The mess i made - Verdeckte Warnung
von bella_isa
Daaa bin ich wieder. Zurück mit einem neuen Kapitel, das sogar recht lange geworden ist. Aber das ist ja nix schlechtes oder? XD Hoffe es gefällt euch!
@BellazissaBlack: Leider kann ich dir nicht sagen, wer da Klavier spielt, will ja nicht alles verraten, aber eines kann ich dir anvertrauen, ich kann das Lied auch am Klavier spielen :P Vielen vielen Dank, für deine Treue, ich freue mich imer wieder aufs Neue und ich hoffe du begleitest mich bis zum Bitteren Ende :) fühl dich gedrückt
aber jetzt geht es weiter. Viel Spaß! Bussi bella_isa
Als Hermione am nächsten Morgen die große Halle betrat, konnte sie nur Ginny erblicken, auf welche sie auch sogleich zusteuerte. Ron und Harry mussten noch im Bett sein. Sonntags bekam man die Zwei selten vor zehn Uhr aus dem Bett. Sie setzte sich der Rothaarigen gegenüber und grüßte sie, wobei sie ein Gähnen unterdrücken musste. „Morgen!“ Harry und Ron sind noch im Bett?“
„Na was glaubst du denn? Und so wie du aussiehst, hätten dir zwei weitere Stunden Schlaf auch ganz gut getan. Was hast du denn getrieben?“ fragte Ginny und schenkte sich Tee nach.
„Ach…ich musste den Rundgang alleine machen, weil…Malfoy…naja, er ist nicht aufgetaucht…also…deswegen…“ stammelte Hermione und konnte nicht verhindern, dass ihr Gesicht heiß wurde, als sie zurück an die letzte Nacht dachte, daran, was sie gesehen hatte. Wie sollte sie Malfoy nur je wieder gegenüberstehen können, ohne sich etwas anmerken zu lassen? „Und…geschlafen hab‘ ich auch nicht besonders.“ Hermione zog die Kanne Kaffee zu sich heran und goss das köstliche Gebräu in ihren Becher um etwas zu tun zu haben.
„Was? Malfoy hat es sich entgehen lassen, andere Schüler zu schikanieren? Sieht ihm gar nicht ähnlich. Naja…Wie dem auch sei…ich hab‘ mich ein wenig schlau gemacht und mich umgehört!“ Ginny grinste ihre Freundin an.
„Was meinst du damit?“ fragte Hermione und tat sich Spiegeleier und Speck auf. Sie hatte einen Mords Hunger.
„Na…ich hab mich über dich umgehört!“
„Was? Über mich? Aber…“
„Na wir wollten doch herausfinden, wer dein heimlicher Verehrer ist und…ich hab da so einiges rausgefunden.“ Sagte Ginny und trank einen Schluck Tee.
„Oh…Ginny, bitte sag mir, dass du das gaaanz unauffällig gemacht hast!“
„Aber natürlich! Was denkst du denn? Dass ich durch die ganze Schule laufe und jeden frage, ob er was von dir will? Natürlich nicht!“
Hermione atmete erleichtert aus. Sie traute Ginny alles zu, vor allem wenn es um das Thema Jungs ging. Dann konnte sie manchmal wirklich Parvati und Lavender Konkurrenz machen. „OK und…was hast du herausgefunden?“
„Also…es gibt da schon ein paar Jungs, die ein Auge auf dich geworfen haben, die ein wenig verknallt in dich sind.“
Hermione verschluckt sich. „Bist…bist du sicher? Ich meine…bist du sicher, dass ich damit gemeint bin? Vielleicht…hast du etwas falsch verstanden oder…“ Hermione konnte nicht ganz glauben, dass sich jemand für sie interessierte. Noch nie hatte sich ein Junge nach ihr umgedreht, ihr Komplimente gemacht oder sie um ein Date gebeten, Victor ausgeschlossen. Wieso sollte sich das jetzt so ganz plötzlich geändert haben?
„Ganz sicher Hermione! Und ich kann dir sogar ein paar Namen nennen. Da wäre zum Beispiel Cormac McLaggen. Er steht seit der fünften Klasse auf dich.“
Hermione prustete in ihren Kaffee. Ausgerechnet Cormac. „Du machst Witze!“
„Keines Wegs. Dann wäre da noch Andrew Lacklay aus Hufflepuff, aber von ihm hast du bestimmt keine Blumen bekommen, geschweige denn dieses sündhaft teure Schreibset. Seine Eltern sind Arm. Ärmer als meine Familie. Kaum zu glauben was? Wie dem auch sei, da wäre dann auch noch Anthony Goldstein, aber der ist viel zu geizig als dass er einem Mädchen ein Geschenk machen würde. Geizig und hochnäsig…ich wage zu behaupten, dass er sogar hochnäsiger als Malfoy ist.“
„Oh bitte sag mir, dass das Geschenk nicht von McLaggen ist! Ginny! Bitte!“
Ginny schüttelte den Kopf. „Naja…leider weiß ich es nicht so genau…entweder er, oder David Brown aus Ravenclaw.“
Hermione seufzte. „Ich glaube, ich will vielleicht doch nicht rausfinden, wer mir die Sachen geschickt hat.“
„Aber Tatsache ist, du wirst ganz bestimmt ein Date für den Ball haben.“ Meinte die Rothaarige fröhlich.
„Da geh‘ ich doch lieber alleine auf den Ball.“
„Hm…vielleicht musst du das gar nicht…ich hab da noch etwas mitbekommen!“
„Spuck‘s schon aus Ginny! Ich mag diese Geheimnistuerei nicht besonders.“
„Ich hab gehört, wie Ron mit Harry darüber…“ doch schon wurde sie von Hermione unterbrochen.
„…Du hast die Zwei belauscht?“
„Ja und? Was kann ich dafür, wenn sie nicht leiser reden können? Jedenfalls haben sie darüber geredet, wen sie zum Ball mitnehmen. Und…Harry hat Ron irgendwie um Erlaubnis gefragt…wegen mir.“ Ginny grinste wie ein Honigkuchenpferd.“
„Wirklich? Harry wird dich fragen? Oh ich freu mich so für dich Ginny!“
„Jaja, das ist jetzt nur Nebensächlich! Jedenfalls meinte Ron dann, er möchte auf keinen Fall mit Lavender da hin, weil sie doch nur Knutschen will und ihm das mit ihr zu blöd wird und weil sie sich gezofft haben. Also wird er dich fragen.“ schloss Ginny.
