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Fanfiction

Feinde mit gewissen Extras - 30-39

von Shakes

Kapitel 30

Ihr war so langweilig! Jetzt lag sie hier schon so lange, wann wollte Madame Pompfrey sie endlich hier rauslassen?
Wenn sie ehrlich war, konnte sie ihr Glück immer noch nicht fassen, so waren zumindest die Nächte erträglich. Naja, die Nächte waren wunderbar, doch es erschien immer noch sehr surreal.
Aber sie wollte irgendetwas tun, sich irgendwie beschäftigen, sie wurde wirklich noch wahnsinnig, wenn sie weiterhin hier zur Untätigkeit verdammt wäre.
Außerdem hatte sie ein schlechtes Gewissen, weil sie so gemein zu Harry gewesen war, sie wusste ja, dass es nicht seine Schuld war, er tat nur, wie geheißen.
Und doch, sie hatte keine Lust auf Besuch, von niemandem. Wenn einer ihrer Klassenkameraden oder ihr ganzer Schlafsaal hier auftauchte, musste sie ihnen etwas vorspielen, was nicht existierte, denn, obwohl sie langsam zu glauben begann, dass Severus Snape sie liebte, war sie doch tagsüber immer noch traurig und sie wollte nicht unterhalten werden.
Sie wurde noch wahnsinnig! Nur hier zu liegen und ihren Gedanken ausgesetzt zu sein!
Sie schlug ihre Decke zurück und begann ihre Schuluniform anzuziehen.
Natürlich war sie erst halb fertig, sie war doch etwas langsam, wohl noch ein Nachhall ihrer Verletzungen, da kam Pompfrey schon aus ihrem Büro gewirbelt.
„Was tuen Sie da?“
„Wonach sieht es für Sie aus?“ Naja, ein wenig schnippischer war sie wohl auch geworden.
„Sie bleiben hier, bis Sie genesen sind!“ Sie war tatsächlich empört, aber das war ihr egal.
„Nein. Ich werde noch wahnsinnig! Ich will etwas zur Beschäftigung und wenn sie jedem, der zu mir zu Besuch kommt verbieten, mit Bücher zu bringen, dann werde ich mir wohl selbst welche holen müssen! Ich werde hier nicht weiter zur Untätigkeit verdammt liegen! Entweder Sie lassen mich jetzt meine Bücher holen, oder sie schicken jemanden, der es tut!“
Die Krankenschwester hatte sich vor der Eingangstür aufgebaut und hob beschwichtigend die Hände.
„Nun gut, ich werde mit dem Schulleiter reden, sie erhalten morgen bescheid und jetzt gehen Sie wieder in ihr Bett zurück!“
Doch das reichte ihr nicht, sie wollte jetzt was zu tun haben!
„Ich will jetzt etwas, wenigstens ein Buch!“
Sie wusste nicht wie, doch irgendetwas an ihr überzeugte die sonst so starrköpfige Madame Pompfrey.
„Ok, Sie gehen in ihr Bett zurück und ich hole Ihnen ein Buch aus der Bücherei, aber nur eins!“
Beschwichtigt ging Hermine zu ihrem Bett zurück und sagte „Gut, ein Buch, bis morgen, dann will ich den Rest! Und ich hätte gerne mein Verwandlungsbuch.“
Froh über ihren Triumpf wartete Hermine fast eine halbe Stunde, bis die Krankenschwester mit ihrem Buch hereinkam.
Sie verbrauchte den restlichen Tag mit lesen und übte ein wenig, aber nur bis die Krankenschwester erneut hereingewirbelt kam und ihr entrüstet verbot auch noch zu üben, bla bla bla.
Doch am Ende des Tages war sie beinahe fertig mit ihrem Buch und so hoffte sie, dass sie die restlichen Bücher morgen früh bekommen würde.
Am Abend wackelte Madame Pompfrey schwer beladen mit einem Tablett voll essen herein, na toll, sie hatte keinen Hunger, aber das der Krankenschwester zu erklären war, als wollte man den Riesenkraken überzeugen von nun an bei Professor Trelawney zu leben.
Also aß sie zwei Löffel, bis sie endlich abzog, dann wartete sie noch ein wenig und ließ stück für stück das Essen verschwinden, nur zur Sicherheit, falls die Krankenschwester sie, wieder einmal, kontrollierte.
Verzweifelt versuchte sie wach zu bleiben, denn wenn Pompfrey endlich zu Bett gegangen wäre, würde er zu ihr kommen, sie war sich sicher! Er würde bestimmt zu ihr kommen!
Doch der Streit hatte sie ausgelaugt, sie war doch noch um einiges schwächer, als sie sich zugestehen wollte, so schlief sie ein, gerade als sie das letzte Kapitel ihres Buches angefangen hatte.
So schlief sie zwei Stunden später immer noch tief und fest, als Severus Snape unsichtbar den Krankensaal betrat.
Er stockte, sie lag da, mit einem Buch auf der Brust, er musste schmunzeln, er hatte sich schon gewundert, dass sie es so lange über sich hatte ergehen lassen, ohne Bücher oder irgend eine andere Ablenkung.
Doch dann sah er sie genauer an, sie war furchtbar blass, noch blasser als sonst schon, sie war immer noch sehr dünn.
Die Decke hob sich kaum über ihrem Körper.
Sie sah aus, als bräuchte sie den schlaf dringend, ihre Augen wirkten eingefallen und sie hatte dunkle Ringe darunter.
Also ließ er sie schlafen, entgegen seines selbstsüchtigen Wunsches, sie aufzuwecken um die kurze Zeit, die sie zusammen hatten mit ihr zu verbringen.
Er ließ seinen Blick schweifen und er fiel auf Madame Pompfreys Schreibtisch, die Krankenschwester musste vergessen haben, Hermines Akte wegzuräumen, denn dort lag sie, leise erhob er sich und öffnete sie.
Die Akte war voll mit Notizen der Krankenschwester, er begann zu lesen.

Miss Granger scheint bei der Aufnahme unterernährt, beim Eintreffen bewusstlos.
Diagnose: Nach Zaubertrankunfall gefährliche Überanstrengung und Stress, in Folge dessen Kreislaufzusammenbruch und Bewusstlosigkeit.
Der bewusstlose Zustand wird beibehalten, bis eine annehmbare Körperliche Verfassung wiederhergestellt wird.

Sein Herz tat einen Stich, er wusste, was, unter anderem, den Stress ausgelöst hatte. Er und er hatte geglaubt, er würde sie beschützen, mit dem was er tat.

Nach einer Woche war zu lesen:
Miss Grangers Körperlicher Zustand ist weitgehend wiederhergestellt, sodass sie wieder aufgeweckt werden kann.
Miss Granger scheint in einem akzeptablem Maße desorientiert, nimmt nur wenig Nahrung zu sich, nach erster Anamnese wir die vollständige Genesung bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen, spätere Folgeschäden nicht ausgeschlossen.

Miss Granger ist seit einiger Zeit wieder wach, sie isst nichts, wenn sie niemand überwacht, allerdings weiß sie es zu verhindern mehr als ein, zwei bissen zu sich zu nehmen.
Sie schläft nur, wenn sie es nicht verhindern kann.
Miss Granger fragt permanent nach Unterrichtsmaterial, was verhindert werden muss, das kleinste bisschen Stress kann zum erneuten Kreislaufzusammenbruch führen.
Wenn sich der Allgemeine Zustand nicht bessert, muss sie erneut künstlich in Schlaf versetzt werden.

Was? Der Eintrag war nicht sonderlich alt, er schaute auf das Datum, nur zwei Wochen!

Da war noch ein letzter Eintrag, von heute, deswegen hatte Madame Pompfrey die Akte mit Sicherheit auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Miss Granger hat ein Unterrichtsbuch bekommen, es war der einzige Weg sie am verlassen des Krankenflügels zu hindern, bereits nach wenigen Minuten auf den Beinen nahm ihre Haut eine gräuliche Färbung an, nach einem zweiminütigen Disput war sie bereits erschöpft.
Erneut keine Nahrungsaufnahme, mittlerweile ist Miss Granger stark unterernährt.
Sie verlangt nach mehr Büchern, was keine Option ist.

Das hatte er nicht gewusst! Natürlich, sie war dünn, sie schlief kaum, was wohl, mal wieder, seine Schuld war, aber dass es ihr so schlecht ging! Er legte die Akte zurück und ging wieder zu Hermine, als er sich setzte, schlief sie immer noch.
Doch nach einiger Zeit schreckte sie hoch. Verwirrt sah sie sich um.
„Severus?“ wisperte sie. Er war immer noch unsichtbar.
Er hob den Zauber auf und sie begann zu lächeln, es war aber sehr matt.
Doch dann sah sie sein besorgtes Gesicht.
„Was hast du? Was ist los?“ Plötzlich wurde sie aufmerksam, fast misstrauisch, sie setzte sich auf.
Er nahm ihre Hand, doch sie blieb doch angespannt.
„Hermine, warum isst du nichts?“
Sie zog ihre Hand zurück, nein, dass schien nicht ihr Lieblingsthema zu sein.
„Ich esse doch, meine Güte, nur weil mit Pompfrey für fünf gibt!“
„Hermine, ich habe gerade deine Akte gelesen, es sieht wirklich nicht so gut aus, weißt du. Madame Pompfrey überlegt, ob sie dich wieder in Schlaf versetzen soll. Sie hat Sorge, dass du beim Kleinsten Anzeichen von Stress wieder einen Zusammenbruch bekommst. Ich mache mir Sorgen um dich!“
Sie schnaubte. „Du brauchst dir keine Sorgen machen, mir geht es gut! Und, jetzt mal ehrlich, glaubst du wirklich, ich erlaube es ihr, mich wieder in schlaf zu versetzten? Ich hätte es ihr nicht einmal letztes Mal erlaubt!“
Sie war stur, aber das hatte er ja schon gewusst und jetzt war sie sauer.
Er streckte seine Hand aus und streichelte ihr über die Wange, sie ließ ihn, aber das war auch schon alles.
„Ok, lass uns über etwas anderes reden.“ Er würde es nicht riskieren, sie wieder in Rage zu bringen. Er liebte sie.

