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Fanfiction

Von roten Rosen, gelben Nelken und vielen, vielen Narzissen - Ich hasse Alkohol, ich hasse Partys doch am meisten hasse ich Draco Malfoy

von summer_123


°°KAPITEL 2°°
Ich hasse Alkohol, ich hasse Partys doch am meisten hasse ich Draco Malfoy


"Die Liebe ist einäugig, aber Hass gänzlich blind."
Berthold Auerbach



„Ahhh!“
Hermine zuckte zurück als Malfoy realisierte wer dort in Unterwäsche vor ihm lag und seine Schock mit einem ohrenbetäubenden Schrei zum Ausdruck brachte.
Schon im nächsten Moment schnellten seine Arme nach vorne und Hermine, die nah an der Bettkante lag, rutschte nach hinten und wurde somit unsanft aus dem Bett geworfen. Sie fiel hart auf den kalten Holzboden.
Langsam kam Malfoys Kopf zum Vorschein, der sich über sie Bettkante vorschob. Hermine sah ihn vorwurfsvoll an.

„Charmant, Malfoy!“
„Granger?!“
Er schien es nicht zu begreifen.
„Warum liegst du halbnackt in meinem Bett, Granger?“, fragte er und sah sie an, als wäre das ein nicht wieder gut zu machendes Verbrechen.
Hermine stöhnte genervt auf. Woher sollte sie wissen wie sie hierher gekommen war?
„Ich schätze mal wir haben uns gestern beide komplett betrunken, haben rumgeknutscht und sind dann irgendwie im Bett gelandet.“, gab sie ihm eine Kurzfassung ihrer Vermutungen.
Sie wusste, dass es nicht sehr taktvoll war ihn so damit zu konfrontieren. Während sie selbst sicher zehn Minuten da gesessen und sich an den Gedanken mit Draco Malfoy geschlafen zu haben “gewöhnt“ hatte, wurde ihm alles innerhalb ein paar Sekunden vor die Nase gehalten.

Malfoys Gesicht, welches vor Sekunden noch erschrocken gewesen war, nahm nun einen fassungslosen, gar entgeisterten Ausdruck an. Er, griff nach seinen Boxershorts, die unter Hermines Kopfkissen gelegen hatten und zog sie eilig unter der Decke an. Dann stand er auf und stellte sich vor sie. Während er sie anstarrte, als ob er einen Knallrümpfigen Kröter vor sich sitzen hätte, der sich jeden Moment auf ihn stürzen und ihn anknabbern könnte, kam Hermine zu dem Schluss, dass er ihr wohl kaum mehr aufhelfen würde und so rappelte sie sich mühsam von dem Holzboden hoch.

Als sie wieder vor ihm stand, wurde sie sich ihrer Situation erst wirklich bewusst. Beschämt versuchte sie soviel es ging von ihrem beinahe nackten Körper vor dem Slytherin zu bedecken. Er beobachtete sie dabei und ein belustigtes Grinsen huschte über sein Gesicht.

„Glaub mir, falls wir wirklich miteinander geschlafen haben, dann habe ich ganz sicher mehr gesehen als deine nackten Arme, Beine oder deinen Bauch.“
Hermines Wangen färbten sich rosa. Sie lies ihre Arme sinken und sah ihn erzürnt an. Ihm war es, wie es schien, überhaupt nicht peinlich nur in Boxershorts vor ihr zu stehen.
„Du glaubst also wir haben nicht miteinander geschlafen?“, fragte sie ihn.
„Nun ja, selbst wenn ich total besoffen wäre, denke ich, dass mein Körper immer noch so eine Art Alarmfunktion hätte, die mich davor schützen würde, so etwas wie dich anzufassen.“
„Seltsam, Malfoy. Genau das gleiche hab ich von mir gedacht. Dass mein Körper sich das antut, so ein arrogantes Schwein wie dich zu berühren. Aber wie es aussieht, wurde diese Alarmfunktion gestern deaktiviert, als wir auf die glorreiche Idee gekommen sind uns gegenseitig auszuziehen!“
„Vielleicht hast du es ja auch mit irgendwem anders in meinem Bett getrieben und ich habe mich nur ahnungslos zum Schlafen hier hingelegt.“
„Vielleicht hab ich dich auch mit so einer kleinen Hure wie Parkinson erwischt und war so geschädigt für mein Leben, dass ich direkt hier zusammengebrochen bin.“
„Oder du hast hier auf mich gewartet in der Hoffnung mich rumzukriegen!“

