
von Miss_Killjoy
Heihei^^
Luca: Danke wieder für s Review^^ schön, wenn man wenigstens von einem Feedback kriegt :)
Das neue Kapitel ist auch nicht ganz soo lang .__. aber danach werden sie wieder bisschen länger :)
___________________________________________________________________
Let go of me!
Scorpius stand wie angewurzelt da und starrte fasziniert auf die Kreaturen. Sie hatten ihn noch nicht bemerkt und streiften weiter über die Lichtung. Sie trugen mit ihren Schnäbeln abgebrochene Zweige auf einen Haufen und scharrten Moos zusammen.
Jeder unter einem anderen Baum.
Außer ihnen wanderten einige kleinere umher, die nacheinander schnappten und traten. Ein paar Mal stellten sie sich auf ihre Pferdebeine und schlugen aufgebracht mit den Flügeln.
Am Rand, links von Scorpius, stand der größte Greif. Seine Federn waren schiefergrau mit schwarzen Flecken und gingen in ein graues Fell über, so dunkel wie die Gewitterwolken in der vorigen Nacht.
Seine gelben Augen blickten über die Lichtung und noch weiter. Er hatte einen großen, scharfen Schnabel und seine Vogelkrallen gruben Furchen in den weichen Boden.
Kurz, mit diesem Tier wollte man sich nicht anlegen, wenn man nicht draufstand, verletzt oder getötet zu werden. Allerdings gab es ja schon so Leute, die das anmachte…
Scorpius schüttelte kurz den Kopf. Warum dachte er an so etwas?
Neben ihm raschelte etwas und ein karamellfarbener Vogelkopf schob sich zwischen den Zweigen eines Busches hindurch. Die kristallblauen Augen blinzelten Scorpius einen Moment lang verwirrt an. Dann öffnete sich der graue Schnabel zu einem garstigen Krächzen.
Erschrocken stolperte Scorpius zurück. Der Greif warf den Kopf hoch und krächzte laut: Scorpius wich zwei weitere Schritte zurück, stolperte über eine Baumwurzel und fiel auf den Hintern.
Der Greif warf den Kopf hoch, machte einen Schritt auf ihn zu und schlug mit dem Vorderfuß nach ihm. Die scharfen Krallen verfehlten das Bein des Jungen nur knapp.
Scorpius entwich ein leiser Schrei. Er rappelte sich auf und wich dem Schnabel, der nach ihm hackte, mit einem Sprung zur Seite aus. Der ist eindeutig nicht so lieb wie Hagrids! Das Tier krächzte laut und wütend. Scorpius schluckte. Er hatte wirklich ein Pech… Erst der Werwolf und jetzt das!
Er sah sich suchend um. Irgendwie musste er sich aus dieser misslichen Lage retten. Kurzerhand ließ er den Rucksack von seinen Schultern gleiten und griff nach rechts, nach einem Ast. Der Hippogreif war einen Moment von dem Rucksack abgelenkt und Scorpius nutzte die Zeit um die ersten Äste des Baumes hinaufzuklettern.
Das war allerdings schwieriger als er sich vorgestellt hatte. Keuchend hing er in einer Astgabel. „Verdammte Kletterei!“, fluchte er.
Damit zog er die Aufmerksamkeit des Hippogreifs wieder auf sich. Er krächzte den Jungen an. Scheinbar empört darüber, dass der vor ihm flüchtete.
Scorpius holte tief Luft und erklomm den nächsten Ast. Dann war er so außer Puste, dass er sich an den Stamm lehnte und nach Luft schnappte. Das müsste erst mal reichen. Da hatte er jedoch falsch gedacht.
Plötzlich zerrte etwas an Scorpius' Jeans und holte ihn beinahe vom Baum herunter. Er konnte sich gerade noch an ein paar Zweigen festhalten. Der Greif zog an seinem Hosenbein. „Hey! Hör auf!“, rief der Junge, obwohl ihm natürlich klar war, dass das Tier ihn nicht verstand. Außerdem dachte der Greif überhaupt nicht daran, Scorpius einfach so entkommen zu lassen. Er zerrte wieder am Hosenbein, diesmal noch fester. Scorpius klammerte sich am Stamm fest und trat nach dem Tier. „Lass mich los!“
Er wurde immer wütender und schüttelte seinen Fuß, damit das Vieh endlich losließ. Das zog jedoch nur noch mehr und irgendwann riss der Stoff mit einem hässlichen RATSCH!. Scorpius hatte sich gegen den Baumstamm gedrückt und mit all seiner Kraft versucht, sein Bein aus der Gewalt des Hippogreifs zu bekommen. Jetzt ließ der Druck mit einem Mal nach und er fiel von dem Schwung beinah vom Baum.
Der Greif dagegen hatte sich zurückgelehnt und stolperte nun nach hinten.
