
von bella_isa
Juhuu!!! Kapitel 10 ist geschafft :) Hab mir diesmal wirklich dabei schwer getan. Ich hoffe die anderen schreiben sich wieder etwas leichter...
@Bellazissa Black: tja, ich muss dich endtäuschen, ausnahmsweise geht sie mal nicht in die Bibliothek XD Daaaaanke für deine Treue! Freu mich jedes mal, wenn du mir schreibst. Das hält mich bei Laune :)
Aber jetzt geht es ers mal weiter, viel Spaß wünsche ich.
Bussi bella_isa
Mit eiligen Schritten stieg sie die steinernen Stufen empor. Sie war leicht außer Atem, doch das hielt sie nicht davon ab, ihr Tempo beizubehalten. Sie durfte keine Zeit mehr verlieren, denn jede Sekunde zählte und durfte unter gar keinen Umständen vergeudet werden. Hastig nahm sie eine Rechtskurve und eilte den langen Gang entlang, der vor zwei großen steinernen Statuen in eine Sackgasse verlief. Leicht schlitternd und laut keuchend, kam Hermione vor diesen Statuen zum Stehen. Verdammt! Daran hatte sie in ihrer Eile natürlich nicht gedacht. Das Passwort, sie wusste es nicht und es gab keinen anderen Weg, um an den Statuen vorbeizukommen. Und einfach wild drauf los raten würde auch nichts bringen. Doch was hatte Harry einst gesagt? Professor Dumbledore wählte seine Passwörter stets nach seiner Lieblingssüßigkeit aus? Nun gut, das würde es wenigstens etwas eingrenzen.
„Ok, einfach drauf los….Pfefferminzbonbons.“ Nichts tat sich. Es währe auch ein Zufall gewesen. Aber aufgeben wollte sie natürlich auf keinen Fall. „Bananensorbet, geröstete Schokomandeln, ähm…Zitroneneis?“
Die Statuen bewegten sich und Hermione dachte, es hätte funktioniert, doch weit gefehlt. Stattdessen lachten sie sie aus. „Zitroneneis? Meine Liebe, sie kennen Albus Dumbledore wohl nicht besonders gut, sonst würden Sie wissen, dass ihm das niemals ausgefallen genug sein wird.“
„Könnt ihr nicht einfach den Weg frei machen? Es ist wirklich dringend! Es…es geht um…Leben und Tot!“ Ein Versuch war es wert, doch war natürlich klar, dass die Statuen erneut anfangen würden zu lachen.
„Um Leben und Tot? Du weißt gar nicht wie oft wir das schon zu hören bekommen haben, aber bitte meine Liebe, fahr ruhig fort, vielleicht errätst du das Passwort! Wir haben die ganze Nacht zeit.“
Seufzend überlegte die junge Hexe fieberhaft, wie sie nur in das Büro des Schulleiters gelangen könnte. „Lakritzschnecken, Zitronen zisch Bonbons, Berti Bots Bohnen, zischende Zaubertrops…“
„Miss Granger, was machen Sie zu dieser Stunde hier?“ Professor McGonagal war aufgetaucht und schaute Hermione fragend an.
„Oh Professor, wie gut dass ich Sie hier antreffe. Ich muss unbedingt zu Professor Dumbledore.“ Hermione war überglücklich, ihre Hauslehrerin zu sehen.
„Zu Professor Dumbledore? So spät noch? Was gibt es denn, was Sie nicht auch mit mir besprechen könnten?“
„Bitte Professor, es ist äußerst dringend. Ansonsten hätte ich bis Morgen gewartet aber es geht nicht. Sie wissen doch das Passwort. Richtig?“
„Also schön. Wenn es denn so wichtig ist? Aber beim Nächsten Mal sollten Sie vielleicht lieber früher kommen oder mit Albus einen Termin ausmachen. Er wird nicht sehr gerne gestört.“
„Natürlich Professor, vielen Dank!“
Professor McGonagal drehte sich zu den kichernden Statuen. „Schokofrösche.“
„Korrekt.“ Erwiderten die Statuen, sprangen zur Seite und gaben die sich drehende Wendeltreppe frei.
Hermione warf einen bösen Blick zu den steinernen Statuen. „Ach. Und das ist natürlich eine gaaanz außergewöhnliche Süßigkeit!“ Meinte sie sarkastisch und stieg die Wendeltreppe empor. Sie stand vor der schweren Eichentüre, hinter der sich das Büro des Schulleiters verbarg. Sie wusste, dass es eigentlich schon zu spät für so ein Gespräch war und eigentlich wusste sie auch gar nicht wie sie anfangen sollte, doch es half nichts. Sie musste es tun, ob sie wollte oder nicht. Es war der einzige Weg. Sie holte einmal tief Luft und klopfte dann an die Tür. Von drinnen erklang sogleich ein „Ja“ und so öffnete Hermione zaghaft die Tür und trat ein.
