
von queenie
Hier, der von Silberschatten zusammengestellte Trailer, als kleine Werbung!
entweder hier:
http://whfff.forumieren.net/t392-trailer-when-hermione-fights#4388
oder dort:
http://www.youtube.com/watch?v=dcJJyPSUhMY&list=HL1340270066&feature=mh_lolz
und hier nun auch von Ingwill Li:
https://www.youtube.com/watch?v=95RL9rYS_uE&feature=youtu.be
Ein nächster Augenschmaus, hier von unserem lieben Cookiemonster, einen eigenen Hogwartssong! Nicht nur mit wunderbarem Ton sondern auch noch wunderbarer bildlicher Untermalung!
http://www.youtube.com/watch?v=ThVRRGFlppY
Cover 1:
http://queenie17.deviantart.com/art/Hermione-Bookcover-359471355
Cover 2:
http://alydwen.deviantart.com/art/Book-Cover-2-FanFiction-When-Hermione-Fights-383401262
So ihr Lieben,
jetzt gibt es vom ersten Band 1-57, auch noch ein phänomenalen Hörbuch! Sollte jemand Interesse haben, meldet euch und ihr bekommt den Link.
So möchte ich allen DANKEN, die sich die Mühe gemacht haben, mir jemals ein Review gegeben zu haben, das war eine ungeheure Motivation für mich, ich danke euch!
Malfoy Manor
Snapes Sicht
Als wir unter der ausladenden, alten Eiche standen, blickte sie versonnen auf das wirklich romantische, kleine Cottage, das ihr gehörte. Ich verstand auch, warum es sie nicht ins Manor zog, aber sie hatte gewusst, auf was sie sich einließ. Doch sie hielt sich wie erwartet, man sah ihrer Miene nichts an, sie war unleserlich und emotionslos, sie war gut!
Sie hatte mich heute mit ihrem Aussehen regelrecht überrumpelt. Ihr Kleid umschmeichelte ihre schlanke Gestalt sehr vorteilhaft, dank meines Könnens, immer gelassen zu bleiben, hatte ich auch diese Hürde, die sie darstellte, souverän umschifft, aber sie sah heute fantastisch aus und wie sie duftete. Ich hatte sie durch ihre Gedanken damals bei der Überprüfung ihrer Okklumentik-Fähigkeiten in ihrem Ballkleid gesehen und so umwerfend wie damals war sie heute wieder.
Ihre Haut strahlte in einem zarten, goldfarbenen Glanz. Sie würde wohl aus Lucius‘ Sicht wahrlich zum Anbeißen aussehen, dachte ich recht sarkastisch und fühlte wieder ihre Hand, die leicht auf meinem Arm lag und nun blickte ich zu ihr, wartete bis mich ihre dunkelbraunen Augen fokussierten und als sie es taten apparierte ich uns.
Kaum standen wir auf der breiten Auffahrt, die zum Manor führte und die von einer mächtigen, gepflegten, magischen Eibenhecke zu beiden Seiten umsäumt wurde, blieb sie stehen und blickte sich staunend um.
Ich versuchte zu verstehen, was sie erblickte, da ich das Manor seit meiner Kindheit kannte war es für mich unspektakulär normal und so schaute ich auf das große, wuchtige, schmiedeeiserne Doppeltor, welches dasselbe Zeichen in der Mitte trug wie sie auf ihrem Bauch, das verschlungene und verschnörkelte „M“ der Malfoys!
Ich war immer noch verwundert, dass sie es einfach akzeptierte, dass sie nun zu dieser, meiner Familie gehörte und dies mit derartiger Langmut und hocherhobenem Haupt ertrug. Denn sie wusste eindeutig, denn blauäugig war sie noch nie gewesen, dass dies keine nette, normale Familie war.
Wir achteten aufeinander, aber uns machte das gegenseitige Spielen zu viel Spaß, als dass wir nicht immer versuchen würden, uns gegenseitig Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Es ging rau zu hinter diesen hochherrschaftlichen, aristokratischen Mauern, aber eines hatte ich in diesem letzten Jahr über sie erkennen müssen, wenn jemand mit uns mitspielen konnte dann sie. Und die Gefahr bestand durchaus, dessen war ich mir bewusst, dass sie irgendwann die Spielregeln für diese Familie aufstellen würde, wenn wir nicht sehr genau aufpassten, da sie ein gerissenes, verschlagenes Biest war.
Den Fehler, sie zu unterschätzen, würde ich nicht begehen… nicht mehr, wie ich mir zähneknirschend eingestand.
Hinter dem Tor konnte man die weit auslaufende Größe der parkähnlichen Anlage erahnen. Vor dem großen Herrenhaus, auf dem breiten Kiesweg, fing ein protziger, weißer Springbrunnen, aus dem unablässig Wasser plätscherte, den Blick jedes Besuchers unweigerlich ein. Und Lucius‘ verdammt nervige, schrecklich eingebildete, weiße Pfauen stolzierten königlich über den Hof als gehörte ihnen die Welt.
Die stolzen Viecher waren über das ganze Anwesen verteilt und gingen mir mit ihren komischen Lauten gefährlich auf die Nerven. Als ich einmal so ein lästiges Viech gegrillt hatte, bekam der Hausherr einen Tobsuchtsanfall, der mich doch das Scheißvieh fast wieder herbeisehnen ließ. Lucius und seine weißen Pfauen, ja die Farbigen kamen ihm nicht ins Haus, das war wie eine Symbiose, eine nervenaufreibende wohlgemerkt! Aber mit ihrem erhabenen Herumstolzieren ähnelten sie Lucius doch irgendwie dramatisch.
Das Anwesen, das sich in den Himmel reckte, hatte eine unglaublich feudale, aber auch düstere Präsenz. Es war uralt und konnte mit Hogwarts mithalten, hatte aber immer wieder bauliche Veränderungen durchlaufen, so war die letzte äußerliche Veränderung zur Elisabethanischen Zeit erfolgt und die Fassade war aus dieser erhalten geblieben. Es war zweigeschossig und dann folgten darauf viele Türme, die noch einen dritten Stock darauf bildeten, auch wenn sie immer nur ein großes Zimmer enthielten. Der zum Bau verwendete goldgelbe Sandstein, ein edler Baustoff, wie er auch für Kirchen und Kathedralen verwendet wurde, untermauerte den hochherrschaftlichen, standesgemäßen Eindruck. Das Dach der spitz zulaufenden Türme war in glänzenden, schwarzen Ziegeln eingedeckt.
Es gab eine Unmenge von riesigen Sprossenfenstern, die blind wirkten und so dem Ganzen vielleicht einen unheimlichen Touch gaben, da sie so ominös reflektierten aber diesem Bauwerk genau dieses vornehme Aussehen verliehen, welches man bezweckte.
Der Haupteingang lag unter einem Vordach, das von mehreren geraden Säulen flankiert wurde und darauf schritten wir nun zu, nachdem wir das Tor passiert hatten, das für mich magisch weit aufschwang.
„Wo sind wir hier, Sir?“, musste ich mir innerlich bei ihrem unsicheren Ton das Schmunzeln verkneifen, kein selbstbewusstes Severus mehr. Das Biest schien sich nicht wirklich zu trauen, mich derart vertraulich anzusprechen, das musste ich mir merken.
„Wiltshire!“, antwortete ich ihr zuvorkommend, als sie abrupt stehen blieb und ich mich ihr zuwandte, um sie mit einer erhobenen Braue zu mustern.
„Aber… aber mein Cottage liegt auch in Wiltshire!“, sprach sie da regelrecht perplex aus und ich verzog ob ihrer Ungläubigkeit erheitert einen Mundwinkel nach oben.
„Wer hat gesagt, dass wir weit weggehen? Wie du vielleicht weißt, ist Stonehenge ganz in der Nähe, da ist es kein Wunder, dass sich ein Malfoy in unmittelbarer Nähe angesiedelt hat!“, kam es sehr bissig von mir, aber sie überraschte mich, da sie mir ein teuflisches, zustimmendes Grinsen schenkte und nickte.
„Da haben Sie recht!“, meinte sie sehr wissend, was mich doch verwunderte, sie schien alles immer sehr gut einschätzen zu können und sich wahrlich keinen Illusionen hinzugeben.
Ich schritt weit ausholend los und wir näherten uns dem großen, prächtigen, doppeltürigen Eingangsportal, das lautlos aufschwang als ich kam, ich war kein Typ der Unnützes grundlos in die Länge zog.
Die Eingangshalle war groß und schlicht, erinnerte in ihrem geradlinigen Charme an die mittelalterliche Zeit, ohne zu viel Schnickschnack, mit dem cremig weißen Stein. Prächtig waren nur die protzigen Ahnenbilder, die im ganzen Haus verteilt waren und eine über tausendjährige Geschichte erzählten. Hier im Eingangsbereich hingen die uralten Gründerportraits der Familie und lasst mich sagen, die Männer der Familie waren immer alle so weißblond wie es Lucius und Draco waren, genauso wie die Mitglieder der Familie Prince immer eine pechschwarze Haarmatte ihr eigen nennen durften!
Ein dicker, wertvoller Teppich lag aus und verschluckte unsere Schritte. Ich strebte zu der großen, hellen, steinernen Treppe, die sich nach fünf Stufen nach links und rechts teilte und in die verschiedenen Flügel führte.
Ich hatte wieder ihren Arm ergriffen und ihn bestimmt untergehakt, führte sie nun bestimmt nach rechts, da die Herren der Schöpfung Malfoy in der rechten Haushälfte residierten, wie ich sie aufklärte und dort ihre Gemächer hatten. Lucius im ersten Stock und Draco im zweiten und genau da lotste ich sie nun hin. Ich informierte sie noch darüber, dass Narcissa im ersten Stock des linken Flügels residierte und sie diesen immer meiden sollte.
Als wir den zweiten Stock erreichten, mussten wir den hinteren Teil des Manors ansteuern, da die vorderen, zum Eingangsportal gelegenen Räumlichkeiten, die persönlichen Repräsentationsräume waren und die privaten Gemächer der oberen Stockwerke nach hinten hinausgingen, mit Blick über die beeindruckende Parkanlage und den dahinter beginnenden, magischen Wald.
Auch das Gestüt war ganz am anderen Ende sichtbar, wo der ganze Stolz von Abraxas untergebracht war. Er hatte die weißen, geflügelten Pferde geliebt, die perfekte Zug- und Reittiere waren. Sein Vater hatte mit der Zucht der Abraxaner begonnen und seinen Sohn nach diesen so stolzen, eigenwilligen und schwer zu züchtenden Pferden benannt und auch noch heute hatte Lucius ein Händchen für die so aufwendige Zucht und Pflege der Pferde.
Das Haus war wirklich riesig. Haus war das falsche Wort, eher Prachtbau. Wir erreichten endlich Dracos Zimmertür und ich öffnete galant, um ihr den Vortritt zu geben. Ich mochte ein ungemütlicher Zeitgenosse sein, aber Erziehung hatte ich dank meiner Großmutter Honoria genossen, sonst hätte es was gesetzt. Und dank Draco, war Hermione eine Dame des Hauses und somit gebührte ihr hier mein Respekt, wie ich verärgert feststellen musste, warum immer ich?
Es machte mir viel mehr Freude, sie durch die Gegend zu schubsen, lächelte ich und hatte imaginär ein sehr plastisches Bild davon vor Augen wie sie hinfiel.
Sie blieb stehen und betrachtete die großzügige Suite von Draco und selbst ich fand den Raum gelungen. Dunkelbraune Holzvertäfelungen waren an den unteren Teilen der Wände angebracht, darüber war eine Seidentapete gespannt. Die Ornamente waren in Silber und Dunkelgrün gehalten, sehr stimmig, genau wie auch die breiten, mit Brokat gepolsterten Sessel der wuchtigen Ruheoase vor dem großen, aufwendig gestalteten, schwarzbraun gesprenkelten Marmorkamin, der sich in der Mitte auf der linken Seite befand. Das Zimmer war lichtdurchflutet, durch die sehr hohen Sprossenfenster, die von den schweren Brokatvorhängen umrahmt wurden.
Ein Blick nach oben zeigte eine mit aufwendigem stuck verzierte Decke. Die rechte, dunkelbraune Tür führte in das Boudoir, das genau dieselbe Farbgebung hatte. Der Wohnraum hatte noch ein Bücherregal mit Dracos bevorzugter Lektüre und eine große Weltkugel, in deren Inneren sich eine gutausgestattete Bar befand. Die hatte ich ihm in einem ungeplanten Anfall von Großzügigkeit geschenkt, als er den ersten Trank der lebenden Toten perfekt gebraut hatte, Belohnung musste sein.
Sie war in die Mitte des Raumes getreten, wo sie nun stand, mitten auf dem edlen Seidenteppich und drehte sich im Kreis. Sie passte ausgezeichnet in diese ausgesuchte Umgebung und selbst ihr Kleid wirkte farblich wie abgestimmt.
„Ich werde dich nun verlassen!“, verkündete ich knapp und sie maß mich mit erhobener Braue.
„Draco lenkt Lucius ab, im kleinen Salon, du solltest hier warten, verlass bloß nicht den Raum…“, warnte ich sie eindringlich.
„Sehe ich so aus als wäre ich lebensmüde?“, fragte sie süffisant über die Schulter und ging auf die Fenster zu, um sich die Umgebung anzusehen.
Ich trat langsam auf sie zu, blickte über ihre Schulter auf die prächtige Aussicht und flüsterte ihr zu:
„Machst du dir Sorgen wegen Lucius?“
„Ein wenig!“, murmelte sie leise und ich war nun ganz nah an ihrem Rücken, ihr unverwechselbarer Duft stieg mir in die Nase und ich mochte, was ich roch.
Ich legte ganz sachte und langsam meine Finger auf ihre unbedeckte Schulter und glitt langsam, spielerisch ihren Arm hinab, sie war bei meiner Berührung nicht zusammengezuckt sondern hatte sich vertrauensvoll an meine Brust gelehnt, eine unerwartete Reaktion, die ich aber durchwegs genoss.
„Das musst du nicht, er wird dich nicht verletzen!“, hauchte ich ihr beruhigend entgegen.
„Das weiß ich, aber er könnte mich in sein Bett befehlen!“, kam es resigniert und sehr hart von ihr, als meine Finger wieder den Weg aufwärts fanden und über ihre so zarte und weiche Haut strichen, konnte ich ihre sehr pragmatische Sichtweise nur bewundern, da sie sich keinen Illusionen hingab.
„Und wenn schon, das sollte für dich doch kein Problem darstellen!“, zischte ich aber doch böse und irgendwie gehässig, da kam der Ärger wieder in mir auf und ich sagte dies sehr kalt und barsch.
Ich fühlte, wie sie sich leicht versteifte, sich wieder aufrecht hinstellte, Abstand zwischen unsere beiden Körper brachte, dabei aber immer noch ihren Blick gebannt über die Landschaft wandern ließ.
„Das sollte es nicht, aber ich will nicht und es würde Draco verletzen!“, erklärte sie sehr bedacht und ging auf meine Provokation nicht ein.
„Wenn das so ist… werde ich ihn nun über dein Eintreffen informieren!“, löste ich meine Hand von ihrer Schulter und wandte mich entschlossen ab, warf einen Blick zurück und bemerkte, wie sie ihre Hand auf die Stelle gelegt hatte, auf der bis vor einer Sekunde die meine gelegen hatte. Anscheinend hatte es ihr Halt gegeben. Ich musste mich sehr zusammenreißen, um ihr nicht zu zeigen, dass nicht nur Lucius sie in sein Bett holen wollte.
Ihre derart neutral gesprochen Antwort hatte mich jedoch aufgebracht, dass sie es wirklich und wahrhaftig durchziehen würde und es sogar akzeptieren könnte, mit Lucius das Bett zu teilen. Sie war wirklich skrupellos, aber Hoffnung gab es noch, da sie selbst sagte, sie wollte nicht und wie ich sie kannte, würde sie bis zum letzten Moment kämpfen, um das zu verhindern.
Währenddessen ging ich zur Tür und eilte den ellenlangen Weg zurück in den Salon, der sich nahe der Eingangshalle befand.
Ich kam wieder im Erdgeschoss an und schritt durch die kleine Tür zum „kleinen Salon“, ja genau, es gab kleine, kleinste, große und größere Salons, verwirrend, ich weiß, aber dieser zentrale Salon war Lucius‘ Lieblingssalon, in dem er sich bevorzugt aufhielt, warum?
Weiß der Teufel, ich nicht.
Der Salon hatte, obwohl er der „Kleine“ war, einen großen, in die Mauer gehenden, steinernen, recht schmucklosen, alles dominierenden Kamin, dieser Teil des Hauses kam aus dem tiefsten Mittelalter. In dem Kamin hätte eine Kuh Platz gefunden um gegrillt zu werden und trotz der sommerlichen Temperaturen prasselte ein großes Feuer in ihm. Der Boden war mit schwarzen Holzplanken ausgelegt, auf denen wieder einer der sauteuren Teppiche lag, auf die Lucius so stand.
Er war so selbstverliebt, dass ein riesiges Bild das „Malfoy Manor“ in seinem ganzen Prunk und in all seiner Pracht zeigte und dabei fast eine ganze Wandseite einnahm .
Er saß in seinem hohen, schwarzen, ledernen Ohrensessel und hielt seinen Cognacschwenker lässig in der aristokratisch Hand, während er die goldene Flüssigkeit nachdenklich betrachtete und gedankenverloren mit seinem Gehstock in der anderen Hand spielte. Ich hasste diesen protzigen Stock, mit dem er immer rumwedelte. Der Raum beherbergte auch noch viele wertvolle Einrichtungsgegenstände, wie einen wunderschönen Sekretär und viele schwere Truhen und Tischchen, auf denen sich allerhand Tand auftürmte.
Lucius trug einen dünnen Brokatgehrock. Die Grundfarbe war grün mit braunen Ornamenten. Er hatte ihn heute hochgeknöpft und an den Handgelenken und am Hals blitzte das blütenweiße Hemd hervor. Sein seidiges, helles Haar trug er offen, dabei blickte er gelangweilt durch die Gegend, an jeweils einer Seite von ihrem „Herrchen“ hockten seine zwei riesigen Wolfshunde, die er schon als kleiner Junge mit einer Vehemenz haben wollte, die so enervierend gewesen war, dass es nicht zum Aushalten war. Er hatte mal in einem Buch gelesen, dass Wilhelm der Eroberer diese Hunde geliebt hatte, sagte doch alles über Lucius‘ Art sich selbst zu sehen und die Namen erst, waren wahrlich dekadent. Ich weigerte mich noch heute, die Namen der zwei Tölen zu benützen. Duke und Duchess, bitte, weil ich einen Hund so ansprechen würde, kam gar nicht in Frage, das würde nie und nimmer passieren.
„Ah… unser dunkler, wie immer schlechtgelaunter Schatten ist wieder da! Den Weg aus den finsteren Kerkern gefunden?“, kam es auch schon süffisant von ihm und er prostete mir zu. „Was hast du gemacht, Severus?“
„Nichts was dich interessieren müsste oder gar würde, Lucius, mein Freund. Draco, leistest du uns weiter Gesellschaft?“, blickte ich interessiert zu dem auf der Fensterbank sitzenden Draco, der nur eine dunkelgraue Hose trug, ein schlichtes weißes Hemd und ein offenes, kurzes, passendes, dunkles Jackett, sehr leger.
„Nein, ich werde mich in meine Gemächer zurückziehen, Vater, Severus!“, verabschiedete er sich höflich und gab Stoff, um zu Grang… ähm, um zu ihr zu kommen!
„Draco, warte… warum hat er es auf einmal so eilig?“, fragte Lucius indigniert und zog verärgert die elegante, schön geschwungene, helle Braue nach oben.
„Woher soll ich das wissen? Die Jugend halt!“, motzte ich gewohnt und glitt geschmeidig auf den Sessel.
„Wie laufen deine so weitläufigen Aufgabenfelder, Severus?“, kam es sehr blasiert von ihm.
„Warum immer so neugierig, Lucius?“, fletschte ich genervt die Zähne.
„Weißt du, wo dieses kleine Mudblood ist?“, wollte da auch schon Lucius gespielt gleichgültig erfahren, dabei fasste er mich betont desinteressiert ins Auge und ich stöhnte auf, wenn ihm langweilig war, kam er nur auf bescheuerte Ideen.
„Beschäftigt sie dich so sehr? ... Aber woher soll ich das wissen, oder vielleicht will ich es dir nur nicht sagen?“, offenbarte ich ihm ein sehr zynisches Grinsen, das ihn affektiert die langen Strähnen zurückwerfen ließ.
„Ach… tu doch nicht so … glaubst du, Draco weiß was? Er ist immer so verstockt, wenn die Sprache auf sie kommt!“, erzählte er träge und langgezogen. Lucius war gut, immer gut in so was gewesen, selbst die kleinsten Nuancen der Veränderung zu erkennen und wahrzunehmen und gerade war er misstrauisch, wie ich sehr wohl bemerkte, dabei spannte ich mich minimal an.
„Apropos, was hast du Draco beschafft, dass er so schnell abgezogen ist?“, legte er sein hübsches Köpfchen provozierend langsam schief und fokussierte mich hart, durchbohrte mich regelrecht.
„Wie kommst du darauf?“, fragte ich betont gleichmütig.
„Ach, wollt ihr mich für dumm verkaufen? Da müsst ihr bedeutend früher aufstehen!“, verkündete Lucius verschlagen, bevor mein alter Freund trocken auflachte, um danach von seinem Getränk zu kosten.
„Lucius, was willst du wissen?“, forschte ich direkter nach und er schüttelte noch immer leicht sein Haupt über unseren Versuch, ihn hinters Licht zu führen.
„Das was ihr verschweigt. Sagst du es mir, oder nicht?“, antwortete er auf meine Frage mit einer provokanten Gegenfrage, was ich gar nicht mochte, aber lustig war es schon irgendwie.
„Warum sollte ich etwas erfinden? Ich finde, da solltest du Draco fragen, rufe ihn doch!“, bot ich generös an, es war sehr belustigend, wie wir uns umkreisten und umlauerten.
Da stellte er sein Glas schwungvoll auf den Tisch mit den gewundenen Beinen und erhob sich geschmeidig aus seinem Sessel.
„Nein, ich denke nicht, ich werde ihm einen Besuch abstatten!“, entschied er, verdammter Lucius, er hatte aber auch immer ein Gespür wie ein Trüffelschwein.
„Lucius…!“, versuchte ich noch ihn zu bremsen, aber es hatte schon keinen Sinn mehr, da er abbrauste wie ein Rennbesen, wenn er einmal Lunte gerochen hatte, war er nicht mehr zu halten, hatte niemand gesagt, dass man sich mit der Rechten Hand des Dark Lords anlegen sollte.
Er war nicht umsonst, der Mann, der er war!
Ich erhob mich rasch und eilte Lucius hinterher, um ihn von eventuellen Untaten abzuhalten. Ich hatte keine Ahnung, in was für einer verfänglichen Situation Lucius die beiden antreffen könnte.
„Lucius!“, erreichte ich ihn an der Tür zu Dracos Gemächern und erreichte, dass er mir kurz über seine Schulter einen ungeduldigen Blick zusandte.
„Waass, Severus…?“, erklang es provozierend langsam und er öffnete schon die Tür, betrat das leere Wohnzimmer.
Wir vernahmen plötzliches Gelächter aus dem Schlafzimmer, da schienen sich zwei köstlich zu amüsieren und ich verdrehte ob der Theatralik des Momentes die Augen, das bekamen echt nur Malfoys hin.
Da drehte sich mir Lucius mit dem Oberkörper zu und fokussierte mich interessiert.
„Du hast Besuch gebracht? Warum wurde ich diesem nicht vorgestellt?“, hauchte er da hochnäsig und warf sein langes Haar dramatisch über die Schulter. Ich rollte die Augen, Lucius und seine bühnenmäßigen Auftritte, ich tat mir leid.
Nun ging er auch schon zur Schlafzimmertür und riss sie rasch auf. Ein Tusch hätte gespielt werden sollen, in diesem denkwürdigen Moment, als sie enttarnt wurde.
Wir erblickten Draco, der mit dem Rücken angelehnt an einem der wuchtigen, gedrillten Beine des Himmelbetts stand und die Arme um eine kleine, vorwitzige Person geschlungen hatte und sie soeben leidenschaftlich küsste.
Als Lucius wie ein blonder Racheengel das Zimmer erstürmte, riss sie sich erschrocken von Draco los und wandte sich uns bestürzt zu. Der Träger auf ihrer rechten Seite war herabgerutscht und verlieh ihr, zusätzlich zu ihren geröteten Lippen und dem nun unordentlichen, wirren Haar, ein verruchtes, verboten sündiges Aussehen.
Ich bemerkte an Lucius‘ sehr geradem Rücken, wie er sich noch mehr versteifte als er registrierte, wer die Frau war, die sich gerade mit seinem Sohn vergnügte. Und ich muss sagen, sie bot ein atemberaubendes Bild, als auch noch die letzten Sonnenstrahlen in das Zimmer schienen und ihre Haut glitzerte und golden aufleuchtete. Es war ein verführerisches Bild, das sie bot… glücklicher Draco!
Was mich auf den Gedanken brachte, mal meinem geschätzten Patensohn einen Blick zu und das was ich ausmachte, ließ mich vorsichtig und wachsam werden. Er trug einen verschlagenen Blick in seinen aufgewühlten, sturmgrauen Augen, nachdem er derart unrühmlich unterbrochen worden war.
Ich konnte sehen, wie er von hinten seinen rechten Arm um ihre Hüfte schlang und sie mit einem besitzergreifenden Ruck an seine Brust zog, was sie überrascht aufatmen ließ. Dracos linke Hand umfasste sie nun von hinten und er legte sie zwischen ihre Brüste, drückte ihren Oberkörper fest an sich, hielt sie so gefangen, presste sie regelrecht grob an seine Brust und ich sah, wie er uns ein diabolisches Grinsen schenkte, während sie einfach nur überrumpelt wirkte.
Ich konnte mitverfolgen, dass sie sichtlich verkrampfte, als Draco ihr plötzlich recht ordinär mit der rechten Hand den Rocksaum ihres Kleides anhob. Ich konnte nicht verhindern, große Augen zu bekommen, das würde er nicht tun, oder?
Das war nicht sein Ernst? Er würde Lucius das nicht so… so provozierend unter die Nase reiben?
Aber ein taxierender Blick in die bösartigen, grauen Augen von Draco überzeugte mich davon, dass ich meine Hoffnungen schnell begraben sollte. Ich sah, wie sie nach der ersten Schrecksekunde verstand und nun begann, sich gegen den festen Griff von Draco zu wehren, da es für sie als Frau doch sehr demütigend war, wie er dermaßen lasziv träge ihr Kleid in seiner Faust raffte und sie langsam, aber sicher vor uns entblößte. Aber er verstärkte nur den Griff um ihre Brust und sie versuchte verzweifelt, diese Hand zu lösen.
„Draco… was hat sie hier zu suchen?“, konnte wir Lucius‘ klaren, kalten Bariton durch den Raum wehen hören, der das Schauspiel bisher stumm verfolgt hatte.
„Geduld, Vater, Geduld!“, meinte Draco da nur geheimnisvoll und enthüllte nun tatsächlich ihren Slip und sie schloss schlussendlich gequält die Augen, drehte geschlagen den Kopf zur Seite, was eine ausnehmend erotische, aufgebende Geste war.
So ungerne ich es mir eingestand, aber diese Frau hatte eine unglaublich fesselnde Anziehung auf mich, aber auch auf Lucius, wie ich an seiner stockenden Atmung vernehmen konnte, oh ja, das Mudblood ließ uns alle nicht kalt, zu meinem unendlichen Leidwesen.
„Was…?“, zischte da Lucius gepresst, als wir immer mehr von ihrem Seidenhöschen mit der Spitze ausmachen konnten.
„Draco… nein!“, bat sie da leise, mit immer noch abgewandtem Haupt.
„Schsch, entspann dich!“, hauchte er ihr verschwörerisch ins Ohr und wir konnten alle beobachten, dass ihr eine Gänsehaut über den unseren Blicken ausgelieferten Körper lief.
„Was geht hier vor?“, versuchte Lucius zu donnern, doch er klang leicht abgelenkt.
Draco ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, er zog weiter mit Bedacht den Stoff in die Höhe, enthüllte langsam mehr und mehr Haut von ihr und ich trat nun aus Lucius‘ Rücken neben ihn, um eventuell einzugreifen, wenn die Bombe platzen und die Zeichnung erscheinen würde. Alsbald hörte ich, wie Lucius scharf die Luft einsog. Nach einem scheelen Seitenblick zu diesem erkannte ich, dass er leicht blass geworden war, eine ungewöhnliche Reaktion von dem sonst so beherrschten Oberhaupt der Familie.
„Siehst du das, Vater? Ich hab sie mir vor dir geholt, ich habe sie gezeichnet, sie gehört mir… sie gehört zu uns…“, flüsterte Draco sehr anrüchig und wir konnten beobachten, wie er mit einem Finger lasziv, zärtlich über die Konturen der schwarzen Tätowierung strich und sie leicht unter seinen Fingern erzitterte.
„Wann, wie, was fällt dir überhaupt ein?“, zischte Lucius, der sich gerade wieder fing, dann sehr aufgebracht, leise und es wurde sehr kühl im Raum als seine Wut aufloderte.
„Also bitte, Vater, wenn dann bist du jetzt nur beleidigt, dass ich schneller war als du! Aber du fragst wann? Am Abend des Weihnachtsballs habe ich sie gezeichnet und mir einverleibt, du kommst zu spät, ich war es, der sie aufgenommen hat…“, beschied Draco seinem Vater malfoyhaft überheblich und dieser umfasste seinen Gehstock so fest, dass seine Knöchel weiß anliefen, bei dieser offen geäußerten Provokation.
„Du kannst sie doch nicht einfach in die Familie aufnehmen! Bist du von allen guten Geistern verlassen? Sie ist ein Mudblood!“, schrie der sonst immer so beherrschte, snobistische Aristokrat aufgewühlt und starrte seinen Sohn verachtend in Grund und Boden.
„Vater, Vater… Hermione ist mehr als ein Mudblood, der Tag wird kommen, an dem du mir auf Knien danken wirst, dass ich diesen Schritt, für den du dich nie hättest entscheiden können, gemacht habe. Hermione ist so viel mehr!“, klang Dracos Verehrung für diese Frau sehr stark durch und das ließ mich doch abwägend und misstrauisch die Augenbraue heben.
Sie hatte sich Draco zu hundert Prozent vereinnahmt, er war ihr verfallen!
„Draco, wo ist dein Verstand? Mudbloods sind nur zum Ficken gut, sonst nichts!“, verkündete Lucius abwertend, vulgär und wütend. Eine ungewohnt involvierte Reaktion, wie es sonst nicht Lucius‘ gewöhnlich unterkühlte Art war, mit unerwarteten Situationen umzugehen, sollte es ihn doch innerlich so sehr aufwühlen und ärgern, dass sein Sohn ihm zuvorgekommen war?
Dies war ein offener Disput, der zum größten Teil darauf zurückzuführen war, dass Draco Lucius wirklich ausgestochen hatte. So war dieser schrecklich beleidigt und gekränkt, das verkrafteten Malfoys echt schlecht und die beiden sprachen über sie, als wäre sie nicht da, was ihr überhaupt nicht passte, wie ich an ihrer missbilligen verzogenen Miene bemerken konnte.
Aber die anderen beiden waren zu sehr damit beschäftigt, sich gegenseitig aufzuplustern, um dies zu registrieren, dabei hatte ich schon vor langer Zeit gelernt, dass man das Biest nie aus den Augen lassen sollte und so auch jetzt, autsch, Draco, autsch.
Ich vernahm von ihr ein Schnauben, als wäre sie eine wütende Stute und da beobachtete ich sie genau, das würde doch noch sehr spannend und für mich sehr unterhaltsam werden.
Sie stand immer noch schrecklich derangiert, aber auch sündig verboten da, mit dem verführerisch hochgehobenen Saum. Dracos Hand lag nun besitzergreifend flach auf dem gesamten Mal und der Träger hing noch immer vergessen von ihrer Schulter.
Wir sahen an sich immer noch alles und da riss sie sich abrupt los, wirbelte zu Draco herum und verpasste ihm eine gepfefferte Ohrfeige, auf dass sein Kopf nur so nach hinten flog. Da Lucius immer näher an das Paar herangeschlichen war, stand er für sie perfekt. Sie flog herum und fuhr mit einem wütenden Knurren auch Lucius mit ihrer Hand übers Gesicht, hatte dabei nicht weniger Schwung als bei Dracos Ohrfeige, was Lucius überrascht über ihre Brutalität keuchen ließ, etwas, was ihm sonst auch nie passierte.
Aber ich sagte es ja beständig, unterschätzt nicht das Biest, aber es wollte ja keiner hören! Also mussten sie fühlen, selbst schuld!
Sie selbst hielt keine Sekunde in ihrer Raserei inne, stürmte in einer einzigen, geschmeidigen Bewegung zur Badezimmertür und knallte diese mit einem lauten Knall hinter sich zu. Was für ein brillanter Abgang!
Das Drama-Potenzial schien sie von den Malfoys schon perfekt übernommen zu haben, ging es mir sarkastisch durch den Kopf und ich zollte ihrer Dramaturgie durchaus Respekt.
Patsch! Das war faszinierend, innerhalb von Sekunden hatte sie die zwei Malfoy Männer ausgeknockt, die über den so plötzlichen, brutalen Überfall sehr erstaunt und vollkommen perplex wirkten.
Ich trat näher zu Lucius und musste mir ein Lachen schmerzhaft verdrücken, da ihn auf der linken Wange drei wunderbare Kratzer zierten. Sie hatte ihn mit ihren Fingernägeln malträtiert und nicht wie bei Draco nur zugeschlagen, seine Wange schwoll schon an und war knallrot. Offensichtlich hatte sie ihren Schwung gut genutzt, denn das Blut perlte seine Wange hinab und ich sah das absolute Erstaunen in seinem Blick. Der Mann stand vollkommen neben sich, solche Tätlichkeiten war er nicht gewöhnt.
„Ich habe immer gesagt, sie ist eine Wildkatze, dieses Biest!“, entglitt mir nun doch ein gehässiges Schmunzeln und ich erntete einheitliche mörderische Blicke von Vater und Sohn, war klar, jetzt waren sie sich wieder einig.
„Ich glaube, ihr hat nicht gefallen, dass wir so über sie geredet haben!“, stimmte mir dann aber Draco kleinlaut zu. Ihr Handabdruck leuchtete eindrucksvoll rot von seiner blassen Alabasterhaut.
Herrlich, das würde die nächsten Monate für mich lustig werden, dachte ich versonnen, fast schon verzückt, bei der heiteren Aussicht.
„Was ist hier gerade passiert?“, fragte der sonst immer so souveräne Lucius leicht pikiert, aber auch irgendwie abwesend, als er sein Blut auf seinen Fingerspitzen entgeistert begutachtete.
„Das Biest ist passiert, Lucius! Du wirst dich daran gewöhnen, aber ich glaube, wir sollten alles Weitere woanders besprechen, nicht dass sie noch aus dem Bad stürmt und uns alle verhext!“, entgegnete ich sehr erheitert und schüttete meinen Spott über den beiden aus.
Das machte Spaß, schließlich hatte sie mir auch schon einmal einen ungalanten Tiefschlag verpasst, da war es nur gerecht, dass auch die beiden Gockel unter ihr litten.
Lucius, der sonst immer so überlegen und selbstbewusst war, zeigte sich augenblicklich sehr verwirrt und legte eines seiner mit einem Monogramm versehenen Stofftaschentücher an seine blutige Wange. Das Mädchen war Gold wert. Ich hatte ihr soeben großmütig verziehen, dass ich mal so einen perplexen Lucius erleben durfte, war unbezahlbar!
Meine Laune war süperb, wie Lucius sagen würde, er liebte dieses bescheuerte Wort!
Danke, aber eines war klar, er hätte jeden anderen Menschen, der dies zu tun gewagt hätte, auf der Stelle getötet, aber er schien schon jetzt und wenn es nur unbewusst geschah, einem Instinkt folgend darauf zu verzichten. Er schien das Mal sofort anerkannt zu haben, das war gut, sehr gut und diese Erkenntnis war viel Wert für das kommende Gespräch.
„Du wusstest davon, Severus!“ Es war keine Frage, sondern eine Feststellung und es spiegelte sich der unheilverkündende Sturm in den dunkelgrauen Augen, während er mich wissend maß und sich dann wieder mit hochmütiger Miene seinem Sohn zuwandte.
„Ja… du, junger Mann, hast einiges zu erklären!“, drehte er sich drohend um und schritt herrschaftlich hinaus wie nur er es konnte und ich winkte Draco, uns sofort zu folgen, der noch einen verzagten Blick zu der geschlossenen Tür wagte.
Ja, ich würde ihr später auch nicht unter die Augen treten wollen, aber das war sein Problem, er hatte sie mit seiner Entblößung gedemütigt, deshalb zeigte Draco mehr Unbehagen ihr gegenüber als vor seinem Vater, da er diesem nur mit erheitert hochgezogenen Mundwinkel hinterhergesehen hatte, als dieser, einem Pfauen gleich, aus dem Raum stolziert war.
So wandte ich mich ab um Lucius zu folgen, das versprach spannend zu werden, sie brachte eindeutig Leben in unsere Familie.
Snape Sicht ende
Lucius Sicht
Was war das?
Draco hatte so einen… ja, einen was…? Einen so entscheidenden Schritt getan und unsere Familie erweitert, ohne mich, das Oberhaupt dieser Familie, einzuweihen!
Was fiel dem verzogenen Gör nur ein?
Ich war sehr aufgebracht und heilte während des Weges meine Wunde mit einem lapidaren Wisch meines Zauberstabes, das tat weh, dieses Biest hatte Nägel, was viel denen allen ein?
Ich hielt kurz inne, nachdem ich so empört und entrüstet wieder in den Salon geeilt war,, da sich ein dämonisches Lächeln auf meine Lippen legte. Ich würde es ja nie zugeben, aber ich war stolz auf meinen Sohn, wie er so selbstherrlich vor mir stand und sich keine tieferen Gefühle anmerken ließ. Ich hatte ihn wunderbar erzogen, er würde ein würdiger, verschlagener und intriganter Malfoy sein, wie er im Buche stand, exzellent.
Denn eins war mir gegenwärtig, auch wenn ich sauer und aufgebracht war, dass er mir bei dem Mudblood zuvorgekommen war, so konnte ich ihn doch auch verstehen, begehrenswert war sie. Als ich sie dort in dem schmeichelhaften Sonnenlicht hatte stehen sehen, hätte sie auch eine Elfe sein können. Und dass wir beide denselben exquisiten Geschmack unser eigen nannten, das konnte ich ihm nicht zum Vorwurf machen. Aber sie war ein Mudblood, er war schon sehr über das Ziel hinausgeschossen, das war klar, auch wenn wir Malfoys schon immer besitzergreifend gewesen waren.
Sie war etwas Besonderes, das hatte ich mit meinem untrüglichen Instinkt gleich erspürt, aber viel wusste ich leider nicht von ihr, nur das, was allgemein bekannt war. Dass sie für ihre so gewöhnliche Herkunft doch außerordentliche Leistungen erbrachte und die begabteste und belesenste Hexe war, die alle Schüler in Hogwarts mit ihrem Können hinter sich ließ. Ich erkannte mit meinem schnell arbeitenden Verstand auch die Vorteile, die so eine innige Verbindung mit sich bringen konnte.
In dem Moment, als ich sie in diesem zarten Kleid, diesem Hauch von Nichts, auf dem Ball erblickte, erregte sie etwas tief in mir, was ich schon lange für tot gehalten hatte. Das Wissen, dass ich sie schon fast gierig wollte und hier lachte ich laut sarkastisch auf, nun hatte ich sie!
Zwar anders als von mir gewollt oder beabsichtig aber sie gehörte mir nun mehr als ich sie mir jemals hätte einverleiben können, da sie uns nun mit Haut und Haaren gehörte, dank Draco.
Ja, ich erkannte das Mal, das Zeichen unserer Familie auf ihr an, was blieb mir auch anderes übrig? Ich kannte die alten Rituale und wusste, dass an dieser Entscheidung nichts mehr zu ändern war, die Entscheidung war gefallen, jetzt hieß es, das Beste daraus zu machen. Draco hatte mich sehr gekonnt vor vollendete Tatsachen gestellt, wie listig von ihm, eigentlich wieder ein Grund stolz auf ihn zu sein.
Jetzt verstand ich auch dieses bisher unerklärliche Verhalten, als sie damals diesen degenerierten Werwolf schockte und mir so galant die Flucht ermöglichte, sie hatte gewusst, dass sie es nicht guten Gewissens zulassen konnte, mich ins Gefängnis gehen zu lassen, aber dass sie nach meiner Anmache in der Halle der Prophezeiungen so bereit war, dies durchzuziehen, überraschte mich ehrlicherweise dann doch, denn dazu gehörte eine gute Portion Kaltblütigkeit, wie ich mir offen eingestand.
Einem Mitstreiter auf dem Schlachtfeld in den Rücken zu fallen, um mich, der ich noch nicht einmal von ihrem besonderen Status wusste, zu befreien, dazu gehörte eine gehörige Portion Mumm. Was mir zeigte, dass sie sich zur Zierde dieses Hauses entwickeln konnte, unter meinen erfahrenen Händen könnte sie zu etwas Wunderbarem reifen.
Ich war in dieser Hinsicht pragmatisch, aber das musste ich weder Draco noch Severus gegenüber zugeben, sollten sie vor meinem gerechten Zorn nur erzittern, mich so belogen haben, mich so zu hintergehen, darüber war ich mehr als empört. Aber ich würde mich über nichts, was nicht zu ändern war, über Gebühr echauffieren, das brachte ja nichts.
Ich warf mein langes, seidiges Haar in den Nacken, setzte mich in meinen Sessel und erwartete seelenruhig die Delinquenten.
Lucius Sicht ende
Dracos Sicht
Kurz sah ich meinem Vater zwiegespalten hinterher, wie er selbstherrlich davonrauschte und erwartete, dass ich folgsam hinterherkam.
Und natürlich tat ich es, ich folgte ihm mit ungutem Gefühl, nicht weil ich Bedenken wegen des Gespräches mit ihm hatte, sondern weil mir schon schlimmes schwante, wenn ich nachher Hermione unter die Augen treten musste. Sie konnte herrisch, zickig und wirklich zum Fürchten sein, das wusste ich nur zu gut, auch wenn ich es nie laut zugeben würde, sie war eine gefährliche Frau. Es war doch immer das Gleiche, vor den Frauen hatten wir alle Angst, wenn es darauf ankam, da konnte man uns drei, ja auch meinen Vater und Severus, wohl nicht ausnehmen, doch musste die Frau, die uns das Fürchten lehrte schon von ganz besonderem Kaliber sein, halt so wie mein kleines, außergewöhnliches Mudblood.
Ich hatte durchaus bemerkt, dass auch Severus ihr gegenüber auf der Hut zu sein schien. Wie er immer wieder betonte, dass sie das „Biest“ sei, war herrlich und ich musste mir jedes Mal ein lautes Lachen verkneifen. Dass was sie sich vorhin geleistet hatte, hätte Vater niemand anderem durchgehen lassen. Jeder andere hätte sofort einen gefährlichen, wenn nicht sogar tödlichen Fluch aufgehalst bekommen, bei ihr schien in etwas zu hemmen.
Sie löste etwas bei ihm aus, was nicht normal war, das ahnte ich. Ich hatte es auch vorhin wieder in seinen Augen aufleuchten sehen, als ich sie so vor ihm entblößte und mir war auch aufgefallen, dass er zu akzeptieren schien, dass ich sie in die Familie aufgenommen hatte, aber ausfragen würde er mich gleich trotzdem. Ich würde mich etwas zusammenreißen müssen, denn es war sicher nicht gut, Vater zu deutlich meinen Stolz und meine Freude über den kleinen Triumph über ihn zu zeigen.
Auch wenn ich auf mein Schauspiel vorhin durchaus befriedigt zurücksah.
Das Gespräch mit Vater würde vielleicht Stellenweise unschön werden, aber mit ihm kam ich klar, dachte ich hoffend, als ich die zweiflüglige Tür zum kleinen Salon durchschritt. Mein Vater thronte schon mit überschlagenen Beinen in seinem Ledersessel und sah uns mit unleserlicher, sehr stoischer Miene entgegen. Severus war mir lautlos gefolgt, betrat hinter mir den Salon und schloss leise die Türen.
Das Klacken kam mir wie ein Urteil vor!
„Ah, sehr schön, mein Sohn, dass du dich her bequemst! Nun, stehe mir Rede und Antwort und du weißt, ich will alles wissen! Also, was hat dich dazu getrieben, dieses Mudblood in unsere reinblütige, alte und aristokratische Familie aufzunehmen?“, forderte er vehement, aber mit absolut gleichbleibender Tonlage, dabei sah Vater mich kalt an.
Ich ließ mich betont langsam in den anderen großen Ledersessel ihm gegenüber nieder, überschlug ebenfalls bequem die Beine und lehnte mich entspannt zurück, bevor ich ihm zu antworten begann.
„Wie du selbst erkannt hast, Vater, hat sie ein außergewöhnliches Talent, ist eine wirklich auffällig begabte Hexe und du musst zugeben, ihr Äußeres lässt auch keine Wünsche offen. Sie ist eine Kämpferin, eine Kriegerin! Sie ist eine Bereicherung für unsere Familie!“ Ich war ruhig und entspannt, allein der Stolz sprach aus meinen Worten, denn sie gehörte mir, auch wenn sie technisch gesehen der Familie gehörte, so hatte ich sie doch gezeichnet und somit für mich beansprucht, außerdem gehörte mir ihr Herz und das meine ihr, aber das tat hier nichts zu Sache.
Vater nahm meine Worte genauso besonnen auf, wie ich sie mit Bedacht gesprochen hatte, in der Familie Malfoy war es verpönt, laut oder ausfallend zu werden, wenn wurde ein Disput zivilisiert geklärt, auf verbaler Ebene, na gut, solange wir uns unter Kontrolle halten konnten, wenn nicht konnte es auch hässlich werden, aber soweit waren wir noch nicht.
„Ich verstehe deine Ansichten, aber ein bisschen übereilt hast du schon gehandelt! Was du mir da nur wieder eingebrockt hast! Aber nun gut, sie weiß zumindest, wo sie hingehört, sonst hätte sie mir im Ministerium nicht so tatkräftig die Flucht ermöglicht. Wenigstens erkennt sie mich als Oberhaupt an!“, resümierte er, wobei ich noch nicht ganz einschätzen konnte, ob er sich wirklich damit abgefunden hatte, dass sie nun zur Familie gehörte, oder noch über die Folgen grübelte, aber im Moment war er beherrscht.
Da legte sich abrupt ein teuflisches Grinsen auf sein Gesicht, das hieß nichts Gutes, wusste ich aus langjähriger Erfahrung. Was ging nun wohl wieder in seinem verschlagenen Kopf vor? Gut, ich würde es sicher gleich erfahren. Noch immer lag dieses maliziöse Grinsen auf seinen Zügen und er fragte, sich offensichtlich über sich selber freuend:
„Erzähl mir, wie du es getan hast, Draco. Wie hast du dieses kleine Biest...“ seine Hand deutete dabei auf seine Wange, die sie so galant zerkratzt hatte und noch die leicht geröteten Spuren zeigten, wo er durch einen Zauber die Kratzer schon geschlossen hatte, „… wie du sie dazu gebracht hast, das mit sich machen zu lassen? Dass sie lange genug dafür stillgehalten hat? Sie ist sehr wehrhaft, wie wir ja beide erfahren durften und auch wenn ich das Ritual noch nie durchgeführt habe, so ist es doch als schmerzhaft beschrieben und es dauert einige Zeit, das Mal einzubrennen, also das würde mich wirklich interessieren!“
Und da war sie, die unbequeme Frage, denn ich wusste, Vater würde sich nicht mit Andeutungen zufrieden geben, aber versuchen konnte ich es ja, so grinste ich anzüglich.
„Sagen wir’s mal so, sie war abgelenkt…!“ Ich würde auf gar keinen Fall vor meinem Vater und Severus ausbreiten, wie intim die Situation gewesen war und damit meinte ich nicht, dass ich mit ihr Sex gehabt hatte, sondern dass ich sie zuvor gefragt hatte, ob sie mir vertraute und wie wichtig mir ihre Antwort gewesen war.
Ich hätte es nicht getan, hätte sie gezögert oder nein gesagt und wenn ich ehrlich zu mir war, war es mir sehr wichtig, dass sie mir vertraute, schon damals war es mir wichtig gewesen. Dieses Vertrauen und die Intimität, die diese Zuneigung zwischen uns schaffte, die sonst keiner mit ihr teilte, gehörten nur mir und ihr und außerdem sprach man über so was in meiner Familie nicht.
Dass sie ihren Körper auch Severus gegeben hatte, bedeutete mir nichts.
Mein Vater gab nicht nach, das hatte ich ja erwartet und jetzt schien er erst recht wissen zu wollen, wie es vorgegangen war.
„Lass dir nicht alles so aus der Nase ziehen, Draco. Wir wissen alle drei, dass du sie im Bett hattest, das musst du nicht andeuten, also, ich will Details hören…“ verlangte er unduldsam zu erfahren.
Ich wollte gerade ansetzen, als Severus uns unterbrach:
„Also wirklich, Lucius, ich habe echt keine Lust, mir die jugendlichen Bettgeschichten deines heranwachsenden Sohnes anzuhören… da kann ich mir besseres vorstellen als Geschichten über seinen Blümchensex mit dem kleinen Mudblood!“, ätzte Severus gewohnt giftig.
Ich starrte Severus regungslos an, war jedoch verwirrt, was wollte er damit bezwecken, dass er mir vor Vater aus der Bredouille half?
Oder war er doch gefühlsmäßig tiefer involviert, als er es zugeben wollte, wollte er nicht hören, wie sie sich mir freiwillig hingab und das ganz offen, während er sie nur bekam, wenn er bezahlte oder sie sich gegen ihren Willen nahm? Dies fragte ich mich kalkulierend. Ich würde meinen guten Patenonkel im Auge behalten. Ich wusste, dass er Hermione wollte und mehr fühlte, auch wenn er es sich selbst gegenüber nicht zugab. Mein Vater lachte nun trocken und höhnisch auf.
„Pah… die und langweiligen Sex, das glaubt doch keiner von uns. Das Biest hat´s doch Faustdick hinter den Ohren, nicht wahr, Draco? Aber nun gut, wenn du mir nicht erzählen willst, wie die Kleine so im Bett ist, muss ich das wohl auch selber herausfinden…“, glitzerten seine Augen erwartungsfroh bei dieser unverhohlenen Drohung.
War ja klar, dass Vater nicht so schnell aufgab. Genau so was war meine letzte Befürchtung gewesen, dass Vater zwar akzeptierte, dass er ihr nun nichts mehr tun konnte, dass er seinen Jagdinstinkt aber trotzdem nicht aufgab und sie besitzen wollte, ohne Rücksicht auf Verluste, doch das passte mir ganz und gar nicht.
Sie war mein und das musste ich deutlich machen. Ich musste ihn wohl an meine Rechte erinnern, entschied ich wacker,
„Ich habe sie gezeichnet, du weißt, was das bedeutet, Vater. Auch wenn du das Oberhaupt der Familie bist, so gebührt mir das Recht, über sie zu bestimmen und ich bitte dich, dies zu respektieren. Mach was du willst mit ihr, turne sie an, flirte oder mach sie heiß, ist mir egal, betatsche sie aber ficken darf nur ich sie!“, verlangte ich entschlossen und sehr ernst.
