
Huch, lauter neue Kommies *freu*
@Lily-Potter: Freut, mich, wenn dir die Geschichte gefällt! Ich weiß grad zwar ned wirklich, wer du bist (Katha? Oo), aber wenn du durch meine Story auf HP-Xperts gekommen bist, fühle ich mich sehr geehrt (;
@LilyFan: Hey, noch ein neuer Leser! Find ich super und ich hoffe, dass dir meine FF auch weiterhin gefällt =)
@MOOKiE: Ich hoffe, hier ist genug Action drin (; Wird noch mehr, kann ich versprechen. Der Anfang dauert ein wenig lang, aber spätestens, wenn wieder Unterricht ist, geht's los =)
@KingsleyS: Hey, freut mich, dass du wieder dabei bist!! Ich hatte beschlossen, meine FF völlig neu aufzuziehen, weil ich bei der alten ziemlich festgesessen bin und nicht mehr weiterkam. Hat man ja gemerkt, weil ich nie mehr aktualisiert hatte. Die Luft war raus, sagen wirs mal so. Die Tatsache, dass James Schulsprecher ist, war nicht ohne Hintergrund gewählt: Dann gehen mir nicht so leicht die Ideen aus. Ich bin nicht ganz so erfinderisch wie J.K.Rowling, deswegen musste ich eine kleine Hilfestellung auslegen. Ich hoffe, dir gefällt die Geschichte trotzdem!
@ CharlieEvans: Jaah, mein treuester Leser ist wieder mit dabei! *freu* Ja, ich hoffe, dir gefällt das neue Chap auch wieder =)
@Pennsocke: Noch ein neuer Leser *wow* Danke für deinen Kommi!
Entschuldigt, dass es zur Zeit wieder etwas länger dauert, aber ich habe bis zum Halbjahr noch endlose Schulaufgaben, ein Projekt und so weiter… Ich versuche, jede Woche ein neues Chap zu schreiben! So, nun viel Spaß beim Lesen!
Lange nicht gesehen…
Am Morgen des 1. Septembers, der sich durch nichts von den vorhergegangenen Morgen des Augusts zu unterscheiden schien, saßen nahezu 300 Kinder hibbelig und zapplig auf ihren Plätzen an den Frühstückstischen Großbritanniens. Besonders aufgeregt waren wohl all jene Elfjährigen, die mit magischen Kräften gesegnet waren und an diesem Tag zum ersten Mal in den Hogwarts-Express steigen würden, um auf der Schule in Schottland ihre siebenjährige Ausbildung zu beginnen. In diesen Jahren würden sie allerhand erleben, nicht immer nur positive Dinge, doch nach ihrer Schulzeit würden sie hervorragend auf das Leben ?draußen' vorbereitet sein - so weit man sich auf unberechenbare Gefahren und einen immer stärker werdenden Schwarzmagier eben vorbereiten konnte.
Es gab aber auch Schüler, die diesem Tag mit einem Tropfen Wehmut entgegensahen, wussten sie doch, dass es ihr letzter erster Schultag für immer sein würde. Es waren jene, die wie James Potter und Lily Evans in diesem Jahr ihre UTZe ablegen würden und danach ins „freie Leben“ entlassen werden würden. Nicht jeder nahm das als Anlass zum Feiern, viele machten sich Sorgen, ob sie dem Stress um die Prüfungen standhalten könnten. Doch eines hatten alle diese jungen Menschen gemeinsam: jeder einzelne von ihnen fand sich mehr oder weniger pünktlich um 9 Uhr auf dem Gleis 9 ¾ am Londoner Bahnhof King's Cross ein, um in den Zug zu steigen und mit der dampfenden Maschine in ein neues Schuljahr voller Überraschungen starten.
