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Fanfiction

Marauders & Co - Laue Sommernacht

von Sirius Black - Marauder

@MOOKiE: Hey, ein neuer Leser! Find ich toll! Schön, wenn dir das Chap gefällt. Irgendwann wird James es ja sicherlich rausfinden (; Und dein Warten hat hiermit ja ein Ende, weil das nächste Chap schon kommt…

Viel Spaß!

Laue Sommernacht

Im selben Moment, in dem Lily Evans in einem auch nachts noch belebten Vorort von London die Augen schloss und den nächsten Tag friedlich schlummernd erwartete, stand ein großer, schlanker Junge mit verstrubbeltem schwarzem Haar, das selbst das stärkste Haargel der Welt nicht bändigen konnte, auf der Terrasse des Anwesens seiner Familie, das abseits von London lag und von tiefer Dunkelheit und Stille umfangen wurde. Er blickte tief in Gedanken versunken über das Gelände, das nicht nur eine weitläufige Grünfläche sondern auch ein kleines Waldstück einschloss. In jeder Vollmondnacht, die auf die Ferien der Schüler von Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, fiel, drangen aus diesem Waldstück seltsame, entfernt animalisch klingende Laute, die von körperlichen und seelischen Schmerzen erzählten. Ein erfahrener Zauberer hätte darin das Wehklagen einer der dunkelsten Kreaturen der Welt erkennen können - doch zum Glück lag das Anwesen weit genug abseits um unliebsame Besucher fernzuhalten.

Der junge Mann, dessen Silhouette man auf dem Gelände im Licht des abnehmenden Mondes gut erkennen konnte, hatte inzwischen mit großen Schritten die Terrasse verlassen und ging zügig auf den Wald zu. Plötzlich war er verschwunden - an seine Stelle war ein großer Hirsch getreten, dessen Fell wunderschön schimmerte. Mit schnellen Sprüngen war er zwischen den Bäumen verschwunden als fürchte er, vom Haus aus entdeckt zu werden. Er lief jedoch nicht weit, sondern blieb stehen, sobald ihn das spätsommerliche Blätterdach verschluckt hatte. Seine Gedanken glitten davon. Es war die letzte Nacht des Sommers, die Nacht seines letzten Sommers in Freiheit, denn am nächsten Tag war der 1. September. Für den Animagus, der hier in Gestalt des Hirsches stand, hatte dieser Tag eine besondere Bedeutung. Es war das Ende der großen Ferien, der Beginn eines neuen Schuljahres. Auch für ihn würde es das letzte Jahr sein. Die letzten Monate in der Geborgenheit des alten Schlossgemäuers, das er wie seine Westentasche kannte und das die letzten sechs Jahre eine zweite Heimat für ihn geworden war. Er hatte sich dort immer wohl gefühlt - kein Wunder, schließlich war er einer der bekanntesten und beliebtesten Schüler von Hogwarts, sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern. Der einzige Lehrer, der ihn nicht mochte, war Professor Slughorn und das auch nur, weil er es in Zaubertränke eben nur auf ein A geschafft hatte. Das allerdings ohne etwas zu lernen. Er war ganz zufrieden mit dem Ergebnis, denn würde er es halten können, stünde seinem Ziel, Auror zu werden, nichts mehr im Wege. Ein Grinsen flog über das Gesicht des Hirsches, was unheimlich komisch anzusehen war. In den dunkelbraunen Augen, die voller ungeahnter Tiefen waren, konnte man nun ein schelmisches Glitzern erkennen, das sehr an den Menschen in ihm erinnerte, der seit seinem ersten Schuljahr zusammen mit seinen drei besten Freunden die Korridore und Klassenzimmer seiner Schule unsicher machte: James Hieronymus Potter.

