
von Miss_Killjoy
Ich bedank mich noch schnell für die Kommis :D
"Dankeschööön!" :D
Und jetzt gehts weiter :)
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Extra Exercise
Silvester und Neujahr verliefen genauso wie Weihnachten. Zwischen Scorpius und Draco fiel kaum ein Wort. Scorpius hatte keine Lust mit seinem Vater zu reden und zu hören, was er sowieso schon wusste.
Außerdem war das einzige, woran er denken konnte, sein Plan.
Dieser absolut dämliche Plan. Aber so dämlich er auch war, Scorpius sah doch etwas Gutes darin und aus diesem Grund hatte er ihn nicht wieder verworfen.
Jetzt saß er wieder im Zug nach Hogwarts und dachte nach, was ihn wohl erwartete.
Da waren einmal seine Freunde, die Potters und Weasleys, die es bestimmt kaum erwarten konnten, ihn wieder zu sehen. Und natürlich die Strafe dafür, dass er fast von einem Baum getötet worden war.
Wenn das mal keine hervorragenden Aussichten waren!
Er zog das Stück Papier aus seiner Hosentasche, das inzwischen schon ganz zerknittert war. Trotzdem konnte er noch erkennen, was draufstand. Sobald er in Hogwarts war - und ungestört - würde er alles noch einmal schön abschreiben und ein paar weitere Zauber hinzufügen.
Scorpius zog das kleine Buch, das er von zu Hause mitgenommen hatte, unter seinem Umhang hervor.
Es war ziemlich alt und abgenutzt. Ein paar Seiten hatte er lose reinstecken müssen und er hatte auch ein paar Probleme, die krakeligen Buchstaben zu entziffern. Aber es war nun mal wichtig, dass er diese Zauber konnte, wenn er seinen Plan wirklich durchführen wollte.
Er strich die umgeknickten Ecken glatt, die die Seiten markierten, auf denen die Zauber und Tränke standen. Episkey, Ferula, Aufpäppeltrank, Diptam.
Scorpius wusste, dass er den Zettel schon längst hätte zerreißen sollen, aber insgeheim hoffte er sogar, dass er ihn benötigte.
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Eine Woche nach seiner Ankunft in Hogwarts stand Scorpius nun da, wo James ihn in die Luft gehoben hatte und blickte hinunter zu Hagrids Hütte.
Auf der Tagesordnung stand: Strafarbeit!
„Du wirst Hagrid bei seinen Arbeiten auf dem Schulgelände helfen. Das soll dir lehren, auf deine Umwelt besser aufzupassen!“ Scorpius hätte der Schulleiterin gerne gesagt, dass er wohl mehr abgekriegt hatte, als dieser blöde Baum, aber dann hätte er sich wahrscheinlich noch bei der Weide entschuldigen und ihr die Hand schütteln müssen - oder einen Ast. Das klang vielleicht verrückt, aber der Baum und die Art wie man den behandelte, als sei er was ganz besonderes, war ja auch verrückt!
Als die Schulleiterin ihm vor drei Tagen seine Strafe mitgeteilt hatte, hatte Scorpius das nicht als so schlimm empfunden.
Es machte ihm nichts aus draußen zu sein. Auch bei Kälte und Schnee nicht, aber das Wetter war ganz eindeutig gegen ihn und so hatte es am Vortag wie aus Eimern geschüttet.
Der Schnee war fast vollkommen weg und einer grauenvollen Matschlandschaft gewichen. Mit jedem Schritt sank man bis über die Knöchel ein oder man rutschte auf einer der Eisplatten aus, die sich unter dem Schnee verborgen hatten.
Scorpius schaute an sich hinunter. Seine Füße steckten in kniehohen, braunen Gummistiefeln. Zwar gerade richtig für das Wetter, aber potthässlich. Er sah einfach lächerlich aus.
Ein paar Mal schaute er skeptisch zwischen seinen Schuhen und dem schlammigen Acker hinter Hagrids Hütte hin und her und ihm kam der einzig passende Gedanke: Es wird die Hölle!
Seufzend setzte er sich in Bewegung und schlitterte vorsichtig den Trampelpfad hinunter. Zum Glück waren bei dem Wetter alle drinnen. Er musste sich nicht auch noch zum Affen machen!
Vor der Hütte blieb er stehen und seufzte noch einmal, bevor er klopfte. Die Tür schwang auf und Hagrid blickte auf ihn herab. „Ach… ehm. Du bis' pünktlich. Gut. Dann… fang' wir am Besten gleich an“, murmelte er.
Hagrid führte Scorpius um seine Hütte herum, wobei der Junge versuchte nicht neben die Steinplatten, die den Weg kennzeichneten, zu treten und womöglich stecken zu bleiben.
