
von holiholly
Hallo liebe Leser, hiermit präsentiere ich euch meinen Oneshot. Er handelt von Harry, den der Sprechende Hut nach Slytherin steckt. Die ersten Sätze (bis nach Harrys Auswahl) sind aus HP1 übernommen, auch danach finden sich noch lose einige Sätze aus dem Buch. Ansonsten ist alles von mir geschrieben.
Viel Spass beim Lesen, und ich würde mich sehr über Kommis freuen. Danke!
Harry war inzwischen entschieden übel. Er erinnerte sich, wie in seiner alten Schule die Mannschaften zusammengestellt wurden. Immer war er der Letzte gewesen, den man aufrief, nicht weil er schlecht in Sport gewesen wäre, sondern weil keiner Dudley auf den Gedanken bringen wollte, dass man ihn vielleicht mochte.
„Granger, Hermine!“
Hermine ging eilig auf den Stuhl zu und packte sich den Hut begierig auf den Kopf.
„RAVENCLAW!“ rief der Hut. Ron seufzte erleichtert.
Zehn Schüler später war er dann endlich an der Reihe:
„Potter, Harry!“
Als Harry vortrat, entflammten überall in der Halle Feuer, kleine, zischelnde Geflüsterfeuer.
„Potter, hat sie gesagt?“
„Der Harry Potter?“
Das Letzte, was Harry sah, bevor der Hut über seine Augen herabsank, war die Halle voller Menschen, die die Hälse reckten um ihn gut im Blick zu haben. Im nächsten Moment sah er nur noch das schwarze Innere des Huts. Er wartete.
„Hmmm“, sagte eine piepsige Stimme in seinem Ohr. „Schwierig, sehr schwierig. Viel Mut, wie ich sehe. Kein schlechter Kopf außerdem. Da ist Begabung, du meine Güte ja –und ein kräftiger Durst, sich zu beweisen, nun, das ist interessant ... Nun, wo soll ich dich hinstecken?“
Harry umklammerte die Stuhllehnen und dachte: „Nicht Slytherin, bloß nicht Slytherin.“
„Nicht Slytherin, nein?“, sagte die piepsige Stimme. „Bist du dir wirklich sicher? Du könntest groß sein, weißt du, es ist alles da in deinem Kopf und es wird dir auf dem Weg zur Größe helfen! SLYTHERIN!“
Harry hörte schockiert, wie der Hut das letzte Wort laut in die Halle herausrief.
Zitternd nahm er den Hut ab, lief zum Tisch der Slytherins und bemerkte kaum, wie viel Beifall er bekam. Ron blickte ihm schockiert nach.
Ihm kam es vor, als hätte sich eben sein schlimmster Albtraum erfüllt: Er war in das Haus gekommen, in das er unter keinen Umständen gewollt hatte.
Traurig blickte er zu Hagrid am Lehrertisch. Auch dieser machte eine vollkommen verdatterte Mine. Finsterer Mine setzte er sich neben Pansy Parkinson.
Harry stellte bald fest, dass ihn die meisten Slytherins, abgesehen von Malfoy und Konsortien, ziemlich freundlich begrüßten.
Dann war Ron dran. Halb hoffte Harry noch, dass er auch nach Slytherin kommen würde, doch das war noch unrealistischer als sein eigener Fall...
„Gryffindor!“ rief der Hut. Ron warf Harry noch flüchtig einen verwirrten Blick zu, ehe er sich neben den Geist mit Halskrause setzte. Harry konnte sehen, wie Percy seinem kleinen Bruder gratulierte, und ihm wurde fast schlecht.
„Zabini, Blaise!“
Blaise Zabini war ein großer schwarzer Junge mit hohen Wangenknochen und länglichen, schrägstehenden Augen. Blaise kam ebenfalls nach Slytherin und setzte sich neben Harry. Er warf ihm einen unsicheren Blick zu.
Professor McGonagall rollte ihr Pergament zusammen und trug den sprechenden Hut fort.
Danach stand Professor Dumbledore auf und begrüsste die Schüler mit den Worten: „Schwachkopf! Schwabbelspeck! Krimskrams! Quiek! Danke sehr!“
Harry fragte sich ernsthaft, ob Dumbledore verrückt war oder ob er nur bereits zu viel Wein getrunken hatte.
