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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Ein dünnes Band

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„Malfoy hat was?“, konnte Hermione ihre Freundin nur aus immer größer werdenden Augen ansehen, als sie ihr alles erzählt hatte. Diese nickte.
„Ja. Auch wenn’s verrückt klingt. Wenn ich es nicht selber miterlebt hätte, würde ich es auch nicht glauben. Aber er hat sich wirklich die letzten Tage und Nächte damit um die Ohren geschlagen, diesen Fluch zu finden. Und weil er von uns als einziges Okklumentik konnte und durch das Dunkle Mal mit IHM in indirekter Verbindung steht, kam bloß er dafür in Frage, diesen Mindeater zu vertreiben.“ „Er hat . . . er hat tatsächlich. . . er hat dieses Ding aus mir. . .“ „Ja. Wenn du sagst, du hast keine Schmerzen weiter, dann hat er es scheinbar richtig gemacht“, erklärte Ginny weiter, was Hermione dennoch nicht begreifen konnte. Das Warum.
Zwar hatte er sich, bevor ihre Freunde sie gefunden hatten, um sie gekümmert und ihr gesagt, dass er diesen ganzen Wahnsinn, in dem er durch seine Familie drin steckte, selbst wohl nicht gewollt hatte. Dass er ihr hatte helfen wollen. Dass diese Hilfe am Ende aber tatsächlich so weit ging, wie sie nun wohl gegangen war, war ihr dennoch schier unbegreiflich. Sie konnte es einfach nicht verstehen. Warum er das alles getan hatte? Allen voran für sie! Er hatte sie all die Jahre doch immer wie den letzten Dreck behandelt, sodass sie der festen Meinung war, er würde, wenn sie umkam, vor Freude noch auf ihrem Grab tanzen. Das jetzt war das genaue Gegenteil. Und dieses Gegenteil ließ sie zunehmend an ihrem Verstand zweifeln.
Dennoch schien es so zu sein, denn wenn sie sich in dem ganzen Wirrwarr einer Sache sicher war, dann der, dass Ginny ehrlich zu ihr war. Sie konnte Malfoy immerhin genauso wenig ab wie sie. Sie würde nicht so von ihm sprechen, wenn es nicht wirklich der Wahrheit entspräche.
Es war eine Tatsache, die ihr trotz allem so unglaublich schien, wie er ihr in den vergangenen Tagen, als sie mit ihm allein gewesen war, erschienen war. In dem Moment kam Tonks mit Daniel zurück, der sich gleich zu Hermione begab. Die sah die Aurorin, wie auch Charlies Vater, noch immer recht überfordert an.
„Wie fühlst du dich?“, begann Daniel mit der Standardfrage, die sie ihm gar nicht zu beantworten wusste, also setzte er neu an. „Hast du irgendwo Schmerzen?“ „N-Nein.“ „Wirklich?“, wurde er ernster, bekam dann aber von Ginny Antwort. „Sie meinte vorhin, es zieht und spannt alles etwas.“ „Sehr stark?“, richtete sich Daniel gleich wieder an seine Patientin.
„Nein. Es . . . es fühlt sich ein bisschen an wie . . . wie Muskelkater.“ „Wird vermutlich auch so etwas in der Richtung sein. Dein Körper hat einiges mitgemacht. Ich schätzte, es wird noch eine Weile dauern, bis sich das alles gänzlich legt“, erklärte er ihr und sah nach ihrem Fieber. Dieses war ein wenig zurückgegangen. Zwar lag es noch immer bei über 40, allerdings war sie auf einem guten Weg.
„Ich mach dir nochmal etwas gegen das Fieber und die Verspannungen fertig. Und vielleicht noch was zur Beruhigung. Versuch noch ein wenig zu schlafen, dann sollte sich alles mit der Zeit ganz geben.“ „Wirklich?“, sah Ginny zu Daniel, der lediglich nickte und zurück zu Hermione blickte.
„Du hast unwahrscheinlich großes Glück gehabt, dass die Jungs noch rechtzeitig den Fluch entdeckt haben und das Draco alle Komponenten mitgebracht hat, die wir gebraucht haben, um den Fluch zu lösen“, erklärte Daniel, worauf sie geistesabwesend an ihre Kette griff. An den kleinen Engelsflügel. Ihren Glücksbringer und Talisman. Sie fragte sich einmal mehr, wie es wohl für sie ausgegangen wäre, hätte sie dieses Schmuckstück nicht, was sie beschützen sollte und scheinbar auch jetzt wieder beschützt hatte?
