
von summer_123
so, das ist jetzt das letzte kapitel. Ich hoffe es gefällt euch und ich würde mich natürlich über eine kleine rückmeldung über meine geschichte freuen :)
°°KAPITEL 23°°
Unsere Wahrheit
Hermine bückte sich um ihre Schnürsenkel wieder zusammen zubinden. Noch immer tat es weh etwas fest in die Hand zu nehmen. So band sie vorsichtig mit ihren Finger spitzen und richtete sich anschließend wieder mühsam auf.
Die Straßen von London waren ziemlich verlassen, was wohl daran lag, dass sich eine dunkle Wolkendecke über die Stadt geschoben hatte und Regen ankündigte. Nicht einmal der Wind konnte die Wolken vertreiben.
Für Juni war es ungewöhnlich kalt. Hermine zog sich die Kapuze ihres Umhangs weiter ins Gesicht, vergrub die Hände in ihrem langen schwarzen Mantel und ging mit schnellen Schritten weiter.
Die letzten zwei Wochen waren mit die anstrengendsten und emotional belastendsten in ihrem gesamten Leben gewesen. Sie hatte sich viel darüber den Kopf zerbrochen, hatte über jede Einzelheit sicher tausend Mal nachgedacht und trotzdem verfolgte sie diese eine Nacht in jeden ihrer Träume.
Im Moment wohnten Harry, Ron und sie mitsamt der restlichen Weasleyfamilie am Grimmauld Platz Nr. 12. Nach Dumbledores Beerdigung hatte der Orden eine Notsitzung einberufen. Und noch eine. Und dann noch eine weitere. Die Gefahr war so präsent wie seit Jahren nicht mehr.
Dumbledore war tot. Dumbledore war ermordet worden. Dumbledore war gefallen.
Als Hermine das erste Mal von seinem Tod erfahren hatte, hatte sie es einfach nicht glauben können. Schließlich sprachen sie von Dumbledore, dem besten Zauberer, den sie jemals kennengelernt hatte.
Aber nachdem ihr die Geschichte immer und immer wieder erzählt wurde, das erste Mal von Harry selber, später, als sie es einfach nicht glauben wollte, von Ron und dann ein drittes Mal von Ginny, bekam alles plötzlich Sinn. Mehr Sinn als sie verkraften konnte.
Draco war Schuld. Er hatte den Zauber zwar nicht gesprochen, aber er hatte die Waffe geladen. Ohne ihn wären die Todesser niemals so weit vorgedrungen, ja, ohne ihn, wären sie nicht einmal ins Schloss gelangt. Ohne ihn hätten sie nicht das dunkle Mal über dem Astronomieturm herauf beschwören können. Ohne ihn, wären der geschwächte Dumbledore und Harry nicht aus Sorge um die Schüler dort gelandet.
Am Ende war es Snape gewesen, aber das änderte rein gar nichts an dem, was Draco getan hatte.
Nach dieser Nacht war nichts mehr so gewesen, wie es einmal war.
Jeder hatte seine Wunden davongetragen. Tausende Wunden, die lange nicht mehr aufhören würden zu bluten, die allesamt von einem Jungen geschnitten worden waren.
Hermine spürte einen Regentropfen auf ihrem Gesicht, dann einen Zweiten und einen Dritten. Für ein paar Sekunden schleuderte der Wind ein paar Tropfen durch die Luft und in ihr Gesicht, doch dann versiegte der Regen wieder und hinterließ eine unangenehme Feuchtigkeit.
Ohne sich umzublicken eilte sie weiter. Sie war sicher schon eine halbe Stunde unterwegs.
Hermine vermied große Straßen. Sie huschte durch Gassen und Abkürzungen. Nicht dass es verboten war durch die Straßen von London zu laufen, aber im Moment wollte sie weder von einem Zauberer, noch von einem Muggel gesehen werden.
Hermine vergrub die Hände noch tiefer in ihrem Mantel und beschleunigte ihre Schritte.
Wie schon so oft schweiften ihre Gedanken zu der Nacht des Angriffes. So sehr sie auch versuchte die ganzen Geschehnisse zu vergessen, es gelang ihr nicht. Nein, sie hatte eher das Gefühl, dass, so mehr sie die Nacht zu verdrängen versuchte, die Ereignisse präsenter und schmerzhafter wurde.
Ihr Unterleib krampfte sich zusammen und Hermine krümmte sich. Sie spürte jeden einzelnen Stein unter sich. Spürte jeden einzelnen schmerzenden Knochen.
Während ihr ein Schmerzensschrei nach dem anderen über die Lippen kam, blickte sie hilfesuchend nach vorne. Sie musste sich konzentrieren, damit das Schwarz, das ihr Blickfeld immer wieder durchflimmerte, ihr nicht ganz die Sicht nahm. Aber die Gedanken auf etwas anderes als den Schmerz zu lenken, war beinahe unmöglich.
