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Fanfiction

Der blaue Kristall - Kapitel 9 und 10

von silva

Der blaue Kristall Fortsetzung

Kapitel 9 und 10

Die Turmuhr von Hogwarts schlug halb zehn. Alle Hauselfen, die nicht in den Kampf gezogen waren, fast das ganze Lehrerkollegium, einige Einwohner von Hogsmead, Madame Bays, Hagrid, Filch und Cina warteten vor den steinernen Säulen mit den Eberköpfen auf die Rückkehr der Kämpfer, nachdem eine Hauselfe ins Lehrerzimmer appariert war und „Wir haben gesiegt!“, geschrien hatte. Ein erwartungsvolles Schweigen breitete sich aus.

Es dauerte nicht lange, da erschienen wie aus dem Nichts in kleinen Grüppchen fast dreißig Gestalten und ein Thestral mit einem bandagierten Hals auf dem Rasen vor den Säulen.
Cinas Herz machte einen kleinen Hüpfer, als sie Severus inmitten der Auroren entdeckte. Er schien unverletzt. Jetzt strömten die Wartenden auf die Neuankömmlinge zu, Cina verlor Severus aus den Augen. Sie sah, wie Professor Mc Gonagall versuchte, einige weinende Hauselfen zu trösten. Zu deren Füßen lagen zwei tote Elfen, in dunkelblaue Tücher eingewickelt. Jeweils vier ihrer Artgenossen trugen die toten Kämpfer fort. Hagrid drückte Cina an sich und eilte zu dem Thestral, der einem der von Scott abgeschossenen Todessern gehört hatte. Ein Auror mit einem dunklen Bart rempelte Cina an, weil er eilig mit einer bleichen jungen Frau, die er stützte, auf Madame Bays zusteuerte. Überall um sie herum wurden die Heimgekehrten begrüßt, umarmt, bejubelt und mit Blumenkränzen behängt. Madame Rosmerta aus der Dorfkneipe verteilte Kürbissaft, Butterbier und Feuerwhiskey. Endlich entdeckte Cina Severus im Gespräch mit Professor Mc Gonagall und schob sich durch das Gedränge auf ihn zu.

„...veranlassen, dass alle Auroren im Westturm in den Gästezimmern untergebracht werden? Sie sind für heute und morgen meine persönlichen Gäste“, sagte Severus.
„Ich kümmere mich darum“, erwiderte Professor Mc Gonagall. „Und ich bin ganz ihrer Meinung, Severus, dass die Hauselfen zur Feier des Tages und um ihre Toten zu bestatten frei bekommen sollten und dass alle zum Festmahl eingeladen werden. Ich werde noch einige Köchinnen besorgen. Madame Rosmerta und ihre Köchin aus dem „Dampfenden Kessel“ haben sich bereits gemeldet. – Und Sie sollten sich ausruhen, Severus, nachdem Sie im Kollegium kurz berichtet haben. Ich vertrete Sie bis heute Abend.“ Sie verschwandt in der Menge.
„Severus!“, rief jemand hinter ihm.
Er drehte sich um und sah in Cinas freudestrahlendes Gesicht.
Cina flog ihm um den Hals. „Severus, ich dachte, es ist aus mit euch. Es dauerte so lange, die Hauselfen zu überreden, euch zu helfen.“
Severus hielt Cina fest und sah sie an. „Wenn du und Needa und die Elfen nicht geholfen hättet...“ Er beendete den Satz nicht. Stattdessen küsste er sie.
Vergiss nicht deine geniale Idee mit dem Mondsteinring“, sagte Cina atemlos und erwiderte seinen Kuss, mitten in der ausgelassenen Menge.

Jemand zupfte an Cinas Umhang.
„Needa!“, rief sie und drückte die Elfe an sich. Needas Butterbier schwappte über Cinas Umhang. „Needa, das werde ich dir nie vergessen, wie mutig du warst und Severus und den Auroren geholfen hast!“
Severus nahm Needas Hand. „Ich danke dir auch, Needa. Ich stehe in deiner Schuld.“
„Needa hat gern geholfen“, quiekte sie. Ein Zucken ihrer Ohren verriet Cina, dass sie verlegen war. „Needa geht mit Rudy zur Beerdigungsfeier von Corky und Becky.“
„Es tut mir leid wegen der beiden“, sagte Cina leise. „Needa, du kannst frei haben, so lange, wie du möchtest.“
Wieder zuckten Needas Ohren, bevor Rudy sie mit sich davonzog.
Severus griff Cinas Hand. „Komm“, sagte er. „Wir lassen uns heute das Mittagessen auf dein Zimmer bringen.“
„Dagegen habe ich nichts einzuwenden“, meinte Cina.
Hinter ihnen gab es einen kleinen Tumult, als einige Schwelltrank-Geschosse zu Boden fielen und zerplatzten, direkt vor Filch, dem Hausmeister und einer kleinen Gruppe der Kämpfer. Filch nahm das riesige Fellknäuel hoch, das seine Katze gewesen war und betrachtete es entsetzt.
„NETTY, DEN ABSCHWELLTRANK!“, schrie eine der Hauselfen, deren Fuß unförmig anschwoll.
Eine Elfe mit einer blauen Flasche in der Hand bahnte sich den Weg durch die Menge. „PLATF DA! PLATF DA!“, rief sie.“KOMME FON!“
„Übrigens brillant, diese Idee mit den Schwelltrankgeschossen“, meinte Severus, sich mühsam ein Lachen verkneifend. Er zog Cina mit sich.

