Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Men are toys, women as well. - Interviews and other inconveniences

von Voldemorts_Braut

~ Interviews und andere Unannehmlichkeiten~


Während des Frühstücks am nächsten Morgen kam Ginny eine fabelhafte Idee. Deshalb schlang sie ihr Müsli in Windeseile hinunter und verabschiedete sich dann rasch von ihren Freunden. Mit einer zusammengerollten Zeitung in der Hand machte sie sich auf den Weg zu Professor McGonnegals Büro. Hoffentlich würde diese ihre Idee unterstützen! Nach dem gestrigen Disaster mit Draco war sie sich da nicht so sicher.

Es kostete Ginny einiges an Überwindung, bei der strengen Lehrerin anzuklopfen. Diese schien auch kein allzu großes Interesse zu haben, mit der Unruhestifterin der letzten Unterrichtsstunde ein Pläuschen zu halten.

»Ms Weasley. Kann ich Ihnen helfen?«

»Ja, das hoffe ich, Professor.«, erwiederte Ginny und reichte der Professorin den Tagespropheten.

Professor McGonnegal hob fragend eine Augenbraue.

»Ich würde gerne an dem Projekt ‚Junge Hexen
schreiben‘ teilnehmen!«, versuchte Ginny zu erklären. Ddabei deutete sie auf einen kleinen Artikel auf Seite drei. »Der Tagesprophet will jungen Menschen die Chance geben, kreativ zu sein und ihren Horizont zu erweitern.«

Eigentlich war es Ginny vollkommen egal, was die Redakteure mit diesem Projekt erreichen wollten, wichtig war nur, dass ihre Hauslehrerin sie daran teilnehmen ließ!

Die Augen der Professorin glitten über das Blatt. »Soso. Und was für einen Artikel beabsichtigen Sie zu schreiben, Ms Weasley?«

Ginny holte tief Luft und kreuzte die Finger hinter dem Rücken. »Ich möchte ein Interview mit Lucius Malfoy führen. Er ist einer der Spender von Hogwarts und ich dachte mir, es wäre doch interessant, ein wenig mehr über ihn zu erfahren. Sicher wäre es auch in seinem Interesse, schließlich wird er durch ein Interview auch ein Stück weit geehrt!« Der Gedanke, mit Lucius Malfoy ein Interview zu führen und dabei in sein arrogantes Gesicht sehen zu müssen, stieß die junge Frau zu einem Teil ab – zum anderen jedoch erregte es irgendwie ihre Neugierde. Wie sonst sollte sie es schaffen, mit dem Malfoy-Oberhaupt in Kontakt zu kommen?

»Lucius Malfoy? Sind Sie sicher, dass Sie ausgerechnet ein Interview mit ihm führen wollen?«, fragte Professor McGonnegal skeptisch. Sie rollte den Tagespropheten wieder zusammen und gab ihn Ginny zurück.

»Ja, ich bin mir sicher! Wirklich Professor, mir liegt sehr viel daran.« Noch bevor sie den letzten Satz zuende ausgeführt hatte, bereute sie ihn auch schon.

Die Lehrerin zog nun verwundert beide Augenbrauen in die Höhe. »So? Und weshalb, wenn ich fragen darf?«

»Weil mir sehr viel an Hogwarts liegt und Mr Malfoy ist nunmal ein äußerst selbstloser Spender.« Das war eine solch groteske Lüge, dass Ginny beinahe übel wurde. Aber um das Einverständnis von McGonnegal zu bekommen, war eine solche nunmal notwendig. Lucius Malfoy und selbstlos. Natürlich.

»Nun, wenn Sie sich sicher sind, das geeignete Thema gewählt zu haben, möchte ich Ihnen nicht im Wege stehen. Ich werde einen Termin mit Mr Malfoy vereinbaren und Ihnen dann bescheid sagen. Bevor Sie Ihr ‚Werk‘ allerdings an den Tagespropheten schicken, würde ich es mir allerdings gerne noch einmal durchlesen.«

Ginny nickte eifrig. »Danke Professor!«
Die Professorin nickte und schloss die Tür hinter sich. Jetzt galt es abwarten und sich halbwegs vernünftige Fragen zu überlegen!

*~*


Hermine hatte Ginnys Verschwinden gar nicht mitbekommen. Zwischen Marmeladenbrot und Rührei mit Speck hatte sie ihre Notizen für den Zaubertränke-Nachhilfe-Unterricht ausgebreitet. Auf das Essen konzentrierte sie sich schon gar nicht mehr, sehr zum Unmut von Harry.