Hermine sah Malfoy genervt an und überging seine letzte Bemerkung.
„Nun, da niemand außer uns beiden hier anwesend ist, könnte man daraus schließen, dass außer uns keiner beteiligt war.“ Hermine drehte sich um, schlang die Arme um ihren Oberkörper und stellte sich vor das Fenster.
„Könntest du vielleicht von dem Fenster weggehen! Falls dich irgendjemand sieht, dann wäre das äußerst schlecht für meinen Ruf. Und zieh dir bitte was über, bevor ich noch Augenkrebs be-“
Plötzlich hörte das Mädchen ein leises Lachen.
„Was?“ fragte Hermine erbost, die die ganze Sache überhaupt nicht lustig fand, und drehte sich um.
Malfoy, der grinste, deutet auf ihre linke Schulter.
„Du ähm, “ Er räusperte sich „du hast ein Tatoo.“
„Was?“ Hermine sah geschockt an sich runter. „Wo?“
„Nein dreh dich um. Dort, auf deinem linken Schulterblatt.“
Hermine stürzte zu dem hohen Spiegel, dessen Rahmen mit kleinen, silbernen Schlangen gesäumt war und der an der steinernen Wand hing. Sie drehte sich mit der Schulter zum Spiegel und erblickte ein kleines, schwarzes, sich bewegendes Bild.

Hermines erste Reaktion war, dass sie spitz aufschrie und sich die Hand auf das Tatoo schlug, welches eindeutig kein normales war. Es war eines dieser Sorte, die du-weißt-schon-wer seinen Anhängern auf den Arm brannte, nur dass es viel kleiner war, vielleicht drei Zentimeter groß und ungefährlicher aussah. Langsam hob sie ihre Hand und erblickte eine kleine Löwin, die von einer Schlange umkreist wurde, welche geduldig und schleichend aber dennoch hinterlistig und flink ihre Kreise um das andere Tier zog. Ihr Ende sowie ihr Anfang überschnitten sich, sodass die Löwin in einem sich schlängelnden Kreis gefangen war.
Die Löwin hatte jedoch keine Angst, sie saß in dieser Falle, blickte jedoch total zufrieden und glücklich in die Richtung der Schlange.

Hermine hob den Kopf und starrte geschockt in den Spiegel. Sie hatte ein Tatoo von einer Schlange und einer Löwin auf der Schulter, ein Tatoo von Malfoy und ihr.
Der Slytherin stand direkt hinter ihr und hatte die Augenbrauen hochgezogen, während er das kleine Bild musterte. Er berührte es leicht mit den Fingerspitzen, doch zog er sie sofort wieder zurück als Hermine bei seiner Berührung zusammenzuckte.
Es war als hätten seine Finger sie aus ihrer Starre gerissen.
Das Mädchen drehte sich um, bloßer Zorn war ihr ins Gesicht geschrieben.

„Das ist alles deine Schuld, Malfoy! Ein magisches Tatoo!?“ Sie richtete ihren Finger auf seine Brust.
„Mach das sofort wieder weg!“, schrie sie.
„Als bekannteste Streberin der Schule solltest du eigentlich wissen, dass das nicht so einfach weg zumachen ist. Als der-dessen-namen-nicht-gennant-werden-darf verschwunden ist, als Potters Eltern verreckt sind und das Narbengesicht sein Kennzeichen bekommen hat, hätten sich sicher viele feige Todesser das brennende Mal entfernt wenn sie gekonnt hätten.“
„Aber das hast du gemacht, du bist nicht du-weißt-schon-wer. Du kannst mit deinen Zauberkünsten niemals ein Bild für immer auf meine Haut brennen. Und hör auf Harry so zu nennen oder so über seine Eltern zu sprechen!“
Malfoy sah sie herablassend an.
„Wer sagt, dass ich das war. Ich denke was so einen komplizierten Zauberspruch angeht, weißt du besser bescheit als ich. Du verbringst schließlich deine gesamte Freizeit mit deinen heiß geliebten Büchern.“
„Ich habe nie auch nur ein Wort über den Zauber des dunklen Mals gelesen. Ich würde mich nie mit dunkler Magie beschäftigen!“ schrie Hermine. Sie packte ihn an den Schultern und schubste ihn nach hinten, sodass er gegen die Wand stieß. Sie presste ihn dagegen und Malfoy wunderte sich, wie so ein zierliches Mädchen so viel Kraft besitzen konnte.

