Warum wir kämpfen - -11- Und da kam der erste Streich...
von Si-lee
Hallo :)
jetzt melde ich mich doch mal am Anfang eines neuen Kapitels, aber nur um zu sagen: Vergebt mir ich bin kein guter Dichter! =)
Viel Spaß
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-11- Und da kam der erste Streich...
Harvey hatte sich endlich aus dem Abteil schummeln können. James war vor gut einer Stunde völlig genervt eingetrudelt und hatte ihnen gleich von der Begegnung mit Sirius erzählt. Remus hatte angemerkt, dass Sirius sich vielleicht nur so verhalten hatte, da er von seinen Verwandten beobachtet wurde, doch James lies nicht mit sich reden. Abi und er hatten bereits in den letzten zehn Tagen viel über den Vorfall geredet und waren zu dem Schluss gekommen, dass Sirius sich langsam mal entscheiden musste.
Harvey nahm es Sirius nicht übel, dass er ab und an mal einen schlechten Tag hatte, doch James hatte in einem Punkt recht. Wenn Sirius sie zu Freunden haben wollte, musste er zu ihnen stehen können. Harvey war sich ziemlich sicher, dass Sirius das wollte.
Er lief den Gang im Zug entlang und schaute in jedes Abteil. Im letzten fand er den Gesuchten. Er saß ganz alleine am Fenster und starrte auf das trübe Grau der Wolken. „Hey.“, sagte Harvey laut und Sirius schreckte etwas zusammen. „Darf ich rein kommen?“
Der Gefragte nickte knapp und Harvey lies sich ihm gegenüber auf den Sitz fallen. „Hat James dich geschickt?“, fragte Sirius betont gelangweilt. Harvey konnte allerdings erkennen, dass er nur zu gerne wissen wollte, warum er ins Abteil gekommen war. „Nein. James weiß nicht das ich hier bin.“ Sirius brummte und schaute wieder zum Fenster. „Wir war dein Sommer?“, versuchte Harvey noch einen Start. Sirius schnaubte und Harvey musste grinsen. „Kann ich mir vorstellen. James hat erzählt wie du drauf warst auf der Beerdigung.“
„Ach hat er allen erzählt, dass ich keine Halbblüter mag?“ Harvey rollte mit den Augen und schüttelte sein braunes Haar. „Er hat erzählt, dass du blass warst und das es dir sicher nicht gut ging. Er sagte, dass du deinen Verwandten nach dem Mund geredet hast und versucht hast niemanden an zu sehen.“ Sirius nickte und wandte sich doch wieder dem jungen Hufflepuff zu. „Warum bist du hier? Willst du mir auch sagen, dass ich nicht euer Freund sein kann? Oder willst du mir nen Vortrag über Halbblüter halten, so wie James?“
Fast wäre Harvey einfach wieder aufgestanden. Sirius machte es einem schon nicht leicht, nett mit ihm umzugehen. Er schloss kurz die Augen und sagte dann. „Ich wollte mit dir was planen... denn ich denke, du bist der Richtige dafür.“ Sirius Interesse war geweckt. „Planen?“
Harvey lächelte. „Jap. Einen Streich um genau zu sein.“ - „Einen Streich? Wenn ich der Richtige dafür bin geht er vermutlich gegen die Schlangen.“ Harvey bejahte und Sirius Augen funkelten. „Da bin ich dabei!“
Das hatte Harvey vermutet. Er hatte sich überlegt, dass man Sirius am besten wieder in die Mitte der kleinen Gruppe holen konnte, wenn er offen zeigte, dass er gegen das grüne Haus war. Sirius würde mitmachen, da er genug Wut die Ferien über angestaut hatte, und James würde vielleicht darüber hinwegsehen, dass Sirius an der Beerdigung so merkwürdig war. Eventuell würden die beiden ja endlich ein Mal vernünftig miteinander reden.
