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Fanfiction

Der blaue Kristall - Kapitel 8

von silva

Kapitel 8

Es war stockdunkel, als Needa Severus um drei Uhr morgens weckte. Er zog sich rasch an und warf einen letzten Blick auf Cina. Ihr Gesicht wirkte friedlich und entspannt. Im schwachen Licht der Öllaterne nahm Severus ein blaugrünes Funkeln an ihrer linken Hand wahr. Als er Cina über das Haar strich, lächelte sie im Schlaf.
„Pass gut auf sie auf, Needa“, sagte er zu der Hauselfin, als sie ihm vor der Tür seinen Reiseumhang reichte.
„Needa passt immer gut auf die Herrin auf“, quiekte Needa. „Denn die Herrin hat auch Needa schon das Leben gerettet.“

Das bläulich weiße Licht ihrer Zauberstäbe beleuchtete die wartenden Auroren vor den Eberkopfsäulen. Severus erkannte Scotts blonde Mähne, die roten Locken von Finney und das schmale Gesicht von Christyn. Er nickte ihnen zu. Kingsley erwiderte seinen Gruß.
„Diese Todesser um Blair sind schwerer aufzuspüren als alles, was mir je untergekommen ist. Und mir sind schon verdammt viele schwarze Magier untergekommen“, sinnierte Kingsley.
„Snape, haben Sie eine Theorie, wie es ihnen gelingt, sich zu verstecken?“, fragte ein junger Auror mit einem schwarzen Bart, der Severus als Ronin vorgestellt worden war.
„Meine Vermutung geht dahin, dass sie Gestaltwandler, Animagi, sein könnten. Selbst Dementoren können keine Animagi in ihrer tierischen Verwandlungsform aufspüren“, meinte Severus. „Genug der Theorie. Ich weiß, wie wir sie aufspüren können.“
„Gut, dass wir Sie haben, Severus“, sagte Kingsley. „Ich muss gestehen, dass ich verdammt lange nicht sicher war, ob Sie wirklich auf unserer Seite standen. Sie haben `ne Menge riskiert als Spion bei Voldemort.“
Einige Auroren nickten anerkennend. Kingsley setzte sich zusammen mit Severus etwas von der Gruppe ab.
Severus krempelte seinen linken Ärmel hoch. Fast sein gesamter linker Unterarm war vom Dunklen Mal bedeckt, einem grauen, hässlichen Zeichen, das einen Totenkopf zeigte, dem eine Schlange aus dem Mund kroch – und das alle Todesser einst trugen. Das Dunkle Mal fing an zu brennen, wenn Voldemort seine Anhänger zusammenrief. Severus schüttelte die Gedanken daran ab. Sie behinderten ihn bei dem, was er vorhatte.
„Nun, Sie sind der Letzte mit diesem Zeichen, der nicht in Askaban sitzt oder im Kampf gestorben ist – bis auf diese letzten vier, die wir jagen“, meinte Kingsley.
„Dieses Zeichen weckt unangenehme Erinnerungen in mir, Kingsley, das können Sie mir glauben. Doch es wird uns nützlich sein“, sagte Severus.
Bevor er mit zwei Fingern seiner rechten Hand das Dunkle Mal berührte, bedeutete Severus Kingsley zu schweigen. Er schloss die Augen. Grelle Farben explodierten um ihn herum. Dann befand er sich auf einem Besen, drei fliegende Schatten an seiner Seite. Nein, vier. Auf einem der Besen befanden sich zwei Schatten, der eine war zusammengesunken und wurde von dem zweiten festgehalten. Professor Perkins, schoss es ihm durch den Kopf. Im Mondlicht sah er die Einöde der schottischen Highlands unter sich hinweg gleiten. Er blickte nach oben, um sich am Sternenhimmel zu orientieren. Die Szene verblasste.
„Wir müssen zuerst nach Norden“, sagte Severus knapp.
„Was haben Sie gesehen?“
„Ich konnte die Route sehen, die sie nahmen, nachdem sie und Blair vorgestern aus Askaban entkommen waren. Sie waren schon nördlich von Schloss Hogwarts und hielten genau auf den Polarstern zu“, berichtete Severus, während er sich den kribbelnden Arm rieb. „Übrigens hatten sie Professor Perkins bei sich, wie wir schon vermutet hatten.
„Los!“, rief Kingsley. „Scott, du übernimmst die Spitze! Richtung Norden!“
Die sechs Auroren und Severus streckten die rechte Hand aus und ihre Besen flogen auf sie zu.

Cina wälzte sich unruhig im Schlaf hin und her. Etwas Kühles, Weiches presste sich auf ihre Nase und ihren Mund. Sie wollte schreien, doch ein stechender, bitterer Geruch vernebelte ihr die Sinne. Sie hatte das Gefühl, unter einer dünnen Decke zu liegen und zu schweben. Dann nahm sie ein starkes Ziehen in der Nabelgegend wahr, wie beim Apparieren.
Mit einem Plopp erschienen drei Personen auf der Hauptstraße der Geisterstadt. Professor Mc Gonagall und Professor Sprout sahen zur Gestalt, die zwischen ihnen schwebte, tief schlafend. Es war Cina.
Blair betrachtete die Schlafende und nickte zufrieden. „Gut gemacht, Wayne und Fitzpatrick. Avery, fessle sie. Ich werde eine Eule an Snape schicken.“ Sein narbiges Gesicht verzog sich zu einem hämischen Grinsen.
„Die Informationen des Professors waren uns sehr hilfreich, Blair. In der Tat können Menschen, die zum Lehrpersonal gehören, den Schutzzauber um das Schloss auch nachts ungehindert passieren, ebenso kleinere Tiere, wie zum Beispiel Ratten und Fledermäuse.“ Die Person, die wie Professor Mc Gonagall aussah, stieß ein irres Kichern aus. An der Stimme erkannte Blair, dass es sich um Wayne handelte.
Professor Sprout stimmte in das Kichern ein. Ihre Haare schienen zu schrumpfen und sich in den Kopf hineinzuziehen. Sie wurde dünner, die Haut an Armen und Gesicht warf Blasen wie heißes Wachs. Auch das Gesicht wurde dünner und verformte sich in das von Fitzpatrick.
Als Cina zu sich kam, war sie an einen Stuhl gefesselt. Ihr Blick fiel auf die heruntergekommene Hütte, das vernarbte Gesicht von Blair und auf Professor Mc Gonagall, die sich vor ihren Augen in einen unbekannten Todesser verwandelte.
„Wer sind Sie und was wollen Sie von mir?“, fragte Cina benommen. Sie bemerkte einen bitteren Geschmack in ihrem Mund, der von einem Betäubungsmittel stammen musste
„Sieh an, die kleine Freundin von Snape ist aufgewacht.“Cina erkannte in dem Sprecher einen der Todesser, die sie im Garten überfallen hatten Sie schauderte.
„Ich stelle hier die Fragen“, sagte Blair und trat näher an Cina heran. Sie roch den Alkohol in seinem Atem.
„Meinst du, Snape liebt dich genug, um sein Leben gegen deins zu geben?“, zischte er.
Cina war, als hätte man sie mitten im Winter in einen See mit eiskaltem Wasser geworfen. Sie schnappte entsetzt nach Luft. Alles drehte sich um sie, dann wurde ihr schwarz vor Augen.

Eine Turmuhr schlug sechs Mal. Schweißgebadet schreckte Cina hoch und sah sich panisch um. Kein Blair, keine Todesser, keine verfallene Hütte waren zu sehen. Durch drei kleine Fenster fiel die Morgensonne in ihr Gästezimmer. Sie stöhnte erleichtert auf.