„Du verdammtes Arschloch! Ich hasse dich! Erst vergewaltigst du mich, dann brennst du mir ein lebenslängliches Tatoo auf die Haut, dass mich auch noch an diesen furchtbaren Morgen erinnert.“
„Vergewaltigt?“ fragte er spöttisch.
Hermine wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzte, als die Tür aufflog.
Der eintretende Slytherin, blieb wie angewurzelt auf der Türschwelle stehen als er Hermine und Malfoy sah.


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Der Anblick, der sich Blaise Zabini dort bot war einfach zu offensichtlich:
Das Schlammblut in Unterwäsche wie es Draco, ebenfalls nur in Unterwäsche bekleidet, gegen die Wand presst. Ihre Körper eng aneinander, ja sogar aneinandergeschmiegt. Sein Blick fiel kurz auf das zerwühlte Bett, auf die Klamotten, die in dem ganzen Raum verteilt waren, dann schoss er zurück zu den beiden beinahe nackten Teenagern.


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Draco sah wie Zabini ihn ungläubig anstarrte. Er sah keine Spur von dem Gefühl verraten worden zu sein in seinen Augen, aber er kannte Zabini, er war ihm sehr ähnlich. Auch wenn man es ihm nicht ansah, ihn ihm brodelte es gewaltig.

„Draco?! Was machst du da?“ Seine Stimme war beherrscht, aber Draco wusste, dass er sich zurück halten musste, nicht auf sie zu zurennen, sie auseinander zu reißen und Draco eine rein zu hauen. Es lag unter ihrer Ehre, jemanden wie Granger anzurühren. Damit besudelte Draco nicht nur seinen Ruf, sondern auch den des gesamten Hause Slytherins.


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Zabini drehte sich um und ging mit schnellen Schritten aus dem Zimmer. Die Tür ließ er offen und Hermine wünschte sich, er hätte sie zugemacht. Sie fühlte sich so furchtbar nackt, so entblößt und die Realität, was all dies bedeutete und wer sie waren, hatte sie durch Zabinis Hereinschneien vor ihnen aufgebaut.

Malfoy drehte sich wieder zu Hermine um, nahm sie am Arm, schleifte sie zu der Tür und schubste sie raus. Dann kehrte er ihr den Rücken zu, nahm die Klamotten, die auf dem Boden verteilt waren und nach weiblichen Kleidern aussahen und warf sie ihr hinterher.
„Los, verschwinde Granger! Und wag es nicht mich hierauf anzusprechen oder irgendwem davon zu erzählen.“, zischte er, dann knallte er die Türe zu.
Und Hermine stand auf dem dunklen Gang, an dessen Ende eine Wendeltreppe nach unten führte und konnte es nicht fassen. Er hatte sie tatsächlich in Unterwäsche vor die Tür geworfen. Hermine zog sich ihr lilafarbenes Top an, schlüpfte in die schwarze Röhrenjeans und nahm die ebenfalls schwarzen Hackenschuhe in die linke Hand. Mit der rechten zupfte sie noch einmal alles zu Recht, strich ihr langes buschiges Haar nach hinten und schlich in die Richtung, in der sie den Gemeinschaftsraum der Slytherins vermutete. Sie hatte keine Ahnung wie sie unbemerkt aus dem Slytherin Trakt herauskommen sollte. Hermine hoffte nur, dass sie nicht die einzige war, die sich nach einer betrunkenen Nacht noch hier befand. Obwohl sie barfuss und wie sie hoffte vollkommen leise die steinerne Wendeltreppe hinunterging, hallten ihre Schritte an den Wänden wieder. Vorsichtig lugte sie um eine Ecke und erblickte einen grün schimmernden Gemeinschaftsraum der bis auf zwei Erstklässler, die in einem Buch blätterten, das hin und wieder kleine Feuerspritzer in ihre Richtung schleuderte, vollkommen verlassen war. Der Raum kam ihr verschwommen bekannt vor, was höchstwahrscheinlich daran lag, dass sie hier gestern den größten Fehler ihres Lebens begangen hatte, als sie sich mit Draco Malfoy eingelassen hatte.