Hermione sah ihr Gegenüber mit großen Augen an. „Du scherzt! Ist das dein Ernst?“
„Klar. Und ich wusste das schon von vornherein. Er steht schon seit Ewigkeiten auf dich. Lavender…das war doch nur jugendliche Schwärmerei.“
Hermione musste leicht lächeln. Welches jedoch gleich wieder verschwand. „Da gibt es…nur noch ein Problem…“
„Und das wäre?“ fragte ihre beste Freundin.
„Ich…hab‘ kein Kleid…nichts zum Anziehen, geschweige denn eine Maske. Und…Geld hab ich auch nicht so viel um mir ein schönes Kleid kaufen zu können…Als wir beschlossen einen Ball zu geben, dachte ich mir würde mein altes Ballkleid noch passen…“
„Oh ja, in dem sahst du wundervoll aus!“ schwärmte Ginny sogleich.
„Aber es passt mir nicht mehr. Was soll ich jetzt nur tun?“
„Ach, das bekommen wir schon hin. Glaub mir. Du bist doch die klügste Hexe unserer Schule. Wieso veränderst du es nicht einfach? Pass es dir an, verändere vielleicht die Farbe und schon hast du ein altes neues Kleid!“
„Ja…also weißt du…gestern Abend, ich konnte lange nicht einschlafen, da kam mir dieser Gedanke auch und…naja…ich muss zu müde gewesen sein…ich hab‘s ruiniert…ich kann es nicht mehr flicken. Es ist hinüber.“ Seufzte Hermione und legte ihr Besteck weg. Sie hatte sich in der Nacht zuvor versucht abzulenken. Und es war ihr auch eine Zeit lang gelungen. Dafür aber musste ihr geliebtes Ballkleid daran glauben.
„Das ist doch nicht so schlimm. Sobald wir das nächste Mal nach Hogsmead können, gehen wir shoppen. Ich brauch auch ein neues Kleid und ich weiß, wo es wunderschöne und günstige Kleider gibt…aus…zweiter Hand.“
„Ein second hand Laden?“ Hermione schaute skeptisch auf.
„Niemand wird es merken. Vertrau mir.“
„OK. Wir gehen shoppen!“
HPHPHPHPHPHPHPHP
Hermione eilte zurück in ihren Turm. Sie hoffte, Malfoy dort anzutreffen, denn es musste noch so einiges für den Ball organisiert und geplant werden. Genaue Uhrzeit, die Dekoration und die passende Speisekarte fehlten noch gänzlich. Die Hauselfen mussten bald über das bevorstehende Menü informiert werden, damit sie sich auch richtig vorbereiten konnten. Doch andererseits graute es ihr davor, den Turm zu betreten und dem Slytherin, welchen sie gestern Nacht heimlich beobachtet hatte, gegenübertreten zu müssen. Sie hoffte inständig, dass er nichts mitbekommen würde…aber…wie sollte er auch? Selbst wenn sie sich komisch verhalten sollte, er könnte doch nie ahnen, dass es seinetwegen wäre. Er wusste ja nicht, dass sie gestern Nacht seine Privatsphäre gestört hatte.
Hermione bog um die Ecke und stand vor dem Portrait, welches den Eingang zum Schulsprecherturm verbarg. „Novemberregen“ murmelte sie das neue Passwort und betrat den Gemeinschaftsraum, welcher von den Hauselfen auf Hochglanz poliert worden war. Selbst ein neues Feuer hatten sie entfacht, um den Raum gemütlich warm zu halten. Hermione seufzte innerlich auf, als sie ihren Mitbewohner sah, der tief über seine Hausaufgaben gebeugt auf der weichen Couch vor dem Kamin saß. Er blickte nicht einmal auf, als sie eintrat, also legte sie ihre Sachen ab, schnappte sich Tinte, Feder und Pergamentblätter, setzte sich in einen der großen Ohrensessel und begann schon mal mit der weiteren Planung des Balls. Sie wollte Malfoy auf keinen Fall bei seinen Hausaufgaben stören und damit riskieren, ihn zu reizen. Und so arbeiteten sie schweigend eine Zeit lang nebeneinander her, bis Malfoy seine Feder weglegte und die noch feuchte Tinte mit seinem Zauberstab trocknete.
„Ähm ich…chrm…“ Hermione räusperte sich. Irgendwie war sie nervös, doch sie wusste nicht warum. In den letzten Tagen gab es doch keine Zwischenfälle mehr, die sie hätten erschrecken können oder dergleichen. Eigentlich waren sie sich eher aus dem Weg gegangen und das war auch gut so. Warum also fiel es ihr jetzt so schwer, mit ihm zu reden? „…ich dachte…wir könnten vielleicht mit den Vorbereitungen weitermachen…du weißt schon, für den Ball. Es…bleibt uns nicht mehr viel Zeit und da du in den Weihnachtsferien bestimmt nach Hause fährst, dachte ich…“
Draco blickte sie an, sagte aber kein Wort. Deshalb stammelte Hermione ihren Satz zu ende. „dachte ich… wir könnten das jetzt erledigen. Dann haben wir es vorbei…“ Sie spielte leicht nervös mit ihrer Feder und hoffte, es würde Malfoy nicht auffallen. Warum fühlte sie sich so unbehaglich? So war sie doch sonst nicht. Sie war doch immer die Mutige, die, die alles beim Namen nannte. Warum führte sie sich so auf?