„Ich habe da ein ganz mieses Gefühl“, meinte Cina.
Sie hatte Pomona vor dem Frühstück um Sieben Uhr in den Gewächshäusern abgepasst und ihr von ihrem Alptraum erzählt.
„Das war in der Tat ein sehr übler und ausgefeilter Plan, den die Todesser hatten.“ Pomona zog nachdenklich die Stirn kraus. „Als Animagus als kleines Tier ins Schloss zu kommen und mit Hilfe des Vielsafttrankes als Lehrer wieder heraus. Und zu wissen, dass ein Lehrer nachts eine Begleitperson mit raus nehmen kann...Sie waren sehr gut informiert.“
Mit nachdenklicher Miene schnitt sie etwas Salbei ab und kaute an einem Blatt. „Cina, sicher hast du durch deine Hellsichtigkeit einen Teil ihres Plans aufgeschnappt. Aber mach dir nicht so viele Sorgen. Vielsafttrank ist sehr schwer zu besorgen.“
„Das mit dem Trank ist meine geringste Sorge. Ich habe ein mieses Gefühl bei dem Einsatz von Severus und den Auroren. Diese Todesser sind mit allen Wassern gewaschen. Sie kommen schnell an Informationen und ändern ebenso blitzschnell ihre Pläne. Ich meine...sie hatten nur ein paar Stunden, um einen Plan auszubrüten, mit dem sie in Hogwarts eindringen können.“ Aus Cinas Gesicht war alle Farbe gewichen. Sie merkte nicht, wie sich eine vorwitzige Ranke der gelben Tentakula über ihre Schulter streckte.
„Lass das“, rief Pomona. Sie gab der Pflanze einen Klaps.
Dann legte sie Cina die Hand auf den Arm und schob sie in Richtung Gewächshausausgang. „Meine Liebe, machen Sie sich nicht so viele Gedanken. Die Auroren können jederzeit Verstärkung anfordern. Und...Sie haben doch den Ring. Severus würde sich sicher melden, wenn er in Schwierigkeiten steckt.“
„Ihr Wort in Merlins Ohr, Pomona.“ Cina blickte beunruhigt auf ihre Taschenuhr. „Sie sind schon fast vier Stunden weg“, murmelte sie.
„Vergessen Sie nicht, dass es schwer ist, diese Animagi aufzuspüren“, sagte Pomona leise.
„Aufspüren!. Sie bringen mich auf eine Idee.“ Cinas Miene erhellte sich und sie rannte über den Rasen in Richtung Hauptgebäude.
Pomona sah ihr kopfschüttelnd hinterher.

Die Sonne war schon seit zwei Stunden aufgegangen, als die sieben Auroren und Severus nach mehreren Zwischenstopps und Richtungswechseln auf eine Bergkette zuhielten und in der Nähe eines verlassenen Dorfes niedergingen. Die Senke, die sie als Landegebiet gewählt hatten, bot Wind- und Sichtschutz. Zum Dorf hin erstreckte sich ein ausgedehntes Waldgebiet. „Ashtonville, 2 Meilen stand auf einem halb verrotteten hölzernen Wegweiser an einem überwucherten Weg am Waldrand, auf dem Ronin niederging.
„Leise!“, blaffte Kingsley. „Bleibt zusammen. Finney, errichte Abhör- und Alarmzauber!“
„Diesen Eichenwald haben wir schon vor einer Stunde überflogen, da bin ich ganz sicher“, knurrte Mc Leod. „Diese Bastarde haben uns an der Nase herumgeführt!“
„Die Todesser haben absichtlich eine Spur gelegt, die auf vielen Umwegen hierhin führt. Sie wissen, dass ich sie aufspüren kann und wollten sich ihre Gegner so lange wie möglich vom Leib halten“, entgegnete Severus. „Sie werden bald wissen, dass wir da sind. Wir sollten uns beeilen.“
Severus krempelte wieder seinen linken Ärmel hoch und berührte das Dunkle Mal, nachdem er den Umstehenden bedeutete, zu schweigen.
„Blair und seine Leute verstecken sich in einer der verfallenen Hütten in Ashtonville, da bin ich ganz sicher“, sagte Severus schließlich.
„Scott und Finney, ihr fliegt ins Dorf. Findet unauffällig heraus, über welchem Haus Schutzzauber liegen“, dröhnte Kingsley. „Kurze Pause für alle anderen.“

Die Auroren ließen sich in kleinen Grüppchen in der grasbewachsenen Senke nieder. Severus nahm einen Schluck Wasser aus dem klaren Gebirgsbach, der durch die Senke plätscherte, als es plötzlich genau vor ihm einen lauten Knall gab. Wie aus dem Nichts erschien eine kleine Gestalt im Bach.
Im Bruchteil einer Sekunde sprangen alle Auroren auf und zogen ihre Zauberstäbe. Ronin hechtete vor Christyn.
„HALT! EIN FREUND!“,rief Severus rasch. „PROTEGO!“, schrie er gleichzeitig mit Needa. Der Schutzzauber umhüllte die Hauselfin gerade noch rechtzeitig, so dass mehrere Flüche der Auroren wirkungslos abprallten.

Alle Auroren senkten die Zauberstäbe wieder und scharrten sich um den Neuankömmling.
„Du hast auf meinen Fuß getreten, Ronin!“, fauchte Christyn Ronin an.
Ronin schaute betreten.
Severus musste unwillkürlich lächeln, denn Christyn erinnerte ihn daran, wie kratzbürstig sich Cina ihm gegenüber am Anfang verhalten hatte.
Mc Leod stieß Severus an. „Christyn hat ihm letzte Woche das Leben gerettet. Seitdem versucht er ständig, sich zu revanchieren. - Hat schon mehrere Anraunzer von Kingsley deshalb bekommen.“
Severus stellte Needa in der Runde vor.
„Die Herrin hat sich Sorgen gemacht und gesagt, Needa soll helfen“, sagte die Hauselfin mit leuchtenden Augen, während sie den Saum ihres nassen Kleides trocknete. „Sie hatte den Ring berührt und gesehen, dass der Herr Severus fast am Ziel ist.“
„Wie hast du mich gefunden?“, fragte Severus verblüfft.
„Die Herrin hat dem Herrn Severus zum Abschied ein Medaillon geschenkt“, quiekte Needa. „Damit kann Needa Freunde der Herrin finden.“
Severus tastete nach dem silbernen Medaillon auf seiner Brust.
„Ich wusste gar nicht, dass du einen Hauselfen hast“, dröhnte Kingsley.
„Needa dient meiner Freundin Cina“, entgegnete Severus. „Ich glaube, ich weiß, warum sie sie schickte.“ Er senkte die Stimme. „Wir fanden durch Needa heraus, dass Elfen den Anti-Apparier-Zauber durchbrechen können.“
„Deine Freundin ist clever, uns eine Hauselfin zu schicken“, meinte Kingsley. „Das erspart uns eine lange Observierung. Wie du weißt, ist es Auroren bislang nicht gelungen, die Schutzzauber um einen Zufluchtsort der Todesser zu durchdringen.“

Scott und Finney kehrten zurück.
„Es ist das Haus Nr. 9 auf der Hauptstraße, das gegenüber dem Brunnen“, verkündete Scott und beäugte argwöhnisch Needa.
„Sie haben Anti-Apparier-, mehrere Schutz-, Abhör- und Alarmzauber“, setzte Finney hinzu.
„Needa kann helfen“, quiekte die Hauselfin aufgeregt. „Needa kann in das Haus. Sie kann die Todesser auskundschaften und herausfinden, wann sie das Haus verlassen werden.“
„Dann tu das, Needa“, dröhnte Kingsley.
Needa verschwandt mit einem Knall.
„Die ist wirklich niedlich. Willst du dir nicht auch eine anschaffen?“, fragte Ronin Christyn, während er ihren Fuß kühlte.
„Wenn ich was Niedliches möchte, schaffe ich mir eine Katze oder eine Eule an“, sagte Christyn spitz. „Ich war in der Hauselfen-Befreiungsfront, falls du das nicht weißt. Keiner hat das Recht, diese Wesen, die uns so ähnlich sind, zu besitzen.“
„Ein Punkt für dich, Christyn“, warf Carry ein. Er nahm einen Schluck aus einer kleinen Flasche. Seinem Gesicht nach musste das Gebräu ziemlich scheußlich schmecken.

Needa tauchte fast lautlos auf einem Dachboden auf. Sie streifte einige Spinnweben ab und spähte angestrengt ins Halbdunkel hinein. Ihre großen Ohren zuckten. Sie hörte Stimmen aus dem Erdgeschoss dringen, ein Lichtschein erhellte eine schmale Luke, unter der eine morsche Treppe ins Erdgeschoss führte. Sie trat näher heran und lauschte. Eine geraume Zeit redeten die Todesser über Personen, die sie nicht kannte. Dann klappte die Hüttentür. Sie hörte schwere Schritte.
„...sind acht Leute...eingetroffen. Snape...dabei“, tönte eine dunkle Stimme. Needa trat noch näher an die Luke.
„Wozu...Animagi? Wir schnappen uns Snape heute“, sagte eine helle, unangenehm schnarrende Stimme. „Endlich wird er für den Verrat an Voldemort und den Tod meines Vaters zahlen.“
„Auf den Tod des Verräters“, grölte jemand. Gläser klirrten.
„Wayne, sag den Werwölfen bescheid und komm dann zum vereinbarten Treffpunkt“, kommandierte die schnarrende Stimme. „Sie sind hungrig und werden genug Verwirrung stiften, damit wir Snape und die Auroren erledigen können.“ Er lachte grunzend auf.
„Bin schon unterwegs, Blair“, sagte eine dritte Stimme.
Jemand lachte hämisch. „Die werden sich wundern, wenn sie versuchen, den Tarnzauber anzuwenden.“
Oben an der Luke erstarrte Needa vor Schreck über das eben Gehörte. Werwölfe! Sie waren stark und sie kannten keine Gnade.