„Schon eine Idee?“, riss Sirius den jungen Bagshot aus seinen Gedanken. „Nun ich dachte wir könnten ihnen zum Beispiel etwas ins Essen mischen. Mir ist aufgefallen, dass viele Slytherins immer recht spät zum Frühstück kommen.“ Sirius überlegte kurz und schüttelte dann den Kopf. „Dabei sehen uns zu viele. Das ist zu auffällig. Und zumindest ich komme in Teufels Küche, wenn das raus kommt.“
Harvey bemerkte wie ein düsterer Schleier sich über Sirius Gesichtszüge zog und fragte daher nach. „Wenn du das nicht machen willst... Also ich meine, wenn du Angst vor Konsequenzen hast... von zu Hause.“ Sirius lachte auf und Harvey erschreckte sich etwas wegen der unpassenden Gefühlsregung. „Konsequenzen. Du hast ja keine Ahnung...“ Sirius zuckte mit den Schultern. „Ich habe mich eben schon mit diesem Malfoy angelegt, ich denke ein Fehltritt mehr oder weniger ist jetzt auch schon egal.“ Harvey machte große Augen. James hatte völlig unrecht, wenn er immer sagte Sirius sei nicht mutig. Ich glaube, er ist der mutigste von den Zweitklässlern..., dachte er sich.
„Gut, aber du hast Recht das Frühstück ist zu auffällig. Weißt du vielleicht wo die Küche ist?“ Beide mussten feststellen das sie es nicht wussten. Sie überlegten hin und her. Sirius plauderte aus dem Nähkästchen was er alles über die einzelnen Slytherins wusste. Erzählte etwas über den Gemeinschaftsraum, von dem leider auch beide nicht wusste, wo genau er sich in den Kerkern befand. Sie gingen ein paar der Scherzartikel aus Zonkos durch, doch sie fanden keinen passenden Streich. Sirius war kurz davor wieder aufzugeben, als er über Malfoy nachdachte. „Wir müssen sie irgendwie in der Öffentlichkeit blamieren. Es gibt nichts schlimmeres für sie...“, murmelte er vor sich hin und dann kam ihm die Idee.
Er erzählte Harvey was er vor hatte und beide lachten laut. „Das wird einsame Spitze!“, stimmte der Hufflepuff ihm zu. „Wir sagen es aber keinem. Auch James nicht.“ Sie planten genau wann sie was machen wollten und kurz bevor der Zug in Hogsmead eintrudelte verließ Harvey mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht das Abteil. Er war sich sicher, nach diesem Streich würde James nicht mehr fragen, ob Sirius es wert sei ihr Freund zu sein.
~*~*~
Es dauerte eine volle Woche bis Sirius und Harvey mit ihren Vorbereitungen fertig waren und noch ein Mal zwei Tage bis sie ihren Plan in die Tat umsetzten konnten. Seit dem Verschwörertreffen im Zug hatten sich die beiden fast jeden Abend im Schloss getroffen und an ihrem Streich geplant. Remus hatte Sirius schon gefragt, wo er denn jeden Abend hin ging. Sirius hatte aufgelacht und gesagt: „Zu meiner kranken Tante. Ach, nein, dass ist ja deine Ausrede!“ Seit dem fragte ihn keiner mehr. Peter hatte sich an James gehängt, der sowieso kaum ein Wort mit dem Black redete. Sirius fand das einfach nur kindisch und ignorierte 'den Potter' daher völlig. Abigail hatte sich auf ein Mädchen aus der ersten Klasse gestürzt, welche wieder Erwartens nach Gryffindor gekommen war. Ihre Freunde waren alle in Ravenclaw und Maja fühlte sich doch etwas einsam im Haus der Löwen. Somit waren alle beschäftigt und die beiden konnten in Ruhe ihren Plan in die Tat umsetzten.
Sirius stand an der Wand vor dem Zaubertrankklassenzimmer gelehnt und nickte Harvey auf der anderen Seite kurz zu. Dieser grinste und ging los. Ein Grüppchen Slytherins hielten genau auf den Hufflepuffjungen zu und er fummelte an seiner Tasche herum, als würde er nicht mitbekommen, dass er gleich mit ihnen zusammenstieß. Sirius murmelte einen Zauber und zielte damit auf die Statur auf der gegenüberliegenden Seite. Sie schepperte laut und fiel prompt in sich zusammen. Harvey lief gleichzeitig in die Gruppe hinein und stieß mit Amycus Carrow zusammen der ihn gleich anfuhr. „Pass auf, man. Sonst hex ich dich in die nächste Woche!“ Harvey entschuldigte sich überschwänglich und rannte um die nächste Ecke. „Was grinst du so blöde, Black!“, maulte jetzt auch Alecto Carrow - Amycus Schwester - los. Sirius zuckte mit den Schultern und verschwand im Klassenzimmer.
