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Fanfiction

Warum wir kämpfen - -6- Severus Snape

von Si-lee

- 6 - Severus Snape

Der September verabschiedete sich mit einem lauten Gewitter und der Oktober begrüßte die seit Tagen durchnässte Schülerschaft mit eintönigem Nieselregen. Das Wetter spiegelte sich auch in einigen Gesichtern der Erstklässler wieder, als sie an einem Montagmorgen trotz schlechtem Wetter von einer ruppigen Dame in die Gewächshäuser der Schule gescheucht wurden.
Peter hasste das trübe Grau der Wolken und die ständige Feuchtigkeit in den Klamotten. Er wollte am liebsten zurück in sein mollig, warmes Bett. Morgenmuffig wie er war hatte er sich einfach James und Abigail angeschlossen und schaute sich jetzt nach seinem Mitstreiter Remus um. Doch der war nicht da. „Weißt du wo Remus ist?“, fragte er den Schüler neben sich, ohne darauf zu achten wen er gerade ansprach. Er bekam ein gegrummeltes: „Nein“, als Antwort. Peter schaute dem Jungen ins Gesicht und sah das Sirius auch nicht besonders ausgeschlafen drein blickte. „Findest du den Weg sonst nicht?“, wollte Sirius wissen, nachdem Peter etwas unsicher stehen geblieben war. Peter schüttelte den Kopf und lief, etwas rötlich im Gesicht, an ihm vorbei ins Gewächshaus.

James hatte das kurze Gespräch der beiden mitgehört und gesellte sich nun untypischerweise zu Peter. Hauptsächlich um gegen Black Partei zu ergreifen. Abi schüttelte etwas missbilligend den Kopf und schaute sich nach Schülern ohne Partner um. Sie war es normalerweise gewöhnt mit Harvey zusammen zu arbeiten, doch dieser war nicht in ihrem Kräuterkundekurs.
Neben James stellte Peter nun die zweite Frage des Tages. „Sag mal ich kenne mich mit diesen Pflanzen gar nicht aus... weißt du wie die heißen?“ James deutete auf das Buch. „Da steht das doch sicher drin.“ Ihm war es zu blöde Remus Part zu übernehmen und Peter alles haarklein zu erklären. „Ja, da steht etwas von Mumpelknöterich.“ Peter machte eine Denkpause und schaute dann wieder James bittend an. „Kennst du die? Weißt du wie die aussehen? Ich denke ja, dass wir die heute durchnehmen.“
Abi grinste leicht, als man James Gesichtszügen ansehen konnte, wie sehr ihm der heutige Morgen auf den Geist ging. „Ich glaube die mit den roten Blättern dort drüben sind es.“ Peter strahlte sie an und entschied sich kurzerhand doch lieber mit Abigail die Käuterkundenstunde zu überleben. Nun stand James seinerseits etwas dumm da und musste nach einem Partner Ausschau halten. Immer wenn man Remus mal braucht ist er nicht da..., dachte er sich gerade als Sirius schnurstracks auf ihn zu kam. „Remus ist nicht da, auch wenn du noch ein Mal durch das Gewächshaus schaust.“, begrüßte er James plump und stellte sich mit Buch und Handschuhen bewaffnet neben Potter.

~*~*~

Kräuterkunde hatten alle Gryffindors möglichst wortkarg überstanden und machten sich nun auf den Weg zum Gemeinschaftssaal. Montags war ihr Stundenplan recht locker. Sie hatten reichlich Zeit, um nach dem anstrengenden Wochenende ein Mal nach Luft zu schnappen.
Sirius trennte sich schon recht schnell von der unabsichtlich entstandenen Gruppe und wanderte eher ziellos durch die Korridore. Er hörte seine Schritte auf dem Stein, das Gemurmel der Schüler und Professoren hinter den Türen und bildete sich ein sogar das Flackern der Kerzen zu hören. Er mochte diese Stille nicht. Die dicken Mauern erinnerten ihn an sein Zuhause, welches er ebenfalls nicht mochte. Sirius schaute in den nächsten Korridor und suchte nach dem Ziel seiner Wanderschaft. Die Eulerei. Er könnte nachsehen ob seine Eule schon zurück gekommen war, entschied er sich und stapfte etwas lauter die nächste Treppe nach oben.