»Hermine, jetzt iss doch erstmal was! Du bist klug genug, du könntest dir den Stoff für die Jüngeren aus den Fingern ziehen, wenn du wolltest!«

»Ich möchte aber perfekt vorbereitet sein!«, zischte Hermine und warf ihrem besten Freund einen giftigen Blick zu. »Ich möchte Professor Dumbledore und Professor Snape nicht enttäuschen.«

Harry hob fragend eine Augenbraue und nippte an seinem Kürbissaft. »Das mit Professor Dumbledore verstehe ich ja, aber was Snape denkt, kann dir doch egal sein.«

Hermine biss sich auf die Lippe, erklärte dann aber rasch: »Er ist immerhin mein Lehrer in Zaubertränke und er hat ohnehin schon eine Abneigung gegenüber Gryffindors, da ist es doch wohl verständlich, dass ich versuche, den Unterricht zu seiner Zufriedenheit zu gestalten!«

»Wie du meinst.«, sagte Harry. »Aber steiger dich nicht so sehr da hinein, es würde mich kaum wundern, wenn Snape versuchen würde, dich durch eine Slytherin zu ersetzen.«

Hermine nickte nur und begann, ihre Sachen wieder in ihre Tasche zu packen. Wieso zum Teufel hatte sie sich nur ausgerechnet Snape ausgesucht? Es gab tausend andere Jungs und Männer die sie für ihr Vorhaben hätte wählen können, aber nein, es musste ja ausgerechnet der Gryffindor-hassende Severus Snape sein! Seufz. Hermine musste sich jedoch eingestehen, dass der griesgrämige Professor der Einzige war, der ihr Interesse je geweckt hatte. Sein irgendwie geheimnisvolles Auftreten und selbstverständlich sein Draht zu Büchern und Wissen machte ihn für Hermine äußerst attraktiv. Und auch wenn er sie im Unterricht meistens nicht beachtete, Gryffindor Punkte abzog und über Harry herzog, als wäre dieser irgendein fauler Bengel, so war er doch im Herzen gut, dessen war sich Hermine sicher. Sie glaubte einfach nicht, dass unter der Oberfläche ein ebenso kaltherziger und zynischer Mann steckte, wie ihr Professor es immer vorgab. Sie war sich hunterprozentig sicher, dass es einen Grund für Severus Snape's Verhalten gab. Warum er Harry hasste, wusste sie ja nun. Sein Vater hatte ihn getriezt und vor jedermann lächerlich gemacht. So etwas prägte einen Menschen. Doch war allein diese Tatsache Verantwortlich für alles andere? Wohl kaum. Es würde schwer werden, die harte Schale zu knacken und hinter die Fassade zu blicken, doch es war nicht unmöglich.

»Ich mache mich auf den Weg zu Arithmantik.«, sagte Hermine und schob sich den Träger ihrer Tasche über die Schulter. Sie trank noch den letzten Schluck Kürbissaft aus und machte sich auf den Weg zu ihrem Klassenraum. Wie immer schrieb Hermine im Unterricht eifrig mit, um ja kein Detail zu verpassen, doch ihre Gedanken schweiften immer wieder zu der bevorstehenden Nachhilfestunde ab. Sie stellte sich Snape vor, wie er im Türrahmen lehnte und sie mit seinem strengen Blick beobachtete. Ein kühler Schauer lief ihr über den Rücken, wann immer ihre Gedanken allein zu ihrem professor abdrifteten. Der Druck, ihn nicht zu enttäuschen, wurde über den Tag immer größer, sodass sie sich kurz vor Beginn der ersten Nachhilfestunde eine Beruhigungstablette von Madame Pomfrey geben ließ, die sie mit einem leicht mitleidigen Blick betrachtete.

Hermine betrat die Kerker mit einem mulmigen Gefühl im Magen, doch trotz des enormen Drucks freute sie sich darauf, den Erstklässlern in Zaubertränke zu helfen. Sie hatte schon oft darüber nachgedacht, später einmal Lehrerin zu werden, wobei ihr Fächer wie Verteidigung gegen die dunklen Künste oder Arithmantik eher zusagen würden.

Snape erwartete sie bereits vor seinem Büro. Sein kritischer Blick, mit dem er die junge Gryffindor bedachte, hatte jedoch nicht die erwünschte Wirkung. Komischerweise fühlte sich Hermine in ihrem Vorhaben bestärkt und die Anspannung wich angenehmem Selbstbewusstsein.

»Professor.«, sagte Hermine und nickte.