„Also schön.“ Antwortete Malfoy ruhig. „Dann lass uns zusehen, dass wir das fertig bekommen.“
Hermione nickte nur und reichte ihm die Unterlagen, damit er sich ihre neu erarbeiteten Pläne durchsehen konnte. „Möchtest…du dir die Arbeit aufteilen? Es wäre da noch das Menü und die Dekoration. Also wegen…wegen der Uhrzeit, ich dachte halb acht wäre doch optimal um den Ball zu eröffnen…“
Malfoy nickte und sah sich kurz Hermiones Notizen an. „Ähm…wie wäre es, wenn du mir das Menü überlässt? Mit Dekoration hab ich’s nicht so…“
„Natürlich. Ich glaube so kommen wir am besten voran.“ Und schon hatte sich Hermione einen Stapel neue Pergamentblätter aus der Tasche gezogen um beginnen zu können. „Ach und…die Schiksalsschwestern haben zugesagt. Eine Band haben wir also auch schon…chrm…ja…“ Hermione begann sich erneut Notizen zu machen und auch Malfoy begann mit der Planung der drei verschiedenen Menüs. Doch Hermione fiel es auf einmal sehr schwer, sich darauf zu konzentrieren. Immer wieder musste sie daran denken, was sie in der Nacht zuvor beobachtet hatte. Es war ihr mehr als nur peinlich. Am liebsten würde sie hier und jetzt im Erdboden versinken. Es war ihr unangenehm, obwohl Malfoy nicht den blassesten Schimmer hatte.
Immer wieder musste sie kurz aufschauen und sein Gesicht studieren. Dabei achtete sie darauf, nicht zu auffällig zu sein, ihn nicht zu lange anzusehen. Hermione könnte schwören, dass er heute viel ruhiger war. Nicht so angespannt wie sonst. Bestimmt hatte ihm das Wochenende ganz gut getan und er konnte sich etwas erholen. Sie war ganz in Gedanken versunken, dass sie kaum mitbekam, dass der Blonde sie ansprach.
„…wa…was?“ Hermione schreckte auf und blickte in dunkelgraue Augen.
„Ich fragte, ob wir ein vegetarisches Menü dazu nehmen sollen?“
„Oh…ähm…ja, ja, das sollten wir.“ Nervös strich Hermione sich ihre Haare aus dem Gesicht, die einfach nicht an ihrem Platz bleiben wollten und blickte wieder auf ihre Notizen, bei denen sich noch nicht viel getan hatte. Und trotzdem war sie müde und hungrig, was aber auch kein Wunder war. Es war bereits Nachmittag, sie hatten also das Mittagessen in der großen Halle verpasst. „chrm…“ Hermione legte ihre Unterlagen weg. „Hast du auch Hunger?“
Malfoy blickte wieder auf. „…ja…und ich bin fertig.“
„OK…dann…also…Dobby!“
„Was? Dob…“ doch weiter kam Malfoy nicht, denn es gab einen lauten Knall und Dobby der Hauself stand plötzlich im Zimmer.
„Miss Hermione Granger! Wie kann Dobby helfen?“ der kleine Elf flatterte sogleich aufgeregt mit seinen Ohren, vorfreudig darauf, was er gleich zu erledigen bekommen würde.
„Hallo Dobby! Wärst du so freundlich und würdest uns etwas zu essen aus der Küche holen? Wir haben das Mittagessen verpasst und jetzt sterben wir fast vor Hunger. Ich bezahl dich auch dafür Dobby!“
„Was? Oh nein, nein Miss Granger! Dobby macht das gerne für Sie und ihren Freu…“ Dobby ließ seine Augen wandern und erblickte seinen ehemaligen Meister. „Oh…Master Malfoy. Welch‘ Ehre.“
„Dobby? Du hier? Ich dachte du bist frei!“ Malfoy schien sichtlich verwirrt.
„Das ist Dobby auch Sir. Dobby wird hier für seine Arbeit bezahlt. Dank Harry Potter bin ich ein freier Elf und ich helfe Harry Potter und seine Freunde.“ Dobby grinste wie ein Honigkuchenpferd. „Aber für Sie Hermione Granger, mache ich das doch umsonst.“
„Das ist sehr freundlich von dir Dobby.“ Antwortete Hermione. „Und könntest du, wenn du schon auf dem Weg bist, den Plan für das Menü am Ball mit in die Küche nehmen? Wir sind damit fertig und so könnt ihr euch gut darauf vorbereiten.“
„Aber natürlich Miss Hermione. Dobby macht das.“ Und schon hatte er sich das Menü geschnappt und war mit einem Fingerschnipp verschwunden.
„Hey. Ich dachte du ließt es dir vorher durch. Nicht dass du dann meckerst, weil ich die falschen Desserts ausgewählt habe.“
Hermione blickte wieder zu Malfoy. „Ach…Du wirst schon die richtige Wahl getroffen haben. Und wenn nicht…tja, dann ist es immerhin nicht meine Schuld.“ Sie packte alle Unterlagen vom Tisch in ihre Tasche und das nicht zu früh, denn es gab sogleich einen Knall und der Tisch war mit einem Male übersät mit Essen und Getränken. „Wow. Das ging aber schnell. Danke Dobby!“ dankte sie dem Elf, welcher sich jedoch nicht mehr blicken ließ.
„Dass ich das noch erleben darf. Granger lässt sich von einem Hauselfen bedienen. Was ist aus deiner Elfenrechte-Bewegung geworden? Hat wohl nicht sonderlich viel Anklang gefunden was?“ Malfoy konnte sich einen leicht spöttischen Unterton nicht verkneifen.
„Oh Gott. Du weißt davon?“ Hermione schien peinlich berührt…aber wieso eigentlich? Sie sollte doch zu dem was sie tat stehen. Oder etwa nicht?
„Klar weiß ich davon. Ging doch durch die ganze Schule. Hermione Granger tritt in den Essensstreik. Wie lange hast du durchgehalten? 2 Tage?“
„Tja,…“ Hermione streckte ihr Kinn etwas vor. „…Ich bin eben zu dem Entschluss gekommen, dass es nichts verändert, wenn man die Nahrungsaufnahme verweigert. Ich muss eben andere Wege finden. Und Dobby…Dobby ist mein Freund. Ich würde ihn niemals wie einen Sklaven behandeln! Und jetzt lass uns essen. Sonst wird es kalt.“ Damit beendete Hermione das Gespräch und nahm den Deckel von einem dampfenden Suppentopf mit frischer Tomatensuppe, Mozzarella und Croutons, von dem sie sich dann auch gleich eine große Portion auf ihren Teller schöpfte. Der wunderbare Geruch stieg ihr sofort in die Nase und sie hörte ihren Magen laut knurren.
