
von elfenkauz
JessicaP: Vielen Dank, dass du mir jedes Mal einen so lieben Kommentar hinterlässt!
Holiholly: Danke für deinen netten Kommi! Ich verfolge deine FF.
Mit diesem Kapitel bin ich nicht zufrieden, aber eure Meinung würde mich trotzdem interessieren.
Vielleicht hatten die guten Nachrichten von der anderen Zeit ihren Teil dazu beigetragen, dass Harry in dieser Nacht den gesunden und tiefen Schlaf der Gerechten schlief. Aufwachen musste er aber zu seinem Leidwesen trotzdem, dieses Mal wachte er jedoch nicht von einem überlauten Schnarcher Rons auf, sondern von seinem Wecker. Es war derselbe, den er damals im zarten Alter von zehn Jahren alleine repariert hatte, nachdem Dudley an einem trüben Morgen fast Tibbles erschlagen hatte, als er ihn aus dem Fenster seines Zimmers warf. Harry hatte ihn im letzten Sommer so verzaubert, dass nur er ihn hören konnte, was sehr hilfreich war, wenn er früh los musste und nicht alle aufwecken wollte. Besonders wenn Teddy zu Besuch war, war dies äußerst nützlich.
Noch etwas müde tappte er ins Bad, um eine Dusche zu nehmen, worauf seine Lebensgeister schlagartig zu erwachen schienen. Danach zog er sich an und machte sich frohgemut daran, Ron aufzuwecken. Jedoch musste er nach knapp fünf Minuten erfolglosem Versuchen zugeben, sich selbst zu optimistisch eingeschätzt zu haben.
In diesem Moment klopfte es an der Tür. Als Harry sie öffnete, war er überrascht, Remus zu sehen.
„Hilf mir!“ stöhnte der, „Ich bin ja so einiges mit ihnen gewohnt, aber heute kriege ich sie einfach nicht wach. Wie schafft Lily das bloß? James wird in der Zukunft wohl kaum schlafend herum laufen. Hoffe ich zumindest.“
Harry blinzelte überrascht und etwas erschrocken. „Wie bitte?“ fragte er.
„Es ist nicht so besonders schwer, weißt du“, sagte Remus und grinste, „Aber bis eben war ich nicht sicher. Du hast ihre Augen. Und ihren Charakter. Keine Angst, ich werde es nicht James und Sirius sagen, dass sollen sie schon selbst herausfinden.“ Es war nicht der Remus, den Harry kannte, müde mit schütterem Haar und traurigem Gesicht, sondern ein viel fröhlicherer. Es wurde Harry schmerzhaft bewusst.
„Warte, ich helfe dir. Aber nur, wenn du mir danach mit Ron hilfst.“
Harry folgte Remus in den Schlafsaal der Rumtreiber. Es gab anscheinend noch drei andere Jungs, mit denen sie sich ihn teilen mussten. Zwei davon waren allerdings schon im Bad verschwunden, der dritte räkelte sich gerade. James lag schlafend in seinem Bett, Sirius hatte sich auf die Seite gedreht. Peter würdigte Harry keines Blickes.
„Ich nehmen an, mit Wecker-ans-Ohr-halten, brüllen und rütteln hast du es schon versucht“ sagte Harry und Remus nickte. „Wie Lily James weckt, weiß ich nicht, wahrscheinlich reicht da schon ein Wort für.“ Ja. Vielleicht. Vielleicht war es so gewesen. Harry verfluchte sich selbst darüber, keine Erinnerungen an seine wirkliche - seine glückliche Kindheit hatte. Aber nein, alles, was er hatte, war ein dämlicher Lichtblitz und ein grausames Lachen, ohne dessen Besitzer er noch eine Familie hätte. „Ich habe keine Erfahrung damit, aber versuchen kann ich`s ja.“ Er seufzte und hoffte, dass James ihm das nicht allzu streng anrechnen würde.
Er krempelte die Ärmel hoch und zog die Decke von seinem Vater runter.
„Aufstehen!“
Keine Reaktion. James kuschelte sich nur noch tiefer in die Decken und murmelte irgendetwas.
„Okay, ich glaube dir, Remus. Musste es nur noch einmal ausprobieren.“
„Es sei dir verziehen.“
„Danke!“ Harry seufzte noch einmal und holte seinen Zauberstab aus der Tasche. Levicorpus dachte er und ließ den Zauberstab schnipsen.
