
von summer_123
Da ich für vier Wochen in den Urlaub fahren werde, ist dieses Kapitel leider erstmal das letzte. Aber vielleicht komme ich in meinem Urlaub irgendwie ins Internet und dan kann ich auch die nächsten Kapitel hochladen, ich werde mein bestes tun. Sonst kommt das nächste Kapitel in einem Monat. So und jetz viel Spaß mit dem neuen Kapitel <3
°°KAPITEL 15°°
Ich habe doch versucht alles richtig zumachen
„Viel spaß.“, rief Hermine Harry und Ron hinterher, als sie sich direkt nach dem Mittagessen hinunter zum Quidditchfeld aufmachten.
Sie trainierten in jeder freien Sekunde für das Spiel gegen Ravenclaw in zwei Tagen und bei dem schönen Wetter war es nur eine Frage der Schnelligkeit, wer sich von den beiden Mannschaften das Spielfeld zuerst zum trainieren schnappten.
Durch den Vorfall mit Malfoy hatten sie vollkommen vergessen, dass Hermine ihn ja hatte beschatten wollen und dass sie eine ganze Nacht lang nicht mehr aufgetaucht war, aber das konnte Hermine nur Recht sein.
Sie sah wie die beiden in ihren roten Uniformen mit dem Rest der Quidditchmannschaft durch das Eichenportal auf die Schlossgründe verschwanden.
Hermine jedoch begleitete sie nicht. Aber sie hatte Ron hoch und heilig versprochen beim Spiel zuzusehen, während Harry wegen des Sectumsempra nachsitzen für jeden Samstag für den Rest des Jahres bekommen hatte und er so nicht am Spiel teilnehmen konnte.
Es zog sie in den ersten Stock. Und dort lag, wie hätte es auch anders sein können, der Krankenflügel.
Hermine hatte gesehen, wie Parkinson mit Bulstrode in Richtung Kerker verschwunden war.
Sie konnte nur hoffen, dass sie eine Weil von ihm wegblieben.
Zögernd öffnete sie die Tür und spähte in den hellen Raum. Sonnenstrahlen fielen durch die hohen Fenster, malten Streifen auf den Steinboden und tauchten den Raum in ein warmes Licht. Dennoch war der Krankenflügel kein Raum wo man sich gerne aufhielt. Alles hier wirkte krank und ungemütlich.
Madam Pomfrey musste in ihrem Büro sein, denn außer Draco befand sich niemand hier.
Hermine atmete tief durch und schlüpfte in dem Raum. Sie ging ein paar Schritte auf ihn zu, ohne dass er sie bemerkte, doch als die Tür hinter ihr mit einem lauten Schlag zufiel, sah er hoch.
Die letzten Schritte zu seinem Bett schienen ihr unglaublich laut vorzukommen. Jedes Mal wenn ihr Fuß aufsetze, hallte es laut von den Wänden wieder.
Etwa einen halben Meter von seinem Bett entfernt blieb sie zögernd stehen.
Von ihrem Standpunkt aus, konnte sie von oben in sein Gesicht blicken. Das schien ihn zu beunruhigen, denn mit etwas Mühe begab er sich in eine sitzende Stellung. Mit dem Rücken war er nun an das Bettende gelehnt, die Decke ging ihm bis zum Bauchnabel. Darunter trug er etwas, was wie ein ganz normaler Pyjama aussah. Mit einer schnellen Bewegung ihres Zauberstabes legte sie den Muffliatozauber auf die Tür zu Madam Pomfreys Büro, damit sie nicht hören konnte, wer hier mit ihrem Patienten redete.
„Bist du hier um Potters Drecksarbeit zu Ende zu führen?“, fragte er und sah sie emotionslos an, doch seine Stimme klang feindselig.
„Harry…er…er wollte das nicht.“, antwortete Hermine leise. „Er wollte dich nie so schlimm verletzten, er kannte den Spruch nur aus einem Buch.“
Malfoy ging nicht auf sie ein. Er musste eine menge Fragen haben und wahrscheinlich musste er sich auch zurückhalten, damit sie nicht alle aus ihm raussprudelten. Natürlich musste er seine Ehre behalten.
Er war doch ein Malfoy. Kalt. Gleichgültig. Stolz.
