
von MissMaryan
Auf gehts mit Kapitel 3!
@ Loui: Um das Schreiben mach dir mal keine Sorgen ;) auf meiner Festplatte existieren bereits 19 vollständige Kapitel und eine etwas ausladenerer Geschichte aus der Gründerzeit, die auch von Bedeutung für diese Fiktion ist (Der Titel lautet Slytherins Horkrux)
An alle andere: Ich freu mich immer über eure Meinung, Kritik und Anregungen!
Viel Spass beim Lesen!
Am Morgen erwachte Lily in einem fremden Raum. Ihr entgegen strahlte die Sonne durch zwei raumhohe Fenster. Sie brauchte einen Augenblick, bis sie realisierte, dass sie sich in Hogwarts befand. Aber immer noch schien etwas falsch: dies war nicht ihr Schlafsaal. Ihr Bett war breiter und mit lila Bettwäsche bezogen. Die Wände waren in einem freundlichen gelb gestrichen und die Vorhänge ihres Bettes waren nicht schwer und rot, sondern leicht und in einem beigen Ton gehalten. Das Mobiliar bestand aus dunklem Eichenholz, welches sich gut in das Zimmer einfügte. Langsam richtete sie sich auf. Zu ihrer rechten befand sich ein Nachttisch, zu ihrer linken eine Tür, vermutlich die für das Bad. Vor dem Fenster befand sich ein Schreibtisch, wie in ihrem Gemeinschaftsraum und daneben befand sich ein Bücherregal. Leer, für ihre eigenen Bücher. An der linken Wand sah Lily die Tür zu eben erwähnten Raum, während an der Wand gegenüber ein großer Kleiderschrank sowie eine Couch für zwei Platz fanden. Beide in warmes Sonnenlicht gehüllt.
Auf der Suche nach ihrer Schuluniform suchte sie ihr Zimmer nach ihrem Koffer ab, welcher ordentlich in einer Ecke verstaut war. Ihr Handtuch und Kulturbeutel in der Hand schlurfte sie ins Bad, um sich fertig zu machen.
Auch James erwachte an diesem Freitagmorgen. Allerdings nicht von der Sonne. Nein, es war Lily, die im Bad nebenan duschte. Er sah auf den Wecker. Halb sieben und das Frühstück würde erst in einer guten Stunde beginnen. Merlin, was wollte sie so früh auf den Beinen? Unfähig wieder ins Land der Träume zurückzukehren, raffte er sich auf, ahnend, dass sich seine Träume nur eine Tür weiter spärlich bekleidet aufhielten.
Das Geräusch von Wasser verstummte, und James, der sehnsüchtig auf eine kalte Dusche wartete,griff gedankenlos nach der Tür und riss diese auf: vor ihm stand Lily mit ihrem Rücken zu ihm. Trotzdem konnte sie ihn durch den Spiegel sehen. Vor Schreck fiel ihr Handtuch von ihren Schultern zu ihren Hüften, wo sie es zu greifen bekam.
James‘ Blick wanderte von ihren Hüften hinauf zu ihrem Rücken. Dies war besser als jeder Traum. Doch dieser Gedanke wurde jäh unterbrochen, als er Lily genauer betrachtete. Ihren Rücken kennzeichneten rote Striemen, die nur halb verheilt waren. Dieses, in einer kranken Art und Weise, ästhetische Muster wurde nur von blauen und lila Flecken unterbrochen. Lily bemerkte sein Starren. „Potter. Raus. Sofort.“ Sie betonte jedes Wort mit spürbarem Ärger und Schmerz in der Stimme. Peinlich berührt und offensichtlich besorgt verließ James den Raum.
Grübelnd schmiss er sichrücklings auf sein Bett. „Woher kamen all diese Verletzungen?“ fragte er sich im Stillen. Der Gedanke, dass jemand „seiner Lily“ Schmerzen zufügte,war für James unerträglich und brachte sein Blut zum Kochen.
Mitten in Gedanken wurde er unterbrochen, von eben jener Person, um die sich seine Gedanken meistens drehten (und dies war nicht Sirius, wie James in seiner Gegenwart meistens beteuerte). Lily steckte den Kopf durch die Tür zum Badezimmer, nun vollständig bekleidet. „Ich bin fertig, du kannst jetzt duschen.“ Und damit waren James Gedanken wieder am Anfang des Ganzen. Wie hätte er auch den Gesichtsausdruck auf Lilys Gesicht übersehen können, sprach er doch von Schmerz und Scham.
