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Fanfiction

Men are toys, women as well. - Just one kiss

von Voldemorts_Braut

~ Nur ein einziger Kuss ~


Am nächsten Tag regnete es in Strömen. Keiner im Schloss wagte sich nach draußen, Professor McGonnegal kommentierte das Wetter mit den Worten: »Da möchte man ja nicht einmal einen Hund vor die Tür schicken!« Harry, Ron, Hermine, Ginny, Dean und Seamus saßen im Gemeinschaftsraum vor dem Kamin. Hermine las ein Buch, Ginny war mit der Ausarbeitung ihres Interviews beschäftigt und die Jungs spielten ‚Snape explodiert‘, was Hermine wiederum äußerst kindisch fand.

»Ich habe so viele Hausaufgaben über's Wochenende zu erledigen!«, klagte Ron und fluchte im nächsten Moment, da ihn ein Funke am Arm erwischt hatte, sodass er weiter vom Feuer wegrückte.

»Dann kannst du ja froh sein, dass die Sonne nicht scheint, so wirst du nicht dazu verleitet, irgendwas anderes zu machen!«, kommentierte Hermine sein Leid und blätterte eine Seite um.

»Machst du Witze? Wir wollten an diesem Wochenende Qudidditch üben! Das Spiel gegen die Slytherins findet bald statt!«, sagte Harry mürrisch.

Dean und Seamus stimmten ihm seufzend zu.

»Dann wirst du eben mal zwei Tage ohne dein geliebtes Quidditch auskommen müssen.«, sagte Ginny mit einem leicht süffisanten Lächeln. Das geschah Harry allemal recht!

Plötzlich hörten die Sechs ein merkwürdiges Geräusch. Hermine sah zum Fenster und bemerkte eine Eule, die einem raben viel ähnlicher war. Viel interessanter war aber die Tatsache, dass sie einen Brief im Schnabel hielt. Und zwar nicht irgendeinen Brief, das Papier des Umschlags war von dünnem, blauem Samt umgeben.

»Hey, gehört einem von euch die Eule?«, fragte Dean.

Hermine stand auf und öffnete das Fenster, um der Eule den Brief abzunehmen, diese jedoch flatterte über ihren Kopf hinweg und landete auf der Armlehne des Sofas, auf dem Ginny saß.

»Für mich?«, fragte sie erstaunt und sah auf den Briefumschlag. Tatsächlich. Ihr Name stand darauf.

»Wer auch immer dir diesen Brief geschrieben hat, muss ja einiges in der Tasche haben!«, bemerkte Seamus und unter den neugierigen Blicken der anderen öffnete Ginny den Briefumschlag. Ein ordentlich zusammengefaltetes Stück Pergament rutschte auf ihre Hand.

»Ließ vor!«, befahl Ron, der mal wieder von allen der Neugierigste war. Typisch Bruder!


»Na schön. Hier steht Folgendes:«


Sehr geehrte Miss Weasley,
Ich würde Sie gerne zum Abendessen mit meiner Familie einladen, da wir Ihr Engagement bezüglich
unserer Familie sehr zu schätzen wissen. Mein Mann
hat mir erzählt, dass Sie unbedingt Ihn interviewen wollten und daher würde es mich freuen, wenn Sie der
Einladung folgen würden. Bitte antworten Sie per Eule.
Der folgende Termin ist unverbindlich. Wenn Sie Zeit für ein Abendessen finden, sagen Sie bescheid.

Hochachtungsvoll,
Narzissa Malfoy

23.05.
20:00
Malfoy Manor


Ginny starrte auf den Brief und konnte es selbst kaum glauben. Sie spürte auch Hermines Anspannung, die über ihrer Schulter mitgelesen hatte.

»WAS? Du hast Lucius Malfoy interviewt?! Wieso wusste ich davon nichts?«, ereiferte sich Ron sofort und sah seine Schwester anklagend an.

