
von Hailie-Potter
Harry setzte, mit Hailie die sich mit auf seinem Besen befand und sich fest in seinem Umhang krallte, gleich hinter ihnen auf einem ungepflegten Flecken Gras in der Mitte eines kleinen Platzes auf. Tonks schnallte bereits seinen Koffer los. Zitternd blickte Harry sich um, dann legte er einen Arm um Hailie die vor Kälte bebte um sie etwas zu wärmen.
Hailie hörte wie Tonks mit Lupin sprach. „Sie sieht ihr wirklich sehr ähnlich, meinst du nicht auch?“
Lupin bestätigte ihre Aussage mit einem Nicken.
„Ich frage mich wieso sie dieses arme Kind so weit von ihren Bruder getrennt hatten?“, mischte sich jetzt Kingsley in das Gespräch ein.
„Ich denke nicht, dass es den beiden besser ergangen wäre wenn sie zusammen bei diesen Muggeln hätten leben müssten.“, sagte Tonks im Flüsterton. „Sie waren ja schon mit Harry völlig überfordert.“
Irgendwie fühlte sich Hailie komisch. Sie hoffte innerlich, dass Harry durch sie bei den Dursleys nicht noch mehr Schwierigkeiten bekommen würde. Das mit den Dementoren war ja schon schlimm genug gewesen. Ihre Verwandten hatten einen riesen Aufstand gemacht, als sie Dudley sicher zurück gebracht hatten. Anstelle sich bei Harry zu bedanken, dass ihr Sohn noch am Leben war, haben sie ihn aufs übelste beschimpft. Hailie konnte nur zu gut verstehen wieso Harry die Sommerferien im Ligusterweg so hasste und viel lieber bei seinen Freunden in der Zauberwelt war.
Plötzlich durchzuckte Hailie ein kalter Schauer und sie trat noch einen Schritt näher an Harry heran.
„Ist dir sehr kalt?“, fragte er seine Schwester besorgt.
Hailie nickte leicht mit dem Kopf.
Ihr Bruder zog seinen Umhang aus und überreichte diesen ihr. Hailie zog diesen noch zusätzlich über ihren eigenen und Wärme durchströmte ihren Körper.
“Wo sind wir hier eigentlich?”, fragte Harry, doch Lupin sagte leise: “Moment noch.”
Moody stöberte in seinem Mantel, er holte so etwas wie ein Feuerzeug heraus und ließ es klicken.
Mit einem Plopp gingen die nächsten Straßenlaternen im Umkreis aus.
“Hab ich mir von Dumbledore geborgt.”, knurrte Moody und steckte den Ausschalter ein. “Damit wir keine Probleme mit Muggeln haben, die vielleicht aus dem Fenster gucken, kapiert? Jetzt kommt, rasch.”
Er nahm Harry am Arm und führte ihn von dem Grasfleck weg, über die Straße und auf den Gehweg; Tonks führte Hailie und Lupin trug mit Kingsley die Koffer, sie folgten ihnen, und der Rest der Leibgarde flankierte sie, die Zauberstäbe im Anschlag. Das dumpfe Wummern einer Musikanlage drang aus dem oberen Fenster des nächsten Hauses.
Hailie hatte großes bedenken ob sie denn wirklich richtig waren.
“Hier!”, murmelte Moody, hielt Harrys desillusionierter Hand ein Pergamentblatt entgegen und beleuchtete die Schrift mit der entflammten Spitze seines Zauberstabs.
“Rasch lesen und einprägen.” Hailie bekam das gleiche Pergament. Harry blickte auf das Blatt.
Die enge Handschrift kam ihm vage bekannt vor. Die Worte lauteten:
>Das Hauptquartier des Phönixordens befindet sich am Grimmauldplatz Nummer zwölf, London.<
“Was ist der Phönixor…?”, fing Hailie an.
“Nicht hier, Mädchen!”, knurrte Moody. “Warte, bis wir drin sind!”
Er riss Harry und Hailie das Pergament aus der Hand und setzte diese mit der Spitze seines Zauberstabes in Brand.
Harry drehte sich wieder zur Häuserfront um. Sie standen vor Nummer elf; er blickte nach links und sah Nummer zehn; zur Rechten allerdings war Nummer dreizehn.