„Der bekommt mächtig Ärger sobald er Weihnachten daheim ist.“, feixte eine helle Jungenstimme, die Sirius nicht sofort erkannte. „Wäre gern dabei.“, antwortete dafür eine umso bekanntere Stimme. Severus Snape stand hinter der nächsten Biegung und unterhielt sich mit einem anderen Jungen. „Das schaffst du nie. Die Blacks sind verschwiegen. Ich sollte ja auch nichts davon wissen.“ Sirius war gerade im Begriff gewesen, die beiden Jungen zu stören, als er den Namen Black hörte und stehen blieb. 'mächtig Ärger' und 'Weihnachten' hörte sich doch sehr nach ihm selbst an.
Jetzt meldete sich Snape wieder zu Wort. „Ob der sich überhaupt traut in den Zug zu steigen?“ Der andere Junge lachte. „Ist doch ein tapferer Gryffindor!“ Beide lachten.

Sirius ballte seine rechte Hand zu einer Faust und versuchte ruhig zu bleiben. Er hörte Schritte und das Lachen verstummte. Er lies sich das eben gehörte durch den Kopf gehen und musste Snapes Frage zustimmen. Ob er es sich wirklich trauen würde...?
Doch eine andere Frage drängte sich in seinen Kopf. Woher um Merlins Willen wusste Snape von möglichem Ärger den er bekommen würde?
Snape war kein Reinblüter, dass wusste Sirius aus den vielen, leidigen Stunden über 'Das Hexenvolk und seine Reinblüter' bei seinem Privatlehrer Mr. Carrow. Es wunderte ihn sowieso warum der Haufen eingebildeter Slytherins Snape mit offenen Armen in ihren düsteren Kreis eingeladen hatten... Anscheinend musste der Schleimbeutel mit seinen schwarz magischen Gedanken einiges wett machen können, dachte Sirius sich und versteifte seinen Hass gegenüber Snape noch ein wenig mehr.
Sirius wandte sich wieder seinem Weg zur Eulerei zu und überlegte kurz ob er seinen Eltern nicht einfach Snape als Weihnachtsgruß schicken sollte. Dann konnten sie den als ihren rechtmäßigen Erben einsetzten.

~*~*~

Severus Snape, der es eigentlich gewöhnt war von allen Menschen gemieden zu werden, fühlte sich in Hogwarts sehr heimisch. Um genau zu sein um einiges heimischer als er es je irgendwo gewesen war. Die Tatsache, dass sich alle so sehr über den Verrat des Blacks aufregten und dabei einfach vergessen hatten, dass er, Severus Snape, kein Reinblüter war, verschaffte ihm von Anfang an vereinfachte Startmöglichkeiten. Noch dazu wusste er aus versteckter Gryffindorquelle was Sirius so alles im Gemeinschaftsraum der verhassten Löwen von sich gab. Severus wusste wo er die wenigen Einzelheiten, die ihm Lily Evans unter dem Mantel der Verschwiegenheit erzählt hatte, mit ein paar zusätzlichen Äußerungen Blacks versüßen konnte. Er lächelte Spitzbübisch über seine große Raffinesse.

