Heute war ein herrlicher Julitag und ich ging in einem nahegelegenen Park spazieren, um mir die Beine zu vertreten und den ganzen Stress der letzten Wochen zu vergessen. Vögel zwitscherten und der Geruch der Blumen stieg mir in die Nase. Schlendernd lief ich den Weg entlang und kam an einigen alten Ehepaaren vorbei, die anscheinend genau das Gleiche wie ich vorhatten.
Die frische Luft tat mir gut.Schon als kleines Kind war die frische Luft meine Medizin für alles gewesen.
Streit Zuhause, Ärger oder ähnliches, ich besuchte diesen Park öfter,als ich sonst irgendetwas tat. Mich verband sehr vieles mit diesem Park und um nichts auf der Welt würde ich hier weggehen.
Ich genoss meine freie Zeit, die ich nur mehr als verdient hatte. Jetzt, da der Dunkle Lord endlich besiegt worden war und ich war wirklich mehr als dankbar dafür, konnte die ganze Zauberergemeinschaft wieder aufatmen.
Ich mag meinen Job, sogar sehr, aber manchmal macht er mir doch etwas zu schaffen.
Sich auf die faule Haut legen, daran war noch lange nicht zu denken, da die Todesser noch immer ihre Unruhe trieben und gefangen genommen werden mussten. Und dafür waren Harry, Ron, meine beste Freundin Gwen und ich zuständig. Natürlich gibt es noch viele Auroren mehr, aber wir Vier sind nun mal die besten in unserem Job. Viele Todesser hatten wir noch nicht zusammen getrieben, aber lieber ein paar, als gar keine und anfangen musste man ja auch irgendwo. So kam es, das mir meine Wochenenden gestrichen worden waren, ich Überstunden machte, tagtäglich auf Todesserjagden gegangen war und meine Freunde zu kurz kamen. Doch heute war mein freier Tag, heute konnte mir keiner den Tag vermiesen, nichts und niemand.
Eine Weile genoss ich noch die Sonne,die auf mich hinab schien und beschloss dann,doch aufzubrechen, da langsam Dunkle Wolken am Horizont aufzogen und ich nicht von einem Sommerschauer überrascht werden wollte. Schnellen Schrittes schlug ich den Weg zu meiner neuen Wohnung ein, als auch schon einzelne Tropfen in meinem Gesicht landeten. Anscheinend hatte ich die Rechnung ohne Mutter Natur gemacht, denn im Bruchteil einer Sekunde fing es an zu Regnen und es prasselte nur so auf mich hinab und ich musste aufpassen, mit meinen hohen Schuhen(fragt mich nicht,warum ich hohe Schuhe zu einem Spaziergang anzog..)nicht auf dem Boden auszurutschen. Wieder einmal hatte ich die Rechnung alleine gemacht und rutschte prompt aus. Verdammte High Heels!
Ich stellte mich schon mal darauf ein, auf dem harten unebenen Boden aufzuschlagen und auf den drauf folgenden Schmerz, der meine Glieder durchfahren würde. Doch beides blieb aus, stattdessen wurde ich von zwei sehr starken Armen aufgefangen, die mir doch sehr bekannt vorkamen.
Er blickte auf und starrte mir unmittelbar in die Augen, eigentlich sollte ich meinen Blick abwenden, mich aus seinen Armen winden, mich wegdrehen,
oder gleich wegrennen, aber ich tat es nicht und starrte zurück.
In diesem Moment, setzte mein Verstand aus, mir war sehr wohl bewusst, wer der Besitzer dieser Augen waren und wer mich hier gerade aufgefangen hatte, aber ich wollte es einfach nicht wahr haben.
Was mich am meisten daran störte,war, dass es mir gefiel, wieder diese Geborgenheit zu fühlen,wenn ich in seinen Armen lag, seine Atmung zu spüren, seinen Geruch wieder und wieder einatmen zu müssen. Was machte er hier in London? Wollte er nicht eine Reise machen? Was Neues von der Welt sehen? Hatte er nicht deswegen damals mit mir Schluss gemacht? Ich wusste weder, was er hier wollte, noch was mir diese Augen sagen wollten, geschweige denn sein Ausdruck. Warum ich überhaupt in seine Richtung schaute, obwohl mir klar war, was er mir eigentlich angetan hatte. Da gab es wohl so einige Punkte,die ich nicht wusste und ich hasste es, Sachen nicht zu wissen…
Doch diese Augen, wie sie mich anstarrten, diese tiefblauen, leuchtenden, fordernden Augen. Wie gut ich sie doch kannte….Sie verzauberten mich immer wieder aufs Neue und zogen mich in einen Bann, dem ich nicht so leicht entweichen konnte. Und ich hasste mich dafür, dass ich nichts unternahm und dort stehen blieb, wo ich war.