„Ich komm gleich wieder“, meinte Daniel und wollte gehen, um die Tränke zu holen. Hermione hielt ihn allerdings kurz zurück. „Mr. Harper. . .“ „Daniel“, mahnte er sie sanft, was ihr ein wenig Farbe in die Wangen trieb, bevor sie ihre Frage stellte, die sie nicht so ganz losließ. Erst recht nicht nach allem, was Ginny ihr erzählt hatte.
„Was . . . wie . . . wie geht es Malfoy? Ginny hat gesagt, es hätte ihn irgendwie umgehauen“, erklärte Hermione ein wenig unsicher, da sie sich unter dieser Aussage nichts vorstellen konnte. Ginny hatte auch keine Anstalten gemacht, es ihr genauer zu erklären.
Daniel lächelte auf ihre Frage recht schwermütig, bevor er meinte: „Charlie und Blaise kümmern sich um ihn. Er braucht, wie du, jetzt erstmal Ruhe. Er hat die letzten Tage kaum geschlafen. Das Tauchen und alles, was damit zusammenhing, war auch ziemlich anstrengend für ihn.“ „Aber es . . . es geht ihm gut?“, fragte sie nun doch verunsichert, da Daniel ihr keine deutliche Antwort auf ihre Frage gegeben hatte.
„Wir kümmern uns um ihn. Du solltest jetzt erstmal auf dich achten und dich erholen. Damit tust du den Jungs den größten Gefallen“, lächelte er und ging. Hermione sah sich allerdings noch immer außerstande klar zu denken. Was sie gehört und erlebt hatte, überforderte sie maßlos.
„. . . Mione“, echote ihr Ginnys Stimme irgendwann in den Ohren nach, zu der sie sah. „Was?“ „Ich hab dich gefragt, ob du etwas mitbekommen hast?“ „Mitbekommen?“ „Na als Malfoy in deinem Kopf war. Hast du da irgendwie was gemerkt?“ „Ich. . . Nein, ich. . . Es . . . es hat dann nur aufgehört.“ „Was?“, sah Tonks sie fragend an, sodass sie zu der jungen Aurorin schaute.
„Alles. Dieses Gefühl. Die Kälte und das Stechen und die Angst und. . . Das ganze Dunkel. Es . . . es war dann auf einmal weg und dann. . . Dann war es wieder warm, wie sonst auch.“ „Was meinst du?“, stutzte Ginny. „Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Aber dieses Dunkel ist immer mal verschwunden. Stattdessen war dann dieses andere Etwas. Dieses Warme.“ „Das war vermutlich, wenn Draco in deiner Nähe war“, murmelte Tonks, worauf Ginny und Hermione sie fragend ansahen.
„Was meinst du?“ „Hm? Na ja, dieser Mindeater hat scheinbar auf die Verbindung reagiert, die Draco durch das Mal mit IHM hat. Wahrscheinlich ist das Ding aufgrund dessen dann immer wieder ruhig geworden und du halt auch, wenn er in deiner Nähe war. Als du diese Anfälle hattest, hast du dich erst wieder beruhigt, nachdem du direkten Kontakt mit ihm hattest. Und solange du den hattest, bist du auch ruhig geblieben“, erklärte Tonks, womit Ginny die gleiche Erkenntnis ereilte, die ihr umso logischer erschien, je länger sie darüber nachdachte.
„Du hast auf das Mal reagiert, nicht auf Malfoy“, stieß Ginny erleichtert aus, da Malfoy selbst wohl doch nichts weiter mit Hermione gemacht hatte. Es nur das Mal war, was dieses Ding zur Ruhe gebracht hat. Hermione versank auf Tonks’ Worte jedoch etwas in ihren Gedanken.
Sie erinnerte sich noch daran, was Malfoy ihr im Cottage erzählt hatte. Wie sie dort auf ihn reagiert hatte. So wie Tonks es gerade erklärt hatte, machte es durchaus Sinn. Nur war da noch mehr, von dem Tonks und Ginny nichts wussten. Da war dieses Gefühl, was sie auch in den Kerkern gehabt hatte, als der Schatten die ersten beiden Male bei ihr war. Zu der Zeit hatte dieser Fluch noch nicht auf ihr gelegen. Stattdessen war es nur der Cruciatus gewesen, der sie so sehr gequält hatte.
