Das Erbe von Gryffindor - I. Weil ich Dich liebe - Kapitel 2: Hinter dem Spiegel
von MissMaryan
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HInter dem Spiegel
Was zum Henker wollte Malfoy damit sagen? Natürlich wusste er von Voldemort und seinen Anhängern, den Todessern, aber würden sie nun so weit gehen und unschuldige Schüler angreifen? Nicht,dass je ein Opfer von Voldemort wirklich schuldig gewesen wäre... Trotzdem beschlich ihn ein komisches Gefühl. Er nahm sich vor,ein Auge auf Lily zu haben.
Aber das musste jetzt warten. Er wollte Lily nicht enttäuschen und schickte die Eule mit den Passwörtern nach Hogwarts. Dieses Jahr war seine Chance,Lily Evans endlich für sich zu gewinnen.
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Mit einem Krachen schloss er die Abteiltür, sodass das Fenster splitterte. „Na, welche Laus ist dir heute über die Leber gelaufen, Prongs?“ Fragte Sirius, stolz, dass er sich an etwas aus dem Unterricht erinnern konnte. „Evans“ Seufzend ließ Sirius sich in den Sitz fallen und klopfte neben sich. „Wieso frag ich eigentlich noch?... Komm schon, Zeit,wieder mit Dr. Padfoot zu sprechen.“ Mit einem Schlenker standen eine Ledercouch und ein Sessel im Abteil. Sirius, nun bebrillt und mit langem Bart, nahm darauf Platz und blickte James erwartungsvoll an. Peter schaute nur ratlos drein, während Remus lachte. „Padfoot, lass das kein Mädchen sehen, sonst kann dein Ruf flöten gehen, wenn die Schule wüsste, dass du doch tatsächlich in Muggelkunde aufpasst.“ Bemerkte James sarkastisch, mit einem amüsierten Blick auf Sirius Versuch Sigmund Freud nachzuahmen.
Langsam verschwand der Bart in Sirius Gesicht und die Brille löste sich mit einem Puff in Rauch auf. „Wie soll ich denn sonst meine werten Eltern glücklich stellen?“ Manch einer würde dies als sarkastische Bemerkung abtun. Die Marauder (Peter vielleicht einmal ausgenommen) wussten jedoch besser, dass Sirius Familie ein wunder Punkt bei ihm war und sahen somit den Schmerz, den Sirius so erfolgreich zu verbergen verstand.
Aber genauso gut, wie die Marauder es verstanden,Sirius zu durchschauen, so wussten sie auch, wie man ihn wieder aufheitern konnte. Ein guter Streich würde alles wieder richten. Also begaben sie sich an das Planen ihres neuen Eröffnungsstreiches.
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Schließlich ging aber auch diese letzte Zugfahrt zu Ende. Ein freundliches Lächeln tragend,verließ Lily Evans als eine der Letzten den Zug, um sicher zu gehen, dass auch jeder auf dem Bahnsteig war. Nicht auf ihre Umgebung achtend, lief Lily in jemanden hinein und fiel prompt zu Boden. Eine starke Hand bahnte sich ihren Weg Richtung Boden, um ihr aufzuhelfen. Dankend ergriff sie diese und fand sich nur Sekunden später vor Mark Johnson stehend. Seine hellbraunen Augen leuchteten vor Lachen und sie lief rot an. Ob dies nun von der Tatsache rührte, dass sie sich schämte oder einfach nur seine Nähe ihren Körper verrückt spielen ließ, wusste sie nicht. Immer noch ihre Hand in der seinen, kam er ihr noch näher und sein Mund erreichte ihr Ohr. „An ihrer Stelle würde ich auf meine Umgebung Acht geben, Miss Evans.“ Murmelte er in ihr Ohr. Sanft strich sein Atem an ihrer Wange vorbei und eine wohlige Gänsehaut breitete sich auf ihrem Körper aus. „Aber... Sie können das alles wieder gut machen. Samstagabend um acht in der Eingangshalle?“ Lilys Magen machte einen Salto und ihre Mundwinkel zogen sich nach oben. Ihre Wange berührte nun seine. Als Mark seinen Kopf weg zog,fühlte sie ein angenehmes Kratzen. Sie blickte in sein Gesicht und nickte zustimmend. Auf seinem Gesicht machte sich Freude breit und sie erahnte feine Bartstoppeln, die ihr vorher nicht aufgefallen waren, Mark aber nur noch attraktiver machten.
Unwissend über einen gewissen schwarzhaarigen Zuschauer machte Lily sich auf zu den Kutschen.