„Hey, Snape schau mal wer da läuft! Noch so ein möchtegern Reinblüter!“ Amycus Carrow lief ein paar Schritte vor Severus und schien heute einen guten Tag zu haben. „Meinste Potter? Ich dachte der zählt schon seit 50 Jahren nicht mehr...“ Amycus grinste Snape an. „Lernst schnell, was?“
Nun sah auch Severus um wen es sich handelte. „Ach der. Na das ist doch das gleiche Pack.“ Vor ihnen lief Harvey Bagshot mit einem Stapel Büchern in den Händen. Severus merkte wie der Junge vor ihm versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er sehr wohl wusste, dass sie von ihm sprachen.
„Schau nur wie der zittert! Kein Wunder, dass der Hut ihn nicht nach Gryffindor lassen wollte.“, Amycus gluckste, „Ich wäre im Erdboden versunken, wenn der alte Lederfetzen mich zu den Dachsen gesteckt hätte... Alles Flaschen da, stimmts Baggishot?“, er zog das letzte Wort extra in die Länge, um sicher zu gehen, dass Harvey ihn hörte.
Amycus und Severus hatten Harvey nun erreicht. Dieser versuchte einfach nicht auf die kleinen Sticheleien zu reagieren. Ignorieren war immer noch das Beste gegen solche Schwätzer, wusste Harvey.
„Sicher geht er gleich zu seiner großen Schwester und heult sich aus...“, stichelte Severus nun auch wieder mit. Amycus lachte. „Große Schwester? Du meinst das schwache Ding, dass sich so an ihren Retter Potter hängt, nachdem der eigene Bruder nicht mehr stark genug ist?“
Wenn der sprechende Hut eines richtig bewertet hatte dann war es die Treue, die Harvey besaß. Die Treue zu seinen Freunden und besonders zu seiner Familie. „Meine Schwester ist nicht schwach! Und ich bin es auch nicht.“, erklärte der Hufflepuff mit einer sehr lauten Stimme, die er sich selbst gar nicht zugetraut hatte. Zur Antwort brachen die beiden Slytherins nur in ein schallendes Gelächter aus. „Klar du bist nicht schwach...“, belächelte Severus den Hufflepuffjungen. Amycus hingegen nahm diesen Satz schon etwas ernster. „Na denkste' das du, kleiner Ersti es mit uns aufnehmen könntest?“ Severus stieg gleich mit ein. „Quatsch Carrow. Der traut sich doch sowieso nicht. So was wie 'Ehre' und 'Mut' sind doch Fremdwörter für den!“ Nun blieb Harvey stehen. „Ich weiß sehr wohl was Mut und Ehre sind. Im Gegensatz zu dir, Schlange.“ Er hatte gerufen, ja fast geschrien. Er hasste diesen Snape. Was er sich einbildete wer er war. Ein Niemand war er. Ein Niemand mit großen Freunden. „Du hängst ja selbst nur bei deinen Retter - Freunden rum, also lass mich und meine Familie in Ruhe, Snape.“ Doch der sprechende Hut hatte auch in diesem Sinne richtig entschieden, dass Harvey nicht übermütig in eine Situation sprang, sondern lieber auf Nummer sicher ging. So schaute er die beiden Slytherins noch ein Mal sauer an und machte dann die Tür zur Bibliothek auf.
„Angsthase.“, murmelte Amycus zum Abschied.

~*~*~

Harvey ging immer noch verärgert zu Zaubertränke und war heil froh diese Stunde nicht mit den Slytherins zusammen zu haben. Abigail stand vor dem Klassenzimmer und wartete schon auf ihren Bruder. „Du siehst heute nicht gerade glücklich aus.“, bemerkte sie zu Begrüßung.
„Ach, bin nur ein paar griesgrämig Slytherins begegnet.“, erklärte er schnell und wollte schon das Thema wechseln. „Slytherins sind immer griesgrämig.“
Abigail drehte sich zu der Stimme um und nickte. „Was ein Glück, dass du bei uns bist und nicht bei denen!“ Sie lächelte Sirius an. Er war, fand sie, kein schlechter Typ. Auch wenn er immer einen Gesichtsausdruck wie sieben Tage Regenwetter hatte. „Du brauchst nicht so zu tun als würdest du mich mögen.“, quittierte Sirius ihre freundschaftliche Stimmung.
„Genau Abi, lass den alten Miesmacher lieber griesgrämig sein.“ James hatte sich nun auch zu ihnen gesellt und schaute Harvey von der Seite her an. „Welcher Geist ist dir den begegnet?“ - „Snape und dieser Carrow.“, grummelte Harvey als Antwort.

Sirius zählte Eins und Eins zusammen und wusste woher Snape seine Informationen hatte. Carrow also. Sicher hatten seine Eltern mit seinem ehemaligen Privatlehrer über seinen Affront geredet, um Mr. Carrow klar zu machen, dass das Regulus niemals passieren darf und Mr. Carrow hat es wohl gleich zum Familienthema erhoben. Schwätzer.
Sirius ging an den anderen vorbei in den Zaubertrankraum und setzte sich in die letzte Reihe. Ihm war heute nicht nach Zaubertränke zu Mute. Er grübelte noch immer über Snape und Carrows Gespräch nach. Was hatten seine Eltern wohl mit Mr. Carrow beredet?