Weil er sich so darauf konzentrierte, sah er nicht, wo Hagrid ihn hinführte und fand sich schließlich vor ein paar riesigen Kreaturen wieder - so groß wie Pferde - und so unglaublich abscheulich, dass Scorpius zwei Schritte zurückwich.
Er schaute mit großen Augen zu seinem Lehrer hoch. „Was zum Teufel sind denn das für Teile?!“
„Das sin' knallrümpfige Kröter.“ Als würde das als Erklärung reichen, wandte sich Hagrid um und drückte Scorpius dann einen Eimer in die Hand.
„Also ich fütter' se jetzt un du machs' den Wassertrog sauber un fülls' ihn dann wieder auf.“
Scorpius sah entsetzt zwischen den Krötern und Hagrid hin und her. „Ich-Ich soll da rein?! Was wenn die Dinger auf mich losgehen?!“
„Deswegen fütter' ich se ja. Dann sin' se beschäftigt.“
Der Junge schluckte und machte einen Satz, als es einen Knall gab und einer der Kröter auf den Zaun zukam.
„W-Was war das??“ „So bewegen se sich.“ Wieder war das die einzige Erklärung.
Hagrid machte das Zauntor auf und ging zwischen den Krötern hindurch, als wären zahme Schafe und keine furchteinflössenden Monster. Aber von Hagrids Sicht aus, waren sie ja auch nicht größer als Schafe.
Sein Lehrer winkte Scorpius zu. „Geh jetzt los, sons' sin' se schneller fertich als du.“
Er schluckte noch einmal und lief dann langsam durch das Gehege zum anderen Ende, wo der Wassertrog stand.
Zum Glück war der schon leer, denn Scorpius hätte die schwere Metallwanne nie im Leben umkippen können. Er nahm die Bürste aus dem Eimer und schrubbte den Dreck vom Metall. Dabei schaute er immer wieder über die Schulter und zuckte bei jedem Knall zusammen. Die Angst, dass eines dieser Viecher ihn als Mittagessen vorziehen könnte, trieb ihn an und er war schneller fertig als gedacht.
Er rappelte sich auf und drückte den Hebel der Pumpe hinunter. Allerdings war die schon uralt und es war dementsprechend mühsam, den Hebel zu drücken. Schon nach wenigen Versuchen wurde Scorpius ziemlich heiß und Schweiß trat ihm auf die Stirn.
Er biss die Zähne zusammen und drückte wieder mit aller Kraft. Jetzt ging es etwas leichter und die Wanne füllte sich langsam.
Scorpius wischte sich erleichtert den Schweiß ab, als es hinter ihm wieder knallte. Erschrocken drehte er sich um und stolperte zurück. Zwei der Kröter kamen direkt auf ihn zu.
Dabei wirkte es so, als würden sie sich regelrecht darum streiten, welcher von ihn zuerst bei ihm war - wahrscheinlich um ihn zu fressen.
Zwischen dem Knallen hörte Scorpius Lachen und Gekicher und er sah zu Hagrid hinüber.
Das musste ja so kommen! Ihm hätte klar sein müssen, dass James und seine Truppe es sich nicht entgehen lassen würden, ihm bei seiner Strafarbeit zuzuschauen und ihn auszulachen. Darüber konnte sich Scorpius dann aber nicht lange ärgern, denn die Kröter legten an Tempo zu und waren jetzt schon fast bei ihm.
Sie sahen richtig wütend aus und schließlich rammte der eine den anderen mit voller Wucht.
Es gab einen ohrenbetäubenden Knall. Scorpius schloss die Augen, hielt sich die Ohren zu und fühlte, wie ihn etwas Schweres, Schleimiges traf.
Einen Moment lang war es ruhig, dann brachen James und die anderen in schallendes Gelächter aus.
Scorpius blinzelte. Sein ganzes Gesicht war voller Schleim. Er wischte sich mit den Händen über die Augen und den Mund und schaute an sich herab.
Alles war über und über mit dem ekelhaften Zeug. An seiner Jacke hing etwas, von dem er gar nicht wissen wollte, was es war.
Dann sah er auf und wusste, was an ihm hing.
Da wo eben noch die Kröter gerangelt hatten, lagen nun ihre Panzer und ein riesiger Haufen Innereien überzogen mit dem widerlichen, klebrigen Schleim.
Scorpius' Magen rebellierte. Allein der Anblick war ja schon unglaublich widerlich, aber der Gestank gab dem noch den Rest.