Kapitel 31

„WAS?!?!“ Harry sprang auf, er konnte nicht glauben, was Dumbledore ihm da gerade gesagt hatte, Draco sterben?
Doch der Slytherin saß immer noch starr auf seinem Stuhl, er bewegte sich nicht, es schien als würde er nicht einmal atmen.
„Harry…“ Dumbledore hob die Hände, eine beschwichtigende Geste, die auf ihn jedoch keinen Einfluss hatte. Er lief wie ein eingesperrter Tiger durch das Büro
„Harry! Setz dich!“ Dumbledore, strenger, doch immer noch tigerte er hin und her.
„Harry, bitte.“, das kam von Dray, es war fast geflüstert und er sah ihn bittend an.
Mit großer Mühe setzte er sich wieder. In seinen Gedanken herrschte ein wilder Sturm. Dray, sterben? Was dachte sich Dumbledore?
„Danke, Mr Malfoy. Harry, hör mir zu!“ Er sah ihn eindringlich an.
„So, jetzt da ich deine Aufmerksamkeit habe, Harry, kann ich ja meinen Plan erklären. Das Problem ist, dass Voldemord“, Draco zuckte beim Klang dieses Namens zusammen, „sicherlich Pläne mit Ihnen hat, Draco, natürlich nachdem Sie mich umgebracht haben.“ Wieder zuckte er zusammen, er wagte es kaum, Dumbledores Blick stand zu halten.
„Nunja, wir haben wenige Alternativen, denn einfach wegzulaufen wäre Ihrer Familie mit Sicherheit eher Abträglich, denn er würde sie hart bestrafen, wenn nicht töten. Deswegen müssen Sie verschwinden, aber so, dass er glaubt, Sie seien Tot. Was, nicht einfach zu bewerkstelligen ist, jedoch durchaus machbar, allerdings, müssen Sie beide einiges auf sich nehmen.“
Harry war beruhigt, hatte er nicht damit anfangen können?
„Gut und was wäre das genau?“ Draco schien, genau wie er selbst ermutigt.
„Nunja, zuerst einmal müsstest du es sein, Harry, der Mr Malfoy ´tötet´. Es gibt einen Zauber, der sehr selten verwendet wird, wie ihr euch gleich denken könnt. Der besagte Zauber verändert den Zauberstab und zwar für immer. Wenn du also, Harry, jemals den avada kadavra gegen jemanden, egal wen einsetzten würdest, würde er niemals endgültig wirken. Wenn du nun den avada kedavra gegen Draco verwenden würdest, würden Sie ohnmächtig werden, sie würden aufhören zu atmen und alle äußerlichen Merkmale eines Toten zeigen, doch er könnte wieder erweckt werden, mit dem Zauberstab, der ihn in diesen Zustand versetzt hat. Also ist es theoretisch schon möglich jemanden zu töten, aber du, oder jeder, der im Besitz deines Zauberstabs ist kann die jeweilige Person zurückholen.“
Ok, ja er verstand, warum das kein sehr populärer Zauber war, was wollte jemand, wie Voldemord mit so einem Zauberstab und normale Menschen verwendeten den Todesfluch normalerweise nicht.
Aber es würde ihm trotzdem sehr schwerfallen, den Fluch gegen Draco zu verwenden.
Er sah ihn an, in seinen Augen spiegelte sich seine eigene Angst und trotzdem sah er auch Entschlossenheit in ihnen.
„Ok, machen wirs.“ Das klang mutiger, als er sich fühlte.
„Aber,“, sagte Draco leise, „was ist mit dem Auftrag, den ich von ihm habe? Er wird jemand anderen schicken, der Sie tötet, was werden Sie tun?“
Daran hatte Harry nicht gedacht, aber es stimmte, Voldemord wollte Dumbledore tot sehen.
Er lächelte, wie schaffte er es in diesem Moment zu lächeln, da wir über seinen bevorstehenden Tod redeten?
„Darüber brauchen Sie sich keine Sorgen machen, Draco, ich werde Ende des Jahres sterben, nur im Gegensatz zu Ihnen, Draco, werde ich es tatsächlich tun.“
Und schon wieder, Harry sprang erneut auf.
„Was?!?“, und wieder tigerte er durch das Büro, Dumbledore sterben?
Er sah seinen Schulleiter an, er hatte Dumbledore nie als sterblich betrachtet, irgendwie war ihm nie der Gedanke gekommen er könnte sterben.
„Harry, setz dich bitte wieder.“
Es fiel ihm genau so schwer, wie schon früher am Abend.
„Ich werde sterben und, keine Sorge Draco, Sie müssen mich nicht töten, das ist alles geregelt. Harry, schau mich bitte an.“ Denn Harry konnte ihn einfach nicht ansehen, er fühlte sich betrogen, denn er hatte immer das Gefühl gehabt, dass Dumbledore ihn auf seinem Weg begleiten würde, er konnte es sich einfach nicht vorstellen, eine Welt ohne Dumbledore.
Er sah hoch, Dumbledore hatte die schwarze, verkohlte Hand vor sich auf dem Schreibtisch ausgestreckt.
„Harry, wenn ich nicht dafür gesorgt hätte, dass mich ende des Jahres jemand tötet, würde ich innerhalb der nächsten zwei Jahre langsam und qualvoll sterben, diese Hand,“ er hob sie leicht „würde mich vergiften. Es war eine Nachlässigkeit von mir und ich werde dafür bezahlen müssen, wie wir alle für unsere Fehler zahlen.“
Die Jungen starrten ihn an, es war ihnen durchaus nicht entgangen, dass er nicht gesagt hatte, wer ihn würde töten müssen, nur war es klar, dass es keiner der beiden war.
„Nun gut, jetzt wo das geklärt ist, es ist schon spät, ich schlage vor, sie beide gehen jetzt zu Bett, ich werde ihnen rechtzeitig den vollständigen Plan erklären. Gute Nacht.“
Die beiden Jungen erhoben sich murmelten „Gute Nacht.“, und gingen.
Auf der Treppe zum Korridor zog sich Draco Harrys Tarnumhang über.
Schweigend und bedrückt gingen sie durch das leere Schloss zum Raum der Wünsche, getrennt in ihren jeweiligen Schlafsälen zu schlafen kam nach den Wirrungen der letzten Stunden nicht in Frage.
Kaum durch die Tür warfen sie sich auf das Bett, die Gesichter einander zugewandt.
Lange Zeit lagen sie nur so da, einander anstarrend.
Sie hatten einiges zu verdauen.
„Ich weiß nicht, ob ich das kann, auch wenn er nicht wirklich wirkt, ich weiß nicht, ob ich es schaffe.“
„Ich vertraue dir, weißt du.“
„Ja, aber ich mir nicht.“
Er hob die Hand und legte sie an die Wange des anderen.
„Das macht nichts, weißt du, ich vertraue dir für dich mit.“
Sanft küsste er Harry.
Er erwiderte den Kuss, zuerst zärtlich, dann stürmisch, er war wie ausgehungert nach ihm.
Es war, als gäbe es eine Sonne, tief in ihm drin, die alles verzehrte, ihn ausbrannte und nur er konnte ihn kühlen.

Kapitel 32

Hermine war wütend, wütend auf Severus, wütend auf Madame Pompfrey, wütend auf die ganze Welt und vor allem, wütend auf sich.
Wie kam es, dass sie jeden, der sie liebte vor den Kopf stieß?
Gestern hatte sie Harry vergrault, dann in der Nacht hatte sie mit Severus gestritten.
Wenn sie ehrlich war, waren das die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben, mit ihrem Vater wenn man es genau nahm. Warum also stritt sie mit jedem?
Es war, weil sie unterfordert war, sie brauchte einen Ausgleich von dem ganzen hier, entweder brauchte sie sofort Bücher oder sie würde aufstehen und laufen, laufen, laufen bis sie umfiel, was in ihrem derzeitigen Zustand vermutlich nicht einmal weit war, aber dann würde sie von Professor McGonnagal in einen Schlaf versetzt werden und das Rad würde sich von neu drehen.
Sie klopfte mit ihren Fingern auf die Decke, Pompfrey hatte ihr ein, riesiges Frühstück hingestellt und war davongewackelt um Dumbledore zu fragen, ob sie die restlichen Bücher und Unterrichtsnotizen bekommen könnte.
Snape zuliebe hatte sie etwas von dem Frühstück gegessen, doch bereits nach wenigen bissen war ihr schlecht geworden, also hatte sie den Rest verschwinden lassen und wartete ungeduldig, dass Pompfrey kam und ihr sagte, dass sie ihre Bücher bekommen könne.
Das Dumbledore es nicht erlauben könnte war keine Option.
Also trommelte sie weiter mit ihren Fingern auf die Bettdecke und starrte Löcher in die Luft, innerlich kochend vor Wut.
Endlich, nach gefühlten Stunden kam Madame Pompfrey zur Tür rein. An der Uhr über der Tür sah sie, dass eigentlich nicht einmal eine Stunde vergangen war, es war jetzt halb neun, in einer halben Stunde würde der Unterricht beginnen.
Fragend hob sie eine Augenbraue.
Madame Pompfrey stellte sich vor ihr Bett.
„Miss Granger, es tut mir leid, aber der Schulleiter und ich sind übereingekommen, dass es keine gute Idee wäre, Ihnen jetzt schon die Unterrichtsunterlagen zu geben, sie sind noch zu schwach.“
„Schön“ sagte Hermine, schwang die Beine aus dem Bett und begann sich anzuziehen.
„Miss Granger, bitte, legen Sie sich wieder in ihr Bett!“
„Nein. Ich gehe, ich entlasse mich selbst, gehen Sie mir aus dem Weg!“
Denn die Krankenschwester hatte sich vor der Tür aufgebaut.
„Nein, es geht ihnen noch nicht gut genug!“
Doch es war Hermine vollkommen egal, sie drängelte sich an ihr vorbei, nicht beachtend, dass sie permanent auf sie einredete.
Dann ging sie, hoch erhobenen Hauptes den Flur entlang, wohlwissend, dass die Schulschwester ihr nachsah.
Sie wollte sich keine Schwäche eingestehen, doch halb den Flur hinunter fing es an am Rande ihres Gesichtsfeldes zu flimmern und schwarz zu werden, doch sie zwang sich, weiterzugehen, es kostete sie viel Kraft, geradeauszugehen.
Sie schaffte es den Flur hinunter, ohne irgendein Zeichen von Schwäche, doch kaum um die Ecke musste sie sich an die Wand lehnen, sie war außer Atem.
Sie fasste sich wieder, sie war gegangen um wieder am Unterricht teilzunehmen mit einem Blick auf die Uhr stellte sie fest, dass der Unterricht bereits in fünf Minuten beginnen sollte, das konnte sie kaum pünktlich schaffen, nicht in ihrem jetzigen Zustand.
Ihr fiel ein, dass sie jetzt bei Severus hatte, er würde ihr Punkte abziehen, egal, sie kam lieber zu spät als auch nur noch eine Stunde zu verpassen. Sie ging so schnell sie konnte, kam aber trotzdem zwanzig Minuten zu spät.
Zwei Minuten stand sie vor dem Klassenzimmer, sie wollte nicht keuchend vor der Klasse erscheinen.
Dann klopfte sie leise, auf sein herein trat sie ein, ihr wurde plötzlich bewusst, dass sie von der ganzen Klasse samt Lehrer angestarrt wurde.
„Sie kommen zu spät.“
„Entschuldigen Sie bitte.“ Langsam ging sie zu ihrem Platz, wobei sie von den anderen angestarrt wurde, als sei sie ein Geist, vor allem Harry schien wie vom Donner gerührt.
„Das gibt zehn Punkte Abzug für Gryffindor.“ Sagte Severus, es schien genüsslich, doch sie kannte ihn besser, sie war sicher, dass er sich heute Abend entschuldigen würde.
„Nun, gut, bevor wir, gestört wurden, Vampire…“
Und er führ mit dem Unterricht fort, als wäre nichts gewesen.
Harry starrte sie immer noch an.
„Hermine, was machst du hier?“
„Psst, erkläre ich dir später!“
Doch sie merkte, wie er sie fast die ganze Stunde anstarrte.
Obwohl es sie viel Kraft kostete, genoss sie den Unterricht.
Sie merkte jedoch auch, wie viel sie verpasst hatte! Sie hatte so viel nachzuholen!
„Bis nächste Woche, ein zehn Fuß langer Aufsatz über Vampire und wie sie abzuwehren sind!“
Hermine stand auf und schwankte, konnte sich aber schnell am Tisch festhalten, sodass es nicht auffiel, hoffte sie zumindest.
Sie schulterte gerade ihre Tasche, als Harry ihr diese abnahm.
„Bist du verrückt? Was machst du hier? Du solltest im Krankenflügel sein!“
„Mir geht es…“ sie waren gerade im Begriff das Klassenzimmer zu verlassen, als,
„Miss Granger auf ein Wort.“
Sie bedeutete Harry vorauszugehen, als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, schwang Severus kurz seinen Zauberstab, vermutlich der Muffliato.
„Was machst du hier? Bist du verrückt?“
„Mir geht es gut!“
„Nein, tut es nicht! Du bist ganz grau im Gesicht! Außerdem schwankst du, du hast mühe dich auf den Beinen zu halten! Du stehst nicht einmal zwei Minuten hier!“
„Glaub mir, oder lass es bleiben, mir geht es gut!“
Sie drehte sich um und ging zur Tür, doch kurz bevor sie sie erreichte drehte sie sich schwankend um. „Hast du etwas dagegen, wenn ich heute Abend bei dir vorbeikomme?“
Er schmunzelte fast. „Nein, natürlich nicht, du kennst den Weg.“
Dann ging sie.
Vor der Tür wartete Harry.
Plötzlich wurde ihr mit Schrecken klar, dass sie jetzt immer einen Beschützer haben würde, sie konnte nicht einfach um die Ecke verschwinden, wenn sie sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Harry würde sie in den Krankenflügel schleifen.
Wie sollte sie das schaffen? Severus hatte recht gehabt, sie hatte bereits Mühe, sich auf den Beinen zu halten, wie sollte sie dann von Klasse zu Klasse kommen, wenn Harry immer bei ihr war?
Schwäche zeigen war keine Möglichkeit mehr.
Ok, sie konnte das, sie schaffte das! Das musste sie einfach.
„Hermine, was machst du denn? Warum bist du nicht im Krankenflügel?“
„Harry, mir geht es gut, wirklich! Ich bin fast durchgedreht! Den ganzen Tag nur rumliegen. Gestern hatte ich Pompfrey so weit, dass sie mir ein Buch gebracht hat, sie wollte Dumbledore fragen, ob ich auch die anderen bekommen kann, dann haben sie sich für nein entschieden und ich bin gegangen.“
Er schüttelte den Kopf. Sie sah in seinen Augen was er dachte, wie sie es immer tat, es war als wäre hinter seinen Augen eine Leuchtschrifttafel, auf der stand was er dachte.
Er hielt sie für verrückt, er würde keinen Schritt von ihrer Seite machen und er würde sie beim kleinsten Anzeichen eines Schwächeanfalls zurück in den Krankensaal schleifen.
Ok, kleine erreichbare Ziele, sie musste es erst einmal in die große Halle schaffen.
Vor der Halle blieb sie stehen, sie drehte sich zu Harry.
„Mist, ich habe ein Buch vergessen, geh du schon mal vor, ich bin gleich wieder da!“
Sie lieferten sich ein kurzes Starrduell, aber er wusste, dass sie nicht wie ein rohes Ei behandelt werden wollte und sie wusste, dass er unbedingt mitkommen wollte.
Zum Glück gewann sie es, sie wirbelte auf dem Absatz herum, versuchte es zumindest und ging Richtung Schlafsaal davon, als sie sicher war, dass er sie nicht mehr sehen konnte, fiel sie förmlich in einen Seitengang, sie ließ sich an der Wand herabgleiten und währe fast ohnmächtig geworden.
Einatmen, Ausatmen, sie musste die Kontrolle über sich zurückgewinnen, sie hasste es so schwach zu sein! Hasste es!
Sie kämpfte sich in den Gemeinschaftsraum und war überrascht, dass sie vor Professor McGonnagal stand.
„Professor?“
„Ah, Miss Granger, zu Ihnen wollte, ich, Mr Potter sagte, Sie wollten noch ein Buch holen. Wo waren Sie? Sie haben reichlich lange gebraucht.“
„Ja, ich habe einen Abstecher zu einer Toilette gemacht.“
Skeptisch zog die Professorin eine Augenbraue hoch, Hermine sah, dass sie ihr nicht glaubte.
„Was ist denn Professor?“ Sie wusste genau, was die Professorin wollte. Sie würde fragen, warum sie nicht mehr im Krankenflügel war und zwar in drei, zwei, eins…
„Warum sind Sie nicht mehr im Krankenflügel? Poppy hat mir heute Morgen mitgeteilt, Sie seien gegangen, obwohl sie Sie nicht entlassen hat, nun also?“
Es war doch erstaunlich, wie schmallippig Sie werden konnte.
„Mir geht es gut! Ich glaube nicht, dass ich mich rechtfertigen muss, weil ich lernen möchte!“
Sie reckte das Kinn vor, sie hatte nicht die Absicht auch nur einen Millimeter von ihrer Position abzuweichen, aber sie hoffte, dass die Professorin bald gehen würde, seit wann war stehen so anstrengend geworden?
„Nein, Ihnen geht es nicht gut.“ Es war eine Feststellung.
„Das können Sie nicht wissen, ich werde NICHT in den Krankenflügel zurückgehen!“
Die Professorin musterte sie, sie schien einzusehen, dass Hermine nicht weichen würde.
„Nun gut, aber nur unter einigen Bedingungen. Erstens gehen Sie jeden Morgen vor dem Unterricht zu Madame Pompfrey, bis diese beschließt, dass es nicht mehr notwendig ist, zweitens werden Sie sich schonen, kein Zusatzunterricht, nein kein einziger, egal wieviel Sie nachzuholen haben,“ denn Hermine hatte den Mund geöffnet, um zu protestieren. „außerdem wird Mr Potter sie nicht mehr alleine lassen, ich sage allen seinen Lehrern bescheid, er wird Sie zum Unterricht bringen und von dort abholen, er wird sie, wenn es sein muss sogar zur Toilette begleiten! Wenn er bemerkt, dass es Ihnen wieder schlechter geht, bringt er Sie umgehend zu Madame Pompfrey!“
Hermine überlegte.
„Das, oder ich verfrachte Sie SOFORT zurück in den Krankenflügel!“
Naja, das war besser, als nichts und Harry würde sich schon irgendwie abhängen lassen.
„Ok, das ist akzeptabel.“
Die Professorin nickte ihr zu und kletterte dann durch das Porträtloch.
Hermine atmete tief durch und ging dann in den Schlafsaal, doch kaum hatte sie die Tür hinter sich geschlossen, übermannte sie die Schwäche, das Schwarz und das flimmern vom Rande ihres Gesichtsfeldes füllte nun alles aus.
Sie merkte nicht einmal, wie sie auf dem Boden aufschlug.
„Hermine! Hermine!“ das war Georges Stimme, oder Freds? Es war, als tauchte sie aus einem tiefen, schwarzen See auf. Sie öffnete blinzelnd die Augen, es war so hell, dann kamen ihre Erinnerungen zurück, sie fuhr hoch, oh nein!