Peeves, der Poltergeist, kreiste sichtbar vergnügt über der Menge. Er lauschte hier und da, schrie einigen Hauselfen und Lehrern in die Ohren, in der Hoffnung, dass sie ihre Getränke verschütteten, und gab sein neuestes Werk zum Besten.
„Snape und sieben Auroren ging`n den bösen Blair ja-a-agen,
mit `ner Übermacht und Wölfen ging`s ihnen fa-ast an den Kragen.
Doch Blair und seine Mannen bekam´n eins auf die Mü-ü-ützen,
denn die Elfen von Hogwarts sind gu-ute Schü-ü-ützen“, sang Peeves jaulend.
„Aufhören!“, schrie Filch.
„Und die Katze von Filch kann jetzt nicht mehr kra-a-atzen,
dick wie Eimer sind ihre Ta-a-atzen!“, setzte Peeves nach einem Blick auf Filchs Katze schadenfroh hinzu. Er schnitt Filch eine Grimasse.
Filch reckte drohend seine Faust zu Peeves. Die Hauselfen kicherten.

Ab und zu knackte ein Holzscheit im Kamin von Cinas Gästezimmer. Dann zuckte Cina zusammen. Sie träumte verworren von Severus, wie er am schwarzen See gegen Werwölfe, Seeschlangen und Grindelohs kämpfte, Seite an Seite mit einer Wassermenschenfrau. Als die Turmuhr eins schlug, schreckte sie hoch.
Doch es war alles in Ordnung. Severus umfing sie im Schlaf. Cina kuschelte sich an ihn und zog ihren Umhang über beide.
Zusammen mit Kingsley hatte Severus im Lehrerkollegium so anschaulich vom Kampf erzählt, dass sich Cina jedes Mal der Magen zusammenkrampfte, wenn Severus zu Situationen kam, wo er selbst in Gefahr gewesen war. Zurück aus dem Lehrerzimmer, waren beide in Kleidung und Reiseumhängen erschöpft auf der Couch vor dem Kamin eingeschlafen.

Es klopfte. Nachdem Cina sich vorsichtig von Severus Arm befreit hatte, öffnete sie die Tür.
Eine Bedienung aus dem „Dampfenden Kessel“ händigte Cina ein Tablett mit belegten Broten, Kartoffelsalat und Kürbissaft aus. „Jetzt gibt es nur Brote, weil heute Abend das Festessen stattfindet“, sagte sie mit einem neugierigen Blick ins Zimmer.
Cina stellte das Tablett ab. Als sie sich wieder zu ihm legte, breitete sie eine Decke über den Schlafenden und sich. Severus zuckte im Schlaf und riss den rechten Arm hoch, dann wälzte er sich unruhig hin und her.
„Severus, ich bin es, Cina“, flüsterte sie ihm ins Ohr. „Beruhige dich, du bist hier sicher.“
Cina schmiegte sich an ihn.
Severus murmelte etwas, das klang wie „Ina“ und schlief ruhiger weiter.

Die große Halle war mit grünen Girlanden aus Efeu und Buchsbaum, den roten, grünen, gelben und blauen Bannern von Gryffindor, Slytherin, Hufflepuff und Ravenclaw und bunten Blumensträußen auf dem großen hufeisenförmigen Tisch, der den üblichen Lehrertisch am Kopfende des Saales ersetzte, geschmückt.
Cina betrat die Halle als eine der letzten, da sie Madame Bays abends auf der Krankenstation geholfen hatte. Wie immer war sie überwältigt von der verzauberten Decke, die heute einen klaren Abendhimmel mit rosafarbenen Wolkenstreifen zeigte. Unzählige weiße Kerzen schwebten darunter und tauchten die Halle in einen festlichen Glanz. An der hufeisenförmigen Tafel hatten neben dem Kollegium bereits alle Auroren, die Elfen, die gekämpft hatten sowie ihre Angehörigen aus dem Schloss Platz genommen.

Sie grüßte einige bekannte Gesichter und nahm in der Mitte des Kopfendes zwischen Severus und Pomona Platz.
„Das grüne Kleid steht dir ausgezeichnet“, sagte Severus leise.
„Danke.“ Cina errötete. „Dein hellbrauner Festumhang steht dem in Nichts nach. Viel besser als das Schwarz, das du so lange getragen hast.“
Severus lächelte Cina an, reichte ihr ein Glas Wein und nahm ihre Hand.
Pomona beugte sich zu ihnen hinüber. „Da stimme ich Cina zu. Ihr beiden gebt ein hübsches Paar ab.“
Severus machte Pomona ein Zeichen.
„Oh, hätte ich doch nichts gesagt“, murmelte sie daraufhin.
Cina stieß Severus an. „Was habt ihr für Geheimnisse?“
„Das wirst du bald feststellen!“
Mehr konnte Cina nicht aus ihm herausbekommen, denn Severus erhob sich und begann mit der Festrede.

