Nachttischchen neben einem der Krankenbetten auf dem eine Schale mit kaltem Wasser stand.

„Beruhigung.“, sagte er knapp und drückte ihr einen nassen und eisigkalten Lappen auf die Stirn. „Wen hat sie gemeint?“
Hermine lehnte sich erschöpft gegen die Wand.

„Ihr Mutter.“, flüsterte sie schließlich niedergeschlagen. „Muggelstämmig. Letzten Sommer umgebracht. Seitdem ist Kathleen vollkommen kaputt.“
Kathleen hatte sich wieder beruhigt. Mehr als beruhigt. Sie saß ganz still da, wie eine Statur. Es war, als wäre sie gar nicht anwesend.

Malfoy zerrte Hermine aus dem Krankenflügel und ein paar Korridore weiter. In irgendeinem Gang im ersten Stock blieben sie schließlich stehen. Er fasste sich an den Hals an dem Kathleen ihm mit irgendeinem Fluch die Haut eingeritzt hatte.

„Ahh.“ Er verzog das Gesicht. „Ahh, diese Schlampe!“

„Verdammt, was machen wir jetzt?“ Hermine lehnte sich mit dem Stirn gegen die kalte Wand. „Sie weiß bescheid. Und sie ist nicht gerade der Typ, der so etwas für sich behält.“

„Dann versuch mit ihr zu reden.“
Hermine lachte auf. „Mit Kathleen reden? Kathleen redet seit Monaten kein einziges Wort. Ich hatte bis eben beinahe vergessen wie ihr Stimme klingt.“
Hermine richtete sich wieder auf. Sie hörte Schritte an den Wänden widerhallen und ein paar vereinzelte Stimmen. Hermine nahm Malfoy an der Hand und zog ihn ein Stück weiter, während er beunruhigt über seine Schulter spähte.

„Aber gut, ja. Ich versuch's wenigstens.“

„Und wegen dem was sie über mich gesagt hat, ich-“, begann er doch Hermine unterbrach ihn.

„Ja, ja, darüber rede ich mit ihr auch. Sie wird keine Gerüchte über dich verbreiten, dafür sorge ich.“

Mit diesen Worten drehte Hermine sich um und ging zurück zu dem Krankenflügel, doch als sie dort eintrat war Kathleen nicht mehr da. Kurzerhand drehte sie sich um machte sich auf den Weg zum Gryffindorgemeinschaftsraum.
Es hatte ja so kommen müssen. Irgendwer hatte sie ja entdecken müssen. Es war alles schief gegangen. Aber wieso ausgerechnet sie? Wieso ausgerechnet die Todesser- und Slytherinhassende, todunglückliche und unberechenbare Kathleen?
Was war wenn sie es weiter erzählte?
Hermine stellte sich vor wie die gesamte Schule davon wusste. Wie alle Gryffindors ihr böse Blicke zuwarfen, wie Ron und Harry sie des Verrats beschuldigten und ihr die Rücken zukehrten.

Hermine beschleunigte ihre Schritte. Als sie durch das Portraitloch stieg, stieß sie beinahe gegen sie. Hermine erschrak so heftig, dass sie einen Schritt zurück machte und beinahe wieder durch das Loch hinaus fiel. Sie wusste nicht wieso sie plötzlich so große Angst vor Kathleen hatte, aber wie sie dort stand, mit ihren langen schwarzen Haaren die ihr ins Gesicht fielen und der blassen Haut, wirkte sie weniger wie ihre Klassenkameradin, sondern mehr wie ein verrücktes Mädchen, das einem Gruselfilm entsprungen war. Hermine hätte sie nicht groß gewundert, wenn sie plötzlich ein Messer unter ihrem Umhang hervorgezogen hätte und sie damit langsam und besonders schmerzvoll in kleine Würfel geschnitten hätte.

Aber anstatt sie in menschliche Käsewürfel zu verarbeiten nahm Kathleen sie zu ihrer großen Verwunderung an der Hand und führte sie in den Gemeinschaftsraum. Dort angekommen starrte sie ihr intensiv in die Augen.

„Weißt du Hermine, Freundschaft und Familie sind so wichtig!“, sagte sie schließlich in einem langsamen Tonfall, so als ob sie jedes Wort mit Bedacht wählen würde.

„Was meinst du?“, fragte Hermine verwundert.

„Man sollte vor ihnen einfach keine Geheimnisse haben.“
Hermine starrte das Mädchen entsetzt an.