Er hoffte das es geklappt hatte und setzte sich in die letzte Bank. Es dauerte keine zwei Minuten und Harvey kam keuchend in den Raum. „Mr. Bagshot, sie sind zu spät. Fünf Punkte Abzug für Hufflepuff.“, wurde er von Prof. Slughorn begrüßt. Der Junge setzte sich neben Sirius und James drehte sich um und schaute ihn fragend an. Er formte mit den Lippen: 'Ich hab dir extra freigehalten!', doch Harvey überging das einfach. „Mr. Potter wenn sie sich dann auch wieder auf meinen Unterricht konzentrieren könnten.“, fuhr der Lehrer fort und James musste sich wohl oder übel nach vorne wenden.
„Es hat geklappt. Amycus hat nun eine nette Karte in seiner Tasche.“ Sirius grinste breit und schaute auf die Uhr. „Dann haben wir noch zwei Stunden. Klappt genau, zum Mittagessen gibt es dann musikalische Untermalung.“ Sie kicherten wie kleine Mädchen und schauten, nach einem strengen Blick seitens Prof. Slughorn, wieder in die Bücher. James schien das kleine Gespräch mitgehört zu haben, denn merkwürdigerweise wollte er nach Zaubertränke Harvey nicht mehr alleine lassen. Doch Harvey hielt dicht.
Bis zum Mittagessen hatten sie noch zwei Gruppen Slytherins erfolgreich gerammt. Sirius war in eine Gruppe Siebtklässler geraten und hatte Lucius das geheimnisvolle Objekt untergejubelt und Harvey war mit Severus Snape zusammengestoßen. Jetzt war gleich Zeit zum Mittagessen und die beiden Jungs konnten kaum mehr still sitzen. „Hast du heute Wichteln im Hinter?“, fragte James Sirius genervt. Doch dieser antwortete nicht mehr. Es klingelte und er war wie ein Blitz an der Gruppe vorbeigeschossen. „Was hat der bloß schon wieder?“, hörte er James noch, aber es interessierte ihn nicht mehr.
Die Große Halle war noch völlig ausgestorben als sich Sirius zum Mittagessen niederließ. Er schaufelte sich gleiche eine große Portion Kartoffelbrei auf den Teller und ertränkte es dann mit ordentlich Soße. Auch ein paar Erbsen landeten daneben, allerdings bildeten sie nur die Garnierung für ein großes Schnitzel. Kaum hatte er angefangen zu essen, sah er Harvey in die Halle kommen. Er zwinkerte ihm zu und sie tauschten ein verschwörerisches Lächeln aus.
Langsam füllten sich die Tische und das Stimmengewirr wurde mit jeder Minute lauter. Sirius blickte immer wieder auf seine Armbanduhr und wartete geduldig bis der Zeiger auf halb Eins zeigte. Er kaute schnell denn letzten Bissen herunter und wartete auf den Knall.
Zunächst hörten sie einen Aufschrei vom Slytherintisch. Dann verstummte die rechte Hälfte der großen Halle und man hörte eine verzerrte Stimme singen. Sirius drehte sich um und sah wie Lucius Malfoy seinen Zauberstab zückte und versuchte eine rosa Karte zum Schweigen zu bringen. Doch der Zauber ging nach hinten los. Das Gesinge wurde lauter und jetzt konnte es jeder hören.
Ich singe dir, mein Moppelchen
dies Gedicht gegen deine Stoppelchen.
Die kratzen immer, wenn ich dich küss
Hast du ein Glück, ich sag nicht 'Tschüss'.
Was wirst du denn so Rot mein Schatz?
Es weiß doch jeder, dass du hast
Haare auf dem Rücken,
die mich nicht gerade entzücken.
Doch wollen wir nicht unfair sein
im Bett bist du nicht so ein Schwein.
Zwar geht es dort recht langsam zu
doch drüber zu reden, dass ist Tabu!
