
von elfenkauz
Es tut mir echt leid, dass es so lange gedauert hat, aber ich war in den Sommerferien verreist…Hier ist es auf jeden Fall. An alle Schwarzleser: Über Kommentare würde ich mich ganz doll freuen!
„Potter!“
Harry unterbrach den Kuss erschrocken, als sein Name durch das Zimmer schalte. Im ersten Moment dachte er, gleich würden Gryffindor Punkte abgezogen, obwohl er sich keinem Verbrechen bewusst war.
„Potter!“
Die Stimme kam unzweifelhaft aus seiner Tasche, die noch neben seinem Bett stand. Vorsichtshalber nahm er seinen Zauberstab in die Hand, Ginny sah ihn etwas erschrocken an, folgte dann aber seinem Beispiel. Als ob er eine Bombe berühren würde, öffnete Harry sie. Sein Beutel aus Eselsfell war darin, die Schulbücher, die eigentlich für dieses Schuljahr gedacht waren, sein Tarnumhang….Und eine Spiegelscherbe, aus der Harry ein hellblaues Auge heraus anblitzte.
„Aberforth?“ rief er atemlos.
„Harry!“ hörte er vier erstaunte Stimmen. Einen Augenblick später sah er die strahlenden Gesichter von Neville, Luna, Seamus und Dean.
„Wer sonst?“ knurrte Aberforth, wirkte aber trotzdem irgendwie erleichtert. „Was fällt dir eigentlich ein, hier einfach so zu verschwinden! Bei euch im Schloss soll es schon drunter und drüber gehen, weil ihr weg seid.“
„Wieso?“ fragte Harry erstaunt.
„Na, niemand weiß, wo ihr hin seid!“ rief Seamus und riss Aberforth den Spiegel aus der Hand. „Die Skeeter hat geschrieben, Todesser seien in Hogwarts! Eltern holen schon ihre Kinder ab! Unterricht fällt deswegen aus und alle haben Angst! Und da fragst du, wieso!“
„Wo seid ihr denn?“ sagte Dean über Nevilles Schulter.
„In der Vergangenheit. Im Jahre 1977. Ron hat ausgerechnet einen Tempus perfekt gebraut, statt eines Liebestrankes. Der ist explodiert und wir waren hier. Einfach so. Schmerzlos und schnell“ erklärte Ginny und steckte ihren Zauberstab wieder in die Hosentasche.
„1977?“ fragte Neville aufgeregt und wedelte unkontrolliert mit leuchtenden Augen mit den Armen, wobei er beinahe Aberforth den Spiegel aus der Hand schlug. „Hey, da sind meine Eltern gerade im siebten Jahr! Ihr geht zusammen mit ihnen in eine Klasse! Habt ihr sie schon gesehen? Wie sind sie? Mögen sie sich?“
„Ja“, sagte Harry lächelnd. „Sie sind ein Paar. Alice ist die Freundin von meiner Mum. Mum und Dad sind nämlich auch hier!“
„Und? Wie sind sie so?“
„Also, Mum ist echt super. Dad…nun ja, er ist nun mal ein Rumtreiber“ erklärte Harry zögernd. „Sirius ist da, Professor Lupin, ein jüngere McGonnagal und ein jüngerer Flitwick...Zum Glück wird Trelawny erst in vier Jahren eingestellt.“
„Grandios, Potter“ knurrte Aberforth etwas genervt, anscheinend interessierte ihn das nicht wirklich. „Weißt du dann zufällig auch, wie ihr wieder nach Hause kommen sollt?!“
„Also wirklich!“ rief Ginny empört, „Du tust ja so, als ob wir das hier geplant hätten! Zu Rons unterirdischem Talent in Zaubertränken kann weder ich noch Harry oder Hermine irgendwas. Und was erwartest du? Dass wir in knapp vierundzwanzig Stunden die Umkehrung eines bislang unbekannten Zaubertrankes gefunden haben?“
„Lass mal gut sein, Ginny“ besänftigte Harry sie und war heilfroh, dass zwischen ihr und Aberforth zwanzig Jahre lagen, die man in den zwei Spiegelgläsern so leicht vergessen konnte… Jahre voller Trauer und Schmerz, voller Misstrauen und Angst, voller Verlust und Tod…Hier wütete Voldemort noch, da war er gerade unvermutet von einem dürren, schwarzhaarigen Teenager besiegt worden.
„Was sollen wir den anderen sagen?“ fragte Dean.