„Kathleen, was hast du getan?“
In diesem Moment trat Ginny in ihr Blickfeld.

Als sie ihren Blick einfing begriff sie. Sie sah zurück zu Kathleen, die ihren Augen auswich, dann wieder zurück zu Ginny.

„Was tust du eigentlich hier Hermine?“, fragte Ginny feindselig. „Lässt er dich wirklich noch hier her? Ich hätte eher gedacht er hätte dich in eine Art Zwinger gesteckt, damit er dich da rausholen und mit dir rummachen kann wann er will.“

„Können wir das bitte nicht hier besprechen?“, fragte Hermine und sah beunruhigt zu den Gryffindors die sich beobachteten.

Sie schob Ginny die Treppe hoch in den Mädchenschlafsaal, doch als sie sie am Arm berühren wollte, zog Ginny ihn ruckartig weg und zischte: „Fass mich nicht an!“
Als sie oben ankamen war niemand in dem Mädchenschlafsaal. Wo Lavender und Parvati waren wusste sie nicht, Eliza hatte irgendwo ein Date Mit Stephen Cornfoot, einem attraktiven Ravenclaw Schüler, der nach Elizas Meinung mehr Freundinnen als Hirn hatte, aber sie trotzdem es mal mit ihm probieren wollte. Und wo Kathleen war, wusste Hermine ja nur all zu gut.

„Du kennst doch nur diese eine Seite von ihm. Wie kannst du ihn da verurteilen?“, begann Hermine hoffnungsvoll.

„Verdammt Hermine, du solltest dich mal reden hören!“, sagte Ginny wütend. „Was tust du denn da? Wo ist denn das nette Mädchen, das sich immer so um die Schule bemüht und immer ihre eigenen Bedürfnisse hinter die ihrer Freunde gestellt hat? Das Mädchen, das es nie wahrhaben wollte aber trotzdem in meinen Bruder verknallt ist?“

„Ginny! Jetzt komm nicht mit der Tour. Du weißt ganz genau, dass ich immer noch dieselbe bin.“

„Nein, da bin ich mir verdammt noch mal nicht mehr sicher!“, erwiderte Ginny mit einem funkeln in den Augen.

„Ich kann es einfach nicht verstehen. Wieso er? Von all den Jungen auf der Schule ausgerechnet er? Er behandelt dich schon immer wie ein Stück Dreck. Hast du denn vergessen was er alles getan hat? Wie er dich jahrelang beschimpft hat oder wie er meine Familie beleidigt, hast du das vergessen?“

„Er…er hat…du kennst ihn nicht richtig. Er ist nicht immer so.“
Hermine fühlte sich furchtbar. Sie wusste nicht genau wieso, aber sie wollte, dass Ginny sie verstand und zu ihr hielt.

„Er ist nicht immer so?“, fragte sie und lachte trocken auf. „Nur in der Öffentlichkeit? Nur wenn die Gefahr besteht, dass jemand euch zusammen sehen könnte? Und er soll dich mögen?“

„Wieso tust du das?“, fragte Hermine verzweifelt. „Wieso willst du unbedingt dass ich leide?“

„Weil du es so oder so tun wirst wenn du bei ihm bleibst und das weißt du ganz genau!“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging. Kurz bevor sie den Mädchenschlafsaal verließ, wandte sie sich noch einmal Hermine zu.

„Und solange du mit ihm zusammen bist, brauchen wir auch nicht länger so tun, als wären wir noch die beiden Mädchen von früher.“, sagte Ginny und Hermine bemerkte, dass sie ihr jetzt schon nicht mehr in die Augen sehen konnte. „Ich werde dafür sorgen, dass Kathleen nichts von alldem Ron und Harry erzählt. Aber glaube mir, das tue ich ganz sicher nicht weil ich eure Beziehung schützen will oder ihn, sondern weil ich glaube, dass du aus der Sache noch rauskommen kannst und ich mir nicht sicher bin ob die beiden je wieder ein Wort mit dir wechseln würden, wenn sie von deiner ?Freizeitbeschäftigung' wüssten. Und bevor du das nicht geklärt hast, brauchst du nicht noch einmal zu mir zu kommen.“


Die Tränen rannen ihr die Wangen hinunter. Sammelten sich an ihrem Kinn und tropften auf den Boden. Sie unterdrückte das Schluchzen und stolperte in das Bad, wo sie die Türe zu schlug und abschloss. Mit geschlossenen Augen glitt sie an der Holztür auf die Kacheln. Sie fühlten sich beruhigend kühl an. Ginny wusste nichts. Wie konnte sie so etwas von ihm sagen? Sie kannte ihn doch nicht. Sie kannte ihn nicht so wie Hermine ihn kannte. Hatte die Liebe zu ihm ihr die Sicht zu seinem wirklichen Wesen versperrt? Nein, nein. Sie kannte ihn doch! Sie war doch immer mit ihm zusammen, es gab so viele Momente in denen sie ihn an ihrer Seite haben wollte. Ja, es kam vor, dass er wieder zu seinem alten Muster zurückkehrte. Sie hatten sich beschimpft und angeschrieen. Aber sie wollte ihn trotz allem.

