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Fanfiction

Nur ein Drink - Eine Geburtstagsparty...

von CatBlack

Vielen, vielen Dank an Cute_Lily, Hobbit, Libby-Hannah und Anne Fiennes für die motivierenden und auch hilfreichen Kommentare! Hab mich sehr darüber gefreut und den etwas hastigen Kuss auf meinem geistigen Notizblock vermerkt, auf dass mir das bei anderen Geschichten weiterhelfen möge ;)
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Pucey,

Nächsten Dienstag um 18.00 Uhr im Flying Dutchman. Wir müssen reden. Es geht um Katies Geburtstag. Wenn dir der Termin nicht passt, schlag einen anderen vor, aber eine Absage akzeptiere ich nicht.

L. Jordan

P.S.: Kein Wort zu Katie!!!


Nach wie vor überrascht und auch ein wenig misstrauisch las Adrian diese Nachricht abermals, bevor er das Stück Pergament zusammenfaltete und in die Hosentasche seiner Jeans steckte. Er saß im Flying Dutchman an der Bar und wartete auf Lee. Katies Mitbewohner schien sich Zeit zu lassen und das nervte Adrian noch mehr als der Umstand, dass er sich tatsächlich mit Lee treffen würde. Zumal er das nur Katie zuliebe tat und bestimmt nicht, weil Lee ihn darum gebeten hatte. Wobei ihn zugegebenermaßen brennend interessierte, was Lee von ihm wollte. Immerhin war das das erste Mal, dass er überhaupt mit einem von Katies Freunden sprechen würde – Angelina ausgenommen – und dann auch noch ohne ihr Wissen. Das behagte ihm ganz und gar nicht, aber Lee hatte mit Sicherheit gute Gründe, sich mit ihm unterhalten zu wollen – wieso sonst sollte er sich ausgerechnet mit seinem früheren Feind treffen wollen? Wohl kaum, um der alten Zeiten Willen ein Butterbier mit ihm zu trinken. Wenn es dann auch noch um Katies Geburtstag ging, würde Adrian sich bestimmt nicht quer stellen – vorausgesetzt Lee erwartete nicht, dass Adrian sich ganz von ihr fern hielt. Allein bei diesem Gedanken verspannte er sich. Er vermutete nämlich, dass Katies Freunde nicht sonderlich begeistert von ihm waren. Das hatte schon allein Angelinas Reaktion auf ihn bestätigt.