„Guten Abend Miss Granger! Ich habe Sie bereits erwartet.“ Der Schulleiter saß gelassen hinter seinem Schreibtisch und sah sie durch seine Halbmondbrille an.
„Guten Abend Sir…Tut mir leid die späte Störung, ich…“
„Ach, machen Sie sich keinen Kopf Miss Granger, ich wusste, dass Sie früher oder später hier auftauchen würden, wobei ich doch überzeugt davon war, es wäre nicht soo früh…“
„Wie…meinen Sie das Professor?“
Doch Dumbledore deutete ihr nur freundlich, Platz zu nehmen. „Setzten Sie sich doch bitte.“
Also trat Hermione näher und ließ sich schlussendlich auf den Sessel gegenüber fallen.
„Nun…Erzählen Sie mir doch mal, warum Sie hier sind.“ Der Schulleiter lächelte die Schulsprecherin sanft an.
„Ich…also…“ Es hatte keinen Sinn, sie musste es einfach tun. Es war das einzig Richtige. „Ich muss das Amt des Schulsprechers ablegen Professor. Und zwar noch heute.“ Hermiones Stimme wurde immer leiser. „Ich habe lange darüber nachgedacht und es scheint mir richtig.“
Dumbledore musterte sie durch seine stählernen blauen Augen. Es war fast unangenehm. „Und nennen Sie mir auch den Grund dafür, dass Sie dieses aufregende sowie auch ehrenvolle Amt niederlegen möchten? Miss Granger?“
„Es…nun…“ Hermione atmete tief durch. „Es ist mir nicht möglich, weiterhin mit Draco Malfoy zusammen zu arbeiten. Ich hab es versucht aber…es funktioniert nicht…“
Wieder musterte Professor Dumbledore Hermione eindringlich.
„Sir, natürlich fällt mir es schwer das zu tun, aber ich glaube es ist für beide Parteien am einfachsten…“ Gut, sie hatte es gesagt. Natürlich wäre sie gerne weiterhin Schulsprecherin geblieben, aber sie wusste, dass es so besser war, dass sie so etwas aus Malfoys Schusslinie kam und sich etwas weniger Sorgen machen musste.
„Sie haben also Draco Malfoys kleines…nun…Geheimnis herausgefunden nehme ich mal an?“ Dumbledores Miene änderte sich kein bisschen. Immer noch lächelte er und sah Hermione an.
„W…was? Wie…ich…“ kein gerader Satz wollte aus Hermiones Mund kommen. Konnte es sein? Konnte es wirklich sein, dass Professor Dumbledore darüber informiert wurde? Wusste er wirklich bescheid oder war das nur ein Bluff um sie zum Reden zu bewegen?
„Ich wurde darüber informiert, dass Draco Malfoy in den Sommerferien zu einem Todesser wurde. Ich…“ doch weiter kam er nicht, denn Hermiones Hirn hatte sich wieder eingeschalten und sofort unterbrach sie ihn.
„Sie wussten davon und haben ihn trotzdem nicht von der Schule geworfen? Und er ist trotzdem Schulsprecher? Professor, er ist eine Gefahr für alle Schüler und vor allem eine Gefahr für Schüler wie mich…und Harry! Wie…ich meine haben Sie daran gedacht was alles passieren könnte? Er kann uns alle ausspionieren, er kann Sie ausspionieren…ich…“
„Miss Granger! Ich kann ihre Aufgeregtheit voll und ganz nachvollziehen, aber es ist immer noch meine Entscheidung, wie ich solche Dinge Handhabe.“
„Ja Sir.“
„Nun gut Miss Granger, da ich es sehr schade finden würde, Sie als Schulsprecherin zu verlieren, werde ich Ihnen die wichtigsten Dinge erklären.“
Doch Hermione unterbrach ihn wieder. Es war nicht ihre Art, doch konnte sie sich einfach nicht zurückhalten. „Sir, er hat mir gedroht. Ich nehme mal an, dass es da nicht klug währe, weiterhin als Schulsprecherin tätig zu sein und mit ihm in einem Turm zu wohnen. Ich nehme diese Drohung ernst.“
„Wie schon gesagt, ich kann verstehen, dass Sie aufgebracht sind, aber nun lassen Sie mich doch ausreden. Ein paar Tage vor Ferienende, wurde ich darüber informiert, dass der Malfoyspross das Aufnahmeritual absolvierte und dadurch zu einem Todesser wurde. Natürlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht ob es klug ist, ihn weiterhin Hogwarts besuchen zu lassen, aber Hogwarts ist für alle da. Hogwarts lehrt Alle und Jeden und es liegt nicht an mir zu entscheiden Jemanden aufgrund seiner…nun…Zugehörigkeit von der Schule werfen zu lassen. Natürlich war ich besorgt, bin es auch jetzt noch, aber hier kann ich ihn im Auge behalten und vielleicht rausfinden was er vorhat. Ich bin auch darüber informiert, doch die Einzelheiten fehlen mir. Aber da er weiterhin hier ist, kann ich ihn beobachten und falls notwendig, auch stoppen.“
„Aber…Ich verstehe nicht, wieso Sie ihn zum Schulsprecher gewählt haben, trotz des Wissens, dass er jetzt…zu denen gehört!“ Hermione versuchte ruhig zu bleiben.
