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Fanfiction

Men are toys, women as well. - Wonderful hours & silent tears

von Voldemorts_Braut

~ Wundervolle Stunden und stumme Tränen ~


Hermine lag in einem Bett und war in eine dicke Daunendecke mit Samtüberzug gehüllt. Sie hatte nicht den blassesten Schimmer, wie sie hierhergekommen war. Der Gedanke, dass sie die ganze Nacht im Manor verbracht hatte, hätte sie eigentlich schockieren müssen, doch dafür war sie momentan einfach viel zu glücklich. Ein leichtes Lächeln zierte ihr Gesicht und es wollte sich partout nicht verscheuchen lassen. Hermine drehte den Kopf und sah in zwei dunkle Augen, die sie mit einem nachdenklichen Blick betrachteten. Severus lag neben ihr, die Decke bedeckte alles unterhalb seines Nabels, sodass Hermine immernoch einen wunderschönen Ausblick hatte.
Die Empfindungen der letzten Nacht waren noch immer so intensiv, als wären gerade mal ein paar Minuten vergangen. Hermine konnte einfach nicht fassen, was für ein Glück sie hatte. Der Sex mit Severus war das Allergrößte was sie je erlebt hatte.

»Guten Morgen.«, flüsterte Hermine und küsste Severus' Hals, der einen Arm unter der Decke hervorzog, ihn um ihren Oberkörper legte und sie an sich heranzog.

»Guten Morgen.«, raunte er ihr ins Ohr.

Hermine atmete seinen ganz persönlichen Duft in tiefen Atemzügen ein. Sie spürte, wie Severus mit der Hand langsam über ihren Rücken fuhr und genoss das Gefühl von seiner Hand auf ihrer Haut.

»Ich hoffe, du hattest eine angenehme Nacht?«, sagte Severus und stützte seinen Kopf auf die freie Hand.

»Sie war fantastisch. Die schönste Nacht meines Lebens.«, erwiederte Hermine und ließ sich von ihm küssen. Es war erstaunlich, was für eine Wirkung ein einziger Kuss von ihm hatte. Er sorgte dafür, dass sie alles um sich herum vergaß und sich fühlte, als gäbe es nichts Schöneres auf dieser Welt. Hermine ließ sich von Severus in die Kissen drücken und übergab die Kontrolle ganz ihm. Es war so wunderbar, sich einfach fallen lassen zu können und sich keine Sorgen machen zu müssen. Und Hermine machte sich fast immer Sorgen. In Severus' Nähe fiel es ihr leicht, sich zu entspannen. Er hatte etwas an sich. Etwas, das nicht jeder hatte und das eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Hermine fuhr mit den Händen über Severus' breite Schultern und die Arme hinab, sie spürte seine Muskeln unter der Haut, wie sie sich im perfekten Einklang bewegten. Als Severus eine Hand zwischen ihre Beine legte und ihre Oberschenkel auseinanderdrückte, ließ Hermine es bereitwillig geschehen und erneut verfiel sie in einen Rausch der Gefühle.