Fast lautlos verschwandt Needa vom Dachboden und tauchte im Lager der Auroren wieder auf, direkt neben Scott. Der schüttete vor Schreck über ihr Erscheinen heißen Tee über seinen Umhang.
„Verdammt“, fluchte er. „Snape, Ihre Hauselfe kann einen verdammt erschrecken!“
Acht Augenpaare richteten sich auf Needa.
„WERWÖLFE“, rief sie keuchend. „Sie haben Werwölfe als Verbündete und holen sie in diesem Moment!“
„Wie viele Wölfe?“, fragte Kingsley.
„Das weiß Needa nicht. Sie wollen die Werwölfe Verwirrung stiften lassen und dann selbst angreifen.“ Needas ohnehin große grüne Augen waren vor Angst geweitet. „Und sie sagten, Desillusionierungszauber funktionieren bei uns nicht mehr“, quiekte sie.
Ein Raunen ging durch die Reihen der Auroren.
„Das letzte werden wir sofort überprüfen. Danke, Needa“, sagte Severus.
„Das darf nicht wahr sein. Der Tarnzauber funktioniert wirklich nicht mehr“, fauchte Mc Leod gereizt. Lediglich seine Beine wurden unsichtbar, und das auch nur für Sekunden.
„Verdammt, ohne Desillusionierungszauber sitzen wir hier auf dem Präsentierteller, und das gegen eine Übermacht“, fluchte Kingsley. „Finney und Mc Leod, geht nachschauen, wie viele Werwölfe es sind. Schnell! Wenn jemand Ideen hat, dann raus damit!“
Ein Stimmengewirr erhob sich, während Finney und Mc Leod sich schnell herumwirbelnd in weißen Rauch verwandelten und mit einer rasenden Geschwindigkeit in Richtung Ashtonville flogen.
Binnen einer Minute waren sie zurück.
„Es sind fast drei Dutzend“, keuchte Finney. Er schaute in sieben entsetzte Gesichter. „Sie versammeln sich auf der Dorfstraße. Ich schätze, uns bleiben 15 bis 20 Minuten, bis sie hier sind.“
Wieder redeten alle durcheinander. Keiner achtete auf Needa, die erst hinter den Rücken der Auroren hochsprang und versuchte, etwas zu sagen, danach am Bach ein Säckchen Kräuter aus ihrer Gürteltasche zerhackte und mit einer Flüssigkeit beträufelte.

„Behaltet jetzt alle die Nerven“, sagte Kingsley mit stoischer Ruhe. „Scott, du apparierst ins Aurorenbüro und kommst binnen 10 Minuten mit so viel Verstärkung zurück, wie du bekommen kannst. Sie sollen Besen mitnehmen.“
Scott nickte, verschwandt – und tauchte Sekunden später mit einem sehr lauten Knall wieder auf. Er schwankte und brach ohnmächtig zusammen.
Severus legte seine Hand auf Scotts Stirn. „Ein starker Anti-Apparier-Zauber. Er wird eine Zeit ohnmächtig sein“, rief er.
„Diese verdammten Hundesöhne“, fluchte Mc Leod.
„Ruhe!“, donnerte Kingsley. „Ronin, schnell, finden Sie heraus, wie weit sich der Anti-Apparier-Zauber erstreckt“, blaffte er.
Eine angespannte Stille legte sich über die Senke, während Ronin sich auf einen Findling setzte und die Augen schloss. „Revelio“, murmelte er.
„Das sieht nicht gut aus“, sagte er leise, als er die Augen wieder aufschlug. „Ich kann einen Anti-Apparier-Schutz fühlen, der sich 40 Meilen um das Dorf erstreckt. Unglaublich.“
„40 Meilen?“, rief Christyn aus. Sie wirkte bleich. „Bei Merlins Unterhose!“

Kingsley sah auf seine Uhr. „Es ist noch Zeit. Wir versuchen, den Anti-Apparierschutz gemeinsam zu durchbrechen. Zauberstäbe bereit!“
Damit zog Kingsley seinen Zauberstab aus dem Reiseumhang, Severus und die Auroren taten es ihm nach.
„Zielt auf einen Punkt direkt über uns. ´Finite incantatem appario´ lautet der Spruch, falls wer das vergessen haben sollte.“ Kingsley sah in die Runde und hob seinen Zauberstab.
„Wartet“, rief Severus. „Wie ich diese Todesser einschätze, haben sie eine Falle eingebaut, falls jemand versucht, den Zauber aufzuheben. Haltet eure Zauberstäbe oben und seid bereit, einen schnellen Schildzauber anzuwenden“, sagte er eindringlich. „Needa, komm hierhin!“
„Gut. Alle auf mein Kommando...JETZT!“, bellte Kingsley und trat neben Scott.
„Finite incantatem appario!“, kam ein Ruf aus sieben Kehlen.
Grellgelbe Lichtstrahlen schossen fast gleichzeitig aus sieben Zauberstäben nach oben. In zwanzig Metern Höhe schienen sie jedoch von einer unsichtbaren Wand abzuprallen und zerfaserten sich in kleine Lichtblitze, die mit irrwitziger Geschwindigkeit wieder zur Senke hinab rasten.
„PROTEGO!“ schrien sieben Stimmen.
Schimmernde Schutzschilde formten sich über den Köpfen der Sieben, gerade noch rechtzeitig, um die Lichtblitze abprallen zu lassen. Kingsley schützte Scott, Severus zog Needa unter seinen Schild. Die Lichtblitze zersprühten in Myriaden gelber Funken. Dort, wo sie auf den Rasen trafen, stieg ätzend riechender dunkler Rauch auf. Einen Moment herrschte beklommene Stille.
„Ich habe eine Idee“, murmelte Severus und ging mit Needa zu dem Findling hinüber, auf dem sie Kräuter zum Trocknen ausgebreitet hatte.
„Verdammt“, fluchte Finney. „Entweder ist das ein Zauber, den nur die aufheben können, die ihn aussprachen – das heißt, diese Burschen haben ganz schön was auf dem Kasten...“
„Oder die, die den Zauber aussprachen, waren uns zahlenmäßig überlegen“, unterbrach ihn Christyn. „Dabei waren wir nur von vier Personen ausgegangen...“

„Ruhe!“ Kingsley schritt auf und ab. „Wir brauchen einen neuen Plan.“
In der Ferne ertönte ein vielstimmiges Heulen, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ.
„Neuer Plan, hervorragende Idee!“, höhnte Mc Leod. „Wenn wir jemanden auf dem Besen schicken, dauert es allein 15 Minuten, bis der die 40 Meilen Anti-Apparier-Zone durchflogen hat. Da kann man sich ausrechnen, dass wir keine Hilfe mehr brauchen, wenn die Verstärkung eintrifft!“
Kingsley sah auf seine Uhr. „Noch elf Minuten, bis sie kommen.“
„Das ist ein verdammtes Himmelfahrtskommando, Kingsley. 30 Werwölfe und wer weiß wie viele Todesser. Wir sollten uns zurückziehen und später mit Verstärkung wiederkommen“, schlug Carry vor.
„Doch was ist, wenn die Todesser sich so weit zurückziehen, dass selbst Snape sie nicht mehr aufspüren kann? Sie sind jetzt schon sehr gefährlich und sie werden immer stärker“, gab Finney zu bedenken.

„Wir haben noch eine Möglichkeit, Hilfe zu bekommen“, meldete sich Severus zu Wort. Die Augen aller Auroren richteten sich auf ihn.
„Wenn Sie Needa meinen, - es kostete sie viel Kraft, den Anti-Apparierschutz zu durchbrechen“, meinte Ronin und deutete auf Needa, die erschöpft neben Scott im Gras lag. „Sie sagte, sie glaubt nicht, dass sie heute nochmal apparieren kann.“
„Welches As haben Sie dieses Mal im Ärmel, Severus?“, dröhnte Kingsley.
„Nicht im Ärmel, am Finger, Kingsley.“ Severus deutete auf den glitzernden Stein an seinem Ring. „Schon mal was von walisischem Mondstein gehört? Während Ihrer Diskussion habe ich mithilfe des Mondsteins Kontakt zu Cina Mc Laggen in Hogwarts aufgenommen, ihr die Lage erklärt und sie gebeten, uns ein Heer von Hauselfen aus Hogwarts zu schicken, außerdem Auroren und Wächter von Askaban anzufordern“, erklärte Severus.
„Das ist genial.“ Ronin blickte hoffnungsvoll auf Severus. „Wann werden sie eintreffen?“
„Ich schätze, in fünfzehn Minuten. Außerdem hat Needa Nerus-Kraut mitgebracht. Wir können uns also auch ohne Tarnzauber unsichtbar machen.“
„Das ist ja unglaublich“, meinte Carry. „Warum hat Needa das Nerus-Kraut nicht früher erwähnt? Sie hat uns ganz schön zappeln lassen...“
„Oh, sie hat es versucht“, antwortete Severus. „Und sie wurde gerade erst mit der Aufbereitung des frischen Krauts fertig, wie sie mir mitteilte.“
Seid ihr bereit, unter diesen Umständen zu kämpfen?“, rief Kingsley in die Runde.
„Ja“, sagten Carry und Ronin. Alle anderen nickten zustimmend.
„Dadurch, dass wir unsichtbar sind, können wir zumindest die Wölfe problemlos erledigen“, meinte Christyn.
Als sie sich umwandte, blickte sie direkt in die dunklen Augen von Ronin.
„Wir müssen nur ein paar Minuten durchhalten, bis Verstärkung kommt, Christyn. Wir werden es schaffen“, sagte er heiser.
„Ich weiß, dass du hellsehen kannst, Ronin. Ich hoffe, du liegst richtig“, entgegnete Christyn.
„Beeilt euch! Jeder nimmt den Trank“, knurrte Kingsley. „Carry, steig auf den Besen und halte Ausschau!“

