Men are toys, women as well. - Christmas
von Voldemorts_Braut
~ Weihnachten ~
Der Winter brach so plötzlich über London herein, dass niemand wirklich Zeit hatte, sich auf die Kälte vorzubereiten. In Hogwarts wurde die Große Halle geschmückt, ein großer Weihnachtsbaum wurde aufgestellt und fast jeder Schüler und jeder Lehrer war in Weihnachts-Stimmung.
Die Elfen tischten jeden Tag neue, aufregende Speisen auf und die Geister schwirrten Lieder-trällernd durch das Schloss.
Kurz vor den Ferien begann es schließlich zu schneien und das Hogwarts-Gelände verwandelte sich in ein Winterwunderland. Die Schüler, besonders die der unteren Klassen, verbrachten ihre Freizeit hauptsächlich im Schnee oder tranken einen heißen Kakao in einem der Cafés in Hogsmeade.
Auch Hermine und Ginny hatten sich für das kommende Hogsmeade-Wochenende eingetragen um Weihnachtsgeschenke für Freunde und Familie zu besorgen. Ginny, die schon seit Wochen nicht mehr so gut gelaunt gewesen war, trug eine selbstgehäkelte Weihnachtsmütze, die ihr ein kleiner Elf geschenkt hatte.
„Dad besorge ich ein paar neue Drachenhauthandschuhe. Bei seinen vielen Experimenten kann er die gut gebrauchen!“, erklärte Ginny und kramte in ihrer Handtasche nach ihrem Geldbeutel.
Hermine sah auf die Liste, die sie sich selbst zusammengestellt hatte und nickte nur beiläufig. Sie hatte sich für jeden ihrer Freunde ein Geschenk überlegt. Auch für ihre Eltern hatte sie bereits eine passende Idee. Doch etwas bereitete ihr Kopfzerbrechen - Was um Himmels Willen wollte sie Severus zu Weihnachten schenken? Was schenkte man einem Mann, der die Position des Lehrers und die des Liebhabers gleichzeitig inne hatte? Hermine wusste zwar welche Art von Büchern Severus interessierten und sie kannte auch seinen Lieblingswein, aber ihr Geschenk sollte etwas Besonderes werden.
„Das wird sicher ein lustiges Weihnachten.“, sagte Ginny sarkastisch und betrat einen Laden für Schreibartikel.
„Wieso?“, fragte Hermine überrascht. „Du freust dich doch schon die ganze Zeit darauf!“
„Ja, das tue ich auch, aber ich wette mein Bruder, der liebe Ronald, wird mir meine Weihnachts-Stimmung gründlich vermiesen! Er wird sich bestimmt die ganze Zeit darüber beschweren, dass du mit ihm Schluss gemacht hast.“
Hermine seufzte und sah sich eine Feder an, die beim Schreiben ständig die Farbe wechselte. „Was soll ich noch dazu sagen?“, fragte sie traurig. „Ron wird mir nicht verzeihen, dass ich unsere Beziehung beendet habe. Und falls doch, dann wohl erst, wenn er sich in ein anderes Mädchen verguckt.“
Ginny zuckte mit den Schultern. „Zwischen Harry und mir herrscht momentan auch ziemliche Eiszeit. Es tut mir schon weh, zu sehen, wie er sich Mühe gibt, sich mir gegenüber normal zu verhalten. Aber man sieht ihm an, dass er enttäuscht ist.“
Hermine nahm sich eine der Federn und folgte Ginny zur Kasse. „Schon merkwürdig, wie der Wille ganz plötzlich umschlagen kann.“
„Wie meinst du das?“
„Naja, du wolltest jahrelang nur Harry und jetzt, wo du ihn hast, schwebt dir ein anderer Mann im Kopf herum.“
Ginny dachte an Lucius und konnte ein kurzes Grinsen nicht vermeiden. Hermine hatte recht - Lucius war ein Mann. Ein richtiger Mann. Er hatte versprochen, sie am ersten Weihnachtstag zum Essen auszuführen, auch wenn Ginny noch nicht wusste, was sie ihren Eltern erzählen sollte. An den Albtraum mit Voldemort hatte Ginny schon seit Wochen nicht mehr gedacht. Sie tat genau das, was sie vorher auch schon getan hatte - Sie verdrängte die Tatsache, dass Lucius ein Todesser war. Sie konnte mit ihm auf keinen Fall über den Traum reden. Bei dem Gedanken daran, in seiner Gegenwart die Wörter ‚Voldemort‘ und ‚Todesser‘ zu verwenden, wurde Ginny ganz anders. Lucius war ihr Liebhaber, ihre Affaire, aber der Dunkle Lord würde immer zwischen ihnen stehen. Ginny hatte längst begriffen, dass es für sie unmöglich war, sich einfach von Lucius zu trennen. Also blieb ihr nur eines - Sie musste dafür sorgen, dass der Dunkle Lord niemals Thema zwischen ihnen beiden wurde.