Auch Harvey und James hielten heute nicht besonders viel vom Aufpassen. Abigail rollte schon mit den Augen und stupste die beiden hin und wieder an. Doch die Jungs waren vertieft in ihr Gespräch. „Diese Dummschwätzer, wette sie waren froh, dass du in der Bibliothek verschwunden bist und sie nicht angegriffen hast.“, erklärte James, nachdem Harvey ihm von seiner Begegnung mit den Schlagen erzählt hatte. „Klar James. Sie waren ja nur zu Zeit und ich bin Merlin.“ James grinste etwas verlegen. „Ja, ich weiß... hast ja Recht. Aber irgendwie müssen wir es den beiden doch heimzahlen?“ Harvey schaute kurz nach vorne zur Tafel, um wenigstens den Anschein zu erwecken er würde irgendetwas mitbekommen. „Ach, James ist schon gut. Sie haben mir ja nichts getan.“ Fast hätte James etwas wie 'Feigling' gesagt, doch er wollte seinen Freund aus Kindertagen nicht kränken. Abi stupste ihn wieder in die Seite und nickte mit ihrem Kinn nach vorne.
„Also, Mr Potter?“, fragte Professor Slughorn und schaute von seiner Namensliste hoch. James wusste nicht worum es gerade ging und schaute etwas dämlich aus der Wäsche.
„Die Stachelschweinpastille erst hinzufügen, nachdem der Trank vom Feuer geholt wurde.“, flüsterte jemand von hinten. James hoffte inständig, dass es die richtige Antwort war und plapperte ihm nach. „Ähm, Sie meinen sicher die Stachelschweinpastillen. Die darf man erst dazugeben wenn der Trank nicht mehr auf dem Feuer steht.“ Der Professor nickte und lächelte ihn an. „Sehr gut Mr Potter. Nun dann beginnen sie bitte mit dem brauen. Ich denke sie haben 5 Punkte verdient. Sehr fleißig.“
James grinste und wandte sich dann wieder Harvey zu. „Dann lass mich mal machen, ich möchte nicht, dass irgendjemand über meine Freunde blödes Zeug redet...“ Harvey zuckte nur mit den Achseln und suchte die Zutaten für den Trank gegen Furunkeln zusammen.
„Nein ein Danke ist nicht nötig, Potter.“, grummelte es von hinten und James drehte sich zu seinem Retter in der Not um. „Danke...“ Er schaute in Sirius Gesicht. „- Black, aber ich hätte das auch so gewusst.“ Dieser gluckste nur.

~*~*~

Die vier Haustische der großen Halle waren wie jeden Abend reich gedeckt. Neben kalten Braten, gutem Brot, Roast Beef und eingelegtem Hering gab es auch ein Türmchen aus Weingummis. Sicher wieder ein Scherz von ihrem weiß bärtigem Schulleiter. James drehte sich gerade nach hinten (*) zum Slytherintisch um, als Snape Carrows Schwester Alacto von seiner Begegnung mit dem Bagshot berichtete. „Und der kleine Feigling rennt doch tatsächlich in die Bibliothek und erklärt uns noch das er Mut hat.“ Die Carrowgeschwister lachten laut und Snape grinste breit.
James stöhnte genervt auf und richtete seinen Blick wieder auf sein angefangenes Bratenstück. Irgendwie muss man dem doch Schaden können..., überlegte er angestrengt.
Schon machte sich ein rothaariges Mädchen mit federndem Schritt zum Slytherintisch auf. James schaute der jungen Gryffindor hinterher und auch Severus erkannte schnell, dass das Mädchen auf ihn zusteuerte.
„Ich muss noch was erledigen.“, entschuldigte er sich schnell bei seinen neu gewonnenen Freunden und hastete, gefolgt von Lily Evans, aus der Halle. James verstand die Welt nicht mehr und ließ sein Bratenstück schnell in seinem Mund verschwinden um den beiden dann zu folgen.

