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Fanfiction

Ambition - 2. Der Ahornbaum

von Lalaith

2. Der Ahornbaum

Als er eine Viertelstunde später am vereinbarten Treffpunkt, einem mächtigen alten Ahornbaum mit ausladenden Ästen, ankam, wartete sie bereits auf ihn. Auf einem Ast sitzend und die Beine baumeln lassend sah sie ihm entgegen und ihr Lächeln vertrieb seinen Vater für einen Moment aus seinen Gedanken.

„Bin ich zu spät?“

„Ganz und gar nicht“, grinste sie und klopfte neben sich auf den dicken Ast. Dieser Aufforderung kam er gerne nach und kletterte zu ihr hoch, was seine noch immer schmerzenden Muskeln als Beleidigung zu empfinden schienen. Ächzend rutschte er neben sie auf den Ast und lehnte sich gegen den mächtigen Baumstamm, um seinem Körper die Ruhe zu gönnen, die er so dringend benötigte.

„Na, na, Käpt'n. Du lässt doch nicht etwa nach?“, neckte sie ihn und piekste ihn ins Bein. „Wie willst du uns denn so ein Vorbild beim Training sein?“

„Mach dir darüber mal keine Sorgen, Katie“, brummte er, schloss die Augen und streckte sich genüsslich unter den Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach auf ihn fielen und sein Gesicht wärmten. So entging ihm, dass sein Gegenüber ihn unverhohlen und mit zunehmend besorgter Miene musterte.

„Oliver, ist alles in Ordnung mit dir?“

Ein kurzes Blinzeln, Lider, die sich einen Spalt breit öffneten, ein kurzes Lächeln. „Aber ja.“ Es war seltsam, wie unheimlich schwer ihm diese Worte über die Lippen kommen wollten. „Wieso fragst du?“

„Nur so.“ Gedankenverloren zog die Jägerin mit dem Finger die Konturen der Rinde nach. „Du siehst ziemlich fertig aus, wenn ich das so sagen darf.“

So war Katie. Erfrischend ehrlich und wie immer eine erfreuliche Ablenkung von alldem, was er nur fünf Gehminuten entfernt zurückgelassen hatte. Manchmal konnte er es selbst kaum fassen, wie er es zustande brachte, nahezu tagtäglich während der Ferien mit ihr hier auf diesem Baum zu sitzen und einfach nur zu reden, während in seinem Inneren ein Sturm tobte, der immer schwerer zu besänftigen war. Während sich zuhause Dinge abspielten, die sie niemals auch nur erahnen konnte … und sollte.

Wenn er mit Katie hier, auf diesem Baum am Waldrand hinter ihrem Haus, saß, dann redeten sie oft stundenlang über die verschiedensten Dinge. Dies war schon in Kindertagen so gewesen und hatte sich durch all die Hogwartsjahre hindurch bis zum heutigen Tag gezogen. Die Gespräche verhinderten, dass er sich zu viel mit seiner Situation beschäftigte und dunklen Gedanken nachhing; nicht zuletzt, weil Katie einfach immer da war, wenn er seinen Uhu zu ihr schickte und ein Treffen vorschlug.

Sie fragte nie nach; warum sie nur selten etwas anderes unternahmen als auf dem Baum zu sitzen und zu reden, warum er sie nie zu sich nach Hause einlud, warum er nie wirklich lange bleiben konnte, warum er immer erschöpft und abgespannt aussah. Entweder war sie so umsichtig es nicht zu erwähnen, oder sie dachte einfach nicht darüber nach.

Ihre plötzliche Sorge ließ ihn jedoch zu der Vermutung kommen, dass sie all diese Umstände sehr wohl bemerkt hatte und nun einen vorsichtigen Schritt in seine Richtung wagte. Doch er wollte - er konnte sich ihr nicht öffnen. Dass sie sich auch noch Sorgen um ihn machte, war das Letzte, das er gebrauchen konnte.

„Hab nur schlecht geschlafen“, seufzte er und schenkte ihr ein aufrichtiges Lächeln. „Nichts weiter. Sehe ich wirklich so schlimm aus?“

Katies Blick musterte ihn abschätzend und er wusste nicht so recht, wie er den Ausdruck in ihren Augen deuten sollte.

Sie weiß es, dachte er zerknirscht und richtete sich auf, sie weiß, dass du etwas vor ihr verheimlichst.

Schließlich schüttelte sie jedoch nur den Kopf und verneinte seine Frage, was ihn ungemein erleichterte. Merlin sei Dank war es damit für sie erledigt und sie widmeten sich anderen Gesprächsthemen, während der Tag voranschritt und die Sonne sich erneut in Richtung Horizont bewegte. Gegen Mittag war Katie kurz nach Hause gelaufen und war mit ein paar Sandwiches zurückgekehrt, die sie hungrig und lachend verdrückten, während die Jägerin wie üblich über Olivers Appetit staunte und er wie immer tunlichst verschwieg, dass die Diät, die er während der Ferien einzuhalten hatte, keineswegs so leckere Dinge wie Sandwiches vorsah.

„Was ist, wollen wir heute Abend in die Stadt fahren und ins Kino gehen?“, meinte Katie schließlich beiläufig, als sie aneinander gelehnt die Sonne beobachteten, die beständig dem Horizont entgegensank. Oliver bedachte sie mit einem amüsierten Blick.

„Ist das dein Ernst?“

„Sehe ich so aus, als würde ich Scherze machen?“, erwiderte sie schlicht und setzte ein so finsteres Gesicht auf, dass er lachen musste. Auch wenn sie etwas abgelegen wohnten, so gab es doch gute Busverbindungen nach Glasgow, und sie waren schon ein, zwei Mal in die Stadt gefahren, um etwas zusammen zu unternehmen. Bei diesen Gelegenheiten hatte Katie, deren Vater ein Muggel war, ihm das Kino gezeigt und seine Leidenschaft dazu geweckt - er fand es zutiefst beeindruckend, wie die Muggel es schafften, auf einer simplen Leinwand alles mögliche darzustellen. Sogar fliegen konnten sie!

Das Hindernis, das jedoch zwischen Oliver und solchen zwanglosen, aufregenden Unternehmungen mit Katie stand, war sein Vater und dessen unermüdlicher Drang, seinen Sohn noch besser und schneller zu machen. So wie an diesem Abend.

Katie erkannte wohl bereits an seiner entschuldigenden Miene, dass seine Antwort nicht sonderlich positiv ausfallen würde.

„Es tut mir Leid, Katie … aber ich kann nicht.“

„Ist schon in Ordnung.“ Ihre Stimme klang unbeschwert, doch ihr Blick musterte ihn genau und er konnte sehen, dass sie enttäuscht war. Oh, wenn er sich ihr doch nur erklären könnte; er war sich sicher, dass sie ihn verstehen würde … Doch das war unmöglich und würde unweigerlich alles noch viel schlimmer machen. In Momenten wie diesen verfluchte er alles - seinen Vater, seinen Besen, Quidditch … alles, was ihn daran hinderte, solch unbeschwerte Stunden zu verbringen.

„Es tut mir ehrlich Leid“, wiederholte er deshalb, legte einen Arm um ihre Schultern und zog sie zu sich heran.

„Ach, das braucht es nicht“, antwortete sie lächelnd und piekste ihn in die Seite. „Lass mich raten, deine furchtbar wichtigen Spieltaktiken für die nächste Saison warten auf deinem Schreibtisch darauf, entwickelt und geplant zu werden.“

Ihre Worte trafen ihn mitten ins Herz und riefen unwillkürlich Bilder des Morgens in seinen Gedanken hervor - für einen kurzen Moment konnte er sogar den frischen Schmerz in seinen Muskeln spüren. Er sah seinen Vater in dessen Arbeitszimmer, über Notizen und Pläne gebeugt, und plötzlich wurde ihm so übel, dass er sich am liebsten übergeben hätte.

Er wollte das nicht mehr. In wenigen Tagen wurde er volljährig, und er hatte keine Lust, auf die wunderschönen Dinge des Lebens zu verzichten, nur weil sein Vater anderes im Sinn hatte. Schließlich war es sein Leben, seine Zukunft - oder etwa nicht? Viel zu lange hatte er verzichten müssen.

„Katie“, meinte er deshalb mit einem schwachen Lächeln und suchte ihren Blick. „Ich glaube, ich habe meine Meinung geändert.“

Er hatte ja keine Ahnung gehabt, welch befreiende Wirkung diese Worte haben würden.

