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Fanfiction

Von roten Rosen, gelben Nelken und vielen, vielen Narzissen - Man kann an Fehlern brechen, wenn man nicht lernt, sie zu durchleben

von summer_123

°°KAPITEL 14°°
°°KAPITEL 14°°
Man kann an Fehlern brechen, wenn man nicht lernt, sie zu durchleben



„Die Rose blüht nicht. Obwohl sie alles tun würde um zu leben, doch sie wird klein gehalten. Und nur darum überlebt sie den Winter. Das Schöne Leben macht blind und das Vertrauen bringt einem den Tod, wenn du nicht lernst auch zu akzeptieren, dass jeder eine schlechte Seite hat.“




Hermine hörte kurz auf zu atmen. Als sie dann den Mund wieder öffnete um etwas zu sagen, musste sie erst einmal nach Luft schnappen. Doch Malfoy lies sie nicht zu Wort kommen. Voller Wut packte er sie an der Schulter und rüttelte sie durch.

„Granger!“, schrie er voller Zorn. „Wie konntest du mir das verheimlichen?“

Er schleuderte sie herum und schmiss sie mit voller Wucht gegen die Steinwand. Wieder blieb Hermine kurz die Luft weg. Sie taumelte einen Schritt nach vorne und hielt sich dann an dem Waschbeckenrand fest. Sie blickte in das Becken in dem die Farbe abblätterte. Sie wollte nicht hoch in sein Gesicht schauen. Doch dann ließ er ihr keine Wahl, stürzte sich wieder auf sie, drückte sie voller Gewalt an die verdammt harte Wand. Sein Unterarm, war gegen ihre Brust gedrückt und nahm ihr jeglichen Raum zum Bewegen.
Sie hörte ihn schreien.
Was sagte er?

„…Luft-“, japste sie. „Keine…Luft.“

Schlagartig ließ er von ihr ab. Sie konnte in seinen Augen sehen, dass er gemerkt hatte, dass er zu weit gegangen war.
Hermine keuchte und versuchte so viel Luft in ihre Lungen zu befördern wie nur möglich war.

Sein Wutausbruch schien auch Malfoy mitgenommen zu haben. Er stand leicht vorn über gebeugt und hatte sich an den Beckenrändern eines weiteren alten Waschbeckens abgestützt. Vielleicht war er auch nur so fertig, weil er nun wirklich wusste, dass er Vater werden würde.

In jedem anderen Fall, hätte Hermine ihm eine geklatscht und wäre dann einfach gegangen und hätte nie wieder ein Wort mit ihm gesprochen.
Ja, in jedem anderen Fall.

Aber sie war es gewesen. Sie war Schuld an dem Wutausbruch. An der Gewalt. Und an dem unbändigen Zorn.

Und doch wunderte es sie, dass er sich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle hatte. So hatte sie ihn nie in ihrer gesamten Schulzeit gesehen. Nie. Nicht einmal. Er war fies gewesen. Furchtbar gemein, arrogant und selbstverliebt. Hatte sie als Schlammblüterin beschimpft, über Harrys tote Mutter hergezogen. Aber so ausgeflippt war er noch nie.

Hermine spürte, dass ihre Hände nicht mehr zitterten. Und als sie die ersten Schritte machte, trugen auch ihre Beine sie wieder. Sie blieb in einem guten Sicherheitsabstand von ihm entfernt stehen. Im Spiegel über dem Waschbecken sah sie ihn an. Sie sah mit ihrer mitleidigen Miene nicht sehr überzeugend aus.
Aber in diesem Moment spielte sie nichts. Sie legte ihre Karten offen auf den Tisch. So absurd es doch klingen mochte, nur die Wahrheit konnte ihr jetzt noch helfen.

„Das Kind ist von dir.“, brachte sie schließlich hervor und es fiel ihr schwer die paar Worte zu sagen, obwohl er die Wahrheit ja schon längst wusste. Ihre Stimme klang stärker als erwartet. „Dass ich es dir gesagt hätte, hätte daran nichts geändert.“

„Verdammt, ich wollte doch einfach nur, dass du ehrlich zu mir bist.“

„Ehrlich?“, Hermine schnappte nach Luft. „Ehrlich? Wann waren wir bitte jemals ehrlich zueinander? Was treibst du im Raum der Wünsche Malfoy?“

Sie sah ihn herausfordernd an, erwartete jedoch keine aufrichtige Antwort.