Kapitel 33

Der Tag war unspektakulär verlaufen, obwohl Hermine wirklich alles versucht hatte, ihn nicht merken zu lassen, dass es ihr immer schlechter ging, aber es war doch unübersehbar, als sie abends zum Essen gingen, merkte sie nicht einmal, dass sie schwankte und nicht mehr richtig gerade gehen konnte, außerdem war ihr Gesicht nicht mehr grau, es hatte überhaupt keine Farbe mehr.
Doch er hatte die Anweisung von Professor McGonnagal, sie nicht alleine zu lassen und sie nur unter zwei Bedingungen in den Krankenflügel zurückzubringen, erstens, wenn sie es selbst wollte, als würde das jemals passieren, oder zweitens, wenn sie ohnmächtig würde, das schon eher.
Sie stockte wieder vor der Großen Halle, es war ihm nicht entgangen, dass sie nichts zu Mittag gegessen hatte, er sah sie an, wiederstrebend folgte sie ihm, es war unübersehbar, dass sie nichts essen wollte, aber er hatte dringende Order, nichts zu sagen, sie in Ruhe zu lassen und ihr nur zu helfen, wenn sie danach fragte, was, so wie er Hermine kannte, nicht passieren würde.
Als sie abends in ihren Schlafsaal gingen, wollte er sie nicht alleine lassen, wollte aber auch Draco nicht versetzen.
Hermine sah in an.
„Geh schon!“
Er schüttelte den Kopf, er konnte nicht, er machte sich wirklich Sorgen um sie.
„Jetzt mach, ich bin ja nun wirklich nicht alleine hier und mit einer Geste zeigte sie auf die anderen Jungen.
„Na gut, aber wehe, dir passiert was!“
Er stand auf, schnappte sich seinen Tarnumhang und verschwand, sehr eilig, er wollte von der ohnehin schon knappen Zeit, die ihnen blieb nicht noch etwas verschwenden.
Als er ENDLICH im Raum der Wünsche ankam, er musste Filch und Peeves ausweichen, lag Draco schon auf ihrem Bett, er war eingeschlafen, also wartete er schon länger.
Es tat ihm leid, er legte sich neben ihn, ganz vorsichtig, um ihn nicht zu wecken.
Dray hatte sich zusammengerollt, wie eine Katze.
Sanft legte er den Arm um ihn.
Gerade, als er selbst kurz vorm Einschlafen war, schreckte Draco hoch.
„Harry?“ sagte er schlaftrunken.
Im Halbschlaf drehte er sich um und strich mit seiner Hand über Harrys Brust, er lächelte verschlafen.
„Hallo, schöner!“ flüsterte er, er legte sich richtig hin und Dray legte seinen Kopf auf seine Brust.
Er nuschelte „Hallo schöner!“ Er war wieder eingeschlafen, sanft, um ihn nicht zu wecken, strich Harry ihm eine Strähne aus dem Gesicht.
Er sah ihn an, sein ebenmäßiges Gesicht, das viel Jugendlicher wirkte, da er jetzt schlief.
Er musste daran denken, wie viel Abscheu ihm dieses Gesicht früher gebracht hatte, fast hätte er lauf aufgelacht, aber es machte ihn auch irgendwie traurig, wenn er bedachte, wie viel Zeit sie hätten haben können und was war jetzt?
Er nahm Draco auf eine Reise mit, bei der sie beide nicht wussten, ob sie lebendig davon zurückkommen würden, jetzt im Nachhinein sah er all die Zeit, die sie verloren hatten.
Am liebsten würde er alleine gehen, aber er wusste, das konnte er Draco nicht antun, er hatte so viel für ihn aufgegeben, seine Familie. Er konnte sagen, was er wollte, seine Familie bedeutete ihm viel, vor allem seine Mutter.
Und, mal abgesehen, von Voldemord, hatte er kein schlechtes Leben gehabt, seine Eltern hatten ihm immer viel bieten können und alles, was Harry ihm bieten konnte, war der nicht sichere, aber doch wahrscheinliche Tod.
Er strich wieder über Dracos Gesicht.
Er hatte ein schlechtes Gewissen, vor allem heute. In letzter Zeit hatte er eigentlich ständig ein schlechtes Gewissen gehabt. War er bei Dray fühlte er sich schuldig, weil er die kranke Hermine im Stich ließ, war er dann bei Hermine fühlte er sich schuldig, weil er Draco zurück ließ, der so viel für ihn aufgeben würde.
Er hatte fast Dauerkopfschmerzen bekommen.
Jetzt schlief Draco und es sah nicht so aus, als würde er in nächster Zeit einschlafen, also gab er dem schlafenden Draco einen Kuss und schlüpfte unter seinen Tarnumhang, er würde wenigstens schnell nach Hermine sehen, wenn sie auch schlief, würde er sofort zu Draco zurück kommen.
Also machte er sich auf den Weg.
Er schlich durch die Großteils verwaisten Gänge, weichte Filch erneut aus, schlief der Kerl nie?
Schnell war er im Gemeinschaftsraum, es war erstaunlich, wie schnell man im Schloss vorankam, wenn sonst niemand unterwegs war.
Er schlich sich in den Schlafsaal, doch Hermines Bett war leer, er sah in seinem nach, doch auch dort war sie nicht. Wo konnte sie nur sein? Er ging zu Freds und Georges Bett, die Vorhänge waren offen, also war es sicher, bei den beiden konnte man nie wissen.
Doch sie schliefen, eng umschlungen.
Er rüttelte einem der beiden an der Schulter, es könnte George sein.
Blinzeln öffnete er die Augen „Häh? Harry, was los?“
„Wo ist Hermine?“
„Die wollte noch weg, sie hat gesagt, wir sollen uns keine Sorgen machen, es könnte dauern, morgen früh wäre sie wieder da.“
Er war schon wieder eingeschlafen, doch Harry machte sich sorgen, er hatte sich immer wie ein großer Bruder gefühlt, doch seitdem er Hermine fast tot im Schnee gefunden hatte, war sein Beschützerinstinkt um einiges gewachsen.
Er ging zu seinem Koffer und kramte nach seiner Karte, doch sie war nicht mehr da.
Hermine musste sie haben. Grübelnd ging er zum Raum der Wünsche zurück.
Wo konnte Hermine sein?
Als er die Tür zum Raum der Wünsche öffnete saß Draco wach auf dem Bett.
„Harry, wo warst du?“, fragte er, kaum das Harry den Tarnumhang abgestreift hatte.
„Ich hab mir Sorgen um Hermine gemacht, ich wollte nur kurz nachsehen, ob es ihr gut geht.“
Er setzte sich neben Draco auf das Bett.
Und vergrub das Gesicht in den Händen.
„Wie geht es ihr? Hat sie geschlafen?“
Harry brummte nur. „Harry? Was ist los?“ Dracos Stimme wurde schärfer.
Er hob den Kopf und sah Draco an. „Sie war nicht da, Fred, oder George, hat gesagt, sie wäre gegangen, nachdem ich weg war und hätte gesagt, sie sollen sich keine Sorgen machen, sie wäre morgen wieder da.“
„Und jetzt machst du dir natürlich Sorgen, war sie denn nicht auf der Karte?“
„Hat sie mitgenommen.“
„Oh.“, war Dracos erste Reaktion, doch dann: „Weißt du, sie ist schon ziemlich Erwachsen, ich bin mir fast Sicher, dass sie eine Nacht ohne dich auskommt.“
„Ich mache mir trotzdem Sorgen, das weißt du.“
„Naja, also dagegen könnte man schon was machen.“
Harry sah ihn an, ihm fiel plötzlich auf, dass Draco nur eine Boxershorts an hatte.
Er hob spielerisch eine Augenbraue, „Ach, meinst du, was genau schwebt dir denn da vor?“
„Hmmm, mal überlegen…“ sagte Draco, bevor er ihn küsste, langsam begann er Harrys Hemd aufzuknöpfen und über seine Brust darunter zu streichen, während er ihn immer verlangender Küsste.
In den nächsten Stunden hatte er Hermine tatsächlich vergessen.