Die Jägerin richtete sich auf und bedachte ihn mit einem verwunderten, fragenden Blick. „Ach ja?“

„Ja. Meine … meine Spieltaktiken können warten. Ich würde sehr gerne mit dir in die Stadt fahren und einen Film ansehen.“

Ein freudiges Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. „Einverstanden. Dann treffen wir uns um halb sieben? Beim Bus?“

„Ich werde da sein“, versprach Oliver, drückte kurz ihre Hand und kletterte dann flink den Baum hinunter, gestärkt durch neuen Lebensmut und die Energie, die sie ihm gab. Vorbei waren die Zeiten, in denen er vor seinem Vater kuschte und seinetwegen den Schmerz des Sports erdulden musste. Quidditch konnte warten - er musste sich endlich um sich selbst kümmern.

Als er zuhause ankam, bemühte er sich redlich, keinerlei Geräusch zu erzeugen, während er die Treppe hinauf und in sein Zimmer schlich. Sein Vater war es gewöhnt, ihn untertags kaum im Haus anzutreffen, doch sollte er ihm jetzt über den Weg laufen, dann würde alles zunichte gemacht werden - was im Klartext bedeutete: Abendtraining und eine enttäuschte Katie an der Bushaltestelle.

Beides wollte er so gut es ging vermeiden.

Nur eine halbe Stunde später war er geduscht, steckte in dunklen Bluejeans und einem bequemen, langärmeligen Shirt und zupfte an seinen Haaren herum, obwohl es nur selten zu etwas gut war und seine Frisur nachher meist strubbeliger aussah als vorher. Deswegen ließ er das Herumgezupfe sehr bald bleiben, atmete ein letztes Mal tief durch und wagte sich hinaus in den Flur.

So etwas hatte er noch nie getan, geschweige denn daran gedacht - dementsprechend laut und stark klopfte sein Herz gegen seinen Brustkorb, als er langsam und möglichst lautlos zur Treppe schlich sich und Stufe für Stufe hinunterwagte. Noch am Beginn der Treppe hatte er die Luft angehalten, sodass man in der Stille des Hauses seine Atemzüge nicht hören konnte. Als er schon fast den Fuß der Treppe erreicht hatte, konnte er seinen Vater leise im Arbeitszimmer murmeln hören, begleitet vom Geräusch von Pergament, das durcheinandergeschoben und umgeblättert wurde.

Er hatte keine Ahnung, was ihn erwartete, wenn er nach Hause zurückkehrte, doch in diesem Moment war es ihm egal. Seine Konzentration und Aufmerksamkeit gehörte nun der Eingangstür, dem letzten Hindernis zur Freiheit. Zu einem unbeschwerten, sorgenfreien Abend.

Der Läufer im Flur dämpfte seine Schritte, als er lautlos zur Tür schlich und die Klinke unendlich langsam herunterdrückte. Die schmiedeeisernen Türangeln gaben ein leises Quietschen von sich und Oliver hielt inne, das Herz schien in seinen Hals gewandert zu sein und raubte ihm die Luft zum Atmen, er spürte Hitze in seinen Kopf steigen und verharrte nahezu ängstlich in seiner Position. Aus dem Arbeitszimmer kam jedoch kein Laut, der das Misstrauen seines Vaters verraten hätte; man hörte weiterhin Gemurmel und das Rascheln von Pergament.

Vorsichtig zwängte der Gryffindor sich durch den Türspalt, wagte es nicht, die Tür noch weiter zu öffnen und womöglich doch seinen Vater auf den Plan zu rufen. Als er schließlich endlich vor dem Haus stand und seine Lungen mit frischer Abendluft und dem Gefühl der Freiheit füllte, fielen die Angst und die Anspannung von ihm ab. Nun gab es nichts mehr, was ihn noch von seinem Vorhaben abhalten konnte.

Er machte sich nicht einmal die Mühe, die Haustür wieder zu schließen, und als er sicher war, dass man ihn und seine Schritte nicht mehr würde hören können, begann er mit einem leisen Jauchzen zu rennen.

…


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Ich will mehr wie jeder andere, dass Joanne K. Rowling mit meiner Luna zufrieden ist, denn es ist ihr Charakter. Ich hatte schon einen Albtraum davon, auf der After-Show-Party zu sein, Jo zu treffen und sie schüttelt nur ihren Kopf und schaut traurig. Das ist mein Irrwicht. Aber bis jetzt hat sie sich mir gegenüber positiv verhalten, also bin ich optimistisch.
Evanna Lynch