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Fanfiction

Marauders & Co - Unliebsame Erinnerungen

von Sirius Black - Marauder

James, Sirius, Remus und Frank - im Grunde genommen eigentlich nur Sirius, schließlich machte der fast die ganze Arbeit - waren nach der ersten Stunde fertig mit ihrem Trank. Slughorn war ziemlich verwundert, vor allem, weil der Amortentia sogar sehr gut gelungen war. Er rief die Klasse für einen Moment zur Ruhe und kam nach hinten zu den Jungen. Er räusperte sich und sah unangenehm berührt drein. „Nun, da muss ich die Herren der letzten Reihe wohl ausnahmsweise (Gott, musste der immer so übertreiben?) einmal loben. Dieser Amortentia ist sehr gelungen. Wer weiß noch, was die Besonderheit dieses Trankes ist? Miss Evans?“ Lilys Hand war sofort in die Höhe geschossen. James konnte sich ein seliges Lächeln nicht verkneifen. Sogar wenn sie zur Streberin mutierte, war sie noch so unvergleichlich süß. „Dieser Liebestrank ist der Stärkste den es gibt. Er riecht für jede Person anders!“ „Sehr gut! Nehmen Sie 20 Punkte für Gryffindor, Miss Evans! Und für das gute Gelingen dieses Trankes bekommen die Herren hier hinten noch einmal 10 Punkte! Und nun darf uns einmal jeder von Ihnen erzählen, wie dieser Trank für ihn riecht. Miss Evans, würden sie anfangen?“ Lily wurde ein klein wenig rot und setzte sich gerader hin. Unsicher warf sie einen Blick auf ihren Professor, der ihr ermutigend zunickte. „Nun, für mich riecht er nach Wind - nach einer leichten Sommerbrise!“ Slughorn nickte mit einem Lächeln. „Miss Baddock?“ „Blaubeeren!“ „Miss Drew?“ „Nach Frischem Moos!“ So befragte der Lehrer alle in der Klasse.

Als er zu den Maraudern kam, horchten alle Mädchen auf. Sirius grinste lasziv. „Erdbeeren!“ Nach einem „Rosen“ von Frank und einem „Blut-Johannisbeere“ von Remus, war James an der Reihe. Er blickte verlegen auf seine Tischplatte und nuschelte etwas, das niemand verstand. „Wie bitte?“, hakte Slughorn nach. Der Schwarzhaarige hob den Kopf und seine Mitschüler bemerkten mit mehr oder weniger erstaunten Blicken, dass sich seine Wangen leicht rot gefärbt hatten. Er richtete seinen Blick fest auf das Mädchen vor ihm, das ihn leicht genervt ansah. „Lilien!“, sagte er dann mit fester Stimme. Lilys Augen weiteten sich, während Snape neben ihr scharf die Luft einzog. Sie wandte den Blick von ihrem Kollegen ab und sah aus dem Fenster. War das jetzt eine Finte seinerseits oder meinte er es wirklich ernst? Unsicher sah sie zu ihm. Seine haselnussbraunen Augen bohrten sich so ernsthaft in ihre, dass es ihr schwer fiel zu glauben, wovon sie noch einen Moment zuvor fest überzeugt gewesen war. Verdammt, was war nur los mit ihr? Warum machten diese Augen sie so verrückt? Wann hatte das angefangen? Seit wann hatte Jam… - POTTER - so schöne Augen? Sie blinzelte verwirrte, ehe sie ihm zaghaft zulächelte. Er lächelte zurück, doch war sofort wieder aufmerksam, als Slughorn nun seinen Zweitlieblingsschüler befragte. Snape war das sichtlich unangenehm, doch er musste nun einmal antworten. Er schielte zu Lily, die aber immer noch James anlächelte, was dem Slytherin einen gehörigen Stich versetzte. Was fand sie an diesem Schnösel? Er erinnerte sich an früher, als er mit Lily gespielt hatte. „Der Geruch eines Kinderspielplatzes früh am Abend!“, sagte er und bemerkte zufrieden, wie Lily zusammenzuckte. Auch James war das nicht entgangen, doch anstatt Snape durch Blicke zu töten, fixierte er Lily. Warum verletzte sie dieser Kommentar so? Sie wirkte auf einmal gehetzt und James nahm sich vor, herauszufinden, warum dem so war. Dem rothaarigen Mädchen entging diese Reaktion nicht, doch es war zu beschäftigt damit, die Erinnerungen, die auf sie einstürmten, zu kontrollieren. Alle Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen, was weder ihren Freundinnen noch dem Slytherin neben ihr entging. Doch während der dümmlich grinste, waren Alice und Emilia ernsthaft besorgt um ihre Freundin. Doch der Gong erlöste die arme Lily und sie stürmte nach vorne, händigte Slughorn ihre Phiole aus und rannte fast schon aus dem Klassenzimmer. James überließ es Sirius und den anderen Beiden, den Kessel zu säubern und die Probe abzugeben - stattdessen ging er Lily hinterher. Die hämischen Blicke der Slytherins und die mitleidigen Zurufe der Gryffindors überging er dabei einfach.