„Dies ist ein denkwürdiger Tag, denn Elfen und Menschen haben gemeinsam die letzten Todesser besiegt“, tönte Severus magisch verstärkte Stimme bis zu den hintersten Plätzen der vier großen Schülertische.
„Lasst uns zuerst diejenigen ehren, die ihr Leben im Kampf gegen die Todesser gegeben haben. Die Hauselfen haben zwei Opfer zu beklagen, Corky und Betty. Wir legen eine Schweigeminute für die Toten ein. Erhebt euch bitte.“
Hunderte von Elfen- und Menschenfüßen scharrten auf dem Steinfußboden, dann trat Stille ein. Einige Hauselfen weinten leise und wurden von ihren Nachbarn getröstet.
„Erhebt nun eure Gläser und sprecht mir nach“, ergriff Severus wieder das Wort. „Auf Corky, der tapfer kämpfte bis zum Schluss.“
Alle im Saal erhoben die Gläser und brachten den Spruch aus.
„Erhebt eure Gläser“, fuhr Severus fort, „und sprecht mir nach: „Auf Betty, die tapfer kämpfte bis zum Schluss.“
„Auf Betty, die tapfer kämpfte bis zum Schluss“, erscholl es vielstimmig in der großen Halle.
„Ihr könnt euch wieder setzen.“ Severus hielt inne, bis das Füße scharren und Gemurmel verklang. „Begrüßt nun mit mir einige besondere Gäste. Die Hauselfen von Hogwarts und die Auroren, die kämpften - und den Minister des Zaubereiministeriums, Mr. Raven. Ich übergebe das Wort an den Minister.“
Die Schüler applaudierten.

„Ich möchte heute einige tapfere Männer, Frauen und Hauselfen ehren, die für den Frieden im Land kämpften“, ergriff Minister Raven das Wort, ein hagerer Mann mit grauem Haar und einer Hakennase. „Sie erhalten das goldene Mars-Abzeichen für besondere Tapferkeit und Mut im Kampf.“ Er rollte ein Pergament auf und begann, Namen zu verlesen.
“Betsy
Mike Scott
Kingsley Shacklebolt
Needa
Rudy
Christyn Fence
James Ronin
Marla
Percy
Severus Snape
Winky
Mike Finney...“
Jeder, dessen Name verlesen wurde, trat in die Mitte des hufeisenförmigen Tisches. Als alle Namen verlesen waren, brandete ein nicht enden wollender Beifall in der Halle auf, während der Hogwarts-Chor zu singen begann.
Der Minister schüttelte jedem Einzelnen die Hand und überreichte ein goldenes Abzeichen mit einem Stern und einem nach oben gerichteten Pfeil darauf. Dann schritt er erneut zum Rednerpult.
„Zum Schluss möchte ich noch eine Person ehren, die nicht direkt am Kampf beteiligt war, deren Einfallsreichtum und Findigkeit es aber zu verdanken ist, dass der Kampf eine gute Wendung nahm: Cina Mc Laggen.“
Cina wurde rot und trat nach vorn, neben Severus. Er lächelte ihr zu.

In dem Moment, in dem Severus ihr Abzeichen am Umhang befestigte, kamen Dutzende Posteulen unter lautem Klackern in die Halle gesegelt, um kleine Päckchen fallen zu lassen. Aus jedem Päckchen, das auf eine unsichtbare Barriere oberhalb der Kerzen aufschlug, schoss ein Feuerwerk mit silbernen, goldenen, blauen, roten und grünen Sternen. Unter einem weiteren tosenden Beifall kehrten die Auroren, Cina und die Hauselfen an ihre Plätze zurück.

Severus bedankte sich bei Minister Raven. „Noch eine Neuigkeit habe ich zu verkünden, dann kann das Festmahl beginnen“, hallte Severus Stimme. „Wie ihr vielleicht schon gehört habt, wird mich morgen Professor Mc Gonagall als Schulleiter ablösen...“
„Oooooooooohhhhhh“ und „Schaaaaaaade“ riefen die Schüler im Chor.
Severus lächelte. „Keine Sorge, ich bleibe euch auch weiterhin erhalten, als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste und für Zaubertränke. Möge euch Professor Mc Gonagall eine gute Schulleiterin sein.“
„Auf Schulleiter Snape!“, riefen alle Schüler in der Halle, erhoben ihre Gläser und brachen erneut in donnernden Beifall aus. Danach hoben sie die Gläser auf Professor Mc Gonagall.
Die neue Schulleiterin und der alte Schulleiter nahmen den Beifall lächelnd entgegen. Dann begannen die Tische sich mit Speisen zu füllen und das Festmahl begann.

„Severus beugte sich zu Professor Mc Gonagall. „Haben Sie das mit den Schülern eingeübt? Wie rührend von Ihnen.“
„Das war noch gar nichts, mein Lieber. Morgen werden Sie von mir noch in meiner Antrittsrede bedacht.“ Professor Mc Gonagall zwinkerte ihm zu.
Jemand zog an Severus Umhang. Überrascht sah er sich um.
„Severus, was ist das für eine Geheimniskrämerei? Pomona will nichts verraten“, sagte Cina. Sie wirkte sichtlich enttäuscht.
„Da ist jemand ungeduldig, Pomona! – Cina, komm, iss und trink etwas mit uns. Dann werde ich es dir verraten. Möchtest du von dem Braten?“ Er reichte Cina einen gefüllten Teller, bevor er seinen thronartigen Stuhl in der Mitte der Tafel verließ, um Minister Raven zu verabschieden. Cina ließ sich nicht mehr anmerken, dass sie vor Neugier fast platzte, abgesehen davon, dass sie heftig auf ihren Braten einstach.

„Nun darf ich es dir ja sagen“, tönte Pomona fröhlich an ihrer Seite. „Severus hatte mich beauftragt, mich um deine Kräuterbeete zu kümmern, während du fort warst. Ich hoffe, du warst zufrieden.“ Sie hickste.
„Pomona, du warst das? Cinas Laune besserte sich schlagartig. „Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll... Du hast mein Kräutergeschäft gerettet.“ Cina umarmte Pomona.
Dabei blickte sie auf die linke Seite des Hufeisens, genau auf einen Auror mit einem dunklen Bart, der seinen Arm um die Schulter einer jungen Frau gelegt hatte und ihr etwas zu essen reichte.