Auch die vier Rumtreiber waren schon lange anwesend und hatten sich das hinterste Abteil im Zug reserviert, indem sie ihre Koffer möglichst sperrig dort aufgebaut hatten. Nun standen sie wieder draußen auf dem Bahnsteig bei ihren Eltern. Remus und Peter verabschiedeten sich relativ kurz und schmerzlos von ihren Eltern, wobei Remus einige besorgte Blicke von Seiten seiner Mutter ertragen musste. Auch Peters Mutter hatte für den Jungen einige unbrauchbare Tipps, doch auch sie verschwand recht schnell. Sirius und James standen beide bei den Potters, die die beiden Jungs wie jedes Jahr ermahnten, es nicht allzu bunt zu treiben. Sirius zog den Kopf ein als seine Mutter Walpurga Black mit Regulus an der Seite auftauchte. Zum Glück übersah sie ihn einfach, als sie an ihm vorbeidampfte, um ihre Verwandte, Sirius' Tante, zu begrüßen. Regulus sah sich in einem unbeobachteten Moment nach seinem Bruder um und schenkte ihm ein kleines, kaum sichtbares Lächeln - wie jedes Mal, wenn sie von anderen nicht beachtet wurden, was sehr selten war. Das Grinsen, das Sirius zurücksandte, fiel ein wenig traurig aus, wurde ihm doch einmal öfter bewusst, dass er etwas im Hause Black zurückgelassen hatte, was durch nichts auf der Welt ersetzt werden konnte - seinen kleinen Bruder, den er trotz aller widrigen Umstände sehr liebte und vermisste. Doch jedes Mal, wenn sie einander auf den Korridoren von Hogwarts trafen, waren sie von Bekannten umgeben und konnten nicht ungestört miteinander reden. Sirius hatte seit einem ganzen Jahr, seitdem er aus dem Haus Black geflohen war, kein einziges Wort mit Regulus gewechselt. Er vermisste die ernsthaften Gespräche mit ihm - das einzige, was ihm in seinem Elternhaus wirklich gefallen hatte. Regulus hatte ihm immer grenzenlose Bewunderung entgegengebracht, auch nachdem ihn die ganze Familie als Blutsverräter bezeichnet hatte. Er war sein Halt gewesen, wenn alles zu kippen drohte.
James musste sich unterdessen einen weiteren Vortrag von Elizabeth Potter, einer schlanken, sportlichen Frau anhören, dieses Mal über seine Pflichten als Schulsprecher und Repräsentant der ganzen Schülerschaft, wie seine Mutter immer wieder betonte. William Potter stand grinsend daneben und tauschte einen verschwörerischen Blick mit seinem Sohn. Sie dachten beide dasselbe: Dass das Erste, was Elizabeth Potter tat, wenn ihre zwei Söhne in den Ferien nach Hause kamen, war sie über alle Einzelheiten ihrer Streiche auszufragen - und sie war diejenige, die immer am lautesten lachte, wenn das Duo einmal öfter einen ihrer zahllosen Gags zum Besten gab. Liz zog jeden der beiden Jungs mit den lässig zerstrubbelten schwarzen Haaren, die sich so sehr glichen, in eine Umarmung, ehe sie sich an Sirius wandte: „Und du bist wirklich sicher, dass du diese Jacke mit nach Hogwarts nehmen willst?“ Sie klang ziemlich pikiert, fast so wie Sirius' Cousine Bellatrix, wenn sie sich über die „schrecklichen Zustände in der Schulküche“ ausließ. Die Jacke auf schwarzem Leder mit dem typischen Muggelmotorrad auf dem Rücken war James' Geburtstagsgeschenk an seinen besten Freund gewesen. Er kannte Sirius' Fable für Motorräder, seien sie aus der Zauberer- oder Muggelwelt. Sein altes Zimmer am Grimmauldplatz 12 war mit Fotos von Motorrädern nur so zutapeziert - neben den zahlreichen Muggelfotos von Frauen in sehr, sehr knappen Bikinis. James hatte eingewilligt in irgendwelchen Ferien dieses Jahr mit Sirius zum Motorradkaufen zu gehen - natürlich nur ein verzaubertes fliegendes Motorrad. Er wusste ganz genau, was Pad tun würde, hätte er erst einmal die Schlüssel für ein solches Ding. Zuerst würde er es einen ganzen Tag lang herumfahren und herumfliegen, um zu testen, wie es sich denn mache. Und dann würde er tage- und nächtelang in der Garage des Potterschen Anwesens liegen und schrauben, ölen, lackieren und polieren. Solange, bis ihm die Augen zufallen würden. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht ließ James seinen Blick schweifen.
Er verharrte bei zwei Mädchen, die er nur zu gut kannte: Alice Baddock und Emilia Drews, die beiden besten Freundinnen von Lily. Automatisch suchte er die Gegend nach ihr ab, denn wo diese Beiden waren, da konnte sie auch nicht weit sein. Und tatsächlich, da kam sie auch schon, ihre Wangen leicht gerötet und ihre Haare leicht zerzaust, fast so, als wäre sie gerade von einem Besen gestiegen. James lächelte traurig. Lily Evans auf einem Besen? Eine mehr als absurde Vorstellung, denn das Mädchen verabscheute das Fliegen und alles was mit ihm zusammenhing - also auch Quidditch - fast ebenso sehr wie ihn selbst. Fast, wohlgemerkt, denn eine ihrer zahlreichen Abfuhren der letzten beiden Jahre hatte so gelautet. Die Worte "Lieber sitze ich für den Rest meines Lebens auf einem bockenden Besen fest, als dass ich mich auch nur für eine Minute lang an der Seite des ach so tollen James Hieronymus Potter blicken lasse", verpackt in einen bissigen Tonfall und begleitet von wütenden Blitzen aus ihren Augen, die ihn immer in ihren Bann zogen, hatten ihm so zugesetzt, dass er zwei Tage lang kein Wort gesprochen hatte. Gedankenverloren sah er in ihre Richtung, als die blonde Alice ihre beste Freundin anstieß und Lily sich umwandte. Grüne Augen trafen Braune und wieder einmal verlor sich James im Blick der temperamentvollen jungen Dame, die er so ins Herz geschlossen hatte. Er war sich völlig bewusst, dass er sich wieder zum Affen machen würde und er wollte nicht schon am ersten Schultag, bevor sie überhaupt im Schulgebäude waren, ihren Zorn auf sich ziehen. So wandte er sich schnell ab, noch bevor Lily Zeit hatte, ihm einen wütenden Blick zu schenken, ja überhaupt in irgendeiner Weise zu reagieren. Ohne sich noch einmal umzusehen, zog er mit Sirius, Remus und Peter im Schlepptau von dannen, in Richtung ihres Abteils. Er winkte seinen Eltern noch einmal zu, ehe er einstieg. Lily beachtete er nicht mehr.
Sie stand noch immer mit Al und Emy auf dem Bahnsteig, zu verwirrt, um einen klaren Gedanken fassen zu können. War das gerade eben Trauer gewesen, die sie da in Potters Augen gesehen hatte? Konnte es denn wirklich sein, dass er ernsthaft verliebt war? Dass er es eventuell doch ernst... Nein, diesen Gedanken dachte sie nicht zu Ende. Wie kam sie denn überhaupt darauf? Es war ihr Gehirn gewesen, das ihr diese Regung in den Augen des vorgegaukelt hatte, nichts weiter. Ein James Potter meinte es niemals ernst, das hatte sie in den sechs Jahren, die sie ihn nun schon kannte, oft genug gesehen. Trotzdem ließ sich nicht leugnen, dass er in ihrem Fall sehr hartnäckig war - zwei Jahre einem Mädchen nachzulaufen, das ihn partout verletzte, musste ihm einiges abverlangen. Doch Lily sah nicht ein, warum sie einlenken sollte. Natürlich, er sah nicht schlecht aus und war zweifelsohne einer der beliebtesten Kerle der ganzen Schule, doch darauf gab sie nichts. Sie war sich sicher, dass er einzige Grund, dass er ihr hinterherlief, der wer, dass sie das erste Mädchen überhaupt war, dass ihn zurückwies - immer und immer wieder. Sie redete sich ein, es wäre ihr so was von egal, was er dachte und fühlte, denn er hatte schon so vielen Mädchen das Herz gebrochen, dass nun eindeutig er an der Reihe war. Dass sie manchmal im Geheimen Gewissensbisse verspürte, verschwieg sie vor sich selber - sie wollte nicht wahrhaben, dass er ihr doch ein klein wenig Leid tat. Trotzdem, er war selber schuld. Er müsste sich ja nur ein klein wenig ändern, sich etwas Besonderes einfallen lassen, damit sie ihn erhörte. Erschrocken ertappte sich Lily bei dem traurigen Gedanken, dass ihm nur noch ein Jahr blieb, sie zu überzeugen. Sie schüttelte den Kopf. Da könnte er noch zehn Jahre Zeit haben - sie würde nicht mit ihm ausgehen, nein, nein, nein und nochmals nein. Sie zuckte zusammen, als ihr jemand von hinten auf die Schulter tippte. "Lils?", fragte Emilia besorgt und wedelte mit der Hand vor ihrem Gesicht herum. "Hat dich Potters Anblick etwa so aus der Bahn geworfen, dass du taub geworden bist?" "Was?", fragte die Angesprochene verwirrt. Hatte Em etwas gesagt? Alice lachte und zog die Rothaarige mit sich. "Die brauchst du heut nicht mehr ansprechen, die ist mit ihren Gedanken ganz woanders..." Sie wollte Lily mit sich ziehen, doch die machte sich los. "'Tschuldige, Mädels, ich muss ins Schulsprecherabteil, ich komm aber später dann nach! Ich muss aber erst mal wissen, mit wem ich denn überhaupt 'regieren' werde, meinte sie grinsend und ging ganz nach vorne. Sie winkte den Beiden noch einmal zu und stieg dann ins Abteil der Schulsprecher, wo sie den Beginn der Zugfahrt verbringen würde.
Sie setzte sich in einen der bequemen Sessel und zog die Mappe zu sich, die auf dem Tisch lag. Dort waren alle Aufgaben verzeichnet, die sie während dieses Jahres zu erfüllen hatten. So schloss kurz die Augen und überlegte ein weiteres Mal, wer denn ihr Kollege sein könnte. Es war seit jeher so gewesen, dass ein Junge und ein Mädchen zusammen diese Aufgabe verrichteten. Also ein Junge aus ihrem Jahrgang. Hoffentlich nicht Lestrange, der war nicht auszuhalten. Aber nein, er war ja Slytherin. In diesen Zeiten würde Dumbledore wohl keinem der Slyths eine so verantwortungsvolle Aufgabe zuteilen. Vielleicht war es wirklich Remus. Das könnte ihr gefallen, er war ja wirklich nett. Gegen Paul McCarrey aus Ravenclaw hatte sie auch nichts, sie hatte schon länger bemerkt, dass ihr seine Blicke folgten - und auch sie war nicht total abgeneigt. Über diesen Gedanken schlief sie ein, den Kopf an die Fensterscheibe gelehnt.
James war zuerst noch mit zu seinen Freunden ins Abteil gegangen, auch wenn er mit seinen Gedanken anderswo war. Wie sollte er es nur anstellen, dass Lily Evans am Ende dieses Schuljahres mehr für ihn übrig hatte als nur einen ärgerlichen Blick. Er schüttelte den Kopf. Unmöglich. Das konnte er nie schaffen. Er hasste dieses Gefühl. Zum ersten Mal in seinem Leben meinte er etwas wirklich ernst - und man glaubte ihm nicht. Beziehungsweise die Einzige, die ihm nicht glaubte, war diejenige, die ihm am meisten glauben sollte. Er schreckte er aus seinen Gedanken, als ihn Moony daran erinnerte, dass er ja ins Schulsprecherabteil sollte. Erschrocken sprang er auf und hastete davon, das Abzeichen hatte er in der Tasche. Es musste ja nicht schon im Zug jeder wissen, dass er Schulsprecher war. Als er durch die Tür ins Abteil stürmte, blieb er erschrocken stehen. Da saß das Mädchen, um das sich gerade noch seine Gedanken gedreht hatten und schlief. Ein kleines Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Sie war einfach wunderbar, wie sie da so saß, den Kopf an die Scheibe gelegt und wie ihre Haare über die Schultern flossen. Nein, er würde sie nicht wecken. Vorsichtig zog er die Mappe unter ihren fingern weg und schlug sie auf. Er begann zu lesen, was sie allen tun müssten:
Aufgaben der Schulsprecher auf der Zugfahrt:
- stündliche Rundgänge durch die Abteile
- Einführen der Vertrauensschüler
- Festlegen der Passwörter für Gemeinschaftsräume, Vertrauensschülerbad, Schulsprecherbad und Schulsprecherräume
(Information: Da in diesem Jahr beide Schulsprecher aus Gryffindor kommen, haben wir Ihnen Beiden zusätzlich zum normalen Büro Räume im Gryffindorturm zugewiesen, damit die Arbeit dieses Jahr wirklich effektiv wird.)
James war so weit gekommen und schluckte. Schulsprecherräume im Gryffindorturm. Und das, obwohl Lily ihn nicht einmal im Unterricht in ihrer Nähe haben konnte. Nun würden sie Tür an Tür wohnen. Er schüttelte den Kopf und wieder konnte man die Trauer auf seinem Gesicht erkennen. Für ihn war das toll, keine Frage, aber was Lily dazu sagen würde, wollte er sich gar nicht erst ausmalen. Er schloss kurz die Augen. ehe er sie schweigend beobachtete. Sie war süß, wie sie da so lag. Aber was würde sie sagen, sollte sie aufwachen? Er entschloss sich, ihrer vorauszusehenden Wut vorzubeugen und steckte das Schulsprecherabzeichen an seinen Umhang. Dann lehnte er sich in seinem Sessel zurück und begann, die Passwörterlisten für die Räume auszufüllen. Ein Zonko hier, ein Quaffel da, ein Birnbaum hier und dort noch ein Hosenscheißer (der Leser mag sich denken, für welchen Raum dieses Passwort gedacht war). Die Arbeit begann, ihm Spaß zu machen, nur für die Schulsprecherräume wagte er nicht, ein Passwort festzulegen. Bis auf den kleinen Ausflug ins Vulgäre bei den Slytherins waren seine Passwörter wirklich annehmbar, das muss gesagt sein. Er war vollauf damit beschäftigt, das alles auszufüllen, sodass er gar nicht bemerkte, wie die Frau seiner Träume die Augen aufschlug. Im ersten Moment dachte sie, sie müsste gleich losbrüllen, als sie registrierte, wer ihr da gegenüber saß. Doch sie ließ ihren Blick nur über die Person, die sie am meisten hasste, schweifen und stutzte. Er trug doch wirklich das Schulsprecherabzeichen am Umhang. Sollte Dumbledore wirklich...?