Sie hatte schon den halben Teller geleert, als ihr auffiel, dass Malfoy das Essen nicht anrührte. „Möchtest du nichts essen? Es gibt auch noch Hackbraten mit Kartoffel-Linsen Püree und Himbeer-Plumpudding.“
„Nein…ich hab keinen Hunger.“ Stadtessen füllte er seinen Becher mit heißem Tee.
Hermione betrachtete ihn eine Weile. „Geht…es dir gut? Du bist auf einmal ganz bleich…“
„Alles bestens.“
Es war nicht alles bestens. Ganz im Gegenteil. Noch vor fünf Minuten war es ihm gut gegangen, er hatte sich einigermaßen wohl gefühlt. Doch jetzt? Jetzt würde er sich am liebsten auf der Stelle übergeben. Sein Hunger war mit einem Male verflogen und an dessen Stelle war eine schlimme Übelkeit getreten. Der Anblick der Tomatensuppe hatte ihm den Magen umgedreht. Er bemerkte auch, dass seine Hände plötzlich Eis kalt und schweiß nass wurden. Vielleicht hatte er sich einen Virus zugezogen, anders konnte er sich das plötzliche Auftreten der Übelkeit nicht erklären.
„Sicher? Du wirkst…“
„Ich sagte, es geht mir gut!“ fuhr Malfoy aber sofort dazwischen. Das konnte er nun wirklich nicht gebrauchen. Vielleicht sollte er einfach in sein Zimmer verschwinden, sich etwas hinlegen, mit einer weiteren Tasse Tee. Vielleicht würde ihm etwas Schlaf guttun. Vielleicht würde es ihm danach wieder besser gehen.
„…so siehst du aber nicht aus…“ sagte Hermione leise und widmete sich wieder dem Essen. Sie wollte nicht wieder streiten. Sie hatte genug davon. Also hielt sie es für das Beste, ihn einfach in Ruhe zu lassen. Bei seinen Stimmungsschwankungen wäre das wahrscheinlich am klügsten. Doch dieser Vorsatz hielt Hermione nicht lange, denn sie sah, wie sich Malfoys Gesicht plötzlich schmerzlich verzerrte und sich sein linker Arm verkrampfte. Seine Finger krallten sich in den Stoff der Couch, sodass seine Knöchel weiß hervortraten. Und dann schoss die Erkenntnis wie ein Blitz durch ihren Körper. „Das…Mal…es brennt…hab ich Recht?“ fragte Hermione leise und legte ihren Löffel weg.
Malfoy antwortete nicht. Er stieß lediglich die Luft laut aus. Aber Hermione wusste, dass sie Recht hatte und brauchte somit auch keine Antwort. Malfoy konzentrierte sich voll und ganz darauf, sich wieder zusammenzureißen. Er würde sich nie an den plötzlich aufkommenden brennenden Schmerz gewöhnen, der ständig durch seinen Unterarm zuckte. Aber er musste es endlich schaffen, sich dabei nichts mehr anmerken zu lassen. Warum musste es ausgerechnet jetzt passieren? Jetzt, wo Granger hier war? Er stand auf, um seinen Mantel aus seinem Zimmer zu holen. Er durfte den dunklen Lord auf keinen Fall warten lasse, das würde nichts Gutes für ihn bedeuten.
Als Draco zurückkam, hatte Granger das Essen verschwinden lassen und saß nicht mehr, sondern stand vor dem Kamin.
„Du…willst doch nicht…“ begann sie leicht stammelnd.
„Ich will was nicht?“ fuhr Draco sie an und funkelte dabei böse.
„Du willst jetzt wirklich dahin? Ist das dein Ernst?“ Draco konnte sehen, wie sauer Granger wurde, und wurde ebenso zorniger. Was ging es sie überhaupt an? Warum musste sie sich ständig in Angelegenheiten anderer einmischen? Warum konnte sie ihn nicht einfach in Ruhe lassen.
„Was geht dich das an? Geh beiseite du blockierst den Kamin.“ Draco wollte an der Hexe vorbei, doch sie blieb eisern stehen. Willensstark war sie ja, das musste er ihr lassen. „Du sollst mich vorbeilassen.“
„Nein.“ Antwortete Hermione ruhig und verschränkte ihre Arme.
„Du weißt nicht, mit wem du dich hier anlegst.“ Es war ein kläglicher Versuch einer Drohung. Er wusste sofort, dass das rein gar nichts helfen würde. Aber er musste sich beeilen, wenn er nicht den Zorn des dunklen Lords auf sich ziehen wollte. Er durfte sich nicht verspäten.
„Ich…hab…keine…Wahl!“ Draco betonte jedes einzelne Wort.
„Ich muss jetzt auf der Stelle dahin, sonst bin ich tot!“
„Malfoy, man hat immer eine Wahl. Und ich glaube, dass du noch nicht ganz so verdorben bist, wie all die anderen Todesser.“
„Ich dachte du hättest es verstanden!“ schrie Draco die Hexe vor ihm an. „Ich dachte du wüsstest, dass man sich nicht alles im Leben aussuchen kann. Hatten wir dieses Gespräch nicht schon mal? Bist du da nicht zu dem Entschluss gekommen, dass du auch so gehandelt hättest?“ Seine Hände zitterten vor Wut. Am liebsten hätte er Granger zu Boden gestoßen, ihr einen Fluch aufgehalst. Wie konnte sie es wagen, sich ihm in den Weg zu stellen? Was erlaubte sie sich? „Geh mir aus dem Weg!“
„Du sagst, du hattest keine Wahl. Ja, das haben wir bereits geklärt, aber das heißt für mich auch, dass man es nicht wollte, dass man gezwungen wurde. Und jetzt hast du aber die Wahl. Gehe ich hin, oder bleibe ich hier. DAS ist nun deine WAHL. Und wenn du jetzt gehst, dann beweist es, dass du es sehr wohl wolltest.“ Hermione hatte ganz ruhig gesprochen und studierte Dracos Gesicht.