„Pucey.“ Wie aus dem Nichts war der dunkelhäutige Lee an der Bar aufgetaucht und sah ihn mit versteinertem Gesichtsausdruck an. Neben ihm stand – sehr zu Adrians Überraschung – Alicia Spinnet und diese hatte sogar ein leichtes Lächeln aufgelegt. Sie hatte nämlich vor, Adrian zumindest eine Chance zu geben. Immerhin konnte er so furchtbar nicht sein, wenn Katie ihn mochte. Zumal er in Hogwarts tatsächlich einer der ruhigeren Vertreter der Slytherins gewesen war – zumindest im direkten Vergleich mit Marcus Flint und Graham Montague. Außerdem hatte Alicia schon immer eine Schwäche für Adrians besten Freund und auch eine einschlägige Vorgeschichte mit diesem gehabt. Das stand zwar auf einem anderen Blatt Papier, war aber zumindest ein Grund, Adrian unvoreingenommen gegenüber zu treten.
Adrian zog arrogant eine Augenbraue nach oben. „Brauchst du Rückendeckung, Jordan, oder was macht Spinnet hier?“
Lee atmete tief durch und versuchte, sich nicht provozieren zu lassen. Immerhin ging es hier um Katie, die seine langjährige Mitbewohnerin und außerdem wie eine kleine Schwester für ihn war. „Alicia und ich planen zusammen Katies Geburtstag. Deswegen ist sie hier und das ist auch der einzige Grund, weshalb wir uns mit dir abgeben.“
„Na, dann kommt zur Sache und lasst uns keine Zeit verschwenden.“ – erwiderte Adrian kühl.
Nachdem beide sich ein Butterbier bestellt und sich neben Adrian gesetzt hatten, ergriff Alicia das Wort. „Katie will ihren Geburtstag eigentlich nicht feiern…“
„Ich weiß.“ – unterbrach Adrian sie. „Also komm auf den Punkt, Spinnet.“
„…aber wir finden, dass man den 25. schon feiern sollte. Also planen wir eine Überraschungsparty für sie.“
„Und was hab ich damit zu tun?“ – fragte Adrian, nicht sicher, wie viel Katies Freunde über ihr Verhältnis zu ihm wussten.
„Aus irgendwelchen Gründen – die wir im Übrigen nicht nachvollziehen können – will Katie ihren Geburtstag mit dir verbringen, also musst du erstens auf dieser Party anwesend sein und zweitens uns helfen.“ – antwortete Lee.
Kurz dachte Adrian über das Gesagte nach. Allein bei dem Gedanken, dass er auf einer Party mit ehemaligen, ihm bestimmt feindlich gesinnten Gryffindors erscheinen sollte, fühlte er sich zunehmend unwohl. Dennoch, für Katie würde er das auf sich nehmen.
„Ein paar Gryffindors wollen also die Hilfe von einem Slytherin… Interessant.“ – sagte Adrian und grinste überheblich.
„Wir als Katies Freunde würden alles für sie tun – Töten eingeschlossen – und wollen deswegen die Hilfe von dem Typ, mit dem sie ihre ganze Freizeit verschwendet. Wir wollen nur das Beste für sie und dass sie einen schönen Geburtstag hat… Und wenn das ohne dich nicht geht, dann nehmen wir das in Kauf, Pucey.“ – entgegnete Lee genervt. Wieso musste diese ehemalige Schlange so arrogant sein? Lee verstand wirklich nicht, was Katie an Adrian fand.
„So selbstlos hätte ich dich gar nicht eingeschätzt, Jordan… Respekt.“ – erwiderte Adrian wahrheitsgemäß. „Also dann, wie kann ich euch helfen?“
„Eigentlich musst du Katie nur den ganzen Samstag ablenken und bei Laune halten.“ – antwortete Alicia. „Naja, und du musst sie abends irgendwie in den Fuchsbau schaffen.“
Adrian runzelte skeptisch die Stirn. „Fuchsbau? Was ist das denn?“
„Das Haus der Weaslys.“ – erklärte Lee. „Die haben einen großen Garten und George hatte die Idee, dass wir die Party da ausrichten. Er und Angelina passen zur Zeit nämlich auf das Haus auf, weil seine Eltern im Urlaub sind.“
„Großartig.“ – sagte Adrian trocken. Er konnte sich wirklich nichts Besseres vorstellen, als bei den Weaslys im Garten eine Grillparty zu feiern. In seinen Augen kam das einem Selbstmordkommando gleich.
„Also, was ist, Pucey?“ – fragte Alicia. „Kriegst du das hin?“
Adrian nickte. „Bell eine Beschäftigungstherapie verpassen und sie danach in Weaslys Garten schaffen – sollte kein Problem sein.“
„Gut. Nachdem wir das ja nun geklärt haben, habe ich eine ganz andere Frage an dich, Pucey.“ – sagte Lee verheißungsvoll.
„Die da wäre, Jordan?“
„Was genau läuft da zwischen dir und Katie?“ Diese Frage traf Adrian unerwartet, obwohl er damit hätte rechnen müssen. Zumal diese Frage weder leicht zu beantworten war, noch dass er wusste, was Katie ihren Freunden erzählt hatte.
„Wieso fragt ihr sie nicht selbst?“ – stellte Adrian die Gegenfrage.
„Glaubst du, das haben wir noch nicht getan?“ – erwiderte Alicia gelassen.
„Warum fragt ihr dann mich?“
„Weil wir aus Katie nichts rauskriegen…“ – antwortete Lee wahrheitsgemäß. Er hatte beschlossen, alle Karten auf den Tisch zu legen. Er war nämlich klug genug, um zu wissen, dass ein verbales Machtspiel mit einem Slytherin – so verlockend es auch war - zu nichts führte. „…und das wundert uns ehrlich gesagt. Sie behauptet zwar, ihr wärt nur gute Freunde – was meiner Meinung nach schon ein Wiederspruch in sich ist -, aber ich für meinen Teil kauf ihr das nicht ab. Dazu verbringt sie viel zu viel Zeit mit dir – sogar ich als ihr Mitbewohner krieg sie kaum noch zu Gesicht.“
„Aber wenn Katie das sagt, dann wird es wohl stimmen.“ Adrian würde Katie bestimmt nicht in den Rücken fallen. Es war ihre Entscheidung, wann sie ihren Freunden erzählte, was zwischen ihnen lief. Was auch immer das war, denn nicht einmal Adrian war sich diesbezüglich sicher und er war immerhin persönlich daran beteiligt. Ziemlich genau zwei Wochen lag der einschlägige Tag an dem Badesee nun zurück und seitdem hatte sich einiges verändert. Auch wenn sie einige Startschwierigkeiten gehabt hatten, da sie beide im ersten Moment verwirrt und auch peinlich berührt gewesen waren, waren sie seitdem praktisch unzertrennlich – auf eine sehr merkwürdige Art und Weise, wie Adrian fand. Sie unternahmen noch viel mehr miteinander als vorher und eigentlich war auch alles wie immer. Bis auf, dass sie immer öfter wie die hormongesteuerten Teenager miteinander rumknutschten – anders konnte man es einfach nicht ausdrücken. Anfangs hatte noch die Unsicherheit vorgeherrscht und sie von solchen Schandtaten abgehalten, doch inzwischen fielen sie übereinander her, sobald sie sich unbeobachtet fühlten. Tja, aber mehr als diese hemmungslosen Knutschereien war nicht passiert und sie hatten auch noch nicht darüber geredet, was genau da zwischen ihnen war. Bis jetzt hatte Adrian auch nicht den Mut gefunden, Katie offen darauf anzusprechen. Genau genommen fühlte er sich wie ein liebeskranker Teenager – ja, er konnte einfach nicht bestreiten, dass er geradezu verrückt nach Katie war -, der keine Ahnung hatte, wie man sich in solchen Situationen verhielt. Wobei das nicht weiter verwunderlich war, da er in Sachen Beziehungsstart wirklich aus der Übung war. Eigentlich hatte er nie wirklich Übung darin gehabt, war er doch jahrelang mit derselben Frau zusammen gewesen. Wie war er überhaupt mit Daphne zusammengekommen? Er erinnerte sich nicht mehr daran und es war ihm auch egal. Daphne war Vergangenheit und das mit Katie würde sich mit der Zeit schon regeln – das hoffte er zumindest.
„Das glaubst du ja wohl selbst nicht, Pucey.“ – schnaubte Lee und schüttelte so heftig den Kopf, dass seine kinnlangen Dreadlocks umher flogen. „Das kann doch nicht sein… Früher oder später finden wir es doch sowieso raus!“
„Wenn du dir dessen so sicher bist, kannst du doch einfach warten, Jordan.“ – entgegnete Adrian ruhig.
„Er hat Recht, Lee.“ – sagte Alicia und legte beschwichtigend eine Hand auf seinen Oberarm. „Katie wird es uns schon irgendwann erzählen – wenn es denn überhaupt irgendetwas zu erzählen gibt.“
„Ich weiß.“ – seufzte Lee und blickte dann auf seine Armbanduhr. „Pucey aushorchen hat keinen Sinn, also muss ich meine Zeit auch nicht weiter verschwenden. Außerdem muss ich jetzt sowieso los.“
„Heißes Date?“ – fragte Alicia und wackelte vielsagend mit den Augenbrauen.
Lee lachte. „Ja, unglaublich heiß â€“ George ist einfach der Wahnsinn und mein geheimer Plan ist, ihn Angel auszuspannen. Aber verrat´s ihr bitte nicht.“
„Dein Geheimnis ist bei mir sicher.“ – grinste Alicia und legte gespielt nachdenklich den Kopf schief. „Wobei ich mir nicht sicher bin, wie deine Chancen stehen… Angel hat Brüste, du nicht.“
„Verdammt! Jetzt, wo du´s sagst, George hat auch keine Brüste.“ – grinste Lee und schürzte dann die Lippen. „Dabei steh ich auf Brüste.“
„Abflug, Lee.“ – lachte Alicia augenrollend. „Du willst doch deinen besten Freund nicht warten lassen – auch wenn er keine Brüste hat.“
Verwundert zog Lee eine Augenbraue nach oben. „Kommst du nicht mit?“
Alicia schüttelte den Kopf. „Ich treff mich hier in einer halben Stunde mit Oliver. Das lohnt sich nicht, nochmal heim zu gehen.“
Lee nickte verstehend, wusste er doch, dass die Beziehung der Beiden ein ständiges auf und ab war. „Klärendes Gespräch auf neutralem Boden?“
„So was in der Art.“ – erwiderte Alicia nachdenklich. Manchmal wusste sie wirklich nicht, weshalb sie sich diese ständige Achterbahnfahrt der Gefühle überhaupt noch antat.
„Viel Glück, Süße. Lass dich nicht fertig machen.“ Lee hauchte Alicia zum Abschied ein Küsschen auf die Wange und wandte sich dann an Adrian. „Ich schick dir noch ne Eule, wann genau du am Samstag mit Katie auftauchen sollst. Man sieht sich, Pucey.“