»Sie sind pünktlich, aber etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet.« Er runzelte leicht die Stirn und fügte dann zynisch hinzu: »Es hätte mich auch nicht gewundert, wenn Sie eine halbe Stunde zu früh gekommen wären.«

Hermine überging dies und folgte ihrem Professor in einen der Klassenräume. Offensichtlich fehlte es Snape nie an Vorräten für seine Zaubertrankstunden. Hermine stellte begeistert fest, dass auch er Ordnung zu lieben schien.

»Sie können in diesem Raum alles nutzen, was Sie für ihre Stunden benötigen. Doch Sie sind sicher darüber informiert, dass die Erstklässler hauptsächlich theoretischen Unterricht machen?«

Hermine nickte und legte ihre Tasche auf dem Lehrertisch ab. »Ich habe mich für heute vorbereitet. Glauben Sie mir, Professor.«

Snape's kritischer Blick veränderte sich nicht, doch Hermine ließ sich davon nicht beirren, denn ihr war etwas klar geworden. Wie konnte man das Interesse eins Mannes wie Severus Snape besser wecken, als mit Wissen, Anstand und Selbstbewusstsein? In seiner Gegenwart war Hermine zwar meistens alles andere als selbstbewusst, aber nun, da sie sich sicher war, wie sie ihn auf sich aufmerksam machen konne, wich die Angst vor seinen Augen zu versagen immer mehr.
Snape bestand darauf, Hermine während ihrer ersten Nachhilfestunde zu beobachten und nahm im hinteren Teil des Klassenzimmers Platz. Für Hermine selbst, die elf junge, aufgeweckte Erstklässler zu bändigen hatte, war dies vielleicht sogar ganz hilfreich. Sogar die Jüngsten in Hogwarts wussten, dass man sich in Gegenwart des gefürchteten Zaubertranklehrers benahm und nicht mit dem Nachbarn redete oder gar Quatsch machte. Professor Snape und Professor McGonnegal wurden von den Lehrern am meisten respektiert, da sie die meiste Autorität ausstrahlten.

Hermine hielt sich strikt an den Plan, den sie ausgearbeitet hatte und gab sich Mühe, professionell zu sein. Dass Snape sie weiterhin kritisch betrachtete und man nicht mal ein angedeutetes Lächeln auf seinem Gesicht sah, verunsicherte die Gryffindor ein wenig, doch sie ließ sich auch hiervon nicht beirren. Die Erstklässler lauschten jedem ihrer Worte, fragten, wenn sie etwas nicht verstanden und gaben Antworten, wenn sie etwas wussten. Alles in allem verlief die Stunde ohne Probleme, wäre da nicht der junge Eric Cullen, ein Rawenclaw-Erstklässler, dem die Anwesenheit des Zaubertranklehrers wohl nicht allzu viel ausmachte.

»Wann ist die Stunde vorbei, Ms Granger?«

»Das werde ich dir sagen, wenn es soweit ist.«, antwortete Hermine jetzt mit Sicherheit zum vierten Mal, immernoch in einem freundlichen Ton.

»Können wir nicht mal einen Zaubertrank brauen oder so? Immer nur irgendwas lesen und auswendig lernen ist doof!«

»Noch nicht, Eric. Dafür braucht ihr Fachwissen!«

»Sie können uns doch sagen, was wir tun müssen!«

Hermine atmete tief durch, dieser Junge war eine kleine Pest. »Nein, Eric. Du schreibst jetzt erstmal ab was an der tafel steht! Oder bist du schon fertig?«

»Zaubertränke ist langweilig.«, maulte der junge Rawenclaw und kritzelte gelangweilt die Worte in sein Heft.

»Zaubertränke ist alles andere als langweilig.«, antwortete Hermine. »Aber alles baut auf Wissen auf! Wenn du wirklich in der Lage sein möchtest, einen Zaubertrank zu brauen, musst du dafür arbeiten. Das ist nunmal so.«

Hermines Blick begegnete kurz dem ihres Professors und Hermine meinte, ihn kurz nicken zu sehen.
Als Eric erneut begann, den Nachhilfeunterricht zu stören, erhob sich Snape plötzlich und ging nach vorne ans Pult. Hermines Herzschlag setzte eine Hundertstelsekunde aus - hielt er sie jetzt für inkompetent? Doch satt Hermine anzusprechen, wandte sich der Professor an den vorlauten Jungen.

»Mr Cullen, wenn Sie den Unterricht von Miss Granger weiterhin stören und folglich nicht bereit sind, ihre Zeit der theoretischen Zaubertrankkunde zu widmen, dann verspreche ich Ihnen, werden Sie sich die nächsten fünf Jahre durch meinen Unterricht quälen müssen und ich nehme keine Rücksicht auf vorlaute, kleine Jungs, die den wahren Wert des Wissens nicht begreifen wollen.«

Hermine schloss schnell den Mund, als sie bemerkte, dass sie ihren Professor positiv überrascht anstarrte. Diese Autorität an ihm wirklich ja sowas von anziehend... Und Eric hielt den Rest der Stunde den Mund.