Aber Hermine war der Meinung, dass er noch viel mehr war: Arrogant, hämisch, herablassend, schadenfroh, überheblich.
Aber auch interessiert, unbekümmert, spontan. Und manchmal vielleicht etwas mutlos.
„Du wusstest doch, dass ich es herausfinden würde.“, sagte er plötzlich. „Spätestens wenn der Bauch angefangen hätte zu wachsen. Ich hätte es irgendwann bemerkt.“
„Ja, vielleicht hättest du das.“, antwortete Hermine und schämte sich, dass ihre Stimme so schwach klang. „Aber es wäre mir verdammt noch mal so egal gewesen. Dass zwischen uns etwas passiert war nie geplant.“
Auch wenn er noch einen Kommentar hatte abgeben wollen, unterdrückte er es und konzentrierte sich wieder auf seine Fragen.
„Von Anfang an war klar, dass das Kind kein normales Familienleben haben würde.“, fuhr er schließlich sachlich fort. „Wieso wolltest du es unbedingt bekommen? Du hättest es doch auch-“
„Abtreiben lassen können?“, unterbrach sie ihn. „Das Kind ist in mir drin Malfoy! Es ist ein Teil von mir und es ist ein Teil von dir. Es ist mein Kind und ich habe es geliebt, seit dem Morgen, an dem mir aufgefallen ist, dass wir nicht verhütet hatten. Und da wusste ich noch nicht einmal sicher, dass ich schwanger bin!“
Hermine musste zu ihrem großen Ärger schon wieder mit den Tränen kämpfen. Sie kamen immer in den ungünstigsten Momenten. Sie hasste es vor ihm zu weinen. Er verbarg seine Gefühle immer so erfolgreich, wieso musste sie so schwach sein, dass man sie wie ein offenes Buch lesen konnte?
Draco hatte ihr den Kopf nicht zugewandt. Er starrte auf einen Punkt auf seiner Krankenhausweißen Bettdecke.
„Wieso hast du mir nicht einfach die Wahrheit gesagt?“ Die Frage hatte er schon so oft gestellt. Aber Hermine hatte beschlossen ihm dieses Mal eine zufrieden stellende Antwort zu geben. Sie ging zu seinem Nachbarbett und lies sich auf dem Bettrand nieder.
„Du erinnerst dich doch sicher an die schwarzhaarige Ravenclaw die du damals in dem Korridor geküsst hast. An dem Tag, als ich meinen Schwangerschaftstest machen sollte.“
Sie sah aus dem Augenwinkel wie er nickte.
„Du hast zu mir gesagt, dass ich im Falle einer Schwangerschaft abtreiben soll. Und ich habe dir gesagt, was ich davon halte.“
Sie machte eine kurze Pause, dann sprach sie in dem gleichen sachlichen Ton weiter.
„Ich glaube ich habe mich geschämt. Es war einfach so demütigend zu wissen, wie abstoßend du es finden würdest, zu wissen, dass wir ein Kind haben. Ich weiß doch was du von mir hältst. Ich bin das dreckige Schlammblut. Wenn das die Runde gemacht hätte. Dein Ruf wäre für immer zerstört. Mir war das egal. Aber mir war es nicht egal, dass es dir nicht egal sein würde. Und deshalb habe ich dich nur umso mehr gehasst.“
Hermine verstummte. Sie traute sich nicht in seine Augen zu sehen. Die ganze Zeit über hatte sie auf ihre verknoteten Hände gestarrt.
„Es war falsch.“ Das war alles was er sagte. Konnte er ihr denn nicht bitte endlich sagen, was sie jetzt tun musste?
„Ich habe doch versucht alles richtig zumachen.“, meinte Hermine und sah ihn endlich an.
„Ich habe auch versucht ehrlich zu sein. Zu dir, zu mir. Aber es ist verdammt schwer solche schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen, wenn man ganz auf sich alleine gestellt ist.“
„Granger, ich will kein Kind mit dir.“
Jetzt konnte Hermine die Tränen nicht mehr zurück halten.
Sie hatte geglaubt, es wäre am schlimmsten ihm die Wahrheit zu sagen, aber da hatte sie falsch gelegen.