Nachdem Lee gegangen war, trank Adrian sein Butterbier in einem Zug leer. Er war nämlich auch noch verabredet – mit Katie. Doch vorher wollte er noch die Chance ergreifen, Alicia etwas zu fragen – vor allem da diese ihm gegenüber recht aufgeschlossen zu sein schien. „Hast du vielleicht einen Tipp, was ich Katie zum Geburtstag schenken könnte, Spinnet?“
Kurz war Alicia überrascht, dass Adrian sich mit dieser Frage ausgerechnet an sie wandte, doch dann zuckte sie einfach nur mit den Schultern. „Ich glaube, sie freut sich über alles, was du ihr schenkst.“
„Danke für die Hilfe.“ – erwiderte Adrian trocken.
„Das hab ich ernst gemeint, Pucey.“ – sagte Alicia. „Ihr zwei könnt mir nämlich erzählen, was ihr wollt, ich weiß sowieso, dass ihr total verschossen ineinander seid. Also würde sie sich wahrscheinlich auch freuen, wenn du ihr einen Teewärmer oder sonst was Doofes schenkst.“
„Was macht dich da so sicher, Spinnet?“ – fragte Adrian gelassen, versuchte dadurch, seinen Schock über ihre offene Behauptung zu verbergen.
Abermals zuckte Alicia mit den Schultern. „Ich kenn Katie schon sehr, sehr lange und noch viel besser als lange. Das letzte und einzige Mal, als sie so ausgesehen hat, wenn sie über jemanden gesprochen hat, war sie noch mit Roger zusammen und über beide Ohren in ihn verliebt. Tja, und jetzt hat sie diesen Gesichtsausdruck, wenn sie von dir erzählt – auch wenn sie versucht es zu verbergen, aber ich hab sie durchschaut. Und dich auch. Du bist Lees Fragen zwar sehr gut und auch unscheinbar ausgewichen, aber nicht gut genug. Glaub mir, ich hab die verbale Kriegsführung mit all ihren Täuschungsmanövern erfunden und in den letzten Jahren perfektioniert.“
„Ist Wood denn ein würdiger Gegner?“ – hakte Adrian nach, obwohl es ihn nicht wirklich interessierte. Er wollte Alicia nur ablenken, zumal in seinem Kopf ein einziges Wort wiederhallte. Roger, Roger, Roger. Wer war Roger? Anscheinend Katies Exfreund, aber Adrian konnte sich nicht erinnern, diesen Namen jemals aus ihrem Mund gehört zu haben. Natürlich wusste er, dass Katie kein unbeschriebenes Blatt war und mit Sicherheit einen oder mehrere Exfreunde hatte, aber wieso hatte sie diesen Roger ihm gegenüber nie erwähnt? War das gut oder schlecht? Er war sich nicht sicher, aber er würde es herausfinden.
„Frag mich das nochmal, wenn ich gerade nicht sauer auf ihn bin.“ – sagte Alicia und Adrian fand, dass sie traurig aussah. So traurig sogar, dass er darüber kurzzeitig seine eigene Grübelei vergaß.
„Ich hab keine Ahnung, was zwischen Wood und dir schief läuft, aber eine so schöne Frau wie du sollte nicht so unglücklich aussehen.“
Alicia schüttelte den Kopf und lachte leise. „Pucey, Pucey, Pucey… Katie wäre bestimmt nicht begeistert, wenn sie wüsste, dass du so etwas zu mir sagst.“
„Wieso? Weil ich eine ihrer besten Freundinnen aufheitern will? Außerdem war das keine Anmache, sondern eine reine Feststellung.“ Das entsprach der Wahrheit. Katie war hübsch, süß, attraktiv und in Adrians Augen begehrenswerter als jede andere Frau auf diesem Planeten, aber Alicia war – rein objektiv betrachtet – wirklich das, was man als klassisch schön bezeichnen konnte. Sie war groß, schlank, hatte makellose und sehr weiche Gesichtszüge, die von dunkelbraunen, seidigen Haaren umrahmt wurden, und große, moosgrüne Augen. Während ihrer Schulzeit hatte Marcus ein Auge auf Alicia geworfen, doch von einem auf den anderen Tag war dieses Interesse absoluter Gleichgültigkeit gewichen und Marcus hatte sich diesbezüglich in beharrliches Schweigen gehüllt. Adrian fragte sich bis heute, was der Grund dafür gewesen war.
„Wenn das so ist… Danke, Pucey.“ – sagte Alicia und lächelte aufrichtig.
„Keine Ursache, Spinnet.“ – erwiderte Adrian und stand auf. „Ich hau jetzt auch ab. Tret Wood ordentlich in den Arsch. Bis Samstag.“
„Bis dann. Viel Spaß mit Katie.“ Alicia zwinkerte ihm zu und Adrian konnte nicht anders als zu lächeln. Wer hätte gedacht, dass zumindest eine von Katies Freundinnen freundlich zu ihm sein würde – Adrian definitiv nicht.