Plötzlich kauerte sich jemand neben sie. Erleichtert stellte sie fest, dass es Ron war, der ihr über ihr Haar strich und verzweifelt nach Hilfe schrie. Dann wandte er sich wieder von ihr ab und drückte ihr etwas an den Mund. Im nächsten Moment floss eine Flüssigkeit zwischen ihre Lippen und Hermine begann zu husten. Ihr ganzer Körper verkrampfte sich unter den Schmerzen, die dies verursachte. Sie spürte wie ihr Oberkörper leicht hochgestemmt wurde, damit sie besser Luft bekam.
Verzweifelt krallte sie sich in Rons Arm, der sie umfasst hielt. Hermine wollte nicht sterben. Aber in diesem Moment, schien es ihr als einziger Ausweg. Auf jeden Fall der einzige einigermaßen angenehme Ausweg.
Hermine hatte später erfahren, dass Ron ihr den Rest des Felix Felicis, den er für sie aufbewahrt hatte, eingeflößt hatte. Sie wusste nicht, ob sie es auch ohne den Glückstrank geschafft hätte aber Madam Pomfrey meinte, es wäre sehr knapp gewesen.
Ihre Verletzungen waren einigermaßen schlimm gewesen, doch sie hatte dennoch nicht ins St.-Mungo Hospital gemusst, worüber sie unglaublich froh gewesen war. Harry und Ron wurden sofort aus dem Krankenflügel gescheucht. Madam Pomfrey hatte ihr erklärt, dass sie die ganze „Sache“ mit dem Baby hatte geheim halten können. Harry und Ron hatten und würden auch nie von dem Kind erfahren.
Nach einer Weile lies Hermine die Häuser hinter sich. Sie bog auf einen Feldweg ein, der über eine große Wiese verlief. Nach ein paar hundert Metern, in denen der Weg nur geradeaus führte, mündete er schließlich in einem dunklen Wald.
Während Hermine noch über die mit Gras durchlöcherte Erde auf den Wald zuging, erinnerte sie sich wie sie aus der Bewusstlosigkeit aufgewacht war.
Die Decke war weich. Sehr weich. Viel weicher als sonst. Sehr angenehm. Sie musste noch nicht aufstehen, es war Wochenende.
Auch das Kissen fühlte sich kuscheliger an als sonst auch.
Mit geschlossenen Augen drückte Hermine ihr Gesicht in den weichen Stoff und sog den Geruch ein. Es roch seltsam, nicht wie gewohnt. Nicht nach ihrem Parfüm, nicht nach dem holzigen Zimmer, nicht nach ihrem Haarshampoo. Nicht nach ihrem Kissen eben.
Hermine wandte ihr Gesicht noch mehr und tastete mit einer Hand nach ihrem Wecker, doch sie griff nur auf eine glatte leere Oberfläche.
Verwirrt blinzelte sie.
Sie suchte nach den roten Vorhängen, die ihr Bett zierten, nach den goldenen Verziehrungen, die man auf Decken und Möbeln vorfand, nach alten Holzbalken und hellen Fenstern. Aber sie sah nur weiß. Weiß und Grau.
Schlagartig fuhr Hermine hoch. Sie war im Krankenflügel. Natürlich war sie im Krankenflügel.
Da waren die Todesser gewesen. Und der Kampf. Sie hatte gekämpft. Sie alle hatten gekämpft. Hermine war getroffen worden, sie war geflogen. Geflogen und Gestürzt. Und irgendetwas stimmte nicht.
Ihr Kopf schmerzte fürchterlich. Mit einer Hand fuhr sie an ihre Stirn und ertastete einen dicken Verband, der um ihren ganzen Kopf herum führte.
Ihre Hand fuhr weiter.
In ihrem Gesicht spürte sie mehrere Kratzer und Schürfwunden. Neben ihrem Mund war eine Blutkruste. Ihr Hals schien unversehrt.
Und ab da fühlte sich ihr gesamter Körper taub an. Taub und leer.
Als die Tür zu Madam Pomfreys Büro aufging, blickte Hermine schlagartig hoch. Die Krankenschwester schien erleichtert, als sie auf Hermine zugehastet kam.
„Sie sind wach, ein Glück!“ Madam Pomfrey wuselte um ihr Bett herum, zog eine Schublade in ihrem Nachttischchen auf und nahm eine Flasche mit einem Glas heraus.
„Können sie sich erinnern, Miss Granger?“, fragte sie, während sie den Inhalt der Flasche in das Glas schüttete. „Können sie sich an gestern Abend erinnern?“
Bevor Hermine antworten konnte, öffnete sich die Tür und Harry und Ron kamen herein, erst zögernd und dann voller Freude, als sie sahen, dass Hermine wach war.
Harry nahm sie zuerst in die Arme. Hermine genoss es ihre Freunde umarmen zu können, das hatte sie lange nicht getan.