„Die Zwei sind auch ein hübsches Paar, oder?“, flüsterte Severus Cina ins Ohr, als er hinter ihr vorbeiging.
Cina sprang auf und drückte ihn stürmisch an sich. „Danke!“
„Wofür war das?“, fragte Severus verblüfft. „Pomona, hast du...“
„Nein, bei Merlins Bart“, erwiderte Pomona. „Nur dein zweites kleines Geheimnis.“ Sie grinste und goss sich Wein nach.
„Das war dafür, dass du an meine Kräuterbeete gedacht hast“, flüsterte Cina Severus ins Ohr. Sie errötete, als sie sah, dass mindestens die Hälfte der Auroren und Elfen von der linken Tischseite zu ihnen hinüber starrten, ebenso einige Schüler.
„Wir haben Zuschauer“, sagte sie und wollte sich von Severus lösen.
„Macht nichts“, sagte er und hielt sie fest.
„Ich ruiniere deinen Ruf als Schulleiter, zumindest, was die Tischsitten betrifft“, rügte sie leise.
Severus hielt sie weiter fest und sah ihr in die Augen. „Ich halte es mit Dumbledore, der sagte, es sei gut, wenn ein bisschen mehr Liebe auf der Welt sei.“

„Das hätte ich nicht besser sagen können, Schulleiter“, dröhnte Slughorn hinter ihnen.
Sie fuhren erschrocken auseinander.
„Severus, darf ich Ihre Ver... äh, Freundin einen Moment entführen?“
Cina sah Slughorn fragend an.
„Ich wollte sagen, ver-flixt, Peeves nervt. Ob Sie ihm wohl Einhalt gebieten, Severus?“
Bis zum Lehrertisch drang der jaulende Gesang des Poltergeists. „Doch Blair und seine Mannen bekam´n eins auf die Mü-ü-ützen, denn die Elfen von Hogwarts sind gu-u-ute Schützen...“
„Nichts leichter als das - bin gleich zurück, Cina.“
Slughorn hüstelte. Dann zog er einen freien Stuhl an Cinas Platz heran. Madame Bays und Hagrid beugten sich interessiert herüber.
Die Kollegen ergehen sich in den wildesten Spekulationen, wie es Ihnen gelang, Corona zum Kämpfen zu bringen. Verraten Sie es mir?“ Slughorn goss Cina Wein nach.
„Nun, zunächst erinnerte ich Corona daran, dass wieder schlimme Zeiten für Hauselfen anbrechen, wenn Blairs Leute weiter an Macht gewinnen. Doch das hat sie nicht vollends überzeugt... Dann ist mir Merlin sei Dank Rudy zu Hilfe gekommen.“ Cina nahm eine kandierte Ananas, die Slughorn ihr anbot.
„Rudy ist der Freund meiner Hauselfe Needa – Da, schauen Sie.“ Cina wies zur rechten Tischhälfte. „Rudy ist der, der Händchen hält mit der Elfe mit dem hellblauen Kleid.“
Needa schaute zu Cina und winkte. Im selben Augenblick duckte sie sich erschrocken, denn Peeves flog schreiend über sie hinweg, durch eine Gruppe perlweiß schimmernder Hausgeister hindurch. Mit einem Knall verschwandt er.
„Kurz gesagt, Rudy erinnerte Corona daran, dass Needa viele Male den Hauselfen von Hogwarts Heilkräuter und Tränke mitbrachte – wovon ich nichts wusste“, fuhr Cina fort.
Severus setzte sich wieder; etwas atemlos legte er seinen Arm um Cina.
„Nun, ausschlaggebend war, dass einer dieser Tränke von Needa einer schwer kranken Hauselfe das Leben gerettet hat. Als ich dann Corona sagte, dass auch Needa in Ashtonville in Gefahr ist, schickte sie ihre Leute.“
„Gut gemacht, mein Mädchen“, sagte Severus leise.
„In der Tat faszinierend. Genießt noch den Abend, ihr beiden“, dröhnte Slughorn, während er sich erhob. „Ich will nicht länger stören...junge Liebe...“ Er zwinkerte den beiden zu.
Cina kuschelte sich an Severus. „Schau mal, Pomona scheint ein Auge auf den großen dunkelhaarigen Auroren geworfen zu haben. Jedenfalls hängt sie ganz gebannt an seinen Lippen.“
„Das ist Mc Leod, einer von den dreien, die Needa befreit hat.“
„Den Teil der Geschichte kenne ich noch nicht. Wollen wir uns zu ihnen setzen?“, fragte Cina.
„Das Gleiche wollte ich gerade vorschlagen“, sagte Severus. Er griff Cinas Hand.