„Wenn du mir verraten würdest, was du mit mir vorhast, wüsste ich, was ich anziehen soll.“ – sagte Katie und verschränkte schmollend die Arme vor der Brust. Sie stand nur in Unterwäsche bekleidet inmitten ihres Zimmers vor ihrem Kleiderschrank, während Adrian in der Tür lehnte und krampfhaft versuchte, seinen Blick nur auf ihrem Gesicht ruhen zu lassen – alles andere hätte sein Blut zu sehr in Wallung gebracht.
„Aber damit würde ich die Geburtstagsüberraschung ruinieren.“ – erwiderte Adrian. „Außerdem ist es wirklich egal, was du anziehst. Einfach irgendwas, worin du dich wohl fühlst.“
„Du bist ein schlechter Modeberater, Pucey.“ – seufzte Katie und ging nach wie vor schmollend auf Adrian zu, bis sie direkt vor ihm stand.
„Wie gut, dass das auf der Liste meiner Berufswünsche nicht ganz oben steht.“ – grinste er und strich ihr eine Locke aus dem Gesicht.
„Ja, da hast du nochmal Glück gehabt.“ – schmunzelte Katie, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn kurz, ließ dann ihre Lippen aber über seinen Hals wandern und drängte ihren spärlich bekleideten Körper an seinen. „Wir könnten doch auch einfach hier bleiben und die ganze Geburtstagsüberraschung ausfallen lassen… Was hältst du davon, Adrian?“
Er schluckte hart. „Davon halte ich eigentlich sehr viel, aber das… geht leider nicht.“
„Komm schon.“ – murmelte Katie an seiner Halsbeuge und ließ ihre Hände in seine hinteren Hosentaschen gleiten, woraufhin Adrian ein heißer Schauer über den Rücken lief. Die Versuchung, auf ihren Vorschlag einzugehen, war wirklich groß.
„Nein.“ – presste er hervor und schob sie mit dem letzten bisschen Selbstbeherrschung von sich. „Wir müssen das verschieben.“
„Toll.“ – erwiderte Katie trocken und wandte sich von ihm ab. „Du willst doch bloß nicht.“ Sie fühlte sich abgewiesen und vor den Kopf gestoßen. Wieso wollte er sie denn nicht? Da stand sie hier in Unterwäsche vor ihm, machte ihm ein eindeutiges Angebot und er lehnte einfach ab.
„Natürlich will ich.“ – seufzte Adrian und fuhr sich durch die dunkelblonden Haare. Kurz spielte er sogar mit dem Gedanken, Katies Freunde einfach zu versetzen und sich stattdessen mit ihr einen schönen Abend zu machen, entschied sich dann aber dagegen – vor allem da Katie ihm vermutlich die Hölle heiß machen würde, wenn sie herausfinden würde, dass er sie von ihrer Geburtstagsparty abgehalten hatte. „Das gerade hat nur nichts mit wollen zu tun.“
„Wieso sagst du dann nein? Warum hast du es dann bis jetzt nicht gemacht?“ – verlangte sie zu wissen und stemmte die Hände in die Hüften, was auf Adrian äußerst anziehend wirkte.
„Weil es sich bis jetzt einfach nicht ergeben hat, Katie. Oder hätte ich dich in irgendeiner Seitenstraße zur Winkelgasse flachlegen sollen?“ – sagte er sanft. „Ich will wirklich, aber nicht jetzt. Jetzt musst du dir nämlich was anziehen, sonst kommen wir zu spät.“
„Zu spät wohin?“
„Zu deiner Geburtstagsüberraschung.“
„Na, dann will ich hoffen, dass es eine gute Überraschung ist. Mein Geburtstag ist bis jetzt nämlich beschissen.“ – maulte Katie. „Ich mein, klar, ich hab zu meinen Freunden gesagt, dass ich nicht feiern will und stattdessen was mit dir unternehme, aber keiner von denen hat mir gratuliert! Keiner! Und es ist schon sieben Uhr abends! Nicht mal Lee hat mir alles Gute gewünscht! Der war den ganzen Tag noch nicht mal hier! Dabei wohnt er hier! Da hätte er doch wenigstens ne Karte in die Küche legen können oder sonst was in der Richtung… Aber nein, wahrscheinlich hat Mister Jordan sich letzte Nacht mal wieder durch sämtliche Betten gevögelt und befindet es weder für nötig, nachhause zu kommen, noch mir zu gratulieren! Ok, ich hab gewusst, dass sie nicht begeistert sein werden, wenn ich den Tag lieber mit dir verbringe als mit ihnen, aber das ist doch noch lange kein Grund, mich heute völlig zu ignorieren! Das ist doch scheiße! Und dann machst du hier auch noch einen auf den letzten Gentleman! Verdammt, du bist ein Slytherin! Du hast nicht so verflucht moralisch zu sein!“ Nachdem sie sich ihren Frust von der Seele geredet hatte, ließ sie die Schultern hängen. Dieser ganze Tag war in ihren Augen wirklich deprimierend, auch wenn Adrian sich alle Mühe gegeben hatte, ihr einen schönen Geburtstag zu bescheren.
Ein Schmunzeln unterdrückend trat er hinter sie, schlang die Arme um ihre Taille und hauchte einen Kuss auf ihre Schulter. „Ja, sie sind alle doof und ich bin ein total unsensibler, viel zu moralischer Arsch, der dich nicht mal eben zwischen Tür und Angel ficken will – schuldig im Sinne der Anklage. Aber das noch lange kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Ich will dich nämlich wirklich und deswegen ziehst du dir jetzt was an, damit wir los können. Ich versprech dir auch, dass du es nicht bereuen wirst.“
Katie sah ihn über ihre Schulter hinweg an und zog die Nase kraus. „Irgendwas läuft heute schief. Normalerweise muss ich dich aufheitern und nicht anders rum… Und außerdem weiß ich jetzt immer noch nicht, was ich anziehen soll.“
Adrian rollte mit den Augen und löste sich von ihr, woraufhin Katie sofort schmerzlich seine Nähe vermisste. Er ging zu ihrem Kleiderschrank, zog wahllos eine Jeans und ein Top heraus und warf ihr die Sachen zu. „Zieh das an.“
Skeptisch zog Katie eine Augenbraue nach oben. „Eine Jeans? Das ist doch zu warm.“
„Nein, ist es nicht.“ – erwiderte Adrian inzwischen leicht genervt. „Das Ganze findet nämlich draußen statt. Und jetzt zieh dich an, wir sind sowieso schon zu spät!“
„Hohe oder flache Schuhe?“
„Mir egal.“
Katie schob schmollend die Unterlippe vor. „Aber…“
„Ok, Flache.“ – unterbrach Adrian sie.
„Wieso?“
„Weil hohe Schuhe Absätze haben und du mit denen im Gras versinkst – deswegen. Könntest du jetzt bitte endlich deinen Luxuskörper einpacken, damit wir gehen können?“
Bei dem Wort Luxuskörper und Adrians eindeutig genervter Haltung konnte Katie ein verschmitztes Grinsen einfach nicht unterdrücken. Zumal seine Aussage auch ihre Neugier immer mehr weckte und somit ihre schlechte Laune besiegte. Was um alles in der Welt hatte er mit ihr vor? Das würde sie wohl nur herausfinden, wenn sie seinen Anweisungen Folge leisten würde.

„Bin fertig. Wir können los.“ – sagte Katie fünf Minuten später und strahlte Adrian an. Er indessen fühlte sich plötzlich gar nicht mehr so wohl bei dem Gedanken, dass sie gleich zusammen Katies Freunden gegenüber treten würden und bis jetzt weder geklärt hatten, was genau das zwischen ihnen war, noch wie sie sich in Gegenwart ihrer Freunde verhalten würden. Dazu hatte es auch keinen Anlass gegeben…bis jetzt. Das Problem an der Sache war nur, dass Adrian der einzige von ihnen beiden war, der wusste, dass sie gleich auf Katies Freunde treffen würden. Er hatte das Gefühl, sie irgendwie darauf vorbereiten zu müssen.
„Hör mal, Katie. Das ist jetzt vielleicht ein bisschen schwer zu verstehen, aber egal, wie du dich gleich mir gegenüber verhalten willst, mach es einfach so, wie du dich wohl damit fühlst. Ich werde dir auf jeden Fall keinen Strick daraus drehen.“
„Hä?“ Katie hatte nichts, außer ein riesen Fragezeichen im Kopf. Was genau wollte Adrian ihr damit sagen?
„Du wirst es gleich verstehen. Denk einfach an das, was ich grad gesagt hab.“ Er küsste sie kurz und legte dann einen Arm um sie, um mit ihr Seit-an-Seit zu apparieren.