Er holte sie schließlich auf einer Treppe ein. „Lily!“ Ohne nachzudenken hatte er sie beim Vornamen gerufen. Sie blieb stehen, sah sich aber nicht um. James nahm jeweils zwei Stufen auf einmal, bis er bei ihr war. „Was willst du, Potter?“ Sie versuchte, angriffslustig zu wirken, doch ihrem Angriff fehlte die übliche Schärfe. Krampfhaft unterdrückte sie die Tränen, konnte aber nicht verhindern, dass ihre Augen glänzten. Sie ließ ihre Haare wie einen Vorhang vor ihr Gesicht fallen und musterte die Stufen, als gäbe es nichts Interessanteres auf der Welt. „Weinst du?“ Die Frage klang ehrlich besorgt und ehrlich verwundert. James Weltbild war erschüttert. Eine Lily Evans, das Mädchen mit der spitzesten Zunge Hogwarts, durfte doch nicht weinen! „Ich wüsste nicht, was dich das angeht!“ Das klang schon eher nach der alten Lily und James zuckte zurück. „Ich wollte nur sehen, ob es dir gut geht. Entschuldige, wenn ich mir Sorgen mache!“ Eigentlich hatte er ja ruhig bleiben wollen, doch der angeborene Potter-Stolz konnte einfach nicht seine Klappe halten. Verdammt! Jetzt hatte er es sich bestimmt wieder versaut! Und tatsächlich: Als Lily nun ihren Kopf hob, rann eine einzige Träne ihre linke Wange hinunter. James hob schon die Hand, um sie fortzuwischen, doch die blitzende Wut in den geliebten grünen Augen ließ ihn innehalten. „Ich habe dich nicht gebeten, mir nachzulaufen, Potter! Wenn du glaubst, mich mit dieser Masche ins Bett zu kriegen, dann hast du dich gehörig geschnitten! Und NEIN - ich gehe nicht mit dir aus!“