„Du verbringst zu viel Zeit hier.“, meinte Harry und lächelte.
Hermine erwiderte sein Lächeln und nahm das, ihr, von der Krankenschwester, hingestreckte, Glas mit einer klaren Flüssigkeit entgegen, doch ihr Lächeln erstarrte, als Hermine den Blick von Madam Pomfrey sah. Teilnahmslos an der ganzen Freude, es schien ihr beinahe unangenehm zu sein.
Wie aus Reflex glitt Hermines Hand zu ihrem Bauch. In dem Moment als sie ihren Unterleib berührte, kreuzten sich die Blicke von ihr und der Krankenschwester.
Hermine lupfte leicht ihren Umhang hoch, damit er nicht durch den Schlamm gezogen wurde, zu dem sich der Waldweg verwandelt hatte, seitdem es wieder angefangen hatte zu regnen.
Nur ein einziger Gedanke schoss ihr seit zwei Wochen durch den Kopf. Er war schuld. Er war schuld. Er hatte die Todesser reingelassen. Er war schuld.
Dass Draco nicht ganz sauber war, war Hermine von vorneherein klar gewesen. Aber sie hatte an irgendwelche Gespräche mit seinem Vater über du-weißt-schon-wen gedacht, nicht an Verrat.
Er war nie der liebe Junge gewesen, aber dass er so weit gehen würde hatte sie nicht erwartete. Niemals hätte sie damit gerechnet.
Plötzlich erinnerte sie sich an das, das Zabini damals vor dem Quidditchspiel Gryffindor gegen Ravenclaw zu ihr gesagt hatte.
„Unwissenheit soll ja angeblich schützen. Aber du wirst noch früh genug dran sein, glaub mir, Schlammblut“
Es war im Mai gewesen, kurz nachdem Draco durch Okklumentik von ihrer Schwangerschaft erfahren hatte.
Nun verstand sie, was Zabini damals gemeint hatte. Er hatte von Dracos Auftrag gesprochen. Hermine wusste nicht, wie viel Draco ihm erzählt hatte, aber er hatte von dem Auftrag gewusst. Und dass sie selber nicht Bescheid wusste.
Und ein Fakt konnte man noch aus seiner Aussage ziehen: Der Krieg stand kurz bevor.
Vielleicht waren es wohlüberlegte und taktisch ausgewählte Worte eines Todessers gewesen, vielleicht nur das Gelaber eines arroganten Slytherinschülers. Die Anhängsel von Voldemort waren meist ein Gemisch aus beidem.
Bei diesem Quidditchspiel hatten Draco und sie sich wieder vertragen und er hatte ihr gesagt, dass er das Baby nicht wollte.
„Ich kann kein Vater sein.“
Sie erinnerte sich noch genau an den Gesichtsausdruck, den er gehabt hatte, als er diese Worte gesprochen hatte: Ängstlich. Er hatte vor irgendetwas furchtbare Angst gehabt.
Alles hatte in den letzten Wochen Gestalt angenommen. Nachdem Harry ihr erzählt hatte, was auf dem Astronomieturm passiert war, hatte sich alles wie ein großes Puzzle mit Tausend kleinen Teilen zusammengesetzt.
Draco hatte von Voldemort den Auftrag bekommen Dumbledore umzubringen. Er hatte das ganze Jahr lang versucht diesen unglaublich schweren Auftrag zu erfüllen. Natürlich hatte er Angst gehabt. Angst zu versagen.
„Ich muss es tun! Er bringt mich um. Er bringt meine ganze Familie um!“, hatte er auf dem Astronomieturm gesagt.
Er hatte keine Wahl gehabt. Sein Schicksal war an dem Tag besiegelt worden, an dem er in diese Familie geboren worden war. Und er hatte sich schon früh damit abgefunden. Er war Teil dieser Familie geworden.
Hermine stieg über eine Wurzel. Ihre Haare verhedderten sich in ein paar Ästen. Sie blieb stehen, befreite sich und stülpte sich anschließend die Kapuze ihres schwarzen Umhangs, die ihr von ihrem Kopf gerutscht war, wieder zurück über ihre Haare
„Warum liegst du halbnackt in meinem Bett, Granger?“
Hermine musste lächeln als sie zurück an den Tag nach der Party dachte. Es war doch normal, dass man immer an den Anfang dachte, wenn etwas zu Ende ging, oder?
Sie war an diesem Morgen zu wütend auf ihn gewesen.
„Du verdammtes Arschloch! Ich hasse dich! Erst vergewaltigst du mich, dann brennst du mir ein lebenslängliches Tattoo auf die Haut, das mich auch noch an diesen furchtbaren Morgen erinnert.“
„Los, verschwinde Granger! Und wag es nicht mich hierauf anzusprechen oder irgendwem davon zu erzählen.“
Und wie sie ihn am nächsten Tag nach Kräuterkunde aufgesucht hatte.