Kapitel 34


„Wie viel Uhr ist es?“
Sie sah sich um, es waren nur Fred und George hier, oh nein, jetzt würden sie sie in den Krankensaal zurückbringen.
„In zwanzig Minuten fängt der Unterricht an, aber was ist los Hermine?“
„Nichts, wirklich, mir geht es gut!“
Sie wollte aufstehen, doch die beiden Jungen hielten sie zurück.
„Mine, dir geht es nicht gut! Was hast du? Du solltest wirklich zurück in den Krankenflügel!“
„NEIN! Bitte, bitte Jungs, nicht zurück in den Krankenflügel! Ich werde noch verrückt, die wollen mir nicht mal Bücher geben, ich liege den ganzen Tag nur rum, Bitte, sagt niemandem was davon!“
Sie sahen sich an, sie griff nach den Händen der Jungen und sah sie flehentlich an.
„Bitte!“
Die Jungs sahen sich immer noch zweifelnd an, doch sie ließ den beiden einfach keine Wahl, sie warf sich den beiden um den Hals küsste sie auf die Wange, sagte „Danke Jungs!“ Wirbelte auf dem Absatz herum und stürmte aus dem Schlafsaal.
Harry wartete schon vor dem Klassenzimmer auf sie, sie hatte sich beeilen müssen und war außer Atem, doch sie versuchte normal zu Atmen, damit Harry nichts mitbekam.
Doch er sah sie komisch an.
„Ich hab mich noch mit Fred und George festgequatscht.“
Er hatte keine Gelegenheit mehr, etwas zu sagen, denn die Tür ging auf und sie traten ein.
So spannend Verwandlung auch war, Hermine konnte sich kaum konzentrieren, was allerdings mehrere Gründe hatte.
Erstens war sie wirklich fertig, sie hätte sich am liebsten in ein Bett gelegt und geschlafen, was natürlich nicht drin war, zweitens freute sie sich schon auf heute Abend.
Sie war ein wenig nervös, was natürlich Schwachsinn war, aber auch irgendwie nicht.
Automatisch schrieb sie jedes Wort mit, das die Professorin sagte, doch mit ihren Gedanken war sie ganz woanders. Zum Glück hatten sie heute keine Übungsstunde.
Nachdem sie ihn Jahrelang bewundert hatte, hatte sie sich in ihn verliebt, war enttäuscht worden, nur um festzustellen, dass ihre Liebe erwidert wurde.
Nun war sie seit einigen Tagen mit Severus zusammen, konnte man das so sagen?, doch sie war bei allen ihren Treffen immer krank gewesen und hatte meistens im Bett gelegen, doch heute Abend würde es anders sein, ihre Wangen wurden rosa, bei dem Gedanken, was sie heute Abend vor hatte.
Sobald sie Harry zu Draco geschickt hatte, würde sie zu Severus gehen.
Ihre Nervosität stieg und, obwohl sie sich den Tag über keinen Stress gehabt hatte, war sie furchtbar erschöpft und es viel ihr keine Ausrede ein, nicht zum Abendessen zu gehen.
Es war ihr nicht entgangen, dass Harry sie den ganzen Tag über von der Seite her gemustert hatte, doch er hatte nichts gesagt.
Sie hatte wirklich Hunger, aber sie wollte einfach nichts essen. Einerseits vor Nervosität andererseits schon aus Gewohnheit, also stocherte sie nur lustlos in ihrem Auflauf herum.
Einige ihrer Mitschüler starrten sie unverhohlen an, immerhin war sie schon lange nicht mehr hier gewesen, doch es war ihr sehr unangenehm also gingen sie früh in den Gemeinschaftsraum hinauf.
Sie ließ sich sofort in den nächstbesten Sessel fallen.
Harry setzte sich zu ihr und während sie noch las um sich abzulenken, wurde er mehr und mehr nervös.
Ständig kamen ihre Mitschüler und erkundigten sich nach Hermine, ob es ihr wieder gut ginge, aber das fand sie eher nervig und so gingen sie früh in den Schlafsaal, sie merkte, dass Harry hier geblieben wäre, aber sie schickte ihn weg, er machte einen dankbaren Eindruck, als er sich schleunigst, mit dem Tarnumhang bewaffnet, davon machte.
Die anderen Jungs kamen herein, gerade als Harry gegangen war und sie sich gerade seine Karte schnappte.
Es folgte das übliche „Hermine, du bist wieder da, wie geht es dir?“, zumindest von Dean und Seamus, Fred und George hatte sie ja heute Mittag schon getroffen.
Sie würgte sie ziemlich schnell ab, dann machte sie sich auch davon.
„Wirklich, macht euch keine Sorgen, ich bin morgen wieder da, wirklich!“ Dann küsste sie jeden auf die Wange, das half immer und machte sich ab.
Sie ging schnell durch den Gemeinschaftsraum und kletterte durch das Porträtloch.
Kaum um die nächste Ecke, belegte sie sich mit dem Desillusionierungszauber, sie holte die Karte hervor und ging, so schnell es ging zu Severus Büro.
Ihr Atem wurde schneller, nicht nur, weil es sie anstrengte sondern auch vor Nervosität.
Doch, als sie auf die Karte sah, sah sie, dass in Severus Büro nicht nur er selbst war, sondern auch Albus Dumbledore.
Sie fluchte leise, doch der Geist des Fetten Mönches wandte sich trotzdem um, doch er als er niemanden sah, wandte er sich wieder ab und ging.
Sie ging weiter, sie würde einfach vor Severus Büro warten, bis Dumbledore gegangen war.
Vor dem Büro angekommen, lehnte sie sich an die Wand und rutschte daran herab, ihre Beine zitterten.
Vielleicht war es doch nicht so schlimm, dass Dumbledore da war, sie bezweifelte, dass aus ihrer Abendplanung etwas geworden wäre, wenn sie so bei Severus direkt angekommen wäre.
Doch sie saß noch nicht lange vor dem Büro, da öffnete sich die Tür und Dumbledore kam heraus, er ließ seinen Blick durch den Gang schweifen und sein Blick schien an Hermine hängen zu bleiben und er schmunzelte.
Er drehte sich wieder zur Tür „Nun ja, Severus, ich wünsche dir noch einen schönen Abend.“
Und in der Art, wie er das sagte, ließ Hermine vermuten, dass er wusste, oder ahnte, das Hermine hier war.
Severus blieb vor dem Büro stehen, bis er sicher war, dass der Schulleiter wirklich außer Hörweite war.
Dann sagte er leise „Hermine?“, sie versuchte aufzustehen, doch ihre Beine zitterten immer noch so sehr, dass sie es alleine nicht schaffte.
Sauer auf sich und ihren Körper hob sie den Zauber auf.
Sie sah ihn an „Ich komme nicht hoch, könntest du mir bitte helfen?“
Er sah sie streng an, doch sagte nichts, beugte sich zu ihr herunter und hob sie hoch, als wöge sie nichts. Er setzte sie in seinem Wohnzimmer auf eine große Couch, die überraschend Bequem war.
„Möchtest du was essen, oder trinken?“, er schien nervös und sie musste lächeln, es tat gut, nicht die einzige zu sein, die vor Nervosität fast verging.
„Ich würde gerne etwas trinken, wenn du was da hast.“
Er drehte sich um und öffnete einen Schrank.
„Hast du Wein da?“ Sie brauchte etwas für ihre Nerven. Er sah sie streng an „Ich bitte dich, ich habe nicht nach Feuerwhiskey gefragt, oder?“
Er gab ihr den Wein und nahm sich selbst auch einen, er setzte sich in einen Sessel, ihr gegenüber.
„Warum bist du aus dem Krankenflügel abgehauen, Hermine? Es geht dir noch nicht wieder gut!“
Sie verdrehte die Augen, abgesehen, davon, dass er sie heute schon das zweite mal fragte, kam sie sich vor, als hätte sie heute schon jedem im Schloss gesagt, dass es ihr gut ginge.
Allerdings hatte er sie gerade in den Raum tragen müssen, als mit einem einfachen es geht mir gut, war es nicht getan, denn dann würde er ihr das aufs Brot schmieren.
„Ich bin fast durchgedreht. Ich durfte nicht einmal ein Buch haben, geschweige denn Unterrichtsnotizen, weißt du wie mürbe es einen macht, wenn man den ganzen Tag ohne Beschäftigung im Bett sitzt?“ Der Wein half, ihre Beine fühlten sich auch schon viel fester an, sodass sie sich jetzt richtig setzen konnte und nicht halb liegend auf dem Sofa bleiben musste, so wie er sie hingelegt hatte.
Sie schwang die Beine über die Sofakante.
Er saß da, auf seinem Sessel und sah sie, schon wieder, streng an.
„Du bist grade nicht als mein Lehrer hier, weißt du.“ Er musste schmunzeln, das war ihr nur recht, sie wollte die Stimmung nicht verderben, hatte sie doch einen Plan.
„Weißt du, dass alle Lehrer Order bekommen haben, nicht mit dir über deine Krankheit zu sprechen? Du sollst nicht extra behandelt werden, aber du darfst keine Strafen bekommen, jeder ist angewiesen darauf zu achten, wir machen uns Sorgen, ich mache mir Sorgen!“
Warum machte sich jeder Sorgen um sie? Sie hasste das und sie hasste es, Hilfe annehmen zu müssen.
„Das ist unnötig, wirklich! Ich bin noch nicht wieder in Form, aber es ist doch lächerlich so einen Aufstand zu machen, ich hätte schon vor einer ganzen Weile wieder zum Unterricht gehen sollen!“
Er sah sie an und es schien ihr, als hätte er ein schlechtes Gewissen.
Das konnte doch nicht wahr sein, machte sie heute alles falsch?
„Sei nicht sauer, ich wollte dir nur bescheid sagen.“
Er füllte ihr Glas wieder auf. Sie trank es in einem Schluck fast leer.
„Ich bin nicht sauer, ich weiß auch nicht, ich habe das Gefühl, ich mache heute alles falsch. Aber ich will nicht zurück in den Krankenflügel!“
Sie sah ihn flehentlich an. Er lachte, was ihm wirklich außerordentlich gut stand.
„Weißt du, ich glaube in ganz Hogwarts gibt es nicht einen Schüler außer dir, der freiwillig aus dem Krankenflügel gegangen wäre.“
Sie hatte ihr Glas leer und fühlte sich nun deutlich mutiger.
Sie stand auf, immer noch wackelig auf den Beinen und ging auf ihn zu, er hob die Augenbraue. Sie setzte sich auf die Armlehne seines Sessels und begann ihn zu küssen.
Zuerst stockte er, erwiderte dann aber doch ihren Kuss.
Sie wurde fordernder, drängender, doch er griff ihre Arme an den Handgelenken.
„Stopp, Hermine nein!“
Und er drückte sie von sich weg.
Sie sah ihm in die Augen und wandte sich dann ab, tränen in den Augen.
Sie stand auf und ging zur Tür, ihr wurde schwindelig, es breitete sich wieder das bekannte schwarz vom Rande ihres Blickfeldes aus, sie prallte gegen den Türrahmen.
„Hermine!“ „Nein, nein, ist schon gut, ich verstehe.“
„Hermine, nein, bleib stehen!“ Er legte die Hand auf ihre Schulter, doch sie ging einfach weiter, auf der hälfte des Raumes verschwand sie, sie legte wieder den Desillusionierungszauber über sich.
Doch sie schaffte es nicht bis zur Tür.
Severus hörte einen dumpfen Aufprall, kurz nachdem Hermine unsichtbar geworden war, sofort eilte er zu der Stelle, von der das Geräusch gekommen war.
Er hob ihren Zauber auf und da lag sie, ohnmächtig wenige Meter vor der Tür.
Er hob sie auf, zum zweiten Mal heute, sie war wirklich furchtbar leicht geworden, er legte sie auf sein Bett und deckte sie zu. Er fühlte sich schuldig und es tat ihm leid, es war alles seine Schuld, er hatte es zu verantworten, dass sie in diesem Zustand war.
Er sollte sie eigentlich in den Krankenflügel bringen, doch sie hatte ihn nur eine halbe Stunde vorher noch inständig erklärt, dass sie nicht dorthin zurück wolle.
Wenn er sie jetzt zurück brachte, mal abgesehen davon, wie er es erklären wollte, dass er sie gefunden hatte, würde Madame Pompfrey sie in einen Zauberschlaf versetzen und so schnell nicht wieder aufwecken.
Außerdem würde Hermine ihn hassen und, auch wenn es selbstsüchtig war, wollte er die kurze Zeit, die ihnen ohnehin schon blieb nicht auch noch dadurch beschneiden, dass sie im Zauberschlaf lag.
Also saß er neben dem Bett und wartete, wenn sie in drei Stunden nicht wach war, würde er sie wohl oder übel in den Krankenflügel bringen müssen, aber er hoffte einfach, dass sie früher wach wurde.
Er hatte Glück, nach fast eineinhalb Stunden wurde sie wach. Er hörte sofort auf, hin und her zu gehen.
„Hermine, Gott sei Dank, du bist wach!“
Sie setzte sich auf und murmelte „Oh nein, nicht schon wieder!“
Als sie Anstalten machte aufzustehen, hielt er sie zurück. „Bist du verrückt? Du musst dich ausruhen!“
„Quatsch, mir geht es gut, es ist ja nicht so, als wolltest du mich hier haben!“ Und sie wand sich, denn er hielt sie fest, um sie am Aufstehen zu hindern.
„Hermine, Hermine, schau mich an!“ Und wiederwillig, mit Tränen in den Augen sah sie ihn an. „Hermine, es ist nur, du bist so Jung! Du bist zwanzig Jahre jünger als ich, kannst du dir nicht vorstellen, wie ich mich fühle? Du bist nicht einmal Volljährig, du bist krank und geschwächt! Und von allem anderen abgesehen bin ich dein Lehrer!“
Sie ließ sich wieder in sein Bett bugsieren.
„Du weißt schon, dass das ganz schön schwache Argumente sind?“
„Mir sind zumindest einige davon sehr wichtig! Bitte, versuch doch mich zu verstehen! Es ist ja nicht so, als würde ich dich nicht wollen.“ Und sein Blick glitt ihren Körper hinab. „Ich bin Altmodisch, lass uns wenigstens warten, bis du Volljährig bist, ich komme mir so schon vor, als würde ich dich ausnutzen, ich bin zwanzig Jahre älter als du!“
Sie sagte nichts mehr und er nahm das als Zugeständnis.
„Was meintest du eigentlich mit schon wieder?“
„Ach, nichts, ist schon ok.“
„Hermine?“
„Du bringst mich nicht in den Krankenflügel, ok?“
„Hab ich dich eben dorthin gebracht?“
„Ich bin heute Mittag schon mal ohnmächtig gewesen, Fred und George haben mich gefunden, ich habe sie bequatscht, dass sie mich nicht bei McGonnagal melden.“
Sie sah, wie besorgt er dreinsah.
„Mir geht es gut, wirklich! Also mit geht es gut genug!“
Er beschloss es gut sein zu lassen, sie war Stur, vielleicht sogar sturer als er selbst.
Kapitel 35