Es war ja nicht ganz gerecht, ihre Trauer und ihren Zorn an Potter auszulassen, aber der war ja selber schuld! Was musste er ihr auch immer hinterher rennen? Kapierte er denn nicht einmal, dass sie ihre Ruhe haben wollte? War es denn wirklich so schwer, ein nein zu akzeptieren? Sie wollte keine seiner Eroberungen sein, wann sah er das denn endlich ein? Sie war nicht wie all diese dummen, zickenden Mädchen, die in Ohnmacht fielen, sobald James Potter sie auch nur anlächelte. Zugegeben, heute hatte er sie wirklich überrascht und sie hatte fast so etwas wie Schmetterlinge im Bauch gefühlt. Ach was, Unsinn, das war nur Einbildung gewesen, weil seine Augen so umwerfend waren. Was sie da schon wieder dachte! An diesen Augen war nichts Besonderes, kein Grund, nervös zu werden. Wahrscheinlich war der Toast in der Früh doch zu viel gewesen! Verdammt, warum sah er sie denn jetzt so an? Mit diesen unschuldigen Rehaugen, die bei einem Tier so Mitleid erregend wirkten - nein, nicht nur bei Tieren, er hatte den Blick auch richtig gut drauf. Wobei. Er schauspielerte gar nicht, der Ausdruck war echt. Wie? James Potter war doch nicht etwa enttäuscht, oder? Sie kam nicht dazu, den Gedanken zu Ende zu führen, weil es der Treppe in genau diesem Moment einfiel, die Richtung zu ändern. Und das tat sie recht schwungvoll - zu schwungvoll, denn Lily verlor das Gleichgewicht und stürzte gegen James, der sie perplex auffing und mit einem leisen Schmerzenslaut gegen das Geländer knallte. Als die Treppe an ihrem Zielort angekommen war, schluckte Lily. Sie lag immer noch in den Armen des schwarzhaarigen Marauders, der verdammt noch mal ziemlich gut aussah, das musste sie einfach zugeben. Und er ließ sie nicht kalt, was sie schon wieder zur Weißglut brachte. James dagegen musste sich ehrlich beherrschen, nicht irgendetwas Unüberlegtes zu tun. Remus zahllose Ermahnungen der letzten Jahre klangen ihm noch in den Ohren. „Sei ein Gentleman!“, rief er sich selbst zur Ordnung. Warum musste dieses Mädchen so verteufelt gut riechen? Das war doch nicht fair! Aber er hielt sein Temperament im Zaum und sobald die Treppe zum Stehen kam, setzte er sie sanft ab, hielt sie aber noch einen Augenblick fest, damit sie nicht umfiel. Just in diesem Moment kam von oben eine Gruppe scherzender Drittklässler aus dem Korridor, die sofort stehen blieben und sensationslustig kichernd die Szene verfolgten, was Lily und James allerdings entging. Grüne Augen hielten Braune gefangen und Beide mussten schlucken. „Danke!“, meinte Lily schließlich leise und schlug die Augen nieder. Dem Schulsprecher wurde bewusst, dass er sie immer noch festhielt. „Entschuldige!“, murmelte er, ging an ihr vorbei und stieg die Treppe nach oben. „Was gibt's da zu gaffen?“, rief er und funkelte die Drittklässler ganz autoritär an.

Lily blieb völlig bedröppelt auf der Treppe stehen. James Potter hatte sie aufgefangen, ohne die Situation auszunutzen? Ohne sie nach einem Date zu fragen? Hatte er wirklich nur sehen wollen, ob es ihr gut ging oder steckte doch mehr dahinter? Sie war absolut verwirrt. Erst der Kommentar während der Zaubertrankstunde. Dann Sev… - Snapes Aussage. Und jetzt auch noch die Szene auf der Treppe. Sie schüttelte den Kopf und ging die Treppe hinunter, in Richtung des Verwandlungsklassenzimmers. Na Wahnsinn, also nun musste sie noch zwei Stunden McGonagall überstehen. Und das, obwohl ihr tausende Gedanken durch den Kopf schwirrten. Warum hatte Snape sie in der Zaubertrankstunde so aus der Fassung bringen müssen? War er etwa eifersüchtig, weil sie sich mit Potter inzwischen unterhalten konnte, ohne aus der Haut zu fahren? Weil er sich offensichtlich geändert hatte? Aber… Hatte er das denn wirklich getan? Lily war sich da nicht so ganz sicher. Vielleicht war alles nur Show. Er wollte wahrscheinlich nur sich selbst und seinen Freunden beweisen, dass er jedes Mädchen herumkriegen konnte, wenn er nur wollte. Aber nein, da würde sie nicht mitspielen. Ein kleines Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht. Klar, sie fand ihn inzwischen ganz nett - worüber sie sich selbst ohrfeigen könnte - aber das hieß ja nicht, dass er es auch wirklich war. Er würde schon noch zu spüren bekommen, dass Mädchen - besonders rothaarige - sehr zickig und unberechenbar sein konnten. Inzwischen war sie vor dem Klassenzimmer angelangt und traf dort auf Emy und Al, die sie schon erwarteten und besorgt musterten. Und kaum war sie in Hörweite, prasselten schon die Fragen auf sie nieder: „Geht es dir gut?“ „Was war denn los?“ „Willst du nicht zu Madam Pomfrey gehen?“ „Was wollte Potter von dir?“ „Hat er was zu dir gesagt?“ Sie hob abwehrend die Hände. „Langsam, Mädels! Ich erzähl es euch später, in Ordnung?“ Professor McGonagall kam den Gang entlang gerauscht und ein wenig hinter ihr folgten die vier Rumtreiber. Sirius und Remus redeten heftig auf James ein, während Peter nur schweigend neben ihnen herlief. Plötzlich lachten alle vier auf und verschwanden im Klassenzimmer. Lily wurde das Gefühl nicht los, dass sie irgendetwas planten. Sie schüttelte den Kopf und folgte ihnen nachdenklich, wobei ihr entging, dass Emilia und Alice wissende Blicke tauschten.

