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Fanfiction

Warum wir kämpfen - - 7 - Entscheidungen

von Si-lee

- 7 - Entscheidungen

Der Oktober hinterließ ein immerwährendes Grau. Der November brachte einen ständig eisiger werdenden Wind und mit dem ersten Dezember kam der erste Schnee. Die Gryffindors gesellten sich alle eng um den warmen Kamin im Gemeinschaftsraum und vertieften sich in die vielen Hausaufgaben, die sie über das Wochenende auf bekommen hatten. Professor McGonagall hatte bereits die Liste aufgehängt, in die sich diejenigen eintragen sollten, die über Weihnachten in Hogwarts bleiben wollten.
Lily Evans stand nun unschlüssig davor und überlegte ob sie für Severus in Hogwarts bleiben sollte. Doch wie sie sehr wohl mitbekommen hatte, konnte sich ihr Freund sehr gut alleine beschäftigen. Seitdem sie sich in zwei verschiedenen Häusern wiedergefunden hatten, sahen sich die alten Freunde nur noch selten. Lily betrübte das sehr, auch wenn sie es vor Severus abtat.
Ihre Gedanken wurden durch eine Frage unterbrochen und sie drehte sich zu dem Jungen um, der sie ausgesprochen hatte. „Na Evans, bleibst du etwa hier?“ James Potter saß im Sessel vor dem Kamin und feixte sie an. Sie hingegen schaute nur missbilligend zurück. So als würde sie mit einem Käfer sprechen müssen. „Nein, da bestünde die Gefahr, dass du auch hier bleibst.“ Mit diesen Worten zischte sie in Richtung Mädchenschlafsäle.
James zuckte mit den Schultern. „Eindeutig PMS.“ Remus zog eine Augenbraue hoch. „Das hat mir mein Vater erklärt. Immer wenn die Frauen komisch sind, ist es PMS.“ Peter schaute ganz neugierig zum Wortführer hoch und fragte etwas schüchtern: „Was ist PMS, James?“ Dieser zuckte mit den Schultern. Remus ergriff das Wort: „Das prämenstruelle Syndrom bezeichnet Stimmungsschwankungen bei Frauen vor ihrer monatlichen Regelblutung.“ James kicherte. „Womit du dich alles auskennst!“

Sirius beobachtete die drei von seinem Sessel in der Ecke und blätterte in seinem Verwandlungsbuch herum. James hatte sich seit dem Pokale putzen richtig nett ihm gegenüber verhalten. Er nervte ihn nicht mehr mit seiner schwarz magischen Familie. Er nannte ihn nicht mehr Black – gut nicht immer Black... und er hatte sogar dafür gesorgt, dass ganz Gryffindor dachte, James wäre an dem Punkteabzug alleine Schuld. Seit einiger Zeit hatte er sich mit seinen Freunden sogar am Gryffindortisch neben ihn gesetzt. Die Slytherins hatten diesen Sinneswandel natürlich sofort bemerkt und Sirius schon das ein oder andere Mal dafür aufgezogen.
Er lies seinen Blick schweifen und schaute nun auch zur Liste. Er spürte den dicken Klos in seinem Hals. Weihnachten – das Fest der Familie. Er schluckte. Wie gerne würde er hier bleiben. Den Brief seiner Eltern einfach ignorieren und erst im Sommer wieder in das Leben der edlen Familie Black eintreten. Doch er wusste, dass es die Sache nicht verbesserte, wenn er ihr weiter aus dem Weg ging, Er stöhnte auf und schaute wieder in das Buch.
„Findest du den Aufsatz für Verwandlungen auch so schwer?“, fragte eine ruhige Stimme neben ihm. Sirius schaute wieder auf und schüttelte den Kopf. „Bin schon fertig.“ Abigail schaute leicht verwirrt. „Oh. Ich dachte..“ Sie machte eine kurze Pause und fragte dann. „Kannst du mir deinen Aufsatz vielleicht ausleihen? Ich versteh immer noch nicht was McGonagall mit der richtigen Zauberstabhaltung meint.“ Sirius schaute zu James, Remus und Peter. „James lacht immer, er findet Verwandlungen so einfach und bei Remus versteh ich immer nur Bahnhof.“, gab sie schnell zu. Sirius nickte. „Er liegt dort auf dem Tisch.“ Abigail bedankte sich höflich und setzte sich dann wieder in ihren Sessel.
Sirius rollte innerlich mit den Augen. Das Mädchen konnte er nicht verstehen. Mal verhielt sie sich so, als würde sie die leibhaftige Gryffindor sein und im nächsten Moment war sie wieder so schüchtern und zurückhaltend, fast so als würde sie eigentlich nach Hufflepuff gehören.