Natürlich war er es, der hier in seiner Animagusgestalt im Wald von White Manor, dem Anwesen der Potters, stand und seine Gedanken schweifen ließ. Er hatte in den Ferien nicht sonderlich viel Zeit für sich selbst gehabt, hatte es doch einige Geburtstage zu feiern gegeben, darunter auch der siebzehnte seines besten Freundes und die seiner Eltern. Außerdem hatte er ja neue Streiche für ihr letztes Schuljahr aushecken müssen. Das war die Hauptbeschäftigung in den Sommerwochen gewesen: Mit Pad im Garten oder in seinem Zimmer zu sitzen und sich lauter kleine Gemeinheiten auszudenken. Doch ihre Streiche waren nicht mehr so kindisch wie noch im letzten Jahr, waren sie doch beide der Meinung, dem Kollegium und auch ihren Mitschülern beweisen zu müssen, dass sie sich weiterentwickelt hatten. Dass dies auch noch einen anderen Hintergrund hatte als nur den, die Lehrerschaft zu beeindrucken, war ihnen beiden klar, auch wenn es keiner aussprach. Pad hatte jedes Mal diskret geschwiegen, wenn sie auf dieses Thema zu sprechen gekommen war. James war froh darüber. Pad, das war sein bester Freund, der seit einem Jahr bei ihm wohnte. Eigentlich hieß er Sirius, Sirius Black, doch alle nannten sie ihn Pad, Padfoot oder Tatze. So wie sie ihn selbst Prongs, Jamie oder Krone nannten. Die Blacks, das war eine der ältesten reinblütigen Familien der Zaubererwelt - und sie bildete sich einiges darauf ein. Natürlich waren sie allesamt Schwarzmagier. Sirius und er kannten sich von klein auf, denn auch die Potters waren reinblütig und hatten so in den angesehenen Kreisen der Zauberergesellschaft ihren angestammten Platz, auch wenn sie nicht viel darauf gaben. Im Hause Potter war die Rasse eines Menschen noch nie groß geschrieben worden, sie legten mehr Wert auf das Wesen eines Menschen. Sirius und James waren zusammen aufgewachsen und sein Freund war schon immer ein gern gesehener Gast auf White Manor gewesen. Was man umgekehrt ja nicht gerade sagen konnte. Sirius' Mutter Walpurga hatte ihn einmal hochkant aus dem Haus am Grimmauldplatz 12 geworfen, nachdem er ihrer Meinung nach zu freundlich zu ihrem Hauselfen Kreacher gewesen war. Wann immer es den Beiden möglich gewesen war hatten sie sich getroffen und schon im Alter von fünf Jahren allerhand Streiche ausgeheckt und damit ihre Eltern in den Wahnsinn getrieben. Eigentlich mehr James' Eltern, denn wenn man Sirius' Dad Onion reizte, dann konnte das Folgen für Leben und Gesundheit der Misstäter ergeben. Die Beiden hingen zusammen wie Pech und Schwefel, sie waren das Streich - Duett der Extraklasse.

