
von delirus duo
Kapitel 1
Im Schatten der Bäume wartete Nerina und rührte sich nicht mal als sie die Gestalt ihrer Tante auf sich zukommen sah. Ihr Körper war in einen dunklen Umhang gehüllt und ihr Gesicht von der Kapuze verdeckt. Nicht dass dies nötig gewesen war, der Park gehörte zum Anwesen ihrer Familie, doch Nerina liebte es mit der Dunkelheit zu verschmelzen und unsichtbar zu werden. Erst als die Frau, die sie bereits erwartet hatte an ihrem Treffpunkt stehen blieb, trat sie in dessen Sichtweite und ein amüsiertes kühles Lächeln trat auf ihre Lippen als ihre Tante erschrocken fauchte.
„Lass den Quatsch“, schimpfte Adaliz Allington mit barscher Stimme doch das Mädchen, welches noch recht jung war, lies sich davon nicht beeindrucken. „Weshalb wolltest du mich sehen?“, fragte Nerina stattdessen und ihre Fäuste ballten sich automatisch zu Fäusten. Normalerweise tat ihre Tante nichts anderes als daran herumzumeckern, wie schlecht sie sich unter Kontrolle hatte. Doch die ältere musterte Nerina nur einen Moment abschätzend bevor sie antwortete. „Ich wollte sicher gehen ob du nicht den Mut verloren hat. Vielleicht bist du doch zu jung für diese Aufgabe“, meinte Adaliz und hob die Augenbrauen.
Wut schoss sofort in Nerina hoch. Wie konnte ihre Tante es wagen so mit ihr zu reden? Sie hatte sich längst entschieden! Und sie war kein Feigling der vor seinen eigenen Entscheidungen davon rannte. „Vergiss es Adaliz“, zischte das Mädchen mit einem Hass in der Stimme, der in diesem Alter sehr selten war. „Ich weiß was ich zu tun habe und ich werde weder dich noch deinen Anführer enttäuschen“, fügte sie hinzu und starrte ihre Tante mit funkelnden Augen an. Diese war gegen ihren Willen beeindruckt von Nerina, obwohl sie meistens versuchte dies zu vermeiden.
Adaliz nickte und sah sich hastig um, um sich zu versichern, dass niemand ihnen gefolgt war. Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs legte sie einen Antilauschzauber über sie, bevor sie sich wieder an ihre Nichte wandte. „Die Todesser sind dabei sich neu zu formieren. Es wird nicht mehr lange dauern bis unsere Aktion starten kann, unser neue Anführer hat großes vor soviel kann ich dir garantieren. Doch bisher hat er sich hauptsächlich an die ältere Generation gewandt und dies soll sich nun ändern. Hier kommst du ins Spiel! Du musst vorsichtig sein Nerina! Es darf nicht durchsickern dass wir uns in Hogwarts einmischen wollen. Schon gar nicht an die Schulleitung. Du musst also mit List und bedacht vorgehen“, meinte Adaliz ernst und sah ihrer Nichte in die Augen.
„Ja ich weiß“, gab diese beinahe fauchend zurück. „Du hast mir schon gesagt, dass ich versuchen soll Anhänger zu finden. Das ist alles was ich wissen muss. Wie ich das anstellen werde, dass lass mal meine Sorge sein“, meinte die 11 Jährige selbstbewusst. Adaliz öffnete den Mund um weiterhin auf ihre Nichte einzureden, doch dann schloss sie ihn wieder weil sie wusste dass es im Grunde sinnlos war. Nerina war unberechenbar und tat was sie wollte und tat alles um das zu bekommen. Doch trotzdem war das Mädchen eine große Chance für die Todesserin, deshalb musste sie einfach hoffen dass alles gut gehen würde.
„Pass nur auf dass du dein Problem im Griff hast“, meinte Adaliz warnend, bewusst nicht den Namen nennend weil sie wusste, dass dies ihre Nichte sehr aufregen würde. Auch so bebte sie beinahe vor Wut als Adaliz dies ansprach. „Wag es nicht mich weiter mit Caitlin zu belästigen“, fauchte sie und vergas in diesem Moment, dass ihre Tante die mit dem Zauberstab war. Doch sie wusste auch dass Adaliz ihr nichts antun würde, weil sie auf sie angewiesen war. „Ich werde meine Aufgabe erfüllen, Adaliz“, fügte sie mit etwas ruhigerer Stimme hinzu und mit einem Ton der andeutete dass sie das Gespräch für beendet hielt.
Ihre Tante nickte und meinte dann, „Ich erwarte dass du dich mit mir in Verbindung setzt, sobald du erste Ergebnisse vorweisen kannst. Warte nicht zu lange damit, dass könnte meinen Meister sehr erzornen.“ Nerina schnaubte, so leicht ließ sie sich nicht einschüchtern. Sie nickte ihrer Tante ebenfalls kurz zu dann wandte sie sich um und machte sich auf den Rückweg, durch den großzügig angelegten Park zum Haus.