Mit einem beklemmenden Gefühl nahm Lily auf der Couch im Gemeinschaftsraum Platz. Sie wollte, nein,musste mit James über eben reden und sicher gehen, dass so etwas in Zukunft nicht noch einmal passieren würde. Ihr Rücken schmerzte immer noch wie vor einer Woche, denn bei schwarzer Magie konnten auch die besten Heilzauber des Mungos nicht viel ausrichten. Bei dem Gedanken an das, was vor einer Woche passiert war,krümmte Lily sich erneut. Doch nicht nur vor Schmerzen, sondern auch vor Scham. Sie hatten ihr nicht nur gezeigt,was sie konnten und dass sie keine Skrupel hatten. Nein. Schlimmer noch, hatten sie Lily dahin gezwungen, wo sie in ihren Augen hingehörte. In den Dreck zu ihren Füßen. Sie hatten Lily zum Betteln und Flehen gebracht, ihr die Tränen in die Augen getrieben und ihr Schmerzensschreie entlockt. Sie hatten das, was sie am meisten in dieser Zeit brauchte, erheblich eingeschüchtert. Ihren Selbstrespekt und Stolz auf sich selbst.
Lily war schon immer Stolz auf sich selbst und was sie erreicht hatte. Sie zeigte es nicht in Arroganz, wie Potter (obwohl dies nur eine Phase war, die seit einigen Monaten vorüber zu sein schien). Ihre Art Stolz zu zeigen bestand darin, den Slytherins die Stirn zu bieten und ihnen ebenbürtig zu begegnen. Sie wollte ihnen zeigen, dass auch ein Schlammblut, wie sie, talentiert sein konnte. Sie hatte sich versprochen, niemals auf deren Niveau zu sinken, welches in Hinterhalt und Überzahl bestand. Sie zweifelte ernsthaft, ob ein Lucius Malfoy jemals einen fairen Kampf bestritten oder überhaupt gesucht hatte.
Es war ihre Art von Stolz, als selbstbewusste und faire Person aufzutreten und zu zeigen, was sie konnte, ohne dabei anzugeben. Dies war ihr Ziel und sie hatte es erreicht, und nun hatten sie sie eingeschüchtert und an den Anfang geschickt.
Und Snape... Aber das war eine andere Geschichte, die Lily am liebsten in einer Truhe verschlossen, im Mariannengraben versenkt und den Schlüssel einem Drachen anvertraut hätte. Sie konnte das alles immer noch nicht fassen.
Die Tür zum Bad öffnete sich und James Potter, verboten gut aussehend wie immer, kam herrausstolziert. „Evans“ setzte er an, doch Lily kam ihm mit einem Nicken zuvor, dass ihn auf den Sessel am weitesten von ihr entfernt verwies. Überrascht von ihrem Verhalten (sie suchte NIE ein Gespräch mit ihm) nahm er Platz. „Lily“ versuchte James es noch einmal, doch Lily kam ihm erneut zuvor.
„Potter, wir müssen reden.“
„Sicher doch Evans“ Manchmal konnte sie ihm wirklich Angst machen, mit diesem Blick. So als ob er das Übel dieser Welt wäre.
„Was hast du heute Morgen gesehen?“ schoss sie angriffslustig hervor.
„Ähmm...“ James wusste genau was er früher an diesem Tag gesehen hatte, doch war er zu... zu was war er genau, dass er nicht mit dem Irrwicht aus dem Dunklen kam? Das Bild von ihrem Rücken hatte sich in seine Netzhaut gebrannt. Unterdessen hatte Lily sich deutlich nach vorne über ihre Knie geneigt und taxierte ihn nun mit einem bedrohlichen Blick, der extra für ihn reserviert war. James nannte ihn auch den „Lily-Evans-hasst-James-Potter-Blick“.
„Nichts. Nichts, was dich zu kümmern hat. Nichts, was dich zu interessieren hat. Und Nichts, wovon irgendwer etwas weiß, geschweigen denn ahnt.“ Damit stand sie abrupt auf, um ihre Tasche zu ihren Füßen zu schnappen und durch den Spiegel zu verschwinden. James‘ Ausruf „Evans... Warte...“ Verhallte ungehört im Raum.
„Toll Potter, keine vierundzwanzig Stunden im neuen Jahr und schon hast du Lily Evans‘ Wut auf dich gezogen. Das ist ein neuer Rekord.“ Dachte James sich, als er sich auf den Weg zum Gryffindorgemeinschaftsraum machte, um dort die restlichen Rumtreiber für das Frühstück einzusammeln.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel