
von elfenkauz
„Ah, das sollen also die kleinen Schüler aus der Vergangenheit sein?“ hörte Harry eine Stimme, die er sofort erkannte. „ Der kleine Potter-Sohn mit seinen Freunden? Wie interessant! Hast du schon Vatergefühle entwickelt, Potter?“
James stellte sich drohend vor Bellatrix.
„Noch ein Wort gegen Harry oder irgendjemanden in meiner Familie…!“
„Genau!“ pflichtete Sirius James bei und stellte sich wütend neben ihn. „Sei einfach still, Bella, oder es passiert gleich etwas Unschönes“
„Oh, da bekomm ich jetzt aber Angst! Wen holst du dir denn ins Bett, Potter? Etwa dieses Schlammblut Evans? Schlammblüter leben in letzter Zeit gefährlich…“
„Halt den Mund!“ brüllte James. Harry dankte dem Himmel, dass Lily noch nicht da war. James war zornrot angelaufen und Harry war sicher, dass es bis zu einem Duell nicht mehr weit war. Auch Bellatrix` Gesicht hatte einen gefährlichen Ausdruck angenommen.
„James, Sirus, lasst sie doch einfach. Die will doch grade, dass ihr sie angreift.“ sagte er ruhig
„Oh, bekommt da jemand Angst?“ höhnte ein Slytherin.
„Nein, bekomm ich nicht. Aber wenn ihr ein kleines Wehwehchen kriegt, lauft ihr bestimmt gleich zu Voldie und heult ihm voll, weil die zukünftige Jugend der Zauberwelt so gemein sei. Und das sollte man ihm ersparen.“
James, Sirius, Ginny und Ron brachen in lautes Gelächter aus.
„Halt den Mund! Man nennt den Dunklen Lord nicht beim Namen!“ kreischte Bellatrix und richtete funkensprühend vor Wut ihren Zauberstab auf ihn. Auch die anderen Slytherins hielten ihre drohend in den Händen. „Verkes-…“
Doch mit einem Schnipsen riss es ihr den Zauberstab aus den Händen, hoch im Bogen segelte er mit den anderen Zauberstäben der Slytherins und sogar denen, von James und Sirius, die ihn unter dem Umhang umklammert hatten, auf Harry zu. Dieser fing ihn lässig auf.
„Du enttäuscht mich, Bellatrix“ sagte er. „Wirklich. Du solltest lernen, ungesagt zu zaubern. Und auch Okklumentik wäre nicht schlecht, dann sähe man dir wenigstens nicht an, was du vorhast.“
Bellatrix` Augen waren ganz schmal. Sie musste sich ganz offensichtlich zusammenreißen, um Harry nicht anzugreifen, da der ihren Zauberstab besaß. Die Stille wurde beängstigend. In diesem Moment öffnete sich die Tür.
„Hereinspaziert, hereinspaziert, meine Damen und Herren!“ verkündete strahlend ein dicker Mann, der wohl Professor Quarn war. Offensichtlich bemerkte er die Stimmung seiner Schüler nicht .Harry legte die Zauberstäbe der Slytherins einfach auf den Boden und warf Sirius und James den ihren zu. Dann drängte er sich mit Ron, Ginny und Hermine in das Klassenzimmer.
Da dies nach Süden ausgerichtet war, war es dort äußerst stickig. Harry setzte sich diesmal mit seinen Freunden in die vorletzte Reihe. Nur die Rumtreiber saßen noch hinter ihnen, anscheinend hatten sie eine Vorliebe dafür, man konnte von da aus wohl die besten Streiche ausführen. Auch Peter war da, der in diesem Fach unerwartet ein E geschafft hatte. In der Mitte des Raumes war zwischen den Tischen ein breiter Gang. Die Gryffindors saßen ausnahmelos auf der rechten Seite, während die linke Seite nur von Slytherins besetzt war. Nie war die Fehde zwischen diesen beiden Häusern offensichtlicher gewesen, zumal die Slytherins Harry noch immer wütend anstarrte. Der ignorierte das vollkommen und blickte stattdessen zu Professor Quarn, der sich keuchend hinter das Pult gewuchtet hatte. Wie auch McGonnagal kam er als Erstes auf die Zeitreisenden zu sprechen.
„Schön, dass ab heute vier neue Schüler am Unterricht teilnehmen.“ sagte er selbstzufrieden und blickte die vier an. Quarn hatte einen langen, kastanienbraunen und äußerst gut gepflegten Bart, wässrige blaue Augen und eine Glatze. Außerdem hatte er einen recht runden Bauch und eine dicke Hornbrille saß auf seiner Nase. „Könnten Sie sich noch einmal kurz vorstellen?“
Harry war erstaunt, das ganze Schloss wusste schließlich schon seit gestern, dass Gäste aus der Zukunft eingetroffen waren. Und ihre Namen hatte Dumbledore laut und deutlich genannt.
„Mein Name ist Harry Potter, ich bin achtzehn Jahre alt und hatte bis jetzt sechs verschieden Lehrer in Verteidigung gegen die Dunklen Künste.“ sagte er kurz, ohne dabei viel zu verraten.
„Ich bin Guinevra lieber Ginny Weasley und bin siebzehn Jahre alt. Bis jetzt hatte ich…sieben verschiedene Lehrer in diesem Fach“ Harry sah sie fragend an.
„Na, warst du denn kein Lehrer?“ flüsterte sie ihm grinsend zu.
„Hallo, also ich bin Ron Weasley und bin auch schon achtzehn Jahre alt. Ich hatte bis jetzt einige gute und einige schlechte Lehrer hier. Deshalb herrschte in diesem Fach voll das Chaos“ Das war typisch Ron. Hermine stellte sich genau wie Harry recht knapp vor
„Mein Name ist Hermine Granger. Ich bin neunzehn Jahre alt und hatte bis jetzt sieben verschiedene Lehrer in Verteidigung“ Sie hatte Harry auch mitgezählt.
„Dem vielen Lehrerwechseln nach zu urteilen, liegen Sie wohl weit zurück“ meinte Quarn hochnäsig. „Aber da ich hier nach den offiziellen Richtlinien des Ministeriums verfahre, dürfte das bald wieder aufgeholt sein“ Das Quartett zuckte nur mit den Schultern. Bisher hatte das Ministerium sich in Sachen Unterricht in Hogwarts sich mehr als blamiert. Umbridge war von Zentauern sogar in den Verbotenen Wald verschleppt worden, geschah ihr recht.
„Da nun diese vier Leute am Unterricht teilnehmen, noch ein kurzes Wort zu den UTZs.“ Sirius hinter ihnen stöhnte und James gab einen genervten Laut von sich. Quarn redete wohl öfters über die UTZ. „Die UTZs sind die höchsten Abschlüsse Hogwarts. Ihre Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, obwohl das Ministerium es für unklug hält, Sie glauben zu machen, dass sie diesen praktischen Teil nach der Schule benötigen. Ich selbst bin dieser Meinung.“ Er strich sich zufrieden über seinem Bart und Harry runzelte die Augenbrauen. Voldemort hatte den ersten Höhepunkt seiner Macht erreicht und dieser Mann meinte, dass Kampferfahrung nicht benötigt wurde?
„Dem praktischen Teil wird in alter Tradition ein Duell angefügt. Die Flüche hierfür werden Sie noch lernen. Nur ungefährliche Flüche, wie der Kitzelfluch und der Beinklammerfluch sind vom Ministerium zugelassen und es ist entschieden verboten, beispielsweise den Stupor zu benutzen und ihrem Gegner die Bewegungsfreiheit zu nehmen. Für diese gefährlichen Zauber kriegen Sie Spielpuppen, die Sie belegen werden. Aber deswegen müssen Sie sich noch keine Sorgen machen.“ Er grinste und offenbarte tadellose weiße Zähne.
„Hä?“ flüsterte Ginny Harry zu. „Der Stupor ist gefährlich? Dann ist der Schleuderfluch wohl lebensbedrohlich oder was?!“
Harry nickte nur und starrte weiterhin zu Quarn, der weiter über die UTZs quatschte. Die stickige Luft im Raum wirkte einschläfernd und hinter ihnen gähnten James und Sirius. Auch die Slytherins waren es offensichtlich müde geworden, Quarn weiter zuzuhören.