Severus und alle Auroren bis auf Scott und Carry scharrten sich um Needa.
„Dies ist das Kraut, das meine Herrin gestern pflückte, bevor sie fast entführt wurde“, quiekte die Hauselfin.
„Needa, erzähl keine Geschichten; bereite es zu. Die Werwölfe kommen bald“, drängte Kingsley nervös und sah wieder auf seine Uhr. „Noch sechs Minuten.“
Aus dem Nichts beschwor Needa ein Tablett mit neun Tassen voll dampfendem Wasser, einen Teelöffel und ein Päckchen Salz hervor.
„Ein Löffel Kräuter und ein Teelöffel Salz in die Tasse“, murmelte sie. Dann patschte sie sich an die Stirn. „Oh, Needa hat vor lauter Aufregung vergessen, ob es ein Teelöffel Salz oder ein halber Teelöffel war. Mared squaress!“ Sie stieß eine Reihe weiterer wilder Flüche auf elfisch aus, während sie das Kraut für die Tassen abmaß.
Die Auroren wirkten weniger beruhigt als noch eine Minute zuvor.
Severus sah Needa in die Augen. „Du erinnerst dich jetzt an die richtige Menge Salz für den Trank“, murmelte er beschwörend.
Daraufhin grinste Needa breit. „Needa muss dem Herrn Snape leider sagen, dass das bei Hauselfen nicht wirkt.“
„Carry, siehst du schon was?“, rief Kingsley nach oben.
Carry, der 20 Meter über ihnen schwebte, schüttelte den Kopf.

„Wir müssen es riskieren, oder?“, fragte Christyn. „Es ist die einzige Möglichkeit, hier heil herauszukommen. Ich versuche es mit einem halben Teelöffel Salz.“
Ronin und Kingsley sahen sie besorgt an.
„Keine Sorge, ich habe früher mit solchen Tränken experimentiert.“
Kingsley ruckte nervös mit dem Kopf. „Na gut.“
Needa schluckte, warf sieben Blätter des Nerus-Krauts in eine Tasse und gab einen halben Teelöffel Salz dazu. Das Wasser färbte sich schocklila.
„Die Farbe ist richtig“, quiekte Needa zaghaft.
Christyn leerte die Tasse in großen Schlucken und verzog angewidert das Gesicht. „Das schmeckt abscheulich, wie angegammelter Fisch – hey, ich merke schon was!“
Plötzlich waren Christyns Schuhe nicht mehr zu sehen, dann verschwandt der untere Teil ihres Reiseumhangs, dann ihr Kopf. Doch hier hörte die Verwandlung auf.
„Bei Merlins Unterhose“, fluchte sie. „Aber jetzt wissen wir es.“ Ein Oberkörper ohne Kopf und ohne Beine schien durch die Luft zu schweben, als Christyn hin und her lief.
Trotz der ernsten Lage konnten sich einige Auroren ein Grinsen nicht verkneifen. Schnell wurden ihre Mienen wieder ernst, denn durchdringendes Wolfsgeheul drang aus dem Wald.
„Beruhige dich, es hätte schlimmer kommen können“, dröhnte Kingsley. „Du kannst von einem Baum am Rand der Senke aus gegen die Werwölfe kämpfen.“
„Ich habe ein Auge auf sie“, sagte Ronin sofort.

Schnell bereitete Needa die restlichen Tränke mit je einem Teelöffel Salz.
Carry lehnte ab, als Needa ihm die Tasse reichte. Stattdessen fischte er eine kleine Flasche aus seinem Umhang und nahm einen Schluck daraus. „Wolfsbann-Trank“, sagte er. „Da ich selbst ein Werwolf bin, werde ich der Köder sein, denn mir passiert nichts, wenn sie mich beißen.“
Needa machte große Augen. Kingsley nickte.
Die anderen schluckten den widerwärtigen schocklila Trank, während Scott etwas Elixier von Needa eingeflößt bekam. Ein seltsames Schauspiel bot sich Carry und Christyn daraufhin.
Severus, Needa und die fünf Auroren schienen sich vor seinen Augen aufzulösen. Zuerst verschwanden alle Farben, dann wurden ihre Körper dunkelgrau, schließlich hellgrau und verblassten immer weiter, bis sie ganz unsichtbar waren.
„Needa, sind wir auch wirklich unsichtbar?“, fragte Severus Stimme. „Ich kann die anderen noch als Schatten sehen.“
„Ich sehe euch jetzt auch als graue Schatten“, rief Christyn überrascht.
„Ich kann keinen von euch sehen“, sagte Carry. „Das ist schlecht. Ich könnte einen von euch versehentlich mit einem Fluch erwischen.“
Ein Blatt graues Neruskraut schwebte wie von Geisterhand auf Carry zu. „Essen Sie das, Herr Carry, dann sehen Sie die anderen“, hörte er Needas Stimme.
„Tatsächlich“, staunte Carry, sobald er das pelzige Kraut kaute.
„Wir müssen diese Werwölfe alle erwischen“, sagte Severus besorgt. „Sie sind beim Bodenkampf für uns eine Gefahr – und für alle anderen Zauberer und Hexen auch, so lange sie Blair als Meister sehen.“
„Wie konnte Blair so sicher sein, dass wir genau zu Vollmond kommen, so dass er die Werwölfe einsetzen kann?“, fragte Christyn.
„ Konnte er eben nicht. Ein Teil dieser Meute sind sicher Animagi und keine echten Werwölfe“, entgegnete Ronin. „Blair macht keine halben Sachen, das muss man ihm lassen.“
„Gut“, sagte Kingsley. „Behaltet jetzt alle die Nerven. Wir kämpfen vom Besen aus, Needa und Christyn vom Baum aus. Wenn wir so vorgehen, wird niemand gebissen. – Christyn und Ronin, ihr kümmert euch um eine Plattform hoch oben in einer Eiche, wo Scott in Sicherheit ist, bis es ihm besser geht. Beeilt euch!“


Kapitel 9

Cina stocherte in ihrem Haferbrei und ließ den Blick geistesabwesend über die lärmenden Schüler an den vier langen Tischen schweifen. Die verzauberte Decke der großen Halle zeigte einen wolkenlosen Morgenhimmel.
Über vier Stunden ohne eine Nachricht von Severus schienen ihr wie eine Ewigkeit. Sie hatten ausgemacht, dass Severus mit ihr in Verbindung treten sollte, damit Cina ihn nicht während eines Kampfes ablenkte.
Was war, wenn er den Ring verloren hatte und dringend Hilfe brauchte?
„Was hat dich veranlasst, so fluchtartig das Gewächshaus zu verlassen?“; unterbrach Pomona ihre Grübelei. Sie ließ sich auf den Stuhl neben Cina fallen und schaufelte sich Eier auf den Teller.
„Ich habe Needa zu Severus geschickt und ihr Nerus-Kraut mitgegeben. Das war das mindeste, was ich tun konnte, um Severus zu helfen. Doch ich habe immer noch ein verdammt mieses Gefühl bei der Sache“, murmelte Cina.
Professor Mc Gonagall beugte sich vom Stuhl des Schulleiters zu ihnen herüber. „Sieben der besten Auroren, die das Ministerium aufzubieten hat, begleiten Severus. Ich bin sicher, er kommt bald zurück.“ Sie lächelte Cina aufmunternd an.
„Neruskraut?“, echote Pomona. „Es heißt, du hättest es mit entwickelt als Alternative zum Tarnzauber. Darüber musst du mir unbedingt mehr erzählen.“
„Mmmhh“, machte Cina und nippte lustlos an ihrem Tee.
Ihr war wirklich nicht danach zumute, Vorträge über Neruskraut zu halten. Und sie musste es auch nicht, denn urplötzlich wurde der Mondsteinring an ihrem Finger warm.