In einem eleganten Bogen wurde James mit den Füßen voran hochgeschleudert. Verschlafen öffnete er die Augen.
„He, was soll das!“ murmelte er und öffnete verschlafen die Augen, ohne wirklich Notiz davon zu nehmen, dass er in der Luft hang. Harry sah sich gezwungen, um ein schnelleres Resultat zu erzwingen, eine Stufe höher zu schalten.
„Aquamenti!“
Ein Strahl eiskalten Wassers schoss aus der Spitze seines Zauberstabes. Das hatte er nicht beabsichtigt. Aber wärmeres Wasser, das konnte nur Hermine.
„Rem - Harry!!!“ brüllte James, während ihm vom Kopfüberhängen das Blut in den Kopf schoss,. „Lass mich sofort runter!“
„Sei gefälligst leise, Prongs!“ grummelte Sirius, der immer noch einer nicht verdienten Ruhe nachging. Remus grinste gemein und richtete seinen Zauberstab auf ihn, und in null komma nichts hing auch er an der Decke.
„Remus!“
„Na wartet!“
In diesem Moment ließen die beiden ihre Opfer unsanft auf den Fußboden fallen, natürlich nicht ohne davor vorsorglich ein Kissen hin zulegen, und nahmen schleunigst Reißaus. James und Sirius wären ihnen wohl gerne gefolgt, doch sie waren immer noch im Pyjama, welcher bei James sogar nass war. Fluchend standen sie auf und wankten ins Bad.
„Ron aufstehen!“ rief Harry fröhlich und schüttelte ihn so heftig, dass er aus dem Bett fiel und sich so einen dritten Todfeind machte, obwohl er Sirius genau genommen nichts getan hatte.
„Remus, lass uns schnell abhauen, bevor sie aufwachen und sich angezogen haben“ flüsterte Harry. „Ich habe so ein Gefühl, dass die anderen nicht verstehen würden, dass wir sie vor einer Strafarbeit gerettet haben.“
Remus grinste und nickte. Schnell liefen sie die Treppen des Schlafsaals runter und liefen in die Große Halle. Die Decke war wolkenlos und sonnig.
„Na, wenigstens etwas Erfreuliches“ meinte Remus und tat sich eine ordentliche Portion Cornflakes in seine Schüssel. „Obwohl das Bild mit einem tropfnassem, kopfüber hängendem James auch nicht schlecht war. Ich fürchte aber, das wird für uns ein Nachspiel haben.“
„Was für eins?“ fragte Harry beunruhigt.
Remus zuckte die Schultern. „James und Sirius sind unberechenbar.“
„Ich habe als nächstes Pflege magischer Geschöpfe… sie auch?“
„Nein. Aber ich.“
Schweigend aßen sie zusammen ihr Frühstück. Harry fragte sich, ob sie wohl Hagrid besuchen konnten, auch wenn der sie nicht kannte. Hier unterrichtete er noch nicht. Wer würde wohl der Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe sein? Er erinnerte sich verschwommen daran, dass Dumbledore damals vor fünf Jahren gesagt hatte, Professor Kesselbrand sei in den Ruhestand gegangen, um sich „seiner verbliebenen Gliedmaßen zu erfreuen“. Vielleicht unterrichtete er noch hier. Einige Minuten lang schwiegen sie beide.
Plötzlich ertönte eine zornige Stimmen und riss Harry aus seinen Gedanken: „Da sind sie!“
Harry wollte schnell nach seinem Zauberstab greifen, doch es war zu spät: Er und Remus wurden in die Lüfte gehoben, sie segelten dem azurblauen Himmel der Großen Halle entgegen, den man freilich nicht sehen konnte. Unten hörte er ein lautes dröhnendes und rachsüchtiges Lachen - unzweifelhaft das von James und Sirius. Gleichzeitig spürte er ein merkwürdiges Kribbeln auf der Kopfhaut. Erschrocken fasste er sich an den Kopf. Dort fühlte er etwas Felliges. Er blickte zu Remus hinüber, dem es auch hilflos in der Luft nicht besser ging. Und noch schlimmer: seine Haare waren - wohl ebenso wie die seinen - lang gewachsen, dass man unweigerlich an Rapunzel denken musste.