„Weißt du, ich will es gar nicht wissen. Es wäre doch sowieso nur eine Lüge.“

„Ich bin dir gegenüber zu nichts verpflichtet, Granger.“, zischte er. „Nicht was das angeht. Was ich dort tue, hat rein gar nichts mit uns zu tun.“

„Nein, du bist mir zu nichts verpflichtet. Ich sehe auch nicht ein, wieso du dann ein Recht auf die Wahrheit haben solltest.“

„Ich habe dich gefragt ob du schwanger bist.“, schrie er. „Und du hast mir ins Gesicht gelogen! Du hast es mir einfach verschwiegen. Wie dachtest du denn, dass es Enden würde?“

„Was hätte dir die Wahrheit gebracht? Hättest du mich unterstützen wollen?“ Hermine lachte trocken auf. „Es wäre doch bloß eine weitere Art der Demütigung für mich gewesen. Ich habe mich endlich damit abgefunden, mich alleine um das Kind kümmern zu müssen. Ich habe so oft geweint, ich war verdammt noch mal auch verzweifelt, aber ich habe es endlich akzeptiert und jetzt kommst du und sagst du hättest ein Recht darauf mir zu sagen, was ich tun oder lassen soll?“

Er hatte sich kein Stück bewegt.

„Das ist nicht mehr dein Kind Malfoy. Herzlichen Glückwunsch. Du hast soeben eine Frau und ein Kind verloren.“

„Du hast mir nie gehört. Genauso wenig wie das scheiß Kind.“
Sie verfluchte die Tränen, die ihr nun über die Wange kullerten. Es tat weh. Es tat verdammt weh.

„Ich bin nicht die jenige, die sich immer abgewandt hat.“, flüsterte sie schließlich. „Und ich bin nicht die jenige, die dein Vertrauen ausgenutzt hat.“
Er wusste was sie meinte aber sie sah kein bisschen Reue in seinen Augen. Keine Spur.

„Du hast mir Eintritt in deinen Kopf gewährt.“, sagte er emotionslos. „Ich habe nach den Erinnerungen der Nacht gesucht. Sie waren nicht da. Du hast sie nicht. Aber du hattest ja genügend andere.“

Hermine hatte den letzten Satz nicht einmal gehört.
Sie waren nicht da gewesen.
Die verfluchten Erinnerungen waren einfach nicht da gewesen.
Sie erschlaffte und drehte sich von dem Slytherin ab. Sie konnte einfach nicht mehr. Ihre allerletzte Kraft mit dem Geheimnis verschwunden. Ja das Geheimnis war weg und hatte der unerbittlichen und schmerzhaften Wahrheit Platz gemacht.

Und als er sich wieder vor sie stellte und mit einem Finger eine Träne von ihrer Wange entfernte, bemerkte sie, dass sie nicht weiter machen konnte, wenn sie alleine war. Und wen sie jetzt brauchte waren nicht Harry oder Ron oder Ginny, die ahnungslos im Unterricht saßen.

Er wusste bescheid. Er war der einzige außer ihr, der einfach alles wusste und der ihre Verzweiflung und ihre Hoffnungslosigkeit teilte.
Ihre Hand fuhr hoch um seine zu umfassen, aber da hatte er seinen Arm auch schon zurückgezogen und war einen Schritt nach hinten getreten.

„Ich kann nicht so tun, als wärst du nicht schwanger.“

„Also willst du mich ab jetzt ignorieren? Das ist auch dein Kind, was in mir wächst.“

Die Träne, die Malfoy noch vor Sekunden so zart weggewischt hatte, war durch viele neue ersetzt worden. Ohne ein Wort zu sagen, drehte sich Malfoy von ihr weg und sah wieder in den Spiegel vor sich.

Es hatte keinen Zweck.
Hermine konnte den Schluchzer, der ihr entwich nicht unterdrückten und während ihr immer mehr Tränen über die Wange liefen, drehte sie sich um und rannte aus dem Bad.
Während sie den Gang entlang hetzte, hörte sie, wie ein Spiegel zerschlagen wurde.

Es war einfach alles schief gegangen.