„Wirst du Malfoy was zu Weihnachten schenken?“
„Hm?“, machte Ginny und sah ihre beste Freundin verwirrt an.
„Störe ich dich bei irgendwelchen Tagträumen?“, fragte Hermine lachend und ging vorraus hinaus auf die Straße.
„Nein, nein.“, erwiederte Ginny rasch.
„Willst du Malfoy etwas schenken?“, wiederholte Hermine ihre Frage, während sie sich gemeinsam auf den Weg zum 3Besen machten.
„Wirst du dir irgendwann mal dieses abfällige Malfoy abgewöhnen?“
„Wie soll ich ihn denn sonst nennen? Lucius?“ Bei dem Gedanken daran, Draco Malfoys' Vater beim Vornamen zu nennen, lief Hermine ein unangenehmer Schauer über den Rücken.
„Nenn' ihn doch wenigstens Mr Malfoy.“
„Du sagst ja auch nicht Severus oder Mister Snape.“
Ginny verdrehte die Augen. „Nein, ich nenne ihn Professor Snape, immerhin ist er mein Lehrer!“ Ein dreckiges Grinsen huschte plötzlich über ihr Gesicht. „Nennst du ihn im Bett eigentlich auch Professor?“
Hermine blieb abrupt stehen und ihre Wangen färben sich rot. „Ginny! Selbstverständlich nicht!“ Unwillkürlich tauchte vor Hermines' innerem Auge eine Szene von Severus und sich auf, in der sie - wie auch außerhalb des Bettes - die Schülerin und er ihr Lehrer war. Gedämpftes Licht in den Kerkern, nur sie und Severus und ein polierter Eichenholztisch...
Hermine zwinkerte ein paar mal und verscheuchte diese erotische Vorstellung aus ihren Gedanken.
„Gehen wir weiter...“
*~*
Die Weihnachtsferien kamen schneller als erwartet. Hermine verabschiedete sich von ihren Freunden und versprach Harry, ihm in den zwei Wochen mindestens einen Brief zu schreiben. Bevor sie sich auf den Weg zum Bahnhof machte, schlich sich Hermine noch einmal hinunter in die Kerker und klopfte an Severus' Bürotür.
Dieser öffnete die Tür bereits nach dem ersten Klopfen.
„Hermine.“ Severus nahm wie immer, wenn sie sich sahen, ihre Hand und zog sie in seine Arme. Hermine lehnte den Kopf an seine Brust und seufzte. „Ich wollte dir...schöne Ferien und frohe Weihnachten wünschen.“
„Ich wünsche dir ebenfalls erholsame Ferien und ein frohes Fest.“, murmelte Severus und vergrub das Gesicht in Hermines' buschigen, braunen Haaren. Der Gedanke, seine Schülerin nun ganze zwei Wochen nicht mehr zu sehen, hatte ihn schon den ganzen Tag geplagt, weswegen er umso unfreundlicher zu den Gryffindors gewesen war. Severus atmete tief den Duft ihrer Haare ein und hob ihr Kinn dann sanft mit zwei Fingern an. Er liebte es, Hermine mit ernstem Blick zu mustern, denn damit löste er immer wieder denselben Effekt aus - Hermines' Wangen färbten sich zart rosa und die Siebzehnjährige versuchte jedes mal erfolglos, sich seinem Blick zu entziehen.