Harry hatte überhaupt keinen Schlaf mehr bekommen.
Zuerst hatte er nicht schlafen können und dann hatte Draco ihn wachgehalten, auch wenn er gegen letzteres nun wirklich nichts gehabt hatte.
Er war dann sehr früh gegangen, er wollte unbedingt vor Hermine im Schlafsaal sein, er wollte sie zur Rede stellen. Er hatte sich Sorgen gemacht und sie konnte in ihrem Zustand nicht einfach durch das Schloss schleichen, außerdem wollte er wissen, wo sie gewesen war.
Schweren Herzens verließ er Draco, viel zu früh, wie es ihm vorkam.
Er schaute zuerst im Schlafsaal nach, doch sie war immer noch nicht da, also setzte er sich auf das Bett und wartete.
Doch da rächte sich, dass er die Nacht über nicht geschlafen hatte.
Kaum hatte er sich auf dem Bett ausgestreckt, da war er schon eingeschlafen.
Er erwachte erst, als ihn jemand am Fuß rüttelte. Blinzelnd schoss er hoch, da standen Dean und Seamus, die ihn angrinsten.
„Na, lange Nacht gehabt?“ Er ignorierte das geflissentlich und sah auf seinen Wecker, in einer viertel Stunde begann der Unterricht, er sah zu Hermines Bett hinüber. Ihre Schultasche war weg und eine Garnitur Schuluniform lag zerknüllt am Boden, sie war also schon weg.
Er fiel förmlich aus dem Bett, packte sein Zeug und schleppte sich zu Zaubertränke, zum Glück hatten sie nicht mehr bei Snape, der hätte ihm bestimmt Punkte abgezogen, weil er zwei Minuten zu spät in den Raum kam.
Draco warf ihm einen Blick zu, den er nicht vor der ganzen Klasse erwidern konnte.
Er murmelte eine Entschuldigung, die nur mit einem „Macht doch nichts Harry, mein Junge!“, erwidert wurde.
Er ließ sich neben Hermine auf den Stuhl fallen, am liebsten hätte er den Kopf auf den Tisch gelegt und geschlafen, aber vermutlich hätte Slughorn das nicht einmal ihm durchgehen lassen.
Also versuchte er einfach irgendwie die Stunde zu überstehen, Hermine zu Arithmantik zu begleiten und dann in seiner Freistunde noch eine Mütze Schlaf zu bekommen.
Sein Heiltrank, den sie diese Woche brauten hätte wohl nicht einmal bei einem Kratzer geholfen.
Als Slughorn am Slytherintisch am anderen Ende des Raumes beschäftigt war, fragte er Hermine leise „Wo warst du?“
„Bei Pompfrey, du weißt doch, dass ich da morgens hin muss und du warst so fest am schlafen, ich wollte dich nicht wecken.“
„Du weißt genau, dass ich nicht heute Morgen meine!“
Doch dass hatte er sehr leise sagen müssen, denn Slughorn näherte sich ihrem Tisch und so konnte sie so tun, als hätte sie ihn nicht gehört.
Doch, kaum war Slughorn wieder außer Hörweite wandte er sich wieder zu Hermine.
„Wo warst du?“, er sagte es jetzt mit mehr Nachdruck, als sie immer noch nicht antwortete griff er nach ihrem Arm und drehte sie zu sich herum.
„Hermine!“
„Das kann dir doch eigentlich egal sein, Harry, ich will ja auch kein Bewegungsprofil von dir, oder?“
„Das ist etwas anderes und das weißt du, wenn ich die letzten Monate im Krankenflügel verbracht hätte, bekämst du ein Bewegungsprofil von mir!“
Sie verdrehte nur die Augen, entwand ihm ihren Arm und machte weiter, als hätte er nichts gesagt.
„Na gut, dann muss ich eben jetzt nachts im Schlafsaal bleiben.“
„Du weißt schon, dass ich etwas besser im Zaubern bin, als du, Harry. Wenn ich gehen will, dann gehe ich.“
„Sag mir, wohin du gehst, ich bringe dich hin, es ist mir wichtig, verstehst du das nicht?“
Sie sah ihn an, arbeitete dann aber weiter.
Nach einiger Zeit sagte sie.
„Naja, ich bin ja nicht alleine, nachts, du musst dir keine Sorgen machen, wirklich, wenn mir was passiert, bringt mich jemand in den Krankenflügel. Also mach dir keine Sorgen!“
Er zog eine Augenbraue in die höhe.
„Soso, mit wem bist du denn zusammen, wenn ich fragen darf?“, er sagte das mit einem Lächeln.
Und das sie rot wurde, war nur die Bestätigung für seine Theorie.
„Mit niemandem!“
„Soso und wie lange geht das schon so, mit niemand?“
Sie wurde noch roter.
„Na komm schon, ist ja nicht so, als hätte ich dir nicht erzählt mit wem ich schlafe.“, das flüsterte er nun wieder, damit sie keiner hörte.
„Ich schlafe mit niemandem!“
„Ok, dann kümmern wir uns später um niemanden. Wo soll ich dich hinbringen? Es ist ja nicht so, als müsste ich nicht eh zum Raum der Wünsche, oder trefft ihr euch in einem Klassenzimmer? Komm schon, ich bin neugierig!“
Sie ignorierte ihn gekonnt und er stichelte sie weiter, das hielt ihn wenigstens wach.
Nach der Unterrichtsstunde brachte er Hermine zum Klassenraum, ging dann zum Raum der Wünsche, der war näher als der Schlafsaal, kaum hatte er das Bett berührt, war er eingeschlafen.
Und wieder wurde er von jemandem geweckt, der ihn am Fuß rüttelte.
Diesmal war es allerdings Draco.
Und wieder stand er fast senkrecht im Bett.
Kurz orientierungslos fragte er dann „Dray, wie spät ist es?“
„Naja, wenn du dich beeilst, schaffst du es noch zu Kräuterkunde.“
„Scheiße“, murmelte er dann aber „Danke Dray!“ gab ihm einen flüchtigen Kuss und rannte dann los.
Diesmal schaffte er es pünktlich zum Unterricht, Hermine war schon da, sah aber mal wieder gefährlich blass aus.
„So, wer war denn jetzt nicht da?“ sagte sie, um sich für seine Sticheleien heute Morgen zu rächen, das sie es nicht im Ansatz ernst gemeint hatte, sah man an ihrem Gesicht.
„Und schau, ich lebe immer noch, Sachen gibt’s.“ setzte sie hinterher.
„Sorry, bin eingeschlafen, kommt nicht wieder vor.“ Sagte er, bevor sie damit anfangen konnte, dass sie auch super alleine klar kam.
Das das nicht der Fall war, sah man daran, dass sie schon wieder schwankte, zum Glück vertopften sie nur Zitterginster, weswegen sie die Stunde über sitzen konnten, wenn sie wollten, was Hermine sofort tat.
Als alle an den anderen Tischen beschäftigt waren, sie arbeiteten fing Harry wieder an.
„Ok, hm, ich tippe auf Andrew aus Ravenclaw.“
„Hm, von was redest du Harry?“ sie schien wirklich verwirrt, was nun wieder Harry verwirrte.
„Dein neuer, geheimnisvoller Freund, Hermine, alles ok?“ Sie war fast vom Stuhl gefallen.
„Ja, natürlich, mir geht es gut, hab ich doch eben schon gesagt!“
Sie griff sich an den Kopf und hielt sich an der Tischplatte fest.
Harry griff nach ihr. „Mine!“
„MIR GEHT ES GUT, HARRY!“, das sagte sie sehr fest, der Moment war vorbei, sie war wieder die alte.
Die restliche Stunde verzichtete er darauf, Hermine zu sticheln, beobachtete aber jede ihrer Bewegungen auf das genaueste.
Abends brachte er sie zum Raum der Wünsche, ob sie sich dort mit ihrem Freund traf, oder ob sie von hier aus alleine weiter gehen wollte, wusste er nicht, aber immerhin durfte er sie hier herbringen und es kam ihm sehr gelegen, weil er sich hier mit Draco traf.
„Gute Nacht, Harry!“
„Gute Nacht“
Draco wartete schon auf ihn und er lächelte über das ganze Gesicht.
„Weißt du eigentlich, dass du verdammt süß aussiehst, wenn du schläfst?“
Begrüßte er ihn.
Harry schmiss sich neben Draco auf das Bett.
„Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, mich zu suchen?“
„Ganz einfach, du warst nicht beim Essen, ich wusste, dass du heute Nacht keinen Schlaf bekommen und dann war Hermine weder bei Arithmantik, noch bei alte Runen, also dachte ich, dass ihr allseits bereiter Wachhund bestimmt verschlafen hat und dann dachte ich, dass du bestimmt schläfst und ich hab hier nachgesehen, weil ich ja schlecht in euren Schlafsaal stürmen konnte.“
Harry hatte, während Draco gesprochen hatte, aufgemerkt, doch dann platzte er heraus.
„Hermine war nicht im Unterricht?“