Als sie das Klassenzimmer betraten, war wie üblich die hinterste Reihe schon belegt - rechts war der Versammlungsort der Marauder und links hatten sich Melody und ihr Anhang niedergelassen. Lily rollte die Augen und musste unwillkürlich grinsen bei der Erinnerung an die letzten Jahre. Es war immer gleich abgelaufen:
Sie, Emilia und Alice betraten das Verwandlungsklassenzimmer. Die Jungs hatten sich schon in der hintersten Ecke verschanzt und kaum hatte Potter sie entdeckt, winkte er wie wild mit der Hand. (Er bemerkte anscheinend gar nicht, wie unsagbar dämlich das aussah…) „Hey Evans! Komm doch rüber zu uns!“ Sie hatte mit den Augen gerollt und ihm jedes Jahr dieselbe schnippische Antwort gegeben: „Ich will meine Alpträume nicht ausleben, Potter!“
Sie lachte in sich hinein, als James nun auch wirklich die Hand hob, wenn auch lachend, und ihr winkte. „Hey Evans!“ Ihre Augen blitzten auf. Ein Spruch aus einem bekannten Schwarz-Weiß-Streifen der Muggel, den sie jedes Jahr an Sylvester mit ihrem Vater anschaute, kam ihr in den Sinn: „The same procedure as every year!“ Und so antwortete sie ihm ganz traditionsgemäß: „Ich setze mich doch nicht zu meinem wahr gewordenen Alptraum!“ Allerdings war ihre Stimme eher amüsiert als genervt wie sonst immer. Jedoch steuerte sie ganz gezielt die linke vordere Ecke an, möglichst weit von den Jungs weg. Aber Alice machte ihr dieses Jahr einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, indem sie sie am Arm nahm und kurzerhand in die Reihe vor den Jungen bugsierte. Lily spürte Zorn in sich aufsteigen. Was sollte das? War das wieder ein Kuppelversuch von Seiten ihrer Freundinnen? Sie wollte schon auffahren, doch Emilia zischte ihr ins Ohr: „Es wäre schön, wenn du deine Versprechen ohne zu murren einhalten könntest!“ Die Rothaarige zog schuldbewusst den Kopf ein. Emy hatte schon Recht, wenn sie sich aufregte. Sie hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass sie ihren Mädels in den Ferien versprochen hatte, dass sie sich in die Nähe von Frank setzen würden. Immerhin himmelte Alice den Gryffindor schon seit einem halben Jahr an. Emy und sie hatten beschlossen, etwas nachzuhelfen. Und nun hatte sie ihren Vorsatz schon wieder vergessen. Und warum? Nur wegen Potter! Aber warum musste sich Frank auch ausgerechnet vor die vier setzen?

Die Antwort war eigentlich klar, schließlich hatten sie wieder mit den Slytherins Unterricht. Und dass er sich neben Snape setzte konnte man ja auch nicht von ihm verlangen. In diesem Jahr waren die Tische als Zweiergruppen aufgestellt, sodass Alice sich neben Frank setzen konnte. Er grinste ihr zu und Emy lächelte viel sagend. „Ja ja, wo die Liebe hinfällt!“, meinte sie mit einem undeutbaren Blick auf Lily leise. Die wollte schon zu einer harschen Antwort ansetzen, doch die Professorin im Klassenzimmer beanspruchte alle Aufmerksamkeit für sich. Sie begann nun ihrerseits einen Vortrag über angebrachtes Lernverhalten im Abschlussjahrgang und keinen wunderte es, dass ihr strenger Blick dabei vornehmlich auf der letzten Reihe lag. Die kümmerte das jedoch nicht sonderlich. Alles in allem erzählte sie ihnen nichts, was Slughorn nicht schon mindestens fünfmal angeführt hätte und so machten sich Lilys Gedanken recht schnell selbstständig. Zuerst versuchte sie ihre Stimmung in den Griff zu bekommen und all die Erinnerungen zu ordnen, die Snapes Worte hervorgerufen hatten. Allen voran waren da die glücklichen Momente mit Petunia - es schmerzte immer noch, daran zu denken. Lily hatte stets das wütende, entsetzte Gesicht ihrer Schwester vor Augen, als die erfahren hatte, dass sie eine Hexe war. Die Rothaarige verstand nach all der Zeit noch immer nicht, was diesen Hass ausgelöst hatte und vor allem, woher er kam. Sie hatte ihrer Schwester nie etwas getan, im Gegenteil. Sie hatte sie vergöttert und es tat fast körperlich weh, bei jeder Gelegenheit so verächtlich gemustert und wie Abschaum behandelt zu werden. Deswegen lernte sie auch so viel, hatte es immer schon getan. Sie hatte immer ihre Schwester beeindrucken wollen, wollte immer so sein wie Petunia. Doch nun hatte sich das geändert. Sie hatte kein Vorbild mehr, denn aus dem fröhlichen, lebenslustigen Mädchen, das Lily einst so ähnlich gewesen war, war nun eine verbitterte und unfreundliche junge ?Lady' geworden, der nichts mehr wichtig war, was die Schwestern einst verbunden hatte. Die Rothaarige erinnerte sich daran, dass sie damals richtig glücklich gewesen war, ein Gefühl, das sie schon lange vermisste.