“Aber wo ist… ?”
“Denkt an das, was ihr euch gerade eingeprägt habt.”, sagte Lupin leise.
Hailie ließ sich Wort für Wort durch den Kopf gehen, und kaum war sie zu Grimmauldplatz Nummer zwölf gelangt, erschien aus dem Nichts zwischen Nummer elf und Nummer dreizehn eine ramponierte Tür, rasch gefolgt von dreckigen Mauern und schmierigen Fenstern.
Harry starrte es mit offenem Mund an.
Sie betraten das Haus sehr schnell nur Hailie zögerte ein wenig, doch Lupin sagte in einem väterlichen Ton: ”Du brauchst keine Angst zu haben.”
“Niemand rührt sich, bis ich uns ein wenig Licht hier drin verschafft hab.”, flüsterte Moody.
Die verhaltenen Stimmen der anderen gaben Harry ein seltsames Gefühl dunkler Vorahnung; es war, als hätten sie eben das Haus eines Sterbenden betreten. Hailie hörte ein leises Zischen, dann entflammten altmodische Gaslaternen unter spotzenden Geräuschen entlang den Wänden.
Hastige Schritte waren zu hören, und Rons Mutter, Mrs. Weasley, erschien in einer Tür am anderen Ende der Halle.
Sie eilte auf sie zu und hieß sie strahlend willkommen, und doch fiel Harry auf, dass sie merklich dünner und blasser geworden war, seitdem er sie das letzte Mal gesehen hatte.
“Oh, Harry, wie schön dich zu sehen!”, flüsterte sie und zog ihn in eine Umarmung, die ihm fast die Rippen brach. Sie löste sich und sah Hailie freundlich an.
“Oh, und du bist dann wohl Harrys kleine Schwester Hailie. Herzlich willkommen.”, und nun hatte sie Hailie in den Armen.
Nachdem sie sich wieder gelöst hatte musterte sie die beiden kritisch.
“Harry du siehst schmal aus!”, sagte sie Kopfschüttelnd. Sie blickte zu Hailie die gerade ihren Umhang auszog.
“Und du erst Liebes, du bist ja richtig Mager; wir müssen euch ein wenig aufpäppeln, aber ich fürchte, ihr müsst ein bisschen warten, bis es Abendessen gibt.”
An die Zaubererschar hinter ihnen gewandt, flüsterte sie eindringlich:
“Er ist gerade angekommen, die Versammlung hat begonnen.”
Sie eilten tuschelnd an den beiden vorbei.
Harry wollte gerade Lupin folgen, als Mrs. Weasley ihn zurückhielt.
“Nein, Harry, die Versammlung ist nur für Mitglieder des Ordens. Ron und Hermine sind oben, du kannst ihnen Hailie vorstellen, sie waren schon ganz gespannt auf sie. Nach der Versammlung gibt es dann Abendessen. Und seid leise, wenn ihr in der Halle seid.”, fügte sich eindringlich hinzu.
Sie legte einen Finger an die Lippen und führte sie eine Treppe hoch, vorbei an einer Reihe von Schrumpfköpfen, die auf Tafeln an der Wand befestigt waren.
Mit jeder Stufe wuchs Harrys Verwirrung und Hailies Angst. Was um alles in der Welt taten sie in einem Haus, das aussah, als würde es dem schwärzesten aller Magier gehören?
“Mrs. Weasley, warum…?”
“Ron und Hermine werden euch alles erklären, meine Liebe, ich muss mich wirklich sputen.”, flüsterte Mrs. Weasley zerstreut.
“Hier.”, sie hatten den zweiten Treppenabsatz erreicht, “… die rechte Tür ist deine Harry. Und dir Hailie zeigt es dann Hermine. Ich ruf euch, wenn wir fertig sind.”
Harry hatte vorsichtig die Tür geöffnet.
Hermine hatte sich auf ihn gestürzt und ihn so heftig umarmt, dass es ihn fast zu Boden geworfen hätte, während Rons kleine Eule, Pigwidgeon, fortwährend aufgeregt um ihre Köpfe flatterte und sich dann auf Hailies Schulter setzte.
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