„DAS beweist GAR NICHTS!“ schrie er. „Und ja,… vielleicht WILL ich es ja! Vielleicht kann ich es gar nicht mehr erwarten, ein vollständiges Mitglied zu werden.“ Dracos Gesicht war von einer Sekunde auf die andere, wieder zu der steinernen Maske geworden, die er Jahre lang mit sich rumgetragen hatte. Er hatte seine steinernen Gesichtszüge wieder entdeckt und sie schienen nun noch festgefrorener als zuvor. Keinerlei Emotionen waren darin noch zu erkennen. Egal ob in seinem Gesicht oder in seinen Augen.
Hermione war davon so erschrocken, dass sie einen Moment nicht aufpasste und schon hatte Malfoy sie hart beiseite gestoßen und war fluchtartig aus dem Turm verschwunden.
HPHPHPHPHPHPHPHP
Hermione war einige Zeit im Turm geblieben, wusste mit ihrer Zeit jedoch nichts anzufangen. Also war sie kurzerhand in die Bibliothek verschwunden um sich Zusatzinformationen über den bereits gelernten Stoff zu holen. Doch immer wieder schweiften ihre Gedanken ab und es war ihr unmöglich, sich auf eines der Bücher und den darin enthaltenen Worte zu konzentrieren. So gab sie es nach einer geschlagenen Stunde auf, Stellte die Bücher zurück und schlug den Weg Richtung Gryffindor Gemeinschaftsraum ein. Sie wollte einfach ein paar Stunden mit Harry und Ron und vielleicht auch mit Ginny verbringen. Sie sah die drei ohnehin zu selten.
Als sie den Turm betrat, erblickte sie sofort Harry und Neville, die sich eine schmutzige Partie Snape explodiert lieferten. Also ließ sie sich in den Sessel neben Harry fallen. „Hey ihr zwei!“
„Hermione!“ Neville blickte auf. „Dich sieht man auch nur noch selten. Wo warst du heute Mittag?“
„Ja…die Planung für den Ball hat mich gestresst, aber…wir sind so gut wie fertig und ich hab im Turm gegessen. Weil ich die Zeit übersehen habe.“
„Spielst du mit?“ fragte Harry, der die Karten neu mischte.
„Klar!“
Und so lieferten sie sich zu dritt ein paar weitere Runden Snape explodiert und Zauberschnippschnapp um so den restlichen Sonntag ausklingen zu lassen.
„Sagt mal, wo ist Ron?“ fragte Hermione nach einer Weile.
„Ich weiß nicht…Ginny hat ihn sich geschnappt und sie sind aus dem Turm verschwunden. Ich hab echt keine Ahnung wohin, oder wieso.“ Antwortete Harry.
„Oh mein Gott!!!“ rief Lavender plötzlich, die am Fenster stand und hinaus blickte. „Es schneit! Der erste Schnee. Wir müssen eine Schneeballschlacht machen!!“
Und so rannten sämtliche anwesenden Gryffindors, allen voran Harry, Neville und Hermione nach draußen um sich eine wilde Schneeballschlacht zu liefern. Es schneite so heftig, dass man kaum erkennen konnte, auf wen man zielte und ob man überhaupt traf. Doch das tat dem Spaß, den die drei hatten keinen Abbruch.
„Schade, dass Ron nicht hier ist!“ rief Hermione, als sie sich duckte um Harrys Schneeball auszuweichen. „Er verpasst wirklich etwas. Sieht ihm gar nicht ähnlich!“ Hermione warf ihren Schneeball und traf Harry genau auf dem Kopf. Sie jubelte auf und lief lachend davon. Lange war sie nicht mehr so ausgelassen. Lange hatte sie nicht mehr so gelacht. Und das wurde ihr erst jetzt richtig bewusst. Der Krieg, die Angst beherrschte sie alle und schränkte sie in ihren Alltag ein. Das wurde Hermione gerade bewusst. Doch sie versprach sich, von heute an öfter Spaß zu haben, öfter mit ihren Freunden zu lachen. Weil es wichtig war.
Als es dämmrig wurde, gingen sie zurück ins Schloss und trafen dabei auf Ron und Ginny.
„Hey! Wo wart ihr denn? Ihr habt eine richtig tolle Schneeballschlacht verpasst!“ meinte Neville und versuchte dabei den Schnee aus seinem Kragen zu bekommen. Neville war wie immer ein sehr beliebtes Ziel und so bekam er auch immer den meisten Schnee ab.
Hermione lachte. „Lass dich bloß nicht von Filch erwischen, wie du seinen Boden beschmutzt. Sonst verdonnert er dich dazu, das ganze Schloss zu putzen.“
„Ähm...hey! Hermione! Wo warst du heute Mittag?“ fragte Ron. Hermione entging nicht, dass er irgendwie komisch wirkte, nervös…
„Ich hab im Turm gegessen. Hatte die Zeit übersehen und Dobby war so nett, mir etwas zum Essen zu bringen.“
„Hm…ja, Dobby…ich mag den Elf.“…“Ich also…“ Ron wirkte nervös und zappelte leicht herum, nicht wissend, wie er den Satz beenden sollte.
„Na los Ron!“ meinte Ginny da und lächelte ihren Bruder dabei aufmunternd an.
„Also…Hermione…kann ich kurz mit dir reden?“ Fragte Ron und spielte dabei mit seinen Fingern.
„Ja klar. Was gibt es denn?“ Hermiones Herz begann sofort vor Freude zu hüpfen. Es war so weit. Ron würde sie bitten, mit ihm auf den Silvesterball zu gehen. Sie würde jetzt eine Einladung bekommen. Bestimmt hatte Ginny ihrem Bruder nochmal so richtig den Kopf gewaschen und Mut zugesprochen. Deswegen waren sie heute Nachmittag nicht im Turm.
„Ähm…nicht hier…“ Ron zog sie ein Stück von den anderen weg um nicht belauscht zu werden.
„Was ist denn los Ron? So nervös hab‘ ich dich ja noch nie erlebt.“ Hermione lächelte ihren Freund aufmunternd an.
„Also…Hermione, ich wollte dich…fragen…dich fragen, ob du mit…mit mir…“stammelte Ron und vermied es, Hermione in die Augen zu sehen. Es würde ihn nur umso nervöser machen.
Hermione lächelte immer noch, sie wollte Ron nicht drängen. Doch ihr Herz fing immer schneller an zu schlagen und sie konnte es kaum noch erwarten. Aus den Augenwinkeln, konnte sie erkennen, wie Lavender die Halle betrat und Ron schüchtern zuwinkte.