„Ich glaube wir haben vergessen zu verhüten.“
Das war der Anfang einer furchtbar schmerzhaften und komplizierten Beziehung gewesen.
„Sag mir einen Grund wieso ich überhaupt mit dir reden sollte.“, hatte sie im Raum der Wünsche zu ihm gesagt und er hatte geantwortet:
„Ganz einfach. Weil du mit mir geschlafen hast und ob du willst oder nicht, dich nach mir sehnst.“
Sehnen. So ein seltsames Wort. Als wäre der andere der einzige Sinn des Lebens. Viel zu verletzlich, viel zu festgelegt.
Während Hermine sich immer weiter in den Wald hineinkämpfte, reisten ihre Gedanken noch immer in der Vergangenheit.
„Ich habe dich gesucht. Ich muss mit dir reden.“
Ihr Kopf drängte ihr immer mehr Erinnerungen auf.
„Das Kind ist von dir.“, brachte sie schließlich hervor und es fiel ihr schwer die paar Worte zu sagen, obwohl er die Wahrheit ja schon längst wusste. Ihre Stimme klang stärker als erwartet. „Dass ich es dir gesagt hätte, hätte nichts daran geändert.“
Und noch eine.
„Ich habe doch versucht alles richtig zumachen. Ich habe auch versucht ehrlich zu sein. Zu dir, zu mir. Aber es ist verdammt schwer solche schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen, wenn man ganz auf sich alleine gestellt ist.“
Und eine weitere.
„Granger, ich will kein Kind mit dir.“
Wankend und mit schwirrendem Kopf kam sie auf der Lichtung an. Sie blickte sich hektisch um aber sah nur schwarz.
„Sie reden von einem Auftrag…und…und sie reden von dem dunklen Mal.“ Hermine sah ihn an. „Sag mir einfach nur, dass sie nicht Recht haben, dass sie Unsinn reden und ich werde dir glauben, das verspreche ich dir.“
Um Hermine drehte sich alles. Es war zu viel. Zu viel auf einmal.
„NEIN!“, brüllte jemand, doch er wurde von ihrem eigenen Schrei übertönt.
Und dann flog sie. Und für eine Millisekunde war es ein befreiendes Gefühl so losgelöst vom Boden zu schweben und alles hinter sich zu lassen. Dann wurde alles wieder klarer. Die Schreie der anderen waren wieder laut und deutlich zu hören, das Knallen, wenn Flüche auf die Wände trafen, die Schritte und das Keuchen der Kämpfenden.
Dann traf sie auf Stein.
Als sie ein Rascheln hinter sich hörte, wirbelte Hermine herum.
Seltsamerweise verspürte sie keinerlei Angst, als sie ihn, ebenfalls in einen langen schwarzen Umhang gehüllt, ein paar Schritte von sich entfernt stehen sah. Sie hätte Angst haben sollen. Er hatte alle verraten. Er war schuld. Er war schuld. Er war schuld. Und trotzdem hatte sie ihn aufgefordert sich mit ihr zu treffen.
Mittlerweile hatte es wieder aufgehört zu regnen. Die dicke Wolkendecke versteckte den Himmel und lies dem Mond und den dunkelblauen Himmelstücken nur hin und wieder Platz. Hier unten im Tal hatte sich sogar der Nebel ausgebreitet und machte die Dunkelheit noch undurchschaubarer.
Hermine zögerte nicht sondern brachte die zehn Meter, die noch zwischen ihnen lagen mit ein paar schnellen Schritten hinter sich und fiel ihm in die Arme. Sie spürte wie sein Umhang sich durch den Wind auch um sie schmiegte.
In Betracht der Umstände hätte diese Geste das Letzte sein sollen, was sie tun sollte, aber sie hatte sich mit ihm getroffen, weil sie Erklärungen wollte und Hermine wusste nicht, ob sie ihn noch umarmen konnte, wenn er ihr eine Erklärung für die letzten Wochen liefern würde.
Eine halbe Ewigkeit blieben sie so umschlungen stehen, dann bemerkte Hermine eine Bewegung und im nächsten Momente spürte sie wie sich eine Hand auf ihren flachen Bauch legte.
Draco senkte den Kopf.
„Das dachte ich mir schon.“, flüsterte er schließlich. „Den Sturz hätte nicht mal ein Baby in der vierzigsten Woche überlebt. Dafür war da zu viel Blut.“
So grausam es auch war, es tat gut ihn sprechen zu hören. In jedem seiner Worte hörte sie ihren eigenen Schmerz. Ihre eigene Trauer. Der Verlust, den nur sie beide wirklich verstehen konnten. Der Verlust über ein Baby, das sie beide geliebt hatten.
Seine Hand fuhr ihren Körper hoch bis zu ihrer zerkratzten Wange und hinterließ eine brennende und dennoch angenehme Spur.