Pomona winkte sie zu sich heran. „Setzt euch hierhin, der erzählt famos, der Mc Lore“ Sie hickste. „Ihr müsst ein Glas Feuerwhiskey mit uns trinken, keine Widerrede!“ Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs ließ Pomona mehrere Gläser mit einer braunen Flüssigkeit heran schweben, die sie in dem Grüppchen verteilte.
Mc Leod lächelte sie an, als sie ihm das Glas reichte. „Mc Leod ist mein Name, nicht Mc Lore. Aber Danke für das Lob.“
„Na dann, spannen Sie uns nicht so auf die Folter und erzählen Sie weiter, Mr. Mc Leod!“, nuschelte Pomona, kandierte Ananas kauend.
„Diese Schweinehunde“, fluchte Mc Leod. „Als die restlichen fünf Werwölfe uns weit genug von unseren Leuten weggelockt hatten und das Nerus-Kraut seine Wirkung verlor, schlugen sie zu. Merlin sei Dank spürte Scott, dass da jemand kam. So gingen wir tiefer runter und das hat uns das Leben gerettet. Wir hatten kaum eine Chance, denn die Todesser waren unsichtbar. Sie haben uns Flüche von allen vier Seiten aufgehalst. Es ging alles sehr schnell.“ Mc Leod nahm einen großen Schluck Feuerwhiskey.
„Nachschub?“, fragte Pomona sofort.
„Gern, Miss?“
„Sprout, Professorin für Kräuterkunde...ach was, nennen Sie mich Pomona.“
Cina stieß Severus ans Schienbein.
„Zehn Punkte Abzug für meine Süße“, flüsterte er Cina ins Ohr. „Weil sie den Schulleiter tritt.“
Sie gab ihm einen flüchtigen Kuss. „Heute Abend ruinieren wir noch vollends deinen Ruf, was Tischmanieren betrifft, Severus...“, flüsterte Cina.
„Psssssst“ machten Pomona und Hagrid.
„Scott hat einen von den Todessern erwischt. Wir hörten ihn durch das Unterholz rauschen. Dann hab ich nur noch Sterne gesehen. Und Scott und Finney ging’s auch nicht besser. Schockzauber, gleich mehrere, haben uns erwischt. Wir sind aus sechs oder sieben Metern gestürzt. Scott hat sich mehrere Rippen gebrochen, Finney hat es am Handgelenk erwischt und mich am Fuß. Danach haben sie uns Schlaftrank eingeflößt, uns zusammengeschnürt wie Weihnachtspakete und in einem Netz an einen Baum gehängt. Alles im Allem hatten wir dennoch Glück. Wenn nicht Needa uns entdeckt hätte, hätten die restlichen Werwölfe Hackfleisch aus uns gemacht, denn das Netz hing nur einen halben Meter hoch...“ Gedankenverloren nahm Mc Leod einige kandierte Früchte aus einer Schale, die Professor Slughorn herumreichte.
„Als Needa uns aufweckte, wussten wir nicht, wie die Schlacht stand. Wir fühlten uns im ersten Moment furchtbar, denn wir wussten, dass unsere Leute Verstärkung brauchten...“
„Aber Sie konnten doch nichts dafür. Das war ein Hinterhalt, in den auch jeder andere geraten wäre, der die Wölfe jagte“, sagte Pomona eindringlich. Einige Auroren nickten zustimmend.
„Mach dir darum nicht so einen Kopf, Mc Leod“, dröhnte Kingsley. „Ihr seid gute Auroren, alle drei. Ihr habt euren Beitrag im Kampf geleistet. Jeder hat mal Pech.“
Mc Leod blickte Pomona und Kingsley dankbar an. „Auf jeden Fall ist es ein Moment, den ich nie vergessen werde, als dann die Hauselfen laut jubelten und sangen und wir wussten, dass unsere Leute gesiegt hatten. Wir fanden unsere Besen und erledigten auf dem Rückweg in die Senke noch einen Werwolf. Das wars. Einer der kürzesten Kämpfe, den wir drei je erlebten.“
Seine Zuhörer klopften auf den Tisch, so dass einige Getränke überschwappten.

Mc Leods Blick fiel auf Cina. „Miss Mc Laggen, bevor ich es vergesse – Scott, Finney und ich würden Needa gern ein Geschenk machen. Hätten Sie einen Moment Zeit?“
„Natürlich.“ Cina nickte.
„Ich kenn mich gut aus mit Hauselfen“, warf Pomona rasch ein.
Dann haben Sie sicher eine Idee, Pomona, wie man auch den Hauselfen von Hogwarts eine Freude machen könnte?“ Mc Leod kam näher und sah sie fragend an. Seine Augen waren von einem durchdringenden Graublau, wie Pomona feststellte. „Übrigens, nennen Sie mich John.“
„Ich könnte Ihnen dir da so einiges in unseren Gewächshäusern und Beeten zeigen...Nicht, dass Sie das falsch verstehen, John...Hauselfen lieben nämlich ...Pflanzen – und frische Früchte“, stotterte Pomona.
„Komm schon mit uns, Pomona“, sagte Cina.

Als die Turmuhr neun schlug, schickte Severus die Schüler in ihre Schlafsäle.
„Pomona ist tatsächlich mit diesem Mc Leod in die dunklen Gewächshäuser gegangen“, stellte Cina amüsiert fest.
„Wenn ich dich erinnern darf, du bist auch mit mir in einen dunklen Thestralstall gegangen“, erwiderte Severus. „Und hast dort sogar meine Hand genommen.“
Cina lächelte ihn an. „Darauf hattest du es angelegt, dass ich bei der Begrüßung deine Hand nehme, oder? Du bist ganz schön raffiniert.“
„Da ich weiß, wie neugierig du bist, will ich dich nicht länger auf die Folter spannen, Cina“, wechselte Severus das Thema.
„Das will ich dir auch geraten haben“, murmelte Cina. „Also?“
Severus schloss die Augen und murmelte „Venero.“