„…mit mir…die Hausaufgaben durchgehen könntest…i…ich…ich weiß du hast viel um die Ohren, deswegen wollte ich dich nicht fragen, aber Harry ist mir leider auch keine Hilfe…also…“
„Oh…“ Hermione starrte Ron an… „ähm…ich…“ Hermione schluckte. War es das? Das wollte er sie fragen? Das konnte er nicht vor den anderen tun?
„Aber ich will dir damit nicht auf die Nerven gehen. So dringend ist es gar nicht…vielleicht kann mir auch.“ Sprudelte es plötzlich aus Ron heraus. „Bestimmt finde ich auch jemand anderen.“ Und da drehte sich Ron um und spazierte schnurstracks auf Lavender zu.
Hermione verfolgte die Szene, die sich vor ihr abspielte, konnte es nicht glauben, registrierte nicht, was da gerade vorging. Sie sah nur eine hüpfende Lavenda, hörte sie kreischen und sah, wie sie Ron entgegensprang und sich wie eine Ertrinkende an ihn klammerte. An ihn. Ron. Ihren Ron. Er würde mit Lavender zum Ball gehen. Nicht mit ihr. Wieder schluckte Hermione hart und versuchte die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Versuchte zu verbergen, dass sie gerade tief gekränkt wurde. Kurz sah sie zu ihren Freunden und konnte sehen, dass sie ebenfalls baff waren und dass Ginny innerlich brodelte. Sie sah, wie ihre beste Freundin auf sie zukommen wollte, doch da lief Hermione los. Lief zu ihrem Turm. Sie wollte alleine sein. Musste alleine sein.
Sie lief in den Gemeinschaftsraum und fühlte sich erst sicher, als sich das Portrait hinter ihr wieder schloss. Nun war sie allein und das war auch gut so, denn sie bemerkte, dass ein paar kleine Tränen über ihre Wangen rannen, die sie jedoch sofort wegwischte. Sie wusste nicht genau, warum sie überhaupt weinte. Es gab doch keinen Grund. Ron konnte auf den Ball gehen, mit wem er wollte. Und natürlich war es auch klar, dass er nicht mit seiner besten Freundin dahingehen wollte, sondern mit einem anderen Mädchen.
Seufzend ließ sich Hermione auf einer der großen Fensterbänke sinken, lehnte sich an die Wand, stellte ihre Beine auf und blickte aus dem Fenster. Es war nun fast dunkel und es hatte noch mehr zu schneien begonnen. Würde sie überhaupt jemand zum Ball einladen? Sie konnte doch auf keinen Fall alleine dort aufkreuzen, zumal es wieder Pärchentische für das Abendessen gab. Sie konnte sich unmöglich alleine dort blicken lassen. Harry würde mit Ginny gehen und selbst Neville hatte bereits eine Verabredung. Er hatte all seinen Mut zusammengenommen und Luna gefragt. Natürlich hatte sie sofort ja gesagt. Es sei ihr ein Vergnügen, ihn zu begleiten. Nun gut, keinen Partner zu finden war das eine, aber warum tat es ihr so weh, dass Ron sie doch nicht gefragt hatte? Sie war ja nicht verliebt in ihn. Sie liebte ihn, ja, das stimmte, aber so wie einen Bruder. Mehr war da nicht. Warum also, war sie nun so traurig. Wieder seufzte sie und lehnte ihre Stirn an das kühle Glas, als sie plötzlich zurückschreckte und die Augen zusammenkniff. Irgendjemand kam gerade aus dem verbotenen Wald. Mit dickem Umhang und Kapuze, um sich vor dem Schneetreiben zu schützen.
War das ein Schüler? Es war für Schüler verboten in den Wald zu gehen…naja…obwohl, sie war da auch schon einige Male drinn‘ gewesen…aber trotzdem. Hermione konnte nicht ausmachen, wer diese Person war. Vielleicht war es auch ein Lehrer. Wieder seufzte sie und wischte sich die letzten Spuren ihrer Tränen beiseite. Es war doch lächerlich. Natürlich würde sie ein Date bekommen und wenn sie das selbst in die Hand nehmen musste. Sie wusste noch nicht wie, aber sie wollte jedem beweisen, dass auch Hermione Granger, Streberin, Besserwisserin, Bücherwurm und schlaueste Hexe Hogwarts ein Date bekommen konnte. Und irgendwann, irgendwann vielleicht, würde sich auch jemand in sie verlieben. Jemand anderes, als Cormac. Auch wenn es etwas länger dauern würde.
Hermione wollte sich gerade erheben, um sich ein Buch zu holen, als das Portrait zur Seite schwang und Malfoy eintrat. Eingehüllt in einen schwarzen Mantel, mit Kapuze um sich vor dem Schneetreiben zu schützen. Er war es, der aus dem verbotenen Wald gekommen war. Aber weshalb? Was wollte er da?
Hermione bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Sie stand auf und sah zu, wie sich Malfoy aus dem schweren Mantel…nun ja,…quälte.
„Ist alles in…ord…“ doch die frage blieb ihr im Halse stecken, als sie seine Blessuren im Gesicht sah. Er sah übel aus. Schnittwunden und blaue Flecken. Hermione wusste nicht, was sie sagen sollte, doch das war auch egal, denn schon verschwand Malfoy in Richtung Badezimmer um sich zu heilen.
Er hatte das schon sehr oft gemacht, deshalb war er auch schon sehr geübt darin, seine blauen Flecken mit seinem Zauberstab verschwinden zu lassen. Und auch für seine Schnittwunden hatte er reichlich Diptam vorrätig. Malfoy war ganz in sein Tun vertieft, dass er die Hexe am Türrahmen erst nicht bemerkte.
„Es…das ist meine Schuld…richtig?...“ Hermione räusperte sich. „Weil du zu spät…gekommen bist…ich…“
Malfoy blickte kalt zu ihr. „Was willst du?“
„Lass…lass mich dir helfen. Dann…geht es schneller.“ Sie trat ein paar schnelle Schritte auf ihn zu und wollte ihn am Arm berühren, doch Malfoy schlug ihre Hand beiseite und verzog dabei vor Schmerz sein Gesicht.
„FASS mich nicht an! Deinetwegen hab‘ ich genug Probleme, da will ich nicht auch noch von dir besudelt werden.“ Das erste Mal seit langem, hatte er sie wieder indirekt beleidigt. Ja, langsam kam er wieder zu sich. Langsam wurde er wieder der Alte. Vielleicht war das Anfangs bei allen so. Vielleicht musste er nur abwarten, bis er wieder ganz der Alte war. Vielleicht begann es damit, Granger wieder beleidigen zu können. Doch die Hexe überging das kommentarlos.
„Dein Arm…er ist gebrochen und sollte sofort geheilt werden. Je länger du wartest desto schwer…“
„Ja, ich weiß verdammt. Und jetzt raus hier!“ unterbrach der Blonde Hermione und funkelte sie an.
Hermione schluckte. Es war vielleicht besser, ihn alleine zu lassen. „Es…tut mir wirklich…leid.“ Und dann verschwand sie aus dem Badezimmer und zog die Tür hinter sich zu. Doch sie konnte noch hören, wie Malfoy sich im Badezimmer übergab.
HPHPHPHPHPHPHPHP
„Also bis jetzt konnte ich nichts weiteres Erschreckendes in den Zeitungen finden. Rein gar nichts. Das heißt aber nicht, dass nichts Schreckliches passiert. Ich glaube eher, dass der Tagesprophet das letzte Mal eine Flut an Empörungen losgetreten hat und will sich jetzt bedeckt halten. Aber irgendetwas passiert hier und es gefällt mir gar nicht.“ Hermione war mit ihren beiden Freunden auf den Weg zu Zauberkunst und durchsuchte immer noch akribisch die Zeitung, die sie vom Frühstück noch in der Hand hielt.
„Nun ja…“ meinte Harry. „Das Zaubereiministerium ist ja auch nicht ganz blöd. Die wollen bestimmt nicht, dass es zu einem Aufstand oder sonstiges kommt. Und leider wollen einige immer noch nicht der Wahrheit ins Auge sehen, dass ein Krieg bevorsteht, dass wir alle in Gefahr sind.“
Hermione nickte. „Ja, da hast du recht. Ich hab‘ heute Morgen auch ein Abo für ein paar Muggelzeitungen bestellt. Ich glaube es ist nie verkehrt zu wissen, was in der Muggelwelt vor sich geht. Meint ihr nicht?“
Ron runzelte die Stirn. „Ein paar? Wie viele sind ein paar? 2? 5? 20?“
„Ron! Es ist verdammt wichtig, über alles auf dem Laufenden zu bleiben. Und wenn der Tagesprophet uns keine Antworten mehr liefert, müssen wir nehmen, was wir bekommen.“ Antwortete Hermione.
„Ist ja schon gut Hermione.“ murmelte Ron.
„Wen haben wir denn da? Narbengesicht, das Wiesel und unseren Bücherwurm. Das Trio wieder vereint. Man möchte meinen, ihr beide kommt ohne euer Superhirn gar nicht mehr klar. Wenn ich mir so eure Noten in vgddk ansehe…“ Malfoy hatte ein feixendes Gesicht aufgesetzt.
„Und du wirst natürlich wieder mal von Didel dumm und Didel dei flankiert. Angst von uns fertiggemacht zu werden?“ konterte Ron und ging einen Schritt auf Malfoy zu, doch Hermione hielt ihn zurück.
„Ron, lass ihn. Wieso lässt du dich ständig provozieren. Du weißt, dass er genau das will. Dass du ihn angreifst und vielleicht noch von der Schule fliegst.“
„Hermione hat Recht Ron!“ Harry funkelte Malfoy böse an. „Er ist es nicht wert. Du würdest wirklich von der Schule fliegen!“
„Naja Weasley, was wäre daran so schlimm? Keine abgetragenen Schulumhänge mehr, keine Bücher, die auseinanderfallen, wenn man sie bloß ansieht und…“
„Malfoy! Geh beiseite. Du blockierst den Weg. Und wenn du uns nicht etwas Lebenswichtiges mitzuteilen hast, dann lass uns vorbei.“ Zischte Hermione wütend und wollte sich vorbeidrängen, doch Malfoy hielt sie auf.
„Du solltest besonders vorsichtig sein, wie du mit mir sprichst. Du bist doch klug genug um zu wissen, dass deinesgleichen gejagt werden und ihre Familien gleich dazu. An deiner Stelle würde ich aufpassen. Wir wollen doch nicht, dass jemandem etwas passiert.“ Malfoy grinste arrogant. Ja, das war der Malfoy, den alle kannten. Doch Hermiones Gesicht war mit einem male weiß geworden. Sie packte Ron und Harry an den Armen und zog sie mit sich davon, Richtung Klassenzimmer.
„Her…Hermione…au! Was ist denn los? Warum zerrst du uns so durch die Gänge?“ Harry versuchte sich zu befreien, jedoch ohne Erfolg.
„Ich mach ihn fertig!“ wütete Ron, welcher seinen Arm bereits aus der Umklammerung Hermiones befreien konnte. „Wie kann er es nur wagen? Wiederliches Frettchen!“
„Hermione. Jetzt sag doch, was los ist! Bleib doch stehen!“ Harry riss wie verrückt an seinem Arm und schaffte es doch tatsächlich, dass die Hexe stehenblieb.
„Das…das war einen Warnung! Er…hat mich gewarnt!“
Ron und Harry sahen Hermione verdutzt an. „Was meinst du damit?“ fragte Harry und runzelte die Stirn.
„Malfoy. Er hat mich gewarnt. Sie werden…oh Gott, sie werden meine Eltern angreifen! Ich…ich muss sofort zu Professor McGonagall und es ihr berichten. Ich muss ihnen helfen, sie fortschaffen, andernfalls…“ doch Hermione wurde von Harry unterbrochen.
„Hermione! Jetzt warte doch mal! Das war doch nur heiße Luft! Glaubst du ernsthaft, er würde DICH warnen, wenn jemand vorhätte deine Eltern anzugreifen? Mit Sicherheit nicht. Er wollte dich provozieren, dir Angst machen. Das ist alles.“
„Harry hat Recht. Du weißt doch wie Malfoy ist. Der würde niemanden warnen.“ Meinte Ron.