Hermine schluckte angesichts von Severus' Musterung und lächelte nervös. Ein „Ich werde dich vermissen“ lag ihr bereits auf der Zunge, doch aus irgendeinem Grund schaffte sie es nicht, es über die Lippen zu bringen. Die Angst, eines Tages von Severus verletzt zu werden, war zu jeder Sekunde präsent. Auch wenn es eigentlich ihre Absicht gewesen war, den Männern eine reinzuwürgen - Severus hatte sie im Griff - und merkwürdigerweise fand Hermine diese Tatsache nicht einengend. Im Gegenteil, in seiner Gegenwart hatte sie das Gefühl, begehrenswert zu sein. Und das war es, was sich jede Frau wünschte - Von einem Mann begehrt zu werden.
„Es wird schwer sein, die zwei Wochen ohne deine Anwesenheit zu ertragen.“, sagte Severus mit rauer Stimme. Hermine spürte, wie er seine Hände etwas tiefer gleiten lies und ein Schauer der Erregung durchfuhr sie, als er sie schließlich an ihren Hintern legte und einmal fest zudrückte. Automatisch reckte sie sich ihm entgegen und was folgte, war ein leidenschaftlicher, sinnlicher Kuss. Severus legte die rechte Hand in ihren Nacken und die Linke an ihre Hüfte. Mit der linken Hand zog er Hermine an sich, deren intimste Stelle sich hart an seiner Gürtelschnalle rieb.
Hermine gab einen erregten Laut von sich und sie musste sich anstrengen, die Gedanken beisammenzuhalten. Wieder flammte in ihr die Vorstellung von sich und Severus und dem Lehrerpult auf, doch es war nicht mehr genug Zeit, um Sex ernsthaft in Betracht zu ziehen, also löste sich Hermine unwillig von ihrem Professor.
„Komm wieder, sonst schwöre ich dir, werde ich dich suchen!“, brachte Severus hervor, dessen eigener Atem schneller ging als zuvor. Gott, wie sollte er diese zwei Wochen ohne den Sex überstehen? Er hatte ohnehin schon längst aufgegeben, nachvollziehen zu wollen, wie er es jahrelang ohne ihn augehalten hatte.
Hermine küsste ihn ein letztes mal, dann verschwand sie schweren Herzens durch die Bürotür und machte sich auf zum Bahnhof.
*~*
Ginny hatte es derweil um einiges schwerer, sich von Lucius zu verabschieden. Erst hatte es so ausgesehen, als müsse sie in die Ferien verschwinden, ohne ihn noch einmal zu sehen, doch glücklicherweise hatte sich Professor Snape dazu bereiterklärt, einen Raum zu organisieren, in dem sie sich ungestört treffen konnten. Lucius erschien in einem schwarzen Mantel, dessen Kragen aufgerichtet war, um den eisigen Wind fernzuhalten, der zurzeit durch ganz England fegte.
Ginny stand vor dem Fenster und drehte sich erschrocken um, als sie hörte, wie die Tür aufging.
„Lucius, du bist es!“, sagte sie erleichtert, als sie den blonden Todesser sah.
„Hattest du jemand anderes erwartet?“, fragte Lucius und ein kaum sichtbares, arrogantes Lächeln erschien in seinem Gesicht.
„Selbstverständlich nicht.“ Ginny lief auf Lucius zu und ließ sich von ihm küssen. Doch statt sie gleich wieder loszulassen, zog Lucius sie unerwartet an sich und küsste sie lange und begehrend. Ginny konnte die Leidenschaft förmlich spüren, die sein Kuss ausstrahlte. Wie immer war die Rothaarige Butter in den Armen des Todessers. Sie ließ sich von ihm auf einen Tisch heben und spreizte auf den Druck seiner linken Hand leicht die Beine, sodass er sich zwischen sie stellen konnte. Lucius' Hand fuhr über ihren Oberschenkel, strich über den Bund ihrer Jeans und verschwand unter ihrem Pullover. Ginny zog scharf die Luft zwischen den Zähnen ein, als seine Finger über ihre Brust strichen und sie spürte, wie sich die Hitze zwischen ihren Beinen sammelte.
„Ich muss - gleich weg!“, stöhnte Ginny und wieder einmal trieben ihr Lucius' Verführungskünste, die er zum schier unmöglichsten Zeitpunkt einsetzte, die Tränen in die Augen. Sie hasste es, so verwundbar zu sein! Doch wenn er sie so küsste, konnte sie sich einfach nicht wehren! Und sie wollte es dann auch nicht mehr.