„Hey Sirius, bleibst du jetzt eigentlich hier in den Weihnachtsferien?“, rief James quer über den Gemeinschaftsraum. Sirius schaute wieder auf und wusste nicht so recht was er darauf antworten sollte. „Ähm.. Was geht... Warum?“
Er hatte sich vorgenommen etwas freundlicher zu Potter zu sein, immerhin war er Reinblüter und damit sozusagen auch im falschen Haus gelandet. Die Potters waren immerhin noch im Stammbaum der Blacks verzeichnet... zumindest ihre Wurzeln, also konnte eine Freundschaft zu Potters Sprössling ja nicht all zu verkehrt sein. Klar wusste er, dass James sehr wohl im richtigen Haus gelandet war und auch, dass seine Eltern es keinesfalls für richtig hielten, dass er sich mit einem Sprössling der muggelliebenden Potters abgab, aber er legte sich einfach schon ein paar Ausreden zurecht, warum er sich nicht an die Vorschriften seiner Eltern hielt. „Wollt nur mal wissen, wer noch so hier bleibt. Meine Eltern sind weggefahren und ich bin gerade dabei Remus hier zu überreden.“ Sirius zog eine Augenbraue hoch und versuchte zu verstehen, was das eine mit dem anderen zu tun hatte. „Ich dachte einfach wir könnten sicher ne Menge Spaß zusammen haben.“, ergänzte James aufgrund des verwirrten Gesichtes von Sirius. Dieser nickte leicht abwesend und schüttelte innerlich den Kopf. Wie sollte man diesen Potter nur verstehen...

„Er merkt eben, dass du doch gar nicht so übel bist. Und nun ja. Du hast bis jetzt ja noch nicht so viele Freunde, oder?“, meldete sich Abigail neben ihm wieder zu Wort. Sirius schaute das Mädchen mit den braunen Schulterlangen Haaren an. „Ich brauche keine Freunde.“, erklärte er etwas zu schnell. Sie lachte. „Klar, ein Black braucht so was nicht.“ Sie machte eine kurze Pause und schaute zu den Jungs rüber. „Aber falls doch, gäbe es hier sicher welche.“ Sie legte seinen Aufsatz wieder auf den Tisch. „Danke noch Mal.“ - und machte sich auf den Weg aus dem Gemeinschaftsraum.

~*~*~

Die Weihnachtsferien rückten mit jedem Tag näher und Sirius wurde mit jedem Tag unruhiger. Er schlief schlecht und hatte kaum noch Appetit. Er war ein nervliches Frack. Er konnte sich nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren, merkte es nicht ein Mal, als er von Professor Slughorn das zweite Mal aufgerufen wurde. Erst als ihn jemand in die Seite knuffte, schaute er auf. „Ähm. Tut mir Leid, Professor, ich war gerade..“ Dieser schüttelte nur den Kopf. „Die Ferien haben noch nicht angefangen Mr Black. Sie müssen sich noch vier Tage gedulden. 5 Punkte Abzug, wegen schlafen im Unterricht.“ Sirius murrte noch nicht mal sondern schaute wieder auf sein aufgeschlagenes Buch.
Kaum war Zaubertänke zu Ende stand auch schon James bei ihm und schaute ihm lange ins Gesicht. „Sag mal, ist alles okey? Du schläfst doch sonst nicht bei dem alten Knacker ein?“ Sirius zuckte mit den Schultern und packte schnell seine unangetasteten Sachen wieder zurück in die Tasche. „Bin eben müde.“, erklärte er ausweichend und verließ fluchtartig den Klassenraum.