„Mal sehen, wie lange Harry durchhält“ flüsterte Ron Ginny zu. „Momentan liegt er bei drei Minuten und elf Sekunden. Hoffentlich stellt er keinen Rekord auf im Harry-Potter-hört-unfähigen-Lehrern-zu, sonst penn ich gleich ein.“ Ginny grinste als Antwort nur.
Doch Harry ließ sich außer Stirnrunzeln und zweifelhaften Blicken nichts anmerken. Als Quarn endlich seine Rede beendete, schreckten die Meisten hoch und bemühten sich, so zu wirken, als ob sie schon die ganze Zeit zugehört hätten.
„Noch irgendwelche Fragen?“Quarns Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel daran, dass dies der Fall war. Doch dieser verdüsterte sich unwillig, als Harry die Hand hob. „Ja?“ schnappte er.
„Woher soll man wissen, ob die gefährlichen Flüche, wie der Stupor, gewirkt haben, wenn man sie an einer Puppe ausprobiert? Puppen bewegen sich auch sonst nicht besonders viel.“
„Darum geht es doch auch gar nicht, Mr. Potter“ antwortete Quarn besserwisserisch. „Es soll nur zeigen, dass sie jemanden mit dem Fluch belegen können, ohne dass dieser jemand Schaden zugefügt wird.“
„Und woher soll man wissen, ob dieser Puppe Schaden zugefügt worden ist, wenn diese nicht sprechen, sich nicht bewegen und diese auch überhaupt nicht lebt? Mal davon abgesehen, dass jeder den Stupor seit der vierten Klasse beherrschen sollte, ohne dass sich jemand verletzt. Auch die restlichen Flüche, die Sie da aufgezählt haben, gehören vom Schulstoff nicht in die siebte Klasse.“
„Mr. Potter, ich habe mein Verständnis doch darüber schon ausgedrückt, dass Sie und ihre Freunde mit dem Schulstoff wohl weit hinterher sind. Allerdings wird diese Klasse hier von einem professionellen Lehrer unterrichtet, deshalb sind sie bereits in der Lage, diese Flüche zu meistern!“ Quarn blickte die vier zufrieden lächelnd an.
„Harry meinte wohl eher, dass die Flüche so leicht sind, dass jeder Siebtklässler sie können müsste“ mischte sich Hermine ein.
„Ach wirklich? Nur leider ist das hier mein Unterricht“ meinte Quarn nun fast empört, dass dieser Junge etwas derartiges meinen konnte. „Mr. Potter als Schüler hat nicht das Recht, meine Methoden zu kritisieren. Das Ministerium hat diese sorgsam und passend entwickelt, und diese Leute verstehen zweifellos mehr davon, als er.“
Ron und Ginny zogen irritiert die Augenbrauen hoch. Hätte in ihrer Zeit jemand behauptet, er verstehe mehr von den Dunklen Künsten als der Auserwählte, wäre er wahrscheinlich direkt ins Sankt Mungo wegen Geistesverwirrung eingeliefert worden. Es war nun einmal als selbstverständlich hingenommen worden, dass Harry Potter, zweimaliger Bezwinger über Den, dessen Name nicht genannt werden darf, bzw. durfte, die Adresse war für Fragen, die die Dunklen Künste betrafen. Dieser Mist kam zwar von Tagespropheten und dort direkt von Rita Skeeter, aber leider erfreute sich diese Zeitung, trotz der Suchaktionen für Harry, die diese vor einem Jahr gedruckt hatte, großer Autorität. Manchmal konnten Leute einfach nicht eins und eins zusammenzählen.
„Und ich will dieses Thema auch nicht weiter ausführen“ fuhr Quarn fort. „Es ist nicht Allgemeinnützig und gehört auch nicht hierher.“ Damit wandte er sich wieder an die Klasse, die dem Wortwechsel gespannt gefolgt war. James und Sirius grinsten Harry begeistert mit hochgestrecktem Daumen an.
„Unser neues Thema sind die Unverzeihlichen Flüche…“ begann Quarn. Harry warf seinem Vater einen Hattet-ihr-die-denn-noch-nicht? -Blick zu. Der zuckte bloß hilflos mit den Schultern.