Ein Schwarm von Posteulen flog unter Klackern und Flügelrauschen in die große Halle. Die Eulen landeten auf der Festtafel, für jeden Gast und für jeden Lehrer eine, und hielten ihre Füße mit den daran befestigten Pergamentrollen hin. Die Hauselfen, die keine Posteulen kannten, schauten ihren Nachbarn beim Losbinden der Post zu. Dann taten sie es ihnen nach. Einige Elfen wichen erschrocken vom Tisch zurück, das Tischtuch mit sich reißend, als Scott von einer launischen Schleiereule gebissen wurde.
Eine schneeweiße Eule war vor Cina gelandet. Mit fliegenden Fingern band sie das Pergament los und entrollte es. Als erstes sprang ihr das Bild ins Auge – ein Bild von Severus und ihr. Sie saßen gemeinsam auf Cinas Thestral Star. Cina, die vor Severus Platz genommen hatte, wandte den Kopf zu ihm und sie lächelten sich an. Star schlug mit den Flügeln. Hagrid hatte das Foto gemacht, als er zu Besuch in Cinas Hütte war.
„Einladung“ prangte in großen grünen Lettern unter dem Bild. Mit Herzklopfen las Cina weiter.
zur Verlobungsfeier von Cina Mc Laggen und Severus Snape.
Die Feier findet übermorgen Abend, am Samstag, bei Sonnenuntergang
am Ufer des Schwarzen Sees statt.
P.S. Liebe Cina, das Lehrerkollegium und Hagrid kümmern sich um die Organisation der Feier.
Cina strahlte Severus an. „Die Überraschung ist dir gelungen, Severus – und wie. Das ist – wunderbar!“
Zum zweiten Mal an diesem Abend umarmte Cina Severus stürmisch.
„Ich wäre sehr glücklich, wenn du noch einige Tage in Hogwarts bleiben würdest“, flüsterte Severus.
„Mmmhh“, machte Cina und seufzte.

Am übernächsten Morgen lief Cina gleich nach dem Aufwachen zum Südfenster des Gästezimmers. Ein azurblauer Himmel wölbte sich über den Schloßgründen und dem verbotenen Wald, hinter dem sie ihr Zuhause wusste. Obwohl sie sehr gern in Hogwarts war, zog es sie mit Macht wieder zu ihrer Kräuterhütte.
Gestern war sie mit Severus nach Unterrichtsschluss kurz dort gewesen, um nachzuschauen. Ein Stein war ihr vom Herzen gefallen, als sie feststellte, dass zwar einige Beete zertrampelt waren, aber die Todesser ansonsten alles heil gelassen hatten. Im Briefkasten stapelten sich die Bestellungen von drei Tagen. Spätestens bei diesem Anblick wusste Cina, dass sie bald in ihre Hütte zurückkehren musste.

„Ist das nicht ein wunderschöner Ausblick?“, fragte Severus. Er trat hinter Cina und umschlang sie mit seinen Armen.
„Ja, wirklich wunderschön“, sagte Cina leise. „Severus, ich habe es sehr genossen, gestern Gast in Hogwarts zu sein und Pomona und dir beim Unterricht über die Schulter zu schauen.
Und auch, mit dir Star bei Hagrids Herde im verbotenen Wald zu besuchen.“
„Pomona sagte, die Zweitklässler hingen gebannt an deinen Lippen, als du von der Entwicklung des Neruskrauttranks erzählt hast.“
„Stimmt. Und Mc Gonagalls Antrittsrede war brillant. Sie vergaß nichts, was du für Hogwarts getan hast. Und sie nannte dich den mutigsten Mann, den sie je kennengelernt hat.“
„Ich habe für mein Leben genug gekämpft, Cina. Jetzt möchte ich nur noch mit dir sein, so oft es geht“, sagte Severus heiser. „Komm, wir haben noch eine halbe Stunde Zeit.“
Cina dreht sich um und sah ihn an. Violette Funken schienen in seinen Augen zu glitzern.

Beim Frühstück in der großen Halle apparierte Needa mit einem Knall hinter Severus und Cina. Pomona stieß einen Schrei aus und verschüttete Tee auf der Tischdecke.
„Needa bittet um Entschuldigung. Sie wollte Professor Sprout nicht erschrecken“, quiekte sie.
„Was ist los, Needa?“, fragte Cina.
„Needa wollte wissen, ob sie der Herrin heute helfen soll. Sie möchte gern wieder Kräuter sortieren und Tränke brauen. In der Küche von Hogwarts ist nicht der richtige Ort für sie, auch wenn Rudy gern dort arbeitet“, sprudelte sie heraus.
„Needa, ich wollte gerade mit Severus darüber reden, wann ich heute zur Hütte zurückkehre. Du könntest schon vorgehen. Die drei Beete Baldrian am Schuppen müssen abgeerntet und getrocknet werden. Wir wollten diese Woche Beinwell-Wurzeln ausgraben. Und die Bestellungen ...o je. Die stapeln sich, von drei Tagen...“
„Es klingt ganz so, als ob nicht nur meine hübsche Heilerin Heimweh hat“, bemerkte Severus. Ein leises Bedauern lag in seiner Stimme.
Needa schluchzte plötzlich. Ihre großen dunkelgrünen Augen schwammen vor Tränen. „Corona hat geschimpft, weil Needa in der Küche Tassen fallen gelassen hat...“ Needa schluchzte noch lauter.
Einige Lehrer und Schüler schauten neugierig herüber.
„Komm, Needa, wir gehen kurz da vorn in die Ecke. Dann erzählst du mit alles.“ Cina legte ihre Hand auf Needas Schulter.