Doch bevor sich Ginny auf Lucius' einstellen konnte, ließ dieser langsam von ihr ab und schob ihre Beine zusammen. Perplex starrte Ginny ihn an.
„Das Finale sparen wir uns für unser Wiedersehen auf.“
Fassungslos klappte Ginny der Mund auf. Da fing er an sie dermaßen zu verführen und dann das!
„Was soll das, ist das ein Spiel?!“, fragte die Rothaarige mit gerunzelter Stirn. Dieser Mann glaubte wohl, dass er alles mit ihr machen konnte!
„Ja, meinetwegen. Nennen wir es ein Spiel. Glaube mir, wenn dir die letzten fünf Minuten gefallen haben, wird es umso schöner für dich, wenn wir nach zwei Wochen weitermachen wo wir aufgehört haben. Die Lust steigert sich, je länger man wartet.“
Ginny runzelte misstrauisch die Stirn, nickte dann aber und seufzte ergeben. „Gut, sehen wir mal, ob du es zwei Wochen ohne mich aushälst!“ Schief grinsend nahm sie ein kleines Päckchen aus ihrer Umhangtasche und reichte es Lucius. „Mein Geschenk!“
Lucius nahm die viereckige Schachtel entgegen. „Ein Weihnachtsgeschenk? Ich danke dir.“ Wie zu erwarten steckte auch Lucius die Hand in die Tasche und zog eine flache Schachtel aus schwarzem Samt hervor. „Ich habe selbstverständlich auch etwas für dich.“
Ginny lächelte und ein Funkeln trat in ihre Augen. „Vielen Dank. Ich bin gespannt, wem von uns beiden sein Geschenk mehr gefällt. Ich hoffe ich erschrecke dich nicht zu sehr damit.“ Sie nickte auf die Schachtel, die sie Lucius gegeben hatte. Dann gab sie ihm einen letzten, flüchtigen Kuss und machte sich auf den Weg zum Bahnhof.
Lucius blieb verwundert zurück. Die kleine Weasley hatte eine lose Zunge und scheinbar immer den richtigen Spruch auf Lager. Das war eines der Dinge, die er an ihr schätzte. Und Himmel, sie hatte recht, hoffentlich würde er die zwei Wochen ohne den Sex mit ihr überstehen!
*~*
Am Vierundzwanzigsten wachte Ginny früh morgens auf. Da es draußen aber ziemlich kalt - und unter der Decke so schön warm war, blieb sie noch eine Weile liegen. Um acht Uhr zog sie sich schließlich an und stieg die Treppe hinunter in die Küche. Molly Weasley war bereits dabei, das Weihnachtsessen für den Abend vorzubereiten. Auf dem Tisch standen mehrere Teller, eine Pfanne mit Speck und ein Korb mit frischen Brötchen.
„Guten Morgen, mein Schatz!“, flötete Mrs Weasley und gab ihrer Tochter einen Kuss auf die Wange. „Setz dich und iss etwas, Fred und George kommen mal wieder nicht aus ihren Betten, dabei sollen sie bis heute Abend den Hühnerstall ausgemistet haben!“
Ginny lächelte und setzte sich an den Tisch. Es war typisch für ihre Mutter, sich an Weihnachten über alles und jeden aufzuregen. Erst wenn die Familie abends zusammensaß, kehrte endlich Frieden ein.
„Könntest du nach dem Essen die Wäsche reinholen?“, fragte Mrs Weasley, während sie die Weihnachtsgans in einen großen Topf hievte.
„Klar!“, erwiederte Ginny und schob sich ein Nutella-Brötchen in den Mund. Nach dem Frühstück zog sie Stiefel und Mantel an und ging hinaus auf den Hof, der aussah wie ein Winterparadies. Über Nacht hatte es wieder geschneit und der Schnee war noch immer unberührt. Ginny biss sich auf die Lippe und sah kurz hinüber zu der Wäscheleine. Ein paar Minuten würde ihre Mutter sicher auf die Wäsche warten können. Hinter dem Haus ließ sich Ginny rückwärts in das schneebedeckte Gras fallen. Den Blick zum Himmel gerichtet, musste die Rothaarige lachen. Wenn Lucius wüsste, was für eine kindische, verspielte Seite seine Geliebte hatte! Sie bewegte Arme und Beine und hinterließ einen mehr oder weniger gelungenen Schneeengel.