»Dankeschön, Professor.«, murmelte sie und räusperte sich.

»Gern geschehen, Miss Granger.«, antwortete Snape kurz und nahm wieder Platz.

Nach dem Unterricht packten die Erstklässler ihre Sachen zusammen und verließen mit lautem Gerede das Klassenzimmer. Hermine spürte Müdigkeit in sich aufkommen, war aber dennoch stolz, dass die Stunde alles in allem gut verlaufen war.

Snape erhob sich aus seinem Stuhl und beobachtete seine Schülerin dabei, wie sie ihre Tasche packte. So viel Professionalität hatte er der Gryffindor nicht zugetraut. Eines musste er sich eingestehen - Sie war klug. Klüger als die ganze Schülerschaft von Hogwarts zusammen. Und er bewunderte ihren Wissensdurst, auch wenn sie manchmal mit ihrem Wissen ein wenig aufdringlich war.

»ich muss zugeben, das haben Sie gut gemacht. Ich hatte mir diese Stunde anders vorgestellt. Weniger produktiv, sozusagen.«

»Danke, Professor.«, antwortete Hermine mit einem schüchternen Lächeln und verabschiedete sich. Sie musste unbedingt Ginny von ihrer ersten Nachhilfestunde berichten! Doch dazu musste sie sie erst einmal finden.

*~*


Ginny lief unruhig in dem kleinen Klassenzimmer auf und ab. Im Arm hielt sie eine Mappe mit lauter Notizen, die sie sich für dieses Interwiev gemacht hatte. Lucius Malfoy hatte sich bereit erklärt, ihr für den Zeitungsartikel Fragen zu beantworten, wie Professor McGonnegal der überraschten Gryffindor vor einer Stunde mitgeteilt hatte. Überrascht war Ginny deshalb, weil sie nicht geglaubt hatte, dass das Malfoy-Oberhaupt ein Interview mit einer Gryffindor führen würde. Und trotz allen Vorbereitungen spürte Ginny ein mehr oder weniger unangenehmes Kribbeln im Magen. Sie wusste über die Arroganz der Malfoys bestens bescheid, sie musste auf alles was Lucius Malfoy sagen oder fragen würde, geschickt antworten. Es war riskant ein Interview mit ihm zu führen, schließlich war er ein hohes Tier im Ministerium und konnte, wenn er wollte, ihrer Familie schaden, doch der Reiz der ungleichmäßig verteilten Rollen brachte Ginny dazu, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ganz nebenbei dachte sie an Hermine und daran, ob diese wohl in Sachen »Verführe Severus Snape« weitergekommen war. Für derartige Überlegungen war jedoch nicht allzu viel Zeit, denn in diesem Moment ging die Tür auf und Lucius Malfoy trat herein.

»Guten Tag, Ms Weasley. Wie schön, Sie wiederzusehen.«, begrüßte er Ginny, die ihm bereitwillig ihren Handrücken hinhielt, dem er einen Kuss aufhauchte. Dieser Mann hatte Stil, das musste man ihm lassen.

»Es freut mich ebenfalls, Mr Malfoy.« ‚Mehr oder weniger‘, fügte Ginny in Gedanken hinzu. »Nehmen Sie doch Platz.« Sie wies auf einen der zwei bereitgestellten Ohrensessel und setzte sich selbst in den anderen. Ginny hatte nur ein paar Sekunden, in denen sie sich auf Lucius' Äußeres konzentrieren konnte, doch das genügte um eines festzustellen: Lucius Malfoy war heiß. Sein Aussehen und seine charmante Art hatten in früherer Zeit sicher einigen Mädchen den Kopf verdreht. Doch seine Arroganz stellte den lasziven Mann wieder ein wenig mehr in den Schatten.

»Nun, darf ich Sie fragen, wieso Sie ausgerechnet mich für das Interview gewählt haben?«, fragte Mr Malfoy und ließ mit einem Schwenker seines Zauberstabes zwei Tassen Kaffe erscheinen. »Hauselfen leisten gute Arbeit.«, fügte er daraufhin hinzu und deutete ein kurzes Lächeln an.

Ginny nahm die Tasse, die vor ihrer Nase schwebte und setzte sie auf ihrem Oberschenkel ab. Die Augen des blonden Todessers folgten dieser Bewegung kurz, dann hielten sie wieder Blickkontakt.