„Cathrine?“sprachlos und mittleidend zugleich sah er mich an. Ich dachte nicht, noch einmal diese schöne, raue doch beruhigende Stimme zu hören. Das letzte Mal, als er mit mir geredet hatte, war vor 4 Jahren, Ende des 7.Schuljahres und das auch nurweil er mit mir Schluss gemacht hatte.
Flashback
„Cathrine? Kann ich mit dir reden?“ David sprach ruhig und entschuldigend zugleich, was mich im ersten Moment ziemlich irritierte, doch ich ging mit ihm mit. „Kla-ar“ nuschelte ich nur. Gemeinsam gingen wir aus der Großen Halle und begaben uns in Richtung Gryffindorgemeinschaftsraum.
Natürlich wusste ich,was jetzt kam und mich überraschte es eigentlich kein bisschen. Er war in letzter Zeit immer so anders zu mir gewesen, eher auf Abstand und er wich mir ständig aus und antwortete nie auf meine Fragen, was er denn nach der Schule machen wollte.
Knappe 2 Tage trennten uns noch von den Sommerferien und somit vor unserer bevorstehenden Zukunft. Auf was ich hinstrebte, wusste ich schon. Aurorin, ich wollte Aurorin werden. Eigentlich wollte ich was anderes machen, aber in so dunklen Zeiten, zählte jeder Mann.
Rasch bog er um eine Ecke und zog mich in eine dunkle, kleine Nische.
„Reicht dir der Gemeinschaftsraum etwa nicht aus? Wenn du schon mit mir Schluss machst, dann bitte mit etwas Stil, wenn ich bitten darf!“ Ich schleuderte die gesagten Worte nur so in sein bezauberndes Gesicht und David erschrak leicht.
„Cathrine, mir tut es leid, aber….“ Er stoppte und sah mir in die Augen. So tief wie schon lang nicht mehr. Er kam mir immer näher und ich ließ es zu. Näher und Näher, bis unsere Nasenspitzen sich fast berührten, ich konnte seinen Atem spüren und er den meinen. David nahm mein Gesicht in seine Hände und seine eiskalten Lippen pressten sich auf meine Warmen. Es schien, als würden meine Lippen gleich explodieren. Wir verloren jegliches Zeitgefühl und vergaßen, wo wir hier waren und dass er eigentlich mit mir Schluss machen wollte.
David küsste mich heftiger, leidenschaftlicher und hingebungsvoller als jemals zuvor. Das sollte dann wohl der letzte sein, der letzte Kuss, der Abschiedskuss. Danach gab es kein „uns“ mehr, danach gab es solche Momente nicht mehr und wenn ich nur daran dachte, wurde mir schon schlecht. Aber ich verdrängte das Gefühl und konzentrierte mich auf das hier und jetzt.
Nach gefühlten Stunden ließ er mein Gesicht los und schaute mir erneut in die Augen. Was ich in ihnen laß, waren Schuldgefühle und etwas anderes, was ich nicht deuten konnte.
„Cathrine, ich werde nach der Schule weggehen, eine Reise machen. Wohin weiß ich noch nicht, aber es wird eine längere Reise werden. Was ich eigentlich sagen will, ist“ Er holte noch einmal tief Luft und sprach weiter „dass ich dich nie vergessen werde und wir sehen uns sicher eines Tages wieder. Wenn das Schicksal es für uns beide vorher gesehen hat.“ Er drückte mir einen Kuss auf die Stirn und mit diesen Worten ging er davon und was mit mir war, interessierte ihn nicht. Die Tatsache, dass er nun entgültig weg war und ich ihn wahrscheinlich nicht wieder sehen würde, brachte mich fast um meinen Verstand. Ich sackte in mich zusammen und war fertig mit der Welt.
Flashback ende
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Als ich das erste Harry-Potter-Buch las, habe ich mir meinen Bademantel angezogen und so getan, als ob ich Harry wäre. Ich rannte im ganzen Haus herum uuund... kann nicht fassen, dass ich das gerade erzählt habe.