
von marie29
Sie nickte nur, sah ihm nicht in die Augen. Sie hatte ihn belogen, das war noch niemals zuvor geschehen und es lag ihr schwer im Magen. Ihn aber bewegte etwas ganz anderes. "Zeig es mir! Ich will es sehen!"
Seine Stimme klang ruhig und beherrscht. Aber Marie fühlte, wie aufgewühlt er war. Er hatte jedes Recht, Lucius Bestrafung zu erleben, lechzte danach, dessen Schreie zu hören. Sie verstand ihn so gut, ihr war es ja ebenso ergangen. "Ja, das sollst du auch!" Sie zog ihn neben sich, rutschte tiefer und legte ihren Kopf auf seinen Bauch. Dann ergriff sie seine Hände, legte sie an ihre Schläfen und führte ihn an den Ort zurück, an dem der ganze Schrecken seinen Anfang nahm.
Dort jedoch ließ sie ihn allein. Sie wollte das Grauen nicht noch einmal durchleben, konzentrierte sich ganz auf die Wärme seines Körpers, genoss die solange vermisste Nähe und verfiel bald in einen sanften Schlummer. Ein entsetztes Keuchen war es, das sie weckte. Sie schreckte hoch, fühlte deutlich sein hartes Glied an ihrer Schulter, starrte in seine schreckgeweiteten Augen, erkannte ihre eigene Erregung darin und begriff. Er hatte Dracos Fantasien miterlebt, ihre aufwallende Lust gespürt.
Zuvor hatte sie ihm eben dies zeigen wollen, doch jetzt verspürte sie eine entsetzliche Scham, wollte nur noch weg. Sie schlug die Hände vors Gesicht, sprang auf und rannte in die Nacht hinaus. "Marie!" Seine Stimme holte sie ein. Etwas Neues, Wildes lag in dem Wort, ließ sie erstarren, ihr Unterleib schmerzte vor Sehnsucht. Sie wandte sich um. Der Hunger in seinem Blick brachte ihren Körper zum Brennen. Ein stummer Zauber, die Kleider verschwanden.
Hemmungslos wie eine läufige Hündin rieb sie sich an seinem nackten Schenkel, stöhnte vor Lust. Er packte sie grob, drückte sie nieder. seine Knie pressten sie auf den harten Boden. Ihre Finger gruben sich brutal in sein Gesäß, drängten ihn so nah an ihr Gesicht, dass ihre Lippen sein steifes Glied berührten. Sein Keuchen, immer heftiger, je enger ihr Mund sich darum schloss, die Vorhaut zurückschob und so fest zu saugen begann, wie sie nur konnte.
Er wand und krümmte sich, versuchte zu fliehen, doch die Leidenschaft verlieh ihr unmenschliche Kräfte. Ihre Nägel krallten sich in sein Fleisch, hielten ihn fest. Er ertrug es nicht mehr, schrie! Da endlich lockerten sich ihre Lippen und ihre Zunge strich gierig über die empfindsame Eichel, so geschwollen, so heiß. Immer schneller fuhr sie hin und her, heftig, drängend, sein Blut kochte, jede Zelle war erfüllt von purer Lust und plötzlich stieß sie ihn von sich.
Vor Enttäuschung entfuhr ihm ein zorniger Laut, doch da verschloss ihr feuchter Schoss seinen Mund. Der Geschmack ihres Saftes machte ihn rasend, seine Zunge schob sich tief in sie hinein, verlangte nach mehr. Jetzt war sie es, die stöhnte vor Qual, sich nach Erfüllung sehnte. Ihre Schenkel zitterten vor Schwäche, als seine Finger sich zwischen sie schoben, ihre pochende Klitoris rieben, drückten, massierten. Die Glut trieb ihren Verstand in den Wahnsinn. Sie konnte nicht mehr, musste kommen, sofort!
Eine Sekunde zu früh drückte er ihr Becken in die Höhe, schob sie von sich. Die Erregung verpuffte und loderte schlagartig wieder auf, als seine harter Penis auf ihre hitzige Scham traf. Nichts konnte sie jetzt noch bremsen. Immer heftiger wurden die Bewegungen der schweißnassen Körper, nur darauf aus, die eigene Begierde zu stillen. Da war keine Liebe, keine Zärtlichkeit, kein anderes Gefühl, als die wilde, unerträglich Gier nach Befriedigung - und die kam.
Wie ein Blitzschlag durchfuhr sie ihre Körper, unmenschlich waren ihre Schreie, animalisch. Die Intensität, mit der der Strom durch ihre Adern brauste, die Leiber überschwemmte mit unsäglicher Wonne, berauschend, ekstatisch, befreiend, war so gewaltig, dauerte so unfassbare lange, dass es kaum zu ertragen war, als dieses herrliche Gefühl abebbte, verschwand. Und übrig blieb nur Kälte.