Das war ein wirklicher Schock. James Potter war Schülersprecher? Allein das war ja schon verheerend, die Schule würde in Chaos versinken. Sie schloss schnell die Augen wieder. Sich nur nicht anmerken lassen, dass sie wach war. Auf einen dummen Spruch seinerseits konnte sie wirklich verzichten. Was war in Dumbledore gefahren? Hatte sich der Mann ein Gläschen Schnaps zu viel gegönnt? Sie beobachtete den schwarzhaarigen Jungen unter den Augenlidern hervor. Er war total konzentriert. Was schrieb er denn da? Als er seinen Blick aus dem Fenster richtete, schloss sie ihre Lider wieder ganz. Erst mal nachdenken. Jetzt bloß nichts falsch machen. Sollte sie aus der Haut fahren? Das käme wohl nicht so toll rüber, schließlich hatte sie ja das Abzeichen an seinem Hemd gesehen. Schrecklich! Jetzt musste sie mit ihm das ganze Schuljahr zusammenarbeiten. Sie konnte sich wirklich besseres vorstellen. Warum war es nicht Remus geworden? Mit dem konnte man wenigstens lachen und Spaß haben. Und er war auch viel süßer als James. Definitiv. Sie hätte sogar seinen besten Freund Sirius Black den Großen ertragen. Alles nur nicht Potter. Lieber würde sie ja mit dem Riesenkraken zusammenarbeiten…
Sie dachte angestrengt nach. Diese Gedanken hatte sie schon einmal gehabt. Die brachten sie nun auch nicht weiter. Sie drehte sich nur im Kreis. Warum dachte sie überhaupt über Potter nach? Er würde sich nicht geändert haben in den Ferien, und sie würde ihn dementsprechend genauso behandeln. Sie schluckte, als sie an das Ende des Jahres dachte. Da würde es wie immer einen Abschlussball geben. Und diesen Ball mussten die Schulsprecher eröffnen. Mit einer Rede, die einer von ihnen hielt. Und mit einem Tanz. Das war ja ein Alptraum! Sie würde mit dem Kerl tanzen müssen, den sie so sehr verabscheute. Das war ja, als würde man einen Frosch küssen. Und Frösche waren eklig, schleimig und hässlich. Nun gut, das alles traf zwar nicht auf James zu, aber trotzdem. Halt. Falscher Gedanke. Das traf nicht auf Potter zu. Nicht dass sie jetzt schon wieder anfing, ihn ?James' zu nennen. Nein danke. ?Raus aus meinen Gedanken!', fluchte die rothaarige Hexe innerlich. Verdammt! So ein dummes Schlamassel. Und sie hatte sich noch vor einem Tag auf dieses Schuljahr gefreut? War stolz gewesen, Schulsprecherin zu sein? Sie verstand die Welt nicht mehr. Wieso Potter? Wieso hatte es der dämlichste aller männlichen Vertreter ihres Jahrgangs sein müssen? Wieso, wieso, wieso? Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie gesagt, dass es Sirius und ihm irgendwie gelungen war, Dumbledore zu manipulieren. Wahrscheinlich war James gerade damit beschäftigt, Pläne für Streiche zu machen. Was zur Hölle schrieb er da eigentlich? Sie lugte wieder unter den langen, leicht getuschten Wimpern hervor und schielte auf den Tisch. Blöderweise war das Papier zu weit von ihr entfernt, um zu erkennen, was er da tat. Sah irgendwie nach Formularen aus. ?Sag bloß, er hat schon mit den Schulsprecheraufgaben angefangen!', schoss es Lily durch den Kopf. Das wäre ja etwas ganz Neues. James Potter tat Etwas aus eigenem Antrieb? Das war ja ein kleines Wunder.
Jetzt sah er auf und ein Lächeln trat auf seine Züge. Verdammt, sie hatte die Augen nicht schnell genug zugemacht. Sie versuchte, möglichst verschlafen auszusehen, wartete innerlich nur auf einen saudämlichen Spruch seinerseits. "Morgen Evans! Ausgeschlafen?"
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