
von Vooogt
Es war Lunas 6. Jahr in Hogwarts, doch alles hatte sich so verändert. Harry, Ron und Hermine waren nicht mehr da, dafür aber die Carrows. Sie unterrichteten hier und machten einem das Leben zur Hölle. Es war mitten in der Nacht, als Luna durch die Gänge des Schlosses lief und plötzlich Alecto Carrow vor ihr stand. „Was tust du hier, Weib?“, fragte sie wütend und zog ihren Zauberstab. „Ich konnte nicht schlafen“, sagte Luna schlicht. „Das heißt nicht, dass du hier rumrennen kannst, du kleine Göre.“ Alecto trat bedrohlich näher, plötzlich hörten sie das Geräusch von zerbrechendem Glas. Alecto rannte in die Richtung aus der das Geräusch kam und stand vor ihrem eigenen Büro. Bereit zum zaubern, öffnete sie die Tür. Das Fenster war kaputt und auch ihre ganzen Gläser.
Erst blieb Luna stehen, doch dann beschloss sie Alecto zu folgen. Sie stand in der Tür zu ihrem Büro und Luna stellte sich direkt dahinter. Sie sah das zerbrochene Glas und überall auf dem Boden lagen blutrote Glasscherben verstreut. „Wer war das? Ich bringe den Mistkerl rum!“, brüllte Alecto, drehte sich um und erblickte Luna. Sie packte die Göre am Arm und zog sie ins Zimmer, dann verriegelte sie die Tür. „Du warst das! Ich weiß nicht wie, aber du bist Schuld, dass die Gläser meiner ersten großen Liebe zerbrochen sind.“ Sie gab Luna eine schallende Ohrfeige und richtete dann ihren Stab auf sie. „Crucio!“, brüllte sie wutentbrannt.
Luna konnte gar nicht schnell genug über den Satz von Alecto nachdenken, wie sie der Cruciatus traf. Sie krümte sich und fiel zu Boden. „Bitte, bitte“, flehte sie. Als Alecto dann endlich den Fluch von der Blonden nahm, blieb diese regungslos auf dem Boden liegen. Mitten in all den Glasscherben. Luna spürte die Schmerzen des Fluches und wie die blutroten Scherben sich in ihren Rücken bohrten. Alecto sah kurz auf Luna und stürmte dann aus dem Zimmer. Die Kleine würde schon irgendwann gehen.
Luna blieb weiterhin auf dem Boden liegen. Sie konnte sich nicht bewegen, wollte es auch gar nicht. Sie wollte einfach nur liegen und den Schmerz vergessen. Wie sehr sie doch grade ihre Mutter vermisste. Ihre Mutter hatte immer gesagt, dass jeder Mensch gut ist. Bis heute hatte Luna das immer geglaubt. Sie konnte nur einfach nicht verstehen, warum sie so bestraft wurde. Normalerweise war sie immer voller Lebensfreude, doch seit die Carrows hier waren, hatte sich alles geändert. Sie war nicht mehr sie selbst und das machte ihr Angst. Sie hatte keine Angst vor den Carrows, keine Angst vor den Strafen. Sie wusste, dass es schmerzhaft war bestraft zu werden, aber noch beängstigender und noch schmerzhafter war die Tatsache, dass sie, Luna Lovegood, einfach nicht mehr sie selbst war. Diese Gedanken verletzten Luna so sehr, dass sie anfing zu weinen. Es war ihr egal, was Alecto Carrow mit ihr machen würde, wenn sie wiederkam. Sie wollte einfach nur hier liegen und weinen.