„Cina?“, hörte sie Severus Stimme klar und deutlich.
„Severus?“, rief Cina überrascht aus.
Sie machte Pomona und Professor Mc Gonagall, die sie überrascht anblickten, ein Zeichen, nicht zu reden.
„Berühre den Mondstein, schnell.“ Severus Stimme hallte.
„Ich habe gerade Kontakt zu Severus, warten Sie einen Moment“, sagte Cina hastig zu Pomona, die sie immer noch entgeistert anstarrte, legte die Finger auf die Lippen und drehte sich vom Tisch weg.
Der Mondstein sprühte blaue, lilafarbene und grüne Funken, als Cina zwei Finger der rechten Hand darauf legte. Dann schloss sie die Augen und rief sich Severus Gesicht in Erinnerung. Übergangslos sah sie eine Senke in einer kargen Landschaft, wo eine Gruppe Auroren erregt diskutierte.
„Neuer Plan, hervorragende Idee!“, höhnte ein großer, hagerer Auror. „Wenn wir jemanden auf dem Besen schicken, dauert es allein 15 Minuten, bis der die 40 Meilen Anti-Apparier-Zone durchflogen hat. Da kann man sich ausrechnen, dass wir keine Hilfe mehr brauchen, wenn die Verstärkung eintrifft!“
„Noch 11 Minuten, bis sie kommen“, sagte Kingsley nach einemBlick auf seine Uhr.
Dann konnte Cina nicht mehr verstehen, was die Auroren sagten, denn sie hörte Severus Stimme. Er erzählte ihr, wo sie sich befanden, von den Werwölfen und vom Anti-Apparier-Zauber.
„...Wir brauchen dringend Hauselfen zur Verstärkung, Cina. Nur sie können schnell genug hier sein. Und fordere Auroren und Dementoren aus Askaban an.“ Severus Stimme verhallte.
Dann breitete sich ein grüner Schleier über das Bild der Auroren in der Senke.

„Meine Liebe, Sie sind ja kreidebleich. Was ist passiert?“ Professor Mc Gonagall tätschelte Cinas Schulter.
Cina holte tief Luft und erzählte hastig, was sie von Severus über die Verbindung durch den Mondstein erfahren hatte. „Wir müssen sofort Hilfe schicken, sonst sind sie verloren“, endete Cina atemlos.
Professor Mc Gonagalls Gesicht nahm einen wild entschlossenen Ausdruck an.
„Miss Mc Laggen, gehen Sie in die Küche und verlangen Sie nach der obersten Hauselfe. Ich sah Needa bei den Küchenelfen, was Ihnen einige Sympathien sichern sollte. Noch ein Tipp: die Elfen sind unter Voldemorts Todessern sehr schlecht behandelt worden. Das könnte ihnen wieder drohen.“
„Du kannst meinen Besen habe, Cina.“ Mit einem „Accio Besen!“ rief Pomona ihren Besen herbei, der schon bessere Tage gesehen hatte. „Sag einfach `Küche`.“
„Alle Lehrer, sofort zu mir!“, donnerte Professor Mc Gonagall, während Cina auf Pomonas Besen stieg und „Küche“ murmelte. „Ich berate mich mit den Kollegen, was wir den Elfen an Waffen mitgeben können. Wir kommen dann zur Küche. Beeilen Sie sich!“
An der Tür zur großen Halle wich Cina einem entgegenkommenden herrenloser Besen aus. Sie geriet kurz ins Schlingern.
„Das Flugverbot in der großen Halle ist nicht aufgehoben!“, dröhnte die magisch verstärkte Stimme von Professor Slughorn durch den Raum. „Fünf Punkte Abzug für Slytherin!“

Cina flitzte, dem Hausmeister und zwei Schülern ausweichend, in einem wahnwitzigen Tempo durch die Kellerkorridore zur Küche, die im Westteil des Schlosses lag.
„Halte durch, Severus“, flüsterte sie, als sie die Küchentür aufstieß.
Die Küche ähnelte einem wimmelnden Ameisenhaufen, denn ein Heer von Hauselfen in Schürzen war damit beschäftigt, das Mittagessen vorzubereiten. Direkt neben der Tür rührten vier Elfen an einem gusseisernen Herd in Suppentöpfen, die um ein vielfaches größer waren als sie selbst. Daneben reinigten sich Pfannen und Teller mit Bürsten, die sich wie von Geisterhand bewegten. Andere Hauselfen waren damit beschäftigt, Messer zu beaufsichtigen, die Salat, Gemüse und Fleisch schnitten oder Kartoffeln schälten. Am Fenster wurden riesige Schüsseln Pudding – je nach Elfe mit oder ohne Magie – gerührt und Saucen und Getränke abgefüllt. All das erfasste Cina mit einem hastigen Blick, als sie in die Küche stürzte.
„Wünfen Fie etwaf zu effen?“, lispelte eine Hauselfe mit großen braunen Augen und einer Zahnlücke, die ein Tablett mit Sirupkuchen trug. „Mein Name ift Netty.“
Danke, Nein.“ Cina holte tief Luft. „Ich bin Cina Mc Laggen, die Herrin von Needa. Ich muss sehr dringend mit der obersten Küchenelfe sprechen. Es geht um Leben und Tod.“
Die Elfe schaute sie verdattert an und hielt das Tablett schief. Ein Sirupkuchen fiel mit einem Platsch auf die Kacheln, den zweiten fing Cina auf und legte ihn zurück.
„Bitte. Es ist sehr dringend!“, drängte Cina.
„Kommen Fie!“ Netty stellte das Tablett ab. Danach führte sie Cina eilig durch Schwaden von Kochdünsten zu einer grimmig dreinblickenden Hauselfe mit einer roten Schürze.

„Corona – Fina Mc Laggen, die Herrin von Needa“, stellte Netty sie einander vor, verbeugte sich und verschwandt.
Corona verbeugte sich leicht. Cina tat es ihr nach und schaute nervös auf die Taschenuhr. Vier Minuten waren schon verstrichen.
„Was führt dich zu mir?“, fragte Corona überrascht.
„Bitte, Corona, hör` mich an, es geht um Leben und Tod und die Zeit ist äußerst knapp. Ich brauche dringend die Hilfe der Hauselfen von Hogwarts...“ Cina erzählte hastig von Severus und den sieben Auroren, die von einer Übermacht von Werwölfen und Todessern angegriffen wurden.
Coronas Augen wurden immer größer, während sie aufmerksam zuhörte.
„Warum fordern sie keine Auroren als Verstärkung an?“, fragte sie schließlich.
„In einem Umkreis von 40 Meilen um Ashtonville kann durch einen Zauber der Todesser kein Mensch apparieren oder einen Portschlüssel benutzen“, sagte Cina verzweifelt. „Es würde viel zu lange dauern, bis Auroren zur Verstärkung da wären, da diese mit dem Besen fast eine halbe Stunde in der Anti-Apparier-Zone unterwegs wären. Nur deine Elfen würden es rechtzeitig schaffen.“ Cina schnappte nach Luft.
„Warum sollte ich meine Leute der Gefahr aussetzen, von Werwölfen gebissen zu werden?“ Coronas eisblaue Augen sahen sie durchdringend an.
„Bis deine Leute eintreffen, müssten die meisten Werwölfe erledigt sein. Der Kampf gegen die Wölfe tobt in diesen Minuten“ versicherte Cina ihr.
Corona schien scharf nachzudenken.
„Bitte, Corona“, sagte Cina, kniete nieder, nahm Coronas schwielige braune Hand und blickte sie flehend an. „Bitte helft uns, du und deine Leute. Ihr werdet Waffen bekommen. Denk daran, wie dreckig es den Hauselfen unter der Herrschaft der Todesser ging. Diese Todesser sind sehr mächtig und eine große Gefahr.“ Cina merkte, wie Tränen in ihren Augen brannten. Nur ein Wunder, so schien es, konnte Severus jetzt noch helfen, wenn Corona nicht einlenkte.

Ein Hauselfe mit blauen Augen und einer Narbe im Gesicht hatte das Gespräch aufmerksam verfolgt. Jetzt huschte er zu Corona und Cina hinüber.
„Rudy!“, rief Cina überrascht.
„Rudy kann helfen“, quiekte er. „Corona muss unbedingt Rudy anhören!“
Dann gab es einen Tumult in der Küche, denn die Küchentür wurde heftig aufgestoßen und sechs Professoren, allen voran Professor Mc Gonagall, kamen mit wehenden Umhängen hereingestürzt.