„Severus, jetzt warte doch mal.“, rief Lily dem Jungen hinterher. „Lass gut sein Lily. Ich hab gerade keine Lust auf eine Moralpredigt.“, erklärte der angesprochene nur und lief weiter den Gang runter in Richtung Kerker. „Warum hängst du denn eigentlich mit den Carrows zusammen? Ich dachte, du würdest dich nicht mit denen zusammentun wollen?“ Severus blieb stehen. „Sei nicht so laut.“, erklärte er genervt. „Du verstehst das nicht Lily. Ich bin nun Mal in Slytherin und muss mich etwas anpassen.“ Lily war nun bei ihm angekommen und schaute ihn aus funkelnden, grünen Augen an. „Wie meinst du das? - Anpassen?“ Severus schaute auf seine abgenutzten Schuhe. „Naja. Sie mögen keine... Nicht- reinblütigen Familien, weißt du.“ Er stockte und schaute vorsichtig nach oben in ihr Gesicht. Sie räusperte sich und zog eine Augenbraue nach oben. „Und da sie anscheinend übergehen, dass ich nicht reinblütig bin... Ach, Lily. Ich möchte eben dazu gehören, verstehst du?“
Lily versuchte das nicht persönlich zu nehmen und antwortete etwas steif. „Ich dachte du gehörst schon dazu. - Zu mir.“ Sie schluckte. „Klar, aber ich meine nicht zu dir, sondern zu denen. Ich bin eben ein Slytherin und ich will auch einer sein.“ Nun schaute Lily auf ihre Schuhe. Sie hatte sie gestern erst geputzt. „Klar. Zu den Carrows.“ Sie zuckte kurz mit ihren Schultern. „Dann will ich dich nicht weiter stören.“ Schnell drehte sie sich um und Severus schaute ihr stumm hinter her. Hätte er jetzt was sagen sollen?

Lily lief schnell um die nächste Ecke und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Warum musste er auch unbedingt in ein anderes Haus kommen...
„Hey, Evans, alles okey?“ Sie blieb stehen und schaute in das besorgte Gesicht von James. „Ja. Ja alles okey.“
James betrachtete sie etwas genauer und erkannte die leicht geröteten Augen. „Nein, dass glaub ich dir nicht. Was hat er getan? Dieser dreckige Slytherin?“, fragte er mit Zorn in der Stimme. Sie zuckte leicht zurück. „Nichts. Ist schon gut. Kümmer' dich um deine eigenen Angelegenheiten. Potter.“ Nun war ihre Stimme wieder stark. James zuckte mit den Schulter. „Das wollte ich sowieso gerade tun.“, erklärte er und rannte weiter den Gang hinunter.