Scorpius machte einen großen Bogen um die toten Kröter und lief zum Tor. James und Albus hielten sich am Zaun fest, sonst wären sie wahrscheinlich vor Lachen im Matsch gelegen. Hugo und Rose lachten ebenfalls. Nur Lily starrte ihn entsetzt an und bekam keinen Ton heraus.
Er versuchte sie alle zu ignorieren und wandte sich an seinen Lehrer, der gerade mit einem pinken Regenschirm aus seinem Haus kam.
Damit zeigte er auf Scorpius und schwang ihn einmal. Im nächsten Moment war Scorpius wieder sauber. Der Schock steckte ihm trotzdem noch in den Knochen.
„Ähm… ja. Also ich geh dann ma' die Sauerei aufräum'. Du… du gehs' am besten schon ma' vor und wartes' auf mich.“
Erleichtert, dass er von den Krötern und seinen Peinigern weg konnte, lief Scorpius los und um die Hütte herum.
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Lily schaute Scorpius nach, während sich die anderen beruhigten. James stieß sie keuchend an.
„Mann, so ein Opfer, he? Das hat er richtig verdient!“ Weil seine Schwester nicht reagierte, räusperte er sich und sah sie forschend an.
„Was ist?“, fragte er. Rose, Albus und Hugo stellte sich hinter ihn und warteten auf Lilys Antwort.
Die verschränkte die Arme und blickte wieder zu der Stelle, an der Scorpius um die Ecke verschwunden war.
„Das war nicht witzig“, flüsterte sie. James trat einen Schritt auf sie zu und beugte sich zu ihr herab.
„Hä? Was hast du gerade gesagt?“
Lily hob den Kopf und sah ihm fest in die Augen. „Ich sagte “das war nicht witzig“!“
Ihr Bruder schaute sie an, als spräche sie eine fremde Sprache. „Was?! Das war doch zum totlachen! Der kleine Bastard hat bekommen, was er verdient. Das war urkomisch.“
Sie schüttelte den Kopf. „Hat er bei der Weide auch bekommen, was er verdient?“
James ballte die Fäuste und wollte ihr eine zornige Antwort geben, aber Albus legte ihm die Hand auf die Schulter und wisperte ihm zu: „Seid leise, Hagrid kommt zurück.“
James drehte sich von Lily weg und tat so, als hätte sie eben nichts gesagt.
/.\
Scorpius fuhr sich ein paar Mal über die Augen, als er vor der Hütte stand. Er wollte nicht heulen, er wollte keine Memme sein!
Aber die Demütigung schmerzte so sehr.
Er holte tief Luft und versuchte zu vergessen, was gerade passiert war, da vernahm er ein Krächzen.
Das war eigentlich nichts ungewöhnliches, angesichts der vielen Krähen die, auf dem Acker hockten, auf dem vor Halloween die ganzen Kürbisse gewachsen waren.
Jetzt war da nur Gestrüpp, in dem die Krähen hockten und ein weiteres Tier.
Ein Tier, das Scorpius sogar kannte. Besser gesagt, über das er schon gelesen hatte.
Der vordere Teil des Tieres war gefiedert. Statt einem Maul, hatte es einen scharfen, gelben Schnabel und die Beine endeten in großen Vogelkrallen.
Hinter den Flügeln gingen die silbergrauen Federn in Fell über. Der üppige Schweif wehte um die Pferdebeine.
Scorpius war fasziniert. Er hatte das Kapitel über Hippogreife geradezu verschlungen. Unwillkürlich machte er ein paar Schritte nach vorn.
Der Hippogreif beäugte ihn kritisch und ruckte mit dem Kopf. Scorpius vergaß, dass man sich diesen Kreaturen nur langsam nähern sollte, dass man sich verbeugen und auf eine Verbeugung ihrerseits warten sollte.
Stattdessen ging er einfach weiter auf den Hippogreif zu. Der krächzte laut und schlug heftig mit dem Schweif, bevor er ebenfalls vortrat.
Scorpius blieb erschrocken stehen, als ihm auffiel, was er gerade tat. Er wollte zurückweichen, aber dann stand der Hippogreif auch schon vor ihm.
Der Junge schluckte. Wahrscheinlich würde das Tier gleich auf ihn losgehen. Es hob den Kopf, krächzte laut und zornig. Scorpius schloss schnell die Augen, wartete auf Schmerz, aber es kam nichts.
Anstelle des Schmerzes spürte er lediglich einen sachten Stupser und er öffnete verwundert die Augen. Der Hippogreif blinzelte ihn erwartungsvoll an.
Zögernd hob Scorpius die Hand, sofort bereit, sie zurück zuziehen, sollte der Schnabel nach ihm schnappen. Vorsichtig legte er sie an die gefiederte Wange.