Stunden waren vergangen, als Alecto wieder in ihr Büro kam. „Was machst du noch hier?“, fragte sie wütend. Sie versteckte ihre Überraschung und das komische Gefühl, dass dieses Mädchen in ihr auslöste. Luna antwortete nicht, rechnete mit dem schlimmsten, doch es kam nichts. Alecto fing einfach an die Scherben zusammen zu fegen, natürlich mit Magie. Vorsichtig rappelte Luna sich auf. Sie versuchte aufzustehen, doch ihre Beine gaben nach. „Ah!“, rief sie, als sie auf die Scherben zurück fiel, die noch unter ihr lagen. Alecto drehte sich um…einen winzigen Augenaufschlag lang wollte sie dem Mädchen helfen. Aber nein…sie war Alecto Carrow, das war nicht ihre Art. „Steh gefälligst auf!“, knurrte sie die blonde Ravenclaw an. Noch einmal versuchte es Luna, doch wieder misslang es ihr. Nach einigen weiteren Versuchen von Luna, wurde es Alecto zu bunt und sie zauberte Luna auf einen Stuhl. „Ich werde jetzt zu Snape gehen und wenn ich wieder komme, bist du verschwunden, sonst wird dir das leidtun“, sagte Carrow und stürmte dann raus.
Nachdem Alecto verschwunden war, versuchte Luna einige Male aufzustehen und zu gehen, aber immer wieder fiel sie auf den Stuhl zurück. Luna gab es auf und sah sich stattdessen in dem Zimmer um. Es standen ein paar Bilder auf einem Schrank. Sie erkannte Alecto und ihren Bruder. Auf dem einen waren wahrscheinlich auch ihre Eltern. Sie sah auch ein Bild von Alecto und einer Frau…ob das wohl die erste große Liebe war? Luna spürte wie ihre Augenlieder schwerer wurden und dann schlief sie auf dem Stuhl ein.
Eine Stunde später kam Alecto zurück. Zu ihrem erstaunen, war dieses Mädchen immer noch da. Sie schien auf dem Stuhl eingeschlafen zu sein. Alecto seufzte. Sie schloss die Tür hinter sich ab und trug das Mädchen in ihr Bett. Sie legte Luna auf die Seite und zog dann ihr Oberteil aus. Ihr Rücken war voller Blut und Splitter. Vorsichtig zog Alecto die Splitter raus. „Warum mach ich das hier eigentlich?“, murmelte sie leise vor sich hin. Sie konnte sich keinen Reim darauf machen. Luna regte sich und drehte sich auf den Rücken. Alecto dachte einen Moment die Blonde würde aufwachen, doch sie schlief einfach weiter.
Draußen war es hell, als Luna wieder erwachte. Sie stellte überrascht fest, dass sie in einem Bett lag, Alectos Bett. Luna setzte sich auf und sah sich um. Wo war Carrow? Plötzlich klopfte es an der Tür. „Alecto! Alecto!“ Luna sprang regelrecht aus dem Bett und versteckte sich im Kleiderschrank, als auch schon die Tür auf ging. „Alecto bist du da?“ Luna beobachtete wie Carrow seine Schwester suchte. Als er feststellte, dass sie nicht da war, ging er wieder. Luna kam aus dem Schrank raus und sah sich um. Die Glasscherben lagen mittlerweile auf dem Tisch. Blutrote Glasscherben. Neben ihnen lag Lunas Zauberstab. Sie nahm ihn und reparierte die Glasscherben. Wunderschöne rote Gläser entstanden und sie bildeten Worte. „Alecto, ich liebe dich.“ Luna musste lächeln. Es war wunderschön.
„Warum bist du noch hier?“, fragte Alecto mürrisch, als sie in ihr Büro kam und Luna auf dem Stuhl sitzen sah. „Ich habe Ihre Gläser repariert. Sie sind wirklich sehr schön“, gab Luna zurück. „Verschwinde endlich!“, sagte Carrow wütend. Luna verstand, dass sie nun lieber gehen sollte. Sie nahm ihren Zauberstab und eilte aus dem Büro. Alecto ließ sich auf den Stuhl fallen. Ihr Herz schlug wie wild. Was zur Hölle geschah nur mit ihr? Entwickelte sie etwa Gefühle für diese Göre? Alecto schüttelte ihren Kopf. „Werde ich etwa verrückt?“, fragte sie sich laut. „Wenn du schon mit dir selber redest, dann ja“, sagte eine Stimme von der Tür. Alecto sah auf und erblickte Snape. „Was ist los Alecto?“, fragte er grinsend. „Nicht so wichtig“, gab Alecto schnell zurück. Snape ließ es auf sich beruhen. „Ich will dich später in meinem Büro sehen.“ Alecto nickte und Snape ging wieder.
Die Todesserin konnte einfach nicht anders und musste an Luna denken. Wie konnte ein Mädchen nur solche Gefühle in ihr auslösen? Alecto schüttelte den Kopf. „Schluss jetzt!“, rief sie sich selbst zur Ordnung, ehe sie sich auf den Unterricht vorbereitete. Zum Glück hatte sie heute keine Ravenclaws.
Es war schon dunkel, als Luna sich nach draußen schlich. Sie ging über die Ländereien und stur in den Wald hinein. Luna hatte noch nie wirklich Angst vor etwas gehabt und vor dem Wald und ihren Bewohnern hatte sie erst recht keine. Sie mochte die Zentauren und die Thestrale und auch die anderen Wesen, jagten der jungen Ravenclaw keine Angst ein. Sie lief gekonnt durch den Wald, wusste genau wo sie lang musste und landete schließlich auf der Lichtung, wo die Thestrale, eng zusammen, schliefen. Luna ging gradewegs in die Mitte dieser Horde und legte sich dazu. Das tat sie immer, wenn sie nicht schlafen konnte.
Alecto brauchte eine Pause. Sie ging über die Ländereien und rein in den Wald. So verwirrt war die Todesserin noch nie gewesen. Dieses Mädchen hatte irgendwas mit ihr gemacht und Alecto vermochte nicht zu sagen, was das war. Nach einigen Minuten kam sie zu einer Lichtung. Alecto hatte nicht auf ihren Weg geachtet, sie kannte sich eh nicht in dem düsteren Wald aus. Plötzlich sah sie sie. Luna Lovegood lag inmitten einer Horde Thestrale. Alecto konnte diese Tiere sehen, wieso auch nicht. Oft genug hatte sie zugeschaut, wie ihre Opfer qualvoll starben.
Alecto versteckte sich und beobachtete die Schülerin. Nichts. Sie lag einfach nur da…schlief bei diesen Wesen. Was für ein seltsames Mädchen, dachte sie sich. Doch plötzlich regte sich Luna. Sie richtete sich auf und sah, zu Alectos Entsetzen, genau in ihre Augen. „Hallo Professor“, grüßte Luna höflich. „Was machst du um die Zeit im Wald? 20 Punkte Abzug für Ravenclaw.“ Luna stand auf. „Machen Sie sich nicht die Mühe. Die Stundengläser von Ravenclaw, Hufflepuff und Gryffindor sind schon lange leer.“ Luna lächelte. „Dann komm mit. Du bekommst eine Strafarbeit von mir“, befahl Alecto. Luna folgte der Todesserin ganz ruhig und brav in ihr Büro.
Doch Alecto blieb nicht im Büro stehen. Sie befahl Luna in ihr Zimmer zu gehen. Luna setzte sich aufs Bett und sah ihre Lehrerin an. Diese ging zu Luna und küsste sie, drückte sie nach hinten. So lag Alecto auf Luna und küsste die Ravenclaw immer weiter. Und Luna lies es geschehen, sogar noch mehr, sie machte mit. Sie zog das Oberteil der Todesserin aus und so verbrachten die beiden die Nacht zusammen. Die letzte Nacht vor den Ferien. Keiner von beiden ahnte, dass Luna nach den Ferien nicht wieder nach Hogwarts kommen würde.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.