Plötzlich traf ein Schneeball Ginny an der Schuler. Überrascht wirbelte die Siebzehnjährige herum, konnte jedoch niemanden sehen.
„Hier oben!“, rief eine ihr sehr bekannte Stimme. Ginny sah zu einem der höher liegenden Fenster des Hauses und sah ihren Bruder Fred, der sich im Pyjama-Oberteil aus dem Fenster lehnte und mit dem Zauberstab Schneekugeln formte.
„Das ist nicht fair!“, rief Ginny und warf eine Hand voll Puderschnee in die Luft, der jedoch sofort wieder auf den Boden rieselte. „Komm runter, wenn du gegen mich antreten willst!“
Fred grinste. „Warte nur, wir sind gleich da!“
Doch in diesem Moment steckte Mrs Weasley den Kopf durch das Küchenfenster. „Wir haben keine Zeit für Spielchen! Ginny, bring mir die Wäsche, ich habe schon genug zu tun!“, rief sie mit dem Kochlöffel wedelnd.
Ginny seufzte, tat aber, was ihre Mutter ihr sagte. Sie nahm sie Wäsche von der Leine und stellte den Wäschekorb an den Fuß der Treppe.
„Du machst alles nass! Los, Schuhe aus!“, kam es von Mrs Weasley, die das Feuerholz, das ihr Mann ihr gebracht hatte, in den Kamin legte.
Ginny zog sich die Stiefel von den Füßen und flüchtete in ihr Zimmer. Jetzt konnten ruhig Fred und George mal die nächste Aufgabe übernehmen! Ginny ließ sich auf ihr Bett fallen und warf den Mantel über die Lehne ihres Schreibtischstuhls. Dabei fiel ihr Blick auf etwas Kleines, Schwarzes, das aus ihrem noch unausgeräumten Koffer herausragte. Neugierig nahm sie die kleine Schachtel von Lucius und betrachtete sie, wie sie es schon so oft getan hatte, seid sie wieder Zuhause war. Was er ihr wohl geschenkt hatte? Die schwarze Seide fühlte sich gut an unter ihren Fingern. Sie würde das Geschenk heute Abend ohnehin nicht vor ihrer gesamten Familie aufmachen können, was sprach also dagegen, dass sie es jetzt tat? Ginny löste die Schleife, die das Kästchen umgab und hob den Deckel an. Bem Anblick des silbernen Armbandes weitete die Sechzehnjährige erschrocken und fasziniert zugleich die Augen. Es war so wunderschön! In das Armband waren viele kleine, blutrote Steine eingelassen, die im sanften Licht der Sonne, das durch das Fenster fiel, glitzerten. Dieses Geschenk musste Lucius einiges gekostet haben! Bei Merlin... Das konnte sie doch niemals annehmen! Sprachlos sah Ginny aus dem Fenster auf den schillernden Schnee. Hoffentlich fand Lucius ihr Geschenk bei so viel Stil nicht abschreckend. Sie hatte sich etwas ziemlich Verruchtes einfallen lassen.
*~*
Etwa zu derselben Zeit, zu der Ginny über Lucius nachdachte, schmückte Hermine gemeinsam mit ihrer Mutter den Weihnachtsbaum. Die Grangers feierten Weihnachten traditionell zuhause. Auf ihren Weihnachtsbaum waren Mr und Mrs Granger schon immer besonders stolz gewesen.
„Schatz, reichst du mir bitte die Schachtel mit den Holzfiguren?“, fragte Mrs Granger und Hermine reichte sie ihr lächelnd.
„Ist alles in Ordnung bei dir? Deinem Vater und mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit besonders viel strahlst.“
Hermine unterdrückte ein Schmunzeln und lächelte stattdessen unschuldig. „Ich bin einfach in Weihnachts - Stimmung, das ist alles.“
Mrs Granger zog eine Augenbraue hoch und betrachtete ihre Tochter mit einem wissenden Blick. „Na wenn es nur das ist. Aber du weißt, dass du mit uns über alles reden kannst, richtig, Schatz?“
„Ja, natürlich.“ Natürlich war das eine Lüge, niemals könnte Hermine mit ihren Eltern darüber sprechen, dass sie eine Affaire mit ihrem Professor hatte. Es fiel ihr besonders schwer gegenüber ihrer Mutter nicht ehrlich sein zu können, doch ein besonderes Vergnügen wie dieses hatte nunmal seinen Preis.