Ihr Verstand kam zurück, ihr Geist, ihr Gefühl. Keiner wagte den anderen anzusehen, zu berühren. So dankbar waren beide für die Dunkelheit. Severus fühlte Maries Zittern, wusste nicht, war es die Nachtluft oder das Entsetzen über sich selbst. "Wie Tiere!" Ihre erschütterte Stimme, leise, fassungslos, unfähig zu verstehen, was doch ohne ihren Willen geschehen war. Auch sein Verstand begriff es nicht. So sicher war er gewesen, nie wieder Lust verspüren zu können, hatte das Ding zwischen seinen Beinen verflucht. Doch sein Körper hatte ihn eines Besseren belehrt.
Maries Erregung war es gewesen, die ihn alles andere vergessen ließ. Ihre wollüstige Sehnsucht hatte wahrlich das Tier in ihm geweckt. In diesem Moment war Draco ein Rivale gewesen, den es niederzuzwingen galt, zu vertreiben für immer. Sein Instinkt trieb ihn hinter ihr her, erkannte das willige Weib, nur zu bereit sich ihm hinzugeben. Nichts anderes zählte mehr. All die unzähligen Male, die sie miteinander die höchste Erfüllung fanden, waren geprägt gewesen von Liebe und Zärtlichkeit. Nie stand der sexuelle Akt im Vordergrund so wie heute. Immer war es mehr Geben denn Nehmen gewesen und doch hatten sie sich so wundervoll ergänzt, beide genossen die Stunden der vertrauten Intimität immer aufs Neue.
Was jetzt geschehen war, war etwas völlig anderes. Aber musste es deshalb falsch sein? "Hat es dir denn gar nicht gefallen?" Was für eine bescheuerte Frage. Ihre Reaktion zeigte doch genau, was sie fühlte. "Dir schon?" Ganz deutlich glaubte er, ihre entsetzten Augen vor sich zu sehen, auch wenn seine eigenen geschlossen waren. Wie hatte er sich nur selbst derart in die Enge manövrieren können. Was musste sie jetzt von ihm denken?
Sie hatte sich aufgesetzt, ihre Augen funkelten in der Dunkelheit, nicht erschrocken, eher belustigt. "Wie hast du es nur all die Jahre geschafft, das Tier in dir zu verbergen, mein Prinz?" Was bildete sie sich eigentlich ein? "Wenn ich mich nicht schwer täusche, hast du dich auf mich gestürzt wie eine rollige Katze." Sie konnte es nicht erkennen, doch sie wusste genau, wie sein Gesicht jetzt aussah. Der triumphierende Blick, die Augenbrauen soweit nach oben gezogen wie möglich, ein spöttisches Lächeln auf den Lippen, doch das würde ihm noch vergehen. Auch wenn die Erinnerung an ihr eigenes Verhalten ihr mehr als peinlich war, diesen Sieg vergönnte sie ihm nicht.
"Du lenkst ab, für welches Tier hältst du dich denn. Vielleicht für einen Wolf, der mit eingezogenen Schwanz vor der Leitwölfin im Staub buckelt und um ein Gnade winselt?" Ein drohendes Knurren erklang und schon saß er auf ihr und bleckte die Zähne. "Eher für eine Löwen, dessen Gebrüll das ganze Rudel erzittern lässt." Sie lachte so heftig, dass sie sich verschluckte und er notgedrungen seine Machtposition aufgeben musste, um ihr auf den Rücken zu klopfen. "Ein Macho, der den ganzen Tag im Schatten des Affenbrotbaums auf der faulen Haut liegt und seinen Harem für sich jagen lässt. Ja, das passt!"
Sie sah zu ihm auf, er fühlte ihr Lächeln mehr als er es sah und eine Woge unbeschreiblichen Glücks durchströmte seinen Körper, bis tief auf den Grund seiner Seele. Frei und unbeschwert wie ein Vogel flatterte sein Herz, schlug bis zum Hals, als sie sich hochreckte und ihre Lippen zärtlich die seinen berührten. Endlich war er wieder er selbst. Marie, die Kinder, die Schule - das war sein Leben und plötzlich liebte er es mit einer Inbrunst, die schmerzte. Es war das Kostbarste, das es auf dieser Welt gab. Und endlich konnte er es wieder genießen.
Plötzlich fuhr Marie ruckartig in die Höhe. "Bei Merlin, ich hab die Kinder vergessen!" Die Kinder! Eine heftige Sehnsucht flammte in Severus auf, der Wunsch, sie zu sehen, war übermächtig. Aber was sollte er ihnen sagen? Sein distanziertes Verhalten musste sie tief verletzt haben. Maries Hand griff nach seiner. "Lass sie einfach nur fühlen, wie sehr du sie liebst. Du musst nichts erklären, sie wissen genauso gut wie ich, wie schrecklich diese Wochen für dich waren. Komm!"