So leise sie konnte, schlich Hermine an den Erstklässlern vorbei, die ihr den Rücken zugedreht hatten und schlüpfte an der Stelle aus dem Gemeinschaftsraum, an der sich, wie sie wusste, die Wand zur Seite schob, wenn man davor trat. Offensichtlich brauchte man, wie bei dem Gemeinschaftsraum der Gryffindors nur ein Passwort um hineinzukommen, nicht um den Raum zu verlassen.
Leise huschte sie die dunklen Gänge entlang. Ihr Füße waren unangenehm kalt doch dies nahm sie sehr gerne in Kauf, wenn sie so das klackern ihrer hochhackigen Schuhe vermeiden konnte.
Sie kam an einer Abzweigung vorbei und schritt die Wendeltreppe hoch. Als sie schon das Licht von oben sah, verdunkelte sich der Spalt wieder und Hermine schrak zusammen, als plötzlich Snape vor ihr stand und sie argwöhnisch musterte.

„Miss Granger, was suchen sie dort unten?“, fragte er mit leiser, kalter Stimme, eindeutig gewillt dazu einen Grund zu finden, ihr eine saftige Strafarbeit zu verpassen. Er musterte die Schuhe in ihren Händen und ihre nackten Füße, sagte aber nichts dazu.
„Ich…habe…ähm, jemanden gesucht.“, stotterte Hermine.
„Lügen sie mich nicht an!“, zischte Snape. „ Zwanzig Punkte Abzug für Gryffindor, weil sie sich unbefugt in den Kerkern herumschleichen.“
„Aber Professor-“, wollte Hermine protestieren.
„Sie haben hier nichts zu suchen, Miss Granger.“, sagte Snape bedrohlich. „Und jetzt verschwinden sie!“
Er trat bei Seite und Hermine huschte schnell an ihm vorbei die Treppe hoch und leise vor sich hinschimpfend den Gang entlang.

Hermine traf niemanden mehr auf den Gängen und auch als sie durch das Portraitloch zu dem Gemeinschaftsraum schlüpfte, konnte sie niemanden außer zwei Viertklässlerinnen bei den Hausaufgaben machen, entdecken. Sie vermutete, dass sie alle beim frühstücken waren. Es musste zwar schon elf Uhr sein, aber da Sonntag war, wollten die meisten Hogwartsschüler wahrscheinlich ausschlafen. Hermine ging die Wendeltreppe zu den Mädchenschlafsälen hoch, den sie mit Lavender, Eliza, Kathleen und Parvati teilte. Auch diesen fand sie leer vor. Hermine ging zu ihrem Koffer und zog ein paar warme Socken hervor dann öffnete sie den Schrank und griff sich eine Wolljacke. Die Schuhe schmiss sie in die Ecke, danach sich selbst auf das warme, kuschelige Bett. Sie wurde immer noch von Kopfschmerzen geplagt und ihr Nacken fühlte sich seltsam verspannt an. Sie schloss die Augen in der Hoffnung, all dem Drama für ein paar Stunden entfliehen zu können, doch schon nach ein paar Minuten wurde ihr klar, dass sie nicht wieder einschlafen würde. Obwohl sie hundemüde war dachte ihr Kopf einfach weiter über die Ereignisse des letzten Abends nach.