James schaute Sirius nachdenklich hinterher. Er wurde aus dem Jungen nicht schlau. Jetzt versuchte er schon seit geraumer Zeit etwas freundlicher zu sein und Black schien das noch nicht ein Mal zu bemerken. Abigail hatte mit James ausgemacht, dass sie sich doch einfach öfter zu Sirius setzten konnten und so wurde der Abstand am Tisch der Gryffindors zwischen den einst so Verfeindeten schnell kleiner. Doch selbst als James sich eines Morgens neben Sirius gesetzt hatte, hatte dieser das nicht ein Mal mit einem „Morgen.“ quittiert.
Auch heute setzten sich die vier wieder neben Sirius. „Und hast du dich schon entschieden?“, wollte James ein Gespräch anfangen. „Lasst mich doch einfach in Frieden, okey?“, blaffte Sirius ihn an. Er lies sein angefangenes Essen stehen und erhob sich schnell. „Es reicht schon, dass alle denken wir wären die besten Freunde.“ James starrte ihn Fassungslos an. „Aber ich...“
„Du dachtest wohl, dass ich das will? Ja? Ich will mit einem Muggelfreund befreundet sein, damit meine Eltern mich noch mehr hassen?“ James klappte der Mund auf. „Das dachtest du wohl Potter. Aber stell dir vor, dass will ich NICHT.“ Sirius dampfte ab und James verstand die Welt nicht mehr. „Arrogantes Arschloch.“, murmelte er seinem Auflauf zu und stocherte mit seiner Gabel etwas zu heftig darin herum. „Glaubt wohl, wir hätten es nötig seine Freunde zu sein.“

~*~*~

Diese Nacht verbrachte Sirius wieder wach. Er hatte die roten Vorhänge um sein Bett zugezogen und schaute auf den roten Baldachin über ihm. Halte dich von Muggelfreunden und Schlammblütern fern! Sirius drehte sich auf die andere Seite und starrte auf den roten Vorhang. Wir werden aus sicherer Quelle auf dem Laufenden gehalten, also bedenke jeden Schritt. Er hatte nichts bedacht. Wie hatte er sich nur neben James setzten können? Wie hatte er ihm nur helfen können? Reichte es nicht, dass er in Gryffindor gelandet war. Er dachte an die erste Zeit hier... an den Brief den er an seine Eltern geschrieben hatte. Damals hatte er sich so sicher gefühlt. Er hatte sie beleidigt und das hatten sie sicher nicht vergessen. Er hatte ihren Namen durch den Dreck gezogen. Er hatte sie verraten. Er presste alle Luft aus seinen Lungen und versuchte sich zu beruhigen. Sie würden nicht viel machen können, die Ferien waren zu kurz. Es standen Familienfeiern an... zu viele 'Zuschauer'. Er stockte. Sie würden einen Weg finden ihm beizubringen, was er alles falsch gemacht hatte. Weiterhin starrte er auf das stechende Rot der Vorhänge und hätte es in diesem Moment gerne durch ein leuchtendes Grün getauscht.

Er hörte neben sich Peter im Schlaf etwas murmeln. Jemand drehte sich um und verfluchte sein Kissen – sicher James. Sirius seufzte. Wie gerne würde er einfach liegen bleiben. Die Zeit hier genießen. Sich neben James setzten und mit ihm reden, ohne sich Gedanken machen zu müssen. Wie gerne würde er durch das Schloss streifen und mit den Jungs etwas auf Erkundungstour gehen. Vielleicht sogar den Gemeinschaftsraum der Slytherins ausfindig machen. Und die Wände dort alle mit leuchtend roter Farbe bemalen. Er breites Grinsen stahl sich auf sein Gesicht und er nahm sich vor, seinen Traum irgendwann ein Mal wahr werden zu lassen.

~*~*~

„Und warum ist Remus jetzt schon zwei Tage vor Ferienbeginn abgehauen?“, fragte Harvey James noch ein Mal. „So genau hab ich das auch nicht verstanden. Hat irgendwas von Familie gefaselt und dass er schnell nach Hause müsste.“ James, Harvey, Abigail und Peter standen vor dem Verwandlungsklassenzimmer. „Aber ihr bleibt doch alle hier zu Weihnachten oder?“; hackte Peter nach. Die vier nickten einstimmig.
„Bin mal gespannt ob Black auch da bleibt.“, murmelte James. „Warum glaubst du das eigentlich?“, forschte Abi nach. „Ach, weißt du. Diese Carrow hatte damals gesagt, dass er sich sicher nicht trauen würde nach Hause zu gehen.“, fing James gerade an zu erklären als Sirius um die Ecke geschlendert kam. Sofort verstummten die vier und schauten zu dem Neuankömmling.
„Ich hab nichts dagegen wenn ihr über mich sprecht.“, begrüßte der sie und verschwand sofort im Klassenzimmer. James zuckte mit den Schultern und Abi meinte nur noch. „Mir tut er manchmal echt Leid.“ James wusste nicht was er dazu sagen sollte. Er wurde aus dem Jungen nicht schlau. Eine Stimme in seinem Hinterkopf sagte ihm, dass sie sicher gute Freunde abgeben würden. Doch da war dieser Hass in Sirius. Der Hass der Blacks eben, da war sich James sicher.
Er schaute zu Abi und zuckte mit den Schultern. „Kommt, lasst uns reingehen, bevor sie uns noch Punkte abzieht...“, erklärte er und hastete mit den dreien in den Unterrichtsraum.