***

Mit verheulten Augen saß sie in dem fast leeren Gemeinschaftsraum. Harry war irgendwo. Und Ron war auch nicht da und wo der ganze Rest war, war ihr scheißegal.
Sollten sie sie doch heulen sehen.

Scheiße! Er wusste es. Und er war ausgeflippt. Und er wusste es.

Aber wieso hatte sie eigentlich keine Träume gehabt, so wie Harry damals als Voldemort, wenn auch unabsichtlich, in seinen Kopf eingedrungen war? Wieso waren die verfluchten Erinnerungen nicht da gewesen? Und was am aller wichtigsten war: Wie hatte sie verdammt noch mal so bescheuert sein können?

Auf die erste Frage fand sie ziemlich schnell eine Antwort: Hermine hatte einen Schlaftrunk eingenommen, er versprach ihr einen tiefen traumlosen Schlaf. Harry hingegen, hatte einen natürlichen Schlaf mit vielen Albträumen gehabt.

Aber die anderen beiden Fragen würden wohl fürs Erste ungeklärt bleiben.
Wahrscheinlich würde sie nie herausfinden was in der Nacht passiert war. Und sie müsste das verfluchte Tattoo für immer auf ihrem Schulterblatt behalten.

Hermine starrte in die Holzscheite vor ihr, die verkohlt und schmutzig da lagen. Es war später Nachmittag und daher brannte der Kamin nicht. Aus dem Augenwinkel erhaschte sie, wie eine Gruppe Erstklässler den Gemeinschaftsraum verließ. Wahrscheinlich war es ihnen unangenehm mit einem heulenden Mädchen in einem Raum zu sitzen. Konnte ihr ja egal sein.

Und die dritte Frage. Überlegen, überlegen, überlegen. Sie war einfach dumm gewesen, furchtbar dumm, einfach bescheuert, zu vergessen, dass er diese Erinnerung auch sehen konnte. Aber wenn sie noch einmal richtig über alles nachdachte, wunderte es sie eigentlich nicht groß, dass sie vergessen hatte, dass sich die Erinnerungen der Nacht in dem gleichen Kopf befanden, wie die Erinnerungen an den positiven Schwangerschaftstest. Diese beiden Ereignisse hatte sie geistlich nie miteinander verbunden, eben weil sie sich nicht an die Nacht erinnern konnte. Sie wollte diese Erinnerungen an die Party so sehr wie nichts auf der Welt, sie war einfach blind losgelaufen und kurz vor dem Ziel gegen eine Glasscheibe geknallt.

Okay. Ihre Gedanken hatte sie nicht ordnen können, aber wenigstens hatte sie sich einen kleinen Überblick verschaffen. Eins war ihr auf jeden Fall klar: Sie musst sich bei ihm entschuldigen.

Hermine hasste es ihr Unrecht zuzugeben. Sie hasste es jemandem zu gestehen, dass sie etwas verbockt hatte. Aber sie war Schuld an alldem. Nicht an der Schwangerschaft, dafür waren sie beiden verantwortlich, sondern daran, dass er, unahnend von den Folgen, etwas mit ihr angefangen hatte und nun die Konsequenzen, ob er es wollte oder nicht, mit sich tragen musste.
Hätte sie nach ihrem Sex nie wieder ein Wort mit ihm gesprochen, dann hätte er sie einfach wegschubsen, als Schlammblut-Hure beschimpfen und meinen können, dass sie doch für nicht anderes zu gebrauchen war. Aber sie hatte mit ihm geredet, sie hatte ihn geküsst, sie hatten sich, ob sie wollten oder nicht, aneinander gewöhnt.

Hermine zupfte an dem Stoff des Sofas herum und verunstaltete Stellen, die sich schon Schüler vor ihr vorgenommen hatten.

Oder es würde sich herausstellen, dass Malfoy keine Maske trug. Dass er wirklich gleichgültig, abweisend oder uninteressiert gegenüber jedem war, der ihm schlecht kommen konnte.

Als sie sah wie Ginny und Ron den Gemeinschaftsraum betraten, wischte Hermine sich hastig mit den Handflächen die Tränen aus dem Gesicht. Die beiden schienen sie noch nicht bemerkt zu haben. Während ihre Freunde in eine innige Diskussion verstrickt waren, nutze Hermine die Gelegenheit. Im Vorbeigehen murmelte sie Ron etwas von `übersehenem Fehler in Arithmantikarbeit' und `Professor Vektor aufsuchen' zu und verschwand aus dem Gemeinschaftsraum.