Kurze Zeit später tauchte urplötzlich das ganze Essen in den Schüsseln vor ihnen auf, und Harry griff halbherzig zu. Er begann zu essen und es schmeckte köstlich, was seine Laune ein wenig besserte. Immer wieder sah er zum Gryffindor-Tisch herüber, wo Ron mit seinen neuen Freunden und einem Geist mit Halskrause plauderte. Auch Slytherin hatte einen Hausgeist, den Blutigen Baron. Er hatte leere, stierende Augen, ein ausgemergeltes Gesicht und einen mit silbrigem Blut bespritzten Umhang. Er saß ihm gegeüber rechts, auf dem Platz neben Malfoy, der, wie Harry vergnügt feststellte, über die Sitzordnung nicht gerade glücklich war.
„Na, Potter? Bist du froh, nach Slytherin gekommen zu sein? Ich sage dir, in Gryffindor sind 'ne Menge Idioten. Der Sprechende Hut hat eine gute Wahl getroffen!“
Harry wandte sich um, Blaise Zabini hatte in angesprochen. Harry wusste nicht, was er sagen sollte, und deshalb wandte er sich ohne ein Wort wieder seinem Steak zu.
„Du wirst schnell bemerken, dass du es hier viel besser hast!“, sagte Blaise. „Meine ganze Familie war in Slytherin...“
Plötzlich verschwand auch der Nachtisch und noch einmal erhob sich Professor Dumbledore. Er hielt seine Ansprache, und dann sagen sie alle die Schulhymne. Harry fühlte sich richtig elend, als der Schulleiter schließlich „Und nun in die Betten!“ rief, und alle sich erhoben.
Harry und die anderen Erstklässler seines Hauses folgten dem Vertrauensschüler von Slytherin, welcher vor einer nackten, feuchten Steinwand anhielt. Er sagte das Passwort – Säbelzahn –, und eine in der Wand versteckte Tür glitt auf.
Der Gemeinschaftsraum der Slytherins war alles andere als gemütlich. Es war ein lang gezogenes Verlies mit rohen Steinwänden. Grünliche Kugellampen hingen an Ketten von der Decke. Ein Feuer prasselte unter einem kunstvoll gemeißelten Kaminsims vor ihnen, und im Umkreis des Feuers erkannten sie die Silhouetten mehrerer Slytherins, die in hohen Lehnstühlen saßen.
Den Erstklässlern wurde der Schlafsaal gezeigt. Durch eine Treppe ging es noch weiter nach unten. Harry war gar nicht begeistert, dass er den Schlafsaal mit den folgenden Junge teilen musste: Vincent Crabbe, Gregory Goyle, Theodore Nott, Blaise Zabini und natürlich Draco Malfoy.
Harry warf sich auf sein Bett und zog die slytheringrünen Vorhänge seines Bettes zurück. Er ignorierte Malfoys hämischen Ruf „Sieht mal, Potter ist schon müde!“, worauf die Anderen lachten, und schloss die Augen. Sein schlimmster Albtraum war wahr geworden: Er war nach Slytherin gekommen, nach Slytherin, wo auch der verhasste Malfoy war! Er hätte in diesem Augenblick sein ganzes Gold in Gringotts darum gegeben, doch noch nach Gryffindor zu Ron und seinen Brüdern zu kommen... oder wenigstens nach Ravenclaw zu Hermine Granger. Immer wieder wurde er wütend auf den Sprechenden Hut; er war sich sicher dass er nicht nach Slytherin gehörte!
Deprimiert schlief er dann endlich ein.
Harry fragte sich später, wie er es geschafft hatte, die nächsten Tage durchzuhalten. Es verging keine Stunde, in dem er nicht von Malfoy, Crabbe oder Goyle gehänselt wurde. Blaise Zabini grinste zwar jedes Mal mit, als sie Harry ärgerten, doch sonst ging er noch freundlich mit ihm um. Theodore Nott jedoch schien eher ein Einzelgänger zu sein, der sich aus Cliquen heraushielt. Harry war verwundert darüber, dass er selbst ab und zu von Malfoy gehänselt wurde. Theodore war zwar der Einzige in ihrem Jahrgang, der mit Harry freundlich umging, aber so richtige Freunde waren sie trotzdem nicht.