~*~*~

Heute war die letzte Chance sich in die Liste einzutragen. Das wusste Sirius und deshalb stand er hier um halb zwölf. Er stand vor dem schwarzen Brett und betrachtete die Liste. Anmeldung für die Weihnachtsferien in Hogwarts. Anmeldeschluss: Freitag, 17. Dezember, 00:00 Uhr, steht da mit roten Lettern. Eine halbe Stunde hat er noch Zeit sich zu entscheiden. Heute Nachmittag hatte ihn seine Cousine angehalten und ihm zugerufen, dass sie sich auf Weihnachten freue. Wie sehr er diese ganze Bagage hasste. Er atmete ruhig und betrachtete die Namen in der Liste. Fein säuberlich stand dort: Abigail Bagshot. Genau darunter in einer krakeligen Jungenhandschrift: James Potter. Und ein paar Felder darunter: Peter Pettegrew. Er hatte es geschafft einen Tintenklecks neben seinen Namen zu fabrizieren. Sirius schüttelte den Kopf. Peter passte nun wirklich so gar nicht zu Potter und seinen Freunden. Noch weniger als Harvey.
Er hatte die lange Feder schon in der Hand. Auch ein kleines Tintenfässchen hatte er mit nach unten genommen. Noch unsicher ob er es brauchen würde. Er rieb mit dem Daumen über die Kuppen seiner Finger. Das hatte er sich als Kind angewöhnt zu tun, wenn er unsicher war. Es fiel kaum jemanden auf und doch beruhigte es ihn ungemein. Auf und ab streichelte er mit seiner etwas raueren Daumenkuppe über seine Finger. Eins, zwei, drei, vier, vier, drei, zwei, eins...

Er hörte Schritte vom Mädchenschlafsaal und wollte sich gerade schon zum Gehen wenden, als er die Uhr über dem Kamin einen neuen Spruch anzeigte. Höchste Zeit sich zu entscheiden! Sirius seufzte.
„Ich würde mich freuen wenn du hier bleibst.“, unterbrach eine vorsichtige Stimme hinter ihm die Stille. Sirius brauchte sich nicht umzudrehen er wusste das es Abigail war. Er nickte und schraubte sein Tintenfass auf. Fein säuberlich schreib er seinen Namen in die Liste und lächelte sogar ein kleines bisschen. „Das wird sicher ein schönes Weihnachtsfest!“, erklärte Abi und setzte sich vor den Kamin. Sirius schraubte das Tintenfass wieder zu. „Warum bist du noch wach?“, fragte er sie und machte Anstalten nach oben in den Schlafsaal zu gehen. „Ich konnte nicht schlafen... Es wird auch mein erstes Weihnachten ohne meine Eltern sein, nur dass ich mich nicht vor ihnen zu fürchten brauch.“, erklärte sie leichthin und zwirbelte eine braune Haarlocke. Er nickte leicht. „Ja, ist ein komisch Gefühl nicht.“ Abi schaute zu ihm hoch. „Sirius willst du dich nicht zu mir setzten und mir erzählen warum du immer so griesgrämig bist?“ Sirius zog eine Augenbraue hoch. „Ich denke nicht das es dich interessiert.“, entgegnete er ihr. „Dann würde ich nicht fragen.“ Sie lächelte und aus irgend einem Grund setzte er sich.
„Ich denke das habe ich von meiner Familie.“ Er zuckte mit den Schultern. „Wenn ich sonst nichts mit ihnen gemein habe, dann eben meine Gefühlslage.“ Sie schüttelte den Kopf. „Das glaub ich nicht. Hier bist du nicht bei deiner Familie und du grenzt dich doch auch so genug von ihr ab. Ich glaube eher du willst manchmal so sein wie sie. Unnahbar.“ Abigail setzte sich auf und schaute ihn aus ihren braunen Augen an. „Aber du bist nicht unnahbar Sirius, du bist ein echt netter Freund, auch wenn du das noch nicht weißt.“ Sie grinste ihn an und stand wieder auf. „Ich versuch noch ein Mal zu schlafen...“, sagte sie noch bevor sie wieder zum Mädchenschlafsaal ging. Sirius schaute ihr nach und wusste nicht was er von alle dem halten sollte.
Wollte er wirklich unnahbar sein? Er schaute auf die Liste die sich am schwarzen Brett nun von selbst zusammenrollte und aus dem Porträtloch schoss wie ein gut gefalteter Papierflieger. Ja, unnahbar war keine schlechte Eigenschaft, gestand er sich ein. Wenn man unnahbar war, konnte keiner ihm etwas tun. Niemand. Denn nur diejenigen können einen verletzten, die einem nahe stehen. Wie die Familie – auch wenn man sich wünscht sie wären nicht 'Familie'.