Das war die schlimmste Demütigung.
„Nein, ich meine, das ist nicht wegen dir.“ Malfoy schien sich sichtbar unwohl in der Gegenwart eines weinenden Mädchens zu fühlen. „Ich will einfach noch kein Vater sein. Ich kann einfach noch kein Vater sein.“
?Hör auf zu weinen!'. Befahl sie sich. Das machte doch alles nur noch schlimmer. Sie schluckte die Tränen herunter und setzte eine gleichgültige Miene auf.
„Das musst du auch nicht. Du musst dich weder um mich noch um das Kind kümmern. Es hat eine Mutter.“
Ihre kühle Antwort schien ihn etwas zu verwirren.
„Ich habe mich damit abgefunden.“, fuhr Hermine fort. „Ich hatte auch viel Zeit dazu gehabt und jetzt lasse ich dir Zeit.“
Sie erhob sich langsam. Konnte er nicht noch etwas sagen? Dass er ihr beistand. Dass er sie unterstützen würde. Aber stattdessen legte er sich wieder hin und drehte ihr den Rücken zu. Ohne ein weiteres Wort verließ sie den Krankenflügel.
* * *
Hermine näherte sich dem Spiegel noch etwas mehr und rückte die rote Haarspange, auf der mit goldenen Buchstaben Gryffindor stand, zurecht.
Ron und Ginny waren schon unten auf dem Spielfeld und Harry begann mit seinem Nachsitzen bei Snape. Nicht dass sie es nicht bedauerte, dass Harry aufgrund dieses blöden Spruches des Prinzen nicht an dem Quidditchspiel teilnehmen konnte, aber sie hatte ihn gewarnt. Und seine Strafe hatte er bekommen.
Mit einer kleinen Schülergruppe, der Farbe ihrer Fanaccessoires nach definitiv Gryffindors, ging sie hinab zum Quidditchfeld.
Der Samstagmorgen war warm und sonnig und als Hermine den Berg hinunterlief, musste sie die Augenzusammenkneifen, da die Sonnenstrahlen ihr in den Augen wehtaten. Mit einer Hand versuchte sie die Sonne abzuschirmen, doch gelingen tat es ihr nicht. Es führte nur dazu, dass sie noch weniger sah als davor und ständig über ihre Füße stolperte.
Beinahe an dem Spielfeld angekommen, stieß sie plötzlich gegen eine Person.
Wegen der Sonne, konnte sie erst nicht erkennen wer dort vor ihr stand.
Sie entschuldigte sich hastig und nun, da sie mit dem Rücken zur Sonne stand, bemerkte sie wen sie angerempelt hatte.
Groß gewachsen. Dunkelhaarig. Hohe Wangenknochen.
„Nicht mehr im Bett von Malfoy?“
„Zabini.“, antwortete Hermine trocken und wandte sich zum gehen, doch er hielt sie am Oberarm zurück. Er drückte so fest zu, dass er ihr beinahe das Blut abschnürte und sie spürte die Taubheit, die sich in ihrem Arm ausbreitete.
„Unwissenheit soll ja angeblich schützen.“
Hermine sah ihn verständnislos an.
„Aber du wirst noch früh genug dran sein, glaub mir.“
„Lass mich los!“, zischte Hermine. „Ich versteh kein Wort. Wovon redest du?“
„Du schläfst doch mit ihm.“
Hermine riss sich mit einem Ruck los. Zornig funkelte sie ihn an. Nein, mit Malfoy hatte sie seit der einen Nacht nicht geschlafen. Aber wusste er von ihren geheimen Treffen?
„Was meinst du Zabini?“, fauchte Hermine.
„Ihr habt nach der Party ja rumgemacht.“, meinte er ungerührt. „Mir ist es vollkommen egal wen Malfoy sich als seine Privathure raussucht. Solange Parkinson deshalb kein riesiges Drama macht, geht es mir am Arsch vorbei. Aber ein Schlammblut? Das geht nicht nur Malfoy was an. Das fällt auf uns alle zurück.“
„Ich weiß nicht was du glaubst zu wissen, aber ich bin definitiv nicht Malfoys Privathure.“
In seinem Gesicht zeigte sich keinerlei Regung.