„Das Miss Granger, ist Teil eines…Plans…von mir entwickelt und ich hoffe natürlich, dass dieser aufgeht.“
„Ein Plan? Er ist…gefährlich…dunkle Zauber sind nicht zu unterschätzen Sir.“ Hermione atmete erneut tief durch. „Warum wollen Sie, dass ich nicht zurücktrete? Bin ich auch…Teil…dieses Plans?“
„So…ist es, wenn auch nur nebensächlich.“
„Ich verstehe nicht Sir!“
„Draco Malfoy wurde nicht freiwillig zu einem Todesser.“
„Wie bitte? Können Sie das mit Sicherheit sagen?“ Hermione war fassungslos. Hatte Dumbledore etwa noch immer nicht den Ernst der Lage erkannt?
„Natürlich kann ich mich auch irren, aber mein Informant ist höchst zuverlässig. Miss Granger, stellen Sie sich doch mal vor, Sie wären in dieser Familie aufgewachsen, voll von dunkler Magie, Boshaftigkeit, Verehrer von Voldemord…ist es da nicht geradezu naheliegend, dass auch der Sohn irgendwann so denkt…dass er selbst vielleicht gar nicht so denken würde, währe er wo anders aufgewachsen?“
„Harry ist auch nicht böse, obwohl er bei seinen grauenhaften Verwandten aufgewachsen ist.“ Hermione schüttelte den Kopf. Das durfte ja nicht wahr sein.
Dumbledore ignorierte diesen Kommentar und fuhr fort. „Jedenfalls hielt ich es für das Beste, Mister Malfoy von seinem Haus etwas zu isolieren und die einzige Möglichkeit war, ihn zum Schulsprecher zu machen…und natürlich hat er auch die dafür notwendigen Zensuren und die Kompetenz sich durchzusetzen.“
„Und was hab ich nun damit zu tun, Sir?“
„Auch Sie haben erstklassige Noten und die Kompetenz Schulsprecherin zu sein. Und mein Gedanke war es, dass wenn Draco Malfoy gezwungen ist, mit Ihnen zusammen zu arbeiten, dass er vielleicht beginnt sein Leben, seine Einstellung zu hinterfragen. Ich dachte mir, dass Sie, mit Ihrer Lebensfreude, Ihrem Mut und Ihrem Herzen vielleicht einen positiven Einfluss haben.“
„Sie wollen, dass er alles überdenkt und dann…die Seiten wechselt?“
„Noch ist es nicht zu spät. Und wenn es stimmt, dass er es nicht freiwillig getan hat…“
„…darüber lässt sich streiten Professor.“
„…dann haben wir vielleicht eine Chance.“ Dumbledore nahm seine Brille ab und legte sie vor sich auf den Tisch.
Hermione fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Das war ja wohl ein schlechter Scherz. Ein Traum. „Und…was muss…ich tun?“
Dumbledore lächelte erneut. „Nichts weiter, als Schulsprecherin zu bleiben. Und was die Drohung anbelangt, was sagte er zu Ihnen?“
„Dass…ich es auf keinen Fall jemanden erzählen soll, und dass ich es wenn doch…bitter bereuen werde…“
„Gut Miss Granger, ich werde mit ihm darüber red…“
„NEIN Professor! Ich…es…das war doch nur eine leere Drohung und…ich möchte nicht dass er weiß, dass ich bei Ihnen war.“
„Nun gut. Ich kann Sie natürlich nicht zwingen Schulsprecherin zu bleiben, aber…“
„Ich mach’s Professor. Aber… Sie dürfen nicht erwarten, dass wir…beste Freunde oder sowas werden…“
„Das verlange ich auch gar nicht. Nun gut, wenn weiter nichts ist, dann dürfen Sie gehen.“
Hermione nickte und stand auf um zurück in ihren Turm zu gehen.
„Und Miss Granger, kein Wort, zu Niemanden.“
„Ja Sir.“
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