Als Hermine den Blick durch das Fenster auf die Straße richtete, sah sie, wie ein junges Pärchen Arm in Arm die Straße entlangging. Bei diesem Anblick fiel ihr etwas ein.
„Mom? Du hast doch sicher nichts dagegen, wenn ich am ersten Weihnachtstag zu den Weasleys gehe, oder? Sie haben mich zu einem gemeinsamen Essen eingeladen.“
„Das freut mich, die Weasleys sind eine sehr nette Familie, Mr und Mrs Weasley waren mir schon damals, als du sie uns vorgestellt hast, sehr symphatisch!“
Hermines' Herz machte einen Sprung. Ginny hatte ihr erlaubt, ihren Eltern diese kleine Lüge aufzutischen, damit sie Severus in den Ferien besuchen konnte. Dieser wusste zwar noch nichts von seinem Glück, doch Hermine war sich sicher, dass dies das beste Weihnachtsgeschenk war, das sie ihm machen konnte.
„Ich bleibe dann die restlichen Ferientage im Fuchsbau, dann können Ginny und ich zusammen nach King's Cross fahren und du und Dad könnt euch entspannen.“
Mrs Granger lugte hinter der geschmückten Tanne hervor. In ihren Augen lag der typische Blick einer Mutter, die ahnte, dass ihre Tochter einen Freund hatte.
„Schatz, könnte es sein, dass du und Ronald-“
„Wir sind getrennt, Mom. Das habe ich dir doch gesagt.“ Hermine wandte sich ab um die kleinen Kartons der Weihnachtskugeln zu stapeln. Sie wollte nicht über Ron reden, da es sie jedes mal aufs Neue traurig machte. Was hatte es für einen Sinn, weiterhin zu hoffen, dass Ron ihr verzeihen würde? Es war besser, nicht mehr daran zu denken, dessen war sie sich sicher.
*~*
Als der Weihnachtsabend endlich gekommen war, saßen die Weasleys gemeinsam im Wohnzimmer und aßen den Weihnachtsbraten. Auch Harry feierte Weihnachten mit den Weasleys, Ron hatte ihn eingeladen. Ginny wich den Blicken ihres Ex-Freundes gekonnt aus und versuchte, die Zeit mit allen gemeinsam zu genießen. Als es ans Geschenke auspacken ging, verteilte zunächst Mrs Weasley ihre Päckchen an die Familie und an Harry. Fred und George bekamen ihren üblichen Weihnachtspulli, Ron staunte verwirrt über einen Schal, den er sich fünf mal um den Hals wickeln konnte, Arthur Weasley bekam ein paar selbstgestrickte Socken und eine neue Kravatte und Ginny bekam eine rotbraune Weste, ebenfalls selbst gemacht.
Als Ginny endlich ihre Geschenke verteilen durfte, freute sie sich über die zufriedenen Gesichter ihrer Familie, fühlte sich jedoch leicht unbehaglich, da sie nichts für Harry besorgt hatte.
Ginny dachte an das Silberarmband von Lucius und konnte es schon jetzt kaum erwarten, es das nächste mal zu tragen, wenn Lucius sie ausführte.
*~*
Hermine saß ebenfalls mit ihrer Familie am Tisch und genoss das Weihnachtsessen. Die Stimmung im Hause Granger war so gut, dass Mr Granger schließlich mit einer Papiergirlande behangen Schneeflöckchen Weißröckchen zu trällern begann. Hermine machte lachend ein Foto, während ihre Mutter von ihrem Mann zum Tanzen aufgefordert wurde.
Später am Abend saß Hermine auf ihrem Bett und schrieb einen Brief an Severus.
Hallo Severus,
ich hoffe du hast ein schönes Weihnachtsfest und kannst den Schnee draußen genießen. Weihnachten gestaltet sich bei uns als ziemlich amüsant, doch ich gebe zu, ich vermisse dich sehr. Ich sehne mich nach deinen Armen und freue mich schon, dir bald mein Weihnachtsgeschenk überreichen zu können.
Alles Liebe,
H.