~*~*~

Der See war mit einer dünnen Eisschicht überzogen, die nur durch den pulverartig Neuschnee bedeckt wurde. Die wenigen Vögel, die den Winter hier verbrachten, stöberten am Stamm des alten Baumes am See nach Körnern und zwitscherten dabei ihre Wut über die Nahrungsknappheit heraus. Der Steg zum See war vereist und man konnte kleine Eisblumen an den Pfählen erkennen.
Er saß auf der kalten Bank und schaute auf den ruhigen See hinaus. Der Saum seines Umhangs hatte sich schon mit Wasser vollgesogen und hing nun schwer an seinen Schultern herunter. Er war ruhig um ihn herum. Herrlich ruhig.
Das Schloss oberhalb des Sees schien in einem tiefen Winterschlaf zu liegen. Es waren keine wilden Stimmen zu hören, die sich auf den Vorplätzen verbotener weise duellierten. Es waren keine hektischen Schüler zu sehen und auch die Zeit schien in den Ferien etwas gemächlicher zu fließen.
Heute war Weihnachtsmorgen. Der fünfundzwanzigste Dezember und er, Sirius Black, war alleine. Keine Verwandten schaute ihn mit missbilligenden Blicken an. Kein Vater hatte ihn angebrüllt, dass er im falschen Haus gelandet war. Und er hatte noch nicht ein Mal einen Heuler von seinen Eltern bekommen. Er musste Lächeln. Hier in Hogwarts war er für seine Familie unnahbar. Zu weit weg...