Am zweiten September erwachte Harry und zog sich gleich an. Er hatte schlecht geschlafen. Allein stieg er die Treppe zum Gemeinschaftsraum herauf und lief einer Gruppe Siebtklässler Richtung Großer Halle hinterher, wo er missmutig an den Tisch der Slytherins sass und sich eine Schüssel Haferschleim nahm.
„Harry!“, hörte er plötzlich eine Stimme hinter sich, die ihm bekannt vorkam. Er drehte sich um: Ron stand hinter ihm. Zum ersten Mal an diesem Tag lächelte Harry.
„Hi Ron“, sagte er. „Wie gehts?“
Ron beantwortete seine Frage nicht. „Wieso zum Teufel bist du nach Slytherin gekommen?“
Harry zuckte mit den Schultern. „Das frage ich mich auch. Hör mal, ich würde auch viel lieber nach Gryffindor, aber der Sprechende Hut schien nicht umstimmbar zu sein!“
Ron biss sich auf die Lippe. „Und du...“, begann er, doch hinter ihnen war nun Malfoy aufgetaucht. „Weasley, verpiss dich! Potter ist unser Mann!“
Er schubste Ron zur Seite, welcher wütend die Faust hob.
„Na, Potter, gut geschlafen?“, fragte Draco und setzte sich neben Harry. „Hör mal, ich hab dir doch gesagt, mit den Weasleys sollst du dich nicht abgeben, das sind alle Blutsverräter!“
Harry tat so, als hätte er das nicht gehört, und fragte: „Wieso plötzlich so freundlich, Draco?“
„Für dich immer noch Malfoy, wenn ich bitten darf. Nun, Dad hat mir erzählt, dass der Sprechende Hut sich niemals irrt. Deshalb bist du auch ein wahrer Slytherin! Und ich habe nichts gegen Leute im gleichen Haus...“
Er bot Harry eine Schnitte Zwieback an.
„Hör mal, ich habe nichts für deinesgleichen übrig!“ zischte Harry. „Ich gehöre nach Gryffindor, das spüre ich!“
„Keine Angst, du wirst bald bemerken, wo du hingehörst!“, sagte Malfoy entschieden.
In diesem Moment kam Professor Snape, der hakennasige Lehrer, vorbei und verteilte die Stundenpläne. Harry vermutete, dass er ihr Hauslehrer war.
Den Unterricht, den sie mit den Gryffindors zusammen hatten, war Zaubertränke, Verteidigung gegen die Dunklen Künste und Zauberkunst.
Schon bald stand die erste Stunde Zaubertränke auf dem Programm. Harry hatte Schwierigkeiten, den Weg allein in den Kerker zu finden, und traf als Letzter ein.
„Setzen Sie sich, Potter!“, sagte Snape. Glücklicherweise zog er ihm keine Punkte ab.
Harry blickte sich um: Der einzige noch freie Platz war neben Ron.
„Hey“, flüsterte er. „Sorry, dass dich Malfoy kürzlich fertig gemacht hat. Er versucht mir dauernd weiszumachen, was für dreckige Blutsverräter ihr seid!“
Ron grunzte als Antwort. „So ein Idiot. Ich hoffe, du kommst mit ihm klar!“
Ron erzählte Harry von dem gemütlichen Gryffindor–Gemeinschaftsraum, während Snape vorne an der Tafel etwas schwafelte.
„Weisst du was? Vielleicht können wir McGonagall oder Dumbledore überreden, dich das Haus wechseln zu lassen, was meinst du?“
„Das hab ich mir auch schon überlegt!“, gab Harry zu. „Aber... ich glaube, dass die da keine Entscheidungsmacht haben, der Sprechende Hut entscheidet allein...“
„Ja schon, aber wir sagen einfach, dass er ja auch mal Fehler machen kann.“
Hermine war sich doch sicher gewesen, dass sie in Verwandlung drei Rollen Pergament über die Grundprinzipien der Magie schreiben mussten, und nun behaupteten sämtliche ihrer Klassenkameraden, man müsse bloss den den Zauber üben, der Streichhölzer in Nadeln verwandelte. Und was sollte sie jetzt glauben?