„Ja, aber was, wenn es ein Versehen war? Was wenn er etwas weiß und mir wirklich angst machen wollte, ohne zu wissen, dass ich es ernst nehmen würde? Was, wenn in diesem Moment meine Eltern angegriffen werden und er sich einen Ast ablacht? Ich kann nicht tatenlos rumsitzen!“ Hermione war aufgebracht. Ihr Herz pochte wie verrückt. Warum glaubten ihr Harry und Ron nicht?
„Merkst du eigentlich, wie sich das anhört? Vor allem, wie soll er von Angriffen wissen, wenn er, wie du doch so fest davon überzeugt bist, kein Todesser ist?“ fragte Harry weiter und versuchte Hermione zu beruhigen. „Deinen Eltern geht es bestimmt gut.“
„Aber was, wenn er von seinem Vater etwas mitbekommen hat?“ Hermione atmete tief durch. Machte sie vielleicht wirklich eine Mücke aus einem Elefanten? Vielleicht hatten Harry und Ron Recht und sie redete sich nur in Rage.
Ron legte der Hexe eine Hand auf die Schulter. „Bestimmt wollte er dir nur Angst einjagen. Es ist alles halb so schlimm.“ Meinte der Rothaarige und lächelte Hermione aufmunternd an.
„Ich…glaube, ihr habt Recht.“ Hermione atmete noch einmal tief durch, um sich zu sammeln. „Bestimmt ist alles halb so wild, er wollte mich nur aufregen…lasst uns in die Klasse gehen.“ Doch das ungute Gefühl wollte einfach nicht verschwinden und war auch immer noch vorhanden, als die drei nach dem Unterricht im Gemeinschaftsraum der Gryffindors saßen um ihre Hausaufgaben zu machen. Hermione hatte es bewusst vermieden, zurück in ihren Turm zu gehen. Noch mehr Aufregung konnte sie heute beim besten Willen nicht mehr verkraften. Und sie wollte wieder ein bisschen Zeit mit ihren Freunden verbringen, auch wenn das hieß, ihnen bei den Hausaufgaben helfen zu müssen. An manchen Tagen tat sie das ja auch gerne, zum Beispiel, wenn sie sich ablenken wollte.
„Das ist eigentlich schon ganz gut Ron. Nur solltest du noch einmal nachschlagen, wofür Baumzapfenwurz verwendet wird. Mit deiner Antwort ist Professor Slughorn bestimmt nicht zufrieden.“
„Danke Hermione. Was würde ich ohne dich nur machen?“ Ron lächelte und zog erneut sein Zaubertränkebuch hervor.
„Geht es dir gut?“ fragte Harry und sah die braunhaarige Hexe fragend an.
„Ja…ja natürlich. Warum fragst du?“
„Na…wegen heute Vormittag? Du warst sehr unkonzentriert im Unterricht. Selbst Madame Sprout schien verwundert zu sein.“
„Ach, mach dir keine Sorgen. Mir geht es gut.“ Hermione schlug ebenfalls ihr Zaubertränkebuch auf und blätterte darin herum um ihrem Aufsatz noch die richtige Würze zu verleihen. Doch plötzlich schreckte sie zurück. „Oh…oh mein Gott, was…seht euch das an!!!“
Harry und Ron blickten sofort auf und ihr Blick fiel auf leuchtende Buchstaben, die in der Luft zu schweben schienen.
Er hat Recht. Sie sind in Gefahr. Verstecke sie, gib ihnen eine neue Identität!
„Was zum Teufel ist das?“ fragte Ron und blickte ungläubig auf die Schrift.
„Genau…genau so etwas hab‘ ich in ihr wisst schon wo gesehen…von meinem…Gehilfen…“ auch Harry starrte wie gebannt auf die leuchtenden Buchstaben, die dann, so plötzlich wie sie erschienen waren, auch wieder verschwanden.
„Wisst ihr…was das heißt? Er hatte Recht! ICH hatte Recht. Er hat mich gewarnt und wir waren zu blöd um es zu begreifen.“ In Windeseile war Hermione aufgesprungen und packte hastig ihre Tasche zusammen.
„Was hast du vor?“ fragte Harry und beobachtete das Treiben der Hexe.
„Wonach sieht es denn aus? Ich gehe jetzt zu Professor McGonagall.“ Hermione hatte ihre Tasche gepackt und schritt in Richtung Portrait.
„Sollen…sollen wir mitkommen?“
„Nein…nein danke Ron. Das schaffe ich schon.“ Und mit diesen Worten schritt Hermione aus dem Turm.
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Überfall auf Muggelhaus
Heute Nacht wurde ein heftiger Anschlag auf ein Muggelhaus verübt. Augenzeugen berichteten, dass eine ganze Armee aus schwarz gekleideten Zauberern das Haus stürmte und es bis auf seine Grundmauern niederbrannte. Glücklicherweise hielt sich zum Tatzeitpunkt niemand in diesem Haus auf. Die Eigentümer dürften verreist sein und hatten so Glück, einem tragischen Verbrennungstode zu entgehen. Wer hinter diesem grausamen Anschlag steckt und warum dieser verübt wurde, ist noch unklar, doch das Zauberreiministerium versichert, dem auf den Grund zu gehen. Niemand darf ungestraft davonkommen.
Hermione hatte am Morgen lange suchen müssen, bis sie diesen winzigen Artikel im Tagespropheten fand. Der Orden war also gerade noch rechtzeitig eingetroffen, um schlimmeres zu vermeiden. Für sie stellte sich jedoch nicht die Frage, warum das passiert war. Für sie war es vollkommen klar. Sie war Harry Potters beste Freundin und man wollte sie natürlich aus dem Weg schaffen. Sie und ihre Familie.
Hermione legte die Zeitung weg und schenkte sich Tee in ihren Becher.
Er hatte also Recht gehabt. Und er hatte sie gewarnt.
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Daniel ist total nett. Er ist klasse. Er spielte mir gute Musik vor. Ich hatte immer noch Beatles gehört bis ich hierher kam. Er ist sehr leidenschaftlich. Für sein Alter hat er einen guten Geschmack.
David Thewlis über Daniel Radcliffe