Als Needa gehen wollte, apparierte ein zweiter Hauself mit blauen Augen und einer Narbe direkt hinter Schulleiter Mc Gonagalls thronähnlichem Stuhl.
„Rudy sucht Needa“, quiekte der Elf.
„Meine Güte!“, rief Professor Mc Gonagall und wandte sich an Rudy. „Ich wäre erfreut, wenn Sie und Ihre Freundin es vorzögen, vor die Tür der großen Halle zu apparieren und den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Sie erschrecken meine Lehrer, nichts für ungut.“
„Rudy hat gehört, was die Schulleiterin gesagt hat.“ Er ging zu Needa, flüsterte ihr etwas ins Ohr und zog sie mit sich zum Ausgang, neugierig von einigen Schülern beäugt.

Cina setzte sich wieder. „Sie hat Liebeskummer.“
„Die Arme“, sagte Severus. Er goss Cina Kaffee nach. „Musst du wirklich schon zurück?“, fragte er unvermittelt.
Cina sah Severus an und nahm seine Hand. „Ja. - Ich weiß, du hast mir einen Posten als Lehrerin angeboten und möchtest gern, dass ich ganz nach Hogwarts komme. Aber in meiner Hütte türmen sich die Bestellungen. Wenn ich heute nicht rüber fliege und mich darum kümmere, verliere ich Kunden.“
Severus klatschte sich heftig Haferbrei auf den Teller. „Die Antwort wegen des Postens ist also nein?“
„Hör mir zu, Severus. Ich habe mir den Unterricht angeschaut und könnte mir vorstellen, hier zu unterrichten. Nur noch nicht sofort“, sagte Cina bestimmt.
„Severus Miene erhellte sich. „Und ab wann?“, fragte er leise.
„Das ist schwer zu sagen. Ich möchte den Kräuterladen wieder aufbauen, denn daran hängt mein Herz. Das ist mir in den letzten drei Tagen hier klar geworden. Bis der Laden wieder so läuft wie früher, könnten ein paar Monate vergehen. Danach komme ich gern auf dein Angebot zurück“, sagte Cina. „Nicht böse sein, Severus. Jetzt, wo du nicht mehr Schulleiter bist, können wir uns doch jeden Tag nach dem Unterricht sehen.“
„Mmmhh“, brummte Severus. Er schaufelte sich gedankenverloren einen Löffel Zucker nach dem anderen in seinen Kaffee.

„Severus, seit wann trinken Sie Ihren Kaffee mit acht Löffeln Zucker“, tönte Professor Mc Gonagall neben ihm. „Es scheint Sie wirklich erwischt zu haben, mein Lieber.“
„Würde ich sonst heute eine Verlobungsfeier geben, Minerva?“, knurrte Severus.
Professor Mc Gonagall schien amüsiert. „Wohl kaum. – Darf ich Sie daran erinnern, Severus, dass Cina immer auf Schloss Hogwarts willkommen ist und das Gästezimmer im Westturm haben kann?“
„Hast du gehört, Cina?“, fragte Severus, wieder besser gelaunt.
„Danke für das Angebot, Professor Mc Gonagall“, sagte Cina herzlich.

Sie beugte sich zu Severus. „Du tust gerade so, als ob ich dich für Wochen verlassen würde. Dabei fliege ich nur zu meiner Hütte...“
„Schon das scheint mir unendlich weit weg“, warf Severus ein. „Es wäre dir zuzutrauen, dass du dort Tränke aufsetzt, an denen du heute Nacht arbeiten musst.“
„Aber Severus“, sagte Cina empört. „Am Tag unserer Verlobungsfeier doch nicht. Ich hatte eigentlich vor, mit dir hier zu übernachten.“
„Dann bin ich ja beruhigt“, flüsterte Severus. „Und danach?“
„Komme ich nicht drumherum, auch nachts zu brauen – dann kommst du eben zu mir in die Hütte. Und wenn ich über Nacht nicht an meinen Elixieren arbeite, kann ich dich ab und zu auf Hogwarts besuchen.“
„So könnte es gehen, meine kluge und hübsche Kräuterhexe“, flüsterte Severus Cina ins Ohr.

„Ihr beiden habt Probleme“, tönte Pomona dazwischen. „Was soll ich denn sagen? Mein netter Auror ist schon gestern Morgen mit seinen Kollegen abgereist. Und nach der Verlobungsfeier ist er zwei Wochen in Ungarn. Geheimauftrag.“ Pomona seufzte. „Zwei Wochen.“
„Übrigens, haben Sie und Mc Leod im Gewächshaus ein Geschenk für die Hauselfen gefunden, Pomona?“, fragte Severus beiläufig.
Pomona hörte auf, zu seufzen. Stattdessen wurde sie rot.
„Ja, haben sie. - ihr könntet euch in der Zeit Briefe mit der Eulenpost schicken“, warf Cina schnell ein, um Pomona einer Antwort zu entheben. Sie trat Severus auf den Fuß.
„Essbare Blüten“, antwortete Pomona. „Und der Rest geht nur Mc Leod und mich etwas an, Severus“, setzte sie bestimmt hinzu, zwinkerte Cina zu und erhob sich.
„Cina, was hältst du davon, wenn ich dir bei den Tränken helfe? Dann hättest du deine Vorräte schneller wieder aufgefüllt“, schlug Severus vor.
„Das wäre sehr sehr nett von dir.“ Cina hauchte Severus einen Kuss auf die Wange.
Der lächelte sie an und ließ mit einem „Evanesco“ den verzuckerten Kaffee aus der Tasse verschwinden. „Es scheint, ich muss mich daran gewöhnen, dass du deinen eigenen Kopf hast. Geh und kümmere dich um deine Kräuter. Und mach dich hübsch für heute Abend.“
„Ja doch, mein kluger und starker Zauberer“, flüsterte Cina Severus ins Ohr.