Ginny verdrehte nur die Augen udn antwortete: »Ich muss dir nicht alles erzählen, Ron!«

»Aber du gehst da doch nicht hin, oder?«, fragte Harry und sah Ginny warnend an.

Ginny tauschte einen kurzen Blick mit Hermine, die nur leicht die Schultern zuckte.

»Nein.«, antwortete Ginny knapp. »Ich denke nicht.«

Harry wandte erleichtert wieder dem Spiel zu und nach ein paar Stunden war der Brief vergessen. Nur nicht für Ginny und Hermine.

*~*


»Ich werde hingehen. Auf jeden Fall.«, sagte Ginny entschieden, als sie zusammen mit Hermine - natürlich mit Regenjacken, Schirm und Gummistiefeln bewaffnet über das Gelände ging.

»Das dachte ich mir.« Hermine seufzte. »Aber bist du dir sicher, dass du das wirklich willst? Immerhin lassen die Malfoys keine Gelegenheit aus, eine Familie zu beleidigen, die nicht so viel Geld hat wie sie selbst!«

»Ja, ich weiß, aber ich mache es schon allein deshalb, weil Ron gesagt hat, dass ich es lassen soll. Ich meine, er geht mir so auf die Nerven! Ich bin kein kleines Kind mehr!«

»Ach, das ist halt Ron. Für ihn wirst du wahrscheinlich immer die kleine Schwester bleiben.«

Ginny winkte genervt ab.

»Anderes Thema. Glaubst du, es war überhaupt Lucius' Wunsch, dass ich zum Essen komme? Immerhin ist der Brief von seiner Frau.« Ginny sprach das Wort ‚Frau‘ aus, als wäre es ein übles Schimpfwort.

»Ich denke schon, dass er es möchte. Du hast mir doch erzählt, wie er dich bei dem Interview immer wieder angesehen hat.«, antwortete Hermine.

Bei dem Gedanken an Lucius' Blicke lief Ginny ein wohliger Schauer über den Rücken. Und das bei einem Mann wie ihm!

»Wie läuft es denn mit Snape?«, fragte Ginny und sah Hermine interessiert an. »Welchen Schritt planst du als nächstes? Immerhin scheint er dich schon mal als Nachhilfelehrerin akzeptiert zu haben. Was ein Wunder ist, wenn du mich fragst!«

Hermine wich einer großen Pfütze aus und strich sich das braune Haar aus der Stirn. »Wie sich das anhört.«, murmelte sie. »Planen. Ich plane gar nichts, ehrlich gesagt. Ich hoffe einfach, dass es gut läuft. Außerdem würde er es sicher durchschauen, wenn ich mir irgendwas im Vorraus überlegen würde. Er ist klug.«

»Hast du Ron eigentlich schon gesagt, dass du Schluss machen willst?«

Hermine biss auf ihrer Unterlippe herum und antwortete: »Nein, ehrlich gesagt nicht. Das hättest du aber doch auch bei unseren gemeinsamen Treffen gemerkt. Ich dachte, vielleicht fangen wir erstmal mit einer Auszeit an.«

»Okay, verstehe.«, antwortete Ginny. »Ich weiß auch nicht was ich machen soll. Wenn ich einen Schlusstrich unter Harrys und meine Beziehung ziehe, dann bin ich wieder allein. Folglich werde ich dann auch keinen Sex haben.«

»Du und Harry habt schon miteinander geschlafen?!«, fragte Hermine überrascht. Das hatte sie nicht erwartet.

»Ja, vor circa zwei Monaten das erste Mal.« Ginny grinste. »Hogwarts bietet da einige Möglichkeiten! Und wir wollten es beide.«

Hermine nickte und dachte an Ron. Er war ein guter bester Freund, aber wenn es um Beziehungsangelegenheiten, ums Küssen oder gar um Sex ging, hatte er einfach nicht den blassesten Schimmer. Hermine wusste nicht einmal, ob Ron überhaupt über Sex nachdachte. Vielleicht war er einfach noch viel zu sehr Kind für soetwas. Aber das Thema „Sex“ war immerhin auch eine sehr heikle Sache. Sie wollte, dass ihr erstes Mal etwas Besonderes wurde. Und sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es mit Ron etwas Besonderes werden konnte. So traurig es auch klang.