Er brauchte nicht weit zu laufen, da stieß er auch schon auf Snape. „Na Schlange, hast du wieder jemanden beleidigt?“, bellte James gleich drauf los. Severus drehte sich halb zu James um und schaute ihn herablassend an. „Nicht das dich das was kümmern bräuchte, Potter.“
James erinnerte sich an Harveys betrübtes Gesicht und an die geröteten Augen von Evans. „Lass uns in Ruhe, hast du verstanden. Hör auf meine Freunde zu beleidigen oder dir passiert was, wenn du mal wieder alleine bist.“ Der Slytherin gluckste kurz. „Kann Baggi sich nicht alleine wehren? Schickt er jetzt den großen Potter vor?“ James wusste nicht warum er das tat, doch es fühlte sich gut an. „Sei still!.“ Er boxte Snape mit der Faust in den Bauch. „Harvey weiß gar nicht das ich hier bin.“, erklärte er. „Er hätte sich sicher gewehrt, wenn es nicht Zwei gegen Einen gestanden hätte!“ Severus krümmte sich leicht und stöhnte auf.
„Das ist schön das Baggi das nicht weiß.“, feixte eine helle Jungenstimme hinter James. „Und wirklich Potter. Selbst du hättest erkennen müssen das dein – Freund... sich nicht gewehrt hätte, selbst wenn nur einer von uns da gewesen wäre. Er ist eben eine Flasche.“ Amycus und Alecto Carrow standen im Gang und betrachteten die Szene vor ihnen. James drehte sich zu ihnen um und starrte sie wütend an. „Haltet euch da raus. - Und lasst Harvey in Ruhe, er hat euch nichts getan!“
Alecto kicherte. „Nichts getan? Er ist da- das reicht... Flaschen braucht die Welt nicht.“ Hinter James fasste sich Severus ein Herz und zückte seinen Zauberstab um ihn gleich in James Rücken zu bohren, wie er es aus den Muggelkrimis kannte, die er gerne las. Er wollte vor den Zwillingen nicht als Verlierer dar stehen. „Na Potter, jetzt haste kein Mumm mehr, was?“ Alecto lehnte sich lässig gegen die Wand und grinste den Gryffindor an. „Schade das wir nicht auch noch seinen Black-Freund getroffen haben...“ Amycus ließ seinen Zauberstab in der Hand kreisen und nickte Severus zu.
„Black ist nicht...“
„....sein Freund. Na, Carrow hast du im Circus gelernt?“, schnarrte eine Stimme hinter Severus, der seinen Einsatz verpasste und sich erschrocken umwandte.
„Oh, wenn man vom Verräter spricht.“ Alecto stieß sich elegant von der Wand ab und kam auf die Jungs zu. „Guten Abend Alecto, na mal wieder einen Schwächeren gefunden? Willst mal wieder deinen Frust von zu Hause bei jemanden abladen?“ Severus beobachtete das Gespräch zwischen Black und den Carrows und hatte schon vergessen, dass er eigentlich James im Schach halten sollte. „Trau du dich erst mal nach Hause, Black.“ Sie spuckte ihm vor die Füße und bekam einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf. „Sonst schlag ich keine Frauen, aber du zählst nicht.“, erklärte James mit wiedergefundenem Mut in der Stimme, als Alecto ihren Zauberstab fallen ließ und sich den Kopf hielt.
Sirius kickte den hölzernen Stab mit einer lässigen Bewegung zur Seite und richtete den seinen auf Alecto. „Sonst helfe ich keinem Potter, aber heute zählt nicht.“, erklärte er und ein roter Funkenhagel strömte aus seinem Zauberstab. Alecto hielt sich jetzt das Gesicht, auf dem überall rote, dicke Pusteln zu erkennen waren.
Amycus hatte seinerseits einen Furunkulus-Zauber ausgesprochen und auf James gerichtet, der sich noch ducken konnte. „Schön das ihr Schlangen euch immer gegenseitig aus dem Verkehr zieht.“, lachte Sirius bellend auf und richtete den Zauberstab auf Amycus, der als einziger Slytherin nicht mit Furunkeln übersät war. James rappelte sich wieder auf und zückte nun endlich auch seinen Stab, als er von hinten eilige Schritte hörte. Amycus ließ seinen Stab fallen und rief. „Schnell Professor Slughorn!“
Genannter bog gerade in diesem Moment um die Ecke und erkannte die Situation sofort. „Black, Potter! Zauberstäbe weg!“ Sirius und James wollten gerade anfangen sich zu verteidigen, als Lily hinter Slughorn auftauchte. „Oh, Sev! Was haben sie mit dir gemacht?“, rief sie bestürzt und schaute wütend zu James, der Snape am nächsten Stand. „Nichts schlimmes Miss Evans, es sind nur Furunkeln. Mr. Snape, Miss Carrow gehen Sie in den Krankenflügel Poppy hat sicher einen Trank für Sie. Und Sie Mr Black und Mr Potter folgen mir. Sofort.“ Amycus bedankte sich überschwänglich bei seinem Hauslehrer und bestätigte ihm, dass Sirius und James die drei angegriffen hatten. „Wie sollen denn zwei Erstklässler, zwei Zweitklässler und den da angreifen?“, wollte James von dem Zaubertrankmeister wissen. „Das erschwert die Lage noch, Mr. Potter. Wie können sie es wagen gegen Ältere ihren Zauberstab zu erheben. Und nun folgen Sie mir, ich habe keine Lust auf Ausreden Ihrerseits.“