Sie hasste Snape dafür, dass er all diese Erinnerungen wieder heraufbeschworen hatte. Zweifellos war es ihm nur darum gegangen, sie zu verstören, indem er auf ihre Kindheit anspielte. Und das war ihm auch wirklich gelungen. Seit der Szene vor zwei Jahren war sie nicht mehr auf dem Spielplatz gewesen. Dort hatte sie ihn seit sie auf Hogwarts waren nicht mehr gesehen. Es tat weh, zu sehen, was aus ihrem ehemaligen besten Freund geworden war, wie weit er zu gehen bereit war. Ihre Freundschaft war zerbrochen, nur wegen des Streites zwischen den Häusern. Oh ja, er war ein wahrer Slytherin geworden. Sie schluckte, während sie diese Erinnerungen in den hintersten Winkel ihres Gedächtnisses verbannte. Doch konzentrieren konnte sie sich noch immer nicht. Denn nun spukten James Worte in ihrem Kopf herum. Warum konnte er nicht so sein wie all die Jahre zuvor? Es hatte gut getan, all ihre Ängste und ihre Trauer in Wut auf ihn umzuwandeln. Nun fiel es ihr nicht mehr so leicht, ihn zu hassen. Er passte schließlich nicht mehr in das Verhaltensmuster des arroganten, selbstverliebten Draufgängers, ganz im Gegenteil. Er war bisher ruhig, freundlich und zuvorkommend gewesen und hatte sie erst einmal nach einem Date gefragt. Das hatte er noch nie länger als zwei Stunden ausgehalten! Eine Tatsache, die sie verwirrte. Das stieß ihr halbes Weltbild um! Und wenn sie wirklich ehrlich war, dann vermisste sie diese Aufmerksamkeit fast ein wenig. Bei diesem Gedanken hielt sie inne. Moment? Was hatte sie da gedacht? Warum um alles in der Welt sollte ihr Potters ewiges Generve fehlen? Sie stützte den Kopf in die Hände und starrte an die Tafel ohne irgendetwas zu sehen. Warum brachte sie dieser schwarzhaarige Junge auf einmal so aus dem Konzept? Sie konnte nicht einmal mehr im Unterricht richtig aufpassen! Was war nur los mit ihr? Sie schüttelte den Kopf und verbot sich jeden weiteren Gedanken an ihren Schulsprecherkollegen. Vielleicht, weil sie tief im Inneren ahnte, wohin das führen würde und es nicht zulassen konnte. Sie versuchte, sich abzulenken, indem sie ihre Mitschüler beobachtete: Alice malte, Emilia schrieb einen Brief an ihre Mutter. Die Slytherinmädchen betrieben augenscheinlich eine mehr oder weniger wissenschaftliche Studie über die Schmerzgrenze der im Verwandlungsklassenzimmer ansässigen Kakerlaken. Oder sie trainierten auch einfach nur ungesagte Schockzauber. Tierquälerei. Eigentlich inakzeptabel, doch Lily wusste nur zu gut, dass sie, wenn sie etwas sagte, nur allzu bald selbst der Gegenstand einer solchen Forschung sein würde. Nur dass sich die Anwendung der Flüche nicht auf Schockzauber begrenzen würde. Ihr lief ein kalter Schauer den Rücken hinab. Als Vertrauensschülerin war sie einmal Zeugin einer solchen Studie anhand eines Erstklässlers geworden. Sie hatte eingreifen wollen, doch Remus hatte sie zurückgehalten. Sie hatte ihn zuerst nicht verstanden, bis Rose Cane, die damalige Vertrauensschülerin aus Hufflepuff, dazwischen gegangen war. Oder besser gesagt, es versucht hatte. Die Slytherins hatten zwar von dem weinenden Erstklässler abgelassen, doch Roses Schreie klangen Lily noch heute in den Ohren. Sie fragte sich, ob der Schulleiter über all das Bescheid wusste.