In dem Moment, in dem ihre Füße den Boden berührten, ließ Adrian Katie los und sie war für einen kurzen Augenblick orientierungslos. Doch dann erkannte sie den Garten der Weaslys, in dem alle ihre Freunde versammelt waren, und noch bevor sie realisieren konnte, was das alles zu bedeuten hatte, ertönte Lees Stimme in bester Stadionsprechermanier. „Da ist sie endlich! Die unglaubliche, die einzigartige, die kaum in Worte zu fassende Katie Bell! Heut wird sie ein viertel Jahrhundert alt und das wollte sie einfach ohne ihre Freunde feiern! Aber nicht mit uns, Katielein! Ich könnte jetzt viele peinliche Anekdoten aus den letzten 14 Jahren unserer Freundschaft anbringen oder eine Lobeshymne auf dich anstimmen, aber das spare ich mir an der Stelle – wir wollen dich ja alle ganz dringend umarmen! Alles Gute zum Geburtstag, Katie!“ Ihr fehlten die Worte und für einen Moment starrte sie ihre Freunde einfach nur fassungslos an.
„Ihr seid ja verrückt.“ – stammelte sie dann, konnte sich ein breites Grinsen aber nicht verkneifen.
Augenblicklich fand sie sich in einer Luft abschnürenden Umarmung von Lee wieder und seine Dreadlocks nahmen ihr die Sicht. „Alles Gute, Kleine.“ Ohne eine Erwiderung abzuwarten, reichte dieser sie an George weiter, der sie auch sofort in seine Arme zog. „Alles Gute zum Geburtstag, Katielein… Und ach ja, wenn du einen fröhlichen Geburtstag haben willst, sag Angel bloß, dass man ihren Babybauch schon sieht.“
Katie runzelte verwirrt die Stirn. „Sie ist doch erst im vierten Monat…?“
„Trotzdem. Glaub mir, es ist besser so.“ – flüsterte George, küsste sie kurz auf die Wange und machte dann Platz für seine schwangere Frau.

Nach einer Weile kam Katie sich vor, wie ein Pokal, der herum gereicht wurde. Sie hatte inzwischen völlig den Überblick verloren, wer sie schon alles umarmt und ihr Glückwünsche ausgesprochen hatte. Nichtsdestotrotz war sie nach wie vor sprachlos, freute sich aber dennoch tierisch. Ihre Freunde waren einfach die besten! Überhaupt war sie überrascht, wen Alicia und Lee alles auf dieser kleinen Party ihr zu Ehren versammelt hatten. Oliver, Harry, Ginny, Ron, Hermine, Neville, Luna, Dean, Seamus, Cho Chang, sogar ihr Exfreund Roger war gekommen.
Roger Davies! Jetzt, da er Katie zusammen mit dem dunkelhaarigen Ravenclaw sah, fiel es Adrian wie Schuppen von den Augen. Anscheinend war das dieser ominöse Roger, in den Katie laut Alicia so schwer verliebt gewesen sein sollte. Ein ehemaliger Adler? Adrian schüttelte innerlich den Kopf, konnte aber nicht umhin, die Unterhaltung zwischen Katie und Roger aus einiger Entfernung unauffällig zu beobachten. Sie wirkten sehr vertraut miteinander und das wiederum gefiel Adrian gar nicht. Obwohl er sich einzureden versuchte, dass es völlig unbedenklich war, wenn Katie sich gut mit ihrem Exfreund verstand, verspürte er auf einmal das dringende Bedürfnis, Roger den Kiefer zu brechen und auf jede nur erdenkliche Art zu foltern. Was machte Roger überhaupt hier? Auch wenn Adrian wusste, dass dieser Gedankengang absolut kindisch und ungerechtfertigt war, fühlte er sich gerade fehl am Platz und von Katie ignoriert. Vielleicht war das doch keine gute Idee gewesen, mit ihren Freunden gemeinsame Sache zu machen. Vielleicht hatte er sie dadurch überrumpelt und sie in die Ecke gedrängt. Vielleicht sollte er einfach verschwinden. Vielleicht…
„Pucey!“ – rief Katie und lachte. „Was stehst du da allein und schaust so bescheiden aus der Wäsche? Komm her!“
Nach kurzem Zögern kam Adrian ihrer Aufforderung nach und versuchte dabei, die kaum zu deutenden, aber mitunter nicht sehr freundlich gesinnten Blicke der restlichen Partygäste zu ignorieren. Bei Katie angekommen, verpasste diese ihm einen gezielten Hieb auf den Oberarm. „Du hast mich den ganzen Tag hingehalten, Pucey, und mich in dem Glauben gelassen, meine Freunde hätten mich vergessen!“ Noch bevor Adrian auf diesen Vorwurf eingehen konnte, stellte Katie sich auf die Zehenspitzen und zog ihn in eine innige Umarmung. Einen Moment war er überrascht, doch dann schlang er beide Arme um ihre Taille und drückte sie an sich.
„Danke.“ – flüsterte Katie und küsste ihn auf die Wange. „Danke, dass du ihnen geholfen hast und immer noch hier bist.“ Ihre Worte waren absolut aufrichtig. Niemals hätte sie damit gerechnet, dass Adrian sich mit ihren Freunden zusammentuen und eine Überraschungsparty für sie planen würde. Natürlich hätte sie auch nicht gedacht, dass ihre Freunde über ihren Schatten springen und Adrian miteinbeziehen würden, aber ihre Freunde waren immerhin in der Überzahl und Adrian praktisch alleine in der Höhle des Löwen.
„Keine Ursache.“ Er drückte sie noch fester an sich und sein Atem strich über ihren Hals. Unwillkürlich entflammte das altbekannte Kribbeln in ihrer Magengegend, das in seiner Gegenwart praktisch zu ihrem ständigen Begleiter geworden war und ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer.
Für Katies Geschmack viel zu schnell löste Adrian sich aus der Umarmung und grinste auf sie herunter. „Wo sind denn deine guten Manieren, Bell? Kümmer dich mal um deine Gäste.“
„Übermoralischer Arsch.“ – schnaubte Katie, ließ sich aber trotzdem von seinem Grinsen anstecken.