In der Senke war die Anspannung vor der Schlacht fast greifbar. Kingsley schritt hin und her, immer wieder Blicke auf den Himmel und den Waldrand werfend. Jeder, der sich noch am Boden befand, hatte den Besen neben sich liegen. Sie rechneten jede Sekunde damit, dass der Alarmzauber losging.
Christyn und Ronin hatten eilig eine hölzerne Plattform hoch oben in einer Eiche errichtet, die am Rand der Senke stand. Das dichte Eichenlaub bot einen guten Sichtschutz. Christyn gab Needa einen Stärkungstrank, als Ronin den immer noch bewusstlosen Scott neben Needa bugsierte.
„Wie geht es Scott?“, fragte Ronin. „Wir könnten noch einen Mann gebrauchen.“
Christyn legte ihre Hand auf Scotts Stirn. „Er wird bald aufwachen“. Sie wirkte abwesend.
„Wir werden es schaffen, Christyn“, sagte Ronin. „Ich fand es mutig von dir, als erste den Trank auszuprobieren.“
Christyn sah auf, direkt in die Augen von Ronins grauem Schatten. „Es...es tut mir leid, dass ich dich vorhin wegen meinem Fuß so angeschrien habe. Aber deine Rettungsaktionen fingen an, mir auf den Geist zu gehen.“ Sie stand auf und verstaute hektisch die Medizin in einer Tasche.
„Ist nicht so schlimm“, murmelte Ronin. „Ich muss los. Ich hab ein Auge auf die Plattform.“
Ronins Besen flog in seine Hand. Dann zögerte er. Er schien mit Worten zu ringen, die ihm nicht über die Lippen wollten.
Plötzlich stürzte Christyn auf ihn zu und fiel ihm um den Hals. „Pass gut auf dich auf“, flüsterte sie, den Kopf an seiner Schulter. „Ich bin hier oben sicher, Needa ist bei mir. Konzentrier dich ganz auf den Kampf, hörst du!“
Ronin erwiderte ihre Umarmung. „Christyn, das...kommt aber...überraschend“, stotterte er.
„Ich wollte dir noch sagen, ich fand es...nett von dir, dass du die letzten Tage dachtest, du musst dich für deine Rettung neulich revanchieren. Aber, Ronin, wir arbeiten noch lange zusammen und eines Tages wirst du sicher auch mal mir den Hals retten“, sprudelte Christyn hervor. „Kannst du mir was versprechen?“
„Ronin, schlag da keine Wurzeln, es geht gleich los“, kam Finneys Stimme aus dem Blätterdach neben ihnen.
Die beiden fuhren auseinander. Christyn wurde rot.
„Ich komme“, knurrte Ronin.
Dann lächelte er Christyn an. „Was soll ich versprechen?“
„Dass du es nicht mehr so verbissen siehst, mich zu retten. Das lenkt dich ab.“
„Ich verspreche es.“ Ronin strich Christyn über die Wange. Flink sprang er auf den Besen und die Blätter rauschten hinter ihm zusammen.

„Needa hilft“, quiekte eine Stimme hinter Christyn. „Was kann sie für den Herrn Scott tun?“
Christyn erschrak. Sie hatte die beiden fast vergessen, denn die Nähe von Ronin hatte sie zu sehr abgelenkt. Das war gefährlich. Wie sie es in ihrer Ausbildung gelernt hatte, atmete sie einige Male tief durch, um sich wieder zu zentrieren.
Gerade half Needa Scott, sich vorsichtig aufzusetzen. „Verdammt“, murmelte er, noch etwas benommen an sich herabblickend.“Wieso zum Teufel bin ich...grau?“
„Nerus-Kraut“, sagte Christyn knapp. „Needa erklärt dir alles. Scott, es geht jeden Moment los.“
An Needa gewandt, setzte sie hastig hinzu „Needa, bleibst du bitte bei Scott, bis er ganz wach ist. Er soll dann in die Senke zu den anderen kommen. Ich suche mir eine Stelle etwas weiter unten im Baum, wo ich bessere Sicht habe.“ Den Zauberstab kampfbereit, hechtete Christyn auf ihren Besen.

Ein ohrenbetäubend schrilles Jaulen hallte durch die Senke.
„Der Alarmzauber! Sie sind bis auf 100 Meter ran. Alle auf ihre Posten!“, blaffte Kingsley.
Ein grauer Schatten auf einem Besen löste sich von einer Eiche und stieß zu den Schatten von Kingsley, Severus, Finney, Ronin und Mc Leod, die auf ihren Besen in einigen Metern Höhe am Waldrand angespannt verharrten.
„Scott! Bist du wieder ganz auf dem Posten?“ fragte der größte Schatten mit einer tiefen Stimme.
„Bin OK. Needa geht’s auch besser. Christyn ist auf Position“, knurrte Scott. „Lasst uns diese verdammten Werwölfe erledigen!“
„Sie kommen!“, schrie Mc Leod. „Ich kann mehr als ein Dutzend zwischen den Bäumen sehen!“
„Zauberstäbe kampfbereit! Zuerst geben wir Carry Deckung“, sagte Kingsley heiser und machte dem einzig sichtbaren Auror, der in der Mitte der Senke nervös auf und ab lief, ein Zeichen. „Bleibt hoch genug und teilt euch auf. – Ronin, flieg etwas höher als die anderen und halte Ausschau nach Todessern. Viel Glück!“

Es waren über dreißig Werwölfe und Animagi, die angriffen. Sie bildeten einen Ring um das Lager der Auroren, den sie immer enger zogen.
Vier von ihnen stürzten knurrend auf Carry zu, eine ganze Rotte versammelte sich unter der Eiche, in der die halb sichtbare Christyn weit oben im Geäst stand und begann, Lähmzauber abzufeuern. Needa, einen Ast höher, tat es ihr gleich. Fünf Wölfe stürzten ins Gras, alle Viere von sich gestreckt. Die anderen schwärmten aus, auf der Suche nach leichterer Beute.
Vom Himmel über Carry kamen Lichtblitze und trafen drei der vier Werwölfe, die auf ihn zurasten. Er sprang mit einem Riesensatz auf seinen Besen. Doch der verbliebene Werwolf war schneller. Er erwischte Carrys Fußknöchel. Der zielte fluchend auf den Wolf, der sich festgebissen hatte, während drei weitere Wölfe in großen Sätzen auf ihn zurasten und zwei Schatten auf Besen sich näherten. Im nächsten Augenblick setzten mehrere blendendweiße Lichtblitze die drei Heranrennenden außer Gefecht und trafen den Wolf, der Carry zu schaffen machte. Endlich bekam Carry sein Bein frei und schoss in die Höhe.

Keinen Moment zu früh, denn ein weiteres halbes Dutzend der Bestien raste auf den Platz zu, an dem Carry eben noch gestanden hatte. Drei von ihnen wurden niedergemäht, ohne dass sie wussten, was ihnen geschah.
Einer der grauen Schatten flog neben Carry.“Gut gemacht“, sagte Scott und holte eine Flasche aus dem Umhang. „Nimm jetzt deinen Nerus-Trank, sonst bleibst du die bevorzugte Zielscheibe, auch für die Todesser!“ Er deutete auf Ronin, der hoch über ihnen Ausschau hielt.
Kingsleys, Severus, Finneys und Mc Leods Besen wirbelten durch die Luft und immer wieder trafen wie aus dem Nichts farbige Lichtblitze die Angreifer. Christyn und Needa nahmen die Wölfe ins Visier, die in die Nähe des Baumes gerieten. Mit dicken Seilen, die aus Scotts und Carrys Zauberstäben schossen, schnürten sie die betäubten Werwölfe zu grauen, haarigen Paketen zusammen.

Die verbliebenen Wölfe, gut ein Dutzend, begannen wie wild hin und her zu laufen und zu heulen, wütend darüber, dass sie die Menschen auf den Besen und auf dem Baum nicht erreichen konnten. Dann begannen sie, sich in den Wald zurückzuziehen.
„Finney! Mc Leod! Scott! Sofort hinterher, sie dürfen nicht entkommen!“, brüllte Kingsley. „Kommt dann schnell zurück!“

„Todesser von Osten!“ schrie Ronin mit magisch verstärkter Stimme, um den Kampflärm zu übertönen. Er feuerte einige Schockzauber ab, traf zwei Todesser auf Thestralen. Dann erwischte ihn ein blendendweißer Lichtblitz mit voller Wucht und er stürzte vom Besen. Severus gelang es, Ronins Fall zu verlangsamen, bevor er in ein Gebüsch stürzte.
„Carry, hol Ronin und bring ihn zu Christyn“, schrie Kingsley. „Severus und ich geben dir Deckung.“
Carry holte Ronin mit einem Schwebezauber aus dem Busch und brachte ihn zur Plattform auf der Eiche. Er war bewusstlos, ein Arm hing in einem unnatürlichen Winkel herab. Christyn schrie leise auf, als sie sah, wer der Verletzte war.
„Mischt euch vom Baum aus nicht in den Kampf ein“, sagte Carry. „Es ist zu gefährlich, so lange Ronin verletzt ist. Komm auf dem Besen nach, wenn Ronin versorgt ist.“
Die Zweige schlugen hinter ihm zusammen.