Wenn nun jemand auf Hogwarts eine Radio-Umfrage zum Thema „Gewalt an Schulen“ durchführen würde, kämen wohl erschreckende Wahrheiten ans Licht. Wobei, es würde wohl niemand wagen, all die Dinge zu enthüllen, die im Schloss so alles passierten. Denn es konnte schließlich niemand sicher sein, dass sein „Verrat“ nicht herauskommen würde und dann wäre sein Überleben nicht mehr gesichert - ebenso wenig wie das Wohlergehen seiner gesamten Familie. Ja, es herrschte Krieg. Nicht nur außerhalb der Schlossmauern, auch innen breitete er sich unaufhaltsam aus. Lily dachte an ihre eigene Familie. Sie liebte sie alle und würde es nicht ertragen können, ein Unglück verursacht zu haben, wegen dem sie sterben müssten. Sie schauderte bei dem Gedanken. Nun, um diesen Vernon wäre es eigentlich nicht schade… Halt, nein, so etwas durfte sie nicht denken! Immerhin schien Petunia unverständlicherweise mit diesem Fettklops sehr glücklich zu sein. Sie verstand einfach nicht, was an diesem Kerl so besonders war! Der war ja sogar schlimmer als Potter an seinen nervigsten Tagen. Also lohnte es sich nicht wirklich, über ihn nachzudenken. Vor allem, weil das wieder all die Dinge auf den Plan rufen würde, die sie gerade so erfolgreich verdrängt hatte.

Also Weiterführen der Beobachtungen. Sie sollte vielleicht Notizen machen. Aber dazu müsste sie ja aufpassen… Was machte denn die letzte Reihe so? Lily drehte sich sehr unauffällig zu den Jungen um und lugte unter ihrem Arm hindurch. Black schwätzte mit Remus und Pettigrew und Potter… Wie? Potter hörte der strengen Schreckschraube doch nicht wirklich ernsthaft zu? Sein Blick ruhte gespannt auf der Professorin und er schien das, was sie sagte, sehr interessant zu finden. Seit wann war er denn so ein Musterschüler? Sie musste schlucken. Seit wann war sie keine mehr? Wann hatten sie denn die Rollen getauscht? Schnell wandte sie sich wieder nach vorne. Von was redete die McGonagall da überhaupt? Fragen über Fragen und keine Antwort. Nun gut. Es war jetzt ohnehin zu spät um noch mit dem Aufpassen anzufangen. Bald würde er Gong ertönen und die letzte Doppelstunde des Tages einläuten: Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Sie war ja gespannt, was sie dort lernen würden - und vor allem, wie der neue Lehrer sich verhielt. Unwillkürlich musste sie grinsen, als sie überlegte, wie er wohl auf das Chaos-Gespann Black-Potter GmbH und Co KG reagieren würde. Sie hoffte, dass die Beiden, vor allem Black, eine saftige Strafarbeit kassieren würden. Immerhin war noch kein neuer Lehrer an der Schule erschienen, ohne von ihnen gebührend „begrüßt“ geworden zu sein. Sie mussten nämlich immer testen, wie weit dessen Schmerzgrenze reichte. Bei den meisten nicht sehr weit. Der einzige, der jemals von Anfang an von den Beiden begeistert gewesen war, war ihr Erstklass-Fluglehrer, Professor Aloisius gewesen. Aber dieser Schotte hatte schon irgendetwas Abenteuerliches an sich.