„Ich will ja jetzt nicht sagen ich hab´s gewusst, aber ich hab´s einfach gewusst!“ Wie aus dem nichts war eine triumphierend grinsende Alicia neben Adrian, der etwas abseits des Partygeschehens stand, aufgetaucht.
„Was hast du gewusst, Spinnet?“ – fragte Adrian verwirrt von diesem plötzlichen Überfall. Bis jetzt hatte nämlich so gut wie niemand mit ihm gesprochen – außer Lee, der sich darüber beschwert hatte, dass Adrian Katie nicht pünktlich abgeliefert hatte, bei dem Wort Klamottenkrise aber sehr verständnisvoll reagiert hatte. Ansonsten beschränkten die anwesenden Gäste sich darauf, Adrian entweder komplett zu ignorieren oder ihm ablehnende Blicke zukommen zu lassen. Das steigerte seinen Wohlfühlfaktor nicht gerade, aber es war auszuhalten. Zumal er erstens an weitaus schlimmere Verhaltensweisen seiner Mitmenschen gewohnt war und er zweitens auch davon ausgegangen war, dass er die Abneigung von Katies Freunden sehr viel deutlicher zu spüren bekommen würde. Trotzdem beschränkte er sich darauf, die Anwesenden und deren Umgang mit Katie zu beobachten – insbesondere Roger Davies.
„Na, dass du in Katie verliebt bist und sie in dich, Pucey. Das sieht ein Blinder.“ – antwortete Alicia als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, dass ein ehemaliger Slytherin und eine ehemalige Gryffindor sich ineinander verliebten.
„Ist das so offensichtlich?“ – hakte Adrian nach, da er Alicia anscheinend sowieso nichts vormachen konnte.
„Für mich schon.“ – erwiderte Alicia. „Ich versteh nur nicht, wieso ihr daraus ein Geheimnis macht… Außer ihr habt noch nicht darüber geredet.“
„Du bist clever, Spinnet.“
„Wieso habt ihr noch nicht darüber geredet?“
„Hat sich nicht ergeben… Wie lief dein Gespräch mit Wood? Hast du ihm ordentlich in den Arsch getreten? Oder wieso verhaltet ihr euch wie Fremde?“ Angriff war die beste Verteidigung und nicht nur Alicia war mit einer guten Beobachtungsgabe ausgestattet. Adrian war schon längst aufgefallen, dass sie und Oliver sich aus dem Weg gingen und auch dass sie immer noch nicht besonders glücklich aussah.
„Wir verhalten uns nicht wie Fremde. Es ist nur….kompliziert.“ – sagte Alicia nachdenklich und formulierte ihre Aussage absichtlich möglichst wage. Diese ganze Situation mit Oliver setzte ihr mehr zu als sie Adrian gegenüber bereit war zuzugeben.
„Das ist es immer.“ – seufzte Adrian und schenkte ihr ein leichtes Lächeln. „Aber es wird nicht besser, wenn du kneifst und ihr euch gegenseitig ignoriert. Du warst doch nicht umsonst in Gryffindor, oder?“
Alicia schnaubte. „Du musst grad reden, Pucey.“
„Ich war nicht in Gryffindor. Ich hab jedes Recht, die feige Schlange zu markieren.“
Leise lachend schüttelte Alicia den Kopf. „Du bist nicht feige, Pucey. Sonst wärst du schon längst abgehauen, so wie die hier alle zu dir sind.“
Adrian zuckte mit den Schultern. „Unausgesprochener Waffenstillstand – passt doch. Sie lassen mich in Ruhe und ich lass sie in Ruhe. Glaub mir, ich bin Schlimmeres gewohnt.“
„Das glaub ich dir sogar aufs Wort.“ – erwiderte sie und zögerte dann kurz. „Weißt du, du bist eigentlich gar nicht so übel.“ Ja, sie konnte wirklich nachvollziehen, was Katie an ihm fand.
„Danke, Spinnet.“ – grinste Adrian. „Du übrigens auch nicht.“
In diesem Moment erblickte Alicia Oliver, der augenscheinlich wütend zu ihnen herüber sah. Sie konnte sich denken, dass es ihrem Freund gar nicht passte, dass sie sich mit Adrian unterhielt. Trotzdem – oder gerade deswegen - wollte sie eben dessen Rat beherzigen. „Ich muss mal eben was klären, Pucey. Bis dann.“
Adrian, der ihrem Blick gefolgt war, nickte verstehend. „Viel Glück, Spinnet.“

Katie begutachtete gerade Angelinas noch nicht vorhandenen Babybauch, beteuerte ihrer Freundin aber, dass man ihn in Ansätzen schon erkennen könne. „Ich kann´s gar nicht abwarten, bis er oder sie endlich da ist.“ – sagte Angelina und strahlte übers ganze Gesicht.
„Ich auch nicht.“ – grummelte George. „Dann wirst du vielleicht wieder normal.“
„Was soll das denn heißen?“ – fragte Angelina empört.
George legte beschwichtigend einen Arm um sie. „Nichts, nichts… Ich liebe dein Temperament, Schatz.“
„Hat einer von euch Adrian gesehen?“ Katie sah sich suchend um.
„Pucey sitzt da drüben.“ – erwiderte Angelina und deutete auf eine Bank unter einem Apfelbaum, auf der Adrian in der Dunkelheit saß und ein Butterbier trank. „Und wenn´s nach mir geht, kann er da auch bleiben.“
„Meinetwegen könnte er auch ganz verschwinden – oder noch besser, wieder in Askaban eingelocht werden und da verrotten.“ – sagte George und in seiner Stimme klang eine beinahe greifbare Verachtung mit.
Katie rollte mit den Augen. „Ihr seid unmöglich.“
„Ich war schon immer unmöglich.“ – antwortete George gefährlich gelassen. „Aber du bist diejenige, die den Verstand verloren hat.“
„Wie bitte?“ – fragte Katie, obwohl sie genau wusste, welche Diskussion ihr nun bevorstand.
„Ganz ehrlich, Katie, was willst du von dem? Er ist alles, was du hassen solltest. Oder hast du verdrängt, was seinesgleichen gemacht haben?“ Das war Georges aufrichtige Meinung. Er konnte einfach nicht vergessen, dass sein Zwilling nicht mehr bei ihm war, im Kampf gegen Todesser wie Adrian sein Leben gelassen hatte. Es verging einfach kein Tag, an dem er Fred nicht schmerzlich vermisste und in seinen Augen kam es einem Hochverrat gleich, dass Katie sich einfach so auf Adrian einließ.
Katie schnappte nach Luft und bemühte sich, ruhig zu bleiben. „Er ist alles, was ich hassen sollte? Adrian ist nett, höflich, intelligent, witzig – ok, er ist manchmal ein wenig arrogant, aber jeder hat Schwächen. Was hat er persönlich dir denn gerade getan? Er ist einfach nur hier und obwohl ihr ihn wie Luft behandelt…“
„Was schon mehr ist, als er verdient.“ – warf Angelina ein, aber Katie überging diesen Kommentar einfach.
„…ist er zurückhaltend und reißt sich zusammen! Dann kann ich das ja wohl von euch, die ihr wohlgemerkt meine Freunde seid, auch erwarten!“
„Ach, jetzt komm bitte nicht auf die Tour.“ – schnaubte Angelina, woraufhin Katie die Augen zu Schlitzen verengte. „Auf was für eine Tour denn, Angel? Ich erwarte nicht, dass ihr die besten Freunde – oder überhaupt Freunde – werdet, aber ich verlange von euch, dass ihr aufhört, vorschnell zu urteilen und mit eurer verfickten Doppelmoral zu fahren! Wir Gryffindors, wir sind ja so mutig, haben überhaupt keine Vorurteile, setzen uns immer für die Schwachen ein, sind ja so unglaublich loyal, so unmenschlich heldenhaft, so unfassbar fehlerfrei und nicht zu vergessen, so absolut großzügig und gönnerisch – aber nur solange es uns in dem Kram passt! Und dafür seid ihr das allerbeste Beispiel! Ich will euch nicht vorschreiben, was ihr zu denken habt, aber dann verschont mich damit! Ich mag Adrian nämlich – sehr sogar – und ihr könnt das entweder akzeptieren oder es bleiben lassen, aber ich hab keine Lust, mir eure Hasstiraden reinziehen zu müssen!“