„Verdammt, wo sind die, die Ronin erledigt haben?“, rief Kingsley Severus und Carry zu. Die Drei hatten sich an den Waldrand zurückgezogen.
„Und wo bleiben die Drei, die die restlichen Wölfe jagen sollten? Da stimmt was nicht“, meinte Severus.
„Kingsley, der Unsichtbarkeitszauber verliert an Wirkung. Ich kann deinen linken Arm und Severus Bein wieder farbig sehen“, sagte Carry hastig.
„Verdammt, ja“, brummte Kingsley, an sich hinabblickend. „Macht euch bereit. Jeder von euch hat es schon mit mehr als zwei Gegnern gleichzeitig aufgenommen.“

In einem grellen Lichtblitz erschienen vier Todesser, keine zwanzig Meter vor ihnen in der Senke und begannen sofort, Flüche in Richtung Waldrand abzufeuern. Rote und blaue Lichtblitze von Carry, Kingsley und Severus kreuzten sich mit ihnen. Rauch erfüllte die Luft.

„Ich übernehme Blair“, sagte Severus. Schon jagte er davon.
Kingsley lieferte sich ein Duell mit Avery. Avery schleuderte ihm feurige Schlangen entgegen, die Kingsley in Sekundenschnelle in Dolche umwandelte, während Carry sich in weißen Rauch verwandelte, um Fitzpatrick zu erfolgen. Als schwarzer Rauch schoss der irre lachend auf den Wald zu.
Blair und Wayne nahmen beide Severus aufs Korn, so dass er all sein Können aufbieten musste, um ihren zweifach geschleuderten Avada Kedavra- und Crucio- Flüchen auszuweichen oder sie abzublocken, während er einige dicke Eichen als Deckung nutzte.
„Sectumsempra!“, schrie Severus.
Ein bläulicher Lichtblitz aus Severus Zauberstab traf Wayne an der Schulter und am Oberarm. Er sackte vor einem der Findlinge zusammen.

Mit unverminderter Heftigkeit tobte die Schlacht im Dämmerlicht des Waldes zwischen Kingsley und Avery, Carry und Fitzpatrick, Severus und Blair. Es roch nach angesengtem Holz, wo quergeschlagene Flüche Rillen oder tiefe Löcher in die Eichenstämme schlugen. Ein abgestorbener Baum geriet in Brand; Schwaden von beißendem Rauch erschwerten die Sicht.
„Überraschung!“, schrie Blair. Sein irres Lachen hallte durch den Wald.
In einem grellen Lichtblitz tauchten weitere sechs Todesser am Waldrand auf und kamen Blair, Avery und Fitzpatrick zu Hilfe. Vor dieser erdrückenden Übermacht wichen die beiden Auroren und Severus tiefer in den Wald zurück.

„Stupor!“, rief Christyn.
Ein roter Lichtblitz, aus der Höhe kommend, riss einen der neu Angekommenen, gegen den Carry kämpfte, von den Beinen. Christyn verschaffte Severus, Carry und Kingsley eine kleine Atempause, als sie blitzschnell im Zickzack um die Bäume flog und von ihrem Besen aus weitere Flüche herunterschleuderte. Sie erwischte einen weiteren Todesser mit einem Sectumsempra am Arm, bevor sie selbst am Bein und an der Zauberstabhand getroffen wurde und trudelnd abdrehen musste.
„Um die kümmern wir uns später!“, schrie Blair.

„Petrificus Totalus!“ Kingsley machte den bereits von Christyn verletzten Todesser mit einem Ganzkörperklammer-Fluch bewegungsunfähig, bevor er von einem großen herabfallenden Ast an der Schulter getroffen wurde.
Die verbliebenen sieben Todesser drangen weiter mit unverminderter Heftigkeit auf die Drei ein. Carry humpelte stark, Kingsley sah, dass er sich nur noch mit Mühe seine zwei Gegner vom Hals hielt.
Severus hatte eine Schnittwunde über dem rechten Auge, die ihn beim Sehen behinderte. Er schwang seinen Zauberstab zu einigen dicken Ästen direkt über zwei Todessern. Holz splitterte, einer der beiden verschwandt unter einem herabfallenden Ast. Endlich traf Severus seinen dritten Gegner mit einem Avada Kedavra und hechtete hinter den nächsten Baum, um die Blutung über dem Auge zu stillen.
Ein schauriges Heulen erklang direkt hinter Severus im Wald und ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Er sah durch die Rauchschwaden, wie Kingsley mit einem Ausdruck des Entsetzens über die Schulter schaute. Sie würden ein Wunder brauchen, wenn sie hier lebend herauskommen wollten... und das ganz schnell.

Ronin schlug die Augen auf. Über sich sah er eine Baumkrone – und das Gesicht einer Hauselfe. Es roch angebrannt; in der Ferne hörte er Kampflärm.
„Christyn hat mit Needa den Herrn wieder zusammengeflickt. Der linke Arm und ein paar Rippen waren gebrochen“, sagte Needa rasch.
„Wo ist Christyn und wie steht der Kampf?“, fragte er, während er sich ächzend aufrichtete.
„Sie ist los, um den anderen zu helfen. Needa hat zehn Todesser gezählt, drei von unseren Leuten kamen nicht vom Wölfe jagen zurück.“
„Psssssst“, machte Ronin. „Still, es nähert sich jemand!“
Voller Anspannung hielt er seinen Zauberstab kampfbereit. Die Eichenblätter rauschten auseinander und Ronin blickte entsetzt auf Christyn, die sich blutend mit letzter Kraft an ihren Besen klammerte.
Er ließ sie vorsichtig auf die Plattform schweben. Dann untersuchte er mit Needa zusammen ihre Schnitte am Bein und am rechten Arm.
„Es muss noch jemand helfen. Sie sind nur drei gegen sieben“, murmelte Christyn matt.
„Kann der Herr Ronin Sectumsempra-Wunden heilen?“, fragte Needa unvermittelt.
Ronin nickte und fasste sich an die Rippen.
„Dann geht Needa jetzt helfen!“ Damit sprang sie auf Christyns Besen und jagte davon, viel schneller, als Ronin es ihr zugetraut hätte.
Das Heulen eines Wolfes drang aus der Richtung, aus der der Kampflärm kam.

Ronin kniete ächzend neben Christyn nieder, die in Bewusstlosigkeit gesunken war, strich mit dem Zauberstab über ihre Wunden und murmelte eine Beschwörung, die fast wie ein Lied klang. Der Blutstrom schien zu versiegen. Er führte den Gegenfluch zwei weitere Male aus, bis Christyns Wunden sich schlossen. Während dieser Zeit war es ihm, als ob der Kampflärm lauter wurde, um sich dann zu entfernen.

Weiße, rote und grüne Lichter flammten, die Luft war erfüllt von Rauch, zerfetzten Blättern und abgesprengter Baumrinde.
Sich immer wieder nervös umblickend, wehrte Severus weitere heftig geschleuderte Flüche ab. Er wich mehreren herabfallenden Ästen mit Mühe und Not aus.
..Das Wunder, das er sich gewünscht hatte, kam in Form eines lilafarbenen Aufleuchtens und ein Aufheulens hinter ihm. Blitzschnell wirbelte Severus herum. Über sich auf einem Besen entdeckte er Needa, nur wenige Meter von ihm entfernt lag ein toter Werwolf.
„Needa kümmert sich um die Wölfe“, quiekte die Hauselfin, sichtbar aufgeregt.
„Achte auf die Querschläger, Needa!“, schrie Severus. Flink warf er einen Schildzauber vor die Hauselfe. Einige blaue Blitze zersprühten daran zu Funken.
Needa erledigte im Flug vier weitere Werwölfe, bevor mehrere Todesser sie so stark unter Beschuss nahmen, dass ihr Besen Feuer fing. Nur mit Mühe hielt beim Abdrehen ihren bockenden Besen unter Kontrolle.
Severus schaute über die Schulter, ob er noch weitere Wölfe ausmachen konnte, als ein Lähmzauber ihn am linken Arm erwischte. Lange würden sie nicht mehr durchhalten.

Dann kam das zweite Wunder – in Form von zwanzig kleinen Gestalten. Die Hauselfen erschienen hinter Kingsley, Severus und Carry mit einem Knall aus dem Nichts und warfen sich sofort ins Kampfgeschehen.
Einige Hauselfen begannen, mit Armbrüsten weißbraune Kugeln auf die Todesser abzuschießen, andere setzten Schock - und Lähmzauber ein.

Die Elfen jubelten, denn Blair wurde von drei der Kugeln getroffen. Sie zerbarsten an seinem Kopf und an seinem Bein und eine giftgrüne Flüssigkeit sickerte heraus. Sofort schwollen Blairs Nase, seine Lippen und sein Bein unförmig an. Er schoss unkontrolliert einige Flüche durch die Gegend, denn durch seine auf Fußballgröße angeschwollene Nase war seine Sicht stark eingeschränkt. Ein Schockzauber, der von zwei Hauselfen und Severus gleichzeitig abgefeuert wurde, gab Blair den Rest. Er wurde von den Beinen gerissen, knallte rücklings an einen Baumstamm und blieb bewusstlos liegen. Wieder jubelten die Hauselfen, zwei von ihnen fesselten Blair.