Hast du denn vergessen was er alles getan hat?

Das hatte sie doch nicht einfach vergessen! Wie denn auch, hatte er ihr teilweise die schlimmsten Momente ihrer Kindheit geschenkt.
Und plötzlich erinnerte sie sich schmerzhaft daran wie er ihr vor ihrer gesamten Klasse Hasenzähne hatte wachsen lassen. Oh wie sie ihn dafür gehasst hatte. Sie hatte sich geschworen ihn für immer und ewig zu hassen und es ihm irgendwann heimzuzahlen.
Oder als er sie das erste Mal mit dem Wort „Schlammblut“ beschimpft hatte.

Wann hatte sie angefangen die Vergangenheit zu vergessen? Wann hatte sie es ihm nicht mehr übel genommen? Sie hatte davon nichts mitbekommen.

Bevor sie das Bad wieder verließ, wusch sie sich das Gesicht mit eisigkaltem Wasser.
Kurz stellte sie sich im Profil vor den Spiegel und betrachtete den Bauch. Nein unter dem Umhang konnte man ihn immer noch nicht ausmachen. Davon würde keiner erfahren und Kathleen wusste es sicher nicht, sonst hätte sie es ganz sicher schon erwähnt.

Kathleen musste in den Mädchenschlafsaal gekommen sein, als Hermine sich im Bad die Augen aus dem Kopf geheult hatte. Sie hatte ihr den Rücken zugewandt und sah aus dem Fenster. Hermine wusste, dass das nur Anschein war, natürlich hatte sie auf sie gewartet.

„Verschwinde!“, zischte Hermine.

„Ich muss dir aber noch etwas sagen!“, erwiderte Kathleen, aber dass in ihrem Blick nichts Entschuldigendes zu sehen war, machte Hermine nicht versöhnlicher.

„Findest du nicht, dass du genug angerichtet hast?“

„Ich bereue es jedenfalls nicht.“, antwortete Kathleen trotzig.

„Und du glaubst, dass ich so mit dir reden werde?“, sagte Hermine und ging zu der Tür, die zu dem Gemeinschaftsraum führte.

„Du schmeißt einfach alles weg.“, sagte, nein, schrie Kathleen beinahe. „Dein ganzes Glück, du nimmst es nicht einmal wahr!“

„Natürlich tue ich das!“, erwiderte Hermine.

„Und wie? Indem du deine Freunde wie den letzten Scheiß behandelst?“

„Du verstehst das nicht!“

„Nein Hermine, du verstehst das nicht. Was ich getan habe war nur zu deinem Besten, du wirst mir eines Tagen, wenn du ihn endlich vergessen hast und merkst was für ein Fehler das alles war, dafür danken!“
Und was ist mit dem Baby? Wieso denkt niemand an das Kind?

„Du weißt nicht was du angerichtet hast Kathleen.“

Mit diesen Worten stürmte Hermine aus dem Mädchenschlafsaal.
Hermine irrte durch das Schloss, eigentlich mit der Absicht allen aus dem Weg zu gehen und alleine zu sein, aber letztendlich gab sie zu, dass sie auf der Suche nach ihm war.
Ja, sie wollte alleine sein, aber er zählte nicht. Denn sie versuchte sich vor dem Lügen zu verstecken und er war mittlerweile der einzige, den sie nicht mehr anlügen musste, auch wenn immer noch tausende Geheimnisse und Probleme zwischen ihnen standen. So hatten sie zum Beispiel nie darüber geredet wo sie beide standen, ob es vielleicht doch mehr als nur eine kleine Affäre war. Oder er hatte keine Ahnung was sie mit dem Kind vorhatte.
Und über das Geheimnis, das er mit sich trug, erzählte er Hermine auch nichts. Sie wusste nur, dass Harry immer noch erfolglos herauszufinden versuchte, was Malfoy in dem Raum der Wünsche trieb.