Vielleicht würde er die Beiden Chaoten ja zu seinen Lieblingsschülern ernennen, wer wusste das schon? Vielleicht würde er ihnen seinerseits auf der Nase herumtanzen? Wieder musste sie grinsen. Es wäre doch einmal schön zu sehen, wie Black und Potter auf die Schippe genommen wurden. Das trauten sich an dieser Schule nämlich nur zwei Personen: Der Schulleiter, Professor Dumbledore und die Schulkrankenschwester, Madam Pomfrey. Und natürlich sie selbst, aber das war eine ganz andere Geschichte. Und niemals offiziell. Es hatten nämlich erst zwei Schüler gewagt, den Streichekönigen Konkurrenz zu machen. Damals hatte für drei Wochen ein erbitterter Kleinkrieg an der Schule getobt, in dessen Vergleich sogar der Häuserkrieg verblasste, und alle Welt hatte den Kopf eingezogen. Es war hoch hergegangen und die Stink- und Farbbomben waren nur so hin und her geflogen. Doch plötzlich hatte diese ganze Sache ein rapides Ende gefunden, als eines Tages die zwei Gegenspieler mit langen, blonden Haaren, rosa Schleifchen, Zöpfchen und echten Brüsten in bayerische, rosa Dirndl gekleidet in der großen Halle auftauchten. Die ganze Schule hatte noch tagelang gebebt vor Lachen. Und diese Tat war bis heute die Größte in der ganzen Geschichte Hogwarts geblieben. Doch Lily hatte den leisen Verdacht, dass die Rumtreiber planten, diesen Gag am Ende des Schuljahres noch zu toppen. Sie schüttelte den Kopf und lächelte. Irgendwie war sie sogar gespannt darauf, was die Jungs sich wieder einfallen lassen würden…

Der Gong erlöste die Schüler endlich von dem schier endlosen Monolog der Verwandlungslehrerin und Hauslehrerin von Gryffindor. Lily, Alice und Emilia sprangen gleichzeitig mit Melody Thornton und ihrem Anhang auf und stürmten aus dem Klassenzimmer in Richtung Verteidigung gegen die Dunklen Künste, das im zweiten Stock unterrichtet wurde. Da die drei Freundinnen im Gegensatz zu Melody Turnschuhe trugen, waren sie um einiges schneller und belegten ihre Lieblingsreihe: Die Zweite rechts, gleich neben dem Fenster. Langsam trudelten auch die anderen Schüler ein - wieder ein Fach zusammen mit den Slytherins, das war ja nicht zum Aushalten! Oh Verwunderung - die Marauder steuerten wie immer die letzte Reihe an, auch wenn James ein wenig sehnsüchtig in Lilys Richtung blickte. Doch Sirius setzte sich energisch durch und sein bester Freund ergab sich schulterzuckend in sein Schicksal.

Lily rutschte gespannt auf ihrem Stuhl hin und her und wartete neugierig darauf, wie dieser Schotte wohl sein würde. Er schien recht jung zu sein und sie hoffte, dass er so locker drauf war, wie er aussah. Emilia und Alice ging es nicht anders, auch sie waren sehr gespannt, wie der Neue sich verhalten würde. Die Rothaarige warf einen unauffälligen Blick nach hinten. Black und Potter waren am Tuscheln und Kichern - ein Verhalten, das sie nur allzu gut kannte. Aber sie war wirklich gespannt, was sie sich für den Lehrer ausgedacht hatten. Ihre Gedankengänge wurden jedoch unterbrochen als die Klassenzimmertüre aufflog und der junge Schotte hereinstürmte.

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James: Ja,ja, meine Augen, einfach faszinierend... Schau mich doch mal an!
SB - M: Werd nicht überheblich!
James: Wieso, ich bin doch einfach toll!
SB - M: Mhm. Aber mit einem Pickel auf der Nase wärst du noch toller... *hehe*
James: Neeeeeeiiiin! *davonrenn*


*gg*
Entschuldigt, das musste mal sein^^
Das nächste Kapitel wird spannender und interessanter, versprochen. Da gehts ja auch um eine der besten Personen *smile*


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Ich schreibe über Gut und Böse und habe die Verantwortung, das ordentlich zu machen. So einfach ist es nicht, - das Gute gewinnt nicht immer.
Joanne K. Rowling