Die Stimme ähnelte einem Mädchen, allerdings erkannte jeder, dass sie ursprünglich einem Jungen gehört haben musste. Sie wirkte verzerrt und Remus erklärte Peter gerade, dass das mit einem Zauber durchaus möglich war. Schallendes Gelächter übertönte den Singsang und Lucius vergrub die rosa Karte in seiner Tasche, bevor er, von Narzissa gefolgt, aus der Großen Halle stürmte. Eine Stimme vom Gryffindortisch erhob sich und rief ihm ein: „Da rennt es, dass Moppelchen!“ und alle fingen wieder an zu Lachen. Noch bevor sich die Menge wieder beruhigt hatte hörte man von einer anderen Stelle des Slytherintisches eine ebenso verzerrte Stimme dichten. Die Schüler wurden schlagartig still, denn niemand wollte das verpassen. Einige Ravenclaws waren sogar aufgestanden und zum Tisch der Hufflepuffs rüber gelaufen, um es besser verstehen zu können.
Alecto Carrow hiet eine ebenso rosa Karte vor sich, als würde sie gleich explodieren und ihr Bruder Amycus versuchte mit ein paar Zaubersprüchen die Stimme zum Schweigen zu bringen.
Mein Bruder - hier
der ist wirklich ein dummes Tier.
Vor lauter Futterneid
geht er täglich in die Breit'.
Zum Glück braucht sein Hirn kein Platz,
denn das ist groß wie beim Spatz.
Doch er ist ja in Slytherin
da kommt man auch gut ohne hin.
Was er am besten kann
ist spielen den Hampelmann.
Wenn er nur schleimen muss
und dumm sein kann wie ne Nuss.
Die Menge tobte und klatschte Beifall als die rosa Karte in Alectos Händen tatsächlich explodierte und sehr große Ähnlichkeiten mit einem Heuler hatte. Passend zur letzten Zeile meldete sich die dritte Karte, welche Severus Snape in der Tasche hatte und verkündete im Duo:
Ein Schleimer bin ich ebenfalls
zumindest bin ich's größtenteils.
Der andere Teil ist fettiges Haar,
weil ich noch nicht duschen war.
Severus hatte dazugelernt und fing gleich an mit seiner Karte in der Hand aus der Halle zu laufen, so konnten die Schüler nur noch die nächsten beiden Zeilen hören:
Auch meine Sachen stinken,
wie zwei Jahre alter Schinken...
Die Lautstärke hatte ihren Höhepunkt erreicht und Sirius konnte sich nicht mehr auf der Bank halten. Selbst einige Slytherins konnten sich das Lachen nicht verkneifen und kicherten hinter vorgehaltenen Händen. Sirius schnappte nach Luft und Remus hielt ihm eine Hand hin. Er ließ sich aufhelfen und grinste ihn an. „Das war ne super Idee!“, sagte Remus und Sirius stutzte doch etwas. „Waren wir so auffällig?“, fragte er flüsternd und schaute rasch zum Tisch der Schlangen. „Für die sicher nicht. Aber für uns schon.“ Er zeigte mit einem Nicken auf Peter und James die beide strahlend zu Sirius schauten. James zwinkerte ihm zu und Peter drehte sich zum Tisch der Hufflepuffs und zeigte Harvey einen Daumen nach oben.
~*~*~
Der Feuer im Kamin knisterte munter vor sich hin und strahlte eine wunderbare Wärme aus. Im Sessel direkt davor saß Sirius und schaute in die Flammen. Das Wetter draußen war unheimlich ungemütlich und er konnte nicht verstehen, wie Schüler bei dieser Witterung sich auf einen Besen setzten und auch noch draußen herumflogen. Es regnete Bindfäden und vor lauter grau konnte man nicht ein Mal Wolken erkennen. Zwar war es nicht besonders kalt draußen, dafür war man in wenigen Sekunden bis auf die Unterhose durchgeweicht. Dann war es egal ob es nur ein lauwarmer Wind war, der einem zum frieren brachte oder gleich der typische Eiswind aus dem Norden. Dafür das es noch September war, war es doch relativ kalt und Sirius hatte bereits seine Winterumhänge heraus gekramt.
Einige Schüler schien das Alles nicht zu interessieren. „Quiddich steht über dem Wetter.“; hatte James erklärt, bevor er mit Regenumhang und Handschuhen bewaffnet zum Quiddichfeld hinunter gelaufen war. Er Peter und Harvey waren nun seit gut drei Stunden draußen und Sirius wunderte sich, dass das Auswahlspiel immer noch nicht zu Ende war. Seit dem gelungenen Streich sprach James wieder mit ihm und hatte ihm daher angeboten sie zu begleiten, doch Sirius hatte abgelehnt. Er würde sich die Spiele anschauen, wenn James es tatsächlich in die Mannschaft schaffte und sonst auch nichts.
Das Portätloch ging auf und herein watschelten zwei völlig nasse Schüler in roten Regencapes. Sirius lachte auf, als er James und Peter erkannte. Auch ein paar ältere Schüler stimmten in das Lachen ein und einer fragte: „Wart ihr in der Waschstraße?“ James schaute den Jungen fragend an, doch dieser winkte ab. „Muggelzeug.“, erklärte er nur kurz. Peter ließ sich auf den Sessel neben Sirius fallen und man hörte ein Quietschen aus seinen Schuhen. „Ich hab den halben See da drin.“, kommentierte er für Sirius, der immer noch grinste.
„Und hast du es wenigstens geschafft?“, wollte Sirius von James wissen, doch der schüttelte nur den Kopf. „Die nehmen doch tatsächlich den Sucher vom letzten Jahr.“, grummelte er. „Dokins ist zwar nicht schlecht, aber sie hätten mich ruhig mal spielen lassen können.“ Sirius zuckte mit den Schultern. „Nächstes Jahr dann eben, Dorkins ist doch jetzt in der siebten, oder?“
Peter schüttelte den Kopf. „Ne, er muss die Sechste wiederholen.“ James nickte betrübt. „Das heißt nächstes Jahr werden sie ihn auch behalten, außer er schafft die Klasse wieder nicht.“ Sirius interessierte dieser ganze Quiddichkram herzlich wenig. Fliegen war okey doch nicht als Sport geeignet. Der Besen war ein Fortbewegungsmittel und kein Sportgerät. „Dann eben erst in der Vierten.“
James schaute ihn an als hätte er gerade erklärt er müsse nach Slytherin wechseln. „Erst in der Vierten? Niemals. So lange warte ich nicht.“ Sirius grinste. „Wenn du Dorkins nicht vergiften willst, dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig.“, stellte er gelangweilt fest und schaute Peter zu wie er einen Schwall Wasser aus seinen Schuhen kippte. Das Feuer knisterte leicht, da es ein paar Spritzer abbekommen hatte. Peter zog seinen Zauberstab und versuchte sich an die Formel zu erinnern, die etwas verschwinden ließ. Er zeigte auf die Pfütze zu seinen Füßen und wurde rosa im Gesicht. Hilfesuchend schaute er zu James, der ihn allerdings nicht wahrnahm. „Vergiften? Man, manchmal kann man wirklich Angst vor dir bekommen.“ Sirius hob seinen Zauberstab und sagte: „Evanesco.“ Die Pfütze verschwand und auf Peters Gesicht bildete sich ein dankbares Lächeln. „Ich werde das nächste Mal einfach für eine andere Position antreten.“, erklärte James eifrig. „Ich denke Jäger wäre gut...“
Die Fette Dame öffnete sich ein zweites Mal und eine größere Gruppe rot gewandeter Schüler kam herein. Alle bis auf die Socken nass und triefend. Aus dem Flur hörte man schon die keifende Stimme vom Hausmeister Mr. Filch, der einen Schüler wohl eben zur Schnecke machte. „Ich empfehle euch jetzt allen hoch zu gehen und euch umzuziehen!“, ertönte die Stimme von einem der Vertrauensschüler des Hauses und blickte dabei auf Peter der gerade seinen zweiten Schuh leeren wollte.
„Wo ist Remus eigentlich?“, fragte James und erhob sich aus dem Sessel. Sirius zuckte mit den Schultern. „Wohl bei seiner Tante. Ich hab die heutige Ausrede nicht mitbekommen.“ James schüttelte den Kopf. „Ich würde zu gerne wissen, was er vor uns verheimlicht.“
„Er wird seine Gründe haben. Aber ich weiß ja, dass dir solche Gründe immer herzlich egal sind, nicht wahr, Potter!“ Sirius musste grinsen und James schaute doch etwas schnippisch zurück. „Bei der nächsten Beerdigung kannste ja wenigstens 'Hallo' sagen, oder 'Wir reden wann anders'“ Sirius rollte mit den Augen. „Klar, dass kommt meinen Cousinen überhaupt nicht spanisch vor und sie wären sicher auch nicht drauf ein gegangen.“
Beide hatten sich, ohne darüber groß zu sprechen, darauf geeinigt diese Begegnung aus ihren Köpfen zu streichen. James wurmte Sirius Verhalten zwar noch, doch er hatte erkannt, dass er wohl wirklich ein Gryffindor sein wollte. „Dann bis später.“, sagte James nur und ging mit Peter und den restlichen Quiddich Anwärtern nach oben.
Auch Sirius stemmte sich aus dem Sessel hoch und nahm seine Pergamentrolle in die Hand. Er hatte angefangen den Aufsatz für Prof. Hunting, ihrem neuen Leher für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, zu schreiben. Sie sollten sich jeweils ein Wesen der Nacht aussuchen und darüber in der nächsten Stunde referieren. Er hatte zunächst in einem Schicken von Remus nach einem interessanten Wesen geschaut, doch auf Anhieb gefiel ihm keines davon. Die Grindelohs hatte sich Peter herausgesucht und die Hinkepanks fand James äußerst spannend. Kurz hatte Sirius darüber nachgedacht Irrwichte zu thematisieren, doch er wollte lieber nicht wissen was sein Irrwicht war. Jetzt war er auf dem Weg zur Bibliothek, um dort nach einem passenden Thema zu suchen.
Die Bibliothek war ein Raum in dem sich Sirius nicht gerne aufhielt. Man war umringt von großen, alten Regalen, die mit allen möglichen Büchern vollgestopft waren. Das Licht wirkte gedämmt und die Stimmung war seltsam einschläfernd. Es raschelte überall, da Schüler irgendetwas in Büchern suchten und die Luft war mit kleinen Staubpartikel angereichert. Man konnte den Staub sogar riechen. Sirius erinnerte dieser Geruch an den Grimmauldplatz. Auch dort konnte man das Alter der Räume riechen. Egal wie gründlich Kreacher darin putzte. Wenn die Sonne durch ein Fenster schien, konnte man den Staub fliegen sehen. Lauter helle Punkte die in der Luft schwebten.
Sirius schüttelte sich kurz und lief noch einen Gang weiter. Magische Geschöpfe stand an der vierten Regalreihe. Sirius lies einen Finger über die Buchrücken fahren und las hier und da einen Titel.
Er entschied sich für ein dunkel eingebundenes Buch mit dem Namen 'Wesen der Nacht' und setzte sich damit an ein Lesepult. Die Kerze zu seiner Rechten flammte auf und er blätterte einfach drauf los. Zunächst waren die weniger gefährlichen Geschöpfe aufgelistet. Auf der linken Seite war jeweils das passende Bild dazu. Sirius blätterte über die ersten Kapitel relativ gelangweilt hinweg und wurde erst ab der Hälfte des Buches langsamer. Die Bilder wurden düsterer und fast hätte Sirius einfach über eine Todesfee geschrieben. Er blätterte noch eine Seite weiter und schaute auf einen riesenhaften Wolf.
Der Werwolf, prangte als Überschrift darüber. Sirius zog sein Pergament heran und machte sich Stichpunkte. Über Werwölfe hatte er schon einiges gehört. Sie waren eine beliebte Schreckensgestalt der Blackschen Märchensammlung gewesen, die er sich als Kind angehört hatte. Jetzt merkte er allerdings, dass sich seine Großmutter nicht an die Tatsachen gehalten hatte. Sie hatte ihnen erklärt, dass ein Werwolf dazu geboren wurde hilflose Zauberer und Hexen zu beißen, damit sie gemeinsam den Mond anheulten. Auch war jeder Werwolf aus Melania Blacks Geschichten ganz und gar böse, egal ob er in der Menschlichen Gestalt war oder zu Vollmond in der des Wolfes.
Sirius achtete nicht auf die Uhrzeit und wurde um kurz vor Acht von einer säuerlichen Mrs. Pince aus der Bibliothek gescheucht. Sirius hatte sich das Buch vorher noch ausleihen können und hielt es nun unter dem Arm geklemmt fest. Die Gänge waren wie immer um diese Zeit fast ausgestorben. Die Schüler sollten sich jetzt in ihren Gemeinschaftsräumen aufhalten und nicht mehr durch die Gänge streifen und fast alle hielten sich daran. Einige, wenige Lehrer streiften zu diesem Zweck durch das Schloss und mahnten ältere Schüler sich nun dort hin zu bewegen und zogen jüngeren Schülern gleich Punkte ab, falls sie sie erwischten.
Als Sirius hinter sich Schritte hörte, schaute er sich daher schnell nach einer Versteckmöglichkeit um. Keine zehn Schritte von ihm stand eine Tür einen Spalt breit offen und Sirius schlich sich in das ausgestorbene Klassenzimmer. Er hörte die Schritte näherkommen und erkannte, dass es zwei Personen sein mussten. Die erste schritt mit energischen Schritten aus und schien es eilig zu haben. Die zweite schlurfte eher hinter der ersten her. Sirius spähte neugierig durch den offenen Spalt und sah zu seinem Erstaunen Remus hinter der Schulkrankenschwester herschlurfen. Er hatte seinen Kopf gesenkt und wirkte sehr blass.
Sirius Daumen fuhr an seinen Fingern entlang und er wartete noch bis die beiden hinter der nächsten Biegung verschwunden waren. Dann schlich er sich auf den leeren Gang zurück und folgte ihnen mit genügend Abstand. Was hatte Remus noch im Schloss zu suchen, wenn er doch angeblich bei seiner Tante war? Und warum lief er mit Madam Pomfrey quer durchs Schloss und blieb nicht im Krankenflügel wenn er schon so mitgenommen aussah?
Vielleicht muss er zu Dumbledore, weil er immer so viel fehlte, überlegte Sirius und folgte den beiden auf die Große Treppe. Wo war Dumbledores Büro überhaupt? Doch sicher nicht in der Nähe der Großen Halle, oder? Madam Pomfrey wurde langsamer und wartete am unteren Ende der Treppe auf den Schüler. Sirius hatte sich zum Glück noch hinter eine Statur zwängen können, sodass sie ihn nicht entdeckte.
„Nun kommen sie Mr. Lupin. Ich würde sie ja liebend gerne von ihrem Schicksal befreien, aber das kann ich nicht. Wir sollten uns beeilen.“ Sie sprach mit ihm wie eine Mutter zu ihrem Sohn. Sirius Daumen bewegte sich schneller und seine Gedanken kreisten um seinen Zimmergenossen. Remus nickte nur und ging etwas schneller.
Sirius spähte hinter der Statur her und erkannte, wie sie den Weg zur Eingangshalle einschlugen. Wollten die etwa bei dem Wetter nach draußen?, fragte er sich und schlich ihnen hinter her. An der Tür zum Gelände blieb Sirius jedoch stehen. Remus und die Krankenschwester waren schon zu weit entfernt und er wollte sich lieber nicht nach der Sperrstunde auf dem Gelände erwischen lassen.
Mit vielen neuen offenen Fragen machte er sich wieder auf in Richtung Gryffindorturm, währenddessen Remus und Madam Pomfrey durch einen Zauber geschützt durch den Regen liefen.
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Fiona Weir schaute sich alle 15.000 Mädchen an und reduzierte die Auswahl schließlich auf 29, die sie auf DVD filmte – diese Aufnahmenschickte sie uns. Sie erwähnte, wir sollten auf ein Mädchen besonders achten – sagte aber nicht, welches. Ich kam bis Nummer neun, rief Fiona an und sagte: ,Es muss die Neun sein.‘ Ich hatte Recht. Es war Evanna. Sie war absolut fantastisch.
David Barron, ausführender Produzent, über das Casting für Luna Lovegood