„Wer kann mir alle Flüche dieser Art aufzählen, ihre Beschwörungsformel und ihre Wirkung?“
Fast alle Slytherins hoben die Hand, allen voran natürlich Bellatrix. Doch mit einem hinterhältigen Grinsen nahm Quarn Harry dran. „Mr. Potter hatte es gleich nötig, meine Methoden zu kritisieren. Nun wollen wir doch einmal sehen, wie er sich hier macht.“
Harry ließ sich durch diese Provokation nicht aus der Ruhe bringen. „Es gibt drei unverzeihliche Flüche. Sie heißen so, weil, wenn man sie gebraucht, dies einen lebenslangen Aufenthalt in Askaban zur Folge hat. Es lässt sich also nicht anraten, sie zu benutzen.
Der erste Fluch ist der Imperius-Fluch. Seine Formel lautet Imperio. Das Opfer wird dadurch gezwungen, bestimmte Dinge zu tun. Vielen Leuten, die bei schwarzmagischen Überfällen beobachtet wurden, konnte so nichts nachgewiesen werden, da die Beschuldigten behaupteten, unter diesem Fluch gestanden zu haben.“ Bei diesen Worten richtete Harry seinen Blick auf Lucius Malfoy. „Es ist allerdings möglich, den Fluch abzuschütteln. Wenn man einen starken Willen besitzt.
Der zweite Fluch ist der Cruciatus. Seine Formel lautet Crucio. Er bereitetet dem Opfer unerträgliche Schmerzen, die einem im schlimmsten Falle den Verstand verlieren lassen. Narben kann man selbstverständlich dabei erhalten. Der strahl, der aus dem Zauberstab herausschießt, ist rot
Der dritte Fluch ist der Avada Kedavra, derTodesfluch. Der Tod tritt sofort ein.“ Dabei verschwieg er, dass es sehr wohl mehrere Wege gab, den sofortigen Tod zu verhindern. Horkruxe, ein Stein der Weisen. Und im Falle Voldemorts auch das Liebesopfer. „Erkennen kann man ihn an der Grünfärbung und dem charakteristischem Sirren. Das Opfer stirbt, ohne eine sichtbare Verletzung. Deswegen haben Muggel, wenn sie auf eine solche Leiche stoßen, immer Probleme, die Todesursache fest zu stellen. Man braucht allerdings zum ausführen dieser Sprüche nicht nur genug Macht, sondern auch den richtigen Willen. Ich denke, dass es das gewesen sein dürfte, Professor.“
„Fünf Punkte für Gryffindor“ grummelte Quarn, dem es ganz offensichtlich lieber gewesen wäre, Gryffindor Punkte abzuziehen. „Wie gesagt, es ist höchst unwahrscheinlich, dass Sie es später mit einem solchen Fluch zu tun bekommen. Doch Professor Dumbledore meinte, dass Sie von diesen Flüchen Bescheid wissen müssen.“
Quarn war den Rest der Stunde über verstimmt und zündete sich als Gegenleistung eine Pfeife an, während ein paar extrem brave, jedoch ziemlich dumme Schüler den Tarantellagra an Steinen übte. Harry, Ron, Hermine und Ginny fanden das komplett nutzlos und unterhielten sich stattdessen mit James und Sirius. Peter versuchte verzweifelt am Gespräch teilzunehmen, sagte aber schließlich nichts mehr, nachdem Harry ihm einen weiteren im Minusbereich stehenden Todesblick zugesandt hatte. Remus las in Verwandlung Heute und bekam so eh nichts mit.
Als Hausaufgabe sollten sie einige Seiten aus dem Buch lesen. Über den Protego. Es war zwar eine Verbesserung im Gegensatz zu Umbridge, die ignoriert hatte, dass es einen solchen Zauber überhaupt gab, zu Quarn, der sie zwar die Erstklässler-Sprüche ab und zu sogar praktisch üben ließ, sich jedoch über den Nutzen seiner Übungen keine Gedanken machte. Harry war mehr als erleichtert, als er sie endlich entließ.
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