Damals, am ersten September vor sechs Jahren, waren sie gemeinsam durch die Absperrung gerannt, die die Muggelwelt vom Gleis 9 ¾ trennte. Sie hatten gemeinsam ein Abteil im Hogwarts-Express belegt. James erinnerte sich noch genau: Er und Sirius hatten dort gesessen, gescherzt und gelacht und hatten sich Streiche ausgedacht, die sie später ihren Lehrern spielen wollten. Plötzlich hatte es zaghaft an der Abteiltüre geklopft und ein dünner, schmächtiger Junge hatte den Kopf durch die Türe gesteckt. „Darf ich reinkommen?“, hatte er schüchtern gefragt. Sie hatten sich gefreut, Gesellschaft zu bekommen und hatten ihn freundlich angegrinst. „Ich bin Remus!“, hatte sich der Junge vorgestellt. „Remus Lupin.“ Der Hirsch lachte innerlich auf, als er daran dachte, wie das Gespräch weiter verlaufen war. Zuerst hatte er sich selbst vorgestellt. Dann war sein Freund an der Reihe gewesen, der es wohlweislich bei einem einfachen „Sirius, angenehm“ belassen hatte. Er wusste nur zu gut, wie die Personen in seiner Gegenwart auf den Namen „Black“ reagierten. Sie würden es schon noch früh genug erfahren, spätestens, wenn er in der großen Halle aufgerufen werden würde. Remus hatte verwundert nachgefragt: „Sirius und wie weiter?“ „Nix weiter“, hatten beide Freunde geantwortet und gelacht. Der braunhaarige Junge hatte zuerst sehr verwundert ausgesehen, ehe er in ihr Lachen miteingestimmt war. Schon damals war Sirius anders gewesen, schon vor seiner Schulzeit hatte er die Lehren der Familie Black, ihre Ansichten und Taten und vor allem die Tatsache, dass sie sich öffentlich zu Voldemort, dem schwärzesten aller Magier, bekannten, nicht akzeptieren können, auch wenn er still geschwiegen hatte. Er hatte genau gewusst, was die Antwort seiner Eltern auf einen Kommentar seinerseits gewesen wäre: Ein paar kräftige Ohrfeigen, Hausarrest und eine Standpauke darüber, was denn ein kaum elfjähriger Rotzlöffel über die Welt ?draußen' wisse. Oh, Sirius hatte schon damals genug gewusst, um mit Verachtung auf seine Familie zu blicken, der er nur durch einen Fehler von göttlicher Ebene angehörte, davon war er fest überzeugt. Später, als der Zug schon losgefahren war, war eine weitere Person zu ihnen gestoßen - ein kleiner, dicker Junge mit strohigem blondem Haar, der sich als „Peter Pettigrew“ vorgestellt hatte. Sie hatten viel Spaß zu viert gehabt, wenn auch Sirius und James vermehrt als Alleinunterhalter fungiert hatten. Es war lustig gewesen, der Auftakt zu einer wunderbaren Männerfreundschaft, die bis in die Jahre nach Hogwarts hineindauern würde, davon war James fest überzeugt. Doch auch die lustigste Zugfahrt hat ein Ende - und als sie sich dem Bahnhof genähert und sich ihre Schulumhänge angezogen hatten, war Sirius Black, der schlagfertige Witzbold, immer ruhiger und schweigsamer geworden. Als sie schließlich aus dem Zug gestiegen war und eine laute Stimme „Erstklässler, hier rüber!“, gerufen hatte, war kein Ton mehr über seine Lippen gekommen. Der Wildhüter, der sich selbst immer als „Hüter der Schlüssel und Ländereien von Hogwarts“ vorstellte, Rubeus Hagrid hatte sie zu wackelig aussehenden Booten gebracht, in denen sie den schwarzen See überquert hatten. Als das Schloss in Sicht gekommen war, hatten alle die Luft angehalten. Viele hatten schon davon gehört, doch gesehen hatte es noch keiner von ihnen. Sirius hatte geschluckt bei dem Anblick, der ihn unweigerlich an das Bevorstehende erinnerte. James hatte als Einziger gewusst, wovor er Angst hatte: Vor der Auswahl für die Häuser. Es war natürlich eher unwahrscheinlich, dass Sirius nach Ravenclaw oder Hufflepuff kommen würde, schließlich war er trotz allen seinen Zweifeln an der Einstellung seiner Familie einer, in dessen Adern das edle, reine Blut der Blacks floss. Und es hatte noch nie einen Black gegeben, der nicht nach Slytherin gekommen wäre. Slytherin, das Haus des Bösen, das so viele schwarze Magier hervorgebracht hatte wie kein anderes. Ja, der größte Schwarzmagier der Welt, der alle Menschen, ob Zauberer oder Muggel, in Schrecken versetzte, stammte aus diesem Haus - man munkelte sogar, er sei der letzte lebende Erbe ds legendären Gründers Salazar Slytherin: Lord Voldemort. Doch genau davor hatte Sirius Angst. Es wäre schrecklich für ihn, in dieses Haus zu kommen, auch wenn seine Familie dann sehr glücklich gewesen wäre. Denn erstens hätte Sirius dafür alle seine eigenen Prinzipien verraten müssen und zweitens - was für ihn viel, viel wichtiger war - würde seine Freundschaft mit James zerbrechen, dessen Vorfahren wiederum allesamt treue Gryffindors gewesen waren. Doch auch das einzig übrige Haus, das er persönlich bevorzugte, hätte fatale Folgen: Käme er nach Gryffindor, würde es früher oder später einen vollständigen Bruch mit seiner Familie geben, die ihn unweigerlich als einen Blutsverräter bezeichnen würde. Ihm persönlich war das relativ egal, er machte sich nichts aus dieser Familie, die so stolz auf ihre Vorfahren war. Doch er wollte seinen kleineren Bruder, Regulus Arcturus, nicht alleine in diesem Haus zurücklassen. Nicht auszudenken, was der Einfluss der schwarzmagischen Welt im Grimmauldplatz 12 bei dem Jungen auslösen könnte. Sirius hatte bis dahin immer versucht, ihn so gut wie möglich vor den Ansichten seiner Familie zu bewahren, doch ewig würde er das nicht können. James selbst hatte Sirius' Vater Onion als aufbrausenden und jähzornigen Mann kennen gelernt, dem seine Hand schnell ausrutschte. Er hatte sich nicht ausmalen wollen, was dieser mit seinem Sohn machen würde, sollte er wirklich dem Haus Gryffindor zugeteilt werden. Als sie schließlich Seite an Seite in die große Halle traten, hatte er deutlich die innere Anspannung seines besten Freundes gespürt. Wie gerne hätte er ihm geholfen, doch sie hatten schweigen müssen. Bevor er jedoch aufgerufen worden war, war zuerst seine gleichaltrige Cousine Bellatrix an der Reihe gewesen, die natürlich sofort zu den Slytherins gekommen war. Man hatte schon in ihrem jungen Alter erkennen können, dass sie die typische Kaltschnäuzigkeit und Hingabe zu den schwarzen Künsten, die fast allen Mitgliedern der Familie Black eigen war, geerbt hatte. Sirius hatte sie mit einem abschätzigen Blick verfolgt. Doch er hatte seine Aufmerksamkeit sofort wieder auf den Stuhl mit dem alten, zerfledderten Hut konzentriert, der seit jeher die Auswahl traf. McGonagall, die nicht mehr ganz junge Lehrerin für Verwandlung, die die Liste der Schüler vorgelesen hatte, hatte sich geräuspert, ehe sie weiter gelesen hatte. „Black, Sirius!“ Sirius hatte die Augen geschlossen, als Peter von seiner Seite zurückgesprungen war, als hätte er sich verbrannt. Er hatte Remus entschuldigend angesehen, der seinen Blick mit einem undefinierbaren Ausdruck in den Augen erwidert hatte. Von James ermutigt war er schließlich vorgetreten und hatte den Hut aufgesetzt. Der Slytherintisch hatte sofort applaudiert, obwohl der Hut noch nichts gesagt hatte. Sirius hatte die Augen in Richtung Himmel verdreht und gebannt der Stimme gelauscht, die nur zu ihm gesprochen hatte. Bis heute wusste James nicht, was der Hut zu seinem Kumpel gesagt hatte. Doch schließlich hatte er den Schlitz über der Krempe geöffnet - James hatte in dem Moment gespannt die Luft angehalten - und laut seine Entscheidung verkündet: „Gryffindor!“ James hätte in dem Moment nicht beschreiben können, was in ihm vorgegangen war - einerseits riesige Freude, dass sein Freund ihm erhalten bleiben würde - andererseits ebenso große Trauer, denn in diesem Moment hatte Sirius seine Heimat verloren, die zwar nie freundlich zu ihm, doch die immer noch sein Zuhause gewesen war. Und dass dem so war, daran hatte es keinen Zweifel gegeben. Totenstille war gefolgt, eine Stille, in der man jedes noch so kleine Rascheln der Umhänge gehört hatte. Er hatte nur ein mattes Lächeln für seinen besten Freund übrig gehabt, der ihm mit hochgereckten Daumen zugegrinst hatte. Als Sirius' Cousine Bellatrix aufgesprungen war und mit funkelnden Augen den Weg ihres Cousins verfolgt hatte, hatte der ganze Saal die Luft angehalten. „Blutsverräter!“ Ihre Stimme hatte kalt und verächtlich geklungen und war von den Wänden der großen Halle tausendfach zurückgeworfen worden. Sirius war unberührt weitergegangen, nur James hatte das leichte Zusammenzucken seines Freundes bemerkt. Es war eine längere Schimpftirade gefolgt, die nur dadurch unterbrochen werden konnte, dass der Schulleiter, dessen Blick besorgt dem schwarzen Schaf der Familie Black gefolgt war, zweimal in die Hände geklatscht hatte und die tobende Bellatrix strafend angesehen hatte. Sirius hatte die Fäuste geballt und war schnurstracks ans Ende der Gryffindortafel gegangen. Dass dort alle von ihm abgerückt waren, als könnte er jeden Moment seinen Zauberstab ziehen und alle in die Luft jagen, hatte ihn wesentlich mehr getroffen, als die Reaktion seiner verhassten Cousine. Die Tatsache, dass einer aus der berüchtigten Familie Black in einem anderen Haus als Slytherin war, war der größte Skandal, den die Schule bis dahin gesehen hatte - vielleicht einmal abgesehen von Myrthes Tod und einigen anderen unangenehmen Dingen die alle mehr oder weniger mit Lord Voldemort zusammenhingen, der hier auf Hogwarts noch Tom Vorlost Riddle geheißen hatte. Professor McGonagall hatte inzwischen die Namen der weiteren Schüler vorgelesen, und bis sie endlich bei „Potter, James“ angelangt war, hatte es insgesamt schon sieben Gryffindors gegeben: Alice Baddock, Sirius Black, Emilia Drew, Lily Evans, Frank Longbottom, Remus Lupin und Peter Pettigrew. James hatte sich auf den Stuhl gesetzt und der Hut war kaum in die Nähe seines verstrubbelten Haarschopfes gekommen, als er schon laut „Gryffindor“ gerufen hatte. Freudestrahlend war James zu seinem besten Freund gegangen, hatte Peter und Remus mit einem Augenzwinkern begrüßt und mit einem huldvollen Kopfnicken den spärlichen Applaus der restlichen Gryffindors entgegengenommen. Es war bewusst lächerlich gedacht gewesen, damit alle sehen konnten, dass er sich einen Dreck um ihre Begeisterung scherte, sondern zu seinem Freund stand. Im Laufe des weiteren Abends waren immer mehr skeptische Blicke auf ihn und Sirius gefallen, denn keiner hatte recht gewusst, was er davon halten sollte: Ein Black und sein bester Freund in ihrem Haus, das konnte ja nur Ärger geben. Gab es ja auch. Allerdings Ärger einer ganz anderen Art, als sie sich es jemals hätten träumen lassen.

Nun waren er und Sirius die beiden beliebtesten Schüler der ganzen Schule - sportlich, gut aussehend und nie um einen schlagfertigen Spruch verlegen. Schon seit ihrem dritten Schuljahr waren die Beiden die Frauenschwärme schlechthin. James mochte sich gar nicht ausmalen, wie das denn nun dieses Schuljahr wäre. Doch nicht nur bei den Mädchen waren die Beiden beliebt, auch bei den männlichen Vertretern aller Häuser. Das lag allerdings weniger an ihrem guten Aussehen, als an der Tatsache, dass er, Sirius, Remus und Peter - die Rumtreiber oder Marauder, wie sie sich nannten - die Meister der Streiche waren. Es gab keinen Geheimgang den sie nicht kannten, keinen Winkel, in dem sie nicht schon gewesen wären. Sirius wies hier eine verblüffende Kenntnis diverser Besenkammern im Schloss auf - von woher die stammten, wollte sich James lieber nicht so genau ausmalen. Zu viert hatten sie sogar die Karte des Rumtreibers erstellt, die sich magisch löschen und wiederherstellen ließ - auf diesem wertvollen Stück Pergament war jeder Gang und jeder Raum des Schlosses verzeichnet - inklusive aller Personen, die sich in ebendiesen Gängen aufhielten. Diese Karte hatte den vieren auf ihren nächtlichen Gängen durch Schloss, bedingt durch Remus' kleines, pelziges Problem, wie sie sein Werwolfdasein zu nennen pflegten, schon mehrfach gute Dienste erwiesen. Remus war auch der Grund gewesen, weswegen die anderen drei in ihrem dritten Schuljahr die schwere Kunst erlernt hatten, sich in ein Tier zu verwandeln - was der Grund für ihre seltsamen Spitznamen war.

Sirius war Padfoot, weil er sich in einen großen, zotteligen schwarzen Hund mit unvergleichlichen Augen verwandelte. Stahlgrau - und er hatte den Ich-bin-ein-armer-Hund-und-bettel-um-Süßigkeiten-Blick hervorragend drauf. Es gab niemanden, der diesen flehenden Augen widerstehen konnte. Remus war Moony, Peter Wormtail, weil er sich in eine kleine Ratte verwandeln konnte. Sirius hatte in einem unbelauschten Moment einmal gesagt, dass diese Gestalt zu ihrem Freund wie die Faust aufs Auge passte. Peter hatte in der Tat etwas Rattenhaftes an sich, was vielleicht auch der Grund war, weswegen kein Mädchen je mit ihm ausgehen wollte. Und schließlich er selbst, James, genannt Prongs. Ja, sie waren schon ein tolles Quartett - verantwortlich für fast alle Untaten, die auf den Gängen der Schule geschahen. Sie waren stolz darauf, natürlich. Das durfte man ja auch, hatten sie sich doch so viele Nachsitzstunden eingehandelt wie noch nie jemand zuvor. Und diesen Rekord würde auch niemand mehr brechen, da waren sie sich sicher. Der Hirsch grinste wieder, als er nun daran dachte, welche Streiche Sirius und er für ihr letztes Jahr geplant hatten. Es würde sehr lustig werden - auch wenn er dieses Jahr einige Pflichten mehr zu erfüllen hatte als jemals zuvor: Er war Quidditchkapitän seiner Hausmannschaft und fest entschlossen den Hauspokal dieses Jahr für Gryffindor zu gewinnen. Außerdem war er Schulsprecher, was er selbst nicht so ganz verstand. Schließlich war er einer der beiden schlimmsten Scherzkekse an der Schule - und Dumbledore berief ihn zum Schulsprecher? Seltsam, seltsam. Nun gut, der Mann würde ja wohl wissen, was er tat. James war gespannt, wer sein Kollege sein würde. Er hatte da ja so eine Vermutung. Diese Vermutung war weiblich, in seinem Jahrgang, auch in Gryffindor, hatte wunderschöne rote Haare und unglaublich grüne Augen - und hasste ihn wie die Pest.

Nachdenklich nahm der Hirsch seinen Gang über das Gelände wieder auf, trat aus dem Schatten der Bäume hervor ins helle Licht des Mondes. Er ahnte nicht, dass ihn ein Augenpaar vom Fenster im Obergeschoß des Anwesens aus genau verfolgte. Er begann zu rennen, rannte sich allen Kummer von der Seele, der mit dem Gedanken an diese rothaarige, begabte Hexe einherging. Sie hasste ihn dafür, dass er war, wie er war: Selbstbewusst, frech, schlagfertig, konsequent gegenüber Leuten die er nicht mochte - vor allem gegenüber Slytherins. Sie hasste ihn dafür, dass er ständig Streiche ausheckte und dafür, dass er ohne zu lernen stets gute Noten hatte. Dass ihm von Kindesbeinen an alles in den Schoß gefallen war. Das und noch viel mehr. Und er, ein Idiot wie er war, hatte sich ausgerechnet in sie verlieben müssen. In Lily Evans, Traum seiner schlaflosen Nächte, die ihn jedoch behandelte als sei er schlimmer als ein Niffler. Er schüttelte sein schweres Haupt. Wieso hatte das ausgerechnet ihm passieren müssen? Er hätte jede haben können. Aber er hatte sich nun einmal sie in den Kopf gesetzt. Nein, nicht in den Kopf, das traf es nicht. Sie saß tief in seinem Herzen und er wusste genau, dass er nicht fähig sein würde, sie jemals daraus zu vertreiben. Sein Lauf wurde schneller und schneller, desto mehr er sich mit ihr beschäftigte. Er wollte das nicht denken, wollte das alles loswerden, doch er konnte nicht. Nachts träumte er von ihr, tagsüber gab es immer wieder Momente, in denen er plötzlich stehen blieb und an sie dachte. Er überlegte stets, wie er ihr Vertrauen gewinnen konnte. Sein unsteter Lebenswandel in den letzten Jahren, in denen er, ähnlich wie Sirius, von einem Mädchen zum nächsten gesprungen war, ohne sich groß darum zu kümmern, was sie fühlten, hatte mit zu ihrer Einstellung gegenüber ihm beigetragen, dessen war er sich bewusst. Doch Tatsache war, dass er seit geschlagenen zwei Jahren kein anderes Mädchen mehr ansehen, geschweige denn angefasst hatte. Seit zwei Jahren, seitdem sie alle in der fünften Klasse gewesen waren, versuchte er Lily Evans zu einem Date mit ihm zu bewegen, doch bisher war es ihm niemals gelungen. Sie hatte ihn jedes Mal abgewiesen und mit jedem Mal hatte es mehr geschmerzt. James verlangsamte seinen Lauf und verwandelte sich zurück in einen Menschen. Es war kurz vor Mitternacht - Zeit, zurück ins Haus zu gehen und sich eine Mütze voll Schlaf zu gönnen - schließlich würde er morgen Lily gegenüber stehen. Und er hatte einen Entschluss gefasst - in diesem Jahr würde er kürzer treten mit seinen Streichen, würde versuchen einen möglichst guten Eindruck auf das Mädchen zu machen, damit sie erkannte, dass er anders war, als sie immer vermutete. Ja, das wollte er machen. Seufzend drehte er sich um und ging langsam, immer noch in Gedanken versunken, Richtung Haus.