„Lasst uns runter!“ rief Harry verzweifelt. Doch sein Vater schüttelte erbarmungslos grinsend den Kopf und ließ ihn einen Purzelbaum schlagen, bei dem Harry ein schwammiges Gefühl in der Magengegend bekam. Unterdessen vergnügte sich Sirius wohl mit Remus.
„Du hast uns verraten!“ hörte Harry ihn rufen. „Du hast deinen Zauberstab gegen uns gerichtet. Gegen einen Rumtreiber! Und deswegen lasse ich dich jetzt mit allergrößtem Vergnügen-“
„Black! Potter! Was tun sie da?“
Harry war Professor McGonagall noch nie so dankbar wie in diesem Moment gewesen. Er konnte flüchtig sehen, dass sie vom Lehrertisch aufgesprungen war und ihren eigenen Zauberstab gezogen hatte. James und Sirius ließ das anscheinend kalt - vielleicht glaubten sie nicht daran, dass ihre eigene Hauslehrerin sie an diesem Racheakt aufhalten würde. Was allerdings entweder ziemlich erfahrungslos oder naiv war, McGonagall musste man nach sieben Jahren in Hogwarts zur Genüge kennen.
„Was wir tun, Professor?“ fragte Sirius und grinste. „Dieser Umhang da steht ihnen übrigens, ein hübsche Farbe-“
„Sparen Sie sich das, Black!“ blaffte ihn McGonagall an. „Sie lassen ihre Mitschüler auf der Stelle runter, oder es setzt Strafarbeiten.“
„Aber Professor-“ begann James empört, doch McGonagall schnitt ihm das Wort ab.
„Sofort!“ Hinter ihren quadratischen Brillengläsern funkelten ihre Augen. Widerwillig murmelte James etwas und Sirius tat es ihm gleich. Harry stürzte sofort in die Tiefe und wenn McGonagall nicht reflexartig ihren Zauberstab geschwungen hätte, hätte er sicherlich den restlichen Tag im Krankenflügel verbracht. Neben ihm landete Remus. Mit einem weiteren Schwenker ihres Zauberstabes hatten sie beide wieder ihr Haar in der üblichen Länge. Sie funkelte die beiden Regelbrecher an.
„Zehn Punkte Abzug für Gryffindor“ fauchte sie, „Ich hoffe, es wird ihnen eine Lehre sein und ein weiteres Mal werde ich etwas Derartiges nicht zulassen.“
James und Sirius sperrten Mund und Nase auf, sodass Harry sich ein Grinsen verkneifen musste. Er wusste, dass dies nicht sonderlich nett von ihm und Remus war, nicht Schuld zu bekennen, aber nach diesem turbulentem Flug über der Halle und in den wolkenlosen Himmel, der eigentlich die Decke war, fühlte er sich dazu nicht in Stimmung. Und Remus schien es genauso zu gehen.
„Professor-“ setzte James zum zweiten Mal wütend an, doch McGonagall schritt mit wehendem Umhang zurück zum Großen Tisch der Lehrer, ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen. Die Blicke, der vielen Schüler, die dies eben alles miterlebt hatten, folgten ihr. Getuschel brach los, während James und Sirius Harry und Remus Blicke zu warfen, die eindeutig sagten, dass dieses Hühnchen noch nicht gerupft war.
„Auch wenn ihr das uns nicht glauben werdet“, sagte Remus vorsichtig, „wir haben euch nur eine Strafarbeit erspart, als wir euch geweckt haben.“
Es war eindeutig, dass die beiden ihm dies in der Tat nicht glaubten. Sirius machte „Pah!“ und stolzierte dann davon, James auf den Fersen, zum Haustisch. Remus seufzte.
„Ich glaube, wir gehen dann mal zu Pflege magischer Geschöpfe“, sagte er leise zu Harry gewandt. „Da können wir jetzt nichts mehr tun, sondern nur Abwarten und Tee trinken.“
Und Harry folgte ihm hinaus aus der Großen Halle, mit dem dumpfen Gefühl, dass James und Sirius noch lange nicht mit ihnen fertig sein würden.
So, und nun zu euch, Schwarzleser *arme in die hüfte stemm, warnend schau*: Wahrscheinlich habt ihr dieses Kapitel gelesen, werdet aber keinen Kommentar hinterlassen. Sagt mir, was gefällt euch nicht? Was muss ich ändern? Bitte, ich beiße wirklich nicht! Bittebittebittebitte-BITTE!!! Nur eure Meinung, mehr will ich doch gar nicht!
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