Was war gestern auf der Party passiert? Wieso konnte sie sich an einfach gar nichts erinnern? Es war so ein seltsames Gefühl, zu wissen, dass die Erinnerungen da waren, man jedoch nicht dran kam. Es war als würde sie durstig vor einem mit einer Eisschicht überzogenem See sitzen und gierig auf das kalte Wasser starren, an das sie sowieso nicht dran kam. Es war unerreichbar.

Frustriert stand Hermine wieder auf und ging in das Bad des Mädchenschlafsaals. Es war klein, aber gemütlich. Es gab zwei Waschbecken mit jeweils einem Spiegel, was definitiv zu wenig war, für fünf Mädchen im Alter von 16 Jahren. Direkt neben den Waschbecken stand eine Dusche mit einem roten Duschvorhang. Auf der anderen Seite des Badezimmers, stand eine Badewanne, verziert mit kleinen goldenen Kreisen. Abgetrennt von dem Zimmer lag ein kleiner Nebenraum mit einem kleinen Fenster, in dem eine Toilette mit einem kleinen Waschbecken stand. Neben der Tür zu diesem kleinen Raum befand sich ein großes Fenster mit weißen Vorhängen. Doch wenn man duschte, brauchte man sie nicht zu ziehen. Die Fenster waren, wie Hermine wusste, mit einem Zauber belegt. Man konnte zwar hinaussehen, doch von außen erblickte man nur ein leeres Badezimmer. Von dem Bad hatte man wie auch von den Schlafsälen einen atemberaubenden Blick über das gesamte Schulgelände. Das Gras war von weißem Tau überzogen und die Bäume hatten noch keine Blätter aber bald würden sich Knospen bilden und etwas vollkommen Neues ankündigen.

Hermine ging zu einem der Waschbecken, füllte ihre Hände mit kaltem Wasser und wusch sich das Gesicht. Mit ihrem Zauberstab entfernte sie die Reste der Wimperntusch. Hermine starrte ihr Spiegelbild mit müden Augen an, sah ihre Augenringe, ihr verwuscheltes braunes Haar und ihre zerknitterten Klamotten. Sie drehte sich um und musterte das Tattoo. Die Schlange schlängelte sich immer noch um die Löwin. Hermine griff nach ihrem Puder und bedeckte das Bild damit. Kurz bliebe es haften, doch dann schlängelte sich die Schlange noch mehr und zischte bedrohlich. Sie schüttelte den Puder ab und legte das Bild wieder frei. Hermine seufzte. Eigentlich würde es ja niemand zu Gesicht bekommen, denn ihr Schulumhang bedeckte es, aber sie wollte es nicht sehen, sie konnte es nicht sehen.
Sie wollte nicht immer wieder an ihn erinnert werden.

Hermine zog sich ihren Schulumhang über und band ihr Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen. Sie strich sich mit den Handflächen über den schwarzen Stoff um ihn glatt zu streichen doch als sie bei ihrer Hosentasche ankam fühlte sie eine kleine Erhebung. Sie konnte sich nicht daran erinnern, etwas in die Tasche gesteckt zu haben. Kurz dachte sie daran, den ganzen Umhang auszuziehen um nachzusehen, um was es sich handelte, doch dann hielt sie inne. Es gab eine ganze Nacht, an die sie sich nicht erinnern konnte, höchstwahrscheinlich war es nur ein Bierdeckel, den sie in ihrem Trunk eingepackt hatte. Es machte sie so fertig, dass sie sich so voll laufen gelassen hatte. Natürlich hatte sie schon einmal Alkohol getrunken aber nie in solchen Mengen. Hermine konnte es nicht länger ertragen, herumzustehen und über die undurchdringliche Leere in ihrem Kopf nachzudenken.

Also machte sich auf den Weg in die große Halle. Inzwischen gab es wahrscheinlich Mittagessen und als einer der Ersten dort zu sein, machte Hermine nicht viel aus, wenn man bedachte, dass sie sich vor zwei bestimmten Slytherins nie wieder blicken lassen wollte, dass zwei bestimmte Gryffindors sie sicher schon gesucht hatten und sich wer weiß was zusammengereimt hatten und sicher ein Dutzend Schüler sie gestern betrunken durch die Gemeinschaftsräume ziehen gesehen hatten.