Ich wurde gerade sehr bestimmt, aber ich verlor nicht meinen Respekt vor meinem Vater, was er offensichtlich auch so anerkannte, denn er blieb ruhig und schien nur etwas enttäuscht. Er wusste, dass die Bräuche der Familie auf meiner Seite waren und ich recht damit hatte, dass sie mir gehörte, technisch zumindest.
Vater konnte immer noch intervenieren, doch ich vermutete, dass er es aus Achtung vor mir nicht tun würde, hoffte ich zumindest, ich hoffte, dass sie ihn nicht eines Tages so reizen würde, dass er alle Prinzipien über Bord warf. Ich wusste selbst nicht, warum es mir bei Severus weniger ausgemacht hatte, vielleicht weil Lucius mein Vater war?
Vielleicht fühlte ich eine größere Bedrohung, weil mein Vater mir auch äußerlich so ähnlich war? Natürlich, ich würde bei keinem von beiden zulassen, dass sie sich ihr aufzwangen. Sie waren beide Männer, die sich gewöhnlich, auch ohne Rücksicht auf andere, nahmen was sie wollten oder begehrten, doch sollte er es schaffen, sie zu verführen, konnte ich nichts dagegen unternehmen. Auch wenn es mich doch sehr stören würde.
Ich wusste, sie mochte bei mir sein, aber Vater war mir ähnlicher als Severus, da war die Gefahr größer und dass sie durchaus auf ältere Männer stand, hatte sie ja bewiesen. Solange es nur um Sex ging, konnte ich irgendwie damit umgehen, war in unserer verdrehten Welt irgendwie in Ordnung, aber bei ihm sah ich die Gefahr einfach deutlicher, dass sie Gefühle für ihn entwickeln könnte. Auch wenn ich wusste, wie vertraut sie mit Severus schon umging, sah ich hier nicht die große Gefahr. Ich konnte nur hoffen, dass mein Vater meiner Bitte nachgab.
Ich wusste leider, dass mein Vater genau so charmant sein konnte wie ich, etwas, das Severus nie und nimmer sein würde und ich hoffte, dass sein Charme bei ihr nicht so wirkte wie meiner.
Doch er antwortete nicht, stattdessen zeigte sich Sekunden später ein diabolisches Grinsen auf seinen aristokratischen Zügen, was erneut nichts Gutes verhieß. Diesmal wandte er sich jedoch Severus zu und forderte ihn auf:
„So, mein lieber Freund, jetzt bist du dran, also, woher wusstest du es? Hat mein Sohn bei dir gebeichtet oder hast du dich etwa an deiner Schülerin vergriffen?“, traf er so was von ins Schwarze, dass Vater aber auch immer einen derart untrüglichen Instinkt hatte alles Geheime aufzudecken, das konnte echt anstrengend sein.
Ich konnte mitverfolgen, wie sich Severus‘ Pupillen leicht verengten und jedem anderen Beobachter wäre das entgangen, doch weder mir noch Vater entging so was. In diesem Moment hörte ich, wie hinter uns die Salontüre leise geöffnet wurde. Ich brauchte mich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass Hermione den Salon betrat.
Na, da hatte Severus noch mal Glück gehabt, aber ich denke mal, dass Vater ihn nicht so leicht entkommen lassen würde, aber auch Severus war gut im Abtauchen, von da an wäre er schwer zu fassen, das würde amüsant werden.
Dracos Sicht ende
Hermiones Sicht
Ich stand zornbebend in der Mitte des luxuriösen Bades, das in einem hochglänzenden, satten, Dunkelbraun gefliest und mit bronzefarbenen und goldenen, protzigen Akzenten ausgestattet war. Die Armaturen erstrahlten in purem Gold, aber ich hatte für die Schönheit kein Auge, da ich gerade dagegen ankämpfte, recht spektakulär vor Zorn zu platzen.
Was fiel diesen aufgeblasenen Gockeln von Malfoys ein, so eine Show abzuziehen, mich so zu behandeln? Hatten die sie noch alle? Sprachen über mich als wäre ich nicht anwesend und behandelten mich wie… wie einen Gegenstand!
Meine Göttin, war mir das Herz in die Hose gerutscht als sich die Tür urplötzlich öffnete und jemand hereinrauschte. Ich war erschrocken herumgewirbelt und sah Lucius in seiner herrschaftlichen Pracht und dahinter den dunklen Flecken, den Snape symbolisierte.
Diese unerwartete Konfrontation lähmte mich!
Lucius‘ Gesicht war herrlich als er mich erkannte und identifizierte, aber sein plötzliches Auftauchen jagte mir doch einen gehörigen Schock ein. Nachdem das Erkennen in seinen grauen Augen aufleuchtete, fühlte ich bloß noch, wie mich Draco mit einem bestimmten Ruck zu sich zog und unbarmherzig an sich presste.
Ich war im ersten Moment zu überrumpelt, da mir in den Sinn kam, wie sich Lucius‘ Zähne so unendlich provozierend und auch schmerzhaft in meine Haut gebohrt hatten als er mich so ohne Mitleid gebissen hatte, dass ich nicht gleich mitbekam was Draco vorhatte.
So erschreckte es mich umso mehr, als er anfing mein Kleid zu heben und begann, mich derart aufreizend und provokant langsam vor den beiden Männern zu entblößen. Ich versuchte, gegen ihn anzukämpfen aber rein körperlich war mir Draco weit überlegen und als er nach meiner Bitte es nicht zu tun, einfach weitermachte, gab ich mich geschlagen, da es Lucius ja nun so oder so erfahren musste.
Ich schloss ergeben meine Augen, sperrte meine Umgebung aus und akzeptierte mein Schicksal, nun diesem demütigenden, beschämenden Schauspiel beiwohnen zu müssen. Ich wusste außerdem, dass dies wohl Dracos Art war, das Spiel zu spielen, dies war eine Sache zwischen Lucius und Draco, dass ich der Ball dieses Spiels zwischen den beiden war, war halt mein Pech.
Ich legte mein Haupt zur Seite, wollte nur weg, als ich Dracos Finger an meinem Mal spüren konnte, wie er es lasziv nachzeichnete und mir lief es eiskalt über den Rücken. Ich konnte Lucius‘ lautes Atmen vernehmen, bevor er aufbrauste, nachdem er registrierte, was sein Sohn getan hatte.
Als sie anfingen über mich zu reden, als wäre ich nicht gegenwärtig, dachte ich, dass ich im falschen Film wäre, die Ignoranz und Arroganz dieser beiden blonden Schönlinge war unbeschreiblich.
Was dachten die, wer ich war? Aber nicht mit mir, denen musste gleich gezeigt werden, dass ich so nicht mitspielen würde.
Was dachte sich Draco eigentlich dabei, mich so zu entwürdigen und Lucius, mich so zu kränken? Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und ich ging in die Luft. Als erstes klatschte ich Draco eine und da sich Lucius immer näher herangewagt hatte, nützte ich die Chance und revangierte mich für seine Beißattacke. Ich kratzte ihm mit den Fingernägeln durch das Gesicht, das fühlte sich verdammt gut an und dann musste ich ganz dringend Abstand zwischen uns bringen, um nicht etwas sehr Undamenhaftes zu tun.
Erst hier konnte ich wieder frei atmen. Ich wusste nicht, was ich erwartet hatte, aber sicher nicht, dass meine „Enttarnung“ derart demütigend ablaufen würde, echt nicht!
Dabei hatte alles so schön begonnen, als Draco eilig und mit einem echten, richtig offenen Lächeln auf mich zukam. Es blitzte regelrecht freudig in seinen sonst kühlen Augen und er hatte mich in eine ehrliche Umarmung gezogen, mich sanft auf die Stirn geküsst und mich einfach gehalten. Es hatte keiner Worte bedurft, er wusste auch so, dass die letzten Tage nicht leicht für mich gewesen waren und hatte mir schlicht seinen Trost geboten. Er konnte so einfühlsam mir gegenüber sein, nur um dann ein solch hochnäsiges Arschloch zu sein, sobald uns sein Vater gegenübertrat.
Ich zog mich aus, wollte aus dem Kleid raus, das mir auf einmal zu freizügig erschien und ging zu der anderen Tür, die noch hier war und da traf mich doch fast der Schlag, als ich die öffnete, das war ein riesiger, begehbarer Kleiderschrank. Ich hatte nur nach einem Bademantel gesucht, aber was ich hier sah, war beeindruckend. Am schockierendsten war, dass ich auch Frauengewänder ausmachte, die, so wie es aussah, für mich gedacht waren.
Ich ging geschockt und überwältigt drauf zu und holte eines heraus… hübsch, Draco hatte sich in mehrfacher Hinsicht wohl darauf vorbereitet, dass ich kam.
Ich war entschlossen, ich würde nicht darauf warten was die Herren der Schöpfung über mich bestimmten, oh nein… soweit kam es noch und Draco schien in weiser Voraussicht für mich die passende Garderobe in den letzten Tagen erworben zu haben, so dass sich Lucius nicht für mich, das Mudblood, schämte, wenn ich durch sein Manor strich.
Ich wollte etwas, das mich, nach der Show von vorhin, verhüllte aber auch umschmeichelte und ich hatte keine Ahnung, wie Draco das geschafft hatte, aber die Auswahl war riesig, die er hier innerhalb kürzester Zeit angeschafft hatte. Da stach mir doch sofort ein Exemplar ins Auge.
Es war ein glänzendes, grausilbernes, rohseidenes, langes, schmal geschnittenes Kleid, das sehr stilvoll und elegant aufgrund seiner Schlichtheit war. Es hatte als auffälligstes Detail eine kunstvolle, weich fließende Raffung im vorderen, rechten Teil, wo es an der Hüfte fast wie verknotet wirkte. Als ich es drehte bemerkte ich, dass es auch auf dem Rücken, ein Stück oberhalb des Pos, mittig zu ein paar Falten zusammengerafft war, sodass es sicher sehr schön meine Rückseite betonen würde. Es hatte einen schlichten U-Boot Ausschnitt und kleine Flügelärmel rundeten das anmutige, aber sehr dezente Ensemble ab.
Ich ging aus dem Ankleidegemach, denn ein Zimmer war das nicht, durch die Tür, die direkt in das pompöse Schlafzimmer führte. Sehr intelligent, zwei Zugänge zu diesem Raum zu haben, da hatte jemand mitgedacht, dachte ich belustigt. Ich besah mich in einem bodentiefen, barock verzierten Standspiegel, der dekorativ im Raum stand und fühlte mich sehr schön und wusste, so konnte ich ihnen entgegentreten und die vorhergehende Demütigung ansatzweise vergessen.
In der letzten Minute entschied ich mich dazu, die Haare magisch locker hochzustecken, das passte zu dem Kleid sehr viel besser als die offenen Haare, auch war ich unter dem Kleid nackt, denn unter dieser weichfließenden Seide konnte man nichts drunter tragen, da sich dies sofort abgezeichnet hätte, aber trotzdem fühlte ich mich gerüstet!
Die Sonne ging rasant unter und tauchte das Innere des Manors in ein diffuses Licht. Die Fackeln und Kerzen an den Wänden, auf meinem Weg, entzündeten sich von selbst und beleuchteten mir so den Weg durch die recht dunklen, meist aus rohem Stein gehauenen Gänge, da hier auch keine Fenster waren. Von innen wirkte das Gemäuer sehr viel älter als es die Außenfassade zuerst erkennen ließ, aber das hier war uralt, so wie Hogwarts, wenngleich ich mich nicht unwohl oder erdrückt fühlte, nein, da hatte mich das Schloss, in dem ich nun fünf Jahre wohnte, wohl geprägt. Nur vielleicht etwas einsam, aber sonst genoss ich das wirklich schöne Herrenhaus. Viele flüsternde Portraits begleiteten mich auf meinem Weg durch das Haus.
Ich repetierte Snapes Informationen: Ich sollte auf jeden Fall die linke Seite der oberen Stockwerke meiden, da sich wohl Narcissa in einem dieser aufhielt. Also wo sollte ich beginnen?
Einem Instinkt folgend ging ich wieder in den Eingangsbereich und ich war tief beeindruckt gewesen, als ich dieser palastähnlichen Anlage ansichtig wurde, die Draco sein Zuhause nannte, daher die snobistische Art in der Familie. Wenn man hier geboren wurde, bekam man den Standesdünkel frei Haus in die Wiege gelegt, kam es mir belustigt und leicht spöttisch in den Sinn.
Jetzt stand ich in der großen Eingangshalle, die einfach leer war, außer den Bildern und blickte recht verloren durch die Gegend, als mir ein silbrigblonder Mann aus seinem Gemälde zuwinkte und mit dem Finger auf eine kleinere Tür am äußeren Rand der Halle deutete. Hier zweigten so viele Türen ab und alles war so großzügig, da hätte ich gesucht bis ich schwarz wurde und so lächelte ich dankbar und knickste verschämt zu dem Mann. Dieser schenkte mir doch glatt ein verschlagenes Lächeln und zwinkerte mit einem Auge, das war ein Charmeur!
So schritt ich zielstrebig auf die dicke alte Holztüre zu, öffnete sie ohne zu zögern und trat ein, augenblicklich verstummte das Gespräch. Ich sah mich drei stechenden Augenpaaren gegenüber, war das wirklich eine gute Idee von mir gewesen, mich den dreien so ganz alleine auszuliefern?
Lucius saß mit dem Blick zu mir in einem wuchtigen Sessel. Draco saß mit dem Rücken zu mir, hatte mir aber seinen Kopf sofort zugedreht und Snape saß zwischen den beiden und schaute direkt in den Kamin, blickte nun aber auch mich aus seinen tiefen, dunklen Schluchten an. Ich schluckte nun doch schwer als ich die Tür in meinem Rücken schloss, aber ich weigerte mich, meine stolze Haltung zu verlieren und trat weiter stoisch gelassen ein. Ich blickte in die wahrlich eigenwillige Runde, die mich bisher nur stumm betrachtete, sodass ich mir trotz meines neuen Aufzugs wie geröntgt vorkam und mich sehr nackt fühlte.
Das Erstaunlichste war, die Atmosphäre war gar nicht so angespannt gewesen wie von mir erwartet, erst als ich kam hatte es einen Umschwung in dem Zimmer gegeben, der das Knistern des Feuers umso lauter hervorhob, da alles so lautlos war.
Ich konnte beobachten, während ich ging, wie die Augen der Männer auf mein neues Kleid gerichtet waren aber lesen konnte man in ihren Augen nichts, darin waren sie wirklich Meister. Jede andere wäre unter den sengenden Blicken von diesen Schlangen errötet, aber das Verbot ich mir rigoros, eher noch reckte ich mein Kinn mehr in die Luft.
Ich blieb neben Dracos Sitz stehen, als Lucius seine Hand hob und mich bedeutungsschwanger zu sich winkte.
„Komm, Hermione!“, erklang seine Stimme in diesem leisen, bedachten Ton, der mir fast eine Gänsehaut beschert hätte, mein Name aus seinem Mund, da schluckte ich doch schwer, kein Miss Granger mehr!
Ich wusste, ich brauchte nicht zu Draco sehen oder etwa jetzt von seiner Seite Hilfe erwarten und so glitt ich vorsichtig auf Lucius zu, der hoheitlich, lässig in seinem Sessel thronte.
Ich ging nah heran, dann blieb ich stehen und betrachtete den so aristokratisch wirkenden Mann vor mir vorsichtig, der mich taxierend wie ein Herrscher begutachtete, aber ich weigerte mich, meinen Blick von ihm zu nehmen, war mir aber der Blicke von Snape und Draco durchaus bewusst.
Als Lucius jäh, einer Schlange gleich, zum Angriff ansetzte und meine linke Hand urplötzlich ergriff, war ich zwar erschrocken von seiner unerwarteten Attacke, aber meine Gleichgültigkeit konnte ich, dank langer Übung, schwer aufrechterhalten, obwohl er mich berührte. Auch wenn ich nach außen souverän wirkte, innerlich hämmerte mein Herz in einem schnellen Stakkato.
Er hielt nun meine schlaffe Hand in seiner rechten, saß hocherhoben da und strich lasziv mit seinem Daumen über meinen Handrücken. Die beiden hinter uns hatten sich durch Lucius‘ Aktion auch nicht ins Bockshorn jagen lassen und saßen anscheinend immer noch reglos da, da ich nichts an Bewegung ausmachen konnte. Die schlanke, so weiße, aber erstaunlich männliche Hand von Malfoy verursachte mir fast einen elektrischen Schlag, als ich ihn so Haut an Haut spürte.
„So, dann werde ich wohl dem neuen Familienmitglied der Familie Malfoy meinen Dank für ihre so tatkräftige Unterstützung bei meiner Flucht aussprechen müssen, meine werte Dame!“, schmeichelte er sehr hochtrabend und hochmütig, sah mich aber aus ernsten, silbrigen Augen intensiv an.
„Sir!“, war das einzige, was ich fest hervorbrachte und sank, wie in dem scheiß Buch von Draco beschrieben, mal wieder in den bescheuerten Knicks und senkte das Haupt. Ich hasste so was, aber ich wusste auch, worauf dieser Mann vor mir stand.
Wenn er schon in einem berechenbar war, so musste ich mir dies zu meinem Vorteil nützen.
„Draco, was hast du mit ihr getan? Sie ist perfekt!“, erklärte er wieder über meine Person hinweg und ich knirschte darüber mit den Zähnen, denn ich konnte nun fühlen, wie er meine Hand immer weiter hob, um sie an seinen Mund zu führen und mir einen anstandslosen Handkuss aufzuhauchen. Mein Atem stockte bei dieser Provokation doch kurz. Ich spürte seinen sezierenden Blick auf meiner devoten Gestalt.
„Danke, Vater, für das Kompliment, nun, Hermione und ich stehen seit der Fahrt des Hogwarts Express nach Hogwarts letztes Jahr in einer engen Beziehung zueinander und ich gab ihr gleich, nachdem wir in der Schule waren, unsere Familienbibeln zum Lesen. Da meine Geliebte hier alles Wissen wie ein trockener Schwamm aufsaugt, hat sie auch diese neuen Regeln geradezu verschlungen und verinnerlicht!“, hörte ich den Stolz aus Dracos Worten und wenn dieser tyrannische, eingebildete Schnösel von Lucius mich nicht bald aus diesem schmerzhaften Knicks entließ, würde ich frustriert schreien.
Aber er spielte immer noch zärtlich mit meiner Hand, die er nah an seinen Mund hielt, dabei konnte oder eher musste ich seinen heißen Atem über meine Haut streichen fühlen und kämpfte darum, völlig unbeteiligt zu erscheinen und das Zittern zu unterdrücken.
„Draco, ich werde versuchen, deine vorhergehende Bitte zu respektieren, aber ich halte mir alle Optionen offen!“, erklärte Lucius nun sachlich und ich runzelte leicht die Stirn.
Worum Draco wohl gebeten hatte?
„Danke, Vater, das ist mehr als ich erwarten durfte!“, kam es salbungsvoll von Draco.
„Du kannst dich erheben!“, wies Lucius mich abrupt an.
Dies tat ich grazil und trat sofort zurück, dabei entglitten meine Finger seiner Hand.
„Nein, warte, nimm bitte Platz!“, befahl er gewohnt höflich und so stand neben Lucius auf einmal ein Sessel, auf den ich nun zuging, mich sittsam setzte und jetzt auch Snape und Draco sehen konnte.
Schien doch alles ganz vortrefflich zu laufen, es wunderte mich, dass er noch nichts zu meinem tätlichen Angriff gesagt hatte?
Auch war die Art, wie er mit dem Schock umging, nun zu wissen, dass ich von Draco gezeichnet worden war beunruhigend, aber ich dachte mit Schrecken, dass er eine kalte, unterdrückte und sehr beherrschte Wut ausstrahlte.
Das war viel schrecklicher als wenn er toben würde, denn so wirkte er, wie der Herr der Lage, der alles dominierte und beherrschte und genau das machte mir sehr viel mehr Angst und dazu kam, dass ich ihn nicht kannte und ihn aufgrund dessen auch nicht wirklich einschätzen konnte. Draco und Snape kannte ich seit über fünf Jahren, aber ihn hier leider gar nicht und so warf ich ihm unter gesenkten Lidern einen taxierenden Seitenblick zu und musterte sein markantes Gesicht.
Nun, es war, als würden sich alle gegenseitig belauern.
„Wie hast du dir das mit deiner Mutter vorgestellt, Draco? Sie und ein Mudblood in einem Haus? Die Gute dreht uns durch!“, fragte Lucius nun interessiert, aber seine Miene blieb ausdruckslos.
„Ist sie das nicht schon längst?“, antwortete Draco sehr trocken und sehr verachtend, ob das Lucius wohl durchgehen ließ?