Nach sechsmaligem Verstecken vor Gryffindors hinter Säulen, zehn Tonnen schlechtem Gewissen und um die eine Millionen Schritte später fand sie ihn tatsächlich. Er wollte gerade die Treppe zu den Kerkern hinuntersteigen, da sah er sie auf der anderen Seite der Eingangshalle ihn zu sich winken.

„Glaubst du nicht, dass wir genug Probleme haben?“, fuhr er sie mit leiser Stimme an, als er bei ihr ankam. „Du kannst dir ja gleich ein Schild mit der Aufschrift ?Wir sind ein Paar' umhängen.“

„Wir sind ein Paar?“, fragte sie amüsiert. Sie hätte nie gedacht, dass sie nach den Ereignissen der letzten Stunde noch etwas lustig finden könnte. „Ich dachte ich wäre bloß deine kleine billige Affäre?“

Kurz stutzte er, doch dann meinte er mürrisch, dass sie genau wisse, was er meinte und zog sie weg von den Blicken der wenigen Schüler in der Eingangshalle.

Die beiden machten sich schließlich auf den Weg zu dem Balkon auf der Nordseite des Schlosses, den sie schon einmal als Versteck aufgesucht hatten, nachdem Harry Hermine die Karte des Rumtreibers vor die Nase gehalten hatte.
Harry konnte überall außerhalb des Gryffindortraktes sein, aber es war wichtig, dass sie mit Malfoy sprach und deshalb dieses ging sie dieses Risiko ein.
Als sie durch die Korridore gingen sagte lange keiner von beiden ein Wort.

„Wieso gehen wir eigentlich nicht mehr in die Heulende Hütte?“, brach Malfoy schließlich die Stille.

„Weil es erstens zu weit draußen liegt und ich zweitens keine Lust habe jedes Mal mein Leben aufs Spiel zu setzten, wenn ich den um sich schlagenden Ästen ausweiche die mich zu ermorden versuchen, nur damit ich an diesen einen bestimmten Punkt an den Wurzeln der Weide komme.“

Beide sprachen erst wieder als sie auf dem Balkon ankamen.
Hermine zögerte nicht lange, sondern kam sofort zur Sache.

„Ich habe das mit Kathleen geregelt. Sie wird nicht reden.“

„Wie hast du das denn hinbekommen?“, fragte er gespielt überrascht. „Mit deinem Charme?“
Hermine rollte mit den Augen.

„Kein Grund grantig zu werden, Malfoy.“
Und nur um die ganze Situation etwas aufzulockern stellte sie sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn auf den Mund. Nicht sanft oder zart, sondern wild und verlangend. Hermine war sich nicht ganz sicher wann sie ihn das letzte Mal geküsst hatte, aber es war viel zu lange her.
Draco hob sie hoch und setzte sie auf das Geländer, während sie ihre Beine um seine Hüfte schlang.
Langsam fing er an ihren Hals zu küssen, Stück für Stück, die Kuhle zwischen ihrer Schulter und ihrem Hals, in der sie so empfindlich war.

„Nicht so schnell Mister.“, flüsterte Hermine lachend. „Einen Babybauch kann ich vielleicht noch verstecken, aber ein Knutschfleck wird höchstwahrscheinlich im Moment nicht ganz so gut ankommen.“
Als er sie daraufhin auf den Mund küsste spürte sie wie er lächelte, dann löste er sich von ihr und lehnte sich neben sie an das Geländer.

„Wahrscheinlich erinnerst du dich nicht mehr, aber kurz bevor Shaw uns mit ihrer Gesellschaft beehrt hat, wollte ich dir was sagen.“
Hermine sah ihn erwartungsvoll an, aber er griff in seinen Umhang und holte etwas hervor.

„Dieses Reagenzglas, keine Ahnung was da drin ist, habe ich an der Stelle gefunden, an der die Kette von Arcturus Black, meinem Vorfahren gelegen hat. Die Kette, die du bei dir in der Hosentasche gefunden hast und die du, wenn ich richtig nachdenke, immer noch irgendwo haben musst.“

„Ja, sie liegt in meiner Nachttischschublade.“, sagte Hermine gedankenverloren. „Aber ich glaube ich weiß was das hier ist.“
Vorsichtig nahm sie das Reagenzglas an sich und hielt es etwas hoch um es ausgiebig zu mustern.

„Das hier Malfoy“, begann sie „ist eine Erinnerung.“


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Katie Leung