»Hey! Hallo?« Ginnys Stimme riss Hermine aus ihren Gedanken, die sich gerade ohne zu fragen einem gewissen schwarzhaarigen Professor zuwandten.

»Hm?«, machte Hermine und sah ihre Freundin an. »'Tschuldige. Was hast du gesagt?«

»Wenn du es schaffst Snape ins Bett zu kriegen, wird er derjenige sein, der dich entjungfert!«

Bei dem Gedanken wurde Hermine mulmig zumute, doch es löste auch ein anderes, merkwürdiges Gefühl in ihr aus, dass sie noch nicht zuzuordnen wusste. Ein Mann wie Severus Snape war erfahren. Viel erfahrener als sie. Im Prinzip hatte sie ja gar keine Erfahrung! Würde er sie verschmähen, wenn sie sich ungeschickt anstellte? Doch noch musste sich Hermine keine Gedanken um soetwas machen. Immerhin war es noch ein langer Weg bis in das Bett ihres Zaubertrankprofessors...

*~*


Am 23. 05. fand sich Ginny in Professor McGonnegals Büro wieder. Die Lust an dem bevorstehenden Essen war ihr in den letzten Tagen gründlich vergangen. Ihre Eltern hatten ihr eine Szene gemacht und gefragt, wieso sie sich ausgerechnet den hochnäsigen Lucius Malfoy für das Interview ausgesucht hatte und wie sie auf den Gedanken gekommen war, zum Essen zuzusagen. Doch Ginny, die in einigen Wochen siebzehn wurde, hatte es letzendlich doch geschafft, sich gegen Molly und Arthur Weasley durchzusetzen. Wie sie das gemacht hatte, wusste sie in diesem Augenblick nicht mehr. Vielleicht wäre es besser gewesen, sie hätte sich all dem Ärger entzogen und den Malfoys einfach abgesagt. Doch irgendetwas hatte sie dazu gedrängt, zuzusagen, nicht zuletzt natürlich ihre Abmachung mit Hermine.

»Sie kommen um Punkt Mitternacht zurück, Ms Weasley! Ich erwarte Sie in meinem Büro, Sie benutzen den Kamin wie abgesprochen.«

»Ja, Professor.«, antwortete Ginny und zog den Reißverschluss ihres Mantels hoch. Dann nahm sie sich ein wenig von dem grünen Pulver, welches die Professorin ihr in enem kleinen Gefäß hinhielt und verschwand in den Flammen. Die Kamine blitzten in unglaublicher Geschwindigkeit an ihr vorbei, während sich eine prickelnde Wärme auf Ginny's Haut ausbreitete. Als der Salon der Malfoys vor ihr erschien, verließ Ginny den Kamin und sah sich um. Es war beeindruckend. Das war absolut nicht zu leugnen. Die Malfoys hatten Stil und das sah man in jedem Winkel des Raumes, den eine großflächige Tafel ausfüllte. An den Wänden hingen Bilder von Männern und Frauen in eleganten Kleidern und unter der Decke, in der Mitte des Salons, hing ein großer, prunkvoller Kronleuchter.

»Willkommen, Miss Weasley.« Die ungewohnt sanfte Stimme riss Ginny aus ihrem Staunen. In der Tür stand Narzissa Malfoy, in einem für den Anlass passenden Kostüm. »Es freut mich, Sie hier begrüßen zu dürfen.« Die Blondine lächelte, es war jedoch ein äußerst dünnes Lächeln und der Ausdruck in ihren Augen blieb kühl.