„Wenn du meinst.“, sagte er „Aber wirf dich ihm nicht gleich wieder an den Hals wen du ihn siehst, hier seit ihr nämlich in der Öffentlichkeit. So ein dreckiges Schlammblut ist höchstens dazu da dir den Dreck vor deinen Füßen aufzuglauben.“
„Er ist hier?“ Hermine konnte nicht verhindern, dass ihre Stimme vor Panik etwas anstieg. Sie war noch nicht bereit ihm entgegenzutreten. Sie dachte er würde noch ein paar Tage in dem Krankenflügel verbringen.
In diesem Moment merkte sie, wie sich jemand neben sie stellte.
„Verpiss dich Zabini“, fauchte Ginny. „Deine überflüssige Fähigkeit Überheblichkeit überall zu versprühen wird hier definitiv nicht benötigt.“
„Ich denke was hier nicht benötigt wird ist das dreckige Schlammblut hier und du und dein Haufen nutzloser Blutsverräter.“, gab Zabini nüchtern zurück. „Ihr seit sowieso nicht von langer Dauer. Reinblutfamilien werden als echte Zauberer immer oben stehen.“
„Oh, ja klar.“, meinte Ginny wütend und wurde immer lauter. „Schleim mich doch noch ein bisschen mehr mit deiner Arroganz zu. Und gib mir noch ne große Portion mit, dann kann ich mir später ne Überdosis verpassen.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und zog Hermine hinter sich her, weg von ihm.
Hermine wünschte Ginny noch ein Mal ganz viel Glück, dann verschwand ihre Freundin zu dem Rest ihrer Mannschaft. Hermine, die gerade die Tribüne besteigen, spürte plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter. Erst dachte sie, Zabini wäre zurückgekommen um sie weiter über Malfoy auszuquetschen, doch dann stand plötzlich er vor ihr.
Malfoy machte ihr deutlich ihm zu folgen. Sie verschwanden hinter die Tribüne, von wo sie für keinen sichtbar waren.
Diesmal ergriff er sofort das Wort.
„Ich kann kein Vater sein.“, begann er. „Ich kann dich auch nicht unterstützen, denn würde meine Familie auch nur von einem Kuss erfahren, hätten wir unglaubliche Probleme.“
Hermine wollte etwas sagen, aber sie wüsste nicht was sie darauf antworten sollte, denn alles was er sagte stimmte. Deshalb lies sie ihn weiter sprechen.
„Es geht einfach nicht, Granger. Ich kann das nicht. Aber… ich…es ist verdammt noch einmal auch nicht einfach für mich. Aber du lenkst mich von meinen Problemen ab.“
Malfoy brauchte nicht weiterzureden. Sein Gestotter brachte sie auch nicht weiter. Aber sie wusste, was er meinte.
Aus der Entfernung, hörte sie Eleanor Branstone das Spiel kommentieren.
„Der Quaffel bei Demelza Robins, dann zu Dean Thomas, zurück zu Robins.“
Hermine trat einen Schritt auf ihn zu, sodass sie direkt beieinander standen.
„Wie es scheint ist immer noch kein Schnatz in Sicht. Weasley und Chang haben ihn beide noch nicht gesichtet.“
Er legte seine Hand auf ihre Wange.
„Ginny Weasley weicht knapp einem Klatscher aus. Robins hat den Quaffel und-“
Und einfach so beugte Hermine sich nach vorne und küsste ihn.
„Tor! 20:0 für Gryffindor!“
Es tat so gut ihn wieder so nah bei sich zu haben. Seine Lippen wieder zu spüren. Seinen Körper wieder anfassen zu können.
Es war, als hätte sie die ganze Zeit auf etwas gewartet und sie wusste nicht was, aber jetzt, wo sie ihn endlich wieder küssen konnte, wollte sie ihn nicht wieder gehen lassen.
Sie wusste was er meinte. Dennoch war es zu beschreiben beinahe unmöglich. Sie brauchten einander. Sie taten sich nicht gut, aber trotzdem fühlten sie sich gut. Ob das Sinn machte? Nein, überhaupt nicht, aber sie waren noch nicht bereit loszulassen.
Er wollte sie, nur das Baby nicht. Und das Schlimme war, sie wollte ihn auch.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel