
von Miss_Killjoy
Hei^^
Yaayy, endlich wieder Reviews :D
Dankeschöön!^^
Lord_Slytherin: Hmm.. ja, ich mag Potters und Weasleys nicht so und deswegen sind die nicht mit Scorpi befreundet xD
Der Songtext ist aus dem Lied „Bulletproof Heart“ von My Chemical Romance :)
Enjoy it!
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Gravity don't mean too much to me
Scorpius verschob das Aufschreiben seiner bisherigen Erlebnisse dann aber doch auf später - jetzt gab es erst einmal ein neues Problem zu bewältigen: Hunger!
Er saß mit knurrendem Magen vor seinem Rucksack und starrte missmutig auf seine belegten Brote. Ich kann doch nicht den ganzen Sommer lang von Wurst- und Käsebroten leben!
Er kramte nach seinem Buch. Wenn da drin stand, wie man Essen verdoppeln konnte, dann gab es doch sicher auch einen Zauber, mit dem man etwas in Essen verwandeln konnte.
Scorpius schluckte. Ob das wohl mit allem funktionierte? Aus einem Stein konnte man wohl kaum einfach so ein Steak machen. Oder zumindest kein besonders schmackhaftes.
Er musste es trotzdem versuchen! Also schlug Klein-Malfoy seinen Wälzer auf und begann, das Kapitel „Verwandlungen“ zu studieren. Er las, wie man Tassen in Stühle und Tiere in Gefäße verwandelte, man die Kleidung änderte und sogar wie man Menschen in Tiere verwandeln konnte, aber er fand nichts über Nahrung. Ein Bild von einer Hexe, die jemanden in eine Kröte verzauberte, kreiste in seinen Gedanken.
Frustriert und verärgert schlug er das Buch zu und biss in ein Käsebrot.
Dabei sah er sich um.
Im März gab es noch nicht einmal irgendwelche Wurzeln oder Beeren, die er essen konnte. Sein Blick fiel auf den Fluss. Vielleicht waren darin Fische. Es wäre eine Möglichkeit, aber beim Gedanken, einen Fisch zu fangen, zu erschlagen und auszunehmen, wurde Scorpius schlecht.
Ja, er war wirklich ein Weichei. Er würde wohl eher Gras und Dreck essen, als ein Tier zu töten. Wenn er dagegen an das herrliche Essen in Hogwarts dachte, lief ihm das Wasser im Mund zusammen.
„Verdammt, ich will jetzt was Richtiges zu Essen!“ Er schleuderte sein Brot weg. Jack guckte ihm verdutzt nach, bevor sich auf den Weg machte und es auffraß. Dann kam er zu Scorpius.
Der Junge streckte die Hand aus und streichelte seinen Schnabel. „Ja klar, für dich ist das 'ne Abwechslung, aber ich kann's jetzt schon nicht mehr sehen.“
Er lehnte sich mit dem Rücken an den Baumstamm und schloss die Augen. „Wie soll ich das einen ganzen Sommer durchhalten? Es ist März und der Sommer geht bis September. Das sind…“ Er zog seine blonden Augenbrauen zusammen. „… das sind fünfeinhalb Monate! Und ich hab nichts Gescheites zu Essen und keinen Unterschlupf und ein kaputtes Bein und werde zum Werwolf und wenn das hier 'ne Unterhaltungsshow wäre, dann würden die Leute vermutlich einschlafen, weil ich mich andauernd über das Gleiche beschwere.“ Die Augenlider hoben sich und graue Augen blickten traurig in die Ferne.
„Ich will nur ein Mal, nur ein einziges Mal etwas richtig Tolles erleben. Nicht immer nur rumsitzen und lernen, sondern wirklich mal was machen.“
Jack ließ sich neben ihm nieder und Scorpius lehnte sich gegen ihn. „Ich will nicht zurück, aber ich hab auch wirklich keine Lust, hier zu verhungern oder zu erfrieren.“ Er seufzte und legte sich über Jacks Rücken. Der Greif erhob sich vorsichtig und stand solange still, bis Scorpius sich richtig auf seinem Rücken platziert hatte, bevor er langsam los trottete.
Scorpius ließ seine Arme an den Seiten hinunter baumeln, legte die Wange auf den gefiederten Hals und schloss die Augen. Er sog den Geruch nach Wald und Dreck und Natur tief ein. Auf irgendeine Weise beruhigte ihn das. Ebenso das gleichmäßige Schaukeln des gemächlichen Schrittes Jacks.
Umso mehr erschreckte es ihn, als der Greif seinen Schritt beschleunigte und anfing, mit den Flügeln zu schlagen.
Um ein Haar wäre Scorpius von dem blanken Rücken gerutscht. Schnell griff er in das dichte Gefieder am Hals und setzte sich auf.
„He, was soll denn das?“, rief er entrüstet. Das Tier trabte unbeeindruckt weiter und Scorpius konnte nichts anderes tun, als sich festzuhalten und nicht allzu sehr auf dem Rücken herum zu hüpfen. Als der Hippogreif immer schneller wurde, presste er seine Unterschenkel gegen den Bauch, um mehr Halt zu haben. Diesen Fehler bereute er sofort, als das Tier einen Satz nach vorn machte und los galoppierte. Er rutschte ein Stück nach hinten und hatte nun überhaupt keinen Halt mehr. Er stieß einen erschrockenen Schrei aus. „Stopp! Stopp!!“
Er hatte keine Ahnung, wie er den Greif wieder zum Stehen bringen sollte.
Also streckte er sich erst mal, schlang die Arme um Jacks Hals und zog sich wieder nach vorn. So würde er wenigstens nicht herunterfallen, wenn Jack bei diesem Tempo blieb. Wenn…
Jetzt konnte sich Scorpius darauf konzentrieren, das Tier zu beruhigen. Wie bringt man Pferde zum Stehen? Ho? Steh? Verdammt!
Scorpius überlegte fieberhaft, während die ungleichen Beine unter ihm über den gefrorenen Waldboden trampelten und ihm vereiste Zweige um die Ohren klatschten.
„Ho! Hoo! Jack, steh!“ Scorpius schrie ihm die Worte vergeblich zu. Das Tier bannte sich seinen Weg zwischen den Bäumen hindurch, wobei dem jungen Malfoy schreckliche Erinnerungen aufkamen. Erinnerungen an den Vorfall mit der peitschenden Weide.
Er hörte James Stimme und sein Lachen, sah Lily, wie sie ihm in die Augen blickte und nichts unternahm. Er erinnerte sich an die Schmerzen, diese furchtbaren Schmerzen, die sie ihm zugefügt hatten. Zorn packte ihn, er wurde von Hass überwältigt. Hass, den er auf diese Menschen hatte. Die, die ihm so lange solches Leid angetan hatten.
Er vergaß beinahe, dass er auf einem galoppierenden Hippogreifen saß, doch vor ihnen lichteten sich die Bäume, Jack verlängerte seinen Galoppsprünge und breitete seine Flügel aus. Angst erfüllte den blonden Jungen auf seinem Rücken, aber die Wut blieb. Scorpius' panisches „Nein!“ kam zu spät.
Jack sprang nur wenige Meter auf die Lichtung, dann stieß er sich vom Boden ab und schlug kräftig mit den Flügeln. Scorpius kniff die Augen zu und kreischte wie am Spieß, während der Hippogreif mit wenigen Flügelschlägen immer höher stieg. „Nein! NEIN! Geh runter! Geh wieder runter!“ Er krallte seine Finger in die Federn und klammerte sich mit Armen und Beinen an das Tier. Wenn er fallen würde, dann… Sein Blick glitt nach unten und er schrie erneut. Er kniff seine Augen schnell wieder zu, verstärkte seinen Klammergriff und versuchte, das Übelkeitsgefühl hinunter zu schlucken.
Seine Eingeweide spielten verrückt, ihm war schwindelig. Sein Puls raste, während sein Herz in einem irren Tempo Blut und Adrenalin durch seinen Körper pumpte. Ich sterbe! Ich sterbe! Oh Gott, ich sterbe!
Der Wind riss an seinen Haaren und an seiner Kleidung, versuchte ihn von dem Greifen herunter zu zerren. Scorpius wünschte sich, er könnte aus einem Traum aufwachen. Noch nie hatte er so sehr gewollt, dass etwas aufhörte. Oder doch… ? Nein! Er durfte jetzt auf keinen Fall an etwas anderes denken. Herrgott! Er flog auf einem wilden Hippogreif in weiß-Gott-wie-viel Metern Höhe und machte sich Gedanken, was in seinem Leben Schlimmeres geschehen war!
Er musste sich im Moment ganz auf das Jetzige konzentrieren.
Scorpius versuchte, ruhiger zu werden, seine Atmung zu kontrollieren und seinen Herzschlag etwas zu verlangsamen. Die ersten beiden Dinge klappten überraschenderweise sogar einigermaßen gut. Aber seinen Herzschlag konnte er weiterhin im ganzen Körper spüren.
Allmählich wurde es besser. Jack glitt ruhig durch die Luft und schlug nur ab und an mit den Flügeln, um nicht abzusinken. Auch Scorpius beruhigte sich etwas und das leichte Schaukeln auf Jacks Rücken empfand er zunehmend als angenehm. Er lockerte seine Umklammerung, öffnete ein Auge und blinzelte zum Boden hinunter. Erschrocken riss er beide Augen auf.
Tief unter ihm erstreckte sich die kahle Frühlingslandschaft Schottlands. Nackte Bäume und Sträucher zierten felsige Hügel, die zum Teil mit grauem, trockenem Gras überzogen waren. Alles wirkt trüb und trostlos, doch für Scorpius war es ein unglaublicher Anblick. Er konnte nicht einschätzen wie hoch er flog - obwohl er ein schlauer Junge war - aber das war auch eigentlich nicht wichtig. Wenn er abstürzen würde, wäre er sowieso tot.
Doch auch das interessierte ihn im Moment nicht. Er war zu überwältigt von dem Bild, das sich ihm bot.
In der Ferne konnte er tatsächlich den schwarzen See in der Mittagssonne glitzern sehen. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie weit er eigentlich von Hogwarts entfernt war und - es gefiel ihm. Auch das Fliegen war eigentlich gar nicht so schlimm. Nun, nachdem er den ersten Schreck überwunden hatte, war es wirklich - befreiend. Ja, befreiend. Scorpius fühlte sich leicht, unbeschwert. Er hatte das Gefühl, seine Sorgen und seinen Kummer auf der Erde liegen gelassen zu haben. Die Angst, die Anspannung und der ganze Stress, der ihn in den letzten Wochen und Monaten so erdrückt hatte, schienen einfach von ihm abzufallen. Scorpius stellte sich vor, wie sie in die Tiefe stürzten und in tausend kleine Teile zersprangen und ihn frei ließen. Seine Lippen, die er die ganze Zeit krampfhaft aufeinander gepresst hatte, entspannten sich und verzogen sich zu einem leichten Lächeln.
How can they say,
"... could you come back home?"
'Cause everybody knows you don't
Ever wanna come back,
let me be the one to save you
Gravity
Don't mean too much to me
Is this our destiny?
This world is after me,
After you
Run away
Like it was yesterday
And we could run away,
Run away, run away,
Run away from here
Fliegen war schöner, als Scorpius es sich je hätte erträumen lassen. Nach einer Weile empfand er es nicht mehr als unangenehm, dass der Wind an seinen Haaren zog. Er hatte vielmehr das Gefühl, als würde er alles Schlechte von Scorpius reißen und es mit sich fort tragen. Frei und unbeschwert zog der Hippogreif seine Bahn zwischen den Hügeln hindurch. Die Gipfel der Höchsten waren mit Schnee bedeckt. Für Scorpius sah es aus, als wären sie mit Puderzucker bestäubt. Eigentlich war diese Vorstellung lächerlich und kindisch, aber Scorpius befand sich in einem geradezu euphorischen Zustand. Alles um ihn herum wirkte irgendwie unecht, sogar er selbst fühlte sich nicht richtig real.