„Wer würde uns alles glauben?“ stellte Harry die Gegenfrage.
„Das sind gar nicht so wenige“ sagte Ginny entschieden. „Die DA, der Phönixorden, bitte auch meinen Eltern, Mum dreht doch immer schnell durch, McGonnagal ist auch ganz wichtig, Kingsley kann dem Ministerium irgendwas erzählen-“
„Die Grangers“ sagte Harry unvermutet, Ginny sah ihn verständnislos an.
„Wieso denn nicht?“ erklärte Harry ihr. „Sie sind Hermines Eltern und haben das Recht, zu erfahren, wo ihre Tochter ist. Inzwischen dürften sie auch wieder in England sein, Hermine hat den Gedächtniszauber, soviel ich weiß, doch aufgehoben. Sie hat auch schon mit McGonnagal darüber gesprochen, einen Tag Hogwarts zu verlassen, um ihre Eltern zu empfangen. Es wird zwar etwas schwer werden, dem Ehepaar zu erklären, wo ihre Tochter ist, aber naja…“ Er zuckte mit den Schultern.
„Wenn sie in Australien waren, lassen sie sich leicht aufspüren“ sagte Luna verträumt und zupfte gedankenverloren an ihrem Ohrläppchen. „Dann unterscheiden sich nämlich ihre Nargel von unseren. Auf Daddys Nargeltafel kann man sich die verschiedenen Arten aus den verschiedenen Ländern immer anschauen und auch die Leute aufspüren, die diese Arten bei sich haben. Das braucht er, sonst könnte er seine Forschungen nicht machen. Daddy hat jeden einzelnen, der eine ausländische Art bei sich hatte, aufgesucht.“
„Falls diese Nargelverwanzung von Menschen mit anderen Arten nicht funktioniert, könnt ihr auch Kingsley fragen“, sagte Ginny schnell und versuchte, ein Grinsen zu unterdrücken. „Der findet die Grangers schon.“
„Grüßt Ron und Hermine“, sagte Seamus, „Geht es den beiden auch gut?“
„Ja, natürlich. Aber Ron sitzt noch beim Essen und Hermine sorgt dafür, dass er nicht platzt oder einen Verweis wegen unmöglicher Manieren erhält. Vielfraß!“
„Richtet ihnen viele Grüße von uns aus. Möglichst bevor Ron platzt.“
„Und auch meinen Eltern“ fügte Neville hinzu, „Dürft ihr ihnen sagen, dass sie heiraten werden?“
„Also, Dumbledore hat es nicht gerade verboten“, meinte Harry etwas zögerlich, „Aber auch nicht erlaubt. So eine typisch dumbledoremäßige Aussage. Aber ich glaube, dass es bei deinen Eltern nicht allzu schlimm wäre, wenn wir es ihnen sagen.“
„Dann macht`s mal gut“, sagte Dean und winkte. Harry und Ginny grinsten zurück, dann wurde die Verbindung unterbrochen und sie sahen nur noch sich selbst im Spiegelbild.
„Gut!“ schloss Harry nach einer kurzen Pause zusammen. „Wir haben eine Chance mehr zurück zu kommen, man weiß, wo wir sind und Neville freut sich wie ein Honigkuchenpferd über seine Eltern.“
„Würde ich auch tun“ sagte Ginny und lächelte ihn fröhlich an, wobei ihre Augen aufblitzten. Vergessen war in diesem Moment, was mit den Longbottoms passieren würde, nur das hier und jetzt zählte. „Mum wird zwar trotzdem einen Nervenzusammenbruch bekommen, aber dem Herzinfarkt dürfte sie entgehen. Dad wird begeistert die schwierige Aufgabe übernehmen, den Grangers zu erklären, wo Hermine hin verschwunden ist, um rauszubekommen, was ein Fahrkartenautomat ist. George wird Aberforth den Spiegel klauen, um aus Ron die Zusammensetzung eines Tempus perfektum rauszuquetschen, den er prompt ohne Mums Wissen zum Verkauf anbieten wird. Lee Jordan wird Potterwatch wiederbeleben. Und der Klitterer wird erklären, du seiest von einem hinterhältigen Schlickschlupf angegriffen worden, während der Tagesprophet irgendeinen skeeterschen Müll weiter durch den Fleischwolf jagt. Das nenne ich Glück, das wir hier sind und dem ganzen Rummel entgehen, der wegen unserem Verschwinden gemacht wird!“
Und dieses Mal küsste sie ihn.
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