Kurzerhand ging sie in die Bibliothek, zog irgendein Buch aus den Regalreihen und ließ sich auf einem Stuhl nieder. Sie las nicht wirklich. Sie überflog zwar die Seiten, aber sie könnte eine Seite zehn Mal durchlesen und nachher kein Wort über das Thema sagen können. Irgendwann hielt sie es nicht mehr aus. Während sie Wort für Wort in ihr Gehirn verfrachtete, ohne auch nur den Sinn zu verstehen, bildete die schwarze Tinte immer nur einen Namen. Und es war sein Gesicht, das auch immer wieder in ihre Gedanken sprang.

„Ich habe dich nicht verfolgt. Ich habe dich gesucht. Ich muss mit dir reden.“

Das hatte er damals genau hier zu ihr gesagt, kurz bevor sie knutschend in einem Klassenzimmer verschwunden waren.
Hermine sprang auf, verstaute das Buch ordentlich an seinem Platz und verließ fluchtartig die Bibliothek. Dieser Raum, bis oben hin voll gestopft mit Büchern war immer ein Fluchtort für sie gewesen. Das hatte er nun auch zerstört.

Sie rannte die Gänge entlang. Sie wusste nicht einmal wohin ihre Füße sie trugen. Sie rannte einfach.

„Ich habe dich gefragt ob du schwanger bist und du hast mir ins Gesicht gelogen!“

Immer wenn sie Stimmen irgendwelcher Schüler in den Gängen hörte, versteckte sie sich hinter einer Säule oder drückte sich in eine Nische und manchmal kehrte sie einfach um und rannte in der entgegengesetzten Richtung weiter.

„Du hast mir nie gehört. Genauso wenige wie das scheiß Kind.“

Es hatte so wehgetan. Es tat immer noch weh. Es stach. Es brannte.

Wann war er ihr wichtig geworden?
Und wann hatte sie begonnen, ihn zu brauchen. Sie war abhängig von ihm. Seit der Nacht, als er in ihr Leben gestolpert war. Ach, wie einfach es gewesen war ihn einfach nur hassen zu können. Und dass alles schief gelaufen war, zeigte ihr nur, dass der Hass nicht mehr alleine auf dem Spielfeld stand.

Irgendwann blieb Hermine stehen. Mit geschlossenen Augen lehnte sie sich an die Wand und atmete schwer. Eine Weile verharrte sie in dieser Position und bemerkte nicht wie sich ihr Schritte näherten. Erst als eine Stimme sie aus ihren Gedanken riss, öffnete sie wie betäubt die Augen.

„Hey, Hermine!“, meinte Neville fröhlich. „Was machst du denn hier?“

Für Hermine war es so unwirklich, dass eine Welt außerhalb ihrer Probleme existieren konnte.
Sie schenkte Neville ein gezwungenes Lächeln, das ziemlich in die Hose ging.
Hermine suchte kurz nach den richtigen Worten auf seine Frage. Doch Neville schien nicht auf eine Antwort zu warten. Er ging schon weiter und erwartete anscheinend, dass sie ihn begleitete, wahrscheinlich zum Gemeinschaftsraum von Gryffindor.
Also löste Hermine sich von der kalten Wand und ging neben ihm her. Keiner von beiden sprach ein Wort während sie nebeneinander durch die Korridore trotteten. Vor dem Portrait der fetten Dame trafen sie auf Harry.

„Hermine, Neville.“, meinte Harry schlapp und ohne viel Interesse. „Wieso seit ihr hier?“

Eine Sekunde lang fragte sie sich, wieso Harry sie vor ihrem Gemeinschaftsraum fragte, wieso sie denn hier waren, aber sie ging nicht weiter darauf ein.

Sie machte sich gar nicht erst die Mühe Harry ein gezwungenes Lächeln zu zuwerfen. Es würde so oder so nicht glaubhaft aussehen.

Auch Harry wirkte fertig und irgendwie schien sich Neville zwischen seinen beiden niedergeschlagenen Freunden fehl am Platz zu fühlen und als sich das Portrait öffnete und Ron heraus stieg, schlüpfte Neville hastig in den Gemeinschaftsraum.

Kurz standen sie sich gegenüber, Ron, Harry und sie. Dann erhob plötzlich Harry die Stimme.

„Ich habe Scheiße gebaut.“, äußerte er sachlich.
Hermines Taubheit schien zu verschwinden. Es war nicht selten, dass Harry Schwierigkeiten hatte, aber wenn er sich dann in etwas hineinritt, war es meistens ziemlich schlimm.


„Was ist denn los?“, fragte Ron und sein Blick schoss von Harry zu Hermine, die ja auch nicht mehr wusste als er, zurück zu Harry.

„Ihr erinnert euch doch noch an den Sectumsempra? Den Fluch aus dem Zaubertrankbuch des Prinzen.“ Harry sprach langsam als würden die Worte nur schwer über seine Lippen kommen.

„Ich bin in ein Jungenklo gegangen. Und da war er. Und er hat geweint. Und als er mich dann angegriffen hat…da…habe ich den Spruch benutzt…und da war überall Blut.“
Jetzt erst bemerkte Hermine entsetzt, dass Harrys Kleider von Wasser und Blut getränkt waren, welches wie er sofort versichert, nicht seines war.
Jetzt, wo er angefangen hatte zu erzählen, konnte er gar nicht mehr aufhören.

„Er lag in seiner eigenen Blutlache und hat geröchelt und vor Schmerzen geschrieen, dann kam Snape und hat ihn in den Krankenflügel gebracht!“, Harrys Stimme schwoll an, ob vor Panik oder Angst oder Verzweiflung, konnte Hermine nicht sagen. Sie nahm seine Hand und wechselte einen besorgten Blick mit Ron.

„Ich habe das doch nie gewollt! Nicht das!“
Harry atmete schwer und auf seiner Stirn bildete sich Schweiß.

„Harry?“, fragte Hermine sanft. „Wer ist er?“

Kurz zögerte er, dann sagte Harry mit zitternder Stimme: „Draco Malfoy.“

Niemand bemerkte wie Hermine erstarrte und als ein paar Schüler ankamen und mit Harry und Ron, der wild auf seinen Freund einredete, in dem Gemeinschaftraum getrieben wurden, bemerkte keiner, wie Hermine mit bebenden Knien die Treppen heute schon zum zweiten Mal hinunter rannte.

Vor dem Krankenflügel blieb sie zittern stehen. Leise öffnete sie die große Tür einen Spalt weit und lugte in den steinernen Saal.
Es war nur ein einziges Bett belegt und selbst von dieser Entfernung konnte Hermine erkennen, dass Draco entweder schlief oder bewusstlos war.

Hermine wäre wahrscheinlich zu ihm hingegangen nur um ihn atmen zu sehen, wäre da nicht das schwarzhaarige Mädchen gewesen, das sich neben sein Krankenbett gekauert hatte und ihm liebevoll über sein blondes Haar strich.
Aber ihn mit Parkinson so zu sehen, bewies ihr nur, dass sie einfach nicht zusammen gehörten.

Das war sein Lebensraum. Das waren seine Freundin und seine Aufmerksamkeit. Das war seine Welt, die so anders war wie ihre. Es war für ihn ganz normal von seinen Eltern verwöhnt zu werden. Es war für ihn nichts Ungewöhnliches eine Schar von bewundernden Anhängern um sich zu finden. Und wenn er in seiner Zukunft eine große Villa mit seiner reinblütigen Frau und seinem Kind mit Reinblut-Genen, sah, so war dies nicht nur ein Traum sondern seine sichere Zukunft.

Es war so egoistisch an ihrer Beziehung festhalten zu wollen. Niemand profitierte davon. Nicht er und nicht sie und wahrscheinlich nicht einmal das Kind.
Ihn gehen zu lassen, war die Entscheidung, die sie als vernünftige Mutter verpflichtet war zu nehmen. Obwohl das Wort gehen lassen nicht passte, denn wie er gesagt hatte, war sie nie die seine gewesen, genau wie er nie ihr gehört hatte.

Sie würde das mit dem Kind klarstellen. Sie würde ihm sagen, dass er ihr nichts schuldig war. Und dann würden sie ihre Wege gehen.

Aber Hermine hatte gelernt nie zu optimistisch zu sein und wenn man etwas plant, dann wird es ganz sicher komplett anders ablaufen.


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