Jack flog weiter. Scorpius fragte sich, ob sie nicht bald schon über Hogwarts fliegen würden. Und tatsächlich erkannte er in der Ferne das Schloss, was etwas Panik in ihm aufwallen ließ. Wenn ihn jemand entdecken würde, wie er am helllichten Tag über der Schule herumflog, würden sie ihn sofort vom Himmel schießen. Immerhin war er weggelaufen und demnach vermutlich vermisst.
Nur hatte der junge Malfoy keine Ahnung, wie er das Tier davon abhalten konnte, noch weiter zu fliegen, sondern stattdessen umzukehren. Er lehnte sich etwas nach rechts, wollte dem Tier verständlich machen, das es in diese Richtung drehen sollte. Das Ergebnis war allerdings, dass der Hippogreif aus der Balance geriet und einen bedenklichen Schlenker nach unten machte.
„Tut mir leid“, stammelte Scorpius erschrocken, während er sich noch einmal - diesmal jedoch vorsichtiger - nach rechts lehnte, um Jack zu lenken. Der verstand das Signal und machte einen leichten Bogen. Danach hing er jedoch unsicher in der Schwebe, ob er nun weiter geradeaus oder zurück zu seiner Herde fliegen sollte. Da Scorpius weiterhin an seiner rechten Flanke hing, folgte er dem Befehl und machte sich auf den Rückweg.
Der kam Scorpius um einiges kürzer vor, aber das war bei ihm immer so. Die Heimfahrt ging viel schneller vorbei als die Hinfahrt. Jetzt stand ihm jedoch noch ein kleines Hindernis bevor. Schließlich musste er wieder zurück auf den Boden.
Scorpius' Magen zog sich etwas zusammen, als der Greif zur Landung ansetzte. Er hatte keine Ahnung, wie das Tier mit den ungleichen Beinpaaren landen wollte, aber hoffte, dass es nicht allzu holperig wurde. Er wurde im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhaft enttäuscht, als er mit viel Schwung unsanft auf dem Hals des Hippogreifen landete. Er japste und fasste an die schmerzende Stelle. Dabei rutschte er von Jacks Rücken und landete unsanft im Dreck.
Jammernd rollte er sich auf den Rücken und schaute hinauf in den Himmel. Dort oben war er bis vor wenigen Augenblicken noch geflogen. Es kam ihm unwirklich vor, doch bevor er sich in Gedanken vertiefen konnte, trabte Jack von hinten heran und schaute auf ihn herab.
Scorpius streckte die Hand aus und streichelte seinen Schnabel. „Du bist schon ein komischer Vogel, weißt du das? Dein Big Boss ist total angsteinflößend und du? Du bist der Quatschkopf der Truppe. Freundest dich mit einem Menschen an.“ Jack gurrte leise, Scorpius lächelte. „Werden wir einen schönen Sommer haben? Ja, ich glaube schon. Ich muss nur das mit der Werwolfsache irgendwie hinkriegen. Und Essen muss ich irgendwo her kriegen.“
Er rappelte sich auf, klopfte sich den Dreck von den Klamotten und humpelte zurück zu seinem kleinen Lager. „Ich muss doch irgendwo Essen her kriegen…“, grummelte er und setzte sich auf seinen Hosenboden. Das Buch legte er auf seinen Schoß und las jede Seite sorgfältig durch. Sein knurrender Bauch drängte ihn und falls er keinen Zauberspruch fand, mussten wohl doch noch die Fische dran glauben.
„Dann kann ich zumindest schon das Zerfleischen üben…“, seufzte Scorpius und warf einen zweifelnden Blick auf den Weiher vor ihm. Als ob er überhaupt jemals eines dieser glitschigen Viecher in die Finger bekommen würde…
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Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen :)
same procedure than every…. Chapter xD MAMPFT^^
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