Nachdem Cina sich vor seinem Unterrichtsraum von Severus verabschiedet hatte, öffnete Professor Mc Gonagall die Schlosspforten an den Eberkopfsäulen für sie.
„Tut mir leid, dass Needa heute Morgen bei Tisch solchen Wirbel verursacht hat. Danke für die Gastfreundschaft und dass Sie Severus geholfen haben“, sagte Cina.
Nicht der Rede wert. Und ihre Hauselfin konnte die Regeln in der Halle nicht kennen“, erwiderte Professor Mc Gonagall und tätschelte Cinas Arm. „Es tut Severus gut, mit Ihnen zu sein. Seit Voldemorts Tod war er umgänglicher im Kollegium und nicht mehr so streng zu den Schülern. Doch ich habe ihn niemals richtig glücklich gesehen. – Nicht, bis er Sie getroffen hat, meine Liebe. Passen Sie auf sich auf“, verabschiedete sich Professor Mc Gonagall und ging.

Cina blies in ihre Thestralpfeife. Vom Waldrand her, wo sie mit Hagrids Herde gegrast hatte, kam Star langsam angetrottet. Ein Thestral mit einem weißen Fleck am linken Vorderbein folgte ihr. Misstrauisch blieb er in sicherer Entfernung stehen und beäugte Cinas Versuch, Star den Gurt für die Packtaschen anzulegen.
„Pluster dich nicht so auf, meine Hübsche“, murmelte Cina. „Ich bekomme den Gurt nicht zu.“
Cina kannte Stars kleine Macke, sich aufzuplustern, während jemand den Packtaschengurt zuzog. Üblicherweise wartete Cina einen Moment, bis Star wieder ausgeatmet hatte und konnte dann problemlos den Gurt nachziehen. Doch dieses Mal war es anders. Auch nachdem Star ausgeatmet hatte, ließ sich der Packtaschengurt nicht schließen.
„Du hast zugenommen“, stellte Cina fest. „Oder...bist du etwa...“ Sie streichelte Stars knochigen Kopf und strich dann vorsichtig über ihren Bauch, der sich merklich gerundet hatte. Unter ihren Händen spürte sie eine leichte Bewegung.
„Ich glaub´s nicht!“, rief sie überrascht. Sie gab Star ein Stück Fleisch aus ihrer Tasche.
Der Thestral mit dem weißen Fleck stieß einen hohen, durchdringenden Schrei aus. Star antwortete und ruckte mit dem Kopf.
Cina nahm den Packgurt herunter. „Geh nur zu deinen Freund“, sagte sie.
Star schnaubte. Dann trottete sie langsam zu dem wartenden Thestralhengst zurück.

Unterdessen rannte Cina zu Hagrids Hütte.
„Hagrid“, rief sie, sobald Hagrid die schwere Tür einen Spalt breit geöffnet hatte, „Star bekommt ein Fohlen!“
„Das is ja was“, sagte er. „Setz dich. Darauf trinken wir `nen Feuerwhiskey.“ Er holte bierkruggroße Whiskeygläser.
„Für mich nur einen kleinen Schluck, bitte.“ Cina nahm auf einem von Hagrids riesigen Stühlen Platz.
„Hagrid, ich mache mir jetzt Gedanken...Vor vier Tagen sind Severus und ich noch beide auf Star geflogen. Meinst du, das kann dem Fohlen geschadet haben?“ Sie betrachtete das braune Getränk. „Und heute bekam ich den Packgurt nicht mehr zu. Man spürt schon, wie sich das Fohlen in Stars Bauch bewegt.“
„Da mach dir man keine Gedanken. Erst, wenn der Gurt nicht mehr passt, solltest du aufhören, mit ihr zu fliegen. Sie würd` dich dann sowieso abwerfen.“ Hagrid schenkte auch sich etwas ein.
„Auf Stars Fohlen“, sagte Cina und nahm einen kleinen Schluck Feuerwhiskey aus dem riesigen Glas.
Hagrid leerte sein Glas in einem Zug. „Auf den kleinen Racker.“
„Hagrid, was soll ich jetzt tun? Ich glaube, sie will im Moment bei der Herde bleiben. Braucht sie Hilfe, wenn das Fohlen kommt?“, sagte Cina hastig.
„Ma langsam, Cina. Meine Thestrale ham ihre Fohlen alle im Wald bekommen, außer dem von Professor Sprout und von Professor Manning. Auch die, die geritten werden, wolln zur Herde, wenn sie ein Fohlen austragen. Manchmal kommen sie kurz vor der Geburt zu ihrem Besitzer in den Stall zurück.“
„Ich wäre so gern dabei, wenn das Fohlen kommt, Hagrid. Wann ist es so weit?“
„Das geht schnell bei den Thestralen. Wenn der Packgurt nicht mehr zu geht...Würd man sagen, das von Star kommt in ein bis zwei Wochen.“ Hagrid fütterte zwei riesige schwarzlila gestreifte Eichhörnchen in einem Käfig mit Bucheckern.
„Eine Woche? So schnell? Und ich hab gar nichts gemerkt.“ Cina klang erstaunt. „Ich muss los, Hagrid. Mein Laden, weißt du. Aber du kommst doch heute Abend zu Severus und meiner Verlobungsfeier?“
„Na klar komm ich“, dröhnte Hagrid. „ Du kannst nen Besen von mir ham, wenn du nich apparieren willst. Hab ich nem Schüler abgenommen, der Steine nach den Zentauren warf.“


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