Als sie in der großen Halle eintraf, war es doch ziemlich voll. Einmal mit einer Menge leckeren Speisen, die die langen Tische bedeckten und zum anderen mit Schülern, die schon kräftig dabei waren, das Essen in sich hinein zu schaufeln. Am Gryffindortisch entdeckte Hermine Harry und Ron, welcher sich gerade über Hähnchenschlägel hermachte. Hermine setzte sich neben ihn (mit dem Rücken zu dem Slytherintisch) und nahm sich ein Brötchen.

„Hermine!“, rief Ron mit vollem Mund, was Hermine normalerweise sofort bemäkelt hätte. Aber Hermine hatte im Moment wichtiger Sorgen als Rons furchtbare Tischmanieren.
„Da bist du ja!“, begrüßte Harry sie. Hermine setzte sich neben ihn.
„Gott, ich hätte gestern echt nicht so viel trinken sollen!“, klagte Hermine und legte sich eine Hand an ihren Kopf, welcher immer noch schmerzhaft pochte.
Harry lachte. „Was hast du gestern Abend denn getrieben? Ich hab dich gesucht.“, fragte er „Ich bin ziemlich früh schlafen gegangen, nun ja, es war ziemlich laut. Ich hab mich eher unter meiner Decke verkrochen und euch alle verflucht.“, lachte Hermine. Harry grinste und wendete sich wieder seinem Essen zu.
„Lavender hat heute Morgen gesagt, dass du wahrscheinlich nicht zum Frühstück kommen würdest.“, beteiligte sich Ron an ihrem Gespräch. „Du musst ja ziemlich müde gewesen sein, dass du so lange geschlafen hast.“
„Äh…jaah. Ja, ich war ziemlich müde!“, antwortete Hermine verwirrt.
Sie hatte keine Ahnung wieso Lavender sie deckte. Hatte sie irgendetwas mit der gesamten Geschichte zu tun? Ihren nicht sehr vertrauenswürdigen Erinnerungen nach war sie mit Parvati und Lavender durch die Korridore Richtung Kerker gewankt. Wenn die beiden daran Schuld waren…. Doch Hermine beschloss ihre Wut erst erstmal zur Seite zu legen, sie konnte die beiden auch noch später umbringen.

„Und ihr, was habt ihr noch so gemacht?“, frage Hermine schließlich und wand sich demonstrativ Ron zu, der verlegen aufblickte und sofort rot anlief.
„Ich war noch…ähm, ein bisschen mit Lavender zusammen.“, sagte er und sein Gesicht nahm noch einen tieferen Rotton an. Hermine wollte gar nicht wissen, was sie dort genau getrieben hatten. Sie konnte es sich jedoch gut vorstellen, Rons Gesichtsfarbe konnte man in diesem Fall sehr gut als Skala benutzen. Aber Lavender war später bei ihr gewesen. Wenn sie ihn an dem Abend einfach hatte stehen lassen, konnte es nicht so gut gelaufen sein. Hermine konnte nicht verhindern, dass ihre Laune stieg.

Sie biss in ihr Brötchen und im Kopf kehrte sie noch einmal zu dem vergangenen Abend zurück, auf der Suche nach etwas, was ihre Gedanken an Ron und Lavender verscheuchen konnte. Und dann wurde sie mit etwas konfrontiert, was ihre Gedanken so sehr beanspruchte, dass sie vergaß zu schlucken. Hermine bekam keine Luft mehr und hustete als ein paar Krümel des Brötchens in ihre Luftröhre rutschten. Während Ron ihr besorgt auf den Rücken klopfte und Harry nach der nächstliegenden Kanne griff, die irgendeine orange-rote Flüssigkeit enthielt, und ihr hastig etwas einschenkte, sah Hermine wie sie einen weiß-blonden Jungen an seiner Halskette zu sich runter zog und ihre Lippen sich berührten. Sie streiften sich ihre Unterwäsche ab Hermine musste zu ihrem Schrecken mit ansehen, wie sie mit Draco Malfoy schlief.


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