Im Obergeschoß stand ein anderer schwarzhaariger Junge am Fenster, der inzwischen zur Familie der Potters gehörte, auch wenn sein Nachname anders lautete. Er schüttelte den Kopf, als er seinen besten Freund dort unten so nachdenklich umhergehen sah. Es schien ihm wirklich ernst zu sein mit Evans. Und diese dumme Kuh? Sie brach ihm ein ums andre Mal das Herz und merkte dabei noch nicht einmal, wie von dem strahlenden Glanz, der immer in den haselnussbraunen Augen des Jungen, der sie anbetete, gelegen hatte, mit jedem weiteren Korb von ihr ein Stückchen mehr verschwand - unwiederbringlich wie es schien. Sirius schüttelte den Kopf. Er würde mit Lily reden müssen - so ging es nicht weiter. Er sah nicht ein, dass sein Freund seine Lebensfreude nur aufgrund dieses Mädchen verlieren sollte, das zu dumm war, zu erkennen, dass es James ernst war mit seinen Bitten.

_______________________________________________

*puh* Das war ein schwieriges Chap, muss ich sagen... Es ist viel leichter, sich mit Lily zu identifizieren, als mit James. Aber schließlich habe ich es doch gechafft! Alles schon korrigiert und durchgesehen =)
Ich hoffe, euch gefällts! Vielleicht habt ihr ja Lust, nen Kommi zu hinterlassen? *lieb guck*


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Ich schreibe über Gut und Böse und habe die Verantwortung, das ordentlich zu machen. So einfach ist es nicht, - das Gute gewinnt nicht immer.
Joanne K. Rowling