Zu ihrem Glück war noch eine zurück geblieben, in die sie auch sogleich einstieg. In ihrem Inneren erwartete sie niemand geringeres als James Potter. Doch er war nicht so gut gelaunt wie früher an diesem Tag. Irgendetwas schien ihm nicht zu passen. Ein Moment mit Seltenheitswert, wie Lily befand. „Na Potter, was hat dir heute den Zauberstab verknotet?“ An ihr sollte es nicht liegen, dass Potter miese Laune schob. Er war aber schon den ganzen Tag komisch gewesen: keine Streiche, keine Frage nach einem Date, Snape war in bester Verfassung (abgesehen von seinen Haaren) und Sirius war meilenweit nicht zu sehen.
Lily wartete vergeblich auf eine Antwort und schmiss sich in einen Sitz, während sich die Kutsche in Bewegung setzte. Dann eben nicht, dachte sich Lily.
Nur Minuten später huschten die beiden Schulsprecher in die Große Halle, wo Freunde sich aufgeregt über ihre Ferien austauschten. Zu Lilys Leidwesen fand sie Alice und Marlene in der Gesellschaft der Marauder und Frank Longbottom, dessen Lippen momentan mit denen von Alice verwachsen schienen.
Ihnen gegenüber befanden sich Marlene McKinnon und Sirius Black, die heftig miteinander diskutierten. Remus und Peter, die die Stühle neben den Beiden belegten,schauten nur amüsiert zu. Folglich blieben nur noch die zwei Plätze neben Alice und Frank, die sich endlich voneinander trennen konnten, welche von Lily und James belegt wurden.
Besser hätte es nicht kommen können für Lily. Auf der einen Seite Alice, die ohne Punkt und Komma redete, und auf der anderen Seite Potter, stumm wie ein Fisch. Black und Marlene waren auch endlich zu einem Schluss gekommen, als die Erstklässler auch schon durch die Halle schritten, angeführt von einer streng blickenden McGonnagall.
Von der Auswahl bekam James nicht viel mit. Innerlich wappnete er sich schon für Lilys Schimpftirade für das, was in wenigen Augenblicken folgen würde.
Als Dumbledore sich endlich erhob, um seine alljährliche Ansprache vor dem Fest zu halten, zwinkerte Sirius James zu. Gemeinsam mit Remus hoben sie ihre Zauberstäbe und richteten sie gegen die verzauberte Decke. Augenblicklich begannen die Sterne in verschiedenen Farben zu leuchten. Ohhs und Ahhs ertönten in der Halle und manche stiegen auf ihre Stühle, um noch besser sehen zu können.
Doch plötzlich fielen die Sterne als bunte Leuchtkugeln von der Decke und hüpften auf und ab, nachdem sie erstmals den Boden berührt hatten. In der allgemeinen Ver- und Bewunderung dieses „Streiches“ bemerkten nur die wenigsten, dass auch der abnehmende Mond sich pink gefärbt hatte und sich nun unaufhaltsam dem Boden näherte.
Mit einem lauten Knall explodierte eben jener und tauchte die Halle in weißes Licht. Als dieses sich gelichtet hatte,sah man Mond und Sterne wieder an ihrem angestammten Platz. Besah man sich jedoch den Slytherintisch, so fiel deren Kleidung einem sofort ins Auge. Gelächter breitete sich aus und verleitete so manchen Lehrer zu einem Schmunzeln, aber nichts kam gegen den Gesichtsausdruck der Rumtreiber an. Dieser war von unterdrücktem Lachen und Stolz für ihre Idee gekennzeichnet. Lily gab Sirius zwei Minuten, bis er sich vor Lachen auf dem Boden wälzte. Hätte sie gewettet, hätte Lily haushoch verloren, denn schon nach wenigen Sekunden brach Sirius hundegleiches Gelächter aus ihm heraus und nur wenige Moment später befand er sich auf dem Boden.
Vorsichtig riskierte auch Lily einen Blick auf den Slytherintisch. Ihr starrten zwei nur allzu bekannte Gesichter entgegen. Lucius Malfoy trug ein pinkes Abba T-Shirt, dass ihm deutlich zu klein war. Dazu passendes Make-Up und zu all dem noch eine Burgerking-Krone. Die Krone spielte ohne weiteres auf sein Selbstverständnis als „König von Slytherin“ an, aber auf eine paradoxe Weise, war es doch nur ein Muggel Werbetrick.
Snape erging es nicht besser. Seinen Kopf zierte eine Luftballon-Krone und an einer Leine führte er einen Dackel, ebenfalls aus Luftballons. Seine Kleidung ähnelte der eines Clowns.
Das ganze Haus Slytherin schien in Muggelkleidung, oder ähnlich wie bekannte Muggelfiguren, gekleidet zu sein.