„Hey!“, rief ein Junge mit roter Bommelmütze vom Weg zum See herunter. Sirius schaute nur kurz zu ihm hoch und wandte sich dann wieder dem ruhigen See zu. Ihm war heute Morgen nicht nach Gesellschaft. Sollten sie ruhig feiern. Das große Familienfest mit Freunden bestreiten. Er würde da nicht mitmachen. Lieber nicht. Doch der Junge schien sich nicht von seiner Idee abbringen zu lassen. Er kam den Rest des Weges herunter und stellte sich vor Sirius auf. „Warum bist du nicht im Schlafsaal? Wir haben gerade mal acht Uhr und Ferien!“, erklärte er als wäre es eine Schande in den Ferien so früh aufzustehen.
„War nicht mehr müde.“, redete sich Sirius heraus und schaute betont an James vorbei. Er wollte nicht die Geschenke der anderen bewundern müssen. Wollte nicht über Weihnachtsrituale plaudern oder alberne Lieder summen. Er wollte Ruhe.
„Ja, klar.“, neckte James ihn und stubste in mit der Hand gegen die rechte Schulter. Sirius war kurz davor hoch zu fahren und ihn anzubrüllen, doch er brummte nur missmutig auf. „Komm lass uns hochgehen. Ich wollt dir noch was geben...“, versuchte James es jetzt auf eine neue Tour.
Sirius schnaubte. „Was willst du mir den geben?“
„Vielleicht ein Mittel gegen miese Stimmung.“, entgegnete James frech und zog nun an Sirius Umhang. „Los komm schon Muffel, du hattest jetzt ein paar Tage für dich. Ab jetzt lassen wir das nicht mehr durchgehen!“
In der Tat hatte sich Sirius in den ersten paar Ferientagen erfolgreich von den restlichen Schülern, die über die Weihnachtsferien in Hogwarts geblieben waren, abgekapselt. Er war sogar zu anderen Zeiten zum Essen gegangen, um nicht ständig von ihnen an gequatscht zu werden. „Lasst mir doch einfach meinen Frieden.“, protestierte Sirius schon etwas mürrischer und riss sich von James los. Er stützte die Ellenbogen auf die Knie und legte seinen Kopf auf die geballten Fäuste, um starr auf den See schauen zu können.
Eine Schneeball prallte von seinem Hinterkopf ab und nun war es Sirius doch etwas zu bunt! Was wagte sich James da eigentlich? Konnte er ihn nicht einfach in Ruhe lassen? „Hey!“, schrie er auf und drehte sich zu James. Doch der Junge mit der roten Bommelmütze hob beschwichtigend die Hände und zeigte auf einen Punkt hinter Sirius. Ein zweiter Schneeball traf ihn in den Rücken und er drehte sich um.
Dort stand Abigail, einen dritten Schneeball in den Händen und ein Grinsen im Gesicht. „Ich sagte doch, wir werden schöne Ferien haben!“, erklärte sie und warf den nächsten Schneeball auf ihr mürrisch werdendes Ziel.
Sirius duckte sich und formte seinerseits eine Kugel aus Schnee. „Auja! Schneeballschlacht!“, erklärte James und fing auch an den Schnee zu Bällen zu drücken.
Schon bald flogen nicht nur Schneebälle sondern auch lachende Stimmen über die Wiese vor dem See und Sirius fiel zunächst gar nicht auf wie locker er geworden war. Gerade versuchte er das Mädchen mit einer Hand voll Schnee einzuseifen, die sich kreischend zu Händeringend wehrte, als Hagrid, der Wildhüter von Hogwarts, den Weg hochkam. „Oh, Kinners. Passt auf das ihr euch nicht unterkühlt.“ Er schmunzelte und fing den Schneeball der sich in seine Richtung verirrt hatte mit einer seiner Pranken auf. „Na, wenn das nicht meine beiden Miesepeter aus der Ersten sind.“, erkannte er die Jungs. Sirius hatte die Hand mit Schnee sinken lassen und Abi stützte sich leicht an seiner Schulter ab. „Mr Black und Mr Potter. Und natürlich Mrs Bagshot, wie schön, dass ihr es geschafft habt.“ Er grinste sie an und Sirius wollte gerade nachfragen, was sie geschafft hatten, als er sie wie ein übergroßer Hirte in Richtung Schloss trieb. „Na los, Kinners, das Essen wartet schon!“

James, Sirius und Abigail ließen sich von seinen Hagrids großen Pranken zum Schloss treiben, wie eine verloren gegangene Schafherde zum Futterplatz, und lachten noch über die Schneeballschlacht. Im Schloss angekommen wandte Hagrid sich gleich der Großen Halle zu und die drei Gryffindors der großen Treppe. Sie wollten sich vor dem Essen schnell umziehen. Gemeinsam stapften sie die Treppen hoch und hinterließen eine dicke Schneespur, die Mr Flich ganz sicher nicht begeistern würde.
„Nun sag mal Sirius, warum bist du hier geblieben?“, hackte James nach, als er gerade vor dem Porträt der fetten Dame zum stehen gekommen waren. Sirius schaute James kurz durchdringend an und sagte dann stur. „Geht dich nichts an, Potter.“ Abigail zuckte hilflos mit den Schultern und murmelte ein: „Falscher Hase.“, an die Fette Dame, die daraufhin den Weg zum Gemeinschaftsraum freimachte. „Klar, geht es mich nichts an... ich wollt ja nur nachfragen. Bin eben neugierig.“, versuchte sich James zu verteidigen und kletterte hinter Sirius durch das Portätloch.
„Neugierig wie ein Mädchen.“, stellte dieser klar und sputete die Treppen zum Jungenschlafsaal hoch.


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Wer gebeten wird, in einem Harry-Potter-Film mitzumachen, würde niemals ablehnen. Und mir hat die Rolle Spaß gemacht. Bellatrix’ Persönlichkeit ist offenbar ernsthaft gestört. Sie findet es richtig toll, besonders böse zu sein. Wahrscheinlich ist sie in Lord Voldemort verliebt; immerhin hat sie für ihn 14 Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt ist sie wieder draußen und noch fanatischer als je zuvor.
Helena Bonham Carter