Ihres Anführers beraubt, einige Körperteile von den Schwelltrank-Geschossen riesenhaft angeschwollen, flohen die verbliebenen sechs Todesser Hals über Kopf tiefer in den Wald hinein, das Heer der Hauselfen, Kingsley, Severus und Carry dicht auf den Fersen.
Carry wurde von einer verirrten Schwelltrankkugel am Bein getroffen. Fluchend blieb er zurück. Eine Hauselfe mit einer grünen Schürze eilte zu ihm. Im Laufen zog sie eine blaue Flasche aus ihrer Schürzentasche.
„Abfchwelltrank“, lispelte sie. „Trinken Fie, dann geht ef Ihnen beffer!“

Die fliehenden Todesser schleuderten wahllos Flüche hinter sich. Ungeachtet dessen hetzte Severus dem ganzen Pulk von Todessern und Hauselfen hinterher. Kingsley preschte an seiner Seite durchs Unterholz.
Vor ihnen lärmten und jubelten die Elfen jedes Mal, wenn sie einen der Todesser niedergestreckt hatten.

Severus wurde jäh gebremst, als er über das Bein eines Hauselfen stolperte. Im hohen Bogen flog er in ein Farngebüsch.
„Bitte...helfen“, flüsterte der Hauself. Er blutete stark an den Armen.
Severus strich mit seinem Zauberstab über die Wunden und murmelte einen Gegenfluch.
Dankbar lächelte der Hauself Severus an. „Vielen Dank, Sir. Wir vergessen Ihnen niemals, dass Sie die Hauselfen aus der Sklaverei befreit haben...“
„Schon gut“, sagte Severus atemlos. „Versteck dich einen Moment, bis es dir besser geht.“ Dann hetzte er weiter.
„Der große Severus Snape hat mich gerettet“, quiekte der Hauself entzückt.

Der Kampflärm vor Severus im Wald wurde leiser. Er holte Kingsley und einige Hauselfen ein, die in einen heftigen Kampf mit einem blonden großen Todesser verwickelt waren. Der schleuderte wahllos Crucio-Flüche um sich, mehrere Elfen wanden sich getroffen am Boden.
Wieder peitschte der Zauberstab des Todessers durch die Luft. Der Baum, hinter dem Kingsley Deckung suchte, wurde samt Wurzeln aus dem Boden gerissen, so dass Kingsley sich durch einen Hechtsprung retten musste.
„Sectumsempra!“, schrie Severus. Sein Zauber traf die Stabhand des blonden Todessers, sein Zauberstab wurde in die Büsche geschleudert. Er floh Hals über Kopf.
„Finite incantatem“, rief Kingsley und befreite damit die Elfen am Boden von ihren Schmerzen.

Dann hetzten Kingsley und Severus dorthin, wo gerade der letzte Todesser - der, den Severus entwaffnet hatte – von sechs Elfen mit Schwelltrank beschossen, niedergestreckt und gefesselt wurde. Elfen und Auroren brachen in Jubel aus. Kingsley umarmte Severus und Carry klopfte ihnen beiden auf die Schulter.
Zwei Elfen bliesen in ein Muschelhorn und gaben damit das Signal zum Suchen von Verletzten und zum Sammeln in der Senke.

Needa flog mit dem brennenden und bockenden Besen den nächstgelegenen Waldbach an. Hinter ihr scholl lauter Kampflärm und Jubeln aus dem Wald, wie er nur von Elfen kommen konnte. Bevor sie den Besen ganz ins Wasser tauchen konnte, warf er sie ab. Schimpfend rappelte sich Needa aus einem Farnkrautdickicht auf – und stieß sich ihren Kopf an einem Fuß. Erschrocken schrie sie auf. Über ihrem Kopf baumelten, betäubt und verschnürt, in einem Netz Finney, Mc Leod und Scott.

Während die Hauselfe sich fluchend mit den Knoten abmühte, begannen die Drei sich zu regen. Needa hörte einen besonders lauten Jubel, gefolgt von einem Muschelhorn, weiterem Jubel und Singen. Erleichtert atmete sie auf.
Scott wachte als erster auf. „Nehme an, der Elfenlärm bedeutet, wir haben gewonnen?“, fragte er, noch etwas benommen. Er strich sich über seine geprellten Rippen, einen Spruch murmelnd. Wie die anderen Zwei war er mit Kratzern übersät.
Needa reichte ihm einen Stärkungstrank und nickte. „Meine Brüder und Schwestern aus Hogwarts haben beim Sieg geholfen“, quiekte sie stolz.
Allen drei Auroren war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.
„Diese Schweinehunde. Sie waren unsichtbar und haben uns in einen Hinterhalt gelockt“, fluchte Mc Leod. Er humpelte zum Bach, wo drei Besen in einem Haselstrauch hingen.
Scott richtete seinen Zauberstab auf Finneys gebrochenes Handgelenk. Die Knochen knackten, als sie sich wieder richtig zusammenfügten.
„Sei froh, dass es die Todesser und nicht die Werwölfe waren, die uns erwischten. Sonst wären wir jetzt Hackfleisch“, sagte Finney gepresst.
Needa sprang auf den angekohlten Besen. „Needa muss zu Christyn. Wir treffen uns in der Senke, Auroren und Dementoren aus Askaban sind unterwegs“, sagte sie hastig.

Ronin lief unruhig auf der Plattform hin und her, während der Kampflärm sich immer weiter von der Senke entfernte, bis er kaum noch zu hören war. Da er wusste, dass seine Leute dringend Verstärkung brauchten, saß er wie auf heißen Kohlen. Doch es war ein ungeschriebenes Gesetz, niemals einen schwer verwundeten Auror in einer Kampfzone allein zu lassen.
Nach einem letzten wachsamen Blick durch die Blätter kniete er sich neben Christyn, um ihr die Hand auf die Stirn zu legen.
Er sah in ihr schlafendes Gesicht. Und vergaß für einen Moment alles andere.
Seit er vor zwei Wochen Christyns Gruppe zugeteilt wurde, war eine starke Spannung zwischen Christyn und ihm gewesen. Christyn war schnell bemüht gewesen, ihm zu erklären, dass sie nie mehr als Freundschaft für einen Arbeitskollegen empfinden würde. „Dazu ist unser Job zu gefährlich. Es hindert dich, wenn du dich zu sehr um eine Person aus der Gruppe sorgst“, hatte sie zu ihm gesagt, als er ihr vor einigen Tagen gestanden hatte, wie sehr er sie mochte.
Seitdem hatte Christyn es vermieden, mit ihm allein zu sein. Doch das änderte nichts an Ronins Gefühlen für sie.
Plötzlich horchte Ronin auf. Er nahm keinen Kampflärm mehr wahr.
„Rennervate“, sagte er leise und strich über Christyns Wange. „Der Kampf ist vorbei.“
Christyn schlug die Augen auf. „Wer hat gewonnen?“, fragte sie matt.
„Ich weiß es nicht. Am Schluss waren sie zu weit weg“, antwortete Ronin leise.“Wir müssen mit allem rechnen, deshalb habe ich dich geweckt. – Warte, ich spüre was. In kurzer Zeit wird jemand hier sein.“
Er half Christyn, sich so zu setzen, dass sie mit dem Rücken am Baumstamm lehnte. Dabei fühlte er, dass sie vor Schwäche zitterte. Trotzdem zog sie entschlossen ihren Zauberstab aus dem Umhang.
„Du hast viel Blut verloren, bevor ich den Gegenfluch anwendete. Beweg dich ganz langsam, Christyn, sonst kippst du um“, sagte Ronin sanft. Er sah sich nach einem Platz um, von dem aus er am besten die Plattform verteidigen konnte.
„Zufrieden, Ronin? Jetzt hast du mich gerettet“, sagte Christyn matt. „Ronin, kommst du mal...“
Wachsam horchte Ronin nach allen Seiten. Den Zauberstab kampfbereit, kniete sich neben Christyn und blickte sie fragend an.
„Ronin, gib mir... einen Kuss. Dann muss ich nichts bereuen, falls gleich Todesser über uns herfallen“, murmelte Christyn. Ihre grauen Augen standen voller Tränen, als sie ihn anblickte. „Ich bin zu schwach, um mit dir zu flüchten...“
Ronin beugte sich zu Christyn vor, strich ihr übers Haar und küsste sie. „Ich bleibe bei dir“, sagte er.
Dann löste er sich von ihr, horchte und fasste seinen Zauberstab fester.
„Wir haben sie besiegt!“, schrie eine bekannte Stimme. Needa brach auf einem angesengten bockenden Besen durch das Blätterwerk. „Alle sollen sich in der Senke sammeln.“
Ronin sah Christyn freudestrahlend an. Er ging er in die Hocke und drückte erst Needa und danach vorsichtig Christyn an sich.

Fortsetzung folgt


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Imelda Staunton