Er ließ sich davon nicht beirren und fing an, auf dem Stofffetzen herum zu kauen. Scorpius setzte sich wieder richtig auf den Ast und sah dem Greif einen Moment dabei zu. Dann zog er sein Bein zu sich heran und starrte missmutig auf das große Loch in seiner Jeans. „Na toll!“, brummte er. Zum Greif schrie er hinunter: „Bist du jetzt zufrieden?“
Der Angesprochene hatte inzwischen herausgefunden, dass Jeansstoff ziemlich geschmacklos war und spuckte den Fetzen aus.
In Scorpius' Rucksack dagegen roch es nach etwas Leckerem. Der Greif schnappte ihn sich und schüttelte ihn, sodass sämtliche Brote, Bücher und Scorpius' Zauberstab heraus fielen. „Nein! Hör auf damit!“ Hastig kletterte der Junge vom Baum. Er sammelte seinen Zauberstab und die Bücher auf, eilte zu dem Greif und schlug ihm mit der Hand auf den Kopf.
Erstaunt ließ das Tier den Rucksack fallen. Scorpius griff danach und rannte den Weg, den er gekommen war, so schnell er konnte wieder zurück.
Als er am Fluss ankam, setzte er sich ans Ufer und blickte ein paar Minuten lang in den Wald. Vielleicht verfolgte ihn das Tier… Es geschah jedoch nichts und so widmete sich Scorpius seinem Proviant. Das Meiste von dem, was er noch übrig gehabt hatte, hatte der Greif aus dem Rucksack geschüttelt und schlug sich vermutlich gerade den Bauch damit voll.
Seufzend holte er seine letzten drei Brote heraus. Das würde noch für den Rückweg reichen, wenn er jetzt loslief. Ich hab ja keine Ahnung wo ich bin. Wegen diesem verdammten Werwolf!
Wütend kickte er einen Stein weg. So eine beschissene Idee! Einfach abzuhauen. Als ob davon was besser werden würde. Wenn ich zurück gehe… Ich will gar nicht dran denken. Ich hab's bestimmt nur noch schlimmer gemacht. Papa wird sicher nicht stolz auf einen feigen Ausreißer sein!
Scorpius blinzelte die Tränen zurück, die sich in seinen Augen sammelten. Schon gar nicht auf einen, der die ganze Zeit rumheult! Verdammt, reiß dich zusammen, Scorpius!, befahl er sich. Du bist ein Malfoy! Und ein Malfoy heult nicht rum.
Angesichts des kümmerlichen Essensvorrats war es nicht so leicht positiv zu denken. Scorpius überlegte, wie er dieses Problem lösen könnte und schlug sich an die Stirn. Er war so ein Idiot! Das hätte ihm wirklich schon früher einfallen müssen.
Der Nachfüllzauber! In seinem Schulbuch stand zwar, dass der nur bei Getränken in Flaschen oder Gläsern funktionierte, aber was war ein Schulbuch schon gegen den uralten Wälzer aus der Hausbibliothek.
Scorpius kramte ich seinem Rucksack nach dem Buch und suchte dann nach einem Vermehrungszauber. Als er einen gefunden hatte, warf er einen Blick auf seine drei Brote. Eins war mit Käse, eins mit Schinken und eins - ganz gesund - mit Gurke, Käse und Tomate.
Er murmelte den Zauberspruch ein paar Mal und malte dabei die Bewegung mit dem Finger in die Luft. Dann griff er nach seinem Zauberstab, schwenkte ihn zweimal und vor ihm lag ein ganzes Dutzend Brote.
Scorpius lächelte zufrieden. Er wurde vielleicht von anderen runtergemacht, konnte sich nicht wehren und brachte auch körperlich nicht gerade Bestleistungen zustande. Aber dumm war er nicht!
Wer sagte denn, dass man nur mit Kraft in der Wildnis überleben konnte? Scorpius würde es mit Verstand schaffen, solange er konnte. Er nahm ein Käsebrot und biss hinein. Verhungern würde er auf keinen Fall.
Hinter ihm raschelte es. Er drehte sich um und sah den Hippogreif auf sich zukommen.
„Hast du noch nicht genug von meinem Essen?“, fragte Scorpius lächelnd. Seine Wut war verflogen.
Der Greif kam zögernd näher. Scorpius blieb ganz ruhig sitzen, neigte nur den Kopf. Das Tier beäugte ihn mit schief gelegtem Kopf. Der Junge wartete, er hatte Zeit und Geduld. Nach einigen Minuten neigte dann schließlich auch der Greif seinen Kopf. Ein Lächeln huschte über Scorpius' Gesicht. Er sah auf und hielt seinem Gegenüber ein Schinkenbrot hin.