Hermine machte also vor dem Mittagessen noch einen Abstecher zu McGonagalls Büro. Doch gerade, als sie anklopfen wollte, hörte sie drinnen Stimmen. Hermine wartete also und kam nicht umhin zu hören, was diskutiert wurde. Sie erkannte die Stimmen gleich: Eine gehörte McGonagall, die anderen den zwei Jungen, die sie im Zug hierhin getroffen hatte: Harry Potter und Ron Weasley.
„Professor... Sie verstehen das nicht!“, sagte Harry gerade aufgelöst. „In Slytherin fühle ich mich enorm unwohl.“
„Potter, ich weiß, wovon ich rede! Der Sprechende Hut hat Sie nach Slytherin geschickt, und so gehören Sie auch dorthin!“
„Professor, können Sie Harry nicht eine zweite Chance geben?“, begann nun auch Ron.
„Wir glauben, der Hut hat sich geirrt! Ich fühle nämlich, dass ich nach Gryffindor gehöre!“
Pause.
McGonagall sprach mit entschlossener Stimme weiter. „Potter... Ihre Verwandten sind alle Gryffindor gewesen, Ausnahmen gibt es aber immer. Aber was Sie da von Ihren Mitschülern erzählen, ist schon ein Grund, Ihnen eine Chance zu geben. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Morgen gehen wir zusammen zum Schulleiter und Sie ziehen den Hut nochmals an. Wir werden sehen, was er dann sagt!“
„Vielen Dank, Professor!“, bedankte sich Harry.
Hermine hörte Stuhlrücken und trat rasch zur Seite. Ron und Harry traten aus McGonagalls Büro.
„Hey Jungs!“, rief sie ihnen hinterher.
Ron stöhnte. „Du schon wieder? Was gibt‘s?“
„Ich habe eben unfreiwillig mitbekommen, dass du nach Gryffindor wechseln willst!“, gestand sie Harry.
„Na und?“, fragte Ron kurz angebunden.
Hermine stemmte die Hände in die Hüften. Mann, dieser Junge war ja echt unausstehlich! „Ich wollte euch ja nur helfen!“, sagte sie. „Ich glaube nämlich auch, dass Harry einen Hauswechseln gut tun würde, sonst kommt er noch auf den Geschmack der dunklen Kräfte!“
„Und wie willst du das machen?“, fragte Harry interessiert.
„Zuerst müsst ihr gute Argumente suchen, damit der Hut sich umstimmen lässt!“
„Na toll, glaubst du, dass der Hut mit sich verhandeln lässt? Oder willst du nur auf Miss Oberschlau machen und dir bei uns Pluspunkte holen? Vergiss es, darauf wären wir auch selbst gekommen!“
Ron zog Harry weiter, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Was war das für ein Idiot? Hermine biss sich wütend auf die Unterlippe.
Harry klopfte an.
"Ja?" Dumbledores tiefe, angenehme Stimme ertönte und Harry trat ein.
Er war noch nie im Büro des Schulleiters gewesen und nun ein wenig überrascht. Der Raum war sehr hoch und die Wände mit Bücherregalen bedeckt. Interessant waren auch die vielen Porträts; wie Harry vermutete, von ehemaligen Schulleitern.
Dumbledore saß hinter seinem Schreibtisch, auf welchem sich ein Sammelsurium aus seltsamen Objekten befand, die Harry noch nie gesehen hatte. Runde, farbig schimmernde Steine zogen Harrys Blick an, sodass er sogar kurz vergaß, weshalb er hier war. Die Steine brachen das Licht in den unterschiedlichsten Farben und Mustern an die Wände, was wunderschön aussah. Manchmal, so schien es, spiegelten sich sogar Objekte, die sich im Zimmer befanden, an die Wand. Harry fühlte sich an das Kaleidoskop erinnert, das er Dudley vor fünf Jahren geklaut hatte – dieser hatte den Diebstahl nie bemerkt. Irgendwie ahnte Harry, dass Dumbledore die Spiegelungen mit seinen Gedanken steuern konnte...
Dumbledore folgte Harrys Blick und gebot ihm lächelnd, Platz zu nehmen, worauf plötzlich Harrys verdutzte Mine tausendfach in verschiedenen Grössen an den Wänden gespiegelt wurde.
"Entschuldigung, Sir... aber was sind das für Steine?"