Tiefe Schatten zogen ihre Kreise und die Sonne hatte es schwer, bis zu dem Boden des großen Baumes zu gelangen. Die kleine Gestalt von Rachel Crawford lag dort im Gras auf dem Rücken und beobachtete nachdenklich den Himmel. Eine zurückhaltende Miene zierte das Gesicht des braunhaarigen Mädchens, mit den strahlend blauen Augen. Wenn die Sonne in diese schien oder sie besonders aufgeregt war, glitzerten sie wie Saphire. Rachel setzte sich gerade auf und blickte ihre Tante Sheena Brown an, bei der sie lebte. Sie mochte es wenn ihre Tante ihr Gesellschaft leistete doch es wunderte sie dennoch. Denn eigentlich arbeitete Sheena zu dieser Zeit noch in der Schule der Muggel in diesem Städtchen. Eine angenehme Stille breitete sich im ersten Moment aus und nur das Zwitschern der Vögel war zu vernehmen, die in der Baumkrone nisteten. Nach einigen Momenten jedoch unterbrach die elfjährige Reinblüterin diese Stille und warf ihrer Tante einen fragenden Blick zu. „Du bist schon zurück, Tante Sheena? Ich dachte du würdest heute erst später kommen.“
Die junge Brünette mochte den Beruf ihrer Tante, welche als Muggellehrerin agierte und obwohl sie aus einer reichen Todesserlinie kam, waren ihre Idealen so anders als die ihrer Eltern, oder ihres Bruders. Als die schwarzhaarige Frau nun antwortete sorgte dies dafür, dass Rachel sich etwas versteifte je länger die Antwort wurde. „Ja das war so geplant gewesen, doch ich habe leider meine Schwester zufällig getroffen und nunja, anscheinend geht da momentan irgendwas vor. Ich bin froh, dass sie mich nicht gesehen hat, aber ich bin ihr gefolgt und sie hat sich mit zwielichtigen Gestalten getroffen“, erklärte die schwarzhaarige weiterhin und schließlich blickte sie auf ihre Nichte. Rachel hatte ihre Hände zu Fäusten geballt und Wut blitzte in diesen auf.
Als die brünette schließlich auf die Worte reagierte, konnte man sichtlich sehen wie sehr es in ihr brodelte. Sie hasste ihre Eltern und wenn sie anderen gegenüber über diese sprach, sagte sie das diese Tot wären. Denn sie hasste es mit diesen noch so sehr in Kontakt gebracht zu werden. Sie waren ziemlich überzeugte Todesser und auch jetzt noch agierten sie so, obwohl Voldemort tot war.
Voldemort die Kreatur, die einfach nur ein Monster war, der sich eingebildet hatte mächtig zu sein und Liebe für Schwäche hielt. Rachel hasste solche Menschen und das hatte viele Gründe. Ihre Hand fuhr leicht zu ihrem Nacken und ein Strahl der Sonne fiel direkt auf eine hauchfeine Narbe, welche ihren Nacken zierte. Für einen Moment glitzerte ein tiefer Schmerz in ihren Saphir farbenden Augen auf, doch einige Augenblicke darauf, hatte das Mädchen sich wieder unter Kontrolle und blickte nur kühl auf. „Was willst du mir damit sagen, Sheena? Meinst du ich habe eine Warnung nötig das ich vorsichtig sein soll in Hogwarts? Ich habe nicht vor mit ihm zu kommunizieren, sofern es nicht notwendig ist“, ließ die Brünette verlauten und bezog sich mit ihren Worten auf ihren Bruder, den sie seit vier Jahren nicht mehr wirklich gesehen hatte. Noch dazu waren die Begegnungen die sie hatten, nicht gerade die besten.
Sie schüttelte ihre schulterlangen braune Haare und stand dann auf um in ihr Zimmer zu gehen. Ihr war die Lust vergangen weiterhin das Sonnenlicht zu genießen, welches sie beschien. Warum musste ihre Tante auch mit so einem Gespräch beginnen? Sie wusste doch wie sehr Rachel es verabscheute wenn ihre sogenannte Familie erwähnt wurde. Immerhin hatte sie beinahe ihr Leben verloren, dank ihrem Vater der sie ziemlich übel bestraft hatte als sie sieben war und ohne Sheenas Hilfe, wäre dies wohl auch geschehen. Wie um sie erneut an diesen Tag zu erinnern, meinte das Mädchen einen stechenden Schmerz an ihrem Nacken zu verspüren und sie verschwand schließlich mit kühler Miene im Haus, ohne sich noch weiter mit ihrer Tante aufzuhalten.
Doch in ihren Inneren machte die elfjährige sich bereits Gedanken darüber was ihre Erzeugerin wohl genau im Schilde führte das sie von Sheena in der Öffentlichkeit gesehen wurde mit wahrscheinlich weiteren Todessern. Waren die Todesser nicht gesprengt worden? Das war es zumindestens was Rachel wusste und sie glaubte nicht daran, dass ein neuer Lord auftauchen würde nachdem Tod des Monsters namens Lord Voldemort.
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