*~*


Ginny lag auf dem Sofa im Gryffindor-Gemeinschaftsraum. Sie hatte noch ihre Sachen vom Vortag an und ihre Haare klebten ihr am Gesicht. Ihr Kopf brummte und als sie die Augen öffnete, blendete sie das Licht, welches durch die hohen Fenster fiel. Verdammt, die Feier vom Vorabend war dann wohl doch etwas aus dem Ruder gelaufen. Ginny lugte über die Sofalehne und sah Natalie und Dean am gegenüberliegenden Tisch sitzen. Sie hatten die Köpfe auf die Tischplatte gelegt und schliefen vermutlich noch. Als Ginny sich vom Sofa erhob, wäre sie beinahe auf Kenneth Towler getreten, der es scheinbar auch nicht mehr bis ins Bett geschafft - und sich auf dem Teppich zu ihren Füßen zusammengerollt hatte. Ginny unterdrückte ein Grinsen und schlich auf Zehenspitzen zum Mädchenschlafsaal. Es wunderte sie nicht, dass Teller, Tassen, übrig gebliebenes Essen und Flaschen schon weggeräumt wurden, scheinbar hatten die Hauselfen gute Arbeit geleistet. Ginny hoffte nur, dass Professor McGonnegall von dem Alkohol-Schmuggel nichts mitgekriegt hatte. Sie stieg unter die Dusche und zog sich danach frische Sachen an. Zum Glück war heute Samstag, sodass sie nicht mit solchen Kopfschmerzen in den Unterricht gehen musste. Als Ginny aus dem Waschraum zurück in den Schlafsaal kam, warf sie einen Blick auf Hermines unberührtes Bett. Sie hatte am Abend zuvor einen Brief von Professor Snape erhalten, in dem es hieß, dass Hermine die Nacht nicht in Hogwarts verbringen würde. Bei dem Gedanken daran, dass sich Hermine noch so über sie aufgeregt hatte, als sie über Nacht einfach bei Lucius geblieben war, musste Ginny schmunzeln und gleichzeitig den Kopf schütteln. Hermine schien es ja ganz schön erwischt zu haben. Es bereitete Ginny jedoch Sorgen, dass sie sich vielleicht mehr wünschte und am Ende enttäuscht werden würde. Immerhin war es eine sehr riskante Sache, mit seinem Lehrer zu schlafen. Fast genauso riskant, wie eine Affaire mit einem verheirateten Todesser anzufangen.

Nach dem ziemlich einsamen Frühstück in der Großen Halle beschloss Ginny, sich für Hogsmeade einzutragen. Sie wollte nicht den ganzen Tag im Schloss rumhängen, da von ihren Freunden momentan keiner wirklich zu gebrauchen war, weil alle noch so müde von letzter Nacht waren und Hermine sich zurzeit in einem Bett mit Professor Snape befand.
Auf dem Weg zum Schlossportal, begegnete Ginny jedoch Harry.

»Hey Ginny!« Harry hatte seine Tasche geschultert, scheinbar wollte auch er nach Hogsmeade.

»Morgen Harry.«, murmelte Ginny etwas verlegen und sah sich nach einem Zeichen von Ron um. Sie musste unbedingt mit Harry reden! Da das halbe Schloss scheinbar noch im Tiefschlaf lag, war dies wohl der beste Zeitpunkt.

»Wo ist Ron?«

»Er kommt gleich, wir wollen ins Drei Besen. Hast du Hermine gesehen? Wir wollten euch eigentlich fragen, ob ihr mitkommt.« Als Harry nach Ginnys Hand griff, zog diese ihre Hand schnell weg.

»Nein- Das heißt, ja. Ich wollte auch gerade gehen und Hermine ist gerade bei- Professor McGonnegal.«

»Toll, dann kannst du ja mit uns gehen.«, schlug Harry vor. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, verwirrte ihn Ginnys Zurückhaltung.

»Die Sache ist die, Harry- Ich wollte eigentlich schon längst mit dir gesprochen haben, aber ich habe irgendwie nie den richtigen zeitpunkt dafür gefunden und ich schätze den gibt es auch nicht für sowas.« Es fiel Ginny schwer, Harry in die Augen zu sehen, denn ihr war natürlich klar, dass sich er sich denken konnte, was sie ihm sagen wollte.

Harry runzelte die Stirn. »Worum geht es denn?«, fragte er. Nicht weil er es nicht wusste, sondern weil er keine Ahnung hatte, was er sonst sagen sollte.

»Harry, ich glaube einfach, dass das mit uns im Moment einfach nicht funktioniert.«, versuchte Ginny zu erklären. Sie wirkte weitaus selbstsicherer als Hermine, als sie mit Ron Schluss gemacht hatte. Aber Harry, so viel war klar, vertrug auch einiges mehr als Ron.