„Komm nur. Ist für dich.“ Langsam kam der Hippogreif näher, reckte den Kopf ganz weit nach vorn und schnupperte. Ein paar Mal zog er sich wieder zurück, aber dann siegte der Hunger und vielleicht auch die Neugier.
Jedenfalls nahm er dem Jungen das Brot aus der Hand und machte gleich ein paar Schritte zurück. „Was bist du denn jetzt so schüchtern?“ Scorpius erhob sich und machte einen Schritt auf das Tier zu.
Er streckte die Hand aus und wartete. Er wartete lange. Stand ganz ruhig da und wartete, dass der Hippogreif zu ihm kam.
Der blinzelte den Jungen misstrauisch an, musterte ihn von oben bis unten. Irgendwann schien er entschieden zu haben, dass Scorpius überhaupt nicht gefährlich oder böse war und machte einen Schritt auf ihn zu.
Scorpius lächelte leicht, als der Greif näher kam. Langsam kam er Schritt für Schritt näher, bis er schließlich ganz nah vor ihm stand. Scorpius streckte seine Hand noch ein bisschen weiter nach vorn und berührte mit den Fingern den grauen Schnabel. Der Greif zuckte ein wenig zurück, reckte dann aber den Kopf nach vorn und stupste Scorpius' Hand an.
Scorpius' Lächeln wurde breiter und ihm wurde ganz warm. Es hatte ihn schon so gefreut, dass er Hagrids Hippogreif einfach so anfassen konnte. Aber der hier war ja wirklich wild.
Umso glücklicher machte es ihn, als das Tier den Kopf gegen seine Hand schmiegte. Vorsichtig streichelte er über die weichen Federn. Sie hatten die Farbe von Karamell und ein paar weiße Sprenkler. Das Fell war nur karamellbraun.
Am schönsten fand Scorpius die hellblauen Augen des Greifen. Sie sahen aus wie Eiskristalle.
Der Hippogreif machte noch einen Schritt vorwärts und nun konnte Scorpius auch seinen Hals streicheln.
Das Tier ließ sich das eine Weile lang gefallen, dann hob es den Kopf und lief an Scorpius vorbei auf das Wasser zu. Es watete ein paar Schritte hinein und begann zu trinken. Scorpius leckte sich über die Lippen. Er war auch ziemlich durstig. Allerdings hatte er nicht vor das Flusswasser zu trinken.
Langsam, um den Greif nicht zu erschrecken, ging er zu seinem Rucksack, der am Ufer lag und holte eine Wasserflasche heraus.
Er nahm einige gierige Schlucke. Neben ihm platschte es und er wurde mit ein paar Tropfen angespritzt. Er drehte sich um. Der Greif schlug mit dem Vorderbein ins Wasser und es spritzte in alle Richtungen. Scorpius trat ans Ufer und kickte einmal mit dem Fuß ins Wasser. Wieder schlug der Greif ins Wasser, fing an herumzuplantschen.
Scorpius lachte und ging ein paar Schritte zurück. Es war noch nicht die Zeit für Wasserspiele. Viel zu kalt.
Er setzte sich hin und sah dem Greif dabei zu, wie er sich umdrehte und plantschte. Er zog die Beine an und legte den Kopf auf seine Knie. Dabei fiel sein Blick auf sein zerrissenes Hosenbein. Er schaute zum Greif und wieder auf seine Hose. Einfach zerrissen. Zerrissen… zerreißen. Rip… zerreißen. Jack the Ripper. Jack!
Scorpius mustert den Karamell-Greifen. Jack the Ripper, he? „Jack”, flüsterte er. Dann sprach er es lauter aus: “Jack.” Und schließlich rief er es dem Greifen zu. „Jack!“
Das Tier fuhr herum und guckte ihn verwirrt an. „Jack. Ja-hack“, lachte Scorpius. Der Greif kam langsam auf ihn zu. Immer noch ein bisschen zögernd. Aber er kam und senkte den Kopf und Scorpius' Hand anzustupsen. „Willst du Jack heißen? Darf ich dich so nennen?“ Der Greif schmiegte sich an seine Hand und Scorpius nahm das als ein „Ja“. „Jack“, flüsterte er wieder.
Vielleicht wird das ja doch nicht so schlecht. Das Weglaufen. Ich muss ja nicht noch weiter weglaufen. Ich glaub, ich bleib einfach ne Weile hier.
Scorpius malte sich den Rest des Tages aus, wie so ein Leben mit wilden Hippogreifen wohl aussehen könnte. Was er alles erleben und lernen könnte. Woran er nicht dachte, war die Nacht.
Und das sollte ihm zum Verhängnis werden…
Tbc
___________________________________________________________________
Soo^^ Fertig!! xD
Ich freu mich über Reviews und wer gut aufgepasst hat, kann sich ja vielleicht schon denken, was passieren wird :)
Da stellt sich heraus, wer die Geschichte richtig liest :D
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel