
von queenie
Wahrheiten
„Hermione, wohin so schnell?“, keuchte Harry atemlos hinter mir.
„Schsch…, Harry, bitte nicht jetzt!“, bat ich nur brüsk und spurtete gehetzt in den dritten Stock, dank unseres täglichen Lauftrainings kamen Harry und ich gut voran, ohne zu sehr außer Puste zu kommen, unsere Kondition war wirklich erstaunlich gut, auch wenn mich mein Kleid etwas behinderte, aber ich zog es mir mit der Hand über die Oberschenkel, ohne falsche Scheu und hastete weiter. Harry war heut wirklich erstaunlich, er fragte nicht warum, wieso, weshalb, er lief brav mit.
Das Positive an Umbridges Ableben war auch, dass sich Professor Flitwick hatte aufraffen können, den bisher unüberwindbaren Sumpf der Twins im Handumdrehen verschwinden zu lassen, nachdem Professor Dumbledore zurückgekehrt war und so war das Passieren und Überqueren der Flure und Gänge wieder ohne weiteres möglich.
Als wir in den Flur einbogen, in dem das Verteidigungsklassenzimmer war und ich ihm mit dem Finger auf dem geschlossenen Mund bedeutete, nun ganz leise zu sein, huschten wir mit Bedacht in das Klassenzimmer und die Wendeltreppe hinauf, die paar Schutzzauber, die noch auf dem Büro lagen, löste ich gekonnt.
All dies geschah unter den aufmerksamen Augen von Harry und als ich über meine Schulter blickte und mich diesem bedachtsamen Blick ausgesetzt sah, konnte ich ein raues Auflachen nicht unterdrücken, da wir schon wieder zusammen einbrachen und auch auf seinem, seit dem Gespräch… äh… Verhör mit den Auroren etwas verstimmt wirkenden Gesicht, breitete sich nun ein spitzbübisches Grinsen aus.
Er zwinkerte mir belustigt zu und ich wandte mich wieder um, damit wir endlich in das Büro kamen, als die Tür auch schon aufschwang und wir rasch eintraten. Es sah immer noch genauso aus wie damals, die Kätzchen maunzten in einer Tour, ich hätte ihnen gerne ihre Mäuler gestopft, das war ja nicht auszuhalten.
Harry blieb noch etwas verloren an der geschlossenen Tür stehen und mein Blick zurück sagte mir, dass er an sein Kamingespräch mit Kreacher dachte, aber ich wandte mich nun dem ordentlichen Schreibtisch zu und musste Harry in seinen traurigen Gedanken sich selbst überlassen.
Ich bückte mich jetzt zu der rechten Schublade, um sie auf Zauber und Flüche zu untersuchen, lieber ein bisschen vorsichtiger sein als einmal zu wenig. Ich wurde richtig pedantisch und konnte Snape da plötzlich richtig gut verstehen.
Als ich merkte, dass da nichts darauf lag, keine Flüche und Banne mehr, lächelte ich leicht und zog die Lade auf, um sie im nächsten Moment laut fluchend wieder mit einem geräuschvollen Schlag zuzustoßen.
So ein Mist aber auch, diese blöde Kröte ärgerte mich selbst noch im Tode, das war ja nicht zum Aushalten! Blöde, hässliche Kröte, hätte ich doch wenigstens noch ihrer Kehle ein paar Schmerzenslaute entlockt, dann würde ich dies nun leichter ertragen könne, diese… ahhh… hatte kein so sanftes Ende verdient.
Harry trat aufmerksam zu mir.
„Was ist, was regt dich so auf?“, kam es ruhig, aber auch sehr interessiert von ihm.
„Ahhhhhrrrr… diese widerwärtige Kröte!“, stieß ich aufgebracht heraus. „Sie hat einen schwarzen Zauber auf ihre Unterlagen gelegt, sodass die sich zerstören, wenn sie aus dem Leben scheidet, scheiße!“, zischte ich aufgebracht und trat den Schreibtisch mit meinem Fuß, autsch!
„Was soll mich jetzt mehr erstaunen, dass du auf eine arme, tote Frau, die gewaltsam aus dem Leben geschieden ist, so schimpfst, oder dass du genau weißt, wo du zu suchen hast?“, entgegnete Harry erschreckend kalt, aber auch überlegt, dabei schob er mit seinem Zeigefinger den Bügel seiner Brille wieder auf sein Nasenbein, was sehr überlegen wirkte.
„Ach, hör schon auf. Ich bin nicht doof. Du weißt es oder du vermutest es, sonst hättest du mich nicht bei Dawlish unterbrochen und munter erzählt, ich wäre mit dir von der Wurzel gefangen genommen gewesen!“, keifte ich missgestimmt drauflos, aber ich war auch sauer, das war so ärgerlich, warum hatte sie diesen scheiß Zauber darauf legen müssen. Ich hätte so gerne all ihre Unterlagen gehabt, oder aber auch wenigstens nur das Wissen, was sie über Percy gehabt hatte, die Betonung lag auf der Vergangenheitsform, das war aber auch zu ärgerlich.
„Natürlich vermute ich es, bin ich doof? Aber wie es scheint bestätigst du es gerade eindrucksvoll!“, schrie er nun ungehalten und stemmte beide geballten Fäuste aggressiv an seinen Körper.
„Harry, was willst du hören? ... Am besten der Reihe nach, ich hab hier mal Unterlagen gefunden und wurde unterbrochen, hier war eine Akte über Percy Weasley drin, irgendetwas hatte sie gegen ihn in der Hand. Ich wollte wissen was… aber das hat sie selbst im Tode zu verhindern gewusst!“, ärgerte mich das gerade am meisten.
„Sag mir bitte nicht, dass du das getan hast, was ich vermute, bitte sag mir, dass du das nicht warst… Bitte! Hermione!“, flehte Harry jetzt sehr leise und musterte mich dabei scharf.
„Das kann ich nicht, Harry… das kann ich nicht!“, wich, wie aus einem Luftballon, die Luft aus meinen Lungen, meine Wut verpuffte und ich ließ den Kopf hängen und schüttelte ihn traurig, als ich vor Harry meine Schuld eingestand.
„Du hast sie wirklich…?“, echote er so leise, dass ich ihn kaum verstand, während ich ihn nicht anblickte.
„Ja!“, kam es zwar nicht laut, aber sehr fest von mir. Ich bedauerte es immer noch nicht und würde es jederzeit wieder tun, nur diesmal würde sie dabei vor Schmerzen schreien, das schwor ich mir.
„Oh Gott!“, hörte ich, wie er sich die Hand betroffen vor den Mund schlug.
„Nein, nichts oh Gott, Gott sei Dank! Sie wäre dir immer gefährlich gewesen!“, wandte ich ärgerlich ein, selbstgerecht, was sage ich! Das war immer meine Sorge gewesen, dass meine „Freunde“ selbstgerecht und überheblich urteilen würden.
„Aber… aber wir tun so was nicht… das ist nicht gut!“, als er dies so bewegt stotterte, blickte ich auf und sah ihn hart an, konnte sehen, wie er unruhig hin und her lief und sich seine Haare noch mehr verzwirbelte.
„Ach... aber das ist gut, man schnappt die Bösen und sie entwischen in der nächsten Minute wieder und schlachten alles ab, was ihnen im Weg steht? Wie viele Auroren starben gestern in Askaban? Wie viele, Harry?“, forderte ich beherrscht und kalt von ihm, hatte ihn dabei fest im Blick und er blieb abrupt stehen und hob mir seine Augen unsicher entgegen.
„17!“, schluckte er sichtbar schwer und würgte leicht.
„Siehst du und Jugson kann niemandem mehr was!“, erklärte ich ihm harsch, was ich vom Vorgehen des Ministeriums hielt.
„Der auch?“, gingen seine großen Augen noch weiter auf und er schüttelte ungläubig den Kopf.
„Vielleicht?“, meinte ich kleinlaut.
„Hermione, was passiert mit uns? Das ist nicht gut, das kannst du nicht getan haben, nicht meine Hermione!“, war er entsetzt und blankes Grauen glänzte in seinen grünen Seelenspiegeln.
„Harry, ich bin immer noch ich!“, bat ich nun inbrünstig, dabei ging ich langsam zu ihm, der mich mit großen, grünen, völlig geschockten Augen anstarrte wie eine Halluzination.
„Ja, das bist du wohl, ist das nicht entsetzlich!?“, rief er aufgebracht, zog mich aber gleichzeitig überraschend fest an sich, riss mich in eine bewegte Umarmung und umklammerte mich entschlossen. „Was machen die aus uns?“, wisperte er geschlagen in mein Haar und schluchzte unterdrückt auf.
„Warum?“, fragte er nach langem Schweigen, drückte sich dabei noch immer bedürftig an mich und ich erwiderte diese Umarmung.
„Sie wollte… und hat dich gefoltert, hat den Kuss des Dementors für dich in Kauf genommen… und höchstwahrscheinlich noch viel mehr, was hätte ich tun sollen?“, erklärte ich überzeugt davon, das Richtige getan zu haben und er vergrub aufseufzend sein Gesicht in meiner Halsbeuge. So standen wir im Raum, schweigend, bis Harry wieder etwas sagte:
„Ich kann das nicht gutheißen…“, hauchte er mir seinen heißen Atem an den Hals, da sein Haupt immer noch an meine Schulter gekuschelt lag.
„Das ist mir bewusst, das war´s dann wohl, oder?“, kam es bitter von mir, da sich hier all meine Zweifel gerade fulminant bestätigten.
Eine unendliche Welle der Traurigkeit schien mich zu überrollen und ich zog mich zurück, aber er ließ mich nicht und zog mich wieder fest zu sich.
„… Aber ich kann auch nicht sagen, dass ich der alten, bösartigen Kröte hinterherweine, … ich verstehe dich sogar und habe vor deiner Courage wahrlich Respekt. Ich habe ja nicht einmal im Angesicht von… von Sirius‘ Tod Rache an seiner Mörderin nehmen können! Die vor mir herlief, die ich hatte, ich bin ein Schlappschwanz…“, erwiderte Harry durchwegs bewegt, mit zittriger Stimme. Dass er Bellatrix nicht geschnappt hatte, ging ihm sehr nah, als er leise aufstöhnte, bevor er fortfuhr:
„… Ich bin ein Versager, sonst nichts, du hättest dir Lestrange gekauft, wenn du eher da gewesen wärst, du hättest es gekonnt, so wie du alle Zauber und Flüche kannst, die du willst. Du bist so stark und dir immer so sicher… wo ich immer so unsicher bin!“, bekannte er flüsternd und mit unendlicher Trauer in der Stimme und ich verharrte stumm und lauschte perplex.
„Und du weißt bestimmt schon sehr lange, dass es die Frage ist, was Gut und was Böse ist? ... Denn ob das Ministerium gut ist, bleibt abzuwarten? Genau wie auch die Frage, was Dumbledore ist, nicht wahr? ... Oder auch meine Eltern, war das gut, was James getan hat? Mit Sicherheit nicht und ich glaube, das Schlimmste ist, dass er es bis zu seinem Tod nie eingesehen hat, dass es das nicht war! Denn er wird geglaubt haben, dass alles was man Slytherins antut, gut ist! Das ist es aber nicht, die sind auch Menschen wie du und ich, mit Gefühlen…! Das sehe ich alleine an Daphne… sie… sie will das auch alles nicht, aber was sollen wir tun? So werden wir von der Gesellschaft getrieben und nun frage ich mich, war es gut, eine so böse Kröte zu beseitigen? Sie war noch nicht fertig mit uns in dem Wald, das wissen wir beide!“, kam es atemlos, regelrecht gehetzt von ihm als er mir sein Herz ausschüttete, dabei hielt er mich nun an den Schultern und sah mir fest ins Antlitz.
Ich war bewegt und schloss ergriffen die Augen, bevor ich ansetzte:
„Oh nein, Harry… daran ist nichts gut. Ich habe oft Angst böse zu sein, aber was bleibt einem übrig… wer hilft mir, uns? Und du hast recht mit deiner Frage Gut und Böse betreffend. Das Ministerium mit Fudge, das uns am liebsten nach Askaban bringen würde? Dumbledore, den ich immer nur sehe, wenn alles vorbei ist? Wer Harry? Was hätte ich tun sollen, denn sie hätte uns nicht gehen lassen, sie war fanatisch!“, rechtfertigte ich mich eindringlich.
„Ich weiß, was du meinst… wir sind allein, und es heißt leben oder sterben, ohne Rücksicht!“, bekannte er desillusioniert, so trat in Harrys grüne Iris ein so bestimmtes Aufblitzen, dass es mir glatt kalt den Rücken hinablief, was passierte mit diesem Jungen in den letzten Tagen?
„Ich muss… du entschuldigst, Hermione? Ich muss denken, ich muss über alles intensiv nachdenken, über alles! Aber eins sag ich dir, ich liebe dich! Immer! Egal, was du tust! ...“, meinte er so überzeugend ernst, so vollkommen ehrlich, dass mich eine Welle des Glücks fast überrollte, aber dann setzte das schlechte Gewissen umgehend ein, dass er immer noch nicht im Ansatz alles, wirklich alles wusste.
„Sag so was nicht, erst wenn du alles weißt!“, bat ich deshalb verzweifelt.
„Gut, aber das wird an meiner Einstellung nichts ändern! Du bist und bleibst meine Schwester und die werde ich immer lieben! ... Es bleibt alles, wie wir es besprochen haben, okay? Aber das alles… das schlägt mir gefährlich auf den Magen, es zu ahnen, es zu wissen, das sind zwei Paar Schuhe… ich muss…! Ich brauche Ruhe, um das alles zu verarbeiten! Die letzten Tage waren einfach zu viel für mich. Ich weiß, ich müsste mit dir jetzt alles besprechen, aber ich kann nicht! Mir geht zu viel im Kopf rum, Sirius…, Daphne…, du…, Fudge…, Dumbledore…, das wird alles zu viel…“, bekannte er und er hatte ja recht, das alles war ein bisschen viel auf einmal.
„Harry, geh in den Krankenflügel, informiere die anderen darüber, dass sie befragt werden und sie die Wahrheit sagen sollen, das lenkt dich ab, bis zu dem Tag an dem ich dich abhole, wirst du genug Zeit zum Denken haben!“, bot ich ihm an, danach umarmten wir uns noch einmal und ich trat zurück, gab ihm den Freiraum, um den er bat, er wirkte immer noch leicht durch den Wind.
„Ja, du hast recht, ich gehe dann mal, bis später!“, schenkte er mir ein verzagtes Lächeln, so holte er seinen geschrumpften Tarnumhang aus seinem Mantel und zog ihn über, ließ mich in diesem Katzenraum allein.
Ich rieb mir nach Harrys Abgang heftig über mein Gesicht und stöhnte leidend auf, er wusste es!
Aber über seine Reaktion sollte ich mich wohl eher freuen als traurig sein, ja, das schon. Aber zu wissen, dass Harry nun wusste, zum Teil wusste, was ich tat, machte mich nicht stolz, eher zeigte es mal wieder, zu was ich geworden war und ob ich darauf stolz war, stand auf einem ganz anderen Pergament!
Ich hätte nie damit gerechnet, dass Harry das so aufnehmen könnte. Gut, er war immer noch geschockt und ich denke, wenn er eine Nacht darüber schlief, auch abgestoßen, aber dass er so relativ ruhig geblieben war, verdankte ich wohl nur den weltbewegenden letzten Tagen, die Harrys Ansichten und Grundsätze alle vollkommen auf den Kopf gestellt zu haben schienen.
Aber ich wäre die letzte, die sich darüber beschweren würde, kam es mir doch zugute, meinen besten Freund nicht zu verlieren. Ich hielt mir mein Motto wieder vor Augen, nimm es, wie es kommt!
Ja, genau, jetzt reiß dich am Riemen, du musst hier raus… aber halt, ein bisschen stöbern hat noch niemandem geschadet und der Direktor schien mit dem Besuch der Auroren zu beschäftigt, also hatte ich Zeit und so drehte ich mich im Kreis und nahm das Zimmer in Augenschein.
Ich ging den Raum systematisch ab, so wie in Ritas Wohnung, aber es schien, als hätte sie alles Belastende mit diesem idiotischen Zauber belegt, entweder sie hatte dies ihren Erpressungsopfern versprochen oder aber sie wollte als Scheinheilige sterben, um dann um so toller betrauert zu werden, beides war ihr zuzutrauen. Aber nun gut, ich hatte die Aktenkopien von Fudge und Scrimgeour und ich wusste, dass Percy Dreck am Stecken hatte, war doch schon was… ich stockte in meinen Überlegungen, was war das?
Bei der rosafarbenen Récamière stand auf dem kleinen, runden Nebentischchen eine Schmuckdose, die nicht ganz geschlossen war und das Glitzern darin zog meine Aufmerksamkeit auf sich.
Ich schritt rasch darauf zu und schlug den silbernen Deckel ganz zurück, erblickte etwas im Inneren der mit pinkfarbenem Samt ausgelegten Schmuckkose. Mhmh… irgendwie kam mir das Medaillon, das ich sah, bekannt vor und als ich es an seiner feingliedrigen, silbernen Kette anhob um es genau zu betrachten, erkannte ich es sofort.
Aber wie hatte Umbridge es besitzen können? Ich wusste, dass ich das gute Stück in einer Vitrine des Salons im Stammbaumzimmer der Blacks gesehen hatte. Ich hatte noch gedacht, dass es gut in das Blackhaus passte, da hier viele Schlangenembleme angebracht waren. Ich hatte ja ab und an einige Zeit in diesem Salon verbracht, da mich der Stammbaum und die Verzweigungen der magischen Familien brennend interessiert hatten und so fiel mir auch die Vitrine ins Auge und ich hatte mit einem gequälten Seufzen mein Mitleid mit den schwarzmagischen Artefakten gehabt, die wohl Mollys Säuberungswahn zum Opfer fallen würden, mir unverständlich, aber zu diesem Zeitpunkt recht egal, dies hier waren Sirius‘ Besitztümer, nicht meine.
Der Edelstein, der im Licht der durch die Fenster hereinfallenden Sonnenstrahlen aufblitzte und der in einem warmen, goldenen und tiefen, satten, braunen Schimmer erstrahlte, könnte ein Citrin sein. Der Stein, der achteckig geschliffen und mit Weißgold eingefasst war, nahm einen aufgrund seiner durchscheinenden Schönheit gefangen.
In der Mitte war mit kleinen Smaragdsplittern eine sich windende Schlange dem Slytherinsymbol nachempfunden und dies war magisch eingelassen worden. Das Medaillon wäre zum Aufklappen gewesen, aber es ging nicht, wie ich nach einigen erfolglosen Versuchen feststellte und ich konnte fühlen, dass es nicht nur ein Schmuckstück war. Die Magie, die durch dies Kleinod hindurchflutete, war mit den Händen zu greifen.
Man erkannte, dass es uralt war, da die feinen Verzierungen im Weißgold einer vergangen Zeit angehörten und auch das Zeichen war eindeutig dasselbe, das Slytherin für sein Wappen verwendet hatte. Ich war mir sicher, dass ich das Medaillon vom Grimmauld Place in Händen hielt, das einzige was ich mir vorstellen konnte und dabei knabberte ich auf meiner Lippe herum, war, dass es Flügel bekommen hatte. Der einzige, der für so etwas vorstellbar war, war Dung, und mit dieser Erkenntnis würde heute noch ein Brief auf den Weg gehen, das nahm ich mir vor und ließ die Kette in meine Tasche gleiten, das würde ich mitnehmen.
Mein Blick glitt wieder zu den miauenden Katzentellern, also die hätten zu Asche zerbröseln können, dachte ich echt giftig und verließ das Büro und das Klassenzimmer, schade, es hätte so schön laufen können!
Sollte ich mich auch auf den Weg zur Krankenstation machen?
Ich wusste nicht, ob ich Harry nach seiner Erkenntnis und Einsicht, was ich tat und wer ich war, wirklich jetzt schon wieder unter die Augen treten wollte. Aber wo sollte ich hin?
Und so entschied ich mich, als erstes die Briefe zu schreiben und dann Orange damit zu beauftragen, diese zu transportieren.
Ich musste Harry den Freiraum geben, den er brauchte und ich hatte ihn absichtlich zu unseren Freunden geschickt, da ich wollte, dass er deren Wärme, Nähe und Freundschaft fühlte und spürte und er sah, dass es auch noch adäquate Alternativen zu mir gab.
Ich wollte mich ihm nicht aufdrängen, unter keinen Umständen, denn sind wir ehrlich, ich bin nicht nett, wenn man sich für mich entschied, entschied man sich nicht zwangsläufig für die liebe, gute und nette Seite, es war gefährlich und meist nicht schön, die Twins wussten, auf was sie sich einließen, die Schlangen eh, aber Harry?
Harry wusste es wohl auch, wie ich mir auf meinem langsamen, gedankenversunkenen Weg zum Turm eingestand. Ja, Harry war nicht mehr der kleine, dumme Junge. Nein, Harry war wohl unter meinen Augen in der letzten Zeit zum Mann gereift und auch ich musste mich daran erst gewöhnen und ihn als gleichwertigen Partner ansehen, so wie Draco, … na vielleicht noch nicht ganz aber auf dem Weg dahin, ja auf dem Weg dahin war er.
Denn wie Draco war auch Harry durchaus eine Person, die führen konnte, anders als Draco wollte und forderte er es nicht so vehement wie dieser ein, aber die Leute folgten Harry durchaus.
Wo sie dies bei Draco taten, da er Macht, Stärke und Grausamkeit zeigte und sie in seinem Schatten Schutz und Erfolg suchten, folgten die Menschen Harry, da dieser augenscheinlich auch Macht hatte und zeigte, aber auch Mitgefühl und Opferbereitschaft, in Harrys Schatten suchte man auch Schutz, aber man fand auch Geborgenheit.
Und so musste ich Harry Zeit und Raum geben, damit er die Entscheidungen bewusst traf, die sein Leben bestimmen würden und er musste noch Kraft tanken, für meine nächsten Offenbarungen, dass man mich nicht ohne die Familie Malfoy bekam, das würde was werden, dachte ich ironisch.
Ich tat mir leid und auch Harry tat mir leid. Ich hatte ihn nie vor so eine Wahl stellen wollen und trat tief seufzend und stöhnend durch unser Portrait.
Ich lief schnell hoch und holte mir Pergament und Tinte, dann fiel mir noch ein, dass ich das Medaillon in meinem Schrankkoffer sicher verstauen sollte. Ich war mir sicher, dass es sehr wertvoll war, als ich es noch einmal gedankenverloren betrachtete, da es nur aus edelsten Materialien gefertigt worden war. Ich legte es in meine Schmuckschatulle, die ich mit einigen nicht so freundlichen Zaubern geschützt hatte und als ich mich erhob um den Schlafsaal zu verlassen, fühlte ich mich wieder viel leichter und nicht mehr so schwermütig?
Was komisch war, wie ich mir eingestand! Ob die Magie des Medaillons was damit zu tun hatte, fragte ich mich sorgend.
Nun, ich würde es mir merken aber so schnell würde ich das Geheimnis wohl nicht lüften und so rannte ich in den Gemeinschaftsraum und setzte mich an einen der Tische. Anders als die Slytherins, die eigene Schreibtische in ihren Zimmern hatten, mussten wir mit den Tischen im Gemeinschaftsraum vorlieb nehmen, war das nicht diskriminierend?
Immer mehr schwatzende Gryffindors kamen herein und warfen mir zweifelnde Blicke zu und ich tat mir leid, hatten diese neugierigen Kinder keine eigene Lebensgeschichte, dass sie meine so zu fesseln schien?
Ich schrieb zuerst den Brief mit der Bitte an die Twins, sich Dung auf die liebevollste Weise zu kaufen und ihn zu fragen, ob er das Schlangenamulett aus dem Stammbaumzimmer am Grimmauld Place gestohlen hatte und formulierte dieses als sehr eilige Bitte. Mal sehen, wie schnell sie die Information besorgten und lieferten, ich war gespannt.
Und an Rita hatte ich einen ellenlangen, ausführlichen Bericht geliefert über den Kampf im Ministerium, über unsere Angreifer und über den Kampf Dumbledores gegen den Lord.
Umbridges Tod und die Umstände, die dazu führten, dass wir in den Wald gingen und die jetzige Untersuchung zu ihrem Tod, in dessen Mittelpunkt Harry gestanden hatte, mich nahm ich mal dezent zurück, beschrieb ich aber auch flüchtig. Ich war schließlich für die breite Masse der Öffentlichkeit ein Nichts und das war auch gut so und so versiegelte ich auch diesen Brief und lehnte mich mit einem genüsslichen Lächeln zurück.
Ich sah schon die morgigen Schlagzeilen vor mir!
Ich erhob mich und blinzelte perplex, als ich bemerkte, dass mich der ganze, volle Raum sehr gespannt ansah und ich erwiderte ihr aufmüpfiges Starren und ging nicht eingeschüchtert sondern selbstsicher, aufgrund dieser so offen zur Schau getragenen Neugier, Richtung Ausgang, als mich Lavender wacker ansprach und sich mir in den Weg stellte.
„Du, Hermione, sag mal, was ist hier in letzter Zeit eigentlich los?“, war sie ätzend neugierig, aber auch schrecklich mutig.
„Was meinst du?“, fragte ich unbeteiligt.
„Das alles, diese Ministeriumssache und nun das... dass da Auroren kommen?“, versuchte sie es weiter und offenbarte eine leicht verbissene Miene.
„Tja, da darfst du mich nicht fragen, frag Fudge!“, zuckte ich die Schultern.
„Ach und was war das gestern mit Dumbledore? Wir sollten froh sein, dass er wieder da ist!“, verteidigte sie unseren ach so hochgelobten Direktor hitzig.
„Sag ich was? Er ist besser als Umbridge!“, erklärte ich dann überzeugt, denn besser als die Kröte war er allemal.
„Nicht, nicht! Sag nicht so respektlos den Namen einer gerade Verstorbenen!“, echauffierte sie sich furchtsam, was für eine verlogene Person sie doch war.
„Was, warum? Was soll die Kröte mir noch tun? Im schlimmsten Fall würde sie mir wohl als Geist begegnen, aber wie es aussieht hat sie es vorgezogen, die Erde auf immer zu verlassen!“, dankte ich der Göttin sehr.
„Ahah, du bist pietätlos, Hermione, so kenn ich dich gar nicht!“, zeterte sie weiter, wirklich erst jeden Tag lästern und schimpfen und nun so tun, als sei sie ein netter Mensch gewesen, wirklich dumm.
„Ist ja gut, du entschuldigst mich?“ Ich hatte wirklich keine Lust, auf so dämliche, zeitverschwendende Gespräche.
„Nein, warte, was sollte das also, dass du Dumbledore so lächerlich gemacht hast?“ Die ließ wohl nicht locker, verdrehte ich leicht genervt die Augen.
„Kein Kommentar, dazu kann ich nichts sagen, sorry!“, erwiderte ich kalt.
An mir würdest du dir die Zähne ausbeißen, Mädchen, dir sag ich doch nichts, wenn sogar die Auroren nichts aus mir herausbekamen, würdest du es erst recht nicht schaffen, dachte ich höhnisch.
„Ach, weil du, wie du sagst, so viel weißt, machst du dich nicht ein bisschen sehr wichtig? Das bekommt unserem Ansehen nicht!“, erklärte sie grob, oh, jetzt schob sie also das Ansehen unseres Hauses vor. Lächerlich, entwischte mir ein abfälliger Laut.
„Mhm, das wird wohl so sein!“, ließ ich sie glauben was sie wollte, sie als auch die Löwen eiskalt stehen, den Turm hinter mir und eilte zur Eulerei.
Was für eine bescheuerte Zicke, was Ron nur an ihr fand… ich hetzte zum Westturm, in dem sich die Eulerei befand und betrat das runde, steinerne Gebäude mit den unzähligen, glaslosen Fenstern, damit die Eulen jederzeit jagen konnten. Ich schaute mich nach Orange um, als sie mich auch schon mit ihren einzigartigen Augen erspähte und sich in die Lüfte erhob um auf einer der hölzernen Balken vor mir zu landen, mir ihren kleinen Fuß auffordernd hinzustrecken und ich band beide Briefe an.
„Hallo, Orange, der erste Brief geht zum Käfer, aber nur zu ihr, verstanden? Danach fliegst du zu den Twins ins Cottage, dort wartest du bist sie abends kommen und dann bleib bei ihnen. Ich werde im Laufe der Ferien auch ins Cottage kommen, verstanden, Süße?“, fragte ich sie und sie biss mir zärtlich in den Finger, erhob sich elegant, aber geschäftig und flatterte durch eines der Fenster ins Freie, sie wurde schnell im schwindenden Licht der Abenddämmerung kleiner.
Auf dem Rückweg ging ich langsamer und ließ Hogwarts noch einmal auf mich wirken, denn jetzt würde ich fast drei Monate dieses so schöne Schloss nicht mehr sehen, als mich eine große Gestalt aus meinen Gedanken riss und ich Hagrid auf das Portal zu stampfen sah und nun meinerseits auf ihn zu hielt.
„Hagrid, du bist wieder da? Wie das? Da wird sich Harry freuen!“, strahlte ich zu dem Halbriesen hinauf und war froh, ihn heil zu sehen und auch er strahlte richtig und dabei erkannte ich, dass er nicht mehr so verprügelt aussah wie zuletzt. „Wo hast du dich versteckt?“
Hagrid strahlte mich mit seinem bärtigen Gesicht breit an und legte sich gespielt verschwiegen den Finger an den Mund und flüsterte nun:
„Aber nur für euch, ich hab mich in der Berghöhle versteckt, in der auch Sirius damals war!“
„Da… gut gemacht, Hagrid!“, lobte ich.
„Danke, aber nun, da Professor Dumbledore wieder da ist, ist alles wieder beim Alten!“, brummte er zufrieden.
„Aber sag, Hagrid, was ist mit Grawp? Die Zentauren hatten mit ihm eine Auseinandersetzung!“, wollte ich wissen und hielt laufend neben ihm Schritt.
„Oh, ja, ich weiß, aber die haben sich beide wieder beruhigt und vertragen sich! Denn seitdem ich weg war und nun wieder hier bin, ist Grawp sehr umgänglich geworden, da er sich freut, dass ich wieder da bin!“ Diese Sichtweise mochte ich bezweifeln, aber wenn Hagrid das glücklich machte, bitte, ich würde ihm nicht im Wege stehen, schließlich hatte uns Grawp vor den wütenden Pferdchen gerettet.
„Kommst du mit in die Halle zum Abendessen, Hermione?“, fragte er da auch schon und ich nickte, seit dem Frühstück würde ich zum ersten Mal wieder etwas Essbares bekommen. Ich fragte mich wirklich, wo der Tag geblieben war.
Wir traten zusammen durch die Flügeltüren und da dies Hagrids erstes Auftauchen nach seiner spektakulären Flucht vor Umbridge und den Auroren war, war ich mal wieder gar nicht im Mittelpunkt des Interesses. Innerlich verzog ich das Gesicht als würde ich auf einer Zitrone kauen, Mann, wenn das so weiterginge würde ich alle Mahlzeiten ausfallen lassen müssen, aber Hagrid schien mein Beistand gut zu tun, da er wohl wusste, dass seine Flucht sehr wohl die Runde gemacht hatte.
Als ich wahrnahm, dass unsere Freunde entlassen worden waren und eng belagert von den Löwen ausgequetscht wurden, dasselbe schien der sonst eher im Abseits stehenden Luna am Tisch der Raben zu passieren, registrierte ich auch auf die Entfernung Harrys genervten Blick, der unter seinen ihm ins Gesicht fallenden Strähnen hervorfunkelte. Er sah sehr enerviert aus.
Aber als er aufsah und uns beide erblickte, trat Freude in den so schlecht gelaunten Blick.
Er erhob sich, nachdem er Ron auf Hagrid aufmerksam gemacht hatte und kam auf uns zu, um den Halbriesen erleichtert zu begrüßen.
„Hagrid, wie schön, dich zu sehen!“, meinte da auch schon Harry fröhlich.
„Ebenso, ebenso und danke, dass ihr euch gekümmert habt!“, kam es von diesem leutselig und doppeldeutig, wegen Grawp. So ging er nun winkend weiter auf das Podest zu und ließ einen dümmlich dreinsehenden Harry stehen, der die Aussage nicht so verstand und ich flüsterte schnell:
„Er ist anscheinend umgänglicher, seit der Zentauren und wegen der Freude, dass Hagrid wieder da ist!“, erklärte ich ihm die kryptische Aussage, aber Harry blinzelte mich immer noch zweifelnd an und ich zuckte die Schultern.
„Ron, wie schön, dass ihr wirklich alle draußen seid, wie geht es dir?“ Als wir uns setzten, zog mich dieser in eine ehrliche Umarmung, was mal wieder den wenigsten gefiel, allen voran Lav.
„Danke, recht gut, den anderen auch, du siehst, wie Ginny von Dean und ihren Klassenkameraden vereinnahmt wird und Neville konnte sich vor Seamus, Lavender und Parvati nicht retten, aber denen geht es allen wieder sehr gut, nur Neville hinkt noch ein bisschen wegen seiner Nerven, aber das wird, meinte Pomfrey!“, zählte er geschäftig auf und ich nickte.
„Und dir?“, fragte ich besorgt nach.
„Mhm besser, aber das da wird bleiben!“, zog er die Ärmel seines Shirts weg, er sah traurig auf seine Arme, da auch er ab nun ein für immer Gezeichneter wäre und offenbarte lange, noch gerötete Narben, wo sich die Tentakel in seine Haut fest eingeschnitten hatten und es sah wirklich nicht schön aus, aber er konnte froh sein… der eine Death Eater, der sie auf den Kopf bekommen und dem niemand geholfen hatte, der würde ganz anders aussehen, das sagte ich ihm auch.
„Weiß du, Hermione, manchmal kann dein Verständnis für Humor echt grausam sein!“, bescheinigte mir da Ron lustlos, da ich gemeint hatte, er sollte sich freuen, während er seine Arme wieder unter dem Stoff versteckte.
Harry, der wenig sprach und die ganze Zeit nur hierhin und dorthin blickte, kicherte bei dieser Feststellung und ich war versucht, ihn böse anzufunkeln.
„Wie waren eigentlich die Befragungen?“, fragte ich, da sich aber Ron gerade auf weniger vornehme Art und Weise Kartoffelpüree mit einem Löffel in den Mund schaufelte, antwortete mir Harry.
„Nun, alles war in Ordnung, unsere Freunde haben ihre Aussagen gemacht und die Wahrheit gesagt über Umbridges Drohung und ihr Geständnis die Dementoren betreffend, das war´s. Danach ist Dawlish mit wehendem Mantel abgezogen und sah echt wütend drein und Tonks hat uns allen ein fröhliches Zwinkern geschenkt und mehr nicht. Was die Slytherins gesagt haben, weiß ich leider nicht, aber sieh sie dir an, die sitzen da wie immer!“, erklärte Harry und nickte zu ihnen und sein Blick streifte eine ganz bestimmte Person, als meine Münze zu glühen begann und ich sofort meinen Blick zu Draco wandern ließ, dieser hob nur die Augenbraue leicht und ich stand fast sofort auf.
„Ihr entschuldigt mich, wir sehen uns gleich im Turm, ich müsste kurz wo hin!“, bat ich und beide nickten, so ließ ich die Halle hinter mir und huschte in die Nische in den Kerkern, die Draco und ich meist nutzten, und wartete.
Ich lehnte an der kühlen Kerkerwand und spürte, wie ich durch die Kälte der Wand in meinem dünnen Kleid zu frieren begann und bevor ich einen Wärmezauber sprechen konnte, hörte ich Schritte auf dem Boden klackern und dann bemerkte ich, wie das Licht von einem großen Mann verdeckt wurde.
„Draco!“, hauchte ich erfreut und schon war er bei mir und drückte mich noch mehr an die Wand.
„Hey, mein Mudblood!“, küsste er gierig meine Lippen und löste sich unwillig, presste aber seinen Körper noch immer gegen meinen.
„Wie war euer Verhör?“, fragte ich heiser, verschränkte die Arme in seinem Nacken und spielte mit den Spitzen seiner Haare.
„Gut, wir haben die Wahrheit gesagt, das was wir im Büro mitbekommen haben, das war doch das, was du wolltest, die Wahrheit?“, hakte er noch mal interessiert nach.
„Ja, genau, wunderbar und was hat der Auror gemacht?“, war ich sehr neugierig.
„Och, der konnte es gar nicht glauben und hat uns gefragt, ob wir wüssten, dass wir damit Gryffindors helfen! Und ich habe für uns geantwortet, dass er doch vorher die Wahrheit gefordert hätte und die habe er nun bekommen und dass wir nicht lügen!“ Jetzt kicherte er sehr böse „Das Gesicht von diesem Dawlish hättest du sehen sollen. Er ist Rot angelaufen, wie ein Heuler und hat schwer luftgeholt, der konnte kaum noch an sich halten. Dass Umbridge dies alles getan hat, was sie ja auch hat, schien ihn echt zu schockieren, auch die beiden anderen Tröten haben sich kaum eingekriegt, alles Dilettanten, wenn ich ihr Chef wäre, hätte ich sie schon längst gefeuert!“, kam es verachtend von ihm.
„Ja, Idioten… nur… Harry weiß es, Draco!“, lenkte ich auf das Thema, was mich nicht ruhen ließ.
„Was weiß er denn?“, wollte er explizit erfahren.
„Dass ich Umbridge das Licht ausgepustet habe…!“, erklärte ich knapp.
„Echt…? Das ist… nicht gut!“, echote er ungläubig und strich mir beruhigend die Wange entlang.
„Er… er hat mich schockiert. Er hat mir ein Alibi gegeben. Er hat absichtlich gelogen, Draco! Er hat es geahnt und gelogen. Er ist mir über den Mund gefahren und meinte, wir beide wären von einer Wurzel festgehalten worden!“, beschrieb ich ihm die schockierenden Ereignisse rasant.
„Hut ab, hätte ich dem so scheinheiligen Löwen gar nicht zugetraut, aber höchstwahrscheinlich hat er es nur für dich getan, dafür verdient er meine Achtung, dass er zu dir hält, es muss ihn sehr schockiert haben, was du tust, mein eiskalter Liebling!“, musterte er mich mit Stolz im Blick.
„Ja, ich war auch erstaunt und er ist relativ beherrscht geblieben, als ich ihm seine Vermutung bestätigte… ich hatte… ich habe Angst, ihn dadurch zu verlieren!“, gestand ich leise ein, dabei leckte ich mir über die trockenen Lippen.
„Wenn er so ein Volltrottel ist, dich aufzugeben, hat er es nicht anders verdient, aber ich kann dir versichern, dass das nicht passieren wird, der Trottel liebt dich, so schwer es mir fällt das zuzugeben, aber als du mit dem verblödeten Riesen durch die Tür kamst leuchtete sein Gesicht auf und glaub mir, so sieht er nur dich oder Daphne an, er ist nicht gut im Masken tragen, das glaube mir!“, teilte er mir seine wieder überaus treffenden Beobachtungen mit und ließ mich hoffen.
„Und du bist der Meister darin, hinter diese zu blicken!“, neckte ich ihn etwas.
„Ich sage doch, du bist so lernfähig und so schlau!“, grinste er nun sehr verschlagen.
„Ich glaube, es wird sehr spannend, wenn ich Harry aus seinem Gefängnis hole!“, bekannte ich leise.
„Ich hoffe, wenn er mich sieht, trifft ihn der Schlag!“, kam es böse von Draco und ich sah im schwachen Schein der Nische seine weißen Zähne aufblitzen.
Als er sich aufstöhnend an mich drängte und ich seine Erregung nur zu gut an meinem Bauch fühlen konnte, entwischte mir ein verruchtes Lächeln.
„Hattest du Angst, oder warst du beunruhigt wegen der Befragung?“, wollte ich wissen, denn so wie er sich gab erlebte ich ihn selten.
„Ich mache mir ständig Sorgen um dich! Zeige mir einen Schüler, der es in den letzten 50 Jahren geschafft hat, in seiner Schulzeit von Auroren verhört zu werden?“, wo er recht hatte und so presste ich meine Lippen hungrig auf seine und zog ihn nah zu mir, stöhnte wohlig in den fordernden Kuss als ich wieder Schritte hörte und Draco erstarrte, so verharrten wir, bis der oder die ihren Weg fortsetzte und uns nicht behelligte.
„Wo war ich stehen geblieben, Mudblood?“, sah er wollüstig zu mir und ich lachte ihn an, als auch schon seine Hände meine durch die Kälte und seine Künste steil aufgerichteten Nippel bedrängten.
„Ich glaube, du wolltest mich vernaschen, nur haben wir da ein Problem, ich kann nicht, mein Pureblood, keine Zeit und so sage ich bis morgen im Zug!“, gab ich dem überrumpelten Draco einen dicken Schmatz auf den Mund.
Ich hatte ihn total überfahren und schlängelte mich einer Schlange gleich durch seine Arme, rannte zu dem Geheimgang und drehte mich noch einmal um, dabei durfte ich erleben, wie er nun im Gang stand und ein erschreckendes Grinsen zeigte, das mir zu verstehen gab, dass ich das wohl noch bereuen würde, ihn so … ja, mit der eindeutig sichtbaren Beule in der Hose stehen gelassen zu haben.
Aber ich schenkte ihm nur ein übermütiges Kichern, verschwand hinter dem Teppich und lief in den Turm, aber man sollte es einem Malfoy nie zu einfach machen.
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