»Aber es ist doch nicht nur wegen dem Quidditch-Spiel oder? Du weißt, dass es mir leid tut, dass ich so viel Zeit ins Fliegen investiert habe.«

»Nein, es ist natürlich nicht nur das. Aber wir leben im Moment einfach nur nebeneinander her und das ist es einfach nicht, was ich mir wünsche. Vielleicht- Vielleicht haben wir ja später nochmal eine Chance.«

Harry nickte, doch Ginny sah ihm an, dass er ihr diese Worte übel nahm. Ginny konnte es ihm nicht verdenken.

»Es tut mir leid.«, murmelte sie.

»Schon gut!«, erwiederte Harry und winkte ab. Scheinbar wollte er nicht wirken, als hätte Ginny ihn tatsächlich verletzt.

»Gut, ich gehe dann wohl mal besser allein. Grüß Ron von mir, ja?« Mit diesen Worten wandte sich Ginny rasch ab und lief richtung Portal. Es schmerzte sie, Harry einfach stehen zu lassen, doch er konnte sich im Moment vermutlich eine bessere Gesellschaft vorstellen. Ginny ließ sich von Professor Flitwick in die Liste eintragen und lief dann in Richtung Hogsmeade. Sie hatte keine Lust mit den anderen Schülern zusammen zu laufen, also blieb sie eher am Rand und dachte über die vergangenen paar Tage nach. Ginny sehnte sich nach Lucius. Obwohl es noch nicht lange her war, fühlte es sich an, als sei bereits eine Ewigkeit vergangen. Die Affaire mit Lucius war das Einzige, was Ginny neben Schularbeiten und Stress mit Freunden ablenkte. Sie sehnte sich nach seinen Berührungen und es ärgerte sie, dass sie ihn nicht gefragt hatte, wie sie in Kontakt bleiben konnten. Um Lucius zu sehen hätte Ginny sogar Professor Snape gefragt, doch der war ja zurzeit mit seiner eigenen Libido beschäftigt. Außerdem wäre es Ginny komisch vorgekommen, ihren Professor um Hilfe zu bitten, um sich mit einem verheirateten Mann zu treffen. Wenn Lucius über Hermine und Severus bescheid wusste, war dieser mit Sicherheit auch über Ginny und Lucius aufgeklärt.

Als es auch noch zu regnen begann, setzte sich Ginny frustriert in ein Café. Sie mied das Drei Besen, da sie dort sicher auf Harry und Ron treffen würde. Sie zog sich ihre Jacke aus und bestellte einen Latte Macchiato. Eine Weile beobachtete sie die anderen Gäste im Café, doch als die Türglocke läutete wandte sie den Blick Richtung Eingang. Ein hochgewachsener, blonder Mann betrat soeben das Café. Ginny wollte rufen, um Lucius auf sich aufmerksam zu machen, doch sie besann sich in letzter Sekunde und schwieg. Lucius hatte sie ohnehin schon entdeckt und warf ihr einen kurzen Blick zu. Ginny beobachtete, wie er zur Theke ging und mit der Bedienung sprach. Ginny fummelte nervös an der Servierte herum. Der schwarze Mantel, den Lucius trug, stand ihm fabelhaft. Ginny liebte seine breiten Schultern und seine blonden Haare, die er mit einem schwarzen Haarband zusammengebunden hatte. Es überraschte Ginny, wie intensiv körperliche Lust sein konnte. Es brauchte nur einen einzigen Blick und Ginny verfiel Lucius mit Haut und Haar.

Das Gespräch mit der Bedienung dauerte nur wenige Sekunden. Ginny bemerkte, wie Lucius seine Hand auf die Theke legte und wieder zurückzog. Zurück blieben einige Galleonen, die die Frau hinter der Theke rasch einsteckte. Mit klopfendem Herzen sah Ginny, wie Lucius eine Treppe in die Dachkammer emporstieg. Als er völlig aus ihrem Blickfeld verschwunden war, spürte die Rothaarige einen brennenden Schmerz in den Handflächen.

„Autsch!“

Rasch zog sie die Hände von der heißen Tasse, die sie so fest umklammert hatte, als wollte sie sie zerbrechen. Es dauerte nicht lang bis die Bedienung kam und Ginny freundlich anlächelte.

