
von Sahra X. Reithis
Hi, Leute
hier ist schon das nächste Kapitel.
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Ich öffnete die Augen. Über mir war ein Baldachin, der ein paar tausend Spinnen ein Zuhause war. Mein Körper war steif. Ich konnte nicht einmal meine Augen bewegen. Ich schaffte es gerade mal, die Decke an zu starren. Ich musste geschlafen haben. Das Zimmer war in Dunkelheit getaucht. Ich wusste nicht, wie ich trotz der Dunkelheit alles erkennen konnte. Ich wollte etwas sagen, doch mein Mund ließ sich nicht öffnen. Jetzt wo ich es versuchte, merkte ich, wie furchtbar weh mein Hals tat. Ich musste seit Tagen nichts getrunken haben. Erneut versuchte ich auf zu stehen, doch meine Knochen schien wie eingefroren. Sollte ich warten, bis die Sonne aufging. Langsam schienen meine Augen beweglicher zu werden und ich schaffte es, zum Fenster zu sehen. Aber ich bemerkte nur schwere Vorhänge, die vor irgendetwas hingen- wahrscheinlich vor dem Fenster. Damit war auch die Möglichkeit ausgeschlossen, dass die Sonne meinen ein geeisten Körper er wärmte. Verzweifelt versuchte ich meine Arme und Beine zu bewegen. Nach geschlagenen Stunden gab ich es auf. Als ich nachdachte, fragte ich mich, was an meinem Körper nicht eingefroren war. Meine Atmung schien nicht vorhanden zu sein, ich spürte auch keinen Herzschlag gegen meine Rippe und das hieß… Ich lebe nicht! Aber, es heißt doch, Cogito ergo sum. Ich denke also bin ich. Also, wenn ich denken kann, und das noch auf anderen Sprachen, dann muss ich leben… Okay, die Zeichen des Lebendigen: Bewegung aus eigener Kraft… na gut… minimal… wenn Augen verdrehen zählt; Wachstum… keine Ahnung; Stoffwechsel, ne auch keine Ahnung; Reizbarkeit… meine Nerven sind gereizt… der Rest… auch keine Ahnung; Fortpflanzung… wahrscheinlich… und zu guter Letzt Aufbau aus Zellen… glaube auch ja… also bin ich lebendig. Aber meine Bewegungsfreiheit hält sich in Grenzen. Verflucht ich brauche Hilfe… Erneut gab ich mir alle Mühe zu sprechen und meine Glieder zu bewegen, doch ich schaffte es immer noch nicht. Ich gab erschöpft auf. Wie lange ich noch so lag, wusste ich nicht, doch was ich wusste war, ich spürte, dass ich mich an meine Situation gewöhnt hatte. Aber mir wurde immer klarer, dass ich mich bewegen wollte, wie ein Hund, der täglich Gassi gehen muss. Hund… da war doch mal etwas… Vor meinen Augen tauchte das Bild eines großen schwarzen Hundes auf- ein großer schwarzer Hund, der meine Hand berührte. Durch meine Hand zuckte was, dann fühlte sie sich an, als wäre sie nass. Ich versuchte sie erneut zu bewegen… ich konnte meine Finger wieder bewegen… alle fünf… ein schönes Gefühl. Wie hatte ich das geschafft? Ich konnte sie wieder bewegen, als ich mich an einen Hund erinnert habe… vielleicht geht das ja auch, denn ich mich an etwas erinnere, das mein Bein berührt hat. Im selben Moment sah ich das Bild eines Mannes vor meinen Augen, der mein Bein hinab strich… und wieder das Gefühl, dass jemand mein Bein hinab strich. Auch dieses Mal, konnte ich mein Bein wieder bewegen. Das geschah auch mit meinem restlichen Körper… Ich konnte mich wieder bewegen… Meinen ganzen Körper! Aber als ich versuchte meine Stimme zu entfesseln, kam kein Ton heraus, aber mein Hals tat mehr und mehr weh. Ich taumelte vom Bett. Auf einem Tisch stand ein Glas, mit etwas rotem gefüllt. Ohne drüber nach zu denken, was drin war, stürzte ich den Inhalt hinunter. Es schmeckte salzig, aber es schien mich zu beleben. „H-hallo?