Nach Katies Wutausbruch herrschte eisiges Schweigen. Sie selbst war überrascht von dessen Heftigkeit und ihrer Emotionalität, denn obwohl sie ihre Meinung schon immer ohne Rücksicht auf andere vertreten hatte, fuhr sie selten so schnell aus der Haut.
George indessen weigerte sich innerlich, auch nur einen Millimeter von seinem Standpunkt abzuweichen und einzig die Tatsache, dass Katie heute Geburtstag hatte, hielt ihn davon ab, ihr das mehr als deutlich klar zu machen. Überhaupt fand er, dass es schon ein riesen Zugeständnis seinerseits war, dass er Adrian überhaupt auf seinem Grund duldete.
Angelinas Hirnwindungen hingegen arbeiteten auf Hochtouren. Sie versuchte wirklich, Katies Schwäche für Adrian nachzuvollziehen, verstand es aber einfach nicht, egal wie lange sie darüber nachdachte. Trotzdem entschied sie sich, ihrer Freundin zumindest nicht komplett in den Rücken zu fallen.
„Vielleicht sollten wir einfach nicht mehr drüber reden.“ – sagte Angelina zögerlich.
Katie verschränkte die Arme vor der Brust und schnaubte. „Klar, Totschweigen ist auch die beste Lösung.“
„Das ist die einzige Lösung, die wir dir anbieten können.“ – sagte George mit einem eiskalten Ausdruck in den blauen Augen.
„Sieht so aus.“ – murmelte Katie, bevor sie die Schultern straffte. „Ich bin dann mal bei dem, über den wir ab heute nicht mehr reden.“ Mit dieser bissigen Bemerkung drehte sie sich auf dem Absatz um und ging geradewegs zu Adrian.

„Was habt ihr denn mit dem Geburtstagskind gemacht?“ – fragte Lee, der soeben gut gelaunt neben George und Angelina aufgetaucht war.
„Ihr die Meinung zu Pucey gesagt.“ – antwortete George mit finsterer Miene. „Wieso seid du und Alicia überhaupt auf die behinderte Idee gekommen, ihn auch einzuladen?“
„Weil Katie ihn mag und wir sie ohne ihn niemals hier her gekriegt hätten.“ – erwiderte Lee gelassen. „Außerdem verhält er sich doch ziemlich unauffällig. Ernsthaft, ich hab´s mir schlimmer vorgestellt.“ Er war wirklich positiv überrascht von Adrian und auch wenn er ihn immer noch nicht mochte, stand er ihm zumindest halbwegs neutral gegenüber.
„Ja, aber das ändert nichts daran, was er ist.“ – beharrte Angelina.
„Ach, komm schon, Angel. So schlimm ist er wirklich nicht.“ – sagte Lee, hob aber auf Georges bitterbösen Blick hin sofort abwehrend die Hände. „Was nicht heißt, dass ich ihn mag. Ich find ihn ganz in Ordnung, aber er wird bestimmt nicht mein neuer bester Freund.“
„Das will ich dir aber auch geraten haben.“ – knurrte George, aber inzwischen zuckte ein leichtes Grinsen um seine Mundwinkel. „Ich bin nämlich der einzige für dich, haben wir uns verstanden?“
„Selbstverständlich, Georgie.“ – grinste Lee.
George rollte mit den Augen, kam dann aber wieder auf das eigentliche Thema zurück. „Eins schwör ich dir, wenn Pucey Katie weh tut, wird Askaban ein Dreck gegen das sein, was er dann erleben wird.“
„Ganz meine Meinung, George, ganz meine Meinung.“ – erwiderte Lee und nickte. „Aber im Moment behandelt er sie gut. Mal ganz davon abgesehen, dass wir nicht wissen, ob zwischen den Beiden überhaupt was läuft. Vielleicht sind sie wirklich nur Freunde.“