„Haben Sie noch einen Wunsch?“

Ginny räusperte sich und sah auf ihren kaum angerührten Kaffe. „Nein, ich denke nicht, danke.“

„In Ordnung.“ Die Frau wandte sich zum Gehen, doch bevor sie einen Schritt getan hatte, neigte sie sich noch einmal Ginny zu und flüsterte: „Mr Malfoy wünscht Sie zu sehen. Gehen Sie einfach die Treppe hinauf. Linker Flur, erstes Zimmer.“

Sie wuselte davon und ließ Ginny mit wachsender Erregung zurück. Lucius war also gekommen, um sie zu sehen? Ginny hatte Mühe ihr Grinsen zu unterdrücken und wartete noch einige Minuten, bevor sie ebenfalls die Treppe emporstieg und an das Zimmer klopfte, das die Bedienung ihr genannt hatte.

Lucius öffnete die Tür und ein kühles Lächeln trat auf sein Gesicht. Ginny erschauderte, gab sich jedoch Mühe, nicht eingeschüchtert zu wirken.

„Lucius.“, war das einzige Wort, das sie mit fester stimme hervorbrachte.

„Komm herein. Es freut mich, dich zu sehen.“, antwortete der Todesser und machte eine höfliche, einladende Geste, der Ginny sofot folgte.

Lucius musterte Ginny von oben bis unten, als sie das schäbige Zimmer getrat und ihm somit den Rücken zuwandte. Im Kopf zählte er die Tage, an denen sie sich nicht gesehen hatten. Ihm kam es wie ein ganzer Monat vor.
Mit leiser Genugtuung nahm Lucius Ginnys veränderte Haltung wahr. Immer wenn sie alleine waren, schien sie ein wenig zu schrumpfen, fast so, als fürchte sie sich noch immer vor ihm. Wenn sie allerdings einander in der Öffentlichkeit sahen, strotzte sie nur so vor Selbstbewusstsein. Es erregte Lucius zu wissen, dass er Macht über die kleine Weasley hatte. Wenn er es richtig anstellte, würde sie vermutlich so einiges für ihn tun, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.
Doch Lucius hatte ihr gegenüber keine schlechten Absichten. Er wollte sie bei sich haben, es war sein Wunsch, möglichst jede freie Minute mit ihr zu verbringen. Er liebte ihren schönen, kurvenreichen Körper und ihre feurigen Augen. Damals noch hatte er sie lediglich für eine armseelige Blutsverräterin gehalten, doch seit geraumer Zeit offenbarte dieses Mädchen ihm immer mehr von sich selbst. Und alles was er erfuhr, jeden Charakterzug den er an ihr entdeckte, erstaunte ihn. Und dennoch wusste er noch viel zu wenig von ihr.

„Du wolltest mich also sehen?“, sagte Ginny und sah über die Schulter zu Lucius.

„So ist es. Ich war es leid zu warten.“

„Zu warten? Auf was?“, fragte Ginny und reckte kaum merklich das Kinn. Er wollte sie ja wohl nicht hier und jetzt-

„Darauf, dich zu sehen. Von dir zu hören. Ich wollte nicht auf einen glücklichen Zufall hoffen, sondern das Schicksal sozusagen selbst in die Hand nehmen.“, antwortete Lucius. Und wieder einmal klang jedes Wort, als hätte er es sorgfältig ausgewählt.

Ginny spürte, wie ihr warm wurde. Nicht so, dass sie hätte rot werden müssen, nein, sie war geschmeichelt von diesen einfachen Worten. Lucius begehrte sie, das hatte er ihr längst bewiesen. Und scheinbar wollte er sie so sehr, dass er sogar das Risiko einging, in Hogsmeade mit ihr gesehen zu werden. Doch der Gedanke, was genau ihm an ihr gefiel, versetzte Ginny einen kleinen Stich.

„Sie sind also hergekommen, um mich zu sehen?“, wiederholte Ginny Lucius' Worte. Sie machte einen Schritt auf ihn zu und sah ihm geradeheraus in die Augen. „Das ist nicht alles, nehme ich an.“ Ginny konnte nicht verhindern, dass sie sich in diesem Moment ein wenig vorkam, wie eine Kurtisane. Doch sie würde sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, denn ganz gleich welche Absichten Lucius hatte, - sie wollte ihn mindestens ebenso sehr wie er sie.

Lucius machte nun auch einen Schritt auf Ginny zu, sodass sie einander fast berührten. Einen Moment lang dachte er über Ginnys Worte nach, dann erschien wieder das typische, selbstsichere Lächeln auf seinem Gesicht.

„Nun, ich gebe zu, dass es mir schwer fällt, dir nicht die Kleider vom Leib zu reißen.“, sagte Lucius frei heraus.

Ginny weitete leicht die Augen, eine so dreiste Ehrlichkeit hätte sie von Lucius Malfoy nicht erwartet.

„Aber momentan überwiegt noch mein gesunder Menschenverstand. Unter uns befinden sich eine Menge Leute und sollte die Bedienung zu neugierig werden, eröffnet sich uns womöglich ein großes Problem.“ Lucius hob die Hand und zwirbelte eine von Ginnys roten Strähnen um seinen Finger. Mit dem Handrücken strich er über die weiche Haut an ihrem Hals. Sein Blick fiel auf ihre leicht geöffneten Lippen und er spürte, wie sie unregelmäßiger zu atmen begann.

„Wie bereits gesagt, es fällt mir schwer.“, sagte Lucius leise und mit einer angenehm rauen Stimme, die Ginny einen Schauer über den Rücken jagte. Sie sah in seine tiefgrauen Augen und als Lucius sie küsste, war Ginny überwältigt von so viel Sinnlichkeit. Er küsste sie langsam und beherrscht, was zur Folge hatte, dass die unterdrückte Leidenschaft ein elektrisches Feld um sie beide her zu bilden schien. Ginny spürte ein Prickeln auf ihrer Haut und konnte ein leises Stöhnen nicht unterdrücken. Diese Art von Kuss war eine süße Qual, die sie zu gerne noch weiter hinausgezögert hätte, doch nach ein paar Sekunden löste sich Lucius wieder von ihr. Er brachte ein wenig Abstand zwischen sich und sie, offenbar traute er seinem ‚gesunden Menschenverstand‘ zurzeit nicht ganz.

„Ich möchte dich ins Theater einladen.“, sagte Lucius schließlich, nachdem auch er seine endgültige Beherrschung wiedergefunden hatte, die Ginny noch immer verzweifelt suchte. Am liebsten hätte sie sich ihm sofort an den Hals geworfen. Es war beängstigend, wie sehr sie sich nach den Berührungen und Küssen dieses Mannes sehnte!

„Ins Theater?“, fragte Ginny etwas verwirrt.

„Ja, ins Theater. Das ist der eigentliche Grund, wieso ich hergekommen bin. Ich würde mich freuen, wenn du zusagen würdest.“

„Wann? Und vor allem wie?“

„Ich würde Severus bitten, dich zu mir zu bringen. Er schuldet mir sozusagen noch einen Gefallen. Samstag Abend, um zweiundzwanzig Uhr.“

Ginny nickte, noch bevor sie sich Gedanken darüber gemacht hatte. „In Ordnung!“ Sie würde Lucius überall hin folgen, wenn er ihr nur weiter das gefühl gab, eine Königin zu sein. Denn genau so hatte sie sich während des Kusses gefühlt.

„Dann sehen wir uns Montag Abend.“ Ein letztes Mal küsste Lucius sie, dann verabschiedete er sich und verschwand durch die Tür. Ginny starrte auf einen Fleck an der Wand und fuhr sich mit dem Finger über die Unterlippe. Ein Theater-Abend mit Lucius. Eine seltsame Mischung aus freudiger Erregung und Angst machte sich in ihr breit.

*~*


Hermine saß auf der Bettkante und zog ihr Oberteil an. Severus saß hinter ihr, noch immer mit der Decke bedeckt und betrachtete ihren zarten Rücken.
Hermine fühlte sich befreit. Sie hatte das Gefühl, alles um sich herum viel intensiver wahrzunehmen als sonst. Und das leichte Lächeln auf ihren Lippen ließ sich ebenfalls nicht verscheuchen.
Wann hatte sie sich das letztemal so gut gefühlt? Sie wusste es nicht mehr.

„Ich bringe dich zurück nach Hogwarts.“, sagte Severus und strich ihr die langen, braunen Haare über die Schulter nach vorne.

„Wann sehe ich dich wieder?“, fragte Hermine und es überraschte sie, dass eine solche Frage sie so viel Überwindung kostete. Eine zarte Röte erschien auf ihren Wangen.

„So bald wie möglich.“

Hermine spürte, wie Sverus' Lippen ihren Nacken streiften und ein angenehmes Kribbeln erfüllte ihren Körper. Einen kurzen Moment lang gab sie sich diesem wundervollen Gefühl hin, dann sah sie über die Schulter in sein Gesicht. Seine Augen waren so dunkel und undurchdringlich wie immer, doch Hermine sah eine Regung in ihnen, die sie bei ihm noch nie gesehen hatte. Es schien fast so, als versuche er etwas Bestimmtes zu sehen, das er nur in ihren Augen finden konnte.

Und auf einmal brannten Tränen in Hermines' Augen. Sie konnte sich nicht erklären, wieso sie auf einmal eine solche Traurigkeit gepackt hatte, da sie doch eben noch das glücklichste Mädchen der Welt gewesen war.
Severus runzelte augenblicklich die Stirn und hob ihr Kinn an.

„Was ist los? Warum weinst du?“, fragte er ernst. Hatte er etwas falsch gemacht? Bereute sie es vielleicht, dass sie mit ihm, ihrem Lehrer, geschlafen hatte?

Doch Hermine entzog sich seiner warmen Hand und flüchtete mit einem gemurmelten „Geht gleich schon wieder.“ ins Badezimmer. Sie verriegelte die Tür und sah mit klopfendem Herzen in den Spiegel. Dort sah sie sie. Die Tränen, die eigentlich gar nicht die ihren waren. Nein, die Trauer die sie empfand, ging nicht von ihr aus. Es waren seine Augen gewesen, oder besser gesagt das, was sie in ihnen gesehen hatte, das sie zum weinen brachte. Für einen kurzen Augenblick war in der tiefen Schwärze seiner Augen eine so tiefgreifende Traurigkeit aufgeblitzt, dass es geradezu erschreckend gewesen war.

Hermine atmete tief durch und zog sich nach kurzem Zögern die Kleidung, die sie sich gerade erst wieder angezogen hatte, wieder aus. Dann stellte sie sich kurzerhand unter die Dusche und kam erst eine halbe Stunde später wieder aus dem Badezimmer.
Severus stand bereits in voller Montur im Zimmer und wartete auf sie.

„Alles in Ordnung?“, fragte er, als Hermine seine Hand zum Apparieren ergriff. Der nachdenkliche, forschende Blick, mit dem er sie in letzter Zeit ständig betrachtete, hatte sich noch verstärkt.

„Ja, es ist alles gut.“, antwortete Hermine rasch, doch dessen war sie sich selbst nicht sicher. Was hatte sie da in seinen Augen gesehen? Severus schien tatsächlich nicht zu wissen, wieso ihr auf einmal Tränen in die Augen geschossen waren.
Hatte sie sich dieses versteckte Gefühl vielleicht nur eingebildet? War sie so berauscht gewesen, dass sie nicht einmal mehr klar hatte denken können? Vielleicht hatte die Freude Hermine zum weinen gebracht und sie hatte es nur falsch interpretiert?

In dem Moment, in dem sie dissapparierten, rief sich Hermine ihre eigenen Worte wieder in den Sinn:

Das hier ist alles nur ein Spiel! Vergiss das nie!


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