Der Hippogreif drückte den Kopf gegen die Hand und schloss die Augen. Immer noch verwirrt begann Scorpius den Kopf zu streicheln, aber dann musste er lächeln.
Er streichelte gerade einfach so einen Hippogreifen!
Die Freude währte allerdings nicht lange. „Verdammich!“
Scorpius fuhr herum. „Du kanns doch nich einfach so nen Hippogreif streicheln!“, wetterte Hagrid los. „Geh da weg!“
Scorpius hastete schnell zu seinem Lehrer. „Mann, Malfoy. Was kannst du eigentlich?“, fragte James spöttisch.
„Nu gebt aber ma' Ruhe. Ihr geht besser wieder ins Schloss. Wir ham hier noch zu tun.“
Widerwillig machte sich James auf den Weg und winkte den anderen.
Hagrid wartete, bis sie außer Sicht waren, dann drehte er sich zu Scorpius. „Junge, du muss bei Hippogreifen vorsichtich sein. Mit denen is nich zu spaßen.“ „Tut mir leid“, flüsterte Scorpius.
„Na, is ja nix passiert.“ Hagrid klatschte in die Hände. „Also, weitermachen. Wir gehn jetzt in den Wald. Müssn schaun, dass die Zentauren nich wieder über die Grenze kommen.“
Scorpius riss entsetzt die Augen auf. „In den verbotenen Wald!?! Aber da gibt's Wölfe!“ „Das ham ich schon mal von nem Malfoy gehört“, grummelte Hagrid.
„Was?“ „Na, von deinem Papi. Erstes Schuljahr. Musste er mit Harry und Ron und Hermine und mir rein. Hat er dir das nich erzählt?“
Der Junge schüttelte den Kopf.
„Oh. Naja. Ähm… wir gehn dann ma' besser.“ Zögernd folgte Scorpius seinem Lehrer in den dunklen Wald. „Dürfen Sie mich da überhaupt mitreinnehmen? Es ist Schülern doch verboten den Wald zu betreten. Und warum müssen wir nach den Zentauren schauen?“
„Weil die im Winter oft zu nah herkommen. Wolln die Lehrer nich. Vor n paar Jahren sin' ma' welche rausgekommn. War nich so toll.“
Scorpius lief kletterte beklommen über die Wurzeln und Steine. Dann fiel ihm wieder die Nacht im Krankenflügel ein und das Heulen. „Professor, gibt es hier Werwölfe?“ Er könnte schwören zu sehen, dass sein Lehrer zusammenzuckte. „So'n Quatsch! Hier gibt's keine Werwölfe. Sin' alles nur Schauermärchen.“
Eine Weile lang liefen sie still weiter, bis Scorpius plötzlich an einem Seil hängen blieb und stolperte. Die Äste über ihm knackten und er konnte sich gerade noch rechtzeitig auf die Seite rollen, dann krachte ein Metallkäfig neben ihm auf den Waldboden.
Schockiert starrte er auf die verbogenen Metallstäbe. „Was zur Hölle ist das?! Ist das- ist das eine Falle?!“
Hagrid nickte zögernd. Scorpius war vollkommen aus dem Häuschen. „Was- Was wollen sie denn damit fangen?! Das reicht ja für nen Bären!“
„Achwas, hier gibt's keine Bären! So'n Schwachsinn…“. Den Rest grummelte er so vor sich hin. Der Junge merkte genau, dass die Situation seinem Lehrer unangenehm war, aber er wollte wissen, was es mit dem Käfig auf sich hatte.
Vorsichtig berührte er die kalten Stangen und rieb den Dreck an einer Stelle ab. „Das ist Silber!“, rief er erstaunt. Moment… Silber. Was sagt mir das? Denk, Scorpius, denk. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.
„Hier gibt's Werwölfe, oder? Das ist für einen Werwolf!“
Hagrid winkte ab. „Das war vor 10 Jahren. Die hing hier nur noch so rum. Der Werwolf von damals is längst weg. Und seitdem is keiner mehr hergekommen. Und das muss du für dich behalten. Wenn du das irgendwem erzählst, dann gibt's richtig Ärger! Also vergiss das am besten alles. Und jetzt komm. Wir müssn heut noch fertich werden.“
Scorpius stolperte hinter Hagrid her. Er wollte und konnte einfach nicht glauben, dass hier kein Werwolf war. Allerdings machte die Tatsache, dass er sicher war, hier wäre ein Werwolf, die Durchführung seines Planes erheblich schwieriger.
Ich muss einfach abwarten, was in den nächsten Woche passiert, dachte er sich. Dann kann ich entscheiden, ob ich es mach oder nicht.
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