Kapitel 36

Hermine war mittlerweile recht gut darin, rauszufinden, wann sie umkippen würde.
Zaubertränke hatte sie stark angestrengt, denn in den Zaubertränkestunden saß man nicht nur da, wie in den meisten Stunden, man musste herumlaufen, Zutaten sammeln.
Dazu kam noch, dass der Kerker weit abseits von allen anderen Klassenzimmern lag, die Treppen herunter und rauf machten sie fertig, wenn sie zu Severus ging, strengte es sie auch an, aber dann hatte sie mehr Zeit zum Ausruhen.
Nach der anstrengenden Zaubertränkestunde schaffte der Weg zu Artihmantik sie total, Harry merkte zum Glück nichts, sie vermutete, dass er nicht geschlafen hatte.
Gerade als er gegangen war, ging auch sie, so schnell sie konnte, den ganzen Weg herauf, war der Schwarze Schleier vom Rande ihres Gesichtsfeldes wieder dichter geworden.
Sie hatte mühe, sich auf den Beinen zu halten.
Schnell überlegte sie, wo sie hin konnte. Der Raum der Wünsche war zu weit weg, das Klo zu unsicher, da fiel ihr ein leeres Klassenzimmer ein, ganz in der Nähe.
Als sie in einen leeren Gang einbog, machte sie sich wieder unsichtbar, darin hatte sie ja schon Übung.
Sie schlüpfte in das Klassenzimmer und ging so weit nach hinten, wie sie es schaffte, falls doch jemand herein kam.
Weit schaffte sie es nicht, sei sah nur noch den Boden näher kommen, den Aufschlag spürte sie schon nicht mehr.
Blinzelnd erwachte sie. Sie war alleine, zum Glück! Blinzelnd sah sie sich um. So steif wie sie sich fühlte, hatte sie eine ganze Weile hier gelegen.
Sie sah auf die Uhr, in einer Stunde würde Kräuterkunde beginnen, Mist!
Allerdings hatte sie jetzt noch etwas Zeit. Sie musste sich dringend etwas überlegen, es war bestimmt aufgefallen, dass sie zwei Unterrichtsstunden verpasst hatte. Wie konnte sie das nächstes Mal verhindern?
Sie setzte sich auf einen der Stühle. Wenn sie nicht verhindern konnte, dass sie umkippte, musste sie zurück. Und sie dachte dabei an das dritte Schuljahr. Aber dieses Mal konnte sie schlecht zu McGonnagal gehen und einen Zeitumkehrer verlangen.
Das Buch! Es fiel ihr wie Schuppen von den Augen, als sie letztes Mal den Zeitumkehrer bekommen hatte, hatte die Professorin von einem Buch gesprochen, in dem alles zu den Zeitumkehrern stand, falls sie mal Probleme haben sollte.
Sie stand auf und sah auf die Uhr, wenn sie sich beeilte, schaffte sie es das Buch aus der Bibliothek zu holen und Rechtzeitig zum Unterricht zu kommen.
Da war nur ein Problem, sie musste in die Verbotene Abteilung, wie sollte sie dort hineinkommen? Sie sah an sich herab, naja, unsichtbar müsste das klappen.
Sie machte sich auf den Weg. Es dauerte länger als gedacht, bis sie das Buch endlich gefunden hatte.
Sie packte es sich einfach und ging. Hoffentlich kontrollierte Pompfrey den Bestand nicht täglich.
Nun musste sie fast rennen, um pünktlich zu sein, in einem Seitengang hob sei den Unsichtbarkeitszauber auf und blieb schwankend vor dem Gewächshaus stehen.
Kaum da, sah sie Harry auf sich zugehen, sie schaute ihm genau ins Gesicht, er sah nicht wütend aus, sondern eher verpennt, er hatte verschlafen! Gott sei Dank!
Sie überstand den Rest des Tages irgendwie, abends, Harry döste in dem Sessel gegenüber, blätterte sie in ihrer Beute.
Überrascht stellte sie fest, dass es nicht besonders lange dauerte, einen Zeitumkehrer herzustellen, es war allerdings irre kompliziert und sie benötigte einige Zutaten, an die man nicht einfach herankam.
Allerdings, sie überflog die Liste, das waren alles Zutaten, die man auch für das Zaubertrankbrauen benötigte!
Das sollte sich doch organisieren lassen.
Abends brachte Harry sie zum Raum der Wünsche, er wusste ja nicht, dass es von hier weiter war, als vom Gemeinschaftsraum, aber was sollte sie machen, sich von Harry zu Severus Büro bringen lassen?
Mit der Karte bewaffnet, aber trotzdem vorsichtig ging sie zu Severus Büro. Auf dem Weg grübelte sie, ok, sie konnte schon nachvollziehen, dass es für ihn komisch war, er war tatsächlich zwanzig Jahre älter, als sie selbst, aber jetzt mal ehrlich, warten, bis sie volljährig war? Jetzt mal ehrlich, das waren noch über drei Monate! Warten bis Ende April!
Sie gab zu, dass es genau jetzt doch ein wenig unpraktisch war, schließlich fiel sie jedes Mal in Ohnmacht, wenn sie sich aufregte, anstrengte oder naja, eigentlich ständig, das musste sie schon zugeben.
Und das brachte sie zum zweiten Thema, über das sie grübelte. Würde Severus ihr die Zutaten geben? Wenn er daraus schloss, was sie herstellen wollte, dann wohl kaum, er würde wissen wollen, wozu sie den Zeitumkehrer benötigte.
Beklauen wollte sie ihn nun wirklich nicht.
Außer Atem stand sie nun vor seiner Bürotür, bevor sie klopfte warf sie noch einen schnellen Blick auf die Karte, doch es schien niemand im Büro zu sein, also klopfte sie leise.
Kurz darauf öffnete sich die Tür und Severus stand vor ihr. Da er nichts sah, trat er einen Schritt zur Seite, um sie einzulassen. Als sie in seinem Büro stand hob sie den Zauber auf und nun konnte er auch sie sehen.
„Hallo“ sagte er, er war immer so steif, doch sie kam schon auf ihn zu und küsste ihn, nur um ihm dann buchstäblich in die Arme zu fallen.
„Huch“ Er wollte sie tragen, doch heute ging es ihr besser, als gestern, sie konnte alleine gehen!
„Geht schon, wirklich!“ und sie stieß seine Hände fort. Sie ging auf die Tür zu seinen Privaträumen zu, die leicht offen stand, doch er sagte.
„Warte!“ sie runzelte die Stirn und sah ihn an.
„Weißt du, wie die Türen zu den Lehrerprivaträumen funktionieren?“ Sie schüttelte den Kopf, woher auch?
„Also, Passwörter wären zu Unsicher, in unsere Büros wird ja auch gelegentlich eingebrochen. Deswegen gibt es für unsere Privaträume auch keine Schlüssel und sie werden auch nicht mit Bännen geschützt, die könnten von talentierten Schülern gebrochen werden. Auf jeden Fall“, sagte er, als sie wieder einmal anfing zu schwanken, „Die Tür öffnet sich nur mit dem richtigen Handabdruck und zwar nur mit dem absolut richtigen, da hilft nicht mal Vielsafttrank. Die Türen sind nur von dem jeweiligen Lehrer öffenbar, man kann es aber jeder beliebigen Person möglich machen, die Tür zu öffnen und jetzt“, er schloss die Tür, „Probier mal!“ Sein Gesicht nahm ein Jugendliches Lächeln an. Sie griff nach der Tür und sie öffnete sich Problemlos. Sie sah ihn groß an, ihr war bewusst, was das bedeutete.
Sie warf sich ihm wieder in die Arme, diesmal mit Absicht und Küsste ihn stürmisch. Sie setzten sich auf seine Couch.
„Es gibt zwei Eingänge, den durch das Büro, das ist allerdings meistens versiegelt, aber da kommst du auch rein und dann gibt es noch einen im Fünften Stock, im Westflügel. Es gibt einen geheimen Durchgang hinter dem Wandteppich von Barnabas dem Bekloppten, auf halber Höhe rechts ist die Tür, verborgen natürlich, du musst die Hand auf die Wand pressen, dann kommst du in einen verborgenen Gang und landest dort.“ Und er deutete auf eine andere Tür.
Sie war gerührt, was das was jetzt kam nicht leichter machte.
„Severus, ähm, ich… ich habe eine Bitte“ sie sah ihn an, was sie nicht hätte tun sollen, es machte es noch schwerer.
„Ich bräuchte ein paar Zutaten, du darfst aber nicht fragen wofür, ist das ok?“
Er sah sie stirnrunzelnd an.
„Was hast du vor?“
„Bitte, ich verspreche dir, es ist nichts gefährliches, aber es gibt da etwas, was ich machen muss, es ist wirklich wichtig für mich!“
Er sah sie noch eine weile an, doch dann sagte er, „Ok, aber versprich mir, dass du dich nicht in Gefahr begibst!“
Als sie nur nickte nahm er ihre Hände „Versprich es mir!“
Und sie versprach es ihm, auch wenn sie jetzt die Stimmung ruiniert hatte, in dem Versuch sie doch noch zu retten sagte sie mit einem lächeln „Dann hast du mir jetzt also quasi deine Schlüssel gegeben, du weißt schon, dass ich jetzt immer hier hereinschneien kann, du musst also all die anderen Schülerinnen wo anders treffen!“
Er lachte, dann sagte er „Ja, das muss ich dann wohl und was den anderen Teil angeht ich hätte das nicht gemacht, wenn du nicht jederzeit hier hereinkommen könntest und ich meine jederzeit. Ich bin unter meinen Kollegen dafür bekannt, nie jemanden hier reinzulassen, selbst Dumbledore war hier schon seit zehn Jahren nicht mehr drinnen und das war, als ich die Räume übernommen habe.“
Sie schmiegte sich an ihn und küsste ihn, leidenschaftlich und wurde fordernder.
Er unterbrach den Kuss und sah sie streng an „Was haben wir gesagt?“
„Du hast das gesagt! Ich komme mir vor, als wärst du der Zahnarzt, der mir sagt, dass ich die Süßigkeit erst bekomme, wenn ich stillhalte!“


Kapitel 37

Hermine war früh gegangen, denn sie hatte vor, den Zeitumkehrer noch vor ihrer ersten Unterrichtsstunde anzufertigen, sie wollte es jedenfalls versuchen.
Zum Glück hatte sie in der ersten Stunde frei und die Zeit wollte sie auch nutzen. Bevor sie gegangen war, hatte sie alle Zutaten zusammengesammelt.
Zugegeben ein schlechtes Gewissen hatte sie schon, immerhin würde es sehr anstrengend werden und sie kannte ihren Zustand sehr gut und es konnte für sie durchaus gefährlich werden.
Also ging sie zu Madame Pompfrey, schaltete deren Geplapper aus, das sie Hermine am liebsten nicht wieder gehen lassen würde.
Sie sah ein, dass sie sich für die ihr bevorstehenden Anstrengungen etwas essen und sich stärken sollte, also ging sie von Pompfrey direkt in die große Halle.
Harry war nicht da, was ihr wirklich gelegen kam, sie hatte immer noch Angst, dass er erfahren könnte, dass sie gestern den Großteil des Unterrichts verpasst hatte, sie behielt auch Vorsorglich McGonnagal im Auge, doch zum Glück blieb sie auf ihrem Platz.
Als sie jetzt hier saß und beschlossen hatte, zu essen, erwachte ihr Hunger.
Sie nahm sich Toast und Rührei. Doch kaum hatte sie ein halbes Ei und einen Toast gegessen, war sie satt. Seit der letzten ganzen Mahlzeit war doch einige Zeit vergangen.
Also stand sie schnell auf und machte sich auf den Weg in den siebten Stock. Der Raum würde ihr geben, was sie brauchte und dort würde sie ungestört sein.
Außerdem hatten die Schüler von Hogwarts schon vor langer Zeit herausgefunden, dass der Raum dazu im Stande war, mehrere geheime Paare gleichzeitig zu beherbergen, sich quasi in mehrere verschiedene Räume aufzuteilen.
Doch im Flur vor dem Eingang verließ Hermine ihr Glück, kaum ging sie das erste Mal an dem Stück Wand vorbei, kam Harry um die Ecke. Er rief ihren Namen, doch sie ging schneller, in der Hoffnung, in den Raum zu kommen, bevor Harry bei ihr war.
Doch das Glück war ihr nicht hold.
Sie setzte gerade zum dritten Mal an, da griff Harry sie am Arm.
„Hermine!“
Er drehte sie zu sich herum und sie sah in seinem Blick, dass er wütend war.
„Was ist los, Harry?“
„Ich muss mit dir reden! Wo warst du gestern?“
Sie wollte jetzt nicht mit ihm reden, doch da kam ihr eine Idee.
„Ich will nur was aus dem Raum holen, ich bin gleich wieder da, dann kannst du mich fragen, was du willst.“
Er sah sie zweifelnd an. „Genau und ich stehe hier, bis ich graue Haare bekomme.“
„Wenn ich nicht rauskomme, darfst du mich in den Krankenflügel verfrachten, wenn du mich wieder findest.“
„Ich komme mit rein.“
„Nein.“
„Aber…“
„Nein.“
„Fünf Minuten!“
Sie ging wieder auf und ab und betrat dann den Raum. Sie hatte ihren Wunsch klar formuliert.
Ich brauche ein Labor, in dem ich ungestört bin, das niemand außer mir betreten kann, wo ich sicher bin.
Sie trat ein, der Raum war wie immer einfach Perfekt für das was sie benötigte.
Es gab einen Großen Holztisch auf dem sie die Zutaten ausbreitete, dann packte sie das Buch aus, das würde kompliziert werden. Dann viel ihr noch etwas ein, sie ließ den Raum eine Nische abtrennen, in der sie hinterher erscheinen konnte, dann lief sie sich nicht selbst über den Weg, wenn es klappte, wenn nicht, dann hatte sie ohnehin ein Problem, ein ziemlich großes Sogar.
Das herstellen an sich würde ungefähr eine Stunde dauern, aber zuerst brauchte sie einen Stuhl, das würde auch so anstrengend genug werden.
Schon bald war der Raum gefüllt mir purpurnen Rauchwolken und das Stundenglas nahm langsam Form an.
Zuerst musste sie das Zeitglas anfertigen, danach musste sie es im Ganzen verzaubern.
Sie verformte gerade ein Glas, das sie vom Frühstück mitgenommen hatte, neben ihr lag eine Goldkette, die benötigte sie für den Rahmen, es tat ihr leid, die Kette benutzen zu müssen, aber sie hatte sonst nichts, was sie benutzen konnte.
Also machte sie weiter.
Der Anhänger wurde nicht so fein und filigran, wie der, den sie vom Ministerium bekommen hatte, aber es würde schon gehen, denn alles ließ sich Problemlos drehen und das war das wichtigste.
Sie schlug noch einmal im Buch nach, gut, jetzt begann der schwierige Teil, allein schon, weil die Zauber ungesagt ausgeführt werden mussten.
Also begann sie, der Zeitumkehrer begann vor ihr zu schweben, jede der beweglichen Achsen war in Bewegung.
Sie machte weiter, nun fing er an, golden zu leuchten und eine Aura entstand, das war gut! Doch nun merkte sie, wie der bekannte schwarze Schleier am Rande ihres Gesichtsfeldes wieder begann auf sie zu zu kommen.
Sie musste durchhalten! Jetzt war es nicht mehr viel!
Die Aura breitete sich aus und wurde heller.
Sie musste noch so lange durchhalten, bis die Aura den Ganzen Raum erfüllte und gleißend weiß wurde.
Sie breitete sich aus, wurde immer größer und heller, doch kurz bevor der Zeitumkehrer endlich fertig wäre, fiel sie vom Stuhl, bevor sie aufschlug traf sie noch die Erkenntnis, dass sie es nicht geschafft hatte.
Was sie nicht mehr merkte, war, dass das Licht genau in dem Moment gleißend wurde und den ganzen Raum erfüllte, als sie das Bewusstsein verlor.

Sie wachte auf und der ganze Körper tat ihr weh, sie lag in einem Bett und verwundert blickte sie sich um. Sie war im Raum der Wünsche, das Labor gab es auch noch, das Bett stand daneben. Auf dem Holztisch war eine Kuppel, in ihr schwebte der Zeitumkehrer. Sie stand auf und die Steifheit in ihren Gliedmaßen vermittelte ihr, dass sie eine ganze Weile hier gelegen haben musste.
Sie ging auf den Tisch zu, konnte es sein, dass sie es geschafft hatte? Diese Kuppel war genau das, was passieren sollte, naja, es gab nur einen Weg, um herauszufinden ob es funktioniert hatte.
Sie hielt ihre Hand in die Kuppel und sah zu, wie sie schrumpfte, kleiner wurde und zu einer Babyhand wurde, bevor sie wieder wuchs und zu ihrer Hand wurde, sie schnappte sich den Zeitumkehrer und zog ihre Hand heraus, bevor sie weiter alterte.
Es hatte funktioniert! Sie konnte es kaum glauben!
Jetzt musste sie nur noch in Erfahrung bringen, wie weit sie zurückreisen musste, sie war am Donnerstag um viertel vor acht hier hereingekommen, doch wieviel Uhr war es jetzt?
Der Raum beantwortete ihre Frage, es erschien eine Uhr an der Wand, zehn Uhr zwei? Das konnte nicht sein, hatte sie einen ganzen Tag hier gelegen?
Es erschien ein Kalender, es war Sonntag?
Drei Tage? Naja, dann konnte sie den Zeitumkehrer grade auf Herz und Nieren Prüfen.
Sie ging allerdings erst einmal in das, gerade entstandene Bad, es war schließlich ein wenig auffällig, wenn sie fünf Minuten in einem anderen Raum war und aussah als hätte sie drei Tage lang im Bett gelegen.
Dann verschwand sie hinter der Nische und drehte den Zeitumkehrer, drei Tage, zwei Stunden, dreißig Minuten.
Sie sah sich selbst hereinkommen, wartete noch zwei Minuten und ging dann raus.
Harry stand vor der Tür und sah zufrieden aus, wenn er wüsste, schnell schob sie den Zeitumkehrer tiefer in ihre Tasche.
„Also Hermine, wo warst du gestern?“
Sie musste überlegen, ach ja, Mist!
„Ich war erschöpft und müde, ich habe mich hingelegt.“
Er sah sie an und sie sah, dass er ihr nicht glaubte.
Sie blieb stehen, und sah ihn an.
„Harry, wenn du was wissen willst, frag und schau mich nicht an, als könnte ich jeden Augenblick tot umfallen!“
Sie hasste es so bevormundet zu werden! Und zurzeit hatte sie zwei Männer in ihrem Leben, die sie wie ein rohes Ei behandelten.

Kapitel 38

Als Harry sie abends wieder zum Raum der Wünsche brachte, wartete sie, bis er reingegangen war, dann ging sie in das Labor.
Es war gruselig. Sie sah sich selbst auf dem Boden liegen, bewusstlos, der Zeitumkehrer, der sich gleichzeitig auch in ihrer Tasche befand, schwebte in seiner Kuppel auf dem Tisch.
Sie hob sich selbst hoch, in ein Bett, welches der Raum gerade erscheinen lies.
Es war wirklich unheimlich, sich selbst ganz weiß im Bett liegen zu sehen, sie konnte plötzlich nachempfinden, wie es Harry und Severus gegangen war, obwohl sie wusste, dass sie ja wieder aufwachen würde, bekam sie eine Gänsehaut.
Sie wandte sich ab und ging zu Severus, sie versuchte heute einmal den anderen Eingang, denn der war für sie näher.
In dem Geheimgang presste sie die Hand auf die Rechte Seitenwand und prompt erschien eine Tür, nicht genau an der Stelle, an der sie stand, sondern zwei Meter weiter rechts.
Sie öffnete die Tür und sah einen weiteren, sehr langen Geheimgang, der von Fackeln erleuchtet wurde.
Sorgfältig schloss sie die Tür hinter sich und ging den gang entlang, der stetig bergab führte.
An welchen Räumen sie wohl vorbei kam?
Endlich sah sie die Tür vor sich und sie klopfte leise, als hätte er auf sie gewartet, öffnete Severus.
„Du weißt schon, dass du nicht klopfen musst? Wie du gesagt hast, du hast jetzt den Schlüssel.“ Und er lächelte. Immer, wenn sie ihn lächeln sah, dachte sie sich, wie gut es ihm stand.
„Du solltest viel häufiger lächeln! Das steht dir.“, sagte sie jetzt lächelnd.
„Das würde doch meinen guten Ruf ruinieren!
Sie setzten sich wieder auf seine Couch, der ganze Tisch vor ihr stand voller Essen.
Sie zog eine Augenbraue hoch und sah Severus an.
„Ich dachte, du hast vielleicht Hunger?“ Das klang ungefähr gar nicht glaubwürdig.
„MHMMM, ja und bei den Mahlzeiten in der großen Halle bekomme ich nicht genug? Weißt du, da gibt es ziemlich große Tische, voll mit Essen.“
Und sie wusste, was jetzt kam.
„Wenn du zu den Mahlzeiten gehen würdest und dann auch noch etwas essen würdest, dann würden die Tische auch etwas nützen, aber ich habe darauf geachtet, seitdem du aus dem Krankenflügel gekommen bist, warst du nicht Mal bei der hälfte der Mahlzeiten und ich habe dich nur heute Morgen etwas essen sehen, bei den beiden anderen heute warst du nicht, also dachte ich…“
„Dachtest du, du zwingst mich dann einfach mal zum essen?“
Die Augenbraue schob sich weiter in die Höhe.
„Nein, du weißt, ich zwinge dich zu gar nichts, es ist nur, ich mache mir Sorgen um dich!“
Sie verdrehte die Augen, aber jetzt, wo sie das ganze Essen sah, sie hatte wirklich Hunger, sie hatte ja quasi drei Tage lang überhaupt nichts zu sich genommen, jetzt, wo sie daran dachte, musste sie sich unbedingt etwas zu trinken geben!
„Na gut, du hast vielleicht ein bisschen Recht, ein wenig Hunger habe ich schon, aber lass dir das nicht zur Gewohnheit werden!“
„Was? Das Recht haben oder das Sorgen machen? Weil das kann ich dir beides nicht versprechen.“ Sie liebte dieses schelmische Grinsen und, obwohl sie schon ein wenig sauer war, belohnte sie es mit einem Leidenschaftlichen Kuss.
Das essen tat wirklich gut, es schmeckte auch super!
Sie aß soviel sie konnte, doch sie merkte noch einmal, mit wie wenig sie nun satt wurde.

Sie hatte mit Harry verabredet, sich um sieben vor dem Raum der Wünsche zu treffen, denn er wollte sie partout überall hinbegleiten.
Das kam ihr aber überraschenderweise sehr gelegen, denn so konnte sie sich etwas zu trinken geben. Das klang schon in Gedanken sehr merkwürdig!
Sie huschte in den Raum und da lag sie immer noch, natürlich und sie gab sich etwas zu trinken und stellte sich dann wieder vor den Raum.
Was für ein Timing, denn Harry kam gerade um die Ecke, als sie sich an die Wand gelehnt hatte.
Und zusammen gingen sie in Richtung des Krankenflügels, sie war so stolz auf sich, denn sie hatte es immerhin eine ganze Weile geschafft, nicht ohnmächtig zu werden, da merkte sie, wie es wieder losging.
„Ich muss aufs Klo!“ sagte sie und ging schnell zur nächsten Toilette, den Gang hinab.
Harry folgte ihr, sagte aber nichts.
Sie schaffte es, bis in eine Kabine und das war das wichtigste. Sie sah sich um, die Kabine war riesig und sie lag auf einer Matratze.
Vier Stunden später wachte sie auf, sie hatte, seitdem sie immer ohnmächtig wurde, extra immer eine Armbanduhr bei sich.
Sie holte den Zeitumkehrer aus der Tasche und sprang zurück. Da lag sie, halb sitzend. Zu allererst zauberte sie die Kabine sauber, das war ihr doch sehr wichtig, dann vergrößerte alles, sie wusste ja, was zu tun war, denn sie hatte es ja schon gesehen.
Nachdem sie sich selbst hingelegt hatte, es gab jetzt drei von ihr in Hogwarts, das war nochmal schräger!, ging sie raus zu Harry, der nichts gemerkt zu haben schien, ihr Plan schien doch aufzugehen.
Pompfrey sagte das übliche, ließ sie aber dann doch gehen.
Den Freitag überstand sie irgendwie ohne erneut Ohnmächtig zu werden, vielleicht wurde es langsam besser? Sie hoffte es wirklich!
Sie hatte es sogar überstanden, als sie sich in Verwandlung aufgeregt hatte, weil McGonnagal sie zuerst nicht hatte üben lassen, sie war nicht ohnmächtig geworden, das war doch mal ein Fortschritt!
Sie ließ sich abends von Harry wieder zum Raum der Wünsche bringen, sie sah schnell nach sich selbst.
Sie nahm ihre Tasche, sie hatte ein paar Klamotten dabei, Severus hatte gesagt, sie könne ein paar Sachen mitbringen, dann müsse sie nicht immer so früh aufstehen, nicht das sie etwas dagegen hatte.
Nach einem kurzen Abstecher in die Bibliothek, sie hatte nicht gehört, dass Madame Pompfrey ein Buch vermisste und sie wollte ihr Glück nicht herausfordern, machte sie sich schleunigst auf den Weg. Sie hatte die Hand schon zum klopfen erhoben, da erinnerte sie sich, dass er gesagt hatte, sie müsse nicht klopfen, aber ohne schien ihr sehr unhöflich, also was? Sie entschied sich dafür zu klopfen.
Er öffnete lächelnd.
„Ich habe doch gesagt, du musst nicht klopfen!“
„Das kam mir irgendwie unhöflich vor.“
Er lachte laut auf, dann beugte er sich zu ihr herab, nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie zärtlich, sie war überrascht, normalerweise küsste sie ihn.
Aber sie liebte es, sie liebte einfach alles, dass sie sich auf die Zehenspitzen stellen musste, um ihn küssen zu können, sein seidiges Haar, einfach alles.
Er hatte wieder etwas zu essen herbringen lassen.
„Ich dachte, du passt besser auf, ich habe heute durchaus einiges gegessen!“
„Tatsächlich?“ Na gut, das einiges war vielleicht ein bisschen überzogen, aber sie war heute bei Jeder Mahlzeit gewesen und hatte immer etwas gegessen, jetzt wo sie quasi Zeitsprünge machte, hatte sie mehr Hunger.
Er hatte ja gesagt, sie könne über das Wochenende bei ihm bleiben, aber sie war unsicher.
„Und ich kann wirklich das ganze Wochenende hier bleiben?“
Sie sah ihn fragend und unsicher an.
„Ja, natürlich. Ich bin bekannt dafür, am Wochenende in meinen Räumen zu bleiben, unter der Woche müssen wir zu den Mahlzeiten, aber am Wochenende und in den Ferien ist es uns freigestellt und ich bleibe meistens hier, deswegen wird es kaum auffallen, es wird eher auffallen, das du nicht da bist.“
Sie musste lachen.
„Nein, das wird es nicht!“, sie musste wirklich lachen.
„Warum lachst du?“
„Naja, mein Schlafsaal besteht aus Pärchen, die sind mit sich beschäftigt, Harry ist bei seinem Freund, er vermutet ich bin bei meinem, er rät ständig und wie dir vielleicht aufgefallen ist, bin ich nicht mehr allzu regelmäßig bei den Mahlzeiten. Apropos Mahlzeiten…“
Sie sah fragend auf ihr essen, „Wer bringt das alles? Haben wir da nicht ein Problem?“
„Nein, ich hab eine Hauselfe, die ist zum Schweigen verpflichtet, sie arbeitet hier in der Küche und bringt mir das essen, sie darf über nichts reden oder auch nur irgendjemandem Mitteilen, was sie hier sieht.“
Er sagte das gelassen, aber sie war schockiert.
„Du hast eine Hauselfe?!?“, entrüstete sie sich.
„Ja, aber keine Sorge, ich behandele sie gut, ich bin immer nett zu ihr und ich kann sie nicht freilassen, sie weiß zu viel!“
Er hatte ja doch Recht, sie sah das durchaus ein.
„Und in deinem Schlafsaal sind nur Pärchen? Wie funktioniert das?“
„Naja, ich schlafe im Schwulenschlafsaal. Harry ist sowas wie mein Bruder und deswegen bin ich zu ihnen gezogen, als es mir so schlecht ging, bevor, naja, du weißt schon…“ sie wechselte schnell das Thema, sie wollte die Stimmung nicht schon wieder zunichte machen.
„Naja, auf jeden Fall hatten Fred und George den Schlafsaal ewig für sich alleine, dann sind Dean und Seamus Anfang dieses Jahres zu ihnen gezogen und als Harry rausgefunden hat, dass er schwul ist, ist er auch dazu gezogen. Naja und dann ich, McGonnagal musste das extra genehmigen, weil es ja alles Jungs sind, aber Harry ist wie mein Bruder, seit dem ersten Schuljahr schlafe ich bei ihm im Bett, wenn ich nicht schlafen kann. Es war nicht wirklich eine Umstellung, nur musste ich jetzt nicht mehr so weit laufen, naja als er dann einen Freund hatte, waren die anderen wirklich nett zu mir, sie benehmen sich wie meine Brüder, was echt ätzend sein kann, aber es ist wirklich total lieb von ihnen!“
Er sah sie an und da schimmerte etwas wie Eifersucht in seinen Augen?
„Bist du eifersüchtig?“
Er gab keine Antwort, sondern küsste sie nur.
„Ich fasse es nicht, du BIST eifersüchtig!“
Er sagte immer noch nichts, sie musste lachen, er war tatsächlich eifersüchtig!
„Du weißt aber schon, dass du dafür keinen Grund hast? Harry steht wirklich mehr auf Kerle und außerdem bin ich nicht die einzige die eine Vorliebe für Slytherins zu haben scheint.“

Kapitel 39

Sie verbrachten das ganze Wochenende wirklich entspannt, sie musste schon sagen, Severus Bett war wirklich bequem und sie genoss es, aufzuwachen und neben sich jemanden liegen zu sehen, den sie liebte. Auch wenn er genau darauf achtete, ihr nicht allzu nahe zu kommen, auch wenn sie nicht genau wusste, wieso. Ihre Lieblingsbegründung war, dass er der Versuchung entgehen wollte.
Sie hatte sich gedacht, dass sie am Samstag kein Risiko eingehen wollte, abends würde sie es vielleicht noch einmal versuchen, wenn es ihr einigermaßen gut ging, auf halbem Weg ohnmächtig umzukippen wäre wirklich nicht so gut. Ganz zu schweigen, davon, dass Severus dann wirklich ernst machen würde.
Sie redeten viel und es war wirklich angenehm. Überraschender Weise war Severus wegen einer ihrer Bemerkungen vom Vortag neugierig.
„So und Potter ist mit einem Slytherin zusammen? Das wundert mich, ich dachte, die Jungs aus meinem Haus sind wählerischer.“
„Das ist gemein! Harry ist wirklich nett! Und ich glaube, die beiden sind glücklich miteinander.“
Sie boxte ihm spielerisch auf die Schulter.
„Wenn du dir ein bisschen mehr Mühe mit ihm geben würdest, würdest du merken, wie nett er ist!“
Er verdrehte nur die Augen, sie lachte.
„Ich weiß noch gar nicht, wie ich es ihm sagen soll.“ Plötzlich stockte sie. Sah er es so, wie sie? Also sie würde sagen, dass sie eine Beziehung hatten, aber wenn er das anders sah? Sie musterte ihn von der Seite, wie er da saß, die Augen geschlossen.
Doch als sie nicht weitersprach, öffnete er sie und sah sie an, wie sie ihn musterte.
„Was ist los? Was hast du?“
Jetzt wurde sie Rot.
„Was ist?“
„Naja… Ich bin nur gerade ins überlegen gekommen, also…“ und sie verstummte wieder, jetzt noch röter.
„Und was hast du überlegt?“
„Also… Naja, ich dachte eben, dass Harry mir gesagt hat, mit wem er zusammen ist…“
Es schien Verständnis in seinen Augen aufblitzen.
„Und jetzt fragst du dich, ob wir zusammen sind, obwohl ich das ja offensichtlich finde, ich weiß ja nicht, wie du das siehst. Aber soweit ich weiß, laufen Affären anders und ich bin mir fast sicher, dass ich nicht für einen plötzlichen Ausbruch von Freundschaft meinen Job und naja, wenn man es dramatisiert sogar mein Leben aufs Spiel setzen würde.“
Sie lächelte, streckte sich auf dem Sofa aus und legte den Kopf auf seine Brust.
Sie war wirklich glücklich.
„Irgendwann muss ich es ihm sagen, immerhin bekommt er es mit, naja, der ganze Schlafsaal bekommt es mit, dass ich die Nächte nicht da bin. Bei Harry haben sie schnell richtig geschlossen. Aber zumindest Harry muss ich es sagen, irgendwann. Er wird durchdrehen, er mag dich nicht.“
„Er hasst mich.“
„Naja, du bist nicht wirklich nett zu ihm.“, das war genau so untertrieben wie das er mag dich nicht.
Er wusste es, natürlich, aber er lachte nur.
„Was meinst du, soll ich es ihm sagen?“

„Ich kenne Potter nicht, nicht wirklich. Wenn du es ihm erzählen möchtest, dann tu es, es wäre nur nett, wenn er mich dann nicht vor der ganzen Schule zur Rede stellt, sonst ist mir alles recht.“
„Nein, ich denke, wenn, dann kommt er zu dir ins Büro und bricht dir die Nase.“
„Damit kann ich leben.“
„Ich warte vielleicht noch ein bisschen, bis ich es ihm erzähle, ich mag deine Nase, so wie sie ist.“
Er lachte.
So ging es das ganze Wochenende weiter. Sie verbrachten es hauptsächlich auf dem Sofa und obwohl Severus Hauselfe zum schweigen verpflichtet war, verschwand sie im Bad, kurz bevor sie zum essenbringen kam.
Severus fand das überflüssig, aber es war ihr irgendwie unangenehm, auch wenn sie nicht genau sagen konnte, warum.
Sie wollte partout nicht, dass es Montag wurde, aber, wie immer, wenn man etwas vor sich herschieben wollte, kam es schneller auf einen zu.
Als sie ihn am Montagmorgen zum Abschied küsste, hatte sie das Gefühl, dass das das beste Wochenende war, das sie jemals erlebt hatte.
Freudestrahlend und glücklich wartete sie kurze Zeit später vor dem Raum der Wünsche auf Harry. Nicht nur, dass sie ein wunderbares Wochenende gehabt hatte, sie war nicht ein einziges Mal ohnmächtig geworden!
Sie gab natürlich zu, dass es wahrscheinlich daran lag, dass Severus sie kaum hatte zum Bad und wieder zurück hatte laufen lassen.
In manchen Dingen, waren er und Harry sich wirklich erstaunlich ähnlich.
Als er auf sie zukam, sah sie, dass auch sein Wochenende gut gewesen sein musste, auch wenn er sehr müde aussah.
„Na, du siehst aus, als wäre dein Wochenende nicht gerade schlecht gewesen!“, begrüßte er sie. Sie lachte, „Na, das Kompliment kann ich aber zurückgeben, wohl wenig geschlafen, was?“
Sie gingen zu Madame Pompfrey und das wurde ihr täglicher Trott, die ganze Woche über.
Morgens trafen sie sich vor dem Raum der Wünsche, gingen zu Madame Pompfrey, dann zum Frühstück, Hermine fing ein wenig an zu essen, nicht so viel, wie sie sollte, aber besser als nichts. Dann brachte Harry sie zu ihrem Unterricht und holte sie wieder ab, abends machten sie beide, ihre Hausaufgaben, bevor sie zusammen zum Raum der Wünsche und ihren jeweiligen Freunden gingen.
Wovon Harry allerdings nicht wusste, oder ahnte, beinahe jedes Mal, wenn sie sehr eilig auf die Toilette stürzte, ohnmächtig wurde. Er konnte davon beinahe nichts mitbekommen, denn sie sprang jedes Mal wieder in der Zeit zurück.
Mit Ausdehnungs- und Reinigungszaubern hatte sie mittlerweile richtig Übung.
Allerdings machte es ihr Sorgen, dass sie jedes Mal länger in Ohnmacht zu fallen schien.
Als sie am Freitag in der Kabine aufwachte, waren es schon über zwölf Stunden gewesen.
Die Tage strengten sie jetzt immer mehr an, denn durch die Ohnmachtsanfälle hatte ein Tag für sie gerne einmal 36 Stunden.
So war sie am Freitag wirklich KO, sie erinnerte sich wieder daran, wie es sie vor drei Jahren schon geschlaucht hatte und da war sie ganz Gesund gewesen und sie vermutete, dass ihr Zeitumkehrer nicht einhundertprozentig perfekt gelungen war.
Mit dem aus dem Ministerium war es mehr ein sanftes Springen, mit ihrem war es wie Apparieren, nur unangenehmer, sie schlug manchmal regelrecht auf.
Wobei es jetzt fast ein Vorteil war, dass Severus noch nicht mit ihr schlafen wollte, denn fast ihr ganzer Körper war voller blauer Flecken.
Aber sie freute sich wirklich auf das Wochenende! Voller Erwartungen, die das letzte in ihr geweckt hatten, ging sie am Freitagabend zu Severus Privaträumen.
Sie hatte immer geklopft und er hatte ihr jeden Tag gesagt, dass sei das nicht bräuchte.
Also stand sie kurz zögernd vor der Tür, die Hand schon zum Klopfen erhoben, doch dann öffnete sie einfach die Tür. Severus stand mit dem Rücken zu ihr und schenkte sich gerade ein Glas Wein ein, er schien sie gehört zu haben, denn er sagte. „Möchtest du auch eins?“
„Gerne!“ weil es ihr letztes Wochenende so gut gegangen war, wollte sie es dieses Wochenende noch einmal probieren.
Er reichte ihr ein Glas und gab ihr einen kleinen Kuss.


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Manchmal ist es auch sehr schade, dass eine Figur verschwindet und im nächsten Band nicht mehr vorkommt. Dazu zählt beispielsweise Gilderoy Lockhart, den ich sehr mochte, weil er so furchtbar eitel war und ich mir einen Spaß daraus machte Leute aus dem Showbusiness mit seiner Charakterisierung zu veralbern.
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