
von Gwen Potter
Dumbledore hatte mich über Lilys und James Tod informiert. Die Tränen stiegen in mir hoch. Ich hätte es verhindern und den Verräter zuvor ausfindig machen können. Doch ich hatte nicht damit gerechnet. Ich musste weg, weg aus England. Sonst würden mich die Auroren finden. Sie würden mich finden, Dumbledore würde mir nicht helfen, das wusste ich. Also verschwand ich von der Bildfläche.
Direkt nachdem ich den Auftrag bekommen hatte, den Trimagischen Pokal nachzubauen, hatte ich Dumbledore darüber informiert. Er sagte mir, dass ich eine Hintertür offen lassen müsse, für den Fall, dass Harry es als erster schaffen würde, bis zur Mitte zu kommen. Ich hatte einen Rückfahrt-Mechanismus eingebaut.
Als ich Harry dann zum ersten Mal auf dem Friedhof sah und er mich so sehr an James erinnerte, überkam mich wieder die Wut und das Gefühl, für ihn da sein zu müssen. Ich war seine einzige Angehörige der Zauberwelt und konnte ihm nicht helfen, dem Sohn meines Bruders. Ich fixierte meinen Blick auf ihn, ich wollte ihn mir so lange wie möglich einprägen. Das erste was mir auffiel, waren seine Augen, die Augen seiner Mutter. Als sich unsere Blicke kreuzten, musste ich wegsehen. Hätte ich ihn weiter angesehen, hätte ich vor lauter Wut meine Tarnung verraten. Da war ich mir sicher.
Nun stand ich nur noch einer jungen Aurorin gegenüber, die ich, wenn ich gewollt hätte, innerhalb von Sekunden zu Strecke gebracht hätte. Hätte ich sie nicht erkannt. Ich konnte das Lächeln auf meine Lippen nicht unterdrücken. Langsam und mit erhobenem Zauberstab kam ich aus meiner Deckung hervor und senkte den Zauberstab. Auch sie kam aus ihrer Deckung hervor und lächelte knapp. Sie ließ ihren Zauberstab langsam sinken. „Was gibt es Neues?“, fragte ich sie.
„Dein Neffe scheint sich wie du von nichts abbringen zu lassen", erzählte sie mir lächelnd. „Er hat einige Hogwartsschüler um sich gescharrt und bringt ihnen das Verteidigen bei.“
Ich wusste nicht, ob ich stolz oder besorgt sein sollte. Ich kannte und hasste Umbridge genauso wie alle Hogwartsschüler es wohl gerade taten.
"Malfoy hatte den Auftrag an die Waffe zu kommen, also stellt euch darauf ein, dass er Fudge noch mehr umgarnen wird", erzählte ich noch meinerseits. „Viele Grüße an die anderen", verabschiedete ich mich und verschwand.
Dolohow feuerte einen Fluch ab. Er schoss daneben, dass nutzte ich aus und schockte ihn. Daraufhin stellte ich mich direkt in die Schussbahn und ließ mich schocken. Zumindest ließ ich es so aussehen. Sobald die Kinder verschwunden waren, rappelte ich mich auf und verschwand aus dem Ministerium.
„Wieso haben Sie uns laufen lassen?“, fragte der andere Zwilling und ich begann zu erzählen. Als ich ihnen meine Lebensgeschichte erzählt hatte, staunten sie nicht schlecht.
„Sie sollten am besten von hier verschwinden. Gehen Sie irgendwohin wo die Todesser Sie nicht finden. Ich habe den Todesser vor ihrem Haus mit einer anderen Aufgabe betragen. Man wird Sie erst suchen wenn es zu spät ist.“
„Was ist mit Ihnen?“, fragte mich das Mädchen, das auf einmal besorgt zu sein schien.
„Ich werde sagen, dass Sie bereits verschwunden waren als ich hier eintraf.“
Sie nickten und ich verschwand.
Ich schoss so viele Todesser wie möglich um, so dass unsere Chancen für den endgültigen Sieg beträchtlich stiegen.
Ich hatte Angst. Harry lag bewegungslos auf dem Boden. Doch dann sah ich Narzissas glückliches und erleichtertes Gesicht, welches ich bisher nur gesehen hatte wenn es um Draco ging. Ich sah dank meinen scharfen Augen, dass Harry sich bewegte, dass er atmete. Meine Hand bewegte sich leicht und ich hoffte, dass dieser Zauber klappte. Er sollte bewirken, dass Harry keine Schmerzen hatte, damit er seine Tarnung aufrechterhalten konnte.
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