Es schien Hermine sicherer, nicht mit ihrem vollen Namen zu unterschreiben. Nachdem sie den Brief in einen Umschlag gesteckt hatte, übergab sie ihn einer Eule, die ihre Eltern gekauft hatten, um den Briefwechsel von Hogwarts nach Hause einfacher zu gestalten. Hermine sah der schuhuhenden Eule nach, die in den Abendhimmel flog und verschwand.
*~*
Lucius saß mit seiner Frau und seinem Sohn an der großen Tafel im Salon und aß zu Abend. Auch Bellatrix und Rodolphus hatten sich am Weihnachsabend zu ihnen gesellt, sehr zur Freude Narzissas, die in der letzten Zeit die Gesellschaft anderer Leute besonders zu schätzen schien. Es schien Lucius fast so, als wollte sie nicht mit ihm alleine sein. Ihm war es nur recht so, seine Frau langweilte ihn schon seit geraumer Zeit.
Nachdem sie zuende gegessen hatten, tischten die Hauselfen die Nachspeise auf. Lucius schloss sich der Konversation der drei anderen nicht an und dachte stattdessen auf seine kleine rothaarige Geliebte. Er fragte sich, was sie wohl gerade tat, ob sie ebenfalls mit ihrer Familie zu Abend aß. Hatte sie sein Geschenk schon geöffnet? Gefiel es ihr? Gott, er konnte es nicht mehr abwarten, sie wiederzusehen. Er vermisste ihren weiblichen Körber und ihre Stimme. Wenn er es sich genau überlegte, vermisste er alles an ihr. Wie gerne hätte er Ginny einige Tage in den Ferien zu sich geholt, doch im Gegensatz zu Severus war er verheiratet und hatte einen Sohn. Dies wäre kein Thema für Lucius gewesen, würde diese Tatsache es nicht so unglaublich schwer machen, seine Affäre mit Ginny Weasley auszuleben.
Kurz nach Mitternacht verabschiedete sich Lucius vom Tisch und ging hoch ins Schlafzimmer. Dort öffnete er den Kleiderschrank und zog das Päckchen hervor, das Ginny ihm vor ihrer Abreise gegeben hatte. Den ganzen Tag schon hatte er überlegt, was sie ihm wohl schenken würde, doch als er den Deckel des Päckchens anhob, wurde er überrascht. Der Inhalt sorgte augenblicklich dafür, dass sich in Lucius' Hose etwas regte und nach Befreiung verlangte.
Auf dem Geschenk lag ein kleiner Zettel: Wenn es dir gefällt, werde ich dies das nächste mal tragen, wenn wir uns sehen. Kuss, Ginny.
In dem Päckchen lagen Dessous. Aber nicht irgendwelche Dessous, es war das kleinste bisschen Stoff, das Lucius je gesehen hatte. Die Dessous waren schwarz und zart, nur das Strumpfband war von einem tiefen Rot. Sofort taten sich Bilder in Lucius' Kopf auf. Ginny, wie sie sich in dieser Unterwäsche auf seinem Bett räkelte. Und er selbst, wie er ihr die Dessous, diesen Hauch von Nichts, wieder auszog und ihren wunderschönen Körper mit den Händen erkundete. Lucius umfasste fest den Knauf der Schranktür und öffnete mit der freien Hand seine schwarze Stoffhose. Er würde jetzt duschen gehen, um dem harten Problem in seiner Hose Abkühlung zu verschaffen.
*~*
Severus empfing Hermines' Brief am Morgen des fünfundzwanzigsten Dezembers. Er hatte nicht erwartet, Post zu bekommen, und war daher besonders überrascht, als die Eule an sein Fenster pochte. Als er die Handschrift seiner Schülerin auf dem Briefumschlag erkannte, nahm Severus rasch einen Brieföffner und schlitzte das Papier auf. Er las Hermines' Brief und ein zufriedenes Gefühl machte sich in ihm breit, angesichts der Tatsache, dass es seiner Geliebten gutging und sie ein entspanntes Weihnachten feiern konnte. Auch er wartete bereits darauf, nach Hogwarts zurückzukehren und Hermine wieder berühren, sie in seine Arme schließen zu können.
Plötzlich ertönte ein Klopfen an der Tür und eine weibliche Stimme räusperte sich.
„Severus, bist du Zuhause?“
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Hau mich ruhig.
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