"Eine tolle Erfindung, nicht?", lächelte Dumbledore. Es sind ganz normale Kristalle, die ich mit einem Zauber belegt habe. Welche Farbe möchtest du?"
Harry starrte ihn an. Ein komischer Mann...
"Nun, liege ich richtig wenn ich denke, dass du dein Spiegelbild lieber nicht mehr an der Wand sehen willst?"
Dumbledore blickte lächelnd in einen der Kristalle und plötzlich warf dieser ein wunderschönes Honiggelb an die Wände. Der Raum sah nun richtig einladend aus.
Harry räusperte sich. Er war schliesslich nicht hierher gekommen, um sich mit dem Schulleiter Kristallmuster an den Wänden anzusehen...
"Oh, entschuldige Harry. Nun, du möchtest also von Slytherin nach Gryffindor wechseln, wofür ich persönlich volles Verständnis habe. Ich war vorgestern Abend, wenn ich ehrlich sein will, wirklich etwas überrascht, dass der Sohn zweier so grosser Gegner Voldemorts nach Slytherin gekommen bist –"
Harry hob die Augenbrauen. Dumbledore war bisher der einzige Mensch, den er getroffen hatte, der Voldemorts Namen so selbstverständlich benutzte.
"Ja, Harry, ich nenne ihn bei seinem Namen. Das Ganze mit dem Du–weisst–schon–wer ist doch lächerlich. Man soll die Dinge immer bei ihrem richtigen Namen nennen!"
"Hm...", sagte Harry.
"Also, deshalb hab ich mich zuvor mit dem Sprechenden Hut unterhalten..."
"Was hat er gesagt, Sir?"
"Er meinte, er wolle nur mit dir darüber sprechen!" Dumbledore holte den Hut vom Regal und reichte ihn Harry, welcher ihn aufsetzte.
"Oh... Harry Potter!", piepste der Hut. "Du widersetzt dich also meiner – überaus sinnvollen – Entscheidung, dass du ein Slytherin bist. Wieso das?"
Der Hut hat vollkommen Recht!, dachte Harry. Er muss es ja wissen! Oder vielleicht ist er einfach altersschwach, hat Alzheimer oder andere Probleme... zu spät wurde Harry klar, dass der Hut ja Gedanke lesen konnte!
"Altersschwach?", piepste der Hut so schrill, dass Harry das Gefühl hatte, sein Trommelfell würde zerbersten. "Bist du noch bei Trost? Ich bin kein billiger Muggelhut; ich arbeite schon seit Hogwarts' Gründung hier! Über mich sind schon die Kopfläuse vieler Generationen gekrabbelt! Ich verbringe das ganze Jahr damit, das neue Lied für die Erstklässler zu komponieren, und dann kommt so ein kleiner Junge und kritisiert mich!"
Harry schluckte. Entschuldige, tut mir Leid! So war das nicht gemeint. Ich wollte dich nicht kritisieren, ehrlich!
Der Hut blieb still.
Wenn er jetzt nicht mehr mit mir spricht, dann –
" – ist es deine Schuld!", ergänzte der Hut, doch er schien nicht all zu wütend zu sein.
"Also, hör mir zu. Du musst mir schon einen schlagfertigen Grund liefern, um mich umzustimmen!"
Harry dachte an die üblen Slytherins, an Rons und seine Familie, die in Gryffindor waren, und an sein Gefühl, dass er dorthin gehörte.
"Nun ja... ich verstehe", sagte der Hut langsam.
Eine lange Stille folgte, in der Harry beschämt zu Boden blickte, um nicht Dumbledore anstarren zu müssen.
"Nun ja...", wiederholte der Hut. "Also, du hast mich überzeugt! Geh' nach Gryffindor!"
Harry zog sich freudestrahlend den Hut vom Kopf und überreichte ihn Dumbledore.
"Sir, der Hut hat mir einen Wechsel erlaubt!", sagte er erfreut. "Heißt das, ich darf jetzt gleich meine Sachen in den Gryffindorturm bringen?"
Dumbledore lächelte und verstaute den Hut wieder im Regal.
"Ja, tu das, Harry. Viel Spaß noch in Gryffindor!"
Das war der bisher schönste Tag in Harrys Leben gewesen.
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