„Geht es dir gut?“, fragte er schließlich und Hermine nickte nur und drückte ihre Wange fest in seine Hand.
Kurz schloss sie die Augen, dann fasste sie sich wieder. Sie richtete sich auf und trat ein paar Schritte zurück.
Mit zittriger Stimme sagte sie: „Ich bin hier, damit du mir die Wahrheit sagst. Ich habe dich die gesamten letzten Monate mit deinem Geheimnis in Ruhe gelassen und nicht weiter nachgefragt. Aber du musst mir jetzt sagen, was passiert ist. Das schuldest du mir. Im Gegenzug verspreche ich dir nichts davon weiterzuerzählen.“
Draco schien so etwas in der Art erwartet zu haben, denn er schien nicht sonderlich überrascht und wusste genau was er sagte.
„Es hat alles letztes Jahr angefangen.“, begann er. „Eigentlich war es schon lange davor, aber da begann es richtig. Ich habe das Dunkle Mal eingebrannt bekommen.“
Er sah Hermine herausfordernd an.
„Du wirkst nicht überrascht.“, stellte er schließlich fest.
„Harry war auf dem Astronomieturm, Draco. Er hat alles gesehen.“
Draco nickte nur etwas zerstreut und fuhr sich mit einem Finger über seinen linken Unterarm.
„Aber wenn du es seit letztem Jahr hast, wieso habe ich es dann nie gesehen?“
„Weil ich, im Gegensatz zu den anderen Todessern, die Möglichkeit bekommen habe, es zu verstecken.“, antwortete er. „Ein Zauber. Er hat ihn mir gezeigt. Ich kann ihn wann ich möchte über das Mal legen.“
Hermine runzelte die Stirn.
„Wieso hattest du die Möglichkeit? Wieso nicht die Anderen?“
„Ich war doch erst sechzehn. Und dazu noch ein Schüler auf Hogwarts. Ich habe direkt unter der Nase von Dumbledore gelebt, gegessen und geschlafen. Vielleicht erinnerst du dich nicht mehr, aber bei unserem Kuss in dem Besenschrank, dem ersten richtigen Kuss, da habe ich dich schlagartig zurück gewiesen, als du mir mein Hemd ausziehen wolltest. Ich hatte den Schutzzauber nicht angewendet. Die Nacht der Party jedoch, da war ich vorbereitet. Ich wusste ja nicht, was alles passieren würde. Und als ich dann mir dir zusammen war, da habe ich den Zauber eigentlich rund um die Uhr getragen.“
Er machte eine kurze Pause, dann fuhr er fort ohne sie anzublicken.
„Ich habe das dunkle Mal nicht ohne Grund bekommen. Ich hatte eine Aufgabe. Er hat mir die Aufgabe gegeben. Der dunkle Lord befahl mir einen Weg zu finden Dumbledore umzubringen. Aber ich denke das weißt du schon alles.“
Hermine nickte. Harry hatte ihr und Ron alles, was vor Dumbledores Tod passiert war, erzählt.
„Ich habe daran gearbeitet, das ganze Schuljahr lang.“, fuhr Malfoy schließlich fort. „Manchmal war ich dem Erreichen meines Auftrages ganz nahe und manchmal glaubte ich es niemals hinzubekommen. Und doch habe ich es geschafft. Ich habe meine Aufgabe erfüllt.“
„Du hättest aussteigen können!“, spie Hermine. Ihr Zorn war riesig. Wie er über seine Aufgabe sprach. Seine Aufgabe, auf die er so stolz war und die so schwer war und die er doch so heldenhaft gemeistert hatte.
„Aussteigen?“, fragte Malfoy und er lachte. Es war kein schönes Lachen, es klang hysterisch. „Aussteigen? Man kann bei den Todessern nicht einfach so aussteigen!“
„Du hättest gleich am Anfang zu Dumbledore gehen sollen.“, erwiderte Hermine. „Er hätte dich und deine Familie beschützen können.“
„Als ob das etwas gebracht hätte! Granger, er hätte mich getötet. Er hätte uns alle getötet. Jeden, der mit mir in einer Beziehung stand. Was nebenbei gesagt auch du gewesen wärst. Für ihn wäre es sicherlich ein leichtes gewesen alles über uns herauszufinden, wenn selbst so eine Psychopatin wie Shaw uns entdecken konnte.“
Hermine zuckte zusammen als er Kathleen erwähnte. Sie fasste sich mit ihrer Hand an ihre Stirn.
„Hättest du einfach was gesagt. Man hätte die helfen können.“
Draco, der sich etwas von ihr weggedreht hatte, wirbelte wieder zu ihr herum. Er lachte beinahe, so als fände er es amüsant wie dumm sie sein könnte.
„Granger! Versteh es endlich! Niemand hätte mir helfen können. Ich stecke da drin seit ich geboren bin, für mich war es einfach zu spät!“
Zornig blickte er sie an.