Adrian hatte die Auseinandersetzung und auch Katies wütenden Abgang interessiert beobachtet und war sich geradezu sicher, dass er Thema dieser Diskussion gewesen war. Einzig weil Katie geradewegs ihn ansteuerte, blieb er, wo er war, und verschwand nicht auch einfach zornentbrannt. Seine Selbstbeherrschung in Sachen höfliches Auftreten gegenüber Katies Freunden war nämlich langsam überstrapaziert.
Seufzend ließ Katie sich auf die Bank fallen, auf der auch Adrian rittlings saß und nahm ihm erst einmal sein Butterbier aus der Hand, um es in einem Zug zu leeren.
„Zum Frustsaufen würde ich was Härteres als Butterbier empfehlen.“ – sagte Adrian trocken.
„Wer sagt, dass ich Frust hab? Ich hab Geburtstag, meine Freunde sind toll, ich bin glücklich.“
„Ja, so siehst du aus.“
Abermals seufzend ließ Katie sich gegen seine Brust sinken. „Dann heiter mich auf.“
Nach einem kurzen Überraschungsmoment, legte Adrian einen Arm um sie und strich ihr über den Rücken. Er genoss ihre Nähe, wie sich ihr warmer Körper an ihn schmiegte und inhalierte tief ihren blumigen Fliederduft, den er inzwischen wohl unter Hunderten erkennen würde und der jedes Mal ein Gefühl der Zuneigung in ihm aufwallen ließ. Allerdings störte gerade etwas diesen friedlichen Moment. Ihn beunruhigte das Wissen, dass er der Grund dafür war, weshalb sie sich mit ihren Freunden gestritten hatte. „Wenn du willst, dass ich gehe, musst du es nur sagen.“
„Red nicht so einen Schwachsinn, Pucey.“ – erwiderte Katie augenrollend und boxte ihn leicht in den Bauch. Dann richtete sie sich auf und sah ihn aus ihren haselnussbraunen Augen schelmisch an. „Ich hätte lieber noch einen Geburtstagskuss.“
Überrascht und zugleich belustigt schossen Adrians Augenbrauen in die Höhe. „Davon hattest du heute aber schon einige, Bell.“
„Na, und? Ich will noch einen.“
„Hier und jetzt?“ – hakte er verwundert nach. „Vor deinen Freunden, die mich wahrscheinlich allesamt am liebsten mit den schlimmsten Flüchen belegen und mir einen langsamen, grausamen Tod bescheren würden? Oder vor deinem Ex, der dich schon den ganzen Abend mit seinen Blicken auszieht und den du übrigens auch nie erwähnt hast?“ Der letzte Satz kam völlig unkontrolliert über seine Lippen und er hätte sich am liebsten die Zunge dafür abgebissen. Bei Merlin! Wieso musste er sich ausgerechnet jetzt von seiner Eifersucht überrennen lassen? Zumal ihm auch noch jedes Recht dazu fehlte.
Katie runzelte die Stirn und musste einen Moment über das Gesagte nachdenken, bis die Erkenntnis sie traf. „Oh, Merlin!“ – lachte sie. „Du bist eifersüchtig!“
Obwohl Adrian sich ertappt fühlte, schüttelte er vehement den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Und selbst wenn, habe ich dazu gar kein Recht. Du kannst ja machen, was du willst und bist mir keine Rechenschaft schuldig. Immerhin sind wir nicht zusammen oder so was…“
„Sind wir nicht?“ – unterbrach Katie ihn schmunzelnd, da nun endlich einmal nicht sie diejenige war, die sich um Kopf und Kragen redete.
„Sind wir?“
„Sag du´s mir.“
„Also ehrlich, Katie.“ – erwiderte Adrian völlig ernsthaft. „Mein Standpunkt dazu sollte wohl ziemlich klar sein. Ich hab deinen Freunden geholfen, dich zu überraschen, hab mich freiwillig in die Höhle des Löwen begeben, versuche wirklich, mich gut zu benehmen…. Die einzige Frage ist also, was du willst. Die Schlange mit der dunklen Vergangenheit oder den Adler mit dem noblen Intellekt.“ So sehr er es eigentlich gewollt hatte, konnte er sich die kleine Stichelei am Schluss doch nicht verkneifen. Andererseits wollte er reinen Tisch machen und den geeigneten Zeitpunkt für solche Angelegenheiten gab es wohl sowieso nicht.
Katie bemerkte, wie ihr Herzschlag sich beschleunigte und das Kribbeln in ihrer Magengegend ein beinahe schon unerträgliches Sirren wurde. Sie lächelte ihn warm an. „Also ich finde, mein Standpunkt sollte auch ziemlich klar sein. Ich wollte meinen Geburtstag lieber mit dir als mit meinen Freunden verbringen – ich hab dich ihnen also vorgezogen. Ich streite mich mit meinen Freunden wegen dir, ich nehme dich in Schutz und ich werde das auch weiterhin tun… Und zu der Sache mit Roger – er ist ein netter Kerl und ich versteh mich gut mit ihm. Ich weiß auch, warum ich mit ihm zusammen war… Aber ich weiß genauso, wieso ich nicht mehr mit ihm zusammen bin – sehr gut sogar! Der Typ ist die menschgewordene Langeweile und viel zu glatt – da steh ich einfach nicht drauf.“
Auf einmal wieder etwas selbstsicherer zog Adrian eine Augenbraue nach oben. „Ach, stehst du eher auf die Kategorie Böse Jungs?“
Kurz tat Katie so, als müsste sie angestrengt überlegen, schüttelte dann aber den Kopf. „Nein, die sind nicht so mein Fall.“
„Sondern?“
„Ich steh auf den Typ Harte Schale, weicher Kern.“ – erwiderte sie verschmitzt grinsend. „Und jetzt will ich endlich meinen Geburtstagkuss!“
Adrian lachte leise und nahm ihr die leere Butterbierflasche aus der Hand. „Du hast es so gewollt.“ – flüsterte er und seine Stimme klang ein wenig überlegen, was seine Handlung allerdings relativierte. Er strich mit seinen Fingerspitzen über ihre Wange und nahm sie mit dem Blick aus seinen saphirblauen, unendlich tiefen Augen gefangen. Seine Hand fand den Weg in ihre Haare und vergrub sich darin, während er seine andere Hand an ihrer Hüfte platzierte und sie näher zu sich zog. In Zeitlupentempo beugte er sich zu ihr und legte seine weichen Lippen auf die ihren.
Sanft und beinahe etwas träge küsste Adrian sie, drang mit seiner Zunge erst nach einer gefühlten Ewigkeit in ihren Mund vor, ließ ihre Geschmacksknospen das ihr inzwischen bekannte und dennoch kaum wahrnehmbare Pfefferminzaroma, das Adrian zu eigen war, wahrnehmen. Katie griff in seinen Nacken und zog ihn noch näher zu sich, um den Kuss zu intensivieren. Als sie mit der Hand durch seine Haare fuhr und ihre Fingernägel leicht über seine Kopfhaut kratzten, rieselte ein angenehmer Schauer seine Wirbelsäule hinab.
Kurz zog Adrian sich zurück, löste sich beinahe ganz von ihr und knabberte an ihrer Unterlippe. Dann erforschte er wieder Katies Mundhöhle und seine Zunge neckte ihre, forderte sie zu einem erneuten Spiel heraus. Eine wohlige Wärme stieg in Katie auf und sie seufzte in den Kuss hinein, während all ihre Sinne verrücktspielten und ihr Herz einen völlig neuen Rhythmus angenommen hatte.
Ein wenig atemlos war es dieses Mal Katie, die sich von Adrian löste. „Lass uns abhauen.“ – wisperte sie gegen seine Lippen und grinste ihn vielsagend an.
„Ok.“ – erwiderte Adrian in einer für ihn ungewöhnlich tiefen und rauen Tonlage. „Willst du dich noch verabschieden?“
Katie schüttelte leicht den Kopf. „Nein, sonst kommen wir hier nie weg.“
„Das ist aber unhöflich, Bell.“
„Ich hab Geburtstag – heute darf ich alles.“
„Soll mir recht sein.“ – grinste Adrian, straffte seinen Griff um Katie und disapparierte mit ihr.


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A/N: Bevor hier Missverständnisse entstehen, ich habe natürlich nicht vergessen, was Adrian Katie zum Geburtstag geschenkt hat, werde dem aber erst im nächsten Kapitel einen geeigneten Platz einräumen.


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Es war wirklich schwierig, niemandem erzählen zu dürfen, dass ich die Rolle der Cho Chang bekommen hatte, wo es doch so verlockend war! Ich hatte meinen Freunden erzählt, dass ich zum Vorsprechen gehen würde, also haben sie immer wieder gefragt, ob ich sie nun bekommen hätte. Ich musste dann immer sagen, dass ich nich glauben würde, dass ich sie bekommen hätte und nach einer Weile hören sie auf, mich danach zu fragen. Als ich es ihnen zu guter letzt erzählt habe, haben sie einfach nur geschrien. Meine Freunde haben mich wirklich unterstützt.
Katie Leung