
von Hailie-Potter
Nach der Mittagspause war Verteidigung gegen die dunklen Künste, bei der neuen “Lehrerin” Umbridge daran.
Als Diane, Harry, Ron und Hermine das Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste betraten, fanden sie Professor Umbridge bereits am Lehrerpult sitzen, mit der flauschigen rosa Strickjacke die sie auch am Schulbeginn trug.
Der Rest der Klasse kam leise herein.
“Nun, einen guten Tag!”, sagte sie, als sich endlich alle gesetzt hatten.
“Guten Tag!”, grüßten einige murmelnd zurück.
“Tss, Tss.”, machte Professor Umbridge. “Das reicht aber nicht oder? Ich möchte doch bitten, dass Sie >Guten Tag, Professor Umbridge< antworten. Noch einmal, bitte. Guten Tag, Klasse!”
“Guten Tag, Professor Umbridge.”, antworteten die Schüler im Chor.
“Schon besser.”, sagte Professor Umbridge zuckersüß.
“Das war nicht allzu schwer, nicht wahr? Zauberstäbe weg und Federn raus.”
Viele tuschelten in der Klasse und tauschten finstere Blicke aus. Jeder in dieser Klasse war es leid immer nur im Lehrbuch über die Zauber zu lesen und sie nicht selbst ausüben zu dürfen.
Professor Umbridge befahl ihnen wie immer alles zu lesen. Hailie saß während des Unterrichts neben Diane und sie redeten über die Mittagspause.
„Und dann hat er doch tatsächlich noch gesagt, dass er nicht will das mich Fred anfasst.“, murmelte Hailie immer noch von Dracos Worten verwirrt.
„Was hast er gesagt?“, rief Diane schockiert aus.
“Mrs. Malfoy und Mrs. Potter wenn sie nicht sofort ruhig sind dürfen sie heute Nachmittag noch einmal hierher kommen.”, sagte Umbridge süßlich.
Hailie verdrehte die Augen und widmete sich wieder ihrem Buch.
Diane konnte es immer noch nicht glauben, was ihr Bruder gesagt haben sollte.
Sollte das etwa bedeuten, dass er sich… Nein das würde nicht zu ihm passen.
Das blonde Mädchen drehte sich etwas um einen Blick auf Draco zu werfen. Als sie ihn erblickte sah sie, dass er geradewegs zu Hailie sah. Doch als sich die Blicke der Geschwister kreuzten und Draco Dianes verwunderten Gesichtsausdruck wahrnahm, beschäftigte auch er sich wieder seinem Buch zur Verteidigung der Dunklen Künste.
„Unfassbar.“, hauchte die blonde Hexe fast schon lachend.
„Hast du was gesagt?“, fragte Hailie flüsternd.
Diane schüttelte schnell den Kopf und wartete jetzt einfach nur noch auf das Ende dieser langweiligen Stunde.
Harry war wieder einmal der erste der sich an diesem Tag Nachsitzen einholte, da er laut stark mit Professor Umbridge über die Rückkehr von Lord Voldemort gestritten hatte.
Harry musste um fünf Uhr bei Professor Umbridge sein, Diane begleitete ihn bis zur Bürotür.
„Es ist sehr nett von dir mich zu begleiten Diane, aber warten George nicht auf dich?“, fragte Harry etwas zynisch.
„Nein, er und Fred versuchen das restliche Quidditsch-team zu beruhigen.“, entgegnete Diane mitleidig.
„Vielleicht lässt sie mich ja doch zum Training.“, lachte Harry bissig auf.
“Viel Glück Harry.”, sagte Diane bedrückt.
“Danke das werde ich brauchen.”
Bevor Harry an der Tür klopfte drehte er sich noch einmal zu Diane um und lächelte ihr zu.
Diese erwiderte sein Lächeln. Harry war nun etwas beruhigter und klopfte dann zweimal an die Tür. Er wurde sofort hereingebeten.
Nachdem sich die Tür vor Diane wieder geschlossen hatte, wartete sie noch einige Minuten davor und ging dann, um ihre restlichen Aufsätze zu schreiben, in die Bibliothek.
Als Harry das Büro zum ersten Mal betreten hatte, war er geschockt. Harry kannte dieses Büro von dreien ihrer Vorgänger, aber nun war das Büro nicht mehr wieder zu erkennen.
Auf sämtlichen Möbeln waren Sitzdecken und Tücher drapiert.
An der einen Wand hing eine Sammlung von Ziertellern, alle mit großen quietschbunten Kätzchen bemalt, sie waren so scheußlich, dass Harry sie jedes Mal verdutzt anstarrte, bis Professor Umbridge zu sprechen begann.
“Guten Abend, Mr. Potter!”
“´n Abend, Professor Umbridge.”, sagte Harry steif.
Sie bat ihn sich zu setzten, er sollte dieses Mal als Strafe die Worte: „Ich soll keine Lügen erzählen!“, schreiben.
Dann gab ihm Umbridge ein Blatt Pergament und die übliche lange schwarze Feder mit ungewöhnlich scharfer Spitze. Diese Feder schrieb ohne Tinte, dies musste Harry schon bei seiner ersten Stunde Nachsitzen erschrocken feststellen.
Doch schon als er das erste Wort schrieb, keuchte er vor Schmerz auf.
Auf dem Pergament erschien das Wort “Ich” in leuchtend roter Schrift.
Zugleich waren die Buchstaben auf dem Rücken von Harrys rechter Hand aufgetaucht, in seine Haut geschnitten, als hätte ein Skalpell sie dort eingeritzt.
Harry hatte von Anfang an begriffen, dass er dort mit seinem eigenen Blut schrieb, dennoch schrieb er immer wieder weiter da er Professor Umbridge diese Genugtuung nicht gönnen wollte. Außerdem konnte er es bis zu diesem Zeitpunkt auch gut vor seinen Freunden geheim halten, da er sich von Madam Pomfrey eine Salbe geben ließ. Natürlich ohne ihr den wahren Grund zu nennen wozu er diese benötigte.
Sehr spät in der Nacht verließ Harry das Büro, rannte in den Gryffindorturm und hielt sich dabei die schmerzende Hand.
Nachdem Diane mit ihren Aufsatz für Zaubertränke fertig war, ging sie zurück in den Gemeinschaftsraum wo sie mit George noch ein wenig Zeit verbrachte. Als dieser dann zu Bett ging wartete Diane verunsichert auf Harry.
Kurz nach eins kam Harry durch das Portrait gestürmt.
Er wollte gerade die Treppen zu den Jungenschlafsälen hinauf rennen als er Diane schlafend in einem Sessel am Kamin sah.
Sie sah aus wie ein kleiner Engel mit ihrem platinblonden Haaren, welche heute sogar gelockt waren.
Er schritt leise auf Diane zu und stupste sie vorsichtig an.
Diane verzog ihr Gesicht, gähnte leicht und öffnete langsam ihre Augen.
“Diane hast du extra auf mich gewartet?”
Harry sah sie fragend an.
Sie blickte direkt in die grünen Augen von Harry, der sich zu ihr herunter gebeugt hatte. Und wieder dieses komische Gefühl, welches sich in ihr breit machte.
“Oh… Ähm… naja ich wollte wissen wie es gelaufen ist?”, stotterte sie
verschlafen.
“Umbridge ist die schrecklichste Lehrerin der ich je begegnet bin, aber sonst ging es eigentlich.”, log Harry sie an und drehte sich zum Gehen um, damit er weiteren Fragen aus dem Weg gehen konnte. “Also gute Nacht.”
“Harry warte… da stimmt doch etwas nicht!”, Diane packte seine rechte Hand.
Harry verzog sein Gesicht vor Schmerz und murmelte: “Autsch.”
Diane sah sich die Hand genau an und erschrak.
“Was… was ist das. Hat diese alte Hexe dich etwa gezwungen…”
Dianes Gesichtsausdruck war voller Sorge und Schrecken.
“Diane mache dir über mich bitte keine Sorgen, mir geht es gut.”
Trotzdem ließ sie ihn immer noch nicht los.
“Oh Harry… Das musst du unbedingt Dumbledore berichten.“, sagte Diane hektisch.
„Nein… nein er hat viel wichtigere Sachen zu tun.“, erwiderte Harry schnell und wollte seine Hand wegziehen.
„Gut wenn du es ihm nicht sagen willst, dann sag es wenigstens Hermine und Ron.“, ermahnte das Mädchen ihn.
Harry nickte und sah Diane nun tief in die Augen.
Die beiden hielten sozusagen immer noch Händchen, bis ein leises Geräusch aus dem Mädchenschlafsaal sie zusammenzucken ließ.
Diane ließ schnell seine Hand los und blickte ihn eingeschüchtert an.
Aber diese schreckliche Hexe wird dir das kein weiteres Mal antun.”, nuschelte Diane und murmelte schnell einen sehr wirksamen Schutzzauber. Das Mädchen hatte diesen Zauber in einem ihrer alten Bücher entdeckt und war sich sicher dass dieser ihn vor weitere Übergriffe von Umbridge schützen würde.
“Was war das denn?”, Harry sah sie skeptisch an.
“Nichts… Ähm ich glaube morgen solltest du Hermine fragen ob sie dir eine Salbe gegen diesen Narben machen kann.”, lenkte Diane vom Thema ab.
“Ich habe bereits eine von Madam Pomfrey, aber ich denke ich brauche bald eine neue. Hermine bekommt sie wahrscheinlich genauso gut hin.”, antwortete Harry gähnend.
“Ok ich geh jetzt ins Bett, also bis morgen Harry.”
Doch kurz bevor Diane die Treppe der Mädchenschlafsäle betreten hatte, trat Harry zu ihr hin und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Diane sah ihn verwundert an.
“Also denk jetzt bitte nichts Falsches von mir, ich weiß ja das du mit George zusammen bist. Es… es ist einfach so über mich gekommen... Sorry.”, sagte der ebenso verwirrte Harry.
“Schon okay. Also Nacht.”, flüsterte Diane und rannte die Stufen hinauf.
Harry stand noch einige Minuten wie vom Blitz getroffen dort, bis er so müde war und selbst ins Bett ging.
Dianes Herz klopfte wie wild, als sie sich gegen die Tür ihres Zimmers stemmte.
Sie legte zwei Finger auf ihre Wange, wo Harry sie gerade geküsst hatte und ein leichtes Grinsen umspielte ihre Lippen.
Der nächste Tag brach für Hailie früh an, es war zwar Samstag, aber sie hatte sich für heute mit Fred verabredet.
Sie ging ins Bad und zog sich ein schwarzes Top und eine Jeans an. Als Hailie in den Korridor ging traf sie auf Draco der noch etwas verschlafen wirkte. Seine Haare waren noch völlig durcheinander, was ihn noch verführerischer wirken ließ.
“Guten Morgen Draco.”, Hailie wahr an diesem Tag richtig gut drauf und sogar schon etwas nervös.
Der Junge blickte sie verwundert an, noch nie hatte sie ihn so fröhlich begrüßt geschweige dem angelächelt.
“Morgen! Warum bist du denn schon wach?”, grummelte Draco müde.
“Ich bin eben ein Frühaufsteher. Aber warum sollte dich das denn auch interessieren.”, erwiderte sie, trat an ihm vorbei und rannte aus dem Gemeinschaftsraum.
Draco sah ihr nachdenklich hinterher.
“Sie wird sich doch wohl nicht wieder mit diesem Weasley treffen?”, fragte sich Draco selbst.
Vorsichtshalber ging er ihr hinterher.
Der Treffpunkt den Fred und Hailie ausgemacht hatten war in der Nähe vom See, aber weiter Abseits vom Schloss damit sie ungestört sein konnten.
Fred musste nicht lange warten bis Hailie angerannt kam.
“Oh wartest du schon lange?”, fragte sie außer Atem.
“Nein… nein ich bin auch erst gekommen.”, sagte er grinsend.
“Und was wollen wir jetzt machen?”, Hailie sah ihn schüchtern an.
“Naja ich denk mal, dass wir erst Frühstücken.”
Fred lächelte sie geheimnisvoll an.
Er führte sie noch ein paar Meter weiter weg, unter einer alten Eiche.
Vor Hailie breitete sich eine rot karierte Decke aus und auf dieser stand ein Picknickkorb.
“Darf ich bitten?!”, sagte Fred romantisch.
Er holte aus dem Korb Eismäuse, vier Stücke Kesselkuchen und eine Flasche Elfenwein. Zum Schluss nahm er noch zwei Papierteller und zwei Gläser raus.
Währenddessen stand Draco hinter einer großen Buche.
“Wusste ich es doch. Warum gibt sich Potter nur mit so einem ab.”, brummte er in sich hinein. „Was... will er sie jetzt auch noch betrunken machen oder was.“
“Und schmeckt es dir?”, fragte Fred Hailie.
“Ja sehr.”, antwortete sie und biss erneut in ihr Kuchenstückchen.
“Aber weißt du wie es noch besser schmeckt?”
Hailie schüttelte leicht den Kopf.
“Warte ich zeig es dir!” Fred nahm eine Eismaus, fuhr sie zu Hailies Mund, aber ließ sie nicht abbeißen sondern küsste sie stattdessen.
Nach dem Kuss fuhr Hailie Fred mit dem Zeigefinger langsam über die Lippen und sagte: ”Stimmt das schmeckt viel besser!”
Fred sagte nichts darauf sondern küsste sie noch einmal.
Seine durch die Eismäuse kalten Lippen, wurden mit jedem weiteren Kuss immer heißer.
Nachdem die Flasche geleert und der Kuchen gegessen war, fühlte sich Hailie etwas benebelt.
Sie legte sich benommen hin und blickte in den Himmel.
Fred zögerte einen Moment und stemmte sich dann mit seinen Armen über sie ab.
„Und hat es dir bis jetzt gefallen?“, fragte er und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
Hailie nickte zufrieden und wurde daraufhin wieder von Fred geküsst, jedoch dieses mal etwas fordernder. Seine Hand glitt dabei von ihrem Hals hinab zu ihren Schenkel.
Als Draco das sah brach in ihm pure Wut auf, er wollte am liebsten zu ihnen hinrennen und Fred eine rein schlagen oder ihm sogar den “Avada Kedavra” aufhalsen. Doch er tat nichts, sonst würde Hailie ja merken, dass er ihr erstens hinterher spioniert hatte und zweitens dass er ja vielleicht etwas für Hailie empfindet. Wobei er sich noch nicht sicher war oder es einfach noch nicht einsehen wollte. Er konnte es sich nicht mehr mitansehen wie sich dieser Abschaum über Hailie hermachte und stapfte zurück ins Schloss.
Als Fred weiter gehen wollte hielt das Mädchen ihn auf.
„Fred warte...“, seufzte Hailie als er sie am Hals küsste. „Ich bin dafür noch nicht bereit.“
Der Weasley Zwilling stoppte sofort und sah in ihre grünen Augen. „Kein Problem. Ich habe Zeit.“ Er lächelte ihr zu und legte sich nun neben ihr auf die Decke. Beide hielten Händchen und beobachteten die Wolken.
An diesem Abend musste Harry noch einmal Nachsitzen.
Alles war wie gewohnt, er betrat das Büro welches noch immer so scheußlich eingerichtet war wie an den Abenden zuvor.
Umbridge gab ihn die schwarze Feder, ein Blatt Pergament und wollte, dass er wieder den Satz “Ich soll keine Lügen erzählen” schreibt.
Doch etwas war dieses Mal anders, denn er hatte überhaupt keine Schmerzen als er anfing zu schreiben.
“Was ist denn jetzt los…”, dachte er sich.
Er sah sich das Pergament verwundert an, denn es waren trotzdem die Worte in blutroter Schrift erschienen.
Harry dachte sich vielleicht habe Umbridge etwas anderes heute vor.
Aber nichts passierte, also schrieb er den Satz einfach weiter.
Nach einer Stunde hatte er es aufgegeben sich darüber Gedanken zu machen und wartete nur noch sehnsüchtig darauf aus diesem Zimmer zu kommen.
In dieser Zeit jedoch stand Diane vor Schmerz schluchzend in ihrem Zimmer.
Ihr rechter Unterarm blutete ununterbrochen.
“So eine Verdammte Hexe, so etwas musste Harry also die ganzen Nächte durchmachen.”, fluchte sie weinend.
Kurz nachdem Harry endlich gehen durfte, stoppte auch bei Diane die Blutung.
Das Mädchen ging schniefend zu ihrem Schreibtisch und holte eine Salbe heraus.
Die Salbe linderte zwar den Schmerz, aber nach einigen Minuten waren auf ihren Arm die Worte “Ich soll keine Lügen erzählen” als Narben verblasst.
“Verdammt… was mach ich jetzt?”, Diane stand einen Nervenzusammenbruch nahe.
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