„Draco, du hattest gesagt keine weiteren Lügen. Du hast es versprochen. Aber das Schlimmste, die größte Lüge, die hast du durchgezogen.“
Er wandte sein Gesicht wieder ab.
„Du weißt, dass Snape es war?“, wechselte er plötzlich das Thema ohne auf sie einzugehen.
„Natürlich weiß ich, dass Snape es war.“, sie sprach den Namen, mit so viel Abscheu wie sie nur aufbringen konnte, aus. „Er musste nicht überlegen, wie er Dumbledore umbringen konnte. Dumbledore hat Snape vertraut.“
„Er hat mich unterstützt.“, meinte Draco. „Snape. Er hat mir geholfen. Hast du dich nie gewundert, wieso Snape uns nie dafür bestraft hat, dass wir in Dumbledores Büro eingebrochen sind? Dass es keine Konsequenzen gab? Er hätte uns rausschmeißen können, man hätte ohne Schwierigkeiten nachweisen können, dass das Denkarium an dem Abend benutzt worden war. Aber hätte er dich rausschmeißen lassen, hätte auch ich gehen müssen, was wegen meinem Auftrag ja auf keinen Fall ging. Ihm war es ziemlich egal, was zwischen uns lief und er meinte wir hätten uns von ihm aus ins Verderben stürzten können, aber er hat den unbrechbaren Schwur gemacht. Und hätte er uns verraten, dann wäre auch er gescheitert.“
„Wieso erzählst du mir das alles?“, fragte Hermine.
„Du wolltest die Wahrheit.“, antwortete er. „Die volle Wahrheit, da hast du sie. Ohne Ausreden. Ohne Lügen.“
Hermine blickte ihn nur an. Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Ja, sie hatte die Wahrheit gewollt. Aber da hatte sie doch noch nicht wissen können, dass sie so verdammt wehtun würde.
„Als ich dich im Korridor gefunden habe, kurz vor dem Kampf, da habe ich dir gesagt, dass die Todesser schon auf dem Weg sind.“, fuhr er fort. „Ich habe gelogen. Sie waren noch nicht auf dem Weg. Das Kabinett war repariert, ja. Aber ich habe sie erst geholt, nachdem ich mit dir gesprochen habe. Ich wollte, dass du dich versteckst.“
Hermine schluckte.
„Hätte ich…“, begann sie mit zittriger Stimme. „Hätte ich dich davon abhalten können? Hätte ich irgendwas sagen können, damit du sie nicht geholt hättest?“
„Nein.“ Er schüttelte den Kopf.
„Ich habe dir einen Zauberstab unter die Nase gehalten!“, flüsterte sie und ihre Stimme wurde immer lauter. „Ich hätte mit dir reden sollen anstatt dich sofort anzuschreien.“
„Nein, Granger, hör mir zu!“ Er nahm sie bei den Schultern und sah sie an. „Ich musste es tun. Keiner hätte daran etwas ändern können. Nicht Potter oder Weasley, nicht du. Nicht einmal Dumbledore konnte es.“
„Aber du hast deinen Zauberstab gesenkt.“, flüsterte Hermine.
Draco antwortete nicht. Für ein paar Sekunden starrte er ihr noch in die Augen, dann lies er sie los und trat ein paar Schritte zurück. Er würde darüber nicht reden. Keiner von ihnen würde jemals erfahren, was in dieser Nacht wirklich in ihm vorgegangen war. Wahrscheinlich wusste es nicht einmal Draco selber.
„Was wird jetzt aus dir?“, fragte sie und sie spürte eine Träne, die sich aus ihrem Augenwinkel stahl und langsam über ihre Wange floss.
„Ich soll dich einfach dorthin zurück gehen lassen? Dorthin, wo ich nicht einmal weiß, ob du den nächsten Tag überleben wirst?“
„Habe ich eine Wahl?“, fragte er und Hermine verstand, dass es keine wirkliche Frage war. Trotzdem antwortete sie.
„Komm mit mir!“, schluchzte sie. Sie kannte seine Antwort schon. Sie wusste, dass es zu spät war. Er hatte seine Chance verpasst.
Ab jetzt war ihm sein Weg vorgelegt. Ab nun war seine Zukunft geplant. Und sie würde dort keinen Platz haben.
Mit ihrer Handfläche wischte sie sich ihre Tränen weg. Am liebsten hätte sie sich auf den Boden geworfen. Am liebsten wäre sie dort einfach liegen geblieben. Das Aufrechtstehen war anstrengend. Zu anstrengend.
Schließlich fasste Hermine in die Tasche ihres Umhangs. Sie zog die Kette von Dracos Vorfahren heraus und lächelte Draco an.
„Machst du sie mir um?“, fragte sie und streckte ihm das Schmuckstück entgegen.