Marie trat als Erste aus dem Kamin und ihr strahlendes Lächeln sagte mehr als tausend Worte. Katie warf sich in ihre Arme. "Mum, Mummy wir haben euch lachen sehen. Geht’s Daddy besser?" "Ich glaub schon, Schätzchen." Severus Stimme zitterte ein wenig und sein Blick schweifte unsicher durch den Raum. Würde Aris Anblick den Schrecken zurückbringen?
Da war sie, stand regungslos da, sah ihn nur an. Die Angst in ihren Augen schnitt ihm tief ins Herz. Wie sehr sie fürchtete, ihn durch ihre bloße Anwesenheit wieder in die grauenvolle Hölle zurückzuschicken, der sie beide doch nur so knapp entronnen waren. Aber da war nichts. Nichts anderes sah er, als ihr geliebtes Gesicht, nichts anderes fühlte er, als den brennenden Wunsch, sie an sich zu ziehen und festzuhalten, sie endlich wieder von ganzem Herzen zu lieben.
Er bemerkte nicht, wie die anderen den Atem anhielten, als er zögernd den ersten Schritt auf sie zuging, wie sie im Stillen zu Merlin um Beistand beteten. Und dann lag Ari in seinen Armen, umklammerte ihn so fest sie nur konnte, presste ihr Gesicht an seine Brust und flüsterte immer wieder fast beschwörend ein Wort. "Daddy!" Ein Schauer durchfuhr ihn und sie begann zu zittern. Doch es war keine Panik, die seinen Geist überflutete, es war pures Glück! Sein erleichterter Seufzer verband sich mit dem Maries und sie lächelten sich über die Köpfe ihrer Töchter hinweg zärtlich an. Severus löste eine Hand von Aris Rücken, streckte sie Albus entgegen und zog auch ihn an sich.
Tonks ließ endlich Remus Arm los und er rieb sich die schmerzende Stelle, bevor er ihr den Arm um die Schultern legte und grinsend fragte: "Na, wie hab ich das gemacht?" Die tiefe Dankbarkeit in Severus Blick vertrieb den Schalk aus seinen Augen und er wandte sich ab, um seine Tränen zu verbergen. Wie unsagbar froh er war! Die Sorge um die beiden Menschen, die ihm im Laufe der Jahre so sehr ans Herz gewachsen waren, hatte das Glück über Teddys Rettung beinahe in den Hintergrund gedrängt.
Der Junge hatte das Erlebte unbeschadet überstanden und sich mit Feuereifer in die Aurorenausbildung gestürzt. Die Trennung von Ari war sein einziger Kummer, aber das Flohnetzwerk hatte eine Verbindung zwischen Hogwarts und dem Grimmauldtplatz genehmigt, so dass die beiden die Wochenenden gemeinsam verbringen konnten. Das Mädchen litt schweigend, doch der Kummer nagte unverkennbar an ihr.
Tonks und er hatten den Dreien angeboten, ihren Kamin für die allabendlichen Gespräche mit ihrer Mutter zu nutzen. Marie versuchte jeden Tag aufs Neue, Ari zu trösten, aber sie konnte Severus Liebe nicht ersetzen. Die Beziehung zwischen den beiden war so innig gewesen, sie musste sich fühlen, als hätte sie einen Teil ihrer Seele verloren. Ihre Geschwister hatten die besondere Verbindung zwischen ihrem Vater und Ari stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge akzeptiert, wussten sie doch, er liebte auch sie von ganzem Herzen.
Sie jetzt alle so glücklich zu sehen, wärmte Remus Herz und Tonks ging es genauso. Mittlerweile hatte sich Katie rigoros zwischen Ari und Albus gedrängt und drückte ihr strahlendes Gesicht an Severus Bauch. Marie saugte diesen Anblick förmlich in sich auf, konnte und wollte die Tränen nicht zurückdrängen. Es fühlte sich wunderbar an, vor Freude zu weinen, so als rinne flüssiges Glück über ihre Wangen und befreie Körper und Geist von allen Sorgen.
Dieses wunderbare Gefühl begleitete sie zurück nach Hause, durchströmte sie noch, als sie alle gemeinsam aneinander gekuschelt im Nest lagen und Severus lächelnd Lilys zerfleddertes Buch zur Seite legte und sie über Aris Kopf hinweg ansah, während er die letzen Worte aussprach: "und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage."
Manchmal werden Märchen wahr!
ENDE
So lieber Leser, das wars. Danke für die Zeit, die du für diese Story geopfert hast. Vielleicht schenkst du mir ja noch eine Minute und sagst mir deine Meinung?:)
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