»Ja, danke für die Einladung.«

»Setzen Sie sich, Miss Weasley. Lucius wird in ein paar Minuten ebenfalls erscheinen.« Narzissa wies auf einen Stuhl und Ginny folgte der Einladung, indem sie sich setzte. Die Malfoy-Hausherrin nahm ihr gegenüber Platz. Ginnys Augen huschten zu dem Stuhl neben ihr, am Kopfende. Würde Lucius dort sitzen? Narzissa begann über das Interview zu reden, doch Ginny hörte nur mit einem halben Ohr zu und versuchte trotzdem interessiert auszusehen. Die merkwürdige, freudige Erwartung, Lucius zu sehen, machte Ginny nervös.

*~*


Zur gleichen Zeit lief Hermine durch einen der Korridore im Schloss, auf dem Weg in die Bibliothek. Sie hatte sich vorgenommen, den Abend zu nutzen und für Zaubertränke zu lernen. Doch aus irgendeinem Grund konnte sie heute keine Verbindung zu den Büchern herstellen. Ihre Gedanken kreisten einzig und allein um die Tatsache, dass sie eingewilligt hatte, ihren Lehrer zu verführen. Die Möglichkeit, dass Professor Snape sie gar nicht wollte, sie vielleicht sogar zum Schulleiter brachte, machte Hermine zusehends nervös. Sicher, er war ein ansehnlicher, kluger Mann. Hermine mochte seinen Hang zum Wissen und auch wenn keiner ihn so recht leiden mochte, so konnte niemand anzweifeln, dass er mehr wusste, als viele andere Lehrer auf Hogwarts.

Hermine blätterte lustlos in einem dicken Wälzer, als sie ein Geräusch von der anderen Seite des Bücherregals hörte. Vorsichtig, um die Person auf der anderen Seite nicht auf sich aufmerksam zu machen, zog sie eines der Bücher in der Reihe vor sich heraus und spähte durch den Schlitz. Ein schwarzer Stoffumhang, wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht, versperrte die Sicht.

»Potione inmortuae...« Die Stimme desjenigen, der unbekannte, lateinische Worte vor sich hin flüsterte, ließ Hermines Herz ein wenig höher schlagen. Sie kannte die Stimme. War es Zufall, dass sie eben noch an ‚ihn‘ gedacht hatte? Snapes ganz eigener, herber Geruch strömte Hermine entgegen und benebelte ganz leicht ihre Sinne. Als würde jemand ein durchsichtiges Tuch über ihren Verstand legen. Neugierig und ganz langsam streckte Hermine die Hand durch die Lücke im Regal. Ganz leicht berührte sie dabei den schweren Stoff von Snape's Umhang, der durch die Bewegungen über ihre Handfläche strich.

Ein leichtes, aber dennoch deutlich spürbares Kribbeln erfüllte ihre Finger, breitete sich in ihrem Arm und schließlich in ihrem ganzen Körper aus. Dieses Gefühl war Hermine fremd. Nie zuvor hatte sie sich so eigenartig gefühlt. Es war, als würde etwas sie und ihren Professor verbinden. Sie wusste dieses merkwürdige Gefühl nicht einzuordnen, doch am liebsten hätte sie in diesem Moment alle weiteren Bücher, die ihr die Sicht auf Snape versperrten, herausgerissen. Aus irgendeinem Grund wollte sie, dass er sie bemerkte. Sie wollte, dass er sich zu ihr umdrehte und sie mit demselben kritischen Blick betrachtete, wie immer. Es war noch immer erträglicher von ihm mit einem abwertenden Blick angesehen zu werden, als vollkommen ignoriert zu werden.

Würde sie es schaffen? Würde sie Severus Snape, den verschlossensten Lehrer von Hogwarts verführen können? Würde der Tag, an dem sie seine Berührungen auf ihrer Haut spürte und sein Blick sich in den ihren brannte, jemals kommen? Oder war das alles nur ein Traum? Ein naives, dummes Spiel zweier Mädchen? Was würde er denken, wenn er wüsste was sie vorhatte?

Diese Fragen begannen Hermine zu quälen. Aber warum machte ihr der Gedanke, Snape würde sie verschmähen, so viel aus? Früher war ihr die Meinung ihres Zaubertrankprofessors egal gewesen... Doch nun?

*~*


»Wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen das Anwesen, Miss Weasley.«

Lucius' kühle, blaue Augen begegneten denen von Ginny. Narzissa hatte nach dem Essen den Salon verlassen, um sich darum zu kümmern, dass die Hauselfen den Wein brachten.

Ginny überlegte einen Moment, bevor sie antwortete, dann jedoch nickte sie einverstanden. »Ich würde es sehr gerne sehen.«

Lucius nickte und erhob sich von seinem Stuhl. Ginny tat es ihm gleich und folgte seiner Geste, als erstes den Salon zu verlassen. Während sie die Treppe hinaufstieg, die zum nächsten Stockwerk führte, folgte Lucius ihr schweigend. Das Gefühl, ihn nicht sehen zu können, machte Ginny unruhig. Wer wusste schon, zu was ein erwachsener, stolzer Mann wie er fähig war? Jeder wusste, Lucius Malfoy nahm sich das was er wollte. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und auch wenn Ginny ihn auf der einen Seite hasste, - seine Arroganz und Selbstsicherheit machte ihn äußerst attraktiv. Nicht selten hatte sich Ginny in den letzten Tagen vorgestellt, wie es wäre, von jemandem wie ihm in den Armen gehalten zu werden. Geküsst zu werden. Berührt zu werden. Sie wollte wissen wie es sich anfühlte, einen Todesser zu küssen. Zwar war Ginny mit Harry glücklich gewesen, doch er hatte ihr nie das geben können, was sie wollte. Harry war kein Typ, der eine Frau mit bloßen Händen beschützen konnte. Er war auch nicht gerade leidenschaftlich. Er war eben... Harry.

Lucius öffnete eine Tür und deutete mit einer Hand in den Raum. »Dies ist unsere eigene Bibliothek. Narzissa verbringt den größten Teil ihrer Zeit hier.«

Ginny nickte und sah sich beeindruckt um. Die Malfoys hatten eben Geld. »Erstaunlich.« Ginny warf Lucius einen Blick zu und bemerkte, dass dieser sie irgendwie nachdenklich musterte. Es war kein abwertender Blick. Es schien eher so, als wüsste er nicht, wie er die Situation einschätzen sollte. Ginny fasste schließlich Mut und betrat die kleine Bibliothek. Ein großes Fenster gewährte Ginny einen Blick in den pompösen Garten der Malfoys, allerdings strahlte er bei Nacht nur die Hälfte seines Glanzes aus. Mit einem Finger strich Ginny über die Buchrücken.

»Wo verbringen Sie ihre meiste Zeit, Mr Malfoy?«, fragte sie und versuchte beiläufig zu klingen.

»Im Salon. Oder aber im Garten.« Lucius' plötzlich leiser gewordene Stimme sorgte dafür, dass sich Ginny's Nackenhärchen aufstellten. Es klang, als würde er bei jedem Wort ein wenig näher kommen, doch noch wagte es die Rothaarige nicht, sich umzudrehen.

Ginny holte langsam und tief Luft und schloss kurz die Augen. »Mir gefällt es hier. Die Bibliothek ist ein ruhiger Ort.«

»Bevorzugen Sie eine ruhige Atmosphäre, Miss Weasley?« Jetzt war er ganz nah hinter ihr. Ginny konnte Lucius' Atem in ihrem Nacken fühlen. Ein Zittern durchfuhr ihren Körper und ihre Muskeln spannten sich an.

»Ab und zu, ja. Aber ich mag auch Menschen, die... leidenschaftlich an eine Sache herangehen. Dann ist die Ruhe nur im Weg.«

Noch immr drehte sich Ginny nicht um. Plötzlich spürte sie, wie Lucius' Hand die ihre berührte. Langsam, beinahe in Zeitlupe, verschränkten sie die Finger ineinander. Ginny's Nerven standen unter Strom. So nah war sie einem Mann - außer Harry, doch diesen zähle sie noch nicht zu den Männern - noch nie gewesen. Eine Hand strich über ihren Rücken, die Wirbelsäule hinauf bis zu ihrem Nacken und wieder hinab. Ginny hatte das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Sie fühlte sich gefangen zwischen dem Bücherregal und dem Mann hinter ihr, von dem sie ganz genau wusste, was er wollte. Und es fühlte sich so gut an. War es tatsächlich so einfach? Konnte es sein, dass Lucius Malfoy - Lucius Malfoy! - sie attraktiv fand? Ginny schloss abermals die Augen und lehnte die Stirn gegen das Bücherregal. Sie konzentrierte sich einzig und allein auf die Berührungen an ihrem Rücken.

Auf. Und ab. Auf. Und ab. Auf...

Plötzlich schob Lucius' ihr Oberteil ein weig nach oben, sodass er ihre zarte Haut berühren konnte. Sekunden vergingen, in denen keiner der beiden ein Wort sagte. Auf einmal - und ohne jede Vorwarnung - packte Lucius sie an der Hüfte und drehte sie zu sich herum. Ginny zog scharf die Luft zwischen den Zähnen ein und blickte in die hungrigen, kalten Augen des Todessers, die plötzlich vor Leidenschaft glühten. Dieser Moment, den sie gemeinsam teilten, war intensiver als alles, was Ginny zuvor erlebt hatte. Sie konnte die Luft um sie beide herum knistern hören. Ohne über das achzudenken was sie tat, näherte sich Ginny Lucius' Gesicht. Dieser verstand ihre Geste sofort und presste seine Lippen auf ihre. Sie waren alles andere als kalt. Ihre Lippen schmiegten sich aneinander, als wären sie füreinander geschaffen. Lucius' Kuss war so fordernd und leidenschaftlich, dass Ginny überhaupt nicht wusste, wo ihr der Kopf stand. Ihr Herz pochte in ihrem Hals und sie zitterte am ganzen Körper, während sie den Kuss erwiderte. Lucius packte ihre Handgelenke und presste sie über ihrem Kopf gegen das Regal, sodass ein leichter Schmerz durch ihren Körper fuhr. Doch Ginny genoss jeden einzelnen Moment dieses Kusses, als wäre er das Ziel der Vollkommenheit. Sie wollte, dass Lucius sie fester an das Regal presste. Sie wollte, dass er sie noch leidenschaftlicher, noch intensiver küsste. Sie wollte alles - nur nicht das Ende dieses verbotenen Moments., welches allerdings viel zu früh kam.

Lucius ließ sie aprupt los, fast so, als hätte er sich an ihr die Finger verbrannt. Sein Blick war eine Mischung aus Ungläubigkeit und Zufriedenheit und es schien Ginny, als suche er in ihrem Blick nach einem Anzeichen darauf, dass es ihr gefallen hatte. Und oh Merlin, das hatte es! Ihr Atem ging schwer und ihre Handgelenke fühlten sich taub an, doch der Rest ihres Körpers fühlte sich an, als hätte er soeben einen Abstecher in den Himmel gemacht. Ginny's Herz pochte wie wild, sodass diese Angst haben musste, dass Lucius es hörte.

»Ich... sollte gehen, denke ich.«, sagte Ginny matt. Noch immer konnte sie den Blick nicht von Lucius abwenden. Irgendetwas in seinen Augen hielt sie fest. Und ließ sie nicht mehr los.

»Ja. Das ist wohl das Beste.«, antwortete Lucius knapp und brachte ein wenig Abstand zwischen sie und sich. Auch sein Atem hatte sich noch nicht wieder normalisiert. Es war, als würden beide noch nicht realisieren können, dass sie sich soeben geküsst hatten.

Doch die Folgen sollten schwerwiegender sein, als es irgendjemand für möglich gehalten hätte.


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Ich habe diese Bücher für mich selbst geschrieben. Was passiert ist, ist ein Schock für mich. Ich dachte mir, dass die Bücher vielleicht drei Menschen gefallen werden, neben mir meiner Schwester und, vielleicht, meiner Tochter.
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