Im allgemeinen Gelächter versuchte Lily erst gar nicht, ihr Lächeln zu verstecken. Früher oder später wäre sie eh angesteckt worden. James an ihrer rechten Seite entlockte ihre Reaktion ein Aufatmen und seine Freude wuchs ins Unermessliche. Lily Evans lachte über einen seiner Streiche.
Professor Slughorn versuchte mit aller Autorität, die er aufbringen konnte, für Ruhe zu Sorgen und die Slytherinschüler in ihren Urzustand zurück zu verwandeln. Wohlgemerkt ohne Erfolg.
Lucius Malfoy verursachte einen erneuten Anfall allgemeiner Erheiterung, als er aufstand, um Slughorn seine Meinung ins Gesicht zu schleudern, denn nun sah man Malfoy in einem ebenfalls grell pinkem Minirock und glitzernden Plateaustiefeln. Wörter wie „Inkompetenz“ und „Mein Vater“ wehten über das Gelächter herüber, als Dumbledore, offensichtlich bis aufs Äußere amüsiert, sich zu den Maraudern wandt. Sirius erhob und verbeugte sich unter Beifall, nur um zu Dumbledore zu sprechen: „Der Zauberspruch sollte bis Morgen Mittag von alleine verschwunden sein. Vermutlich schon eher, wenn nicht versucht wird, das ganze vorher mit Magie zu entfernen.“ Dumbledore nickte nur zum Zeichen, dass er verstanden hatte und mit einem Nicken eröffnete er das Festmahl.
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Endlich gesättigt standen Alice, Marlene und Lily auf und machten sich in Richtung Gryffindorturm. Wie auch immer, Lily gelangte nicht weit, denn irgendwer hielt sie zurück. Sie sah Potter, der sie an ihrem Handgelenk hielt. „McGonnagall möchte mit uns reden“ Lily nickte nur und bedeutete ihren Freundinnen, zu gehen.
Gemeinsam mit James wartete sie am Ausgang auf Professor McGonnagall, die schon bald herbei geeilt kam. „Bitte kommen sie mit. Es ist sehr selten, dass die Schulsprecher aus dem gleichen Haus stammen. Deshalb“ Sie taxierte Potter „erwarte ich ein vorbildhaftes Verhalten und Zusammenarbeit von ihnen beiden. Sie werden das kommende Jahr gemeinsam Hogsmeade-Wochenenden planen, die Vertrauensschüler koordinieren und andere Arbeiten erledigen. Zudem müssen sie zweimal wöchentlich Patrouillen gehen. Die Zeit planen sie selber. Um all dies einfacher zu machen,werden sie das nächste Jahr gemeinsam die Schulsprecherräume bewohnen. Sie sind unzugänglich für ihre Freunde und das bleibt auch so“ Inzwischen standen sie vor einem Spiegel im fünften Stock. „Dies ist der Eingang“ McGonnagall wies auf den Spiegel. „Schokoladenéclairs“ waren ihre letzten Worte und das Spiegelbild wandelte sich von Lily und James im Korridor zu einem Raum,in dem sich ein rotes Sofa, zwei Sessel, zwei Schreibtische, ein Bücherregal, ein Kamin und mehrere Fenster befanden. Ein Gefühl, als wenn man durch einen Geist läuft,überkam sie, als die beiden Schulsprecher durch den Spiegel in den warmen Raum traten.
Lily fühlte sich sofort wohl. Der Raum war gemütlich und nur unwesentlich kleiner als der Gryffindorgemeinschaftsraum. Müde streckte sie sich und machte sich auf zu einer der drei Türen, die von dem Raum abgingen.
Kräftiges Rot und Qudditchposter sowie Gryffindorschals grüßten sie. Schnell schloss sie die Tür und ging zur nächsten Tür hinter der sie das Badezimmer vermutete. Richtig. Mit einem Blick nahm sie das große mit Marmor ausgekleidete Zimmer wahr mit den zwei Türen zu jeder Seite.
Auch dieses Mal schloss sie die Tür und begab sich über den Gemeinschaftsraum in ihr Zimmer. Die letzte Tür. Potter war nun auch wieder geistig anwesend, nachdem er seinen Spiegel eingesteckt hatte. Manchmal konnte er eitler sein als ein Mädchen, dachte Lily sich.
Mit einem „Nacht Potter“ verabschiedete Lily sich für die Nacht.
James starrte ihr noch eine ganze Zeit lang mit deutlichem Verlangen und Liebe in den Augen nach, bevor er den restlichen Rumtreibern einen Besuch in seinem alten Schlafsaal abstattete, um das Jahr in alter Rumtreiber Tradition zu beginnen.
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