„Draco, bitte nicht in diesem Ton!“, entgegnete er scharf und er ließ es nicht durchgehen, wie man gerade erlebte.
„Entschuldige, Vater, aber Narcissa ist… ich denke nicht, dass ich gewillt bin, auf ihre Empfindlichkeiten einzugehen!“, verteidigte sich Draco leutselig, aber bestimmt und da überraschte mich der Hausherr, da er hier hoheitsvoll sein Haupt neigte.
„Wohl gesprochen, sie wird zu akzeptieren haben, was wir bestimmen, aber Hermione sollte die linke Hälfte des Anwesens meiden, somit hast du die Erlaubnis, dich hier frei zu bewegen. Aber Narcissa ist fast immer in ihren Räumen, sonst ist sie nur kurz bei befreundeten Damen, nur nachmittags beliebt sie, längere Zeit im Park zu verbringen, also meide um diese Zeiten den Park, damit sie dich nicht gleich sieht!“, erklärte mir Lucius die Spielregeln, er wollte wohl Ärger vermeiden, dachte ich innerlich grinsend. Offensichtlich war Narcissa wahrlich keine einfache Person.
Ich nickte bloß, mir kam es nicht so vor, als würde er auf eine mündliche Antwort von mir Wert legen.
„Lasst uns allein!“, schwebte auf einmal eine spannungsgeladene Stille im Raum, auf die unnachgiebige Forderung von Lucius, mich mit ihm allein zu lassen.
Aber nach einer kurzen Besinnung schienen sich Snape sowie Draco dazu zu entscheiden, zu gehorchen und erhoben sich leise, blickten emotionslos auf und verschwanden ohne weitere Worte aus dem Zimmer. Ich schluckte schwer, was passierte jetzt? Lucius hatte so eine ungute Art, mich zu fixieren.
Als die Türe hinter Snape ins Schloss fiel, hallte dies in meinen Ohren wie das endgültige Absperren einer Gefängniszelle und mein Herz stockte kurz, aber ich saß gerade da und versuchte, einen entspannten Ausdruck zur Schau zu tragen. Ich konnte den blonden Mann neben mir nicht einschätzen, der, bis wir alleine waren, immer wieder an seinem Glas genippt hatte, es aber nun zur Seite gestellt hatte.
Er legte seinen Stock, der mir schon zweimal sehr nahe gekommen war, auch auf das Tischchen und erhob sich nun ostentativ langsam. Seine Schritte auf den Holzdielen knarrten leicht, als er zum Fenster schritt und in die beginnende Nacht blickte. Er hatte dabei die Arme hinter dem Rücken verschränkt und stand sehr gerade, ich wagte mal, nichts zu tun.
„Du gehst mit meinem Sohn ins Bett…?“, erklang seine tiefe männliche Stimme fragend.
„Gehst du auch mit Severus ins Bett?“, fasste er weiter nach und ich schluckte, was sah dieser Mann alles? Was sollte ich denn darauf jetzt antworten?
„… Chrrm... sollten Sie das nicht lieber Professor Snape fragen?“, war ich etwas unsicher, auch wenn ich das gar nicht offenbaren wollte.
„Ich habe dich gefragt, also antworte und komm nicht auf die Idee, mich belügen zu wollen!“, grollte er drohend und ich erkannte, er würde keinerlei Widerspruch dulden.
Ich erinnerte mich mit Erschauern an die Situation als ich Snape belogen hatte. Das Regal hatte nicht allzu sehr wehgetan, aber seine dicken Folianten schon.
Oh, das konnte ich mir vorstellen, er würde mich nicht wie Snape in ein Regal schubsen, ich wollte nicht herausfinden, wo er mich hinschmeißen würde!
Es war lange still, bis ich den Mut fand zu antworten.
„Durch sehr unglückselige Umstände… kam es dazu…!“, versuchte ich mal nett das ganz Chaos zu umschreiben.
Er warf, immer noch am Fenster stehend, seinen Kopf in den Nacken und lachte schallend.
„Severus ist wirklich mit einer Schülerin ins Bett gegangen, dabei dachte ich immer, das ginge gegen seine Moral… sehr erheiternd! Ich will mehr…“, forderte er jetzt belustigt und neugierig, aber auch sehr ungeduldig.
„Nein, ich… bitte, es ist kompliziert… nicht als Schülerin! Nur einmal als Hermione… bitte fragen Sie doch ihn!“, stotterte ich nun doch aufgelöst und nun bat ich ihn ernsthaft, mich nicht zu zwingen, ich wollte, ich konnte nicht darüber sprechen!
„So schlimm? Hat er den Death Eater rausgekehrt? Und sich einfach genommen, was er begehrte? Ungewöhnlich…“, sprach er wie zu sich selbst, dabei wurde er immer leiser und ruhiger, wandte mir aber immer noch den Rücken zu.
„Bitte, Sir…!“, versuchte ich es höflich und etwas unterwürfig.
„Was heißt einmal als „Hermione“? Als was denn sonst noch?“, hatte er sich nun mir zugedreht und sah mir starr in die Augen und schien zu versuchen, tief in mich zu blicken. Ich wollte, konnte aber nicht den Blick abwenden, als ich mich langsam erhob und Richtung Tür eilte. Ich floh regelrecht, ich gestand meine Schande ein. Mein langes Kleid schlug gegen meine Knöchel.
„Darf ich gehen, Sir?“, fragte ich vorsichtig, aber auch sehr flehentlich, woraufhin er auch schon rasant auf mich zukam, seine Hand provokant an der Tür abstützte und mir die Flucht verweigerte.
„Ich werde ihn fragen… Aber nun zu etwas anderem, du hast es gewagt, mich anzugreifen, mich! Soll ich das so einfach hinnehmen?“, hauchte er seidig und die Drohung war fast zu greifen, aber auch die leidliche Erkenntnis für mich, dass dieser Mann nie etwas vergaß und nur gerne abwartete um seine Rache zu starten. Auch konnte ich in seinem schönen Gesicht lesen, wie dort das unausgesprochene Missfallen zu sehen war, dass ich mit Draco und Snape geschlafen hatte, nur nicht mit ihm!
Aber ich glaube, gerade das fand er sehr erregend. Er würde es genießen, mich zu hetzen und nicht gleich zu erlegen. Nun lehnte er sich mit seinem Rücken gegen die Tür und sah mich abwägend an.
Während er darauf wartete, dass ich antwortete, legte er mir anrüchig seine Hand zielstrebig auf den flachen Bauch, sodass sich meine Bauchmuskeln anspannten. Er hatte sie genau auf dem Zeichen platziert und ich atmete tief ein, als er nun so lässig an der Tür lehnte und mich so intim berührte, als wäre dies das Normalste von der Welt. Ich wehrte mich nicht und erstarrte zur Salzsäule.
„Du musst lernen, dass du, dank dem hier, mir gehörst! Sei schön brav, ich vergebe dir noch dieses eine Mal deinen Fauxpas, aber ein weiteres Mal würde ich nicht auf meine Güte bauen!“, wisperte er eindringlich, dabei brannte es auf meiner Haut wie Feuer.
Er beugte sich nun zu mir und sein offenes, langes Haar kitzelte meine Wange, als er mir einen…, okay das brachte mich jetzt etwas aus dem Konzept, ich hätte erwartet, er würde mich wie Snape körperlich aggressiv angehen, aber er, er spitzte seine weichen Lippen und gab mir einen verführerischen, sanften Kuss auf die Wange, der mich keuchen ließ.
Sein herber, männlicher Geruch umfing mich und er hauchte, gefährlich charmant, während er sich von mir löste:
„Nenn mich Lucius!“, war es wie eine Absolution.
Da riss ich mich aus meiner Trance, da ich unbewusst die Augen geschlossen hatte, seine Hand auf meinem Bauch, seine Lippen auf meiner Wange und da gingen mir erschrocken weit die Augen auf, als er mir anbot, ihn so vertraulich zu nennen. Ich gewahrte das amüsierten Funkeln, welches sich in seinen grauen Augen spiegelte, sobald er registrierte, wie ich gedanklich nur langsam zurückfand und dann nickte ich brüsk, aber das passte ihm nicht und so wisperte er, immer noch viel zu nahe:
„Sag es, Hermione! “, hauchte er lasziv.
Ich schluckte schwer, da er mir viel zu nah war und ich seinen warmen Atem über mein Gesicht streichen fühlen konnte, warum musste ich zwischen drei so schrecklich starken Persönlichkeiten zerrieben werden? Denn so leid es mir tat, es zuzugeben, aber Lucius ließ mich wahrlich nicht kalt.
Er war eine Versuchung der besonderen Art, so ein durchtriebener, aber auch charmanter Geist. Wo Sev… Snape ein ungemütlicher, unheimlicher und brutaler Zeitgenosse war, schmeichelte Lucius sehr gerne, so wog er einen in falscher Sicherheit. Denn er konnte nicht weniger aggressiv sein als Snape, aber er wahrte doch meist das so unfehlbare Aristokratenansehen, dass er sich nicht die Finger mit Gewalt schmutzig machen würde.
Ich würde nie vergessen, wie er mich so brutal gebissen hatte, oh nein, dieser Mann mochte versuchen, mich zu betören, aber wenn ich nicht von Draco diesen Schutz bekommen hätte, hätte Lucius keine Skrupel, mir sehr weh zu tun. Doch so zeigte er mir nur seine aufreizende, verführerische und sinnliche Art, mit mir zu spielen und wie er es genoss, mich in die Ecke zu drängen, er war ein gefährlicher Mann.
„Lucius!“, flüsterte ich rau, wie von ihm gewünscht und sah, wie sich ein zufriedenes Grinsen auf seinem Antlitz ausbreitete und er meinte dann nonchalante, als er sich abstieß und wieder auf seinen Sessel zuging:
„Geht doch… ich wünsche eine entspannende Nacht… Grüße Draco von mir!“
Ich drehte mich nicht um, sondern sah zu, dass ich rasch wegkam und eilte die, trotz der sommerlichen Temperaturen, so kühlen Gänge entlang, gelangte mit pochendem Herzen zu Dracos Suite und ließ diesen gefährlichen Mann gehetzt hinter mir.
Wichtig für alle, die eine Zusammenfassung der letzten 100 Kapitel lesen möchten:
http://whfff.forumieren.net/t622-zusammenfassung-1-100
Dies haben wir auf Wunsch einiger Leser angefangen zusammenzustellen und werden nun immer zu jedem hunderter Kapitel einen Link, zu einer Zusammenfassung posten!
Ich hoffe, es ist hilfreich!
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