»Sie sind einer der Spender von Hogwarts, Mr Malfoy. Ihre Familie ist recht großzügig in solchen Dingen, was ich aus zuverlässiger Quelle weiß und ich dachte mir, das sollte mit einem Artikel im Tagespropheten geehrt werden.«, antwortete Ginny mit einem kühlen Lächeln.

»So?« Lucius Malfoy's Lächeln wurde eine Spur arroganter, doch dem Charme der ihn umgab, tat das nichts zu Leide. »Dann beginnen Sie mit dem Interview.«

Ginny setzte sich aufrecht in ihren Sessel und nahm sich Pergament und Feder. Ein kurzer Blick auf ihre Liste verriet ihr die erste Frage.

»Erzählen Sie mir etwas über Ihre Familie. Waren Sie schon immer so weltoffen?« Dass die Malfoys alles andere als weltoffen waren, versuchte die Rothaarige einfach zu verdrängen. Es galt, sich bei Lucius Malfoy gut zu stellen.

Dieser atmete tief ein und antwortete unentwegt kühl lächelnd: »Mir - uns - liegt viel an dieser Schule. Sie sollte so gut gefördert werden, wie eben möglich.«

»Glauben Sie, dass man mit Geld alles regeln kann?«, fragte Ginny mutig weiter.

Die Antwort folgte sofort. »Vielleicht nicht alles, aber das Wichtigste, das Begehrenswerteste im Leben lässt sich mit Geld ‚regeln‘, wie Sie es ausdrücken würden, Ms Weasley.«

Ginny nickte gespielt interessiert und nippte an ihrem Kaffe. »Hatten Sie von Anfang an vor, ihren Sohn nach Hogwarts zu schicken? Oder hatten Sie zuerst eine andere Zauberschule im Sinn?« Ginny überschlug die Beine, wobei der Rock den sie trug ein wenig hochrutschte, jedoch nicht zu weit, sodass es keinesfalls aufdringlich wirkte. Lucius' Augen huschten kurz zu den langen, von weißen Strümpfen bedeckten Beinen. Ginny realisierte den Blick des blonden Todessers sofort und zwang sich, nicht zu grinsen. Auch ein Lucius Malfoy war nur ein Mann, ganz egal was er für eine Weltansicht hatte.

»Ich hatte schon immer eine hohe Meinung von Hogwarts. Allerdings hielt ich Durmstrang für Draco zunächst effizienter, meine Frau jedoch entschied sich für Hogwats.«

»Verstehe.« Ginny machte sich Notizen und spürte dabei Lucius' Blick auf sich ruhen. Das Interwiev dauerte länger, als sie erwartet hatte, da ihr immer mehr Fragen - und Lucius immer detailliertere Antworten einfielen.

Die letzte Frage, die Ginny dem Malfoy Oberhaupt stellte, war riskant und sie wusste nicht, wie dieser darauf reagieren - oder er ihre eigentliche Frage, die dahinter steckte, durchschauen würde.

»Denken Sie, dass es für Kinder, deren Eltern glücklich verheiratet sind einfacher ist, auf ein Internat zu gehen?«

»Sie meinen, ob es für Kindern aus Familien mit viel Streit und Druck schwerer ist, ebenjene zu zu verlassen?«

Ginny nickte und beobachtete Lucius' nachdenkliches Gesicht.

»Ich denke, dass es für Kinder grundsätzlich gut ist, ab einem gewissen Alter - in diesem Fall im Alter von Elf - auf ein Internat zu gehen. So lernen sie am besten die Verantwortung für sich selbt.«

»Danke, Mr Malfoy. Das wäre dann alles.« Ginny erhob sich aus ihrem Sessel und verstaute ihre Notizen in ihrer Tasche.

Auch Lucius stand auf und ließ die zwei leeren Kaffetassen verschwinden.

»Ich danke Ihnen für das Interview.«

»Nein, ich habe zu danken.«, antwortete Lucius und küsste abermals ihren Handrücken. »Es war mir eine Freude, Ihre Fragen zu beantworten.« Ginny wusste sein charmantes Lächeln nicht genau einzuordnen, fühlte sich jedoch irgendwie geschmeichelt.

»Sie werden bei Gelegenheit von mir hören.« Mit diesen Worten verabschiedete Lucius sich und verließ den Raum. Ginny atmete erst einmal tief durch und konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen.

‚Sie werden bei Gelegenheit von mir hören.‘

Hoffentlich kam diese Gelegenheit sehr bald.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Robert Pattinson ist die Rolle Cedrics praktisch auf den Leib geschrieben; er ist ein typischer Engländer mit dem attraktiven, gut geschnittenen Gesicht eines Privatschulzöglings.
Mike Newell