“, fragte ich. Ja ich konnte sprechen. Allerdings klang meine Stimme ungewohnt und fremd. Ich schien sie sehr lange nicht mehr gebraucht zu haben. War ich Nonne gewesen? „Hallo“, wiederholte ich, diesmal klang es schon besser. Mir war schlecht. Ich schien tausend Jahre lang nichts mehr gegessen zu haben. Ich taumelte an der Wand entlang aus dem Raum. Auch die anderen Fenster waren mir schweren Vorhängen verhängt. „Warum ist das hier so duster“, fluchte ich, doch irgendetwas hielt mich davon ab, den Stoff zur Seite zu ziehen. Ich konnte außerdem meine Umgebung komplett erkennen, wenn auch durch einen merkwürdigen roten Schleier. Das Haus war groß, dunkel und schien das eines ungepflegten Mannes zu sein. Alles roch muffig und es waren keinerlei Pflegeproduckte im Haus zu finden. Ich konnte mich nicht einschätzen nicht meinen Charakter und auch nicht mein Äußeres, denn im Haus befand sich kein Spiegel. Überall hingen Spinnenweben und die dazugehörigen Spinnen krabbelten über den Boden. Ich zuckte zusammen, als ich eine Hüfthohe Spinne in einem Hundekörbchen schlafend fand. Es störte mich nicht, aber eine gewisse Skepsis war da. Sie sah allerdings recht friedlich aus, wie sie da auf den dunkellilafarbenen Kissen ruhte. Ich stand in einem schönen Wohnzimmer. Ein dunkles plüschiges Sofa nahm den größten Platz ein und stand hinter einem dunklen Tisch. Auf dem Tisch lag nur ein Brief nichts weiter… nur der Brief. Ich setzte mich auf das Sofa und beobachtete, dass tausende kleiner und größerer Spinnen aus den Ritzen und dem Plüsch flüchteten. Zögern griff ich nach dem Brief. Er war an eine schwarze Rapunzel adressiert. Ich überlegte nicht lange und schlitzte ihn aus Intuition auf. Drinnen waren mehrere Bögen Pergament mit schwarzer Tinte beschrieben.
Liebe Rapunzel, ich möchte um Verzeigung bitten, dass ich Dir nicht viel erzählen kann und darf. Nur so viel. Du wirst nach deinem Schlaf sicher überrascht sein. Wirst kaum Erinnerungen haben und das ist wirklich eine schwere Situation für Dich, aber sei Dir sicher, Du bist nicht allein. Du wirst Dich an uns zwar kaum erinnern können aber wir sind für Dich da. Während Du diesen Brief liest kommt bei und ein Signal. Wir wissen dann, dass Du Deine Entwicklung wohlbehalten überstanden hast. Du wirst Dich über einiges in deinem Haus wundern, aber mach Dir nichts draus, es kann nichts gefährliches dort drin sein. Während Deines Schlafes habe ich das Haus unter meinem Schutz gehabt, aber sobald Du aufgewacht bist, verliert dieser Zauber seine Wirkung. Du bist dann in gewissem Sinne ungeschützt. Aber Du wirst merken, dass Du über mehr verfügst, als Du vielleicht glaubst. Du bist eine der Besten auf Deinem Gebiet und Deine Kraft reicht sehr weit. Du bist nicht schwach, nicht Wehrt los. Allerdings sei gewarnt, Du hast auf Männer eine Gewisse Anziehungskraft. Das kann Dir durchaus zum Verhängnis werden, doch es liegt auch ein Nutzen für Dich drin. Bitte pass auf Dich auf. Merke Dir die folgende Adresse gut! Denn dieser Brief zerstört sich selber, wenn Du die letzten Zeilen liest. Merke Dir diese Adresse: Grimmauld Place Nummer 12.
Ich hoffe, dass Du in Deinem Zustand nichts Dummes oder Unüberlegtes anstellst.
Dein blauer Phönix
Kaum hatte ich die Signatur gelesen, fing der Zettel Feuer und verbrannte sich in Asche auf. „Was soll man von so etwas halten?“, fragte ich mich laut. Ich ließ meinen Blick durchs Zimmer schweifen. Die Hüft hohe Spinne war weg. Doch mir blieb kaum Zeit zu überlegen, denn plötzlich hörte ich ein knacken, dann Schritte und anschließend eine Stimme: „Hallo, Süße. Kennst du mich noch?“
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Ihr könnt ja mal bis zum 20. 5. raten wessen Stimme das ist...
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