Draco trat vor und nahm die Kette aus ihrer Hand, dann ging er um sie herum, schob ihre Haare sanft auf ihre Schulter. Hermine lies ihren Umhang etwas hinunter gleiten, sodass ihr Hals frei lag.
Sie spürte wie ihr die kalte Kette umgelegt wurde, spürte Dracos Atem direkt hinter ihr, spürte wie er seine Hand auf ihrer Schulter einen Moment zu lange liegen lies.
Dann drehte sie sie um.
„Danke.“, flüsterte sie, und nach kurzem Zögern: „Glaubst du wir sehen uns je wieder?“
„Ja.“, antwortete er. „Irgendwann. Wenn der Krieg vorbei ist. Wir müssen nur überleben.“
„Kleinigkeit.“, antwortete Hermine und lächelte.
Kurz zögerte er, dann trat er zu ihr und umarmte sie. Sie sog seinen Geruch ein. Alles was sie bekommen konnte. Für einen Moment versuchte sie die Realität um sich herum zu vergessen, wie sie es so oft getan hatte, wenn sie mit ihm zusammen gewesen war, aber es gelang ihr nicht mehr.
Draco löste sich von ihr und küsste sie ein letztes Mal. Nur ein kurzer Kuss. Viel zu kurz. Dann trat er zurück.
Mit beiden Händen hob er die Kapuze ihres Umhangs und schob sie über ihre Haare.
„Pass auf dich auf.“, sagte er leise. „Versteck dich einfach hinter Potter, da wird dir sicher nichts passieren. Ich… pass einfach auf.“
Hermine legte einen ihrer schmalen Finger auf seine Lippen.
„Du musst auch auf dich aufpassen.“
Dann nahm sie seine Hände und legte sie ineinander.
„Stell dir einfach vor, das wäre meine Hand, okay? Stell dir einfach vor, du würdest meine Hand festhalten.“
Die Tränen fingen wieder an zu fließen und Hermine lies es zu. Gleichzeitig musste sie lächeln. Dann drehte sie sich um und begann in der Dunkelheit zu verschwinden.
„Warte!“, rief er ihr hinterher.
Im Gehen drehte sie sich um, immer noch weinend, immer noch lächelnd und hob ihre ineinander verschränkten Hände, so als wolle sie sagen: „Halt sie fest!“
Nach ein paar Schritten blieb Hermine stehen und drehte sich wieder um. Die Stelle, wo sie eben noch gestanden hatten, war im Nebel und in der Dunkelheit verschwunden.
Langsam lies sie sich auf dem feuchten Gras nieder. Ihre Hände strichen über den Umhang, der sich um sie ausbreitete.
Obwohl die Tränen über ihr Gesicht flossen, brachte sie keinen Laut über die Lippen.
Sie hörte ihn nicht apparieren. Irgendwann war er einfach weg. Die letzten Wochen war es immer selbstverständlich gewesen, dass er da war. Und trotz der fürchterlichen Dinge die er getan hatte, trotz all dem Unheil, das er angerichtet hatte, sah sie immer noch den gleichen Jungen. Ihren Jungen.
Hermine hob den Kopf und sah zum Himmel. Es war Vollmond.
* * *
Sie strich mit einem Finger über die goldene Kette mit dem kreisförmigen Anhänger. Über das kleine Herz, das dort eingraviert war. Dann verstaute sie sie ganz zu unterst in ihrem Schmuckkästchen, welches sie anschließend in ihren Koffer legte.
Das Tattoo hatte sie heute Morgen, gleich nachdem sie aufgewacht war, entfernt. Den Spruch hatte sie in den zwei Wochen, die sie hier am Grimmauldplatz Nr. 12 verbracht hatte, endlich fertig gestellt. Die Notizen, die sie sich noch in der Bibliothek in Hogwarts gemacht hatte, hatten ihr dabei sehr geholfen.
Es war seltsam gewesen zu sehen, wie die Schlange und die Löwin endgültig verschwanden.
Sie hatte ihre Gründe gehabt, wieso sie den Spruch gestern Abend nicht auch Draco gesagt hatte.
Dort wo er sein würde hatte er die Erinnerungen an die letzten Wochen dringend nötig.
Für ihn würde es alles andere als einfach werden.
Für keinen würde es einfach werden. Aber Hermine würde Harry an ihrer Seite haben. Und Ron. Und den gesamten Orden.
Er war an der Seite der Todesser. Und an der von Voldemort.
Er brauchte diese kleine Erinnerung an sie. Sonst würde er vielleicht in der Grausamkeit und der Kälte alles vergessen.
Und zur Not könnte er es mit der Zauberformel verstecken, die Voldemort ihm für das dunkle Mal gegeben hatte.
Hermine schloss ihren Koffer und stand auf.
Als sie ihn die Treppe hinunter hievte, kam, von dem lauten Gepolter aufgeschreckt, sofort Ron herbei und nahm ihn ihr mit einem Lächeln ab. Hermine erwiderte es und folgte Ron die Treppe hinunter.
Sie war noch ziemlich schwach. Bei ihrem Sturz hatte sie sich mehrere Rippen gebrochen, eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen und zahllose Prellungen über ihren gesamten Körper verteilt davongetragen. Die Rippen hatte man ohne Probleme wieder zusammenwachsen lassen können und nach ein paar Tagen hatte sie schon wieder laufen können und auch für die Gehirnerschütterung und die Prellungen hatte man ihr etwas gegeben. Aber den größten Schmerz konnte man ihr mit all dem Morphium der Welt nicht nehmen.
Es war furchtbar gewesen zu versuchen den Verlust ihres Kindes ganz alleine zu verarbeiten. Niemand hatte davon gewusst. Hätte sie es Ginny gebeichtet, hätte das alles nur noch schlimmer gemacht. Und es Ron und Harry zu erzählen, hätte die ganze Wahrheit mit sich getragen, und daran war nicht zu denken.
In den ersten Tagen war es seltsam gewesen. Andauern hatte sie sich an den Bauch gefasst, nur um eine glatte Fläche vorzufinden, wo sie nach der Wölbung gesucht hatte. Die Tage danach, hatten die Schmerzen angefangen. Keine physischen Schmerzen. Es tat ihr von innen heraus weh. Von ganz innen.
Es gab nichts Erleichterndes als zu ihren Eltern zurückkehren zu können. Sie wussten bescheid. Sie könnten ihr helfen.
Nein, helfen könnten sie ihr nicht, sie könnten sie trösten. Auch sie würden Hermine nicht ganz verstehen. Das konnten sie nicht. Nicht sie hatten dieses kleine Kind wochenlang in sich getragen, hatten dessen Bewegungen gespürt und es dann verloren. Der einzige Mensch, der sie vielleicht ansatzweise verstehen würde, wäre er.
Es war eine Erfahrung, die sie ihr Leben lang mit sich tragen würden und es würde kein Tag vergehen, an dem sie ihr kleines Baby nicht vermissen würde. Jetzt musste sie nur noch lernen, damit zu leben.
Als sie neben Ron die Küche betrat, wo der Kamin stand mit dem sie nach Hause reisen würde, stand Harry schon neben dem Krug mit dem Flohpulver.
„Wir werden dir schreiben, Harry.“, versprach Hermine, als sie ihn zum Abschied umarmte.
„Auch du, Ron!“, mahnte sie, als sie Rons Gesichtsausdruck sah, kurz bevor sie auch ihn in die Arme schloss.
Er machte ein murrendes Geräusch, nickte aber.
Hermine ging zu ihrem Koffer und wollte gerade nach ihm greifen, als Harry sie noch einmal zurück rief.
„Hermine?“, meinte er zögernd. „Diese letzten Wochen, sie waren anders. Du warst anders. Irgendetwas hat dich verändert, dich traurig oder wütend gemacht. Irgendetwas ist passiert, was du uns nicht gesagt hast.“
Hermines Herz begann wie wild zu klopfen.
Wie dumm sie gewesen war. Wie hatte sie auch jemals denken können, dass ihre Besten Freunde nicht mitbekommen würden, dass etwas nicht stimmte? Sie kannten sie zu gut.
Auch wenn Harry sicherlich keine Ahnung hatte, welches Ausmaß dieses irgendetwas hatte.
„Wirst du uns irgendwann erzählen, was los war?“, fragte er.
Hermine überlegte kurz.
Dann sah sie Harry und Ron lächelnd an.
„Ja, vielleicht.“, meinte sie. „Vielleicht, eines Tages.“
Dann drehte Hermine sich zu ihrem Koffer um, griff in den Topf mit Flohpulver und schritt in den Kamin.
Während die grünen Flammen um sie herum aufloderten, wurde ihr klar, dass die ganze Geschichte zwischen Draco und ihr viel zu kompliziert war, als dass man wirklich hätte alles erzählen können.
Und dennoch, würde man sie nach ihrer Geschichte fragen, dann würde Hermine die Blumen für sich sprechen lassen.
In ihrer Beziehung hatten Unterschiede eine wichtige Rolle gespielt. Sie hatten sich so lange gehasst und dieser Hass war nie ganz verschwunden. Ihre Beziehung war egoistisch gewesen. Jeden in ihrem Umfeld hatte sie verletzt und belogen. Sie hatte nur an sich gedacht. Und dennoch war alles, das sie mit ihm gefühlt hatte, leidenschaftlich gewesen.
Sie hatte ihn leidenschaftlich gehasst. Sie hatte ihn leidenschaftlich geliebt.
So gesehen, war ihre Geschichte ganz einfach zu erzählen.
Sie handelte von roten Rosen, gelben Nelken und vielen, vielen Narzissen.
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