Das Gefühl, was sie dort durch den Schatten, durch Malfoy, gehabt hatte, war dem, was sie im Kommenden neben der Kälte gespürt hatte, jedoch unglaublich ähnlich, wenn nicht sogar identisch.
Sie wusste nicht warum, aber sie wurde das unbestimmte Gefühl nicht los, dass sie weniger auf das Mal, wie ihre Freunde dachten, reagiert hatte, als vielleicht doch vielmehr auf Malfoy. Auch wenn das verrückt klang. Diese beiden Eindrücke aber. . . Die aus dem Kerker und dann später, als dieses wahnsinnige Dunkel in der beruhigenden Wärme verschwunden war, waren beinahe eins.
Schließlich kam Daniel zurück und brachte ihr wie versprochen noch ein paar der Tränke, die sie artig zu sich nahm. Kaum dass sie die geschluckt hatte, machte sich in ihr auch schon eine angenehm beruhigende Wärme breit, die ihr einen wohligen, ruhigen Schlaf versprach.
„Danke“, murmelte sie nur noch, bevor sie zurück in tiefen Schlaf fiel. Einen ohne Schmerzen, Kälte und dunkle Bilder.

۩ ۞ ۩


In den darauffolgenden beiden Tagen fing sich Hermione immer mehr. Ihr Körper kam gänzlich zur Ruhe, ebenso wie ihr Fieber verschwand. Dennoch war sie durch alles noch recht schwach auf der Brust und wurde weiter von Ginny, Tonks und Charlies Vater zur Ruhe angehalten. Blaise und Charlie hatten sich in der Zeit allerdings kein einziges Mal bei ihr blicken lassen. Und das aus gutem Grund, wie Daniel ihr schließlich auf ihr wiederholtes fragen mitteilte. So auch auf die Frage, was mit Malfoy war?
Dessen Zustand hatte sich, seit dem Vorfall, nicht gebessert, sondern weiter verschlechtert. Er war in den letzten beiden Tagen nicht einmal wach gewesen und fieberte zudem nun so stark, wie zuletzt Hermione.
Zwar war es nur eine Vermutung, die Daniel hatte, aber so wie es schien, hatte er seinen eigenen Geist nicht gut genug vor dem Mindeater schützen können. Ob es möglich war, wusste Daniel nicht, dennoch hatte er die dumpfe Ahnung, dass sich ein Teil des Mindeaters, durch das Tauchen in Hermiones Geist, in seinem eigenen eingenistet hatte. Da aber keiner von ihnen Okklumentik bzw. Legilimentik beherrschte und auch nicht in einer Verbindung zu IHM stand, konnte Daniel dieser Mutmaßung nicht nachgehen. Zwar suchte er mit Blaise und Charlie nach anderen Erklärungen für Dracos Zustand, nur hatten sie bis jetzt nichts gefunden, was gerade in Hermione vermehrt ein drückendes Schuldgefühl weckte.
Er hatte ihr geholfen. Es war eine Hilfe, die sie zwar nicht verstand, ihm dafür aber unendlich dankbar war. Es ging ihr alles immer wieder im Kopf herum. Alles, was die letzten Wochen gewesen war. Was sie von ihm gesehen hatte und auch glaubte gespürt zu haben, auch wenn es am Anfang ein wenig verstörend auf sie gewirkt hatte.
Was er allerdings für sie getan hatte, sie war sich inzwischen restlos sicher, dass es ehrlich gemeint war. Dass er ihr wirklich hatte helfen wollen. Ohne Hintergedanken oder sonst etwas. Umso mehr belastete sie nun die Tatsache, dass er für diese Hilfe offensichtlich bestraft wurde.
In der darauffolgenden Nacht lag sie aufgrund ihrer Gedanken schon eine ganze Weile wach. Tonks lag etwas auf der Couch zusammengerollt, während Ginny neben ihr mit einer Decke in den Sessel gekuschelt hockte und schlief.
Sie war wirklich eine liebe Freundin. So hatte sie sich ja auch aus Hogwarts gestohlen, als sie erfahren hatte, dass Hermione verschleppt worden war. „Denkst du, ich kann untätig rumsitzen, wenn ich weiß, dass meine beste Freundin von diesen Bastarden gefangen wurde? Neville und Luna kriegen den Widerstand im Schloss auch mal ein paar Wochen alleine organisiert“, hatte sie ihr erklärt.
Auch hatten Harry und Ron ihre Suche nach den Horcruxen unterbrochen, um den Orden über den Vorfall zu informieren. Damit sie Hilfe bekam. Nur war diese Hilfe am Ende aus einer völlig undenkbaren Ecke gekommen.