~*~*~

Der Halbmond scheint durch das große Fenster in das vollgestopfte Zimmer. Überall stehen Pokale und Orden. An den Wänden hängen längst vergessene Urkunden mit Namen, an die sich kaum jemand erinnert, neben Fahnen der vier Hogwartshäuser, die zu Staub zerfallen würden, würde man sie heute noch als Banner mit auf ein Quiddichfeld nehmen.
Sirius hatte in der rechten Hand ein altes Poliertuch und in der linken eine kleine Flasche mit einer stinkenden Flüssigkeit, die ihm der griesgrämige Hausmeister zum putzen gegeben hatte. Sein Arm schmerzte vom ständigen reiben und seine Laune war mehr als am Boden. Auch James stöhnte wieder auf, als er sich den nächsten Pokal vornahm. „Diese elenden Schlangen.“, grummelte er zum gefühlten hundertsten Mal. „Listig eben.“, bedachte Sirius James Ausbruch nur. „Ja, halt du ruhig zu deinen Slytherin Kumpels...“ James hatte keine Lust sich von Sirius jetzt irgendetwas anzuhören.
Sirius schaute nicht ein Mal hoch sondern polierte stur weiter. „Falls es dir nicht aufgefallen ist, putze ich hier zusammen mit dir.“, kommentierte er genervt. „Tja, hättest mir ja nicht helfen brauchen.“
Sirius grinste leicht. „Also erkennst du an, dass ich dir geholfen habe? Ich habe dem großen Potter wirklich helfen können.“ James lies seine Hand sinken und funkelte Sirius böse an. Gerade wollte er wieder drauf los sticheln, was für ein schwarz magischer Nichtsnutz Black doch war, als Mr. Flich den Raum betrat um nach den Rechten zu sehen. „Na los! Das geht auch etwas schneller, Jungs!“ Er ließ sein Blick über die wenigen polierten Pokale wandern und schaute auf den noch vollen Raum. „Sonst kommt ihr heute gar nicht mehr ins Bett.“ Er grinste sie fies an. „Dann wünsch ich euch eine gute Nacht!“ Flich ging wieder aus dem Zimmer. Man hörte wie er sich im Nachbarraum ein Plätzchen zum Dösen suchte.

„Wie ich das ganze Pack hasse..“; grummelte dies Mal Sirius in die Stille. James hatte sich wieder dem Pokal zugewandt. „Was meinte diese Carrow eigentlich?“, fragte er etwas unsicher nach. Sirius schaute nicht auf sondern blaffte nur ein. „Geht dich nichts an.“ James zuckte mit den Schultern. „Ich dachte nur... vielleicht könnte ich dir dabei ja helfen.“ Jetzt lies Sirius seinen Putzlumpen sinken und starrte James verwundert an. „Du mir helfen?“
James zuckte mit den Schulter. „Klar, ich schick dich einfach nach London. Damit wäre mir in der Tat geholfen. Ich wäre dich los und meine Eltern hätten was zum austoben.“ Er schüttelte den Kopf und wandte sich dem nächsten Orden auf dessen Front man noch nicht ein Mal erkennen konnte, für was derjenige ausgezeichnet wurde. „Du traust dich also wirklich nicht nach Hause, was?“ James schaute verstohlen zu seinem Mitschüler. Dieser schrubbte betont konzentriert den Namen wieder frei. „Ich bin nicht nach Hufflepuff gekommen.“, erklärte er steif. „Lass Harvey in Ruhe!“, konterte James sofort. Er hasste es wenn jemand Hufflepuff so durch den Dreck zog.
„Lass ich ja. Nur, lass du auch mich in Ruhe.“ Sirius drehte sich zu James um. „Denn stell dir vor, es gibt Sachen da sollst du dich nicht einmischen.“ James zuckte mit den Schultern. „Das sagen meine Eltern auch immer...“ Er schüttelte seinen Arm um wieder weiter schrubben zu können. „Ich dachte nur... Ich meine ohne dich hätten mich die Slyhterins ganz schön dran bekommen -“
„Nein, ist dir das auch schon aufgefallen?!“
„- und ich dachte, da du mir geholfen hast, könnte ich das irgendwie wieder gut machen.“ Sirius wusste nicht so ganz was er von diesem Angebot halten sollte. Seit gut einem Monat gingen sie nun zusammen auf die Schule und seit gut einem Monat war Potter recht gut damit gefahren ihn als schwarz magischen Möchtegern – Slytherin dar zu stellen, der aus versehen ins falsche Haus gekommen war. Und jetzt?
„Lass mich einfach in Frieden, damit ist mir schon genug geholfen.“ James zuckte mit den Schultern. „Wie du meinst.“, erklärte er fast abwesend. „Aber ich muss schon sagen, denen haben wir es gezeigt!“

(*) Ich meine mich erinnern zu können, dass die Haustische von Gryffindor und Slytherin nebeneinander sind. Oder?


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Joanne K. Rowling