Damit wanderten ihre Gedanken erneut mehr zu ihm. Zu allem was war. Allen voran zu der Tatsache, dass sie dank ihm noch lebte.
Dass er sie befreit und dann auch angeleiert hatte, dass sie zu Charlie und Blaise kam, damit die ihr helfen konnten. Dass er den Fluch gefunden und am Ende auch noch selbst von ihr genommen hatte, ohne etwas dafür zu verlangen. Er! Malfoy. Ein Ding der Unmöglichkeit und dennoch. . .
Sie seufzte und rappelte sich schließlich langsam auf, wobei sich ihr Körper ein wenig unangenehm meldete. Ihre Schmerzen, das Spannen in ihrer Muskulatur, hatten in den letzten beiden Tagen zwar erheblich nachgelassen, dennoch waren sie noch nicht vollständig weg. Auch so fühlte sie sich noch immer ziemlich schlapp. Im Großen und Ganzen ging es ihr, seit ihrer Gefangennahme, aber eigentlich schon wieder recht gut. Auf alle Fälle besser als Malfoy.
Daniel hatte es ihr gestern Abend wieder gesagt. Dass er noch immer nicht aufgewacht war. Und das in einem Ton, der durchzogen war von einer wachsenden Unruhe. Es schien ihm noch sehr viel schlechter zu gehen, als ihr der Heiler weismachen wollte. Und das war es, was ihr immer weniger Ruhe und sie jetzt auch nicht schlafen ließ, da ihr die wüstesten Vorstellungen durch den Kopf gingen, was nun war? Mit ihm.
Merlin nochmal! Es war absurd, doch sie machte sich tatsächlich Gedanken um ihn. War das zu fassen? Sie machte sich wirklich Sorgen um Draco Malfoy! Völlig verrückt. Verrückt genug, dass sie sich ganz hochstemmte und aus dem weichen Bett kroch, wo sie auf wackligen, dünnen Beinchen stand. Und sie fror, obwohl es nicht kalt war, was ihr erneut deutlich machte, dass ihr Körper noch immer tiefe Ruhe und Erholung brauchte.
Konnte er haben. Vorher wollte sie aber nach ihm sehen, womit sie sich die Decke um den Körper schlang und ein wenig ziellos aus dem Zimmer in den Flur trat. Sie wusste nicht wo er war, entdeckte weiter hinten im Gang allerdings einen schwachen Lichtschimmer, der durch eine offen stehende Tür fiel.
Vielleicht da, dachte sie und schlurfte in die Richtung. Dabei hielt sie sich akribisch in der Nähe der Wand auf, da sich ihre Beine doch ein wenig wie Gummi anfühlten. Irgendwann kam sie an und erkannte, woher der Lichtschein rührte.
Eine einzelne Leselampe war an, die auf einem Schreibtisch stand. Auf diesem stapelten sich jede Menge Bücher, über denen Blaise laut schnarchend schlief. Das zweite Sägegeräusch kam von Charlie, der recht unbequem in einem Sessel neben dem Bett weggenickt war, wo er offensichtlich ein Auge auf Malfoy gehabt hatte. Auf seinem Schoß lag ebenfalls ein dickes Buch. Malfoy selbst lag schwer atmend in dem großen Bett, zu dem sie schließlich schlich, um genauer nach ihm zu sehen.
Zwar brannte nur die eine Lampe bei Blaise, dennoch konnte sie durch dieses wenige Licht überdeutlich erkennen, wie bleich er war. Schon irgendwie grau. Auf seinem Gesicht glänzte der kalte Schweiß, während sich unter seinen Augen tiefdunkle Schatten angesiedelt hatten. Seine Haare standen ihm sonst wo und klebten zudem verschwitzt auf seiner Stirn, die sie ihm ein vorsichtig beiseite strich. Als sie es tat, gewahrte sie deutlich dieses hohe Fieber.
Es war sehr viel schlimmer als letztens im Cottage, als sie ihn verletzt neben sich entdeckt hatte. Schließlich fiel ihr Blick auf die Kompresse, die auf dem Kissen lag. Scheinbar war sie ihm im Schlaf runtergerutscht. Diese nahm sie sich, um festzustellen, dass sie schön kühl war.
Vermutlich ein Zauber, dachte sie und tupfte ihm behutsam den kalten Schweiß von den Zügen, bevor sie das Tuch auf seine Stirn legte. Ihre Hand ließ sie eine Weile darauf ruhen, bevor sie wanderte und in dem zerwühlten Schopf verschwand, durch den sie gedankenverloren strich.
Am Ende ließ sie sich in den anderen Sessel sinken, der ebenfalls am Bett stand, und begann den Blonden nachdenklich zu mustern. Sie hing einmal mehr ihren Gedanken nach. Diesen ganzen neuen Eindrücken und Erkenntnissen über ihn.
Sie hätte wirklich nie im Leben gedacht, dass er jemals etwas Nettes zu ihr sagen, geschweige denn ihr helfen oder gar das Leben retten würde! Das hatte er aber. In den letzten Wochen wieder und wieder.
„. . .erms. . .“, kam ihm plötzlich ein schwach gebrochenes Murmeln über die bleichen Lippen, was sie ein wenig aufscheuchte. „Malfoy?“, rief sie leise und beugte sich leicht zu ihm. Ihre Hand hatte sie dabei noch immer in seinem zerwühlten Schopf liegen, der sich ein wenig in ihre Richtung neigte, sodass ihm die Kompresse erneut von der Stirn rutschte. Unter seinen verschlossenen Lidern begann es zeitgleich stärker zu zucken, was sie etwas unruhiger stimmte.
Hatte Charlies Vater nicht gesagt, er wäre seit dem Vorfall nicht mehr wach gewesen? So sehr wie es nun aber unter seinen Lidern ruckte, da war er vielleicht gar nicht mehr so weit weg, weshalb sie es nochmal versuchte.
„Malfoy? Hey, wach auf“, drängte sie ihn sanft, doch nichts passierte. Er schlief keuchend weiter, sodass sie seufzte und ihm das kalte Tuch zurück auf die Stirn legte, bevor ihre Hand ein weiteres Mal in seinem Schopf verschwand.
Mit der Zeit begannen sich ihre Gedanken erneut mehr um ihn zu drehen. Um die Frage, was nun war? Was er war? Ihr Feind? Das hatte sie jahrelang gedacht. Die Ereignisse der letzten Wochen ließen dieses Bild allerdings beinahe zur Gänze in sich zusammenbrechen.
Ein Feind würde nicht alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr zu helfen, was er augenscheinlich getan hatte, wenn sie das richtig verstanden hatte. So etwas tat, wenn dann doch nur ein Freund. Ein guter Freund, wie zum Beispiel Harry, Ron, Ginny, Blaise und Charlie. Nur konnte sie ihn wirklich als so etwas bezeichnen? Nach allem? Sie wusste es nicht. Sie kannte ihn so nicht. Sie kannte diesen jungen Mann nicht, als der er sich ihr in den vergangenen Wochen gezeigt hatte. Wäre all das andere, was vorher war, aber nicht gewesen, dann würde sie jetzt ziemlich sicher für sich sagen können, dass er ihr ein Freund war. Etwas, was sie für den Moment, bis es ihm hoffentlich bald besser ging und sie damit schlauer aus allem wurde, erst einmal so hinnahm.
Letztlich beugte sie sich zu ihm und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die blasskalte Wange, bevor sie ihm ein tief ehrlich gemeintes „Danke“ zu hauchte. Nur einen Augenblick später spürte sie einen kalten Hauch, der über ihre Züge huschte und sie kurz frösteln ließ.
Verstohlen sah sie sich um, doch entdeckte sie nichts, sodass sie zurück auf den Eisprinzen sah. Ihre Decke zog sie sich dann auch wieder fester um die Schultern, bevor ihre Hand ein weiteres Mal in seinem Schopf ihr Ziel fand, durch den sie nachdenklich strich. Sie musterte ihn auch weiter still, bis ein leises Rascheln ertönte, worauf sie den Kopf herumriss.
Das Rascheln und Knistern entpuppte sich als Blaise, der sich über seinen Büchern ein wenig drehte und diese damit noch mehr beiseite schob. Allerdings wachte er dadurch nicht auf, sondern schlief geräuschvoll weiter.
Hermione sah nur noch kurz auf ihren Freund, bevor sich ihr Blick wieder bei dem Blonden einfand, den sie noch etwas musterte. Am Ende stand sie aber auf, um sich selbst wieder hinzulegen. Sie fühlte sich trotz allem noch immer matschig. Bevor sie jedoch verschwand, zog sie Draco die Decke richtig bis über die Schultern. Nichts ahnend